Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Leserbrief an die "Rheinische Post"

Frank, Sunday, 01.02.2004, 19:24 (vor 8040 Tagen)

zum Artikel "Dramatisch mehr Gewalt", Rheinische Post vom 31.1.2004 (nicht im Internet verfügbar):

Sehr geehrte Damen und Herren,

in obigem Artikel zur Kriminalitätsentwicklung in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2003, die von Innenminister Fritz Behrens vorgestellt wurde, führt der Verfasser, Herr Hüwel, aus: „Die Zahl der Körperverletzungen kletterte um 15,9 Prozent auf 101 518 Straftaten. … Der Anstieg erklärt sich laut Behrens auch aus dem konsequenten Einschreiten der Polizei bei häuslicher Gewalt. Seit 2002 können Hausverbote gegen prügelnde Ehemänner verhängt werden. 2002 schritten die Beamten in 14 000 Fällen ein; 2003 reagierten sie auf 16 400 Notrufe von Frauen.“
Nicht nur von Frauen offenbar, denn auf der Homepage des NRW-Innenministeriums heißt es wörtlich: „’Die von gewalttätigen Partnern terrorisierten Opfer - überwiegend Frauen - wenden sich immer öfter vertrauensvoll an die Polizei’, stellte der Innenminister fest.“ (http://www.im.nrw.de/pe/pm2001/news_1106.htm)
„Überwiegend Frauen“, das können auch nur 51 Prozent sein, sagt immer noch etwas ganz anderes aus als „16 400 Notrufe (ausschließlich?) von Frauen“.
Ebensowenig korrekt ist die Aussage des Artikels, es könnten „Hausverbote gegen prügelnde Ehemänner verhängt werden“. Man könnte meinen, prügelnde Frauen seien vom gesetzlich verordneten Hausverweis nicht bedroht. Das aber ist nicht richtig.
Ein wenig mehr Sorgfalt bei der Recherche wünscht man sich als Zeitungleser manchmal schon. Oder steckt hier etwa kein Mangel an Sorgfalt dahinter, sondern der Wunsch, beim Leser das Vorurteil aufrecht zu erhalten, in punkto häusliche Gewalt seien alleine Männer die Täter und Frauen die Opfer?

Mailadresse: leserbriefe@rheinische-post.de


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