"Aushändigung an die Mutter"
Sam, Wednesday, 28.01.2004, 22:16 (vor 8044 Tagen)
Ein Artikel zum "Fall Christian":
Die Aushändigung von Kindern ist zu unterlassen
Von Michael Fleischhacker (Die Presse) 29.01.2004
Re: "Aushändigung an die Mutter"
Odin, Thursday, 29.01.2004, 22:06 (vor 8043 Tagen) @ Sam
Als Antwort auf: "Aushändigung an die Mutter" von Sam am 28. Januar 2004 20:16:04:
Ein Artikel zum "Fall Christian":
Die Aushändigung von Kindern ist zu unterlassen
Von Michael Fleischhacker (Die Presse) 29.01.2004
Hallo Sam,
noch ein Beitrag zu dem Thema. Ich habs leider nur am Rande mitgekriegt. Das schreiende Kind vom Vater weg zu entführen, daß war wirklich krass. Zum ersten Mal wirklich belegt, welches Verbrechen tagtäglich an Kindern begangen wird.
In Österreich sind inzwischen die Foren am kochen und die Zeitungen können sich vor Leserbriefen kaum retten. Politiker überlegen, ob Kinder schon ab 7 Jahren ein Entscheidungsrecht besitzen sollen - was sicherlich bald eingeführt wird und bei den nächsten 1000 Fällen, wo es um Frauenrechte/Mütterrechte geht, angewandt wird. Bei einem Vater gibt es dann sicherlich wieder "Ausnahmen". Dieser Fall hat einige wachgerüttelt. Vielleicht finden einige die Zeit für einen Leserbrief an Brisant oder SAM.
Christian (8) weiß nicht, wo er Weihnachten feiern wird. Nach Jahren in Großgmain soll er auf einmal zu seiner Mutter nach Schweden.
GROSSGMAIN (SN-sab). Nur fünf Tage sind es noch bis Weihnachten. Bei Ulf Wildner und seinen Söhnen Christoffer (12) und Christian (8), die in Großgmain leben, ist aber noch keine richtige Vorfreude auf das Fest aufgekommen. Sie wissen nicht, ob sie diesmal gemeinsam feiern werden.Aller Wahrscheinlichkeit nach wird das heute, Freitag, im Bezirksgericht der Stadt Salzburg entschieden. Jedenfalls ist für 9 Uhr früh eine erste Verhandlung über die Übertragung der endgültigen Obsorge über Christian angesetzt.Jugendamt: "Zu viel der Veränderung"
In die Wege geleitet hat das Verfahren die Mutter der Buben, die seit der Trennung von Ulf Wildner vor fünf Jahren in Schweden lebt - zusammen mit dem dritten gemeinsamen Sohn Alexander (11) und vierjährigen Zwillingen, die einen anderen Vater haben.Die Mutter wünscht eine so genannte sofortige Übertragung. Geht es nach ihrem Willen, dann tritt ein, was die drei Wildners in Großgmain am meisten fürchten: Christian könnte noch vor Weihnachten nach Schweden müssen. Weg vom Vater und dem großen Bruder. Weg von den Freunden, die er, seit er ein Kleinkind war, um sich hatte, weg aus dem vertrauten Umfeld an der Volksschule, sogar weg von der vertrauten Sprache: Der Achtjährige kann kein Schwedisch. Das alles wäre zu viel der Veränderung, zu viel der Unsicherheit, es wäre "sehr schlecht für den Buben", und es wäre "mindestens genauso schlecht für den älteren Bruder", sagt im zuständigen Jugendamt Salzburg-Umgebung der Leiter Hannes Herbst. Das Jugendamt hat im Moment die Obsorge über Christian und Christoffer. Herbst: "Und wir sind dafür, dass beide bis auf weiteres beim Vater bleiben."Ulf Wildner, der Kapitän von Beruf ist, war früher auf den Weltmeeren unterwegs. Nun lernt er für die österreichische Kapitänsprüfung, um auf den heimischen Gewässern fahren zu dürfen, und so Beruf und @hs,-13 Kinder unter einen Hut zu bringen, darf zu der Sache nichts sagen, solang das Obsorge-Verfahren läuft.Der Rosenkrieg um die drei Kinder dauert seit der Trennung an. Damals nahm die Mutter die drei Buben nach Schweden mit. Der älteste und der jüngste wollten nicht bleiben, sie rissen immer wieder von zuhause aus. Der Vater, zu dem sie wollten, durfte sie nicht besuchen. Schließlich schritt das Jugendamt ein. Es gab zwei Möglichkeiten: Die Buben zu einer Pflegefamilie geben oder zum Vater. Ulf Wildner entschloss sich, den Beruf aufzugeben und sich um die Söhne zu kümmern. Mit der Mutter wurde ein Besuchsrecht vereinbart. 2002 blieb Alexander bei der Mutter. Gutachten wurden erstellt. Eins besagt, dass Christian und Christoffer beim Vater bleiben sollen, das andere besagt das Gegenteil.Jugendamtsleiter Herbst sagt, den Buben wäre die Trennung vom Vater und das Herausreißen aus der gewohnten Umgebung wenn überhaupt, dann nur dann zumutbar, "wenn sie vorbereitet werden, und zwar über einen längeren Zeitraum, ganz langsam". © SN