Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Rote Männer Info Nr. 62

Odin, Wednesday, 28.01.2004, 17:56 (vor 8045 Tagen)

RoteMänner!
Verehrte Leserinnen!
Geneigte Leser!

Groß war die Freude, uns im Jahre 2004 wieder anzutreffen. Nun, das ist
verständlich, nachdem wir lange abgetaucht waren. Und unsere Ausgabe
Nummer 61 war ja wirklich vom Feinsten. Dabei üben wir uns schon in
Understatement, falls jetzt irgendwer denkt, dass Eigenlob stinkt. Nein,
ihr Lieben, es ist keineswegs das Eigenlob, welches hier müffelt,
sondern der in unsere Pantoffeln gelaufene Arbeiterschweiß, durch den
wir uns gleichwohl geadelt fühlen. Doch selbst mit Fußgeruch wäre manche
unsachliche Anfeindung nicht zu rechtfertigen:

"Wir sind Mörder, wir sind Stalinisten, der Mann in uns muss ausgerottet
werden." Angeblich stammt dieser Satz von dem jungen Joschka Fischer.
Uns erschüttert und erleichtert er zugleich. Es ist beruhigend zu sehen,
welch eine geringe Halbwertszeit solcher Quatsch hat. Wenn der
Alt-Kommunarde Rainer Langhans mit dem Zitat nicht überhaupt gelogen
hat! Schließlich hat er auch sonst eine Menge Blödsinn abgesondert: "Ich
sage, wenn ihr mehr wissen wollt, wenn ihr ein bisschen weiter kommen
wollt, dann ergießt euch nicht in die Frauen, sondern überlegt euch mal,
was ist, wenn ihr im Vorfeld bleibt. Nicht immer dieses Rumtatata, das
übliche gewalttätige Verhalten, das keine Erkenntnis produziert, sondern
nur immer die Gewaltverhältnisse reproduziert." Was mag er wohl meinen
mit "im Vorfeld bleiben" und sich dabei "nicht in die Frauen ergießen"?
In Sachen kryptischer Degeneration macht dem Herrn Langhans so schnell
keiner was vor, will uns scheinen.

Etwa auch hier: "Willst du Gott sehen, dann brauchst du eine Frau, die
dich segnet. Der Test auf die wirkliche Welt ist: die Frau." Und -
kurioserweise - dann am Schluss: "Nein, die Frau ist vorn herum
vielleicht schön. In Wirklichkeit ist sie der Tod des Mannes. Und zwar
ein grausamer Tod." Der Mann muss es wissen: Er lebt in einer "Kommune"
mit fünf Frauen. Bei denen er hoffentlich auf jegliches Rumtatata
verzichtet und sich vorzugsweise ins Vorfeld ergießt!
http://www.sueddeutsche.de/sz/wochenende/red-artikel392/

In höchstem Maße enttäuscht, aber wenig zimperlich kommentierte eine
"taz"-Journalistin die Teilnahme von Lisa Fitz am RTL-Dschungelcamp:
"Wie konnte ausgerechnet sie sich zur RTL-Quotennutte machen, sich auf
eine Stufe stellen mit einer gefeuerten ,Tagesschau'-Sprecherin, die
eine abgefilmte Darmspiegelung für eine große Karrierechance hält?"
http://www.taz.de/pt/2004/01/21/a0216.nf/text Quotennutte! Uns drängt
sich die Frage auf, ob ein männlicher Redakteur das auch mit diesen
Worten hätte geisseln dürfen.

In Wilhelmshaven wollte die niedersächsische Landesbühne aus Becketts
"Warten auf Godot" eine Variation auf "Charlys Tante" machen und die
Figuren des Lucky und des Estragon mit Frauen besetzen. Becketts
deutscher Verlag schritt im Auftrag der Beckett-Erben ein und
verhinderte die Vorstellung.
http://www.taz.de/pt/2004/01/24/a0136.nf/text Schade eigentlich, das
hätte lustig werden können: Als nächstes hätten wir den "Faust" neu
besetzt, mit Katja Riemann als Mephistopheles ("Ich bin der Geist, der
stets verneint.") und Thomas Gottschalk als Gretchen ("Bin weder
Fräulein, weder schön, kann ungeleitet nach Hause gehen...") Faust
selbst würde durch einem sehr schwuchteligen Dirk Bach ideal dargestellt
("Beim Himmel, dieses Kind ist schön! So etwas hab ich nie gesehen.").
Oder auch Schillers "Räuber" mit den Jacob-Sisters in der Titelrolle. Es
muss nicht immer Beckett sein!

Die "Süddeutsche" brachte am 22. Jänner auf ihrer Homepage als "Spruch
des Tages" ein Zitat der schleswig-holsteinischen Frauenministerin Anne
Lütkes: "Manche Männer haben scheinbar vergessen, dass sie
Mitverursacher von Schwangerschaften sind." Solche Männer mag es hier
und da geben. Aber Hand aufs Herz, Frau Lütkes: Es wäre bestimmt noch
hilfreicher, wenn BEIDE Geschlechter das künftig nicht vergessen würden.

Über die Väterstudie der Forschergruppe um Gerhard Amendt berichtete
kürzlich sehr ausführlich (und verdienstvoll!) die Frankfurter
Rundschau: "Bei Forschungen über Scheidungsväter ging es bisher vor
allem um deren Zahlungsverhalten. Aus welchen Gründen sie
Unterhaltszahlungen verweigern, wie sie mit Besuchsregelungen umgehen
und warum sie in vielen Fällen sogar den Kontakt zu ihren Kindern ganz
abbrechen, untersucht jetzt eine umfangreiche Bremer Studie."
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/dokumentation/?cnt=372991

Lust auf ein wenig Juristendeutsch? Es lohnt sich, denn wie es scheint
hat der Rechtsstaat in den letzten Jahren in Bezug auf das Problem
Umgangsverweigerung gegenüber nichtsorgeberechtigten Eltern ein paar
Einsichten gesammelt - angesichts der Erkenntnis- und Beratungsresistenz
des Gesetzgebers fast schon eine spontane Reflexhandlung! In einem
Referentenentwurf des Bundesjustizministeriums liest man jetzt dies -
und reibt sich verwundert und erfreut die Augen:

"Es hat sich im Rahmen der internationalen Rechtsinstrumente,
insbesondere des Haager Kindesentführungsübereinkommens, gezeigt, dass
die bestehenden Instrumentarien (§ 33 FGG) nicht ausreichen, um
grenzüberschreitend eine effektive Durchsetzung gerichtlicher
Entscheidungen zu gewährleisten. In einer nicht unerheblichen Anzahl der
Fälle scheitert eine gerichtlich angeordnete Rückgabe des Kindes oder
der Umgang mit dem Kind schon daran, dass die verpflichtete Person der
Anordnung nicht freiwillig Folge leistet. Gerichtliche Anordnungen zur
Gestaltung eines Besuchsaufenthalts etwa können schon durch Ausschöpfung
des Rechtsmittelsystems langfristig, zum Teil über Jahre hinweg,
unterlaufen werden, da die festgelegten Umgangszeiten verstrichen sind,
bevor ein Zwangsmittel realisiert werden kann.

Diese vor allem aus dem Beugecharakter des Zwangsvollstreckungssystems
abgeleitete Rechtspraxis wird besonders wegen der unzureichenden
Umsetzung der internationalen Rechtsinstrumente von vielen Staaten
kritisiert. Eine Abkehr von diesem System und ein Wechsel zu repressiven
Zwangsvollstreckungsmechanismen erscheint daher geboten."

Und wir hegen die begründete Hoffnung, dass dies auch zu einer
Effektivierung der Rechtsvollstreckung bei nationalen Vorgängen führen
wird, so dass einige von Umgangsverweigerung betroffene Väter ihre
lieben Verflossenen bei fortgesetzter Renitenz irgendwann in einer
Justizvollzugsanstalt besuchen können. Auch wenn eine Ungleichzeitigkeit
wegen einer kompletten Überarbeitung der Freiwilligen Gerichtsbarkeit,
die die inländischen Fälle "vorübergehend" benachteiligen könnte, in
Kauf genommen wird. Wir bleiben dran!

1. Warum eigentlich gibt es kein wirklich gutes Frauenkabarett? Die
preisgekrönte Komikerin Lisa Politt weiß: "Es gibt so viel weiblichen
Humor wie männliche Arschlöcher!" Genau. Endlich sagt eine Frau mal was
Positives über Männer.

2. Der Deutsche Juristinnenbund befürchtet, dass Väter nur mit ihrer
Zeugungsfähigkeit protzen wollen, wenn sie um ihre Elternschaft kämpfen.
Wir fragten nach: Sind alle deutschen Akademikerinnen so blöd?

3. Stell dir vor es ist Patriarchat - und keiner ist schuld! Jetzt
stimmt auch die "Zeit" in die Problematisierung "gebährtechnischer
Zeitfenster" ein: Feixende Männer sitzen feige auf ihren uneregierten
Schwänzen und verweigern die Zeugung. Bloß weil sie "Hausarbeit und
Unterhaltsverpflichtungen scheuen"!

4. Modische Trendscouts wollen aus Männern gefönte Fruchtfliegen machen.
Dem setzte die "Süddeutsche" einen fulminanten Artikel entgegen. Von
diesem Schlag dürften sich die Mailänder Couturiers so bald nicht
erholen!

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HUMOR IST WENN MAN TROTZDEM LACHT:
WIE EINST DAS FRAUENKABARETT FRANZ JOSEF STRAUSS ENTSORGTE

Sind Frauen humorlos? Auch wenn man jedenfalls im Feminismus weitgehend
vergeblich nach Anflügen von Selbstdistanz und Ironie sucht - oder
andersherum der Feminismus in dem Moment einfach verloren geht, wo
solche Spielarten von Intelligenz auftreten (weiland etwa in Eva Hellers
schönem Roman "Beim nächsten Mann wird alles anders") - wird man den
schlichten Mangel an Witz nicht gleich einem ganzen Geschlecht
diagnostizieren können. Der Geronto-Kommunismus der DDR war auch nicht
witzig (und wenn doch, dann höchst ungewollt!), und trotzdem ist er kein
akzeptabler Beleg für die Humorlosigkeit älterer Herren.

Aber augenfällig ist doch, dass es nicht eine einzige Frau gibt, der wir
in den Bereichen Kabarett und Satire, soweit sie uns bekannt sind,
wirklich kreativen Witz attestieren könnten. Selbst unser wohlwollendes
Bemühen, über die Misfits - angeblich das Beste in Sachen Frauenkabarett
- zu lachen, mündete nur im Phlegma. Oder haben Männer und Frauen einen
so unterschiedlichen Humor? Unwahrscheinlich! Was soll's, die Engländer,
die sich so wahnsinnig viel auf ihren Witz einbilden, haben außer
einigen wenigen Highlights von Monty Python auch nichts zu bieten.
(Bekanntlich können Frauen und Engländer ja auch keine guten
Kriminalromane schreiben! Dafür sind die "Brits" bei den Spionageromanen
Spitze.)

Wir haben uns lange den Kopf zermartert, um das Mysterium zu erhellen.
Im Grunde ist es einfach: Jungs kämpfen schon früh um die Fähigkeit,
witzig zu sein, weil sie in einem anderen Bereich eher hirnlos sind:
Jedem blonden Dummchen rennen sie sabbernd hinterher; aber um dort
Eindruck zu schinden, müssen sie die Gute wenigstens zum Lachen bringen.
Schlichte Höflichkeit, Galanterie gar, wirkt in der Postmoderne nur noch
lächerlich - das Gegenteil von witzig. Um die Gunst der Männer zu
erlangen, muss Lara Croft nur ihre beachtlichen Babes richtig in die
Kamera drapieren. Aber um Laras Gunst zu erlangen, muss Mann schon eine
mächtig doppelbödige Konversation inszenieren. Jean-Paul Sartre, ein
potthässlicher Knopf, konnte gleichwohl ein Frauenheld werden, weil er
amüsant und witzig Konversation zu machen verstand.

Natürlich führt uns das auch zu der ernüchternden Erkenntnis: Wenn
Männer witzig sind, wollen sie im Unterbewußtsein nur das Eine. Das gilt
selbstverständlich nicht für uns, weswegen wir auch nicht witzig sind.
Gleichwohl mussten wir jüngst feststellen, dass auch die Tatsache, dass
es keine witzigen Kabarettistinnen gibt, eine Folgeerscheinung des
Patriarchats ist: "Bis eine Frau den deutschen Kabarettpreis bekommt,
können schnell mal Jahrzehnte ins Land gehen." Und weil es jetzt soweit
ist, interviewte die "taz" zwei Preisträgerinnen, Lisa Politt und Käthe
Lachmann, welchletztere den Nachwuchspreis erhielt. Lauschen wir mal
kurz:

"taz.mag: Warum haben bislang ausschließlich Männer Kabarettpreise
abgeräumt?
Lisa Politt: Der Kleinkunstpreis und vor allem der Kabarettpreis sollten
wohl östrogenfrei bleiben. Selbst Lisa Fitz erhielt den Kleinkunstpreis
nicht in der Sparte Kabarett, sondern für Chanson. Sobald eine Frau ihn
bekommt, sind offenbar die heiligen Hallen beschmutzt.
Käthe Lachmann: Aber Frauen haben doch andere Preise bekommen!
Politt: Ja, Chansonpreise! Preise für den besten Kuchen!
Lachmann: Du hast doch vor ein paar Jahren den Kleinkunstpreis nicht für
den besten Kuchen bekommen!
Politt: Ich habe ihn als Förderpreis gekriegt und mich der Förderung
nicht würdig erwiesen, sonst hätte ich ja irgendwann den Hauptpreis
bekommen.
taz: Haben Frauen einen anderen Humor als Männer?
Politt: Ach, da ist sie wieder, diese Frage! Ich sage es mal so: Die Art
des Beschreibens richtet sich nach dem Ort, den ich innerhalb des
hierarchischen Gefüges der Gesellschaft innehabe. Das bedeutet auch,
dass der Blick der Frau auf die Gesellschaft ein anderer ist als der des
Mannes. Oder um es plastisch zu formulieren: Es gibt so viel weiblichen
Humor wie männliche Arschlöcher! Käthe, was sagst du dazu?"

Und jetzt sag bloß nichts Falsches, Käthe! Komm bloß nicht auf die Idee,
festzustellen, dass es umgekehrt womöglich auch soviel männlichen Humor
wie weibliche Arschlöcher gebe, denn angesichts der Lage in deutschen
Kabarett, das derzeit von den "großen Vier" dominiert wird (Richling,
Deutschmann, Pispers, Schramm) - und weit und breit keine Frau in Sicht,
die einem aus diesem Kreis das Wasser reichen könnte - würde das
bedeuten, dass es deren verdammt viele gibt. Am Ende verdanken wir einen
Teil des "männlichen" Humors noch Frau Politt! Frau Lachmann gibt
dagegen zu bedenken:

"Lachmann: (.) Natürlich kann man dann sagen, dass eine Frau einen
anderen Blickwinkel hat, weil sie jahrelang unterdrückt worden ist
Politt: nein, weil sie eine andere Sozialisation hat.
Lachmann: Aber dann hat ein behinderter Komiker auch eine andere
Sozialisation als einer, der einen Trinker als Vater hat. Deshalb kann
man nicht von einem spezifisch weiblichen oder männlichen Humor
sprechen, sondern jeder hat aufgrund seiner Sozialisation eine
spezifische Sicht auf die Dinge.
Politt: Ich halte die Erfahrung, im Patriarchat Frau zu sein, für
maßgeblich."

Alles andere hätte uns auch in Aufruhr versetzt! Wie wäre's denn mit
einem behinderten Komiker, der einen Trinker zum Vater hat. Soviel
Sozialisation wäre vielleicht gar nicht mehr auszuhalten. Am Ende haben
die bösen Mitschüler (männlich!) den Behinderten immer als "Komiker"
beleidigt, so dass sein Witz am Ende gallig und böse wurde, und die
Feministinnen verstanden ihn nicht mehr - was sie dann darauf
zurückführten, dass es ein MÄNNLICHER Behinderter war, der die Frauen
mit ihren Wünschen und Sehnsüchten nicht ernst genug nahm, wofür man
aber Verständnis haben musste, weil, na ja, du weißt schon .

"Lachmann: Mich stört, dass die Sache mit dem weiblichen und dem
männlichen Humor überhaupt so herausgestellt wird.
Politt: Mich auch. Es ist doch ein Witz, dass jetzt viele Leute fragen,
ob ich den Kabarettpreis nun kriege, weil ich eine Frau bin. Ich sage:
Wenn ich keine Frau wäre, hätte ich den schon viel eher gekriegt. So rum
wird ein Schuh daraus."

Jawoll, Frau Politt, dann wäre Ihr Humor womöglich auch komischer. So
ist es ausgerechnet eine Kabarettistin, die - politisch mächtig korrekt
- heilige Kühe züchtet und Schutzzäune hochzieht: "Satire darf nicht
alles, sie darf nicht ihre Waffen nach unten richten." Nun ist "oben"
und "unten" bekanntlich immer eine Frage der Perspektive, manchmal auch
der politischen Bewertung. "Unten" - da sind nach Ansicht von Frau
Politt ganz bestimmt auch immer die armen Frauen, über deren
UNZWEIFELHAFTE Benachteiligung wir uns unter dieser Voraussetzung nicht
mehr mokieren dürften. http://www.taz.de/pt/2004/01/10/a0285.nf/text

Aber nicht nur die "taz" ist auf Frau Politt aufmerksam geworden. Das
Hamburger Abendblatt versprach sich möglicherweise einen mondäneren
Lokalkolorit und berichtete über die verblüffende Entwicklung der
Humoristin, die ihre ersten Anregungen Quellen entnahm, die uns
überraschten: "Mit 13 besorgte sie sich in der Walsroder Stadtbücherei
Karl Marx' ,Das Kapital', um der Bibel des Vaters Argumente
entgegensetzen zu können. Band eins war schon verliehen, also nahm sich
die kleine Lisa zum Einstieg unverdrossen den zweiten Band vor." Und
ausgerechnet das "Kapital" eignet sich ja vorzüglich, um der Bibel
Argumente entgegenhalten zu können! Außerdem gibt's darin so viel zu
lachen. Genau wie bei dem offensichtlich steinerweichenden Humor von
Frau Politt:

". glaubt Lisa Politt tatsächlich, man könne gesellschaftlich etwas
bewirken, indem man Leute zum Lachen bringt? ,Jaaa!', ruft sie, und die
rotzfreche Kabarettistin geht mit ihr durch: ,Einmal habe ich ein Lied
über Franz Josef Strauß ins Programm genommen. Und zwei Wochen später
war er tot.'" Rotzfrech, na ja! Wenn das Ziel dieses Humors der Tod
seiner Gegner ist, sollten wir uns mit unserer Kritik vielleicht besser
zurückhalten. Sonst ergeht es uns mindestens wie Politts
Kabarettpartner: "Der Fußboden von Lisa Politt und Gunter Schmidt ist
frisch gewischt. Und draußen hats geregnet. Schuhe lieber ausziehen . .
.? ,Nee', findet Politt, ,dann wischt Gunter das eben noch mal.' Jetzt
auf die Rollenverteilung im Hause Politt/Schmidt einzugehen, wäre
vermutlich fatal." Also Schwamm drüber!
http://www.abendblatt.de/daten/2004/01/10/249826.html

Und dann gab's auch noch eine Unterhaltung mit Wigald Boning in der
"Süddeutschen", die uns den Glauben daran zurückgab, dass selbst die
Comedy-Fraktion witziger ist als unsere angestrengten Kabarettistinnen:

"Boning: Gerade war ich an der Volkshochschule bei einem Vortrag über
Mies van der Rohe.
SZaW: Hat man Sie erkannt?
Boning: Nein. Ich habe auch keine Zwischenfragen gestellt. Im Gegensatz
zu einer emanzipierten Studentin, die wissen wollte, ob van der Rohes
,Barcelona-Chair' nicht doch von dessen Frau entworfen worden sei.
Eigentlich hätte sie behaupten können: ,Frau van der Rohe wurde schwer
unterdrückt von ihrem Macker.' (.)
Als ich lange vor meiner Komiker-Zeit in einem Dokumentarfilm
Prostituierte in der DDR interviewte, hielt ich das für ernsthaften
Journalismus. Tatsache aber ist, dass man mir danach eine Comedy-Show
anbot." http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/584/24560/

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DEUTSCHER JURISTINNENBUND:
"ABWÄGUNG DER EINZELNEN INTERESSEN IST EINE RECHTSBEEINTRÄCHTIGUNG VON
MÜTTERN."

Die Bundesregierung tut offenbar immer öfter mal was Gutes für die
Väter, indem sie das Recht der "leiblichen" Väter stärken will. (Der
Gesetzentwurf kann auf der Homepage des Bundestages mithilfe der
Drucksachennummer 15/2253 runtergeladen werden.) Einige Frauen läßt dies
nun wieder nicht schlafen:

"Der Juristinnenbund ist mit dem neuen Gesetzentwurf genauso unzufrieden
wie mit dem ersten, der am 8. Juli 2003 vorgelegt wurde. Die Kritik und
die Änderungsvorschläge, die die Juristinnen in einer Stellungnahme vom
12. August 2003 geäußert haben, sind laut Heinke nicht berücksichtigt
worden. Ihrer Meinung nach reicht es nicht aus, dass eine Beziehung
zwischen dem Kind und dem Vater, welcher behauptet, der leibliche zu
sein, besteht. ,Er müsste darüber hinaus signalisieren, dass er der
Vaterschaft gerecht werden will', so die Richterin, ,und zwar im
Vorhinein, auch wenn sich bei dem anschließenden Vaterschaftstest
herausstellt, dass er gar nicht der Vater ist'. Aus Erfahrung weiß sie:
,Es kann ja auch sein, dass ein Mann das Verfahren nur aus Eitelkeit
anstrengt, um zu beweisen, dass er zeugungsfähig ist.'"
http://www.zwd.info/story.php?cat=20&subcat=10&x=20&storyid=2692

Vermutlich sind dem Juristinnenbund jede Menge Männer bekannt, die einer
wilden Sammelleidenschaft frönen. In Zeiten, da Philatelisten eher als
spießig gelten, gewinnt eine Sammlung veritabler Vaterschaften dagegen
enorm an Wert. Oder wie? Aber was will Frau Heinke? Der Antragsteller
solle die Pflichten auch für den Fall anerkennen, dass sich seine
Vermutung als falsch erweist? Fragt sich nur, welche Folgen das haben
kann.

Hat das Kind, dessen Wohl bekanntlich im Mittelpunkt stehen soll, nicht
ein grundsätzliches Recht auf Dokumentierung seines Vaters, also auf
Kenntnis seiner Herkunft? Und signalisiert der durch die Bereitschaft,
seine Vaterschaft anzuerkennen - was er in dem Fall, dass sie denn
zutrifft, ohnehin MUSS, weil dem Kind rechtliche Ansprüche erwachsen -
nicht hinreichend sein Verantwortungsgefühl? Schließlich muss jeder, der
eine von der Mutter vermutlich in Abrede gestellte Vaterschaft
erstreiten will, mit reichlich finanziellen Forderungen in der Folge
rechnen. Tut das einer, der nur mit seiner Zeugungsfähigkeit protzen
will? Absurder Quatsch!

Den Damen geht es aber ausschließlich darum, die Exklusivrechte der
Mutter am Kind über die Rechte dieses Kindes auf Wissen um seine
Herkunft - und nebenbei auch auf seine Ansprüche gegenüber seinem Vater!
- zu stellen. Frau Heinke, Familienrichterin aus Bremen, präsentiert
sich einmal mehr als Sachwalterin der Geschlechterjustiz. Seit Ronald
Barnabas Schill wundert man sich ja nicht mehr über die Zombies, die
einem im deutschen Rechtsstaat gelegentlich begegnen. Das geben diese
fürchterlichen Juristinnen auch offen zu:

"Insgesamt sehen die Juristinnen bereits in der Abwägung der einzelnen
Interessen durch das Bundesverfassungsgericht eine
Rechtsbeeinträchtigung von Müttern. Mütter wollten ihr Leben aus häufig
verständlichen Gründen ohne den Erzeuger ihres Kindes führen, heißt es
in der Stellungnahme. ,Da noch immer, wie auch aus den von der
Bundesregierung in Auftrag gegebenen Untersuchungen hervorgeht,
überwiegend Frauen Kinder versorgen, sind selbstverständlich auch
mehrheitlich Frauen durch die aus dem Anfechtungsrecht des biologischen
Vaters resultierenden Auseinandersetzungen und Belastungen betroffen.'"

Die Väter werden bekanntlich nämlich gar nicht gefragt, ob sie diese
Belastungen zu übernehmen oder zu teilen bereit sind. Sie bleiben
Elternteile zweiter Klasse und ihnen sollen in der Folge - wenn es nach
Knallchargen wie Frau Heinke geht - weitere, daraus abgeleitete
Benachteiligungen keinesfalls erspart bleiben!

Unterdessen wechselte das chinesische Sternzeichen, wir traten
vergangene Woche aus dem Jahr der Ziege in das des Affen. Ob's hilft?
"Im Affenjahr ist alles möglich," schreibt dazu die "taz". Soweit es die
Publikationen des Deutschen Juristinnenbundes angeht, war dies wohl auch
schon bei den Ziegen so. http://www.taz.de/pt/2004/01/22/a0167.nf/text

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"MÄNNER WOLLEN NIE DAS EINE!"
KOPULATIONSSTREIK AUS VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT?

Die "Zeit" und ihre Autorin Susanne Gaschke sehen Deutschland in der
postfeministischen Phase: "Das kinderlose Land" scheint die Konsequenz
eines Erfolgs zu sein, bei dem sich an das Ende einer sozialen Bewegung
deren ideologische Institutionalisierung nahtlos anschließt. Auf der
Seele liegt Frau Gaschke das Thema, mit dem uns Frau Dribbusch von der
"taz" schon mehrfach erfreute: Frauen, die 35 werden, wollen jetzt ein
Kind - unbedingt. Jedes Mittel scheint Recht zu sein: "Obwohl Sabine
Münster attraktiv und beliebt ist (.), fehlt ihr der Mann, der sich auf
eine Familiengründung einlassen will. ,Jetzt überlasse ich es dem
Zufall', sagt Münster. ,Ich finde das nicht ideal, aber was soll ich
machen? Ich weiß, dass ich zur Not alleine klarkomme, auch mit einem
Kind.'" http://www.zeit.de/2004/04/Demografie

Als nächstes fällt uns dann - sehr passend dazu - die unmittelbar
folgende Zwischenüberschrift auf: "Männer scheuen Hausarbeit und
Unterhaltsverpflichtungen". Was dann folgt, kann sich jeder denken. Es
ist schon ein Segen, dass nicht die Männer daran schuld sein können,
dass Frauen mit 45 in der Regel keine Kinder mehr bekommen können. Das
verantwortet allein die patriarchalische Schöpfung bzw. Evolution. Schon
Scheiße, dass es einfach keinen gibt, den man deswegen mal ordentlich
runterputzen könnte, gell Mädels? Stellt euch vor, wir haben
Patriarchat, und keiner ist schuld. Köstlich!

Aber die "Zeit", in der wir meistens gar nicht so viel zum Lachen
finden, ließ sich in dieser Woche nicht stoppen. Gaschke verklausuliert
nur mühevoll ihre tiefsitzende Angst davor, dass die Deutschen des 22.
Jahrhunderts deutlich dunkler getönt sein könnten als heute, schluss-aus
mit blonden Haaren, blauen Augen, oder dass doch zumindest das Gefallen
an orientalischer Leibesfülle und maghrebinischen Kopfbedeckungen bis
dahin deutlich zugenommen haben könnte:

"Zwar werden in der Debatte immer noch Stimmen laut, die gar nicht
einsehen, warum die Deutschen überhaupt weiter existieren sollten, doch
dieser historisch motivierte Selbsthass scheint langsam aus der Mode zu
kommen. (.) Wie ein Mantra wird der demografischen Implosion oft die
,Zuwanderung' entgegengebetet, so als ob sich damit alle Probleme lösen
ließen. Doch Zuwanderung hat mindestens Nebenwirkungen: Zum einen zeigen
die eingewanderten Frauen den erstaunlichen Eigensinn, ihr
Reproduktionsverhalten innerhalb einer Generation den Gepflogenheiten
ihrer neuen Gesellschaft anzupassen."

Das dürfte Frau Gaschke nun aber einigen Ärger einbringen, dass wieder
mal nur die Frauen ihr "Reproduktionsverhalten" anpassen. Einem
Journalisten vom Berliner Inforadio, der Ähnliches kürzlich dem
Feminismus anlastete, fuhr die zuständige Bundesministerin darob heftig
übers Maul. Aber ach und weh, es ist furchtbar, dass man von
Pauschalreisen in "All-inclusive-Hotels" nicht schwanger wird, sonst
wären wir längst schon wieder ein Volk ohne Raum, gell Frau Gaschke?
Vielleicht würde ja auch mancher Mann gerne mehr für die Reproduktion
der deutschen "Rasse" tun, aber allzu oft erweist er sich bei näherer
Ansicht seiner Gehaltsabrechnung als "offenbar nicht zu Hausarbeit und
Unterhaltszahlungen bereit".

Vielleicht reagieren Männer einfach auch zu sensibel, wenn Frauen wie
die oben genannte Frau Münster sie auf der Straße ansprechen, ob sie
ihnen nicht eben mal ein Kind machen wollten, sie sei nämlich gerade 35
geworden und habe dummerweise vor zwei Jahren ihren Freund in die Wüste
geschickt, weil der beim Frühstück immer so gekrümelt habe. Übrig bleibt
dabei immer die lächerliche Chimäre von den ungezogenen Männern, die
innerhalb der Familie nach dem Patriarchensitz und der alleinigen
Verfügung über Erwerbsarbeit strebten:

"Die Zurückhaltung der Männer bleibt das eigentlich Spannende: Ist die
Familiengründung für sie weniger attraktiv, wenn sie nicht die
unbestrittene Rolle des Ernährers und Haushaltsvorstands einnehmen?
Bundesfamilienministerin Renate Schmidt vermutet, dass es letztlich
häufiger die Männer als die Frauen seien, die bei einer Entscheidung für
oder gegen ein Kind den Ausschlag gäben. Viele junge Männer könnten
nicht zwischen Spaß und Freude unterscheiden, sagt Schmidt - jedenfalls
dann nicht, wenn die Freude Mühe koste."

Tröstlich nur, dass unsere Bundesfamilienrenate nicht IMMER nur solch
ein Blech redet! Denn Männer können durchaus unterscheiden zwischen dem
"Spaß", für eine arbeitsscheue Memsahib und ein Kind, das sie nach ihrer
eigenen Entsorgung kaum noch zu sehen bekommen, Unterhalt zu zahlen, und
der Freude an einer wirklichen familiären Solidarität, die den
unterhaltspolitischen Versuchungen des deutschen Familienrechts Stand
hält. In der vulgärfeministischen Diktion aber bleiben Männer generell
hedonistische und verantwortungslose Marodeure, die ihre
Unzulänglichkeit schon allein dadurch beweisen, dass sie noch nicht mal
zum bedingungslosen Zahlen von Unterhalt bereit sind. Das dürfte sich
auch kaum ändern, solange sie mit einem Familienrecht rechnen müssen,
das für Ehe und Familie stets die Möglichkeit einer schnellen Endlösung
vorsieht, die in der Regel den Mann ohne Klärung einer Schuldfrage zum
Lohnsklaven ohne weitere Rechte erniedrigt.

"Aber vielleicht," schreibt Frau Gaschke am Schluss, "geht die moderne
Zeit mit Sabine Münster. Vielleicht gehen immer mehr Frauen allein ihren
Weg - mit Kind und Beruf und ohne Papa." Oder auch ohne Kind, wenn
keiner mehr auf solche hässlichen Tussis reinfällt, für die Männer nur
noch als solvente Besamer mit anschließender Unterhaltspflicht
interessant sind.

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MAILÄNDER MODE MACHT MÄNNER MÜRBE

. oder so was Ähnliches wollte uns wohl die "Süddeutsche" mitteilen, als
sie den nachfolgend leicht gekürzten Beitrag brachte, der unserer
Moderedaktion wieder Hoffnung machte:

"Männer! Es ist, wie es ist, und es ist fürchterlich. Aber so muss es
nicht bleiben. Wir zeigen diese Bilder männlich modischer Erniedrigung
nur, um das verkannte Geschlecht wieder stark zu machen: Zu Nutz und
Frommen all jener tapferen Herzen, die nie, nie, niemals anziehen
werden, was ihnen Mailänder Couture-Schicksen auf den Leib schneidern
wollen.
Es gibt heterosexuelle, es gibt bisexuelle, es gibt homosexuelle Männer.
Aber es gibt keine solchen Ich-weiss-wieder-mal-nicht-so-recht-Männer
mit klimperndem Augenaufschlag, die Frauen verstehen, lau baden und auch
ansonsten der Sendung mit der Maus entsprungen sein könnten. Und wenn es
sie doch gibt, dann- ein berühmtes Bonmot Helmut Schmidts zu den
Visionären abwandelnd - dann sollten sie besser zum Arzt gehen.

Nun ist es aber so, dass, Gottchen, Gottchen, Gottchen, aus diesem
Fantasieprodukt durchgeknallter Trendscouts tatsächlich ein Trend werden
soll. Jedenfalls in modisch-semiologischer Hinsicht sollen die Straßen
unserer Städte von diesen gefönten Fruchtfliegen nur so wimmeln und
signalisieren: "Ich bin harmlos, bin gut zu Rentnern und habe eine
Cornflakesallergie. Dafür liebe ich Bayern München und schaue nur noch
selten fern."

Wichtigste Merkmale der Street flenning Men: Übergepflegte Erscheinung,
sonnenstudiogestählter Teint, Schlafzimmerblick und Schlabberlätzchen -
und außerdem von Mutti oder Gattin gescheitelt und mit Klaps auf den Po
in die grimme Welt geschickt.

Diese amöbenhaften Fließtierchen, wir verkneifen uns das Wort Pischer,
gelten als "gerade schwul genug" (daher der erste Name!), um einerseits
noch für Frauen interesant zu sein, und andererseits doch sooooo lieb,
dass sie niemals ihre Socken auf dem Teppich liegen lassen.

Diesen Müllrunterbringern und Schulsportversager haben nun namhafte
Modehäuser in Mailand eine Herbst/Winter-Kollektion 2003/4 vor die
Badeschlappen gelegt, die uns nur traurig macht.

Dennoch zeigen wir dieses aprilfrische Flauschzeug in der gebotenen
Ausführlichkeit - um Aufklärungsarbeit zu leisten. Denn, Männer!, seht
auf diese Mädchen und wisst: So werden wir nicht rumlaufen. Niemals
Selbst dann nicht, wenn Dolce & Gabbana auf einen Tag zusammenfallen."
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/744/24720/

Und damit kommen wir wieder zum Ende unserer heutigen Expedition durchs
Reich der wilden Tiere. Behaltet nicht selbstsüchtig alles für euch, was
ihr heute gelernt habt! Wie heißt es schon in der Bibel? "Gebt, so wird
euch gegeben." Wir rufen euch auf: Gebt alles! Aber nicht gerade jedem!

Waidmanns Heil!
Euer RedManAlex
(27.01.04)

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Mitteilung sollte so unzweideutig sein wie die Positionen der
RotenMänner und ihrer Unterstützer/innen! Wir sind politisch links und
liberal, wir stehen für eine soziale und ökologische Politik und kämpfen
dafür, dass diese nicht durch einen Vulgärfeminismus diskreditiert und
beeinträchtigt wird, wie er in allen relevanten linken Parteien
inzwischen starke Positionen erobert hat. Beiträge, Anregungen, Hinweise
und Feedback zu bzw. auf die RoteMännerInfos sind willkommen. Die
Weitergabe dieses Infos an Interessierte ist erlaubt und erwünscht unter
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