Sind Jungen in der Schule benachteiligt?
reinecke54, Wednesday, 28.01.2004, 14:05 (vor 8045 Tagen)
Die Datenlage scheint ziemlich verwirrend zu sein. In der Welt
ist ein Bericht ueber die Iglu-Studie "Iglu: Dramatische Unterschiede in den Ländern". Man muss sich aber anmelden (kostenfrei).
Ich zitiere:
Die nationale Iglu-Studie überprüfte die Lese- und mathematisch-naturwissenschaftlichen Kompetenzen von Kindern in der vierten Grundschulklasse. Beteiligt an dieser Teiluntersuchung waren die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Bremen.
...
Ferner kommen die Iglu-Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass in allen Bundesländern die Mädchen im Lesen und die Jungen in Mathematik und den Naturwissenschaften bessere Leistungen erbringen. In Baden-Württemberg sind für die Jungen höhere Kompetenzniveaus sowohl in Mathematik als auch in den Naturwissenschaften nachzuweisen, während die Differenz im Leseverständnis in diesem Land - zu Gunsten der Mädchen - am geringsten ausfällt.
Im unserem Laendle, das ja ohnehin in der Bildunsgspolitik am
erfolgreichsten ist, scheinen Jungen nicht benachteiligt zu werden,
was offensichtlich dem gesamten Bildungsniveau hilft.
Maedchen scheinen bundesweit in Mathe & Naturwissenschaften
schlechter zu sein. Wie waer's mit eine T-Shirt "Girls are
Stupid - Throw Rocks at Them"?
Re: Sind Jungen in der Schule benachteiligt?
Ekki, Wednesday, 28.01.2004, 15:03 (vor 8045 Tagen) @ reinecke54
Als Antwort auf: Sind Jungen in der Schule benachteiligt? von reinecke54 am 28. Januar 2004 12:05:52:
Als Antwort ein Artikel aus GEO WISSEN
Gruß
Ekki
<hr>
BERICHT: GEO WISSEN Nr.26/Sept.2000 (1/8)
Neuer Mann - was nun?
Frauen sind benachteiligt, Männer privilegiert - stimmt das noch? Die Zweifel wachsen, weil Frauen mächtig aufholen. Und weil sich eine »Krise
der Männer« immer deutlicher abzeichnet.
von Christoph Kucklick
Es war einmal eine Wahrheit. Die lautete: Frauen - und nur Frauen - sind benachteiligt. Pauschal, global. Am nachdrücklichsten hat die französische Philosophin Simone de Beauvoir es vor 50 Jahren formuliert. Sie erfand jene griffige Formel, die bis heute auf Frauen gemünzt wird: "Le Deuxième Sexe", das zweite Geschlecht.
Die Wahrheit hat Konkurrenz bekommen. Durch die Wirklichkeit, in der vor allem die Frauen der Industrienationen einen beeindruckenden Aufstieg geschafft haben. Und durch neue Erkenntnisse über den Mann. Dem es bei weitem nicht so blendend geht, wie es das Klischee vom privilegierten Patriarchen suggeriert. Im Gegenteil: In den USA sorgt man sich längst um eine grassierende "Misere des Mannes". Experten wie Barney Brawer, Leiter des Projektes "Frauen-Psychologie, Jungen-Sozialisation und Kultur der Männlichkeit" an der Harvard University, rufen bereits zur Revolte gegen das nunmehr herrschende feministische Paradigma auf: "Vor unseren Augen spielt sich eine ungeheure Krise von Männern und Jungen ab, ohne dass wir sie sehen. Es hat weitreichende Verschiebungen in der Plattentektonik der Geschlechter gegeben; alles, was wir für wahr gehalten haben, muss überprüft werden."
Wie sehen die Kontinente von Mann und Frau nach dem "Geschlechterleben" der letzten Jahrzehnte heute tatsächlich aus?
Frauen können, so die Berliner Publizistin Katharina Rutschky, "als die eigentlichen Gewinner der Modernisierung in den westlichen Industriegesellschaften gelten". Besonders die jüngere Generation profitiert von verbesserten Lebenschancen.
Etwa in der Schule. Dort haben Mädchen ihre männlichen Klassenkameraden deutlich abgehängt. Als Faustformel gilt: Je anspruchsvoller der Schultyp, desto höher der Anteil der Mädchen. Bei Jugendlichen ohne Schulabschluss, Sonderschülern, Hauptschülern stellen Jungen die große Mehrheit. Auf den Gymnasien und den Fachschulen dominieren dagegen Mädchen, bei Studienanfängern herrscht nahezu Geschlechterparität. In puncto Leistung liegen Schülerinnen ebenfalls vorn, sie bringen die besseren Noten nach Hause: Jahr für Jahr bleiben mehr als doppelt so viele Jungen wie Mädchen sitzen.
Allerdings: Nachdem das Dogma von den diskriminierten Mädchen lange die schulpädagogische Debatte beherrschte, seien heute Studien über und Förderprogramme für Jungen dringend erforderlich, moniert etwa der Berliner Erziehungswissenschaftler Ulf Preuss-Lausitz: "Schulversagen ist vor allem ein Jungenproblem. Wer sich als Geschlechterforscher darum nicht kümmert, dem muss man sagen, dass er - oder sie - sich vor der wichtigsten schulischen Thematik drückt."
Jenseits der Klassenzimmer setzen sich die Nöte der Jungen fort. Sie sind die modernen Sorgenkinder. Sie leiden öfter unter Sprach-, Lese- und Schreibstörungen, sind häufiger geistig behindert, zeigen mehr Verhaltensauffälligkeiten. Sie sind doppelt so häufig Bettnässer wie Mädchen, stottern viermal so oft, und siebenmal wahrscheinlicher ist, dass bei einem Jungen das "Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom" (ADS) diagnostiziert wird. Was unter anderem zur Folge hat, dass mehr Jungen medikamentös "ruhig gestellt" werden. Auch die Gewalt, die sie - weit mehr als Mädchen - ausüben, stecken sie überwiegend selber ein: Jungen erleiden doppelt so oft wie gleichaltrige Mädchen Körperverletzungen und werden achtmal häufiger beraubt.
Es ist nicht leicht, heutzutage ein Mann zu werden. Und auch im Berufsleben haben Frauen ihre Position enorm verbessert. Ihr Anteil an der Erwerbstätigkeit ist in den letzten 40 Jahren in Deutschland von knapp 38 auf 43 Prozent gewachsen, in vielen anderen Ländern liegt er noch weit höher. Eine OECD-Studie prognostiziert für viele Industrienationen numerische Parität nach den nächsten 15 Jahren. Genauso viele Frauen wie Männer werden dann im Beruf stehen. Auch die Arbeitszeiten haben sich dem Bundesfamilienministerium zufolge angeglichen. Rechnet man (unbezahlte) Haus- und (bezahlte) Erwerbsarbeit zusammen, sind Männer ebenso wie Frauen hierzulande im Durchschnitt 50 Stunden pro Woche beschäftigt.
Insgesamt aber ist nach wie vor kaum etwas in modernen Gesellschaften derart nach Geschlechtern gegliedert wie die Arbeitswelt. Noch immer wählen die meisten weiblichen Lehrlinge klassische "Frauenberufe" wie Friseuse, Arzthelferin oder Verkäuferin, Studentinnen entscheiden sich bevorzugt für "weiche" Fächer wie Erziehungswissenschaften oder Psychologie. Und noch immer bleiben Männer bei ihren Leisten als Mechaniker, Schlosser, Elektriker und streben "harte", vielfach technische Studienfächer an. Vor allem Männer zeigen sich halsstarrig, in für das andere Geschlecht "typische" Berufe zu wechseln - eine unvernünftige Weigerung, denn solchen Berufen gehört die Zukunft.
Für die USA ermittelte das "Bureau of Labor", dass die am schnellsten expandierenden Gewerbe "weiblich" sind: Computer- und Datenverarbeitung, häusliche Pflege, Gesundheitsdienste, gewerbliche Dienstleistungen wie Kinderbetreuung. Für Deutschland hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hochgerechnet, dass bis zum Jahre 2010 bis zu 1,5 Millionen männliche Arbeiter ihren Job verlieren werden - viermal so viele wie Frauen. In den Dienstleistungsberufen könnten dagegen - je nach Szenario - Frauen deutlich mehr oder nur kaum weniger als Männer hinzugewinnen.
Die einstigen Malocher der Industriegesellschaft werden nicht mehr gebraucht, weil ihre Qualitäten vor allem: Muskelkraft - nicht mehr gefragt sind, und weil besser ausgebildete Frauen zunehmend mit ihnen konkurrieren. Folge: Der Anteil der Männer am gesamten Arbeitsmarkt sinkt stetig. Die Erwerbslosigkeit von Männern zwischen 25 und 45 Jahren hat sich in den letzten 30 Jahren in Deutschland verdreifacht; EU-weit nehmen heute 22 Prozent der Männer im Erwerbsalter nicht mehr am Arbeitsleben teil, 1968 waren es nur acht Prozent.
Die Beschäftigungskrise ist eine Krise der männlichen Identität. Männer verfügen nicht über allgemein akzeptierte Alternativen, die ihrem Leben jenseits der Erwerbsarbeit Sinn geben. Zugespitzt: Ein arbeitsloser Mann ist eine Plage, eine arbeitslose Frau ist Mutter oder Hausfrau. Joblosigkeit trifft Männer entsprechend härter, bis in körperliche Funktionen hinein, wie eine schwedische Studie zeigte: Entlassene produzieren vermehrt Cholesterin und Stresshormone, ihr Immunsystem wird offenbar geschwächt. In Frankreich entdeckten Soziologen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und wachsenden Suizidzahlen bei 15- bis 24-jährigen Männern.
Die Informations- und Servicegesellschaft erfordert Qualitäten, die Frauen aufgrund ihrer Sozialisation eher mitbringen als Männer: Talent für Kommunikation und Teamwork, Dienstleistungsbereitschaft, hohe soziale Kompetenz. Außerdem schwinden Vollzeit-Arbeitsplätze. Waren 1970 noch 83,6 Prozent aller Jobs wochenfüllend, so sind es heute nur rund 68 Prozent. Der Beruf auf Lebenszeit ist eine Sache der Vergangenheit, die Zukunft wird "Patchwork-Biografien" gehören: diskontinuierlichen Lebensläufen, die durch verschiedenste Tätigkeiten, Ausbildungen, Babypausen, Nachschulungen, "Sabbatjahre" gekennzeichnet sind. Auch dafür, sagen Berufsforscher, seien Frauen besser gewappnet. Rechnet man (unbezahlte) Haus- und (bezahlte) Erwerbsarbeit zusammen, sind Männer ebenso wie Frauen hierzulande im Durchschnitt 50 Stunden pro Woche beschäftigt.
Ein unaufhaltsamer Aufstieg der Frauen also? Endlich Gleichstand? Noch nicht ganz. Es halten sich hartnäckig weibliche Begrenzungen im Berufsleben, Problemzonen, die sich der Entwicklung bislang versperrt haben. Immerhin aber sind sie auf drei deutlich umrissene Felder zusammengeschrumpft: die Unvereinbarkeit von Karriere und Kind, die ungleiche Bezahlung und die mangelnde Präsenz von Frauen in Führungspositionen.
So besetzen Frauen weniger als fünf Prozent aller Chefposten in großen Unternehmen. Warum nicht mehr? Verbissenes Machogehabe in Vorständen? Weibliche Zögerlichkeit vor dem Gipfelsturm? Zum Teil. Eher aber eine Generationenfrage. Die machtbereite und gut ausgebildete Kohorte der 30- bis 45-jährigen Frauen hat noch nicht das passende Alter für den Sprung an die Spitze erreicht. Der Anteil der Frauen am mittleren Management etwa in den USA hat sich in nur 20 Jahren von vier auf 40 Prozent verzehnfacht - und es gibt kaum Grund anzunehmen, dass diese Dynamik vor den Chefetagen Halt machen wird. Denn wie Soziologen lehren, sind Funktionsträger in modernen Gesellschaften austauschbar und spielt das Geschlecht bei der Machtausübung keine Rolle: Birgit Breuel kann eine Expo ebenso schlecht organisieren wie ein Mann, Margaret Thatcher ebenso energisch Krieg führen wie Bill Clinton.
Spitzenpositionen locken junge Frauen offenbar weniger als ihre männlichen Konkurrenten: Einer Umfrage zufolge waren nur 28 Prozent der Frauen, aber 40 Prozent der Männer auf hohen sozialen Status erpicht. Für eine knappe Mehrheit der jungen deutschen Frauen, ermittelte das Institut für Demoskopie Allensbach, gilt zudem "Mutter mit Teilzeitbeschäftigung" als die attraktivste Lebensform - und nicht der Vorstandsvorsitz.
Auch das zweite Ärgernis, der geringere Durchschnittsverdienst von Frauen, beruht nicht allein auf patriarchaler Blockadetaktik. Der Bruttostundenlohn der Frauen liegt in Westdeutschland bei 76,9 Prozent der Männer (in Ostdeutschland: 89,9 Prozent).
Gemeinhin wird daraus geschlossen, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld bekommen. Das aber stimmt nicht, wie eine Untersuchung des Statistischen Bundesamtes ergab: Bei vergleichbarer Qualifikation, Tätigkeit und Berufserfahrung verdienen die meisten Frauen auch etwa gleich viel. Der Abstand im Durchschnittseinkommen ergibt sich vor allem daraus, dass a) Frauen eher in Branchen mit insgesamt niedrigerem Lohnniveau arbeiten, sie b) häufiger Teilzeitstellen besetzen und sie c) aufgrund von Babypausen meist weniger Berufsjahre vorweisen oder nach dem Wiedereinstieg oft viel schlechtere Beförderungschancen haben. Der schlechte Durchschnittslohn spiegelt also vor allem die Unvereinbarkeit von Kind und Karriere.
Hier hat sich nicht viel getan. Noch immer fehlen Kindergärten, noch immer bieten Arbeitgeber nur wenige familien-freundliche, flexible Arbeitsmodelle an. Zudem nehmen nur 1,5 Prozent der deutschen Männer den Erziehungsurlaub wahr, ein Wert, der sich seit 1987 zwar verdoppelt hat, aber Gleichstellungsbeauftragte immer noch verstört. Nicht allein Unlust oder Desinteresse allerdings hält viele Männer ab, sich eine Zeit lang exklusiv ihrem Baby zu widmen, sondern ein "komplexes Begründungsgebilde", wie es in einer repräsentativen Studie der Universität Bamberg heißt. Demnach bestimmen "in erster Linie finanzielle Kalküle die Entscheidung zwischen Partnern", Erziehungsurlaub wird zum "Rechenbeispiel". Da meist der Mann mehr verdient, einigen sich die Partner oft auf die klassische Rollenverteilung.
In Norwegen, zum Beispiel, nehmen 80 Prozent aller Väter mindestens vier Wochen Kinderpause - weil sonst der Anspruch auf den großzügig bemessenen Erziehungsurlaub teilweise verfällt. Und da Väter nicht mehr exotisch wirken, wenn das fast alle Männer tun, nehmen 13 Prozent der Norweger dann auch eine längere Auszeit, Tendenz steigend.
Die Regelung in dem skandinavischen Land soll ausdrücklich das Recht der Väter auf Kontakt zu ihren Kindern stärken. In Deutschland aber wird die Debatte vor allem mit Blick auf die Frauen geführt, obwohl unbestritten ist, dass die Diskriminierung in beide Richtungen wirkt: Der wirtschaftliche Druck benachteiligt die Mütter in der Arbeitswelt - und die Väter in den Familien.
Die Bamberger Forscher verweisen jedoch ausdrücklich auf jenes Drittel deutscher Männer, das sich prinzipiell gegen jede Beteiligung am Erziehungsurlaub wehrt. Das sei ein Indiz für die ungebrochene Macht der Tradition, dafür, "wie stark die gesellschaftlich überkommenen Rollen von Müttern und Vätern wirken".
Die aber richten sich keineswegs nur gegen die Frauen. Immer deutlicher wird, dass die überkommenen männlichen Rollenerwartungen vor allem einer Gruppe schadet: den Männern selbst. Erst allmählich werden die Lebensumstände von Männern in westlichen Industriestaaten systematisch erforscht. Doch je mehr bekannt wird, desto weniger privilegiert erscheinen die "Paschas", desto weniger Neid vermögen sie zu erwecken. Einige Eckdaten der "Männerkrise":
Männer leben weniger lange als Frauen - in Deutschland und den meisten anderen Industrieländern durchschnittlich um rund sieben Jahre;
Männer sind - alles in allem - öfter krank als Frauen;
Männer begehen dreimal häufiger Suizid als Frauen, im Alter von 20 bis 25 Jahren sogar mehr als viermal so oft;
Männer sind das Gewaltgeschlecht. Als Täter - und als Opfer. Rund 84 Prozent aller verurteilten Straftäter sind Männer. Und weil sie öfter schwerere Delikte verüben, also auch härter bestraft werden als Frauen, stellen sie 96 Prozent aller Gefängnisinsassen. Auch das Risiko, Opfer zu werden, ist bei praktisch allen Delikten für Männer weitaus höher (Ausnahme: Sexualstraftaten);
83 Prozent aller Arbeitsunfälle - und fast 95 Prozent der tödlichen - treffen Männer, weil fast ausschließlich Männer in gefährlichen Jobs arbeiten;
Männer leiden überdurchschnittlich oft an Alkohol- oder Drogensucht;
schätzungsweise 70 Prozent aller Obdachlosen sind Männer.
"Mannsein ist eine hochriskante Lebensform", kommentiert Walter Hollstein, Professor für Politische Soziologie in Berlin. Denn was einen Mann landläufig zum Mann macht, schadet ihm zugleich: gefährliche Jobs, Rauchen, Trinken, riskanter Sport, Aggressivität, Gewaltneigung - Verhaltensmuster, denen Männer sich fügen, um gesellschaftlich als "ganze Kerle" zu gelten.
In Wirklichkeit laufen die Männer heutzutage in eine Falle: Sie eichen sich auf Erfolg, Leistung, Macht, Karriere, Konkurrenz - mit allen negativen Konsequenzen für die Lebensqualität: Entfernung von der Familie, soziale Vereinsamung, schlechte Gesundheit, Sinnkrisen.
Das wichtigste Paradigma des Feminismus war: Frauen werden nicht geboren, sondern durch ihr kulturelles Umfeld gemacht. Für Männer wäre das gleiche zu sagen. "Schließlich nehmen sie", so Hollstein, "nicht aus angeborener Dummheit selbstzerstörerische Bilder von Männlichkeit an, sondern weil bestehende Gesellschaftsstrukturen sie dazu zwingen und diesen Zwang auch noch honorieren." Der amerikanische "Maskulinist" Warren Farrell spricht daher von einer "bisexistischen Welt": Sie diskriminiert beide Geschlechter gleichermaßen - auf unterschiedlichen Feldern und mit unterschiedlichen Mitteln.
Wie die "Produktion" von Männern funktioniert, zeichnet sich immer deutlicher ab. Der amerikanische Anthropologe David Gilmore hat in einer weltumspannenden Studie die Konzepte von Männlichkeit in zahlreichen Gesellschaften untersucht. Gemeinsam ist allen, dass Mannsein hart erkämpft werden muss, es stets "unsicher und prekär ist, eine Auszeichnung, die man gewinnen oder erobern muss". Zum Test der Männlichkeit unterziehen viele Kulturen ihre Jungen brutalen Initiationsriten.
Die wichtigste Lektion sei, so Gilmore, in allen Gesellschaften stets: "Um zum Mann zu werden, müssen Männer die Tatsache akzeptieren, dass sie entbehrlich sind." Männer werden von jeher getrimmt, ihre eigenen Bedürfnisse einzuschränken, ihr Leben gering zu achten, es notfalls für andere einzusetzen, wie es etwa das Kommando "Frauen und Kinder zuerst" auf einem sinkenden Schiff nahe legt. Alle Erziehung zielt auf diese Selbstaufgabe, und der Katalog männlicher Imperative - Sei hart! Beiß dich durch! Weine nicht! - ist ein ins Heroische gewendeter Befehl zur eigenen Abwertung.
Darin besteht der tiefere Zusammenhang zwischen Selbstbild und Selbstzerstörung der Männer. Sie werden angehalten, ihre Existenz aufs Spiel zu setzen: im Beruf, im Krieg, um zu retten, um zu verteidigen, um zu ernähren. Männliche Rituale auf Schulhöfen, auf Sportplätzen, in der Armee dienen, vor allem dazu, die Bereitschaft zur Selbstaufopferung wachzuhalten und das zugleich durch eine lärmende Unerschrockenheit zu artikulieren. Das Patriarchat mag viel zerstören - vor allem aber seine Söhne.
Wie tief diese archaische Haltung ins kollektive Unterbewusstsein gebrannt ist, zeigt sich heute noch etwa an der Bundeswehr. Denn die Wehrpflicht ausschließlich für Männer ist ein offensichtlicher Sexismus: Nur junge Männer sind gezwungen, ihren Körper dem Staat zur Verfügung zu stellen, nur sie werden auf ihre Bereitschaft hin gemustert, notfalls für die Gemeinschaft zu sterben. Weigern sie sich, sowohl beim Bund als auch beim Zivildienst zu dienen, können sie kriminalisiert und eingesperrt werden.
Die Sozialisation von Jungen zielt vor allem auf deren emotionale und soziale Einschränkung. Während die Erziehung der Mädchen auch dank feministischer Aufklärung vielfältiger geworden ist und "typisch männliche" Verhaltensmuster zulässt und fördert, ist die Sozialisation der Jungen stehen geblieben, wie der Harvard-Psychologe William Pollack beobachtet hat: "Für den Umgang mit Jungen hat noch immer jener Verhaltenscodex Gültigkeit, der auf Vorstellungen aus dem 19. Jahrhundert zurückgeht. Seine Wurzeln reichen so tief, dass niemand gegen ihn immun ist und er unsere ganze Gesellschaft durchdringt."
Die Mechanismen sind subtil und setzen gleich nach der Geburt ein. Weibliche Babys haben im Durchschnitt einen Reifungsvorsprung und sind kräftiger als ihre männlichen Pendants. Fragt man aber die Väter, wer ihrer Meinung nach kräftiger sei, so antworten die allermeisten: die Jungen. Weil sie es einfach von ihnen erwarten.
Entsprechend spielen Eltern gröber und härter mit ihren Jungen; Mütter reduzieren bei ihnen viel früher als bei Mädchen Körperkontakt und Zärtlichkeiten; sie sanktionieren "geschlechtsuntypisches Verhalten" bei Jungen härter: Spielt ein Junge mit Puppen, schreiten sie meist energisch ein, spielt ein Mädchen mit Autos, gilt das als progressiv; sie sprechen mit Mädchen viel häufiger über Gefühle und zeigen ihnen ein weiteres Spektrum an Empfindungen, während sie auf die Gefühlsäußerungen ihrer Söhne auffällig wenig, bei negativen Gefühlen oft überhaupt nicht eingehen. Das Ergebnis? In den Worten von William Pollack: Ein "Halbwesen" mit einer aufgeblasenen "heroischen Hälfte", das zugleich gefangen ist in einer emotionalen "Zwangsjacke".
Im Verlauf der Adoleszenz wird das männliche Grundmuster dann verfestigt: die eigene Innenwelt missachten, die Außenwelt erobern. Eltern fordern, Schulkameraden hänseln, Mädchen necken, und bei allem ist das größte Problem der Jungen, dass sie keine Probleme haben dürfen - wie es das Kultbuch der deutschen Jungenforschung, "Kleine Helden in Not", formuliert. Meist gewinnen sie lediglich durch Aggression Respekt, und nur durch Härte Anerkennung - notfalls um jeden Preis. Auch wenn der längst zu hoch ist.
Kein Wunder, dass sich Zweifel an den Verhaltensvorgaben durch die Männerwelt frisst. 37 Prozent aller deutschen Männer erklärten sich bei einer großen Umfrage im Jahre 1999 für "unsicher". Besonders bedrohlich erscheint, dass auch der letzte Stützpfeiler positiver männlicher Identität ins Wanken gerät: die Vaterschaft. Und das aus den unterschiedlichsten Gründen: Der Staat tritt zunehmend als Ersatz-Ehemann auf, indem er vaterlose Familien alimentiert; viele schlecht ausgebildete oder arbeitslose Männer trauen sich überhaupt nicht mehr zu, eine Familie zu ernähren; andere Väter flüchten vor der Verantwortung, wieder andere werden von ihren Frauen aus dem Haus gejagt.
Zynisch könnte man sagen, dass in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur Frauen, sondern vor allem Männer "befreit" wurden: von Jobs, von der Vaterschaft, von ihrem klassischen Selbstverständnis. "Das Prinzip Mann", so stellt der Schriftsteller Peter Schneider bündig fest, "verschwindet"; der Mann, sekundiert der Anthropologe Lionel Tiger, wird zum "Auslaufmodell".
Was an dessen Stelle treten soll, ist unklar. Vermutlich wird die maskuline Emanzipation zäher verlaufen als die feminine: Anders als Frauen bietet sich Männern kein klar definiertes Feindbild. Der Gegner sind immer auch sie selbst und ihre eigenen Verhaltensweisen. Aber eine Lösung für das männliche Identitätsproblem wird die Gesellschaft finden müssen. Sonst werden, worauf die Feministin Susan Faludi hingewiesen hat, vor allem unbeschäftigte, familienlose Männer zu einem wachsenden Problem der Gemeinschaft, weil sie zu Gewalt neigen und wenig produktiv sind.
Die veränderte Wertigkeit von Mann und Frau fließt bereits in die Familienplanung ein. Das belegt eine Studie des Rostocker Max-Planck-Instituts für demographische Forschung. Mit ihr wurde anhand der Geburtenfolge in Familien untersucht, ob sich deutsche Mütter eher Söhne oder Töchter wünschen. In der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts lag die Präferenz eindeutig auf Jungen; weil diese, so vermutlich das Kalkül, als finanzielle Versorger der Eltern im Alter gebraucht wurden. Seit der Sozialstaat diese Rolle weithin übernommen hat und Frauen zudem gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, wünschen sich Mütter eher Töchter.
Nach Lage der Dinge haben Mütter den richtigen Riecher. Ein Junge, ein Mann in spe - das könnte heute in der Tat die schlechtere Wahl sein. In jedem Fall: eine schwierige.
Re: Sind Jungen in der Schule benachteiligt?
Christoph, Wednesday, 28.01.2004, 22:21 (vor 8044 Tagen) @ Ekki
Als Antwort auf: Re: Sind Jungen in der Schule benachteiligt? von Ekki am 28. Januar 2004 13:03:54:
Dieser Text geistert jetzt schon seit etlichen Jahren quer durchs gesamte deutschsprachige Internet. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich schon über ihn gestolpert bin.
Nun, ich muß sagen, ich nehme ihn immer wieder mit gemischten Gefühlen auf. Ich habe nämlich ein wenig das Gefühl, daß dieser Kucklick einer von der ganz schlauen Sorte ist oder sich das zumindest einbildet. Ich habe nämlich den Eindruck, daß er die Wurst von beiden Seiten her anschneiden will. Soll heißen, daß er sich - weils schick ist - einerseits an der derzeit laufenden Männerverteufelung beteiligt und sich auf der anderen Seite gleichzeit als Männerrechtler aufspielt - gewissermaßen um vorzusorgen, wenn es mal andersrum kommt. Ich will mal versuchen, das anhand von ein paar Textbeispielen zu belegen.
Frauen sind benachteiligt, Männer privilegiert - stimmt das noch? Die >Zweifel wachsen, weil Frauen mächtig aufholen.
Soweit kann man auf jeden Fall mal zustimmen.
Und weil sich eine »Krise
der Männer« immer deutlicher abzeichnet.
Hier beginnt sich bereits ein bitterer Beigeschmack einzustellen. Diese abgenudelte, ausgelutschte, abgedroschene Phrase von einer angeblichen Krise des Mannes - ich kann sie nicht mehr hören! Ich kann sie nicht mehr hören! Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr mir dieser Spruch bereits auf das Geschlechtsteil geht. Einfach weil er bösartig, gehässig und unsachlich verpauschalierend ist. Viele Männer, die tagtäglich bemüht sind, beruflich und privat ihr Bestes zu geben, werden dadurch samt und sonders als Schlappschwänze, Nieten und Versagen abqualifiziert. Widerlich!
Es war einmal eine Wahrheit. Die lautete: Frauen - und nur Frauen - sind >benachteiligt. Pauschal, global.
Hier wieder Zustimmung.
Die Wahrheit hat Konkurrenz bekommen. Durch die Wirklichkeit, in der vor >allem die Frauen der Industrienationen einen beeindruckenden Aufstieg >geschafft haben.
Das mag sachlich stimmen. Was allerdings die Formulierungen betrifft, so habe ich das Gefühl, daß er sich hier wieder bei den sogenannten "Powerfrauen" einschleimen will. Ich glaube unterschwenglich spielt hier ein bißchen dieses abgedroschene Klischee mit, das Matussek vor Jahren in seinem genialen Spiegelartikel angegriffen hat: "Frauen sind alle großartig, Männer Triebtäter mit Erbsenhirnen. Frauen sind alle im Aufsteigen begriffen, Männer gehen geschlossen den Bach herunten."
Und durch neue Erkenntnisse über den Mann. Dem es bei weitem nicht so >blendend geht, wie es das Klischee vom privilegierten Patriarchen >suggeriert.
Wieder Zustimmung. Das ist irgendwie so ein Heiß-Kalt-Bad.
Frauen können, so die Berliner Publizistin Katharina Rutschky, "als die >eigentlichen Gewinner der Modernisierung in den westlichen >Industriegesellschaften gelten". Besonders die jüngere Generation >profitiert von verbesserten Lebenschancen.
Etwa in der Schule. Dort haben Mädchen ihre männlichen Klassenkameraden >deutlich abgehängt. Als Faustformel gilt: Je anspruchsvoller der >Schultyp, desto höher der Anteil der Mädchen. Bei Jugendlichen ohne >Schulabschluss, Sonderschülern, Hauptschülern stellen Jungen die große >Mehrheit. Auf den Gymnasien und den Fachschulen dominieren dagegen >Mädchen, bei Studienanfängern herrscht nahezu Geschlechterparität. In >puncto Leistung liegen Schülerinnen ebenfalls vorn, sie bringen die >besseren Noten nach Hause: Jahr für Jahr bleiben mehr als doppelt so >viele Jungen wie Mädchen sitzen.
Allerdings: Nachdem das Dogma von den diskriminierten Mädchen lange die >schulpädagogische Debatte beherrschte, seien heute Studien über und >Förderprogramme für Jungen dringend erforderlich, moniert etwa der >Berliner Erziehungswissenschaftler Ulf Preuss-Lausitz: "Schulversagen ist >vor allem ein Jungenproblem. Wer sich als Geschlechterforscher darum >nicht kümmert, dem muss man sagen, dass er - oder sie - sich vor der >wichtigsten schulischen Thematik drückt."
Jenseits der Klassenzimmer setzen sich die Nöte der Jungen fort. Sie sind >die modernen Sorgenkinder. Sie leiden öfter unter Sprach-, Lese- und >Schreibstörungen, sind häufiger geistig behindert, zeigen mehr >Verhaltensauffälligkeiten. Sie sind doppelt so häufig Bettnässer wie >Mädchen, stottern viermal so oft, und siebenmal wahrscheinlicher ist, >dass bei einem Jungen das "Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom" (ADS) >diagnostiziert wird. Was unter anderem zur Folge hat, dass mehr Jungen >medikamentös "ruhig gestellt" werden. Auch die Gewalt, die sie - weit >mehr als Mädchen - ausüben, stecken sie überwiegend selber ein: Jungen >erleiden doppelt so oft wie gleichaltrige Mädchen Körperverletzungen und >werden achtmal häufiger beraubt.
Auch hier muß man sagen: Sehr gut, daß er daß entgegen dem herrschenden Zeitgeist einmal sehr deutlich zur Sprache gebracht hat.
Vor allem Männer zeigen sich halsstarrig, in für das andere >Geschlecht "typische" Berufe zu wechseln - eine unvernünftige Weigerung, >denn solchen Berufen gehört die Zukunft.
Das muß man, glaube ich, sehr viel differenzierter sehen, was den Vorwurf der angeblichen Halsstarrigkeit betrifft. Instinktiv weigere ich mich dagegen, den bösen, bösen Männern die Schuld dafür allein in die Schuhe zu schieben. Ich glaube, da sollte man sehr genau untersuchen, inwieweit da nicht auch Frauen mit beteiligt sind. Die Welt ist nicht schwarz und weiß.
Und dann habe ich mit dieser Aussage insofern ein wenig ein Problem, da ich sie für eine unreflektierte Anbiederung an das feministische Dogma Die-Zukunft-ist-weiblich halte.
Für die USA ermittelte das "Bureau of Labor", dass die am schnellsten >expandierenden Gewerbe "weiblich" sind:
Was ich eben geschrieben habe. Das übliche "Die Zukunft ist weiblich"-Gewäsch.
Die einstigen Malocher der Industriegesellschaft werden nicht mehr gebraucht, weil ihre Qualitäten vor allem: Muskelkraft - nicht mehr gefragt sind,
Na, na, na, hier wirds aber wirklich unsachlich. Diese ebenfalls schon sehr abgedroschene Phrase von den in Zukunft angeblich nicht mehr benötigten männlichen Berufen regt mich inzwischen gewaltig auf. Jede Arbeitsmarktstatistik belegt ja wohl das Gegenteil! Extrem gefährliche, anstrengende oder schmutzige Berufe werden nach wie vor zu einem übergroßen Teil von Männern wahrgenommen! Wer rackert sich denn in Kanalisationen, bei der Müllabfuhr, auf Bohrinseln oder unter Tage ab und büßt dabei oftmals einen Teil seiner Gesundheit ein? Wer riskiert in Autobahnmeistereien nahezu täglich, bei seiner Arbeit überrollt zu werden? Wer marschiert denn bei der Feuerwehr ohne Rücksicht auf das eigene Leben oder die eigene Gesundheit geradewegs in brennende Häuser hinein, um Menschenleben zu retten? Wer riskiert in Munitionsentschärfungskommandos und Anti-Terror-Einheiten, bei jedem Einsatz durch die Tat eines Irren sein Leben zu verlieren? Das sind größtenteils Männer! (In Bezug auf diese Tatsache und darauf, daß die höhere Zahl von Arbeitsunfällen unter Männern von Pseudo-Feministinnen seit einiger Zeit in zynischer Weise als Zeichen für die Blödheit von Männern gewertet wird, kursiert in Männerrechtskreisen seit einiger Zeit ja schon der Witz von der feministischen Unternehmerin, welche räsoniert, daß in ihrer Modeboutique noch niemals eine Angestellte von einem umkippenden Bulldozer zerquetscht worden sei, was ohne Frage auf die geistige Überlegenheit von Frauen zurückführen sei.)
Das soll nicht heißen, daß zu einem Teil dieser Arbeiten Frauen nicht ebenso in der Lage wären bzw. würde es an dieser Stelle zu weit führen, darüber zu spekulieren, warum das nach wie vor hauptsächlich Männerdomänen sind. Das sei jetzt mal dahingestellt. Mir war es nur einmal wichtig, festzuhalten, daß es eine Reihe von gesellschaftlich wichtigen, aber äußerst undankbaren Berufsfeldern gibt, in welchen fast ausschließlich Männer tätig sind und daß es fast schon eine menschenverachtende Perversion ist, diese ohnehin schon unbedankten, entbehrungsreichen Jobs auch noch als 'überflüssig' und 'aussterbend' zu beschimpfen.
Der Anteil der Männer am gesamten Arbeitsmarkt sinkt stetig. Die >Erwerbslosigkeit von Männern zwischen 25 und 45 Jahren hat sich in den >letzten 30 Jahren in Deutschland verdreifacht; EU-weit nehmen heute 22 >Prozent der Männer im Erwerbsalter nicht mehr am Arbeitsleben teil, 1968 >waren es nur acht Prozent.
Hier wieder volle Zustimmung, dafür daß er sich traut, das lange tabuisierte Problem der männlichen Arbeitslosigkeit beim Namen zu nennen.
Die Informations- und Servicegesellschaft erfordert Qualitäten, die >Frauen aufgrund ihrer Sozialisation eher mitbringen als Männer: Talent >für Kommunikation und Teamwork, Dienstleistungsbereitschaft, hohe soziale >Kompetenz.
Frauen sind ja alle sooooo sozial, blablabla, das kennen wir auch schon das Geschwafel ...
Außerdem schwinden Vollzeit-Arbeitsplätze. Waren 1970 noch 83,6 Prozent >aller Jobs wochenfüllend, so sind es heute nur rund 68 Prozent. Der Beruf >auf Lebenszeit ist eine Sache der Vergangenheit, die Zukunft >wird "Patchwork-Biografien" gehören: diskontinuierlichen Lebensläufen, >die durch verschiedenste Tätigkeiten, Ausbildungen, Babypausen, >Nachschulungen, "Sabbatjahre" gekennzeichnet sind. Auch dafür, sagen >Berufsforscher, seien Frauen besser gewappnet.
Dieser Zusammenhang, also warum Frauen dafür angeblich besser geeignet seien sollen, leuchtet mir überhaupt nicht ein. Wenn ich hier jetzt aufzählen würden, wo ich mich beruflich schon alles herumgetrieben habe, da würde das Forum explodieren ...
Ein unaufhaltsamer Aufstieg der Frauen also? Endlich Gleichstand? Noch >nicht ganz. Es halten sich hartnäckig weibliche Begrenzungen im >Berufsleben, Problemzonen, die sich der Entwicklung bislang versperrt >haben. Immerhin aber sind sie auf drei deutlich umrissene Felder >zusammengeschrumpft: die Unvereinbarkeit von Karriere und Kind, die >ungleiche Bezahlung und die mangelnde Präsenz von Frauen in >Führungspositionen.
Diese angeführten Punkte könnte man im einzelnen durchaus auch noch hinterfragen, aber ich will mein Post nicht so sehr in die Länge gehen lassen.
Birgit Breuel kann eine Expo ebenso schlecht organisieren wie ein Mann, >Margaret Thatcher ebenso energisch Krieg führen wie Bill Clinton.
Fast revolutionär. Hier wagt es doch tatsächlich mal jemand zu sagen - noch dazu ein Mann - daß Frauen auch unfähig oder böse sein können. Wo Frauen doch sonst immer überirdische Wesen sind. Also, dieser Kucklick ist eine seltsame Mischung.
Spitzenpositionen locken junge Frauen offenbar weniger als ihre >männlichen Konkurrenten: Einer Umfrage zufolge waren nur 28 Prozent der >Frauen, aber 40 Prozent der Männer auf hohen sozialen Status erpicht. Für >eine knappe Mehrheit der jungen deutschen Frauen, ermittelte das Institut >für Demoskopie Allensbach, gilt zudem "Mutter mit Teilzeitbeschäftigung[/link]als die attraktivste Lebensform - und nicht der Vorstandsvorsitz.
Auch ziemlich revolutionär.
Gemeinhin wird daraus geschlossen, dass Frauen für die gleiche Arbeit >weniger Geld bekommen. Das aber stimmt nicht, wie eine Untersuchung des >Statistischen Bundesamtes ergab: Bei vergleichbarer Qualifikation, >Tätigkeit und Berufserfahrung verdienen die meisten Frauen auch etwa >gleich viel. Der Abstand im Durchschnittseinkommen ergibt sich vor allem >daraus, dass a) Frauen eher in Branchen mit insgesamt niedrigerem >Lohnniveau arbeiten, sie b) häufiger Teilzeitstellen besetzen und sie c) >aufgrund von Babypausen meist weniger Berufsjahre vorweisen oder nach dem >Wiedereinstieg oft viel schlechtere Beförderungschancen haben. Der >schlechte Durchschnittslohn spiegelt also vor allem die Unvereinbarkeit >von Kind und Karriere.
Ebenfalls ziemlich mutig, diesbezüglich herrschende Dogmen zu hinterfragen.
Hier hat sich nicht viel getan. Noch immer fehlen Kindergärten, noch >immer bieten Arbeitgeber nur wenige familien-freundliche, flexible >Arbeitsmodelle an.
Kann man unkommentiert zustimmen.
In Norwegen, zum Beispiel, nehmen 80 Prozent aller Väter mindestens vier >Wochen Kinderpause - weil sonst der Anspruch auf den großzügig bemessenen >Erziehungsurlaub teilweise verfällt. Und da Väter nicht mehr exotisch >wirken, wenn das fast alle Männer tun, nehmen 13 Prozent der Norweger >dann auch eine längere Auszeit, Tendenz steigend.
Na, ihr feministischen Politikerinnen und Politiker, warum führt ihr dann nicht das norwegische Modell ein? Dann habt ihr genau das, was ihr immer fordert. Ihr habt wohl Angst, daß euch das Feindbild Mann abhanden kommt, weil ihr dann nicht mehr wißt, auf wen ihr eure Unfähigkeit abwälzen könnt?
Die Regelung in dem skandinavischen Land soll ausdrücklich das Recht der >Väter auf Kontakt zu ihren Kindern stärken. In Deutschland aber wird die >Debatte vor allem mit Blick auf die Frauen geführt, obwohl unbestritten >ist, dass die Diskriminierung in beide Richtungen wirkt: Der >wirtschaftliche Druck benachteiligt die Mütter in der Arbeitswelt - und >die Väter in den Familien.
Auch das mußte mal gesagt werden.
Einige Eckdaten der "Männerkrise":
Mein schwerwiegendes Gewäsch von einer angeblichen Männerkrise habe ich ja schon geschildert.
Männer leben weniger lange als Frauen - in Deutschland und den meisten >anderen Industrieländern durchschnittlich um rund sieben Jahre;
Männer sind - alles in allem - öfter krank als Frauen;
Männer begehen dreimal häufiger Suizid als Frauen, im Alter von 20 bis >25 Jahren sogar mehr als viermal so oft;
Männer sind das Gewaltgeschlecht. Als Täter - und als Opfer. Rund 84 >Prozent aller verurteilten Straftäter sind Männer. Und weil sie öfter >schwerere Delikte verüben, also auch härter bestraft werden als Frauen, >stellen sie 96 Prozent aller Gefängnisinsassen. Auch das Risiko, Opfer zu >werden, ist bei praktisch allen Delikten für Männer weitaus höher (Ausnahme: Sexualstraftaten);
83 Prozent aller Arbeitsunfälle - und fast 95 Prozent der tödlichen - >treffen Männer, weil fast ausschließlich Männer in gefährlichen Jobs >arbeiten;
Männer leiden überdurchschnittlich oft an Alkohol- oder Drogensucht;
schätzungsweise 70 Prozent aller Obdachlosen sind Männer.
Höre ich bei all diesen Punkten eine gewisse Gehässigkeit des Autors heraus? Und bei dem Punkt mit den Arbeitsunfällen kann ich nur auf das bereits weiter oben geschriebene mit den angeblich nicht mehr benötigten "männlichen" Berufen verweisen. Vor allem Männer müssen sich in sehr schmutzigen, gefährlichen und gesundheitsschädlichen Berufen abrackern. Diese Berufe besitzen darüber hinaus oftmals noch ein sehr geringes soziales Ansehen. Und weil sie dadurch eine geringere Lebenserwartung haben und öfters krank werden, müssen sie sich noch mit dem Scheiß mit der "Männerkrise" anrüpeln lassen? Das ist ja widerlich! Pfui Teufel!
"Mannsein ist eine hochriskante Lebensform", kommentiert Walter >Hollstein, Professor für Politische Soziologie in Berlin. Denn was einen >Mann landläufig zum Mann macht, schadet ihm zugleich: gefährliche Jobs, >Rauchen, Trinken, riskanter Sport, Aggressivität, Gewaltneigung - >Verhaltensmuster, denen Männer sich fügen, um gesellschaftlich als "ganze >Kerle" zu gelten.
Mag sicher stimmen. Aber sind da nicht zum Teil auch die Frauen dran schuld, indem sie sich zu solchen Kerlen hingezogen fühlen?
In Wirklichkeit laufen die Männer heutzutage in eine Falle: Sie eichen >sich auf Erfolg, Leistung, Macht, Karriere, Konkurrenz - mit allen >negativen Konsequenzen für die Lebensqualität: Entfernung von der >Familie, soziale Vereinsamung, schlechte Gesundheit, Sinnkrisen.
Na ja, das kann man so auch nicht verallgemeinern.
Wie die "Produktion" von Männern funktioniert, zeichnet sich immer >deutlicher ab. Der amerikanische Anthropologe David Gilmore hat in einer >weltumspannenden Studie die Konzepte von Männlichkeit in zahlreichen >Gesellschaften untersucht. Gemeinsam ist allen, dass Mannsein hart >erkämpft werden muss, es stets "unsicher und prekär ist, eine >Auszeichnung, die man gewinnen oder erobern muss". Zum Test der >Männlichkeit unterziehen viele Kulturen ihre Jungen brutalen >Initiationsriten.
Die wichtigste Lektion sei, so Gilmore, in allen Gesellschaften >stets: "Um zum Mann zu werden, müssen Männer die Tatsache akzeptieren, >dass sie entbehrlich sind." Männer werden von jeher getrimmt, ihre >eigenen Bedürfnisse einzuschränken, ihr Leben gering zu achten, es >notfalls für andere einzusetzen, wie es etwa das Kommando "Frauen und >Kinder zuerst" auf einem sinkenden Schiff nahe legt. Alle Erziehung zielt >auf diese Selbstaufgabe, und der Katalog männlicher Imperative - Sei >hart! Beiß dich durch! Weine nicht! - ist ein ins Heroische gewendeter >Befehl zur eigenen Abwertung.
Darin besteht der tiefere Zusammenhang zwischen Selbstbild und >Selbstzerstörung der Männer. Sie werden angehalten, ihre Existenz aufs >Spiel zu setzen: im Beruf, im Krieg, um zu retten, um zu verteidigen, um >zu ernähren. Männliche Rituale auf Schulhöfen, auf Sportplätzen, in der >Armee dienen, vor allem dazu, die Bereitschaft zur Selbstaufopferung >wachzuhalten und das zugleich durch eine lärmende Unerschrockenheit zu >artikulieren. Das Patriarchat mag viel zerstören - vor allem aber seine >Söhne.
Kritik daran lasse ich mir bis zu einem gewissen Punkt sicherlich einreden.
Wie tief diese archaische Haltung ins kollektive Unterbewusstsein >gebrannt ist, zeigt sich heute noch etwa an der Bundeswehr. Denn die >Wehrpflicht ausschließlich für Männer ist ein offensichtlicher Sexismus: >Nur junge Männer sind gezwungen, ihren Körper dem Staat zur Verfügung zu >stellen, nur sie werden auf ihre Bereitschaft hin gemustert, notfalls für >die Gemeinschaft zu sterben. Weigern sie sich, sowohl beim Bund als auch >beim Zivildienst zu dienen, können sie kriminalisiert und eingesperrt >werden.
Volle Zustimmung!
Anders als Frauen bietet sich Männern kein klar definiertes Feindbild. >Der Gegner sind immer auch sie selbst und ihre eigenen Verhaltensweisen.
Nein, nein, nein. Ganz so simpel ist es nicht. Klar definierte Feindbilder gibt es durchaus. Etwa jene biologistischen Ar......... und Faschistenschweine, die diesen unhaltbaren Y-Chromosom-Unsinn faseln. Diese Metrosexualitätsspinner, die diesen Unsinn labern von wegen der Mann soll seine weibliche Seite ausleben und so einen Schwachsinn. Die Aufzählung könnte ich noch eine Weile fortsetzen.
... wünschen sich Mütter eher Töchter.
Nach Lage der Dinge haben Mütter den richtigen Riecher. Ein Junge, ein >Mann in spe - das könnte heute in der Tat die schlechtere Wahl sein. In >jedem Fall: eine schwierige.
Ich kann nur hoffen, daß er diese Geschmacklosigkeit in allererster Linie auf sich bezieht.
Re: Sind Jungen in der Schule benachteiligt? JA!
Bruno, Wednesday, 28.01.2004, 16:12 (vor 8045 Tagen) @ reinecke54
Als Antwort auf: Sind Jungen in der Schule benachteiligt? von reinecke54 am 28. Januar 2004 12:05:52:
Maedchen scheinen bundesweit in Mathe & Naturwissenschaften
schlechter zu sein. <
...Nein. Sieh nach in der PISA-Studie unter geschlechtsspeziofische Unterschiede (mit Google gbts da verschiedene Angebote).
In Deutschland: In Naturwissenschaften kein signifikanter Unterschied.
In Mathematik die Jungen besser
Im Lesen die Jungen erheblich schlechter.
Da in allen PISA-.Ländern die Jungen wesentlich schlechter sind als die Mädchen, betont PISA, dass die größeren Probleme der Jungen eine beondere bildungspolitische Herausforderung darstellten. Kümmern tut´s offensichtlich kaum jemand.
Du kannst natürlich auch den Gender Mainstreaming Ansatz nehmen. Schau mal nach, wie hoch der Anteil der Jungenateil in Gymnasien, der Hauptschulen und der Schulabrecheranteil der Jungen ist. (z.B. "Mädchen und Jungen in der Schule" von der GEW). Nach Gender mainstreaming eine klare Geschlechterdifferenz, deren Ursache erforscht und bekämpft werden müsste. In der Realität freuen sich alle über die besseren Leistungen der Mädchen und das war´s dann.
Zurück zu PISA:
Zitat aus http://www1.oecd.org/deutschland/Dokumente/pisasummary.doc
"Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen
Im Bereich Lesekompetenz liegen die Mädchen deutlich vorn, während geschlechtsspezifische Unterschiede in den anderen Bereichen deutlich geringer sind.
PISA 2000 zeigt ein mehr oder weniger konsistentes Muster der geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern: In allen Ländern erreichen Mädchen in der Lesekompetenz im Durchschnitt ein höheres Leistungsniveau als Jungen. In Deutschland ist dieser Vorsprung mit 35 Punktion etwas größer als im OECD Mittel (29 Punkte) (vgl. Tabelle 5.1a). Im Bereich der mathematischen Grundbildung bestehen in etwa der Hälfte der Länder, darunter auch Deutschland, statistisch signifikante Unterschiede, wobei die Jungen im Mittel die besseren Ergebnisse aufweisen. Im Bereich der naturwissenschaftlichen Grundbildung sind die Differenzen zwischen Jungen und Mädchen geringer, und das Muster der Unterschiede ist uneinheitlich (vgl. Tabelle 5.1a). Auch in Deutschland lassen sich im Bereich naturwissenschaftliche Grundbildung keine signifikanten Unterschiede feststellen.
Die Unterschiede in der Lesekompetenz zwischen Jungen und Mädchen sind zumeist ausgeprägter auf der höchsten Kompetenzstufe Reflektieren und Bewerten, also bei Aufgaben, die eine kritische Einschätzung erfordern und bei denen es darum geht, Texte mit eigenen Erfahrungen, Kenntnissen und Vorstellungen zu verknüpfen. Im Durchschnitt machen die geschlechtsspezifischen Unterschiede auf der Skala Reflektieren und Bewerten 48 Punkte zu Gunsten der Mädchen aus (OECD Mittel 45 Punkte), im Vergleich zu 33 Punkten auf der Skala Textbezogenes Interpretieren (OECD Mittel 29 Punkte) und 26 Punkten auf der Skala Informationen ermitteln (OECD Mittel 26 Punkte) (Tabelle 5.1b).
Die Leistungsschwäche der Jungen im Bereich Lesekompetenz stellt in Deutschland wie auch in den meisten anderen OECD Staaten ein gravierendes Problem dar, ...
Die politischen Entscheidungsträger haben Fragen der Gleichstellung von Jungen und Mädchen eine erhebliche Priorität eingeräumt, wobei den Benachteiligungen von Mädchen besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Die Ergebnisse von PISA weisen einerseits darauf hin, dass viele Länder in ihren Bemühungen erfolgreich waren, andererseits aber auch auf zunehmende Probleme männlicher Schüler vor allem im Bereich Lesekompetenz und am unteren Ende des Leistungsspektrums. In allen OECD-Ländern ist die Wahrscheinlichkeit für Jungen, zu den leistungsschwächsten Schülern zu zählen, also auf der Gesamtskala Lesekompetenz auf Leistungsstufe 1 und darunter zu liegen, höher als für Mädchen, wobei das Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen auf dieser Stufe in den OECD-Ländern von 1,3 bis 3,5 reicht (Deutschland 1.5) (vgl. Tabelle 5.2a).
... und in der mathematischen Grundbildung ist der durchschnittliche Vorsprung der Jungen offenbar nur auf die herausragenden Leistungen einiger zurückzuführen.
Auf der Skala für mathematische Grundbildung schneiden Jungen im Allgemeinen besser ab als Mädchen. Ein Großteil dieser Unterschiede ist jedoch nur auf die größeren Differenzen zu Gunsten der Jungen bei den leistungsstärkeren Schülern und nicht auf einen niedrigeren Anteil an Jungen unter den leistungsschwächsten zurückzuführen (Tabelle 5.2b).
Diese Ergebnisse zeigen, dass die schwachen Leistungen der Jungen in den meisten OECD Staaten eine ernste bildungspolitische Herausforderung darstellen, der besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte, um den Anteil der Schülerinnen und Schüler auf dem untersten Leistungsniveau zu verringern.
Die geschlechtsspezifischen Unterschiede sind möglicherweise auch eine Folge der Selektions- und Selbst-Selektionsmechanismen in stark gegliederten Bildungssystemen.
Die Selektions- und Selbst-Selektionsmechanismen in stark gegliederten Bildungssystemen sind möglicherweise ein Faktor, der für die geschlechtsspezifischen Unterschiede mit verantwortlich ist. Mit Ausnahme Koreas sind Mädchen in den anspruchsvolleren Sekundarstufe-II-Programmen, die zur Hochschulreife hinführen, überrepräsentiert. In den 16 Ländern, deren Bildungssysteme unterschiedliche Schulzweige aufweisen und die Angaben zur Schülerbeteiligung an den einzelnen Programmen machen, liegt der Anteil der Mädchen in hochschulorientierten Programmen um 8% über dem der Jungen, in Polen beträgt der Abstand mehr als 20%. Unter den Schülerinnen und Schülern von Zweigen, die zur Hochschulreife hinführen, sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Bereich Lesekompetenz generell geringer (zu Gunsten der Mädchen), während sie tendenziell in der mathematischen Grundbildung (zu Gunsten der Jungen) im Vergleich zur Gesamtpopulation der 15-jährigen Schüler doppelt so groß sind.
Motivation und Interesse sind wesentliche Einflussfaktoren.
PISA deutet auch darauf hin, dass die Motivation und das Interesse von Jungen und Mädchen an den jeweiligen Fachgebieten von Schule und Gesellschaft unterschiedlich wirksam gefördert werden. Während die Jungen in Deutschland unterdurchschnittliches Interesse am Lesen zeigen, zeigen die Mädchen in Deutschland überdurchschnittliches Interesse (vgl. Tabelle 4.1). Außerdem liegt der Anteil der Jungen die angeben generell nicht zum Vergnügen zu lesen mit 52% deutlich über dem OECD Mittel (40%) während er bei den Mädchen mit 29% nur knapp über dem OECD Mittel liegt (23%) (Tabelle 5.3).
Die enge Wechselbeziehung zwischen dem Interesse an einem bestimmten Fach und den Lernerfolgen (vgl. Tabelle 4.1 und 4.2) weist darauf hin, dass die unterschiedlichen Gewohnheiten und Interessen von Jungen und Mädchen weitreichende Konsequenzen für das Lernen haben und dass die Bildungspolitik hierauf eingehen muss."
Gruß
Bruno