Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Frauenstudiengänge

Jörg, Wednesday, 28.01.2004, 12:41 (vor 8045 Tagen)

Hallo,

jetzt gibt es sogar schon Frauenstudiengänge für nicht
geschlechtsbezogene Fächer.

Die FH Furtwangen ist trauriger Vorreiter in Süddeutschland
bei der studiengangsbezogenen Geschlechter-Apartheid.

Jörg

http://www.wnb.fh-furtwangen.de/

Re: Frauenstudiengänge

Andreas (der andere), Wednesday, 28.01.2004, 13:48 (vor 8045 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Frauenstudiengänge von Jörg am 28. Januar 2004 10:41:42:

Hallo,
jetzt gibt es sogar schon Frauenstudiengänge für nicht geschlechtsbezogene Fächer. Die FH Furtwangen ist trauriger Vorreiter in Süddeutschland bei der studiengangsbezogenen Geschlechter-Apartheid.
Jörg

Nicht ganz, das gibt's leider schon länger - siehe das Programm in Berlin FU/HU "Netzwerk-Genderkompetenz" oder so ähnlich ...

Grüße, Andreas

Re: Frauenstudiengänge

Sven74, Wednesday, 28.01.2004, 14:32 (vor 8045 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Frauenstudiengänge von Jörg am 28. Januar 2004 10:41:42:

Hallo,
jetzt gibt es sogar schon Frauenstudiengänge für nicht
geschlechtsbezogene Fächer.
Die FH Furtwangen ist trauriger Vorreiter in Süddeutschland
bei der studiengangsbezogenen Geschlechter-Apartheid.
Jörg

Hallo!

Es kommt noch schlimmer! Das Studium dauert nur 6 Semester, während der "normale" Studiengang der "gnädigerweise" auch Männern offen steht 7 Semester dauert.

Was lässt sich daraus schließen?

1. Die Studentinnen sind wesentlich intelligenter als ihre männlichen Mitstudenten und benötigen für den gleichen Stoff weniger Zeit.

ODER

2. Anspruchsvoller mathematischer Stoff wird gestrichen und damit lässt sich das fehlende Semester erklären. Gleicher Abschluss bei geringerer Leistung.

Welcher Punkt in frage kommt, dürfte wohl nicht schwer sein.

Und da habe ich noch eine "Sauerei" was unser Bildungswesen anbetrifft.

1.Fall: Nachbarin hat nach der 10.Klasse Hauptschule (mit Sek. I Abschluss) eine Ausbildung zur Erzieherin (früher Kindergärtnerin) gemacht. Danach hat sie OHNE eine Prüfung gleichzeitig die Allgemeine Fachhochschulreife "geschenkt" bekommen und dürfte damit theoretisch an jeder Fachhochschule in Deutschland studieren (inkl. BWL oder Elektrotechnik). Für die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) hätte sie dann mit dem Schulwissen 10.Klasse Hauptschule nur noch ein Jahr Berufsoberschule machen müssen. Eine "Verarschung" für alle, die mühsam das Abitur auf herkömmliche Art erworben haben.

2. Fall: Nachbar hat nach der 10.Klasse Realschule (mit erweitertem Sek. I Abschluss) eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht. Danach musste er noch ein Jahr Fachhoberschule machen um die Allgemeine Fachhochschulreife zu "erwerben". Für das Abitur wäre zusätzlich noch ein Jahr Berufsoberschule dazugekommen.

Eine Banklehre ist als wesentlich weniger Wert als eine Ausbildung zur Erzieherin.

PS: Solche Fälle ärgern einen einfach.

Noch Fragen...

Sven74

Re: Frauenstudiengänge

Tran, Wednesday, 28.01.2004, 14:39 (vor 8045 Tagen) @ Sven74

Als Antwort auf: Re: Frauenstudiengänge von Sven74 am 28. Januar 2004 12:32:26:

Hallo Sven!

Soweit geb ich Dir recht, das ist schon eine eindeutige Sauerei.
Aber in einem Punkt warst Du etwas zu voreilig:

2. Anspruchsvoller mathematischer Stoff wird gestrichen und damit lässt sich das fehlende Semester erklären. Gleicher Abschluss bei geringerer Leistung.

Sollte dem so sein muss das Mädel ja auch noch die Prüfung bestehen, und wie will sie das ohne Mathematik hinkriegen?
Teile des Stoffs können meinetwegen gern gestrichen werden, umso schwerer hat mans dann in der Prüfung. Und wenn sie die dank der Stoffverkürzung nicht bestehen haben sie sich doch eigentlich selbst einen Knieschuss verpasst, oder
Ungerecht würde das ganze erst dann werden wenn Mann und Frau verschiedene Prüfungen ablegen, in verschiedenen Schwierigkeitsgraden zum Beispiel.

Tran

Re: Frauenstudiengänge

Sven74, Wednesday, 28.01.2004, 15:26 (vor 8045 Tagen) @ Tran

Als Antwort auf: Re: Frauenstudiengänge von Tran am 28. Januar 2004 12:39:15:

Hallo Sven!
Soweit geb ich Dir recht, das ist schon eine eindeutige Sauerei.
Aber in einem Punkt warst Du etwas zu voreilig:

2. Anspruchsvoller mathematischer Stoff wird gestrichen und damit lässt sich das fehlende Semester erklären. Gleicher Abschluss bei geringerer Leistung.

Sollte dem so sein muss das Mädel ja auch noch die Prüfung bestehen, und wie will sie das ohne Mathematik hinkriegen?
Teile des Stoffs können meinetwegen gern gestrichen werden, umso schwerer hat mans dann in der Prüfung. Und wenn sie die dank der Stoffverkürzung nicht bestehen haben sie sich doch eigentlich selbst einen Knieschuss verpasst, oder
Ungerecht würde das ganze erst dann werden wenn Mann und Frau verschiedene Prüfungen ablegen, in verschiedenen Schwierigkeitsgraden zum Beispiel.

Die Beispiele unseres Schulsystems zeigen aber auch wie es in etwas gehen kann.

Noch mal aus der Schule in Niedersachsen (vor der Einführung von Anschlußprüfungen):

Beispiel.

10 Klasse Hauptschule: bestimmter Notendurchschnitt und eine kleine mündliche Prüfung = Realschulabschluß. Bei besseren Noten sogar erweiterter Realschulabschluß.

10 Klasse Realschule: Realschulabschluß, bestimmter Notendurchschnitt = erweiterter Realschulabschluß.

Auch hier: Weniger bzw. weniger anspruchsvoller Stoff = trotzdem gleicher Abschluß.

Ich vermute einfach auch, dass die Prüfungsanforderungen sich dem weiblichen lernferhalten anpassen und z.B. mehr Wert auf "soziale Kompetenz" gelegt wird. Dies ist ja schließlich wesentlich wichtiger als Mathematik. Gerade ein Fach wie Informatik ist ja für seine hohen sozialen Anforderungen berühmt. Mathematik ist da doch eher zweitrangig.

Lustig kann es natürlich auch werden, wenn ein Mädel sich dann mit einem guten Abschluss bei einem Betrieb bewirbt und prahlen kann: Ich war die BESTE meines Studiengangs. Dann fortscht der Betrieb mal etwas nach und stellt fest: Ein reiner Frauenstudiengang...

Sven74

Re: Frauenstudiengänge

Tran, Wednesday, 28.01.2004, 15:54 (vor 8044 Tagen) @ Sven74

Als Antwort auf: Re: Frauenstudiengänge von Sven74 am 28. Januar 2004 13:26:40:

Lustig kann es natürlich auch werden, wenn ein Mädel sich dann mit einem guten Abschluss bei einem Betrieb bewirbt und prahlen kann: Ich war die BESTE meines Studiengangs. Dann fortscht der Betrieb mal etwas nach und stellt fest: Ein reiner Frauenstudiengang...

Siehst Du - und spätestens dann ist sie am Arsch (man möge mir den Ausdruck entschuldigen).

Meiner Meinung nach sind solcherlei Erleichterungen sehr gefährlich, auch für die betreffenden Frauen selbst.
Ein Beispiel:
Stell Dir vor da wachsen zwei Kinder in derselben Familie auf. Das eine davon wird ständig gehätschelt und unterstützt und bekommt all seine Erfolge halb geschenkt. Das andere Kind muss sich schon erarbeiten was es haben will, muss teilweise richtig kämpfen.
Wenn die beiden Eltern eines Tages nicht mehr sind - was meinst Du wohl welches der beiden Kinder sich dann eher behaupten kann?
Verstehst Du was ich Dir damit sagen will?
Je mehr die Frauen jetzt gegängelt werden desto mehr werden sie auf die Schnauze fallen wenn diese Gängelei einmal wegfallen sollte.
Für die Frauen aus dem oben genannten Studium wäre dieser Moment des auf-die-Schnauze-fallens der Tag ihrer Prüfung oder spätestens ihr Eintritt ins Berufsleben.

Re: Frauenstudiengänge

Ork, Wednesday, 28.01.2004, 18:20 (vor 8044 Tagen) @ Sven74

Als Antwort auf: Re: Frauenstudiengänge von Sven74 am 28. Januar 2004 12:32:26:

Hallo!
Es kommt noch schlimmer! Das Studium dauert nur 6 Semester, während der >"normale" Studiengang der "gnädigerweise" auch Männern offen steht 7 >Semester dauert.

Ich habe mir den Stundenplan des Studiums mal angeguckt und ich würde jeder Frau empfehlen Finger weg davon:
1) nicht vergleichbar mit einem Abschluß in Wirtschaftsinformatik (letzteres ist besser)
2) reine Frauenstudiengänge erwecken den Eindruck der "Nachhilfe" (nach dem Motto: die Frauen sind zu blöd es allein zu schaffen, helfen wir ihnen ein bischen)
3) Welche/r Personalchef/in hat schon mal was von einem Studiengang "Wirtschaftsnetze" gehört? Es ist IMHO immer schlecht, wenn du erst erklären mußt was du überhaupt studierst.
4) Diesen vollmundigen Versprechungen auf den FH/Uni Seiten kann man eh nicht glauben (" Große Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt: Sie werden umgehend einen guten Job finden und haben hierbei sogar die Qual der Wahl."). Ich habe noch keinen Studiengang bei keiner FH/Uni gesehen bei dem sowas nicht in der Beschreibung steht
5) Das ganze ist nur ein verzweifelter Versuch mehr Frauen nach Furtwangen zu locken

Ork

Re: Frauenstudiengänge

ProGleichberechtigung, Friday, 06.02.2004, 17:40 (vor 8035 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Frauenstudiengänge von Jörg am 28. Januar 2004 10:41:42:

Hallo,
jetzt gibt es sogar schon Frauenstudiengänge für nicht
geschlechtsbezogene Fächer.
Die FH Furtwangen ist trauriger Vorreiter in Süddeutschland
bei der studiengangsbezogenen Geschlechter-Apartheid.
Jörg

Jungs, Männer,

Ihr habe so recht! Deshalb suche ich dringend ein männliches Wesen, dass sich für WNB in Furtwangen bewirbt und um die Zulassung kämpft, eventuell sogar den Gang vors Verfassungsgericht androht. Denn im Grundgesetzt steht, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Also: Wehrt euch.

Ihr müsst den Platz ja nicht annehmen, aber um Gleichberechtigung kämpfen wär gut.

Gruß
Katharina

http://www.wnb.fh-furtwangen.de

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