Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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FDP Forum -- Ich verachte zutiefst die Befürworter eines sozialen Pflichtjahres.

Joachim, Monday, 26.01.2004, 22:45 (vor 8046 Tagen)

Autor: Roland Heynkes
Datum: 21.01.04 09:20

Die Forderung nach einem sozialen Pflichtjahr ist nichts anderes als die Forderung nach Einführung der Sklaverei. Wer die Versklavung der Jugend fordert, könnte ebenso gut die Versklavung kleiner Nachbarvölker fordern. Diese Haltung ist menschenverachtend, egozentrisch und zutiefst verachtenswert. Ebenso verachtenswert sind meines Erachtens auch diejenigen, welche in dauerhaften Friedenszeiten die Beibehaltung von Wehrpflicht und Ersatzdienst befürworten, weil man durch die schamlose Ausbeutung der jungen Männer Geld sparen möchte.

Andererseits bin ich ganz froh über die Dummheit der alten Egoisten, die nun ganz offen die Ausbeutung der Jugend fordern. Meiner Meinung nach überspannen sie nämlich damit den Bogen und machen der in weiten Teilen immer noch viel zu idealistischen Jugend klar, daß sie es mit einer egoistischen älteren Generation zu tun hat, der man ganz dringend Grenzen setzen muß, weil sie selbst maßlos ist. Wer einen Zwangsdienst für junge Menschen fordert oder gar einführt, zerstört damit dauerhaft deren Bereitschaft zu freiwilligem sozialem Engagement. Man riskiert damit sogar eine totale Leistungsverweigerung der Jugend.

Heute könnte die ältere Mehrheit der Deutschen die jüngere Minderheit mit einem sozialen Pflichtjahr ausbeuten. Aber irgendwann übernehmen diese Ausgebeuteten die Macht und dann haben sie die Möglichkeit, die Renten und Pensionen der Alten ebenso demokratisch auf Null zu setzen und die Vermögen der alten Ausbeuter zur Schuldentilgung einzuziehen. Ich kann der mittleren Generation von heute daher nur dringend empfehlen, es mit der Ausbeutung der Jugend nicht zu weit zu treiben, wenn sie nicht im Alter deren Rache zu spüren bekommen will. Es ist allerdings dumm, aus der grundsätzlich jeder Demokratie anhaftenden Möglichkeit der Ausbeutung von Minderheiten ein Argument gegen die direkte Demokratie stricken zu wollen. Schließlich kommt die Forderung nach Beibehaltung der Wehrpflicht und Einführung eines sozialen Pflichtjahres nicht von einer Volksinitiative, sondern von antiliberalen Politikern wie Herrn Struck.

Darüber hinaus ist die Ausbeutung der Jugend in Arbeitseinsätzen völlig überflüssig und dumm, solange wir derart viele arbeitsfähige Arbeitslose haben. Auch die dürfen selbstverständlich nicht zur Zwangsarbeit herangezogen werden, aber jeder arbeitsfähige Mensch sollte soziale Dienste leisten, wenn er Sozialhilfe beziehen möchte. Die jungen Leute haben genug damit zu tun, endlich früher ins Arbeitsleben zu kommen. Man sollte sie nicht auch noch durch Wehrdienst, Ersatzdienst oder soziales Pflichtjahr weiter aufhalten. Aber Dauerarbeitslose vergammeln massenhaft zuhause und verlernen das Arbeiten. Sie sind daher die ideale Reserve für soziale Dienste und sie würden es freiwillig und gegen Bezahlung tun. Nebenbei würde man damit viele Menschen motivieren, freiwillig auf Sozialhilfe zu verzichten und sich schleunigst einen normalen Job zu suchen oder sich zumindest mit dem Lohn für ihre Schwarzarbeit zufrieden zu geben.

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