Warum es in technischen Berufen am Nachwuchs mangelt
Lahme Schule und gehetzte Väter
Warum es den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern an Nachwuchs fehlt
Von Ortwin Renn
Selbstvergessen kauert der Vater mit Sohn und Tochter auf dem Teppichboden. Baut mit bunten Holzklötzen Türme, steckt Schiene an Schiene, bis die Modelleisenbahn ihre Runden dreht ... Eine seltene Szene: Die Mehrzahl der heutigen Kinder erleben ihre Väter, sofern sie diese überhaupt noch erleben, als gehetzte Wesen mit Aktentaschen und Laptops, als Angestellte, Beamte, oder - wenn überhaupt verbunden mit Technik - als remote controller einer automatisierten Arbeitswelt.
Dabei sagen viele Studenten der Ingenieur- und Naturwissenschaften, es sei gerade das frühe Erleben technischer Gestaltungsmöglichkeiten gewesen, dass sie zu ihrem Studium angetrieben hätte. Doch mit der zunehmenden Mütterzentrierung der Familien, der Entmechanisierung der Arbeitswelt und dem Zeitdruck, unter dem Eltern heute meist ihre Kinder aufziehen, ist dafür immer weniger Raum. Technik und Natur bleiben im Kinderzimmer abstrakt.