Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Rote Männer Info Nr. 61

Odin, Friday, 09.01.2004, 14:04 (vor 8063 Tagen)

RoteMänner!
Tortenboxer! Sitzpinkler! Frauenversteher!

"Wir haben vieles zu wenig, und wir haben von zwei Dingen genug:
Behindertentoiletten und Frauenparkplätze. Die sind meistens räumlich
getrennt. Und Frauenparkplätze sind wirklich eine absolut sinnvolle
Einrichtung. Man ist ja doch als Triebtäter jahrelang planlos durchs
Parkhaus geirrt."

Das ist nicht ganz neu geschweige denn politisch korrekt und wurde von
Harald Schmidt bereits vor fast 10 Jahren in seinem damaligen
Kabarettprogramm "Schmidtgift" zum Besten gegeben. Von einem der wenigen
Hoffnungsträger im Kampf gegen deutschen Heuchelpopulismus weiter unten
noch etwas mehr!

Ein unzweifelhaft RoterMann, der steinalte englische Historiker Eric
Hobsbawm stellte in seiner vor kurzem erschienenen Autobiographie fest:
"... selbst in Demokratien, wo keine autoritäte Macht mehr darüber
bestimmt, was über die Vergangenheit und Gegenwart gesagt werden darf,
nötigen die geballte Macht der Meinungsorganisatoren, die Drohung von
Schlagzeilen, missgünstiger Presse oder gar einer öffentlichen Hysterie
zu Ausreden, Stillschweigen und zur öffentlichen Selbstzensur in Form
der ,political correctness'."

Hobsbawm schreibt an anderer Stelle auch über die Verballhornung der
Wissenschaft durch Partikularinteressen am Beispiel des Feminismus.
"Sheila Rowbothams historisches Manifest des Feminismus ... trug den
charakteristischen Titel Hidden from History. Das waren Menschen, für
die Geschichte nicht so sehr eine Methode war, die Welt zu deuten,
sondern ein Mittel zu kollektiven Selbstfindung oder, bestenfalls, zur
Erlangung kollektiver Anerkennung. (...) Heutzutage wird mehr Geschichte
denn je von Leuten umgeschrieben oder erfunden, die nicht die wirkliche
Vergangenheit wollen, sondern eine, die ihren Zwecken dient. Wir leben
heute im großen Zeitalter der historischen Mythologie." Ein lesenswertes
Buch: "Gefährliche Zeiten". Willkommen bei den RotenMännern 2004!

Einen pinkelpolitischen Sitz- und Hockzwang versuchen viele Frauen ihren
und anderen Männern schon seit langem aufzuoktoyieren. Wer dem nachgibt,
muss damit leben ein "Sitzpinkler" zu sein. Viele haben sich schon dazu
durchgerungen - aus hygienischen Gründen, versteht sich! - wenigstens zu
Hause oder bei Freunden nur noch kauernd zu pullern. Doch die Frauen
sind immer noch nicht zufrieden und legen neue Forderungen nach. So
kommt es dass "Frauen in New York den Männern gegenüber zumindest beim
Toiletten-Gang wohl bald nicht mehr benachteiligt" werden. Der Rat der
Stadt beschloss, dass "die Damen-Toiletten im Verhältnis zu den
Herren-Toiletten in Zukunft zahlenmäßig auf zwei zu eins aufgewertet
werden." http://www.n-tv.de/5197718.html

Die Emanzipation der Frau hat damit endlich ein Schlachtfeld gefunden,
das dem Feminismus gerecht wird. Aufmerksame Leser des RoteMännerInfos
fanden unterdessen, es sei auch weiterhin ungerecht, wenn Frauen wegen
ihrer insgesamt langwierigeren Verrichtung womöglich auf wichtige
Stationen ihrer Karriere verzichten müssten.

"Deutschlands Hühner atmen auf," schrieb die "taz" im alten Jahr.
http://www.taz.de/pt/2003/11/29/a0108.nf/text Wer hier aber eine
polemische Berichterstattung über die Reaktion des Deutschen Frauenrates
zu den Rentenbeschlüssen der Bundesregierung erwartete, sah sich
getäuscht. Es ging lediglich um den Versuch der Verhinderung einer
Legehennenverordnung. Wenigstens diese Benachteiligung konnte abgewendet
werden.

Aber nicht nur das! Während für Männer, die nach 1946 geboren wurden,
die Altersteilzeit- oder Vorruhestandsverträge sukzessive abgeschmolzen
werden - was wir im Prinzip in Ordnung finden - können Frauen bis zum
Jahrgang 1951 ihn auch in Zukunft noch ungemindert in Anspruch nehmen.
Fakt ist nämlich, dass bei der speziellen "Altersrente für Frauen" keine
Anhebung des Renteneintrittsalters vorgenommen wird: Frauen aus den
besagten Geburtsjahrgängen, die die besonderen Anspruchsvoraussetzungen
(15 Jahre rentenrechtliche Zeiten und davon 10 Jahre Pflichtbeiträge
nach Vollendung des 40. Lebensjahres) erfüllen, können auch weiterhin
mit frühestens 60 Jahren in diese Altersrente gehen - wenn sie die
entsprechenden Abschläge in Kauf nehmen. Das Ende vom Lied wird sein,
dass wir uns wieder die "Benachteiligung und Verarmung der Rentnerinnen"
anhören dürfen, weil die meisten dieser Frauen dann nur wegen der
höheren Rentenansprüche ihrer viel länger malochenden Männer
überlebensfähig sind. Aber als Grund zum Jammern sind die Mini-Renten
natürlich sehr willkommen - wiewohl auf eine Erarbeitung höherer
Ansprüche nur zu bereitwillig verzichtet wurde. Schließlich gibt's ja
jetzt die Grundrente, die automatisch auf den Sozialhilfesatz
aufgestockt wird.

Am 30.11.2003 lasen wir in einem Aufsatz in der "Welt am Sonntag" mit
dem Titel: "Bis der Frust euch scheidet" folgenden Satz: "Dass es vor
allem Frauen sind, die aus der Ehe ausbrechen, bestätigt auch eine
Langzeitstudie der Universität Trier. Frauen fühlten sich in Beziehungen
,häufiger benachteiligt' und erwiesen sich als ,die instabileren
Partner'. Frauen zeigten ,weniger Skrupel, den Partner im Stich zu
lassen', und ,die Sorge um die Kinder stellt für sie kein
Trennungshindernis dar', heißt es in der psychologischen Studie. Allein
die Angst vor finanziellen Einbußen halte Frauen in der Partnerschaft.'"
Kommentar überflüssig.

Harald Schmidt macht erst mal Pause. Wir haben kurz überlegt, es ihm
gleich zu tun, haben aber wegen der ohnehin viel zu hohen Selbstmordrate
bei Männern davon abgesehen. Dirty Harrys Inspirationen werden uns
gleichwohl fehlen. Etwa sowas: "Jetzt gibt es einen sprechenden
Kühlschrank. Wenn der auch noch putzen und spülen könnte, wer sollte da
noch heiraten?" Mensch Harald, Frauen natürlich! Notfalls untereinander,
das geht doch inzwischen. Ermangels gleichaltriger Überlebender
männlichen Geschlechts beobachten wir die miteinander tanzenden
Seniorinnen im "Club der einsamen Herzen". Schlimm, am Ende
übrigzubleiben. Haben das jene Männer, die immer über ihre geringere
Lebenserwartung klagen, schon mal bedacht? Ist es nicht menschlich okay,
auf die sechs Jahre Alzheimer oder Parkinson zu verzichten? Gerade unter
diesem Aspekt müsste man den Alleingelassenen nur noch einen Kühlschrank
erfinden, der auch Unterhalt zahlt. Und vielleicht tanzen kann. Um die
schlimmsten Benachteiligungen zu vermeiden!

Das Ende einer Ära: Nach dem Sozialabbau komme der Humorabbau, unkte die
Frankfurter Rundschau vom 9. Dezember: "Auf was sollen wir noch alles
verzichten?" Ach ja, es sind schon Zeiten des Darbens im ehemaligen
Wunderwohlstandsland, in dem sich so mancher an die dauerhaft
leistungsfreie Stütze ebenso gewöhnt hat wie an die Gratisberieselung
mit blöden Witzen bei den Privatsendern. Für Qualität musste man
jahrelang bis 23.15 Uhr warten. Sehen wir's positiv, jetzt können wir
früher schlafen gehen, was in unserem Alter ohnehin bekömmlicher ist,
oder - horribile dictu! - vor dem Einschlafen lesen.

Wegen Sex mit seiner Stieftochter ist ein Nigerianer zum Tod durch
Steinigen verurteilt worden.
http://www.taz.de/pt/2004/01/07/a0063.nf/text Auf den internationalen
Aufschrei und Protest dagegen warten wir bislang vergebens. Der wird
sich, wenn überhaupt, wahrscheinlich auch eher dagegen richten, dass die
15jährige Stieftochter zu 100 Stockschlägen verdonnert wurde.
Mancherorts trennt uns vom finstersten Mittelalter nicht mal mehr die
Zeit.

Gute Nachrichten dagegen aus England, wo das erste Haus für männliche
Opfer häuslicher Gewalt und ihre Kinder eingerichtet worden ist.
http://society.guardian.co.uk/print/0,3858,4823914-106049,00.html

Auch das ist eher unüblich: Die norwegische Polizei hat eine 22-jährige
Frau wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung eines Mannes festgenommen.
http://www.n-tv.de/5201733.html

Einen nachgerade unglaublichen Scheiß schrieb dieser Tage Viola
Roggenkamp in der "taz". http://www.taz.de/pt/2004/01/07/a0158.nf/text
"Schuld hat nur." - nein, nicht der Bossanova, sondern der Feminismus.
Natürlich nicht wirklich! Ein rührender Stimmungsartikel, unter anderem
darüber, wie schlecht es Frauen unter den Nazis ging. Natürlich NUR den
Frauen! Dann Sätze wie dieser: "Vor allem fehlen Männer, die Väter sein
wollen." oder, gleich anschließend: "Nur wenige Männer sind bereit, mit
der Frau mitzuwachsen." Und schließlich: "Bloß finden sie keinen, der
mehr will als Spaß, Sex, Spaß." Ts ts ts. Schlampe!

Und hier die Vorausschau auf den heutigen Abend:

1. Da war er wieder: der Tag der Frauenunterdrückung. Ein Grund zum
Feiern!

2. An neuen Opferlegenden strickten 450 Frauenbeauftragte, die sich zum
Ratschlag in Dresden trafen. Einmal mehr fanden wir bestätigt: Wahre
Frauenfeindlichkeit kommt in der Doofheit derer zum Ausdruck, die
glauben, sie am eifrigsten zu bekämpfen.

3. Die "taz" brachte neulich einen richtig guten Beitrag, der das
Märchen von den faulenzenden Männern geraderückte. Das konnte nicht
unwidersprochen bleiben. Claudia Pinl erbrachte umgehend den "Nachweis",
dass die "Gratisarbeit in Haushalt und Familie" in Deutschland zeitlich
fast doppelt so hoch zu Buche schlägt wie die Erwerbsarbeit. Und die
wird natürlich nur von Frauen geleistet!

4. Eheverträge können nützlich sein - aber auch sittenwidrig! Wenn der
Sozialstaat für den Exgatten einspringen soll, versteht der wiederum
keinen Spaß. Wenn Madame nicht zu arbeiten gedenkt, holt er sich das
Geld beim solventeren Gatten - anstatt die Tussi zum Broterwerb zu
drängen.

5. Political Correctness gilt nicht für Männer. Über ihre Vergewaltigung
im Knast darf gelacht werden. Damit ist aber offenbar nicht jeder
einverstanden. Dokumentation eines Schreibens an die Kino-Wirtschaft.

ZUM INTERNATIONALEN TAG DER FRAUENUNTERDRÜCKUNG

Er liegt schon wieder lange zurück und ist doch irgendwie ein wichtiger
Tag: Im November feiern einschlägige Frauen ihre weltweite
Unterdrückung. In der "taz" vom 25. November berichtete Annette Jensen
davon, wie Näherinnen in der Dritten Welt ausgeplündert werden, die
UNSERE Kleidungsbedürfnisse befriedigen: "Kleiderwechsel heißt das
Konsumprinzip. Zwölf Kilo Textilien kauft - statistisch gesehen -
jeder/r (sic!) Deutsche jährlich und gibt dafür 870 Euro aus. 90 Prozent
der T-Shirts und Hosen werden von jungen Frauen in Asien, Lateinamerika
und Osteuropa genäht. Mit der Kampagne ,Mode, Macht und Frauenrechte'
wollen Terre des Femmes und andere Nichtregierungsorganisationen am
heutigen Tag ,Nein zu Gewalt an Frauen' auf die Herstellungsbedingungen
des bunten Outfits aufmerksam machen."
http://www.taz.de/pt/2003/11/25/a0098.nf/text

Nicht genug, dass "jeder/r" so wahnsinnig viel Wäsche braucht - es ist
ja bekannt, dass vor allem Männer diesen Klamottentick rational gar
nicht mehr steuern können! Ständig unterwegs zum Shoppen, wissen wir
erst jetzt, dass sie dabei eine besonders perfide Form der
Frauenfeindlichkeit praktizieren. Frauen hingegen laufen nur noch in
Jutesäcken mit Transfair-Aufkleber rum, aus Solidarität mit ihren
geknechteten Genossinnen im Süden des Globus'. Andererseits sichern die
einkaufslustigen Konsumenten den armen Frauen in der Dritten Welt
wenigstens die paar Kröten, die sie täglich verdienen. Do the right
thing! Dass es den meisten Männern in solchen Ländern auch nicht viel
besser geht, musste am internationalen Tag der Frauenunterdrückung
hintanstehen. Ausnahmsweise.

Interessant aber, was so alles unter dem Rubrum "Gewalt gegen Frauen"
firmiert. Wenn Arbeit, die physischer Raubbau bei schlechter Bezahlung
ist, auch gleich Gewalt ist --- wo bleibt dann der internationale
Gedenktag mit Doppelseite in der "taz" für Hunderte jährlich
verschütteter Bergmänner? Stattdessen ein Kameraschwenk auf ihre
unglücklichen Hinterbliebenen, denen wir ihre ehrliche Trauer ja gerne
abnehmen. Wen aber hat's hier wirklich schlimm erwischt,
geschlechterpolitisch? Und was würde Frau Jensen wohl schreiben, wenn
alle paar Monate ein paar Dutzend Frauen auf ewig verschüttet würden,
dafür aber Männer für den reichen Norden die Hemden und Hosen nähten?
Wahrscheinlich dasselbe. Nämlich dass Frauen weltweit unterdrückt sind.
Was denn sonst?

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EIN SEHR SPEZIELLES VERSTÄNDNIS VON GLEICHBERECHTIGUNG -
450 KOMMUNALE FRAUENBEAUFTRAGTE FUHREN NACH DRESDEN UND WIEDER ZURÜCK

In Dresden fand vom 30.11. bis 3.12.2003 die 16. Bundeskonferenz der
"kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten" statt. Vier Tage,
die offenbar vor allem damit zugebracht wurden, neue Opferlegenden zu
stricken. Nebenbei ein teuerer Spaß: Hier trafen immerhin 450 kommunale
Aktivistinnen zusammen, das macht neben nicht unbeträchtlichen
Reisekosten auch unterm Strich etwa 1350 Übernachtungen, die in dieser
Zahl kaum in preiswerten Pensionen zur Schonung der danieder liegenden
kommunalen Haushalte stattgefunden haben dürften. Frau gönnt sich ja
sonst nichts!
http://www.zwd.info/story.php?cat=20&subcat=10&x=20&storyid=2645

Im Mittelpunkt der Beratungen stand die "Agenda der Frauen" im "neuen
Sozialstaat". http://www.zwd.info/download/DD_Dokument_Gesamt.pdf Und
die Damen ließen sich nicht lange bitten. Gleich zu Beginn wird
Schröders Agenda 2010 als "eine männerdominierte Machtentscheidung, ein
Einschnitt" gegeisselt. Sie stelle gar eine "Missachtung der Frauen als
Menschen, Bürgerinnen, Erwerbsarbeitskräfte und Humanressource" dar. Und
diese Reihung hat uns doch sehr erstaunt. Wieso kann man Frauen "als
Menschen" oder "Bürgerinnen" missachten? Doch wohl nur, wenn man sie als
solche NICHT akzeptieren würde, oder? Spätestens mit dem Begriff
"Humanressource" kriegen wir da Schwierigkeiten, weil wir vermuten, dass
diese Frauen - andererseits! - eine solche keinesfalls sein wollen,
Menschen und Bürgerinnen aber sehr wohl. Das alte Elend, nicht nur die
Begriffe für sich sind rein emotional, sondern selbst in der
Emotionalität liegt ein krasser Widerspruch. Und dies ist tatsächlich
eine neue Dimension von Dummdeutsch, die besonders schmerzt. Diese
Frauen kriegen nicht mal eine vernünftige Resolution auf die Beine,
wollen aber mindestens soviel Geld verdienen wie diejenigen, die dazu in
der Lage sind, und wollen ungeachtet solchen Kokolores' obendrein ernst
genommen werden. Wir fühlen uns einmal mehr bestätigt in der Ansicht,
dass die wahre Frauenfeindlichkeit in der Doofheit derer zum Ausdruck
kommt, die glauben, sie am eifrigsten zu bekämpfen. Und damit wäre in
erster Linie auch schon wieder alles gesagt.

Umso bedauerlicher, dass damit auch bedenkenswerte Kritikpunkte
diskreditiert werden, so wie dieser: "Die politische Glaubenslehre der
Agenda 2010 beruht auf der Bejahung der sozialen Ungleichheit als
(vermeintlich) produktiver Kraft, der folgerichtigen Entlastung der
Leistungsstarken und der Förderung der großen Unternehmen, der
Flexibilisierung und Entregelung der Arbeit sowie dem Setzen auf
unendliches Wachstum." Damit kann man sich auseinandersetzen -
allerdings entspricht das haargenau der Position der Gewerkschaften, so
dass wir dafür keine Frauenbeauftragten brauchen.

Letztere suchen und finden ihre Aufgabe darum vielmehr im Anprangern
einer "selbstverständlichen Ernährerrolle des Mannes" innerhalb der
"Agenda". Die "Grundforderung der Frauenbewegung nach eigenständiger
Existenzsicherung von Frauen bis hinein in die Sozial- und
Steuersysteme" werde aufgegeben. Das rührt uns umso mehr, als die
logische Konsequenz daraus, dass Frauen einen gleichen Anteil an der
Verantwortung für die fürsorgerische UND FINANZIELLE Versorgung von
Haushalt, Kinder, Erziehung übernehmen, gar zu gerne und viel zu oft
zugunsten einer Monopolisierung des Fürsorgeaspekts fallen lassen. Die
selbstverständliche Ernährerrolle des Mannes befestigen sie damit selbst
viel mehr, als es die Agenda 2010 überhaupt könnte! Das Monopol über den
Haushalt wird bis heute von vielen Frauen als Machtfaktor erkannt - und
benutzt. Schließlich erschließt frau sich auf diese Weise beste
Voraussetzungen dafür, später ihre verpassten Berufschancen zu beklagen
- nur um sich so die weitere finanzielle Fremdalimentierung - durch
Ehemann oder Staat, am besten aber durch beide! - argumentativ zu
sichern.

Kritisiert wird der "in großem Stil abgespaltene Niedriglohnsektor für
,geringfügige' Arbeiten", der ein "Markt für moderne Dienstmägde" sei,
für die die Regeln des Sozialstaates keine Geltung mehr hätten. Schon
die Wortwahl dieser Selbststilisierung ist öde: Dienstmägde! Wer das
Regiment mancher Hausfrau kennt, weiß den Begriff einzuordnen. Im
Übrigen wurden für die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse
Regelungen geschaffen, die es Arbeitnehmern gestatten selbst zu
entscheiden, ob sie die soziale Absicherung wollen oder nicht. Insofern
entbehrt das Gejammer, wie meistens, einfach nur jeglicher Kenntnis.

Selbst die Bundesfrauenministerin erklärte kürzlich, dass die angebliche
Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt in Bezug auf diese
Minijobs längst statistisch widerlegt ist. So hieß es erst jüngst in
einem Schreiben des Ministeriums an den VAMV: "Der vom VAMV . zitierte
Frauenanteil von 70 % an den geringfügig entlohnten Beschäftigten trifft
zwar zu, ist aber kein Beleg für eine damit verbundene mangelnde
Existenzsicherung von Frauen. Nach allen vorliegenden empirischen
Untersuchungen wird die ausschließlich geringfügige Beschäftigung vor
allem von Frauen in Paarhaushalten ausgeübt." Mit anderen Worten: Es
sind noch nicht mal Alleinerziehende, sondern gelangweilte Gattinnen
ohne Erziehungsaufgaben, die eine Betätigung suchen - aber bitteschön
auch nicht ZUVIEL arbeiten möchten, denn das erledigt ja in der Regel
schon ihr Mann!

Einmal mehr liefert dieses Papier den Beleg für das besondere
Verständnis der Berufsfrauen von Gleichberechtigung und Gerechtigkeit:
Die Verfügungsmonopole der Frauen - etwa für Haushalt und Kinder -
müssen erhalten bleiben, gleichzeitig bleibt entsprechend die alleinige
Verantwortung der Männer fürs Geldverdienen bestehen. Das ist für die
Damen solange okay, wie die Verfügungsmacht über das eingenommene Geld
und die sozialen Ansprüche möglichst uneingeschränkt auf die Frauen
übergehen. Das wäre dann in den Augen dieser Gleichstellungsbeauftragten
wirkliche "Gleichberechtigung": alle Vorteile nutzen, ohne selbst etwas
dafür tun zu müssen. Gelegentlich wird das auch als "Gender
Mainstreaming" bezeichnet.

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ARBEITSSIMULATION ODER WEIBLICHE AUFOPFERUNG?
"96 MILLIARDEN ARBEITSSTUNDEN FÜR FAMILIE UND HAUSHALT"

Halleluja, liebe "taz"! Ausgerechnet in Deutschlands
Gender-Mainstreaming-Blatt Nummer Eins durften wir einen Kommentar
lesen, der uns schlicht begeistert hat. Gerade hatte unsere
Bundesfamilienrenate Schmidt pflichtschuldig die Männer gegeisselt, die
immer noch weniger Familienarbeit leisteten als Frauen. Die
"Süddeutsche" kolportierte das unkritisch: "'Die Scheu des Mannes vor
dem feuchten Textil, vor Windeln und Wäsche, ist ungebrochen.' Frauen
würden sich weiterhin mindestens doppelt so viel um den Haushalt kümmern
wie ihre Partner. Bei berufstätigen Frauen mit Kindern sind das knapp
vier Stunden täglich, bei Männern aber nur zwei."
http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/813/22791/ Wir rutschten
schon nervös von einer Backe auf die andere und fragten uns, ob dieser
Schwachsinn eigentlich nie ein Ende hätte, und wie oft wir denselben
Mist mit immer neuen Variationen unserer phantasievollen
Beleidigungskaskaden quittieren müssten, da lasen wir auch schon diesen
wunderbaren Beitrag von Mathias Urbach, der das Ganze ziemlich sachlich
und korrekt ins richtige Licht setzte und uns wieder milde stimmte:
http://www.taz.de/pt/2003/12/03/a0116.nf/text

Vorläufig! Denn das konnte in der Kuschel-"taz" doch nicht einfach mal
unwidersprochen stehen bleiben. Also musste die publizistisch
einschlägig vorbelastete Altemanze Claudia Pinl ran. Und damit bekamen
wir doch wieder ein schönes Futter für unsere beliebten Marginalien.

Claudia Pinl ist eine frühe Mitstreiterin von Alice Schwarzer bei EMMA.
Legendär der redaktionsöffentlich ausgetragene große Kladeradatsch
zwischen beiden. 1997 erschien ihr Buch "Männer können putzen.
Strategien gegen die Tricks des faulen Geschlechts". Wer mit dem faulen
Geschlecht gemeint war, ahnten wir schon! Und diese Strategie ist
ihrerseits nicht neu: Brandstifter lenken von ihrer Schuld gerne dadurch
ab, dass sie selbst die Feuerwehr verständigen. Der Täter macht sich
gern zum Opfer, eine Perfidie so alt wie die Geschichte: "Männer möchten
öfter putzen, leider fehlt ihnen dazu die Zeit. Freizeit haben sie aber
genug - zumindest mehr als ihre Frauen."
http://www.taz.de/pt/2003/12/12/a0250.nf/text

In einer Rezension kritsierte Marc Degens Pinls Belehrungen im genannten
Oeuvre so: "Claudia Pinl besteht . darauf, daß Männer die schlechteren
Frauen sind, weil sie anfallende Arbeiten einfach schneller und besser
erledigen. (.)Im Grunde also sollen (die Frauen) werden wie die Männer.
Daraus aber kann man nur folgern, daß Männer bereits die besseren Frauen
sind." http://www.satt.org/literatur/00_11_Pinl_1.html Folgerichtig:
Was wir schon sind, müsst ihr erst werden! Klingt gut, ist aber trotzdem
Quatsch. Besser wäre: Auch Männer sollten bei ihren Zeitbudgets für
"Wäschepflege" dem Beispiel der Frauen folgen und die Laufzeit der
Waschmaschinen einfach auf ihre Hausarbeit draufhauen. Und obendrein
jede Socke, Unterhose und die Spannbezüge akurat und tagträumerisch
bügeln. Gut, da habt ihr jetzt wieder keine Zeit zu. Aber anders kommt
ihr Jungs NIE auf 25 Arbeitsstunden am Tag! Doch erst dann erfahrt ihr
Absolution! Es geht nämlich nicht mehr um Arbeit, die erledigt werden
muss. Es geht um die Simulation von Arbeit, die gegen die Erwerbsarbeit
aufgerechnet werden kann!

Müssen Männer also lernen, über jede Selbstverständlichkeit in
seufzendes Wehklagen auszubrechen? Vielleicht! Was schadet's, wenn man
sich nach dem Müllrunterbringen nach Muttis Beispiel erst mal einen
Kaffee macht, sich auf's Sofa flätzt und laut deklamiert: "So jetzt hab'
ich mir aber mal ne schöne Zigarette verdient." Und wenn dann keiner was
sagt, wird ein inbrünstiges und Bestätigung heischendes "NE?"
hinterhergeschoben. Keiner darf diese kleinen Arbeiten im Haushalt
übersehen! Und wenn die außertarifliche Pause danach dreimal so lange
dauert wie die Arbeit, sollte uns das nicht daran hindern, sie als
schweißtreibende Arbeitszeit anzurechnen. Merkt euch: Erst wenn ihr
werdet wie die Hausfrauen, ist Deutschland wieder eine Heimstatt wahrer
Leistung.

".die Gratisarbeit in Haushalt und Familie war mit 96 Milliarden
Jahresarbeitsstunden 2001 fast doppelt so umfangreich wie die
Erwerbsarbeit mit 56 Milliarden Jahresarbeitsstunden (wovon Frauen auch
noch ein reichliches Drittel leisten)" schreibt Pinl. Wieso hier zu
Recht von Gratisarbeit die Rede ist, wo doch Frauen demnach nur ein
Drittel der Erwerbsarbeit leisten, aber bekanntlich 80 Prozent des
konsumptiven Geldausgebens erledigen, als nicht Erwerbstätige fast immer
von Unterhalt und Transferleistungen leben, die so oder so von den
Erwerbstätigen aufgebracht werden, mag sich jeder selbst überlegen.

Wer je selbst Arbeitslosigkeit erlebt hat und in dieser Zeit den
Haushalt ganz oder teilweise erledigte, der weiß, wie einem die Zeit
durch die Hände rinnt. Was man vorher als raschen Einkauf nach der
Arbeit und schnelles Putzen am Samstagvormittag erledigt hat, das wird
plötzlich zum zeitintensiven Höhepunkt des Tages. Schlechterdings ALLES
ist plötzlich "Arbeit", die Übergänge fließend, Freizeit in dem Sinne
gibt es nicht, wenn eine vorgegebene Struktur von Verrichtung, Pause und
Ende des Tageswerks nicht (mehr) da ist. NUR INSOFERN wundern uns bei
Frau Pinl die 96 Milliarden (!) Jahresarbeitsstunden in Haushalt und
Familie nicht, die tatsächlich schlicht lächerlich sind. Und nur auf
dieser Grundlage ist so ein grottendummes Geplärre über angebliche
Mehrbelastung von Hausfrauen möglich.

Über die angebliche oder tatsächliche Mutterliebe spricht es dann Bände,
wenn eine Frau Sätze wie diese schreibt: ". Mütter (sind) nach wie vor
zuständig und verwenden für die Kinderbetreuung durchschnittlich mehr
als doppelt so viel Zeit wie ihre Partner." Nicht genug damit, dass oft
die Kinder dafür herhalten müssen, dem Leben gelangweilter Hausschranzen
einen Sinn oder wenigstens Abwechslung zu geben! Jetzt soll der Umgang
mit Kindern - den eigenen wohlgemerkt! - also auch noch "Arbeit" sein,
eine Plage gewissermaßen!

Andererseits ist Pinl das Paradebeispiel dafür, wie Beiträge von Männern
im Haushalt zum "Hobby" degradiert werden. Basteln und reparieren tun
sie halt gerne, die Mannsbilder, haha! "Deutsche Wohnungen sind
bekanntlich Schrotthalden, in denen es ständig etwas aus- oder umzubauen
gibt. Die Übergänge zum Posten ,Freizeitgestaltung und Hobbys' sind hier
fließend." Wohingegen bei den Verrichtungen einer deutschen Hausfrau gar
nichts fließend ist! Selbst das Behängen des Wohnzimmerfensters mit
vorweihnachtlicher Terrorillumination, das Männern und Kindern Albträume
bereitet, ist hier Kärrnerarbeit im Dienste ihrer Lieben.

Bei Männern wiederum ist das ehrenamtliche "Übungsleiteramt im
Sportverein" für Pinl nur Anlass für Hohn und Spott. Sowas kommt nämlich
womöglich vielen Kindern zugute und nicht nur den eigenen - und ist
deswegen Freizeitbeschäftigung! Sonntagsreden aufs Ehrenamt lässt Frau
Pinls wahrscheinlich nur gelten, wenn sie sich auf ihre
Sufragettentruppe beziehen.

"Hat das Paar Kinder, dominiert das altbekannte Muster: Vati ernährt die
Familie, indem er sich dort möglichst wenig blicken lässt. An
Wochentagen ist er selten vor 18 Uhr zu Hause." Wehe, es ist anders und
irgendwo fehlen dann mal 100 Euro! Die Kritik an der "Nestflucht" des
Vaters nach der Geburt des ersten Kindes schlägt dann urplötzlich um in
wildes Gezeter, dass er für seine Familie ja wohl mal ein paar
Überstunden machen könnte. Und dann liefert uns Frau Pinl den
Komödienstadl frei Haus: "Frauen haben abends zu Hause freie Bahn,
richten das Heim wohnlich her und stecken die Kinder ins Bett, damit er
seinen Feierabend in Ruhe genießen kann." IN RUHE GENIESSEN? Am Ende mit
solchen Zangen wie dieser Madame Pinl vorm Fernseher? Oh liebe Brüder,
dreimal drauf geschissen!

Dann doch eher Loriot, der erst neulich diese milde Altersweisheit
vortrug: "Meist wäre das Probleme behoben, wenn eine Hausfrau wenigstens
halbtags einer Erwerbstätigkeit nachginge." In der Tat! Das könnte nicht
nur zu einer deutlichen Effektivierung der Hausarbeit beitragen durch
Induzierund einer Zeitstruktur. Es würde auch zu einem Mindestmaß an
Zufriedenheit und einem spürbaren Sinken des Jammerpegels führen.
Wetten?

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DER UNTERHALTSRATGEBER:
EIN EHEVERTRAG ERSETZT KEINEN UNTERHALTSZAHLER!

"Wenn Frauen auf zu viel verzichten," überschrieb die "Süddeutsche"
einen Kommentar zum Problem der Eheverträge, und machte damit zutreffend
klar worum es geht. Aus einschlägigen Erfahrungen heraus mögen einige
von uns glauben, dass Frauen eher selten auf zu viel verzichten. (Männer
in den passenden Situationen vermutlich auch nicht, aber die
Ausbeutungsparagrafen sind nun mal zugunsten von Frauen angelegt!)
Einzelne Fälle, die dem Bundesgerichtshof vorlagen, machen teilweise
deutlich, worum es geht: Nicht zuletzt darum, dass verhindert werden
soll, dass der Staat anstelle des Exgatten als Finanzier auftritt:
"'Gegenseitig' kann auf Unterhalt, Zugewinn und Versorgungsausgleich
verzichtet werden. Die Gerichte kassierten deshalb bis vor kurzem nur
offensichtlich sittenwidrige Klauseln wie den Unterhaltsverzicht zu
Lasten der Sozialhilfe oder zu Lasten von betreuungsbedürftigen
Kindern." http://www.sueddeutsche.de/sz/meinungsseite/red-artikel2861/

Das scheint nachvollziehbar, jedenfalls auf den ersten Blick. Die Frage
ist aber, inwieweit es Frauen - bzw. eigentlich doch eher den
unterhaltsberechtigten Exgatten - zumutbar ist, sie auf eigene
Anstrengungen zur Gewährleistung ihres Unterhaltes zu verweisen. Bislang
geht der Rechtsstaat dabei nach Schema F vor: Wo ein Kind ist, wird
Arbeit nicht mehr zugemutet. Dabei spielt der Rechtsanspruch auf einen
Kindergartenplatz ebensowenig eine Rolle wie Möglichkeiten anderweitiger
Betreuung durch Großeltern oder andere Verwandte - oder auch den Vater
bzw. anderen Elternteil selbst.

"Der BGH wird jetzt nicht jede Verzichtserklärung und nicht jede
Gütertrennung für unwirksam erklären. Er muss nur in klaren Worten
Auswüchse beschneiden und offenkundige Ausbeutung beenden," schreibt die
"Süddeutsche". Aber schon diesem Anspruch wird der Rechtsstaat in der
Regel nicht mehr gerecht.

Wer trotz des Anachronismus solchen Gesülzes ein Eheversprechen abgibt,
sollte sich der Tragweite seines Tuns bewußt sein. Ein schöner Satz.
Aber schon dass nur 10 Prozent der Ehen mit Vertrag geschlossen werden
verdeutlicht, dass den Wenigsten klar ist, worauf sie sich da einlassen.
Dummheit kommt vor dem Ruin. Und vor der Dummheit kommt häufig "Liebe" -
was immer jeder einzelne darunter verstehen mag. (Man kann seine Kinder
lieben, Lebensgefährten sollte man vielleicht besser respektieren und -
im Idealfall - obendrein leidenschaftlich begehren. Wenigstens in den
ersten Monaten.)

***********************************************************

Zum Schluss eine Doku ohne weitere Erläuterungen:

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
hier unser Protestbrief an die Kino-Wirtschaft. Wir beobachten ähnliche
Tendenzen schon länger. Es wird Zeit, dass hier deutliche Stoppschilder
aufgestellt werden.
Mit freundlichen Grüßen!
Monika Gerstendörfer
***

An die ZKM Zukunft Kino Marketing GmbH
Geschäftsführung: Dr. Elke Esser
Felix-Klein-Strasse 6
40474 Düsseldorf
E-Mail: info@hartabergerecht.de

Sehr geehrte Frau Esser,

wir beziehen uns auf Ihre Kampagne "Hart aber gerecht"; genauer: auf die
von Ihnen lancierten Poster und Spots, wo u.a. junge Männer in ein
Gefängnis einlaufen, in dem die alteingesessenen Kriminellen schon auf
das "Frischfleisch"- zwecks Vergewaltigung - warten.

In diesem Zusammenhang haben wir einige Fragen an Sie:

Sie drohen allen Ernstes Menschen, die Raubkopien angefertigt und
möglicherweise illegal vertrieben haben, mit einem Offizialdelikt (§ 177
StGB, Vergewaltigung), das an ihnen - nach dem Prinzip "ausgleichender
Gerechtigkeit"- begangen werden soll bzw. wird?

Was für eine Art von Rechtsauffassung und Rechtsstaatlichkeit ist denn
das?

Das Ganze soll obendrein absichtlich "durchaus provokant und aggressiv",
als "schwarzer Humor", "mit dem Mittel der Parodie und Übertreibung"
angelegt sein. Glauben Sie wirklich, dass das "Spiel" mit einer
Vergewaltigung witzig ist?

Dann beklagen Sie das fehlende Unrechtsbewusstsein von Raubkopierern. Wo
ist Ihres?

Sexualisierte Misshandlungen sind das Schlimmste, was man einem Menschen
antun kann. Männer und Jungen leiden darunter nicht weniger als Frauen
und Mädchen. Die kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen auf
Körper und Seele sind katastrophal. "Endstation" ist nicht selten - auch
noch nach Jahrzehnten - der Suizid. Eine Vergewaltigung ist der
Frontalangriff auf das Intimste und Persönlichste, das ein Mensch hat:
sein Energiezentrum, seine Seele, sein Ich. Eine Vergewaltigung
vermittelt an das Opfer immer diese Botschaft: "Du existierst nicht!"
Das wünscht man keinem Menschen. Und man muss es nicht selbst erlebt
haben, um hier das menschlichste aller Gefühle aufzubringen: Empathie.

Ahnen Sie zumindest ansatzweise, dass Sie hier Vergewaltigungsopfer und
andere Überlebende sexualisierter Gewalt re-traumatisieren werden?

Wissen Sie, dass Ihre Spots und Poster reihenweise "Trigger" enthalten,
die durch ihre zynisch bagatellisierende Aufbereitung doppelt und
dreifach wirken werden und damit lebensgefährlich für Opfer werden
können?

Und dann wollen Sie das Ganze auch noch an Aufsichtspersonen wie
"Lehrer, Erzieher, Eltern" weitergeben. Sind Sie wahnsinnig?

Und schließlich bedienen Sie üble Stereotypen. Wie kommen Sie dazu - so
ganz am Rande - männliche Gefängnisinsassen generell als potenzielle
Vergewaltiger zu diffamieren?

Wie wir recherchiert haben, meint Klaus Sielker, der Verantwortliche der
Berliner Agentur, "dass die Filme für sich sprächen". Da hat er Recht!
Wir beobachten diese Tendenz, sich über Gewaltopfer "lustig"zu machen,
tatsächliche Verbrechen zu bagatellisieren und zu instrumentalisieren,
sich über verfassungsmäßig garantierte Grundrechte hinwegzusetzen und
dies als "Spiel", "Phantasie" oder Virtuelles zu deklarieren, schon
länger. Aber nicht mehr lange!

Wir werden diese Angelegenheit u.a. an den Rechtsausschuss des Deutschen
Bundestages, an die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPJM)
und an die European Womens Lobby (EWL) in Brüssel weiterleiten.

Außerdem werden wir prüfen lassen, ob Sie hier nicht u.a. zu Straftaten
aufrufen, indem Sie diese bewusst und vorsätzlich als "harte, aber
gerechte und damit angemessene(?) Ausgleichstat" öffentlich vorführen
und propagieren. (.)

Mit freundlichen Grüßen!

Metzingen, 3. Dezember2003
gez. Monika Gerstendörfer, Dipl.-Psych.

Lobby für Menschenrechte e.V. - Gegen alle Formen sexualisierter Gewalt
-
Gemeinnütziger und mildtätiger Verein (Amtsgericht Bad Urach Nr. 654)
PF 1030, 72541 Metzingen, URL: http://www.lobby-fuer-menschenrechte.de
Spendenkonto 99 77 11, KSK Reutlingen, BLZ 640 500 00.

Info-Links: www.hartabergerecht.de
www.heise.de/newsticker/data/vza-27.11.03-000/.
www.heise.de/newsticker/data/vza-01.12.03-001/
www.vov.de/von-uns/presse/mitteilung.phtml?id=128

Und das, liebe Freunde, war's zum Jahreseinstieg. Wir haben
Schmuddelwetter statt Eiszeit, aber - hey: Was kann man erwarten in
diesem Paralleluniversum, das für Männer nur zwei Rollen kennt, die des
zahlenden Gewalttäters und die des gewalttätigen Zahlmeisters? Und in
dem der Durchschnittsdeutsche fast 16 Kilo Joghurt jährlich frisst, wie
wir gerade erfahren! Muss das nicht zwangsläufig zu einer
gesamtgesellschaftlichen Diarrhöe führen?

Bleibt frisch und haltet euere Ohren warm! Und den Joghurt kühl.
Euer RedManAlex
(13.01.04)

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