Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Schlechte Zeiten für spanische Machos

Frank, Tuesday, 06.01.2004, 13:14 (vor 8066 Tagen)

Fortschritt im Macho-Paradies

Die gute Nachricht aus Spanien: Männer helfen eine Minute mehr Von OTZ-Korrespondent Ralph Schulze, Madrid
Der Fortschritt bei Spaniens Macho-Männern kriecht im Jahr 2004 im Schneckentempo. Doch immerhin ist es ein Fortschritt. Langsam, wenn auch sehr langsam helfen die Mannsbilder ihren Frauen etwas mehr bei der Hausarbeit. Nach Untersuchungen des spanischen Sozialministeriums widmen sie jedes Jahr etwa eine Minute zusätzlich pro Tag den häuslichen Pflichten.

Es bewegt sich also etwas im Gehirn der spanischen Männer. Die ja sonst den Ruf haben, lieber in die Kneipe, auf den Fußballplatz, in die Stierkampfarena zu gehen. Oder die Füße vor dem Fernseher auszustrecken, statt zu Hause mal den Schrubber in die Hand zu nehmen. Immerhin rund eine dreiviertel Stunde am Tag investieren die angeblichen Herren der Schöpfung derzeit und im Durchschnitt in die Mithilfe beim Einkaufen, Kochen, Waschen, Bügeln und Putzen. Im neuen Jahr werden es, den optimistischen Prognosen zufolge, eine oder - mit Glück - sogar zwei Minuten mehr sein. Halbwegs gute Nachrichten also für die spanischen Frauen.

Die Spanierinnen schuften heute pro Tag nur noch gut vier Stunden am Herd und im Heim, rund eine halbe Stunde weniger als noch Mitte der 90er Jahre, natürlich alles nur, damit es ihren Machos und Kindern gut geht. "Eine positive Entwicklung" lobt Spaniens Sozialministerium. "Wenn wir vorwärts schauen, scheint dies ein kleiner Schritt zu sein. Aber wenn wir zurücksehen, ist es ein Riesenschritt."

Minute für Minute kommt das Macho-Paradies Spanien also der Gleichberechtigung näher. Insofern werden die nächsten 12 Monate ein leicht hoffnungsvolles Jahr für Spaniens Frauen sein. Sie können sich ausrechnen, wenn die Machos weiter so gute Fortschritte machen, dass ihnen ihre Männer in rund 100 Jahren ebenbürtig sein werden. Wenigstens in Sachen Hausarbeit.

Übrigens: Spaniens Frauen haben sich in der europäischen Statistik auch den Ruf erworben, am penibelsten beim Kampf gegen den Staub zu sein. Sie greifen im Schnitt ein gutes Dutzend Mal pro Woche zum Staubwedel. Aus all dem Zahlensalat der Haushalts- und Staubwedelforschung lässt sich schließen: Spaniens Familienheime sind blitzsauber, aber auch nur - und das gilt wohl noch für lange Zeit - Dank der Herrin im Haus.

(Ostthüringer Zeitung vom 6.1.04)

http://www.otz.de/otz/otz.nachrichten.volltext.php?id=994563&zulieferer=otz&rubrik=Homepage&kategorie=HOM®ion=National


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