Mutter-(Vaterschafts)urlaub
Hallo,
bei der Planung für das nächste Jahr in meiner Firma bin ich derzeit bei einem Gedankenspiel, wlches ich gern mal zur Diskussion stellen möchte. Meine Firma ist ein kleines Handelsunternehmen (3 Mitarbeiter) und wäre bei einem unerwarteten Ausfall durch Schwangerschaft und anschließdendem Urlaub arg gebeutelt. Dies ist auch EIN Grund, weshalb ich keine Frauen einstelle (die fehlende 2 Toilette der offizielle). Nun ist es ja auch möglich, daß Väter in den Urlaub gehen und (meines Wissens) nach 3,5 Jahren entweder zurück kommen oder kündigen oder bei einem 2. Kinde weitere 3,5 Jahre dran hängen. Dem möchte ich gern vorbeugen und daher kam die Überlegung, ob es statthaft oder sinnvoll wäre, im Arbeitsvertrag auszuschließen, das der Mitarbeiter den Urlaub nehmen kann. Ich denke mal, daß es bei unserer feminisierten Rechtsprechung sofort umgedreht werden würde und behauptet werden würde "Dann könnte man Frauen auch so einen Vertrag aufdrücken!", was ja auch richtig wäre. Aber sicher bin ich mir natürlich nicht. Mir gehts im Moment eher darum, einen solch politisch völlig unkorrekten Gedanken auszusprechen und andere Meinungen zu hören.
Einen letzten Gruß in diesem Jahr.
AJM
P.S.: Mich ärergt auch jeden Monat, daß die AOK rd. 15,-- bekommt, damit Angestellte (Mütter!) im Muttschaftsurlaub versichert sind, obwohl im Betrieb gar keine Frauen beschäftigt sind.
Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub
Als Antwort auf: Mutter-(Vaterschafts)urlaub von AJM am 31. Dezember 2003 18:05:29:
Meine Firma ist ein kleines Handelsunternehmen (3 Mitarbeiter) und wäre bei einem unerwarteten Ausfall durch Schwangerschaft und anschließdendem Urlaub arg gebeutelt. (...) kam die Überlegung, ob es statthaft oder sinnvoll wäre, im Arbeitsvertrag auszuschließen, das der Mitarbeiter den Urlaub nehmen kann.
Nein, das geht nicht. Andererseits gelten fuer Kleinstbetriebe (unter 5) manchmal lockerere Regeln, und du kannst dem Urlaubenden kuendigen.
P.S.: Mich ärergt auch jeden Monat, daß die AOK rd. ? 15,-- bekommt, damit Angestellte (Mütter!) im Muttschaftsurlaub versichert sind, obwohl im Betrieb gar keine Frauen beschäftigt sind.
Da ist halt eine andere Steuer, die der Staat beschlossen hat. Fuer die Steuern, die du zahlst, kannst du dir nichts kaufen.
Gruss,
Peter
Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub
Als Antwort auf: Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub von Peter am 31. Dezember 2003 19:37:50:
>Meine Firma ist ein kleines Handelsunternehmen (3 Mitarbeiter) und wäre bei einem unerwarteten Ausfall durch Schwangerschaft und anschließdendem Urlaub arg gebeutelt. (...) kam die Überlegung, ob es statthaft oder sinnvoll wäre, im Arbeitsvertrag auszuschließen, das der Mitarbeiter den Urlaub nehmen kann.
Nein, das geht nicht.
Ich glaube auch nicht daran, daß so etwas zulässig wäre.
Andererseits gelten fuer Kleinstbetriebe (unter 5) manchmal lockerere Regeln, und du kannst dem Urlaubenden kuendigen.
Da wäre ich mir nicht so sicher, ob dies auch für den Erziehungsurlaub
(neuerdings nennt sich dieser feministisch korrekt wohl "Erziehungszeit")
gilt.
Aber was spricht dagegen, für die Zeit des Erziehungsurlaubs eine
Ersatzkraft zu beschäftigen? (Wäre meines Erachtens zumindest die
sozialere Variante.)
Jörg
Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub
Als Antwort auf: Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub von Jörg am 31. Dezember 2003 22:21:27:
> >
Aber was spricht dagegen, für die Zeit des Erziehungsurlaubs eine
Ersatzkraft zu beschäftigen? (Wäre meines Erachtens zumindest die
sozialere Variante.)
Eine ganzer Menge. Ich habe auch ein Kleinunternehmen und kenne diese Probleme sehr genau. Bei uns ist nicht jeder einfach so durch einen Dritten zu ersetzen, da es keine klare Aufgabenzuordnung gibt. Jeder muss halt alles machen, wenn es die Situation erfordert: Systemadministration, Netzwerkbetreuung, Kundenhotline, Inbetriebnahme vor Ort, Entwicklung natürlich und auch Strategiediskussionen etc. Unser Wissen und unsere Podukte sind über fast 20 Jahre entstanden und die Historie ist extrem wichtig. Wenn einer meiner Mitarbeiter nun in den Erziehungsurlaub ginge (Zum Glück sind alle viel zu alt, um weitere Kinder zu bekommen) dann hätte das heftige Konsequenzen:
Die Arbeit müsste auf die vorhandenen Leute verteilt werden, was zu einer deutlichen Mehrbelastung,in Zeit für die Mitarbieter, in Überstundenbezahlung für die Firma, führen würde. Ein neuer Mitarbeiter brauche Monate für die Einarbeitung, was aber wegen der höheren Belastung meiner Mitarbeiter nicht zu leisten wäre. Und wenn der alte Mitarbeiter nach 3,5 Jahren wiederkäme, müsste der nun eingearbeitete Ersatzmann gehen und für den alten wieder Zeit für die dann notwendige Aktualisierung des Wissenstands aufgewendet werden, eine zweifache Belastung, die wohl auch alle anderen Mitarbeiter letzlich die Arbeitsstelle kosten würde, da wir das nicht verkraften könnten. Wobei sich dieses Problem natürlich auch durch Weggang eines Mitarbeiters stellt. Ein Lösung gibt es nicht, außer: auf Angestellte zu verzichten!
Gruß
Dieter
Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub
Als Antwort auf: Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub von Jörg am 31. Dezember 2003 22:21:27:
Aber was spricht dagegen, für die Zeit des Erziehungsurlaubs eine
Ersatzkraft zu beschäftigen? (Wäre meines Erachtens zumindest die
sozialere Variante.)
Hallo, Jörg,
Dieter hat ja schon die Problematik mit Ersatzkräften aus Organisationssicht der Firma erörtert. Es kommt aber noch eine rechtliche Seite hinzu: Einen befristete Arbeitsvertrag darf man nur über 6 Monate machen und maximal einmal verlängern um weitere 6 Monate. Also für ein Jahr kann ich maximal eine Ersatzkraft einstellen, dann müßte eine neue heran, die wiederum erst eingearbeitet werden muß.
Bei mir in der Firma kommt neben der Einarbeitung auch noch etwas anderes hinzu: Viele Kunden reagieren entäuscht bis zurückhaltend auf ständig neue Ansprechpartner. Ich selbst möchte z.B. bei meiner Hausbank (oder Autohändler, etc.) auch gern mit einem mir bekannten Ansprechpartner zusammen arbeiten und so ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Natürlich ist es nicht mehr zeitgerecht, denn Mobilität schein DER Fetisch der Arbeitswelt zu sein. Wenn aber Kunden bei uns anrufen und nach Mitarbeiter XY fragen, dieser aber schon seit ein paar Monate pensioniert oder nicht mehr bei uns ist, so kommt sehr häufig ein "Sehr schade, der hat mich immer sehr gut beraten!" und der nun zuständige Mitarbeiter muß erst einmal das Vertrauensverhältnis neu aufbauen. Natürlich passiert so etwas auch bei einem Mitarbeiterwechsel. Der Unterschied zum Mutter(Vater)schaftsurlaub ist jedoch: Wenn der Mitarbeiter weg ist, ist er weg und die Planung kann normal weiter gehen. Beim Erziehungsurlaub ist man nicht einmal sicher OB der Mitarbeiter überhaupt zurück kommt und dann auch noch die Frage nach dem Wann. Eine solches Gesetz (damals von Frauen für Frauen ersonnen) hat im Grunde die Position der Frauen am Arbeitsmarkt geschwächt. Wenn nun verstärkt auch Männer einen solchen Urlaub in Anspruch nehmen würden, dann werden viele kleine Betriebe arge Probleme bekommen.
Gruß und allen ein frohes neues Jahr.
AJM
Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub
Als Antwort auf: Mutter-(Vaterschafts)urlaub von AJM am 31. Dezember 2003 18:05:29:
Also,
es ist ja nicht zu fassen.
Da postet einer ganz unverblümt genau die Gründe, die zu Quotenregelungen führen müssen und ihr merkt das noch nicht einmal.
Darüber hinaus sollen hier ganz konkret Männer, die sich bewusst für die Erziehung ihres Kindes entscheiden möchten diskriminiert, und ihr merkt das nicht einmal oder nehmt es unwidersprochen hin.
Dann aber wieder mosert ihr über die Regelung, dass Kinder überwiegend nach Scheidung bei den Müttern bleiben, ja, habt ihr denn den Schuss nicht gehört?
Elternzeit ist eine Errungenschaft, Mutterschutz ebenfalls und wer das geradezu so torpediert, der gehört als Unternehmen boykottiert - und nicht noch verbal unterstützt.
Aber schöner hättet ihr eure Eindimensionalität nicht vorführen können. Dieser Thread bekommt einen Ehrenplatz in meinen Favoriten - Peinlichkeiten der Maskulisten.
Jörg Rupp
Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub
Als Antwort auf: Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub von Jörg Rupp am 03. Januar 2004 09:03:23:
Zitat: "Elternzeit ist eine Errungenschaft, Mutterschutz ebenfalls und wer das geradezu so torpediert, der gehört als Unternehmen boykottiert - und nicht noch verbal unterstützt"
Soso, ein kleines Unternehmen, das sich darum bemüht, zu überleben, das sich nicht durch beschränkende Gesetze in die Knie zwingen lassen will, das die vorhandenen Arbeitsplätze sichern will, ein solches Untermehen soll also boykottiert werden? Elternzeit mag für den einen oder anderen eine Errungenschaft sein, aber sie funktioniert nur, wenn andere dafür die notwendigen Freiräume (finnaziell wie personell und räumlich) schaffen.
Um all das zu finanzieren, was als Errungenschaft gefeiert wird (die Liste wäre sehr lang), muß zunächst einmal die Wirtschaft laufen. Aber durch Gesetze wie Elternzeit, etc. werden kleine Unternehmen über Gebühr belastet.
Gruß
AJM
P.S.: Ich bin kein Maskulinist. Ich bin Ich mit gelegentlich Übereinstimmungen mit Maskulinisten.
Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub
Als Antwort auf: Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub von AJM am 03. Januar 2004 11:32:37:
Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub
Als Antwort auf: Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub von Jörg am 31. Dezember 2003 22:21:27:
Aber was spricht dagegen, für die Zeit des Erziehungsurlaubs eine
Ersatzkraft zu beschäftigen? (Wäre meines Erachtens zumindest die
sozialere Variante.)
Einarbeitungszeit. Je nach Betrieb (Kundenkontakte) bis 4 Monate. Aufbau eines Vertrauensverhältnisses. Man hat ja erst mal eine Katze im Sack.
Deine Frage zeigt das du noch nie selbständig warst.
Konrad
Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub
Als Antwort auf: Re: Mutter-(Vaterschafts)urlaub von Jörg Rupp am 03. Januar 2004 09:03:23:
Da postet einer ganz unverblümt genau die Gründe, die zu Quotenregelungen führen müssen und ihr merkt das noch nicht einmal.
Es geht um einen Kleinstbetrieb. Fuer die wird es nie eine Quotenregelung geben. Mach doch mal deine eigene rot-gruene Ich-AG auf, um zu sehen, wie es sich am Markt lebt.
Darüber hinaus sollen hier ganz konkret Männer, die sich bewusst für die Erziehung ihres Kindes entscheiden möchten diskriminiert, und ihr merkt das nicht einmal oder nehmt es unwidersprochen hin.
Wer im Kleinstbetrieb arbeitet, kennt die Risiken. Deshalb sollte er auch auf bessere Entlohnung pochen als im Großbetrieb.
Dann aber wieder mosert ihr über die Regelung, dass Kinder überwiegend nach Scheidung bei den Müttern bleiben, ja, habt ihr denn den Schuss nicht gehört?
Die Entscheidung, dass einer im Kleinstbetrieb arbeitet oder sich selbstständig macht, sollte von Vater und Mutter zusammen getragen werden. Die Folgen sollten auch beide tragen, z.B. dass nach einer Scheidung nicht mehr soviel Geld erwartet werdfen kann.
Elternzeit ist eine Errungenschaft, Mutterschutz ebenfalls und wer das geradezu so torpediert, der gehört als Unternehmen boykottiert - und nicht noch verbal unterstützt.
Ich habe ihn nicht unterstuetzt sondern auf die Rechtslage hingewiesen. Persönlich glaube ich, dass ein Unternehmer auch das Familienleben seiner Angestellten fördern sollte, dafuer arbeiten sie schließlich bei ihm - aber was soll ein Kleinstunternehmer machen, wenn da einer mit Beamtenmentalität deine Errungenschaften einfordert und keine Leistung bringt? Ein Großunternehmer rechnet mit solchen (seltenen) Fällen und verteilt die Folgen; im Mittelbetrieb machen die Kollegen Druck ueber den Betriebsrat; aber ein Kleinstunternehmen kann davon untergehen.
Kleinstbetriebe sind nicht ohne Grund von einigen Vorschriften ausgenommen - unsere Wirtschaft braucht sie und ihre Flexibilität und Schnelligkeit. Deine Errungenschaften muessen auch erstmal erarbeitet werden. Wohin reine Verordnungserrungenschaften fuehren, sehen wir ja ueberall im Renten- und Medizinwesen: die Kassen machen Minus und erlassen undurchdachte Zusatzabgaben.
Aber schöner hättet ihr eure Eindimensionalität nicht vorführen können. Dieser Thread bekommt einen Ehrenplatz in meinen Favoriten - Peinlichkeiten der Maskulisten.
Könnte es sein, dass sich hier jemand anderes bloßstellt?
Gruß,
Peter