Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Fehlurteile

Ferdi, Monday, 22.12.2003, 10:15 (vor 8082 Tagen)

Hallo zusammen!

In dem verlinkten Artikel wird deutlich gemacht, wieviele Fehlurteile es gibt und wie schlampig ermittelt wird, wenn überhaupt irgend so was wie "Ermittlungsarbeit" stattfindet. Und das auch noch vor dem Hintergrund, dass von Maya in ihrem Forum permanent die Abschaffung der Unschuldsvermutung - eine der Hauptsäulen eines demokratischen Rechtsstaates - und die Beweislastumkehr gefordert wird. Wer sowas fordert, will den Rechtsstaat abschaffen.

Gruss,
Ferdi

Telepolis

Wieviele Beine hat Justitia?

Setarkos, Wednesday, 24.12.2003, 00:57 (vor 8080 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Fehlurteile von Ferdi am 22. Dezember 2003 08:15:42:

Hallo Ferdi! Warum ist die Unschuldsvermutung eine der Hauptsäulen demokratischer Rechtsstaaten? Sind wir nicht alle schuldig? Welcher Anwalt ist so frei, daß er die Informationen seines Mandanten so wertet, als würden sie der Wahrheit entsprechen? Kann in einer Lügengesellschaft überhaupt von Unschuld die Rede sein? Eigentlich arbeiten doch alle Streitschlichter und Richter mit mehr oder weniger bewußten Schuldvermutungen, weil kaum jemand Zeit hat, die Wahrheit zu finden. Grüße!

Unbekannte Rechtswahrheiten

Re: Gegendarstellung

Ferdi, Thursday, 25.12.2003, 15:57 (vor 8078 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Fehlurteile von Ferdi am 22. Dezember 2003 08:15:42:

Hallo!

Ich schrieb: "Und das auch noch vor dem Hintergrund, dass von Maya in ihrem Forum permanent die Abschaffung der Unschuldsvermutung - eine der Hauptsäulen eines demokratischen Rechtsstaates - und die Beweislastumkehr gefordert wird. Wer sowas fordert, will den Rechtsstaat abschaffen."

Maya schrieb mir daraufhin: "Ich fordere nicht die Abschaffung der Unschuldsvermutung, somit auch nicht die Abschaffung des Rechtsstaates.
Ich fordere jedoch, daß du diese Falschbeschuldigung öffentlich korrigierst....."

Ich komme dieser Aufforderung nach und nehme diese Behauptung in meinem Beitrag mit Bedauern zurück. Ich habe diese Behauptung aufgestellt, ohne sie beweisen zu können.

Gruss,
Ferdi

Re: Gegendarstellung

Joseph S, Saturday, 03.01.2004, 01:26 (vor 8070 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Gegendarstellung von Ferdi am 25. Dezember 2003 13:57:10:

Hallo Ferdi,

warum mußtest Du diesen interessanten Artikel mit einer unnötigen Bemerkung über diese
Dame verbinden? Wofür sie steht wird aus ihrem Forum schnell klar, wenn man auch auf
das achtet, was bei ihren Aussagen unausgesprochen mitschwingt. Das direkte Hinweisen auf
dieses Forums bringt hier nichts.

Dieser Artikel ist ein guter Beleg dafür, daß die Angst vor Falschbeschuldigungen nicht
unbegründet ist.

Der Hang zur Umkehr der Beweislast konnte ich schon in der Frage von vermeintlichen
Ladendiebstahl am eigenen Leib erfahren. Allerdings war die Polizei in den Fällen,
an die ich denke, die, die die Nichtbeweisbarkeit (Es war auch nichts gestohlen)
anerkannten. Die Umkehr der Beweislast wird also auch in Fällen, die nicht als typische
Männerverbrechen angesehen werden, versucht.

Mich wunderte schon immer die Krimi-Ansicht, die alles in der Jagd des Täters sieht.
Ein als "Richter Gnadenlos" Bezeichneter kann auch in Deutschland beachtliche Wahlerfolge
erreichen. Eine Inhaftierung des Täters macht eine Tat nicht ungeschehen. Die Inhaftierung
eines falschen Täters ist sogar ein guter Schutz für den richtigen Täter. Dann gilt
nämlich der Fall als erledigt.

Beachtlich ist, daß selbst Polizisten sich bei Beweisfälschung oder der Zurückhaltung
entlastender Indizien beteiligt haben sollen. Ich erkläre mir das nicht mit Korruptheit der
Polizisten. Ich denke da ehr an Erfolgsdruck. Wer will schon dazu beigetragen haben, daß
jemand, von dem man überzeugt ist, daß er ein Vergewaltiger ist, aufgrund von Mangel an
Beweisen freigesprochen wird? Da macht man es halt wie mit den mißlungenen Versuchen im
Physikunterricht. Der Lehrer verwirft nicht die These, sondern den Versuch.

Die Opfer von solchen Fehlurteilen sind gewis die, die von der Gesellschaft als potentielle
Täter angesehen werden, und dann hat man aufgrund der "nachgewiesenen" Taten die
Bestätigung, daß diese die potentiellen Täter sind. Ich würde mich wundern, wenn nicht
schwarze Männer überdurchschnittlich oft, und weise Frauen dagegen besonders selten Opfer von
Fehlverurteilungen wären.

Wenn die Wahrheitsfindung schon in Gerichtsprozessen so schlecht funktioniert, kann man
davon ausgehen, daß bei Schnellverurteilungen a la Wohnungsverweis per Gewaltschutzgesetz,
die Frage, welche Personengruppe als potentielle Täter angesehen wird, normalerweise das
Verfahren entscheidet.

Der Artikel ist ein wichtiges Argument zur Besonnenheit gegen kriminalistische Panikmache,
wie sie besonders bei Sexualverbrechen beliebt sind.

Die Verbrechensopfer, die die irrtümlich Verurteilten unterstützen, sind sehr zu loben.
Es bedarf schon einer großen Überwindung, den Menschen, von dem man überzeugt war, daß er
einem was Schreckliches angetan hat, plötzlich als schwer geschädigtes Opfer des eigenen
Irrtums anzuerkennen.

Gruß
Joseph

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