@Emmalein
Hallo Emmalein,
...ich möchte einmal auf einige deiner Postings eingehen und dich was fragen.
Dass sich ein Mann vergewaltigt fühlt, macht daraus keinen Straftatbestand.
...ich bin kein Jurist. Dennoch finde ich die Tatsache, dass ein junger Mann gegen seinen Willen penetriert werden darf, deshalb nicht weniger schlimm, weil es sich dabei bloß um einen Mann handelt.
Vergewaltigung ist keine kleine, harmlose Sache, sondern ein Straftatbestand. Mensch kann deswegen immerhin hinter Gittern landen, und das hat seinen Grund.
...sehe ich auch so. Was mich stört ist die Ambivalenz der Sichtweise, ob ein Mann oder eine Frau vergewaltigt wird.
Eine ärztliche Untersuchung damit gleichzusetzen, hiesse, es gleichzusetzen, wenn Du Dich vor einem Gynäkologen ausziehen musst und wenn Du es vor einem Vergewaltiger musst.
...da besteht ein großer Unterschied. Die Behandlung beim Gynäkologen ist freiwillig. Eine Behandlung beim Musterungsarzt geschieht unter Zwang.
Zwei Leute können dasselbe tun, und es ist nicht dasselbe.
...Wie wahr. Wie sage ich immer: Gleichberechtigung ist eine tolle Sache. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.
Lasst uns doch die dumme Wehrpflicht endlich abschaffen! Andere Länder kommen doch auch ohne sie aus und haben eine bessere und flexiblere Ausstattung, die besser in die heutige Zeit passt als wir (beispielsweise England)
WECH MIT DER WEHRPFLICHT!
...da sind wir völlig einer Meinung. Wehrpflicht ist völlig überflüssig. Die reinen Berufsarmeen Großbritanniens und Frankreichs beweisen dies. Die Wehrpflicht wird heute meistens mit dem gerechten Ausgleich für die Männer, weil Frauen Kinder bekommen können, begründet. Mit dieser Begründung ist Wehrpflicht auf jeden Fall verfassungswidrig. Zudem halte ich die Auffassung, dass junge Männer gezwungen werden dürfen, sich erschießen zu lassen, weil Frauen Kinder bekommen können für absolut degeneriert. Das hängt aber mit der oben schon genannten ambivalenten Sichtweise des Wertes eines Frauen- und Männerlebens zusammen. Der Bauch der Frau gehört der Frau. Der Bauch des Mannes gehört dem Staat. Wohl aus diesem Grunde sieht die Politik auch kaum Handlungsbedarf die Diskriminierung der männlichen Mitbürger in der Gesundheitsvorsorge zu beseitigen.
Was die Gewalt von Männer betrifft, so stimmt deine Aussage aus einem anderen Posting, dass Männer wesentlich häufiger Gewalttäter sind. Doch daran ist auch die einseitige frauenspezifisch ausgerichtete Geschlechter- und Erziehungspolitik verantwortlich.
Schon den männlichen Jugendlichen wird chancengleiche Erziehung und Bildung in sozialer Kompetenz absichtlich vorenthalten. In Deutschland und in ganz Europa wird zudem eine Bildungpolitik betrieben, die, wie PISA eindeutig zeigt, wissentlich zu einer Jungeverdummung führt. Der Erziehungsbereich wird immer mehr feminisiert und als Frauendomäne festzementiert. Jungen haben kaum mehr Chancen, während ihrer wichtigsten persönlichen Entwicklungsphase männlich geprägte soziale Lebensweisen kennen zu lernen. Ich kenne ein konkretes Beispiel an einer Hauptschule in einer großen Stadt in Baden-Württemberg. Dort gibt es eine Rektorin und 90 % Lehrerinnen. Trotzdem gibt es eine Frauenbeauftragte. Und der größte Gag ist, dass frau dann noch Verwunderung vorspielt, dass es so wenig männliche Lehrer gäbe. Dazu kommt, dass eine Familienpolitik betrieben wird, die eine immer weitergehende Väteremliminierung betreibt. Der Anteil vorwiegend weiblicher Alleinerziehender ist so groß wie nie zuvor.
6 Jahre Rot-Grün (wobei die Grundlagen von Schwarz-Gelb gelegt wurden) haben Deutschland nunmehr definitiv zum väterfeindlichsten Land in Europa gemacht. Eine Spitzenposition, auf die man auch noch stolz ist. Nicht nur das. Man strebt jetzt auch den Titel des jungenfeindlichsten Landes in der EU an. Die zunehmende Ausgrenzung der Jungen bei Bildungsmaßnahmen oder Kulturveranstaltungen zeigt dies deutlich. Eine höhere Arbeitslosigkeit der Männer, insbesondere der männlichen Jugendlichen, die überall als großer Erfolg der Frauenpolitik gefeiert wird, bestätigt das zusätzlich. Die Bundesanstalt für Arbeit brüstet sich sogar noch mit der Aussage, dass sie im vergangen Jahr trotz höherer Arbeitslosenquote der Männer, Frauen bevorzugt bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik unterstützt hat. Und ich frage dich: Wo ist das Gewaltpotential wohl höher? Bei dummen arbeitslosen Männern oder bei auch in sozialer Kompetenz gebildeten Männern mit einer festen Arbeit?
Den Jungen und jungen Männern wird im Gegensatz zu den Mädchen und jungen Frauen keine echten alternativen Lebenswege als die des archaischen Rollenklischees als Vollzeitmalocher, Arbeitsloser oder Soldat angeboten. Deshalb sehen dieses oft keinen anderen Ausweg, sich andere Lebenswegalternativen ind Drogen, Kriminalität und Rechtsradikalismus zu suchen.
Die o.g. Wehrpflicht bringt dies am besten zum Ausdruck. Obwohl verteidingungstechnisch überlüssig wird an diesem Relikt aus der Kaiserzeit festgehalten und zementiert das alte Rollenklischee des Mannes fest.
Es klingt deshalb äußerst seltsam, wenn sich die Frauen, einerseits den Erziehungsbreich als Frauendomäne reservieren und immer mehr festzementieren und gleichzeitig sich über das hohe Gewaltpotential der Männer wundern, die nahezu ausschließlich sie erzogen haben.
Meine Fragen an dich: Aus welchen Gründen wollen Frauen unbedingt die Erziehungsbereich für sich reserviert wissen? Was spricht gegen den erziehenden Mann? Warum beklagen sich die Frauen immer über den Macho, sind aber bestrebt, Jungen zu archaischen Männerbildern zu erziehen? Würde sich nicht im Gegenteil die Integration der Männer in den Erziehungsbreich auch positiv für die Integration der Frauen in die Berufswelt auswirken? Es ist doch gerade die vorwiegende Erziehungsrabeit der Frauen, die deren niedrigeren Durchschnittslöhne (mehr Teilzeitanteil, mehr Elternzeitanteil) verursachen. Warum ist es nicht möglich beiden Interessen, die sich durchaus ergänzen, in einer Geschlechterpolitik, die nachhaltig positiv für Frauen und Männer wäre, zu entsprechen? Wäre es nicht endlich an der Zeit, dass die deutsche Frauenpolitik ihren von Alice Schwarzer geprägten Feminismus der Konfrontation (Feindbild Mann) nach dem Motto Frauen können nur gewinnen, wenn Männer verlieren aufgeben, endlich über ihren eigene Tellerrand hinausschauen und eine kooperative Geschlechterpolitik verfolgen würden? Warum werden statt dessen durch die Einrichtung des Gender Mainstreaming-Referates im Frauenministerium also gerade dem Ministerium, das nicht für Männer zuständig ist, die männlichen Mitbürger von der Geschlechterpolitik definitv ausgeschlossen, wo diese doch für Frauen und Männer gelten sollte?
Es grüsst freundlich
Bruno
Re: @Emmalein
Als Antwort auf: @Emmalein von Bruno am 18. Dezember 2003 11:42:09:
Hallo, Bruno,
ich bin mir ernsthaft im Zweifel, ob ich eine ärztliche Untersuchung als "Penetration" und noch dazu als "gewaltsam" einstufen kann. Juristisch gesehen geht das glaube ich sowieso nicht, sonst könnte man sich ja gegen diese Untersuchung wehren.
Wenn ein Mann unter anderen Umständen von einer Frau zum Verkehr gezwungen wird oder von einem Mann, ist das selbstverständlich Vergewaltigung und gehört bestraft. Da mache ich keinen Unterschied zwischen Frau und Mann. Nur weil es sich hier um einen Teil einer ärztlichen Untersuchung handelt, zögere ich, das Ganze einer Vergewaltigung gleichzustellen.
Wenn Männern alternative Lebensbilder fehlen, sollten sie sie entwickeln. Ob die Arbeitsgesellschaft, so wie wir sie kennen, noch eine lange Zukunft hat, weiss ich nicht, viele Zukunftsforscher bezweifeln das.
Nun zu Deinen Fragen:
Meine Fragen an dich: Aus welchen Gründen wollen Frauen unbedingt die Erziehungsbereich für sich reserviert wissen? Was spricht gegen den erziehenden Mann?
In meinen Augen gar nichts, es sollte alles getan werden, dass Männer sich eher vor allem im Grundschulbereich für eine pädagogische Laufbahn entscheiden. Notfalls muss sogar mit Quoten gearbeitet werden, obwohl ich das für die schlechteste Lösung halte. Die Jungen brauchen männliche Vorbilder! Und wir brauchen auch gut ausgebildete Jungen ,nicht nur gut ausgebildete Mädchen!
Warum beklagen sich die Frauen immer über den Macho, sind aber bestrebt, Jungen zu archaischen Männerbildern zu erziehen?
Du stellst kluge Fragen, auf die ich keine Antwort weiss. Ich habe noch keine Kinder, und meine Schwester hat nur Töchter!
Würde sich nicht im Gegenteil die Integration der Männer in den Erziehungsbreich auch positiv für die Integration der Frauen in die Berufswelt auswirken?
Es würde sich positiv auf die gesamte Gesellschaft auswirken! Mehr gebildete Menschen heisst mehr Kreativität, das heisst weniger Arbeitslosigkeit. Ich bin der Ansicht, dass Jungen in der akkademischen Bildung männliche Vorbilder brauchen. Einige neuere psychologische Studien bestätigen mich da überigens.
Warum ist es nicht möglich beiden Interessen, die sich durchaus ergänzen, in einer Geschlechterpolitik, die nachhaltig positiv für Frauen und Männer wäre, zu entsprechen?
Wieder stellst Du sehr kluge Fragen, auf die ich keine Antwort habe. Ich kann Dir nur versichern, dass wir in diesem Punkt dieselbe Ansicht vertreten!
Im Übrigen vertrete ich kein Feindbild Mann. Einige Männer sind sogar privat gute Freunde von mir.. Und einen Mann ,den mag ich ganz besonders...
Es grüsst freundlichst
das Emmalein
Re: @Emmalein
Als Antwort auf: Re: @Emmalein von Emmalein am 18. Dezember 2003 15:58:40:
Hallo, Bruno,
ich bin mir ernsthaft im Zweifel, ob ich eine ärztliche Untersuchung als "Penetration" und noch dazu als "gewaltsam" einstufen kann. Juristisch gesehen geht das glaube ich sowieso nicht, sonst könnte man sich ja gegen diese Untersuchung wehren.
Wenn ein Mann unter anderen Umständen von einer Frau zum Verkehr gezwungen wird oder von einem Mann, ist das selbstverständlich Vergewaltigung und gehört bestraft. Da mache ich keinen Unterschied zwischen Frau und Mann. Nur weil es sich hier um einen Teil einer ärztlichen Untersuchung handelt, zögere ich, das Ganze einer Vergewaltigung gleichzustellen.
Da argumentierst Du dann aber rein rechtlich und -mit Verlaub- das greift bei solch Grundsatzüberlegungen immer zu kurz, denn letztlich muß sich auch das Recht an moralischen und ethischen Wertmaßstäben ausrichten und messen lassen, will es nicht selbst zum Unrecht oder zum Verbrechen werden.
Es wäre auch nicht befriediegend, den Tatbestand der Vergewaltigung dadurch zu entschärfen, indem man die Rechtslage entsprechen anpaßt.
Gruß,
Manfred
Re: @Emmalein
Als Antwort auf: Re: @Emmalein von Emmalein am 18. Dezember 2003 15:58:40:
Hallo Emmalein,
erst mal vielen Dank, dass du dich meinen Fragen so offen gestellt hast. Antworten auf diese Fragen laufe ich jetzt schon seit fast einem Jahr hinterher. Und ich muss feststellen, dass die überwiegende Mehrheit der Frauen, soweit sie sich zu diesem Thema dialogbereit gezeigt haben, so denkt wie du und die Integration der Jungen und Jungen in den erzieherischen Bereich für wichtig hält. Es ist ein Jammer, dass die Politikerinnen, die auf den entscheidenden Posten sitzen dies leider ganz anders sehen.
ich bin mir ernsthaft im Zweifel, ob ich eine ärztliche Untersuchung als "Penetration" und noch dazu als "gewaltsam" einstufen kann. Juristisch gesehen geht das glaube ich sowieso nicht, sonst könnte man sich ja gegen diese Untersuchung wehren.
...Juristisch ist dies aber sicherlich nicht angreifbar. Das sehe ich genauso wie du. Aber jetzt versuche mal dir diese erzwungene ärztliche Untersuchung einmal aus der Sicht der Männer vorzustellen. Stell dir z.B. vor, du als Frau wärest verpflichtet einmal im Leben per Gesetz dich an einem Tag im Rahmen einer Massenabfertigung gynäkologisch untersuchen zu lassen, ob du für eine Geburt tauglich bist. Bedenke dabei, die Musterung ist atmosphärisch nicht vergleichbar mit einer normalen ärztlichen Untersuchung. Und ich muss dazu sagen, dass ich schon bei gynäkologischen Untersuchungen meiner Frau dabei war. Diese sind sicher nicht angenehm. Aber die Ärzte versuchen, das Umfeld so angenehm wie möglich zu gestalten.
Anders bei der Musterung. Da heißt es Schnauze halten und parieren. Jegliche Anmerkung wird mit einem zynischen Kommentar erwidert. Also stell dir z.B. mal vor, du würdest bei der Untersuchung darauf hinweisen, dass du z.B. seit einiger Zeit stechende Unterleibsschmerzen auf der rechten Seite hättest und der männliche Untersuchungsarzt würde das nur mit einem höhnischen Und was machen Sie dagegen? Sich kräftig durchxxxxxx lassen? quittieren, was die anderen anwesenden Arzthelfer zu einem schallenden Gelächter veranlassen würde. So ungefähr ist die Atmosphäre bei der Musterungsuntersuchung. Ich denke, da würden die Frauen zu recht auf die Barrikaden gehen. Und deshalb tun wir das auch.
Wenn Männern alternative Lebensbilder fehlen, sollten sie sie entwickeln.
...sehe ich genauso. Und deshalb sollte man die Männer nicht dran hindern, solche neuen Lebenswege zu gehen. Siehe Landesgleichberechtigungsgesetz in Baden-Württemberg. Dort werden Frauenvertretungen verlangt auch in Behörden, die frauendominiert sind. Ein konkretes Beispiel aus der Realität einer Hauptschule einer großen Stadt des Landes: 90% Frauenanteil an der Lehrerschaft, auch der Rektorposten wird von einer Frau besetzt. Trotzdem gibt es eine Frauenvertretung! Trotzdem gibt es zusätzlich zwei Sozialarbeiterinnen, die sich ausschließlich um Frauen- und Mädchenprojekte kümmern! Ist das nicht abnormal? Muss man sich bei dieser Realität wundern, dass es kaum mehr männliche Lehrer dort gibt? Muss man sich bei solchen Realitäten wundern, dass die Jungen vor die Hunde gehen?
Im Übrigen vertrete ich kein Feindbild Mann. Einige Männer sind sogar privat gute Freunde von mir.. Und einen Mann ,den mag ich ganz besonders...
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... Ich wünsche eurer Beziehung viel Glück und eine lange Lebensdauer.
Es grüsst freundlichst
Bruno
Re: @Emmalein
Als Antwort auf: Re: @Emmalein von Emmalein am 18. Dezember 2003 15:58:40:
Hallo
Ich lese gerade
Wenn Männern alternative Lebensbilder fehlen, sollten sie sie entwickeln.
Diese leider schon mehrfach vernommene scheinheilige, heuchlerische Aussage nervt extrem - nein, sie macht mich rasend. Die Gesellschaft tut alles, um das Entstehen anderer Lebensentwürfe als den einzig tolierten Standart bei Männern zu verhindern. Die öffentliche Meinung und die politische Corectness verlangen, dass ein Mann sich "wie ein Mann verhält ". Selbstverständlich darf er auch im Haushalt Verantwortung haben - aber selbstverständlich nur, wenn er außerdem die Verantwortung für das finanzielle Auskommen der Familie trägt. Extrem heuchlerisch sind solche Sprüche wie "ein Kind gehört doch zur Mutter". Will sich der Mann selbstverwirklichen, muss er sich dafür rechtfertigen und das an anderer Stelle ausgleichen.
Einerseits so extremen Druck auf die Männer auszuüben, dass sie den "Männerlebensentwurf" leben - und dann zu sagen "um die Entwicklung alternativer Lebensentwürfe sollen sich die Männe gefälligst allein kümmern". Welche Heuchelei - mir kommt das Kotzen.
"So, jetzt fühle ich mich besser"-Grüße,
Andi
Re: @Emmalein
Als Antwort auf: Re: @Emmalein von Bruno am 19. Dezember 2003 12:06:23:
Hallo Bruno!
Ich geb jetzt auch einfach ungefragt meinen Senf dazu, ich hoffe, es stört nicht.
Hm, ich kann schon gut verstehen, dass sich Männer gegen eine solch miese Behandlung wehren. Und meine Unterstützung habt ihr. Wobei ich nicht weiss, ob es wirklich überall so schlimm ist, wie Du es beschrieben hast. Aber allein ein Fall reicht eigentlich schon, um sich dagegen zu wehren, wenigstens dann gegen den einen Untersuchenden.
Du schreibst ja auch direkt von gynäkologischen Untersuchungen. Ja, die sind wirklich fies. Nur wenige Männer haben wohl eine Vorstellung davon, wie fies die wirklich sind, eigentlich nur die, die mal mitgegangen sind. Ich bin auch sehr froh, dass mein jetziger Gynäkologe sich große Mühe gibt, es für mich so angenehm wie möglich zu machen. Es gibt nämlich auch das Gegenbeispiel. Als ich in meiner Ausbildung war, bin ich ein Jahr lang zu einem anderen Gyn gegangen, und bei dem fühlte ich mich wie Schlachtvieh. Beim Vorgespräch schaute er mir nicht einmal ins Gesicht, bei der Brustuntersuchung war keine Schwester anwesend, und bei der Hauptuntersuchung hat er sich überhaupt keine Mühe gegeben, irgendwie vorsichtig zu sein. Meine damalige Chefin erzählte mir, sie habe sich bei ihm regelrecht vergewaltigt gefühlt, allein durch seinen Gesichtsausdruck und sein Gebahren bei der Untersuchung.
Und so ganz freiwillig machen wir die Sache ja auch nicht. Wenn ich nicht zweimal im Jahr hingehe, hab ich keine Chance, an die Pille zu kommen. Ich weiß auch nicht, wie es versicherungstechnisch aussieht, wenn ich mich nicht regelmässig auf Brust- und Gebärmutterkrebs untersuchen lasse. Aber das sind eher indirekte Zwänge, niemand zwingt uns polizeilich, hinzugehen, wie es ja bei der Untersuchung beim Bund der Fall ist.
...sehe ich genauso. Und deshalb sollte man die Männer nicht dran >hindern, solche neuen Lebenswege zu gehen. Siehe >Landesgleichberechtigungsgesetz in Baden-Württemberg. Dort werden >Frauenvertretungen verlangt auch in Behörden, die frauendominiert sind. >Ein konkretes Beispiel aus der Realität einer Hauptschule einer großen >Stadt des Landes: 90% Frauenanteil an der Lehrerschaft, auch der >Rektorposten wird von einer Frau besetzt. Trotzdem gibt es eine >Frauenvertretung! Trotzdem gibt es zusätzlich zwei Sozialarbeiterinnen, >die sich ausschließlich um Frauen- und Mädchenprojekte kümmern! Ist das >nicht abnormal? Muss man sich bei dieser Realität wundern, dass es kaum >mehr männliche Lehrer dort gibt? Muss man sich bei solchen Realitäten >wundern, dass die Jungen vor die Hunde gehen?
Ich glaub, da sind wir uns auch einig. Viele Frauenbewegungen gehen soweit, dass sie Jungen einfach übersehen, ausblenden oder auch, hab ich auch schon erlebt, regelrecht hassen. Schrecklich, wie soll es denn Gleichberechtigung geben, wenn man einfach die Vorzeichen rumdreht?
Jemand anderes (weiß jetzt nicht mehr, wer) schrieb, er würde es als blanken Hohn empfinden, wenn jemand schrieb, Männer sollten selbst alternative Lebensformen aufbauen. Es würde schließlich von der Gesellschaft verhindert. Naja, wenn ich daran denke, wie schwer es auch die Frauenbewegung hatte, vor einigen Jahrzehnten ein neues Frauenbild aufzubauen... da war die Gesellschaft auch nicht gerade begeistert von. Trotzdem haben die Frauen sich damals durchgesetzt (wenn auch jetzt mit teilweise zweifelhaften Blüten), mit Beharrlichkeit. Da hat auch niemand was auf dem Silbertablett serviert bekommen. Und deshalb kann ich nur den Männern sagen: bleibt dran, steht zu den Arten, wie ihr leben wollt, sucht euch eine Partnerin, mit der ihr das durchziehen könnt, und kümmert euch einen Sch... darum, was die Gesellschaft dazu sagt. Klar, einfach ist das nicht, aber wenn man kein Risiko eingeht, kann man auch keinen Erfolg haben.
Liebe Grüße
Bijou