Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser

Mirko, Thursday, 18.12.2003, 12:38 (vor 8086 Tagen)

Der Autor stellt politisch ganz unkorrekt fest:

1. Männer arbeiten mehr
2. Hausarbeit ist die angenehmere Arbeit.

http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/16311/1.html

Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser

Emmalein, Friday, 19.12.2003, 00:39 (vor 8085 Tagen) @ Mirko

Als Antwort auf: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von Mirko am 18. Dezember 2003 10:38:52:

Der Autor stellt politisch ganz unkorrekt fest:
1. Männer arbeiten mehr
2. Hausarbeit ist die angenehmere Arbeit.

Und wieso reissen sich dann die Männer nicht um den Job "Hausmann"?

Ein paar Kleinigkeiten übersiehst Du hier: Erstens, Hausarbeit ist unbezahlte Arbeit. Du bist also von dem anderen Partner immer abhängig, wenn er Dir kein Geld gibt, hast Du keines. Das kann eine ziemlich bescheidene Situation sein..

Zweitens, Hausarbeit hat kein Prestige. Selbst ein Müllmann gilt mehr als eine Hausfrau, weil er Geld für seine Arbeit bekommt. Eine Hausfrau muss sich noch anhören, sie mache sich die ganze Zeit einen faulen Lenz.

Drittens, Hausarbeit ist zum grössten Teil nicht sehr ertragreich. Wenn die Sachen gerade mal sauber sind, sind sie im nächsten Moment wieder schmutzig. Hausarbeit fällt nur auf, wenn sie nicht geleistet wird!

Es grüsst
das Emmalein
(das die Männer versteht, die nicht gerne Hausmann sein wollen..)

Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser

XRay, Friday, 19.12.2003, 01:14 (vor 8085 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von Emmalein am 18. Dezember 2003 22:39:43:

Der Autor stellt politisch ganz unkorrekt fest:
1. Männer arbeiten mehr
2. Hausarbeit ist die angenehmere Arbeit.

Und wieso reissen sich dann die Männer nicht um den Job "Hausmann"?

------
Da frage ich doch einfach mal frech dagegen, warum sich Frauen
darum reissen Hausfrau zu sein?
Schon mal darüber nachgedacht?
------

Ein paar Kleinigkeiten übersiehst Du hier: Erstens, Hausarbeit ist unbezahlte Arbeit. Du bist also von dem anderen Partner immer abhängig, wenn er Dir kein Geld gibt, hast Du keines. Das kann eine ziemlich bescheidene Situation sein..

------
Und mich kotzt ehrlich gesagt die ewige Diskussion um die Hausarbeit an,
weil suggeriert wird, dass Männer zu Hause nur die Füsse hochlegen.
So ist es in der Regel nicht.
Wenn Frauen sich von einem Verdiener abhängig machen, dann partizipieren
sie aber auch dem Verdienst. In der Zugewinngemeinschaft wird z.B. davon
ausgegangen, dass die Leistungen beider Ehepartner gleichwertig ist.
Demzufolge steht bei einer Scheidung jedem Partner die Hälfte des
Zugewinns zu. Wo ist das Problem? Wenn eine Frau sich übervorteilt
sieht, dann ist es auch ein Leichtes die Unterhaltsschiene zu fahren.
Das heisst ohne eine Gegenleistung für den Partner an dessen Gehalt zu partizipieren. Ich kenne einen Fall, wo eine Hausfrau die Scheidung anstrebte, nachdem ihr vorgerechnet wurde, was sie danach abgreifen konnte.
Freilich hatte sie dabei übersehen, dass es nicht so recht gelingen will die Kuh zu schlachten und gleichzeitig zu melken..
------

Zweitens, Hausarbeit hat kein Prestige. Selbst ein Müllmann gilt mehr als eine Hausfrau, weil er Geld für seine Arbeit bekommt. Eine Hausfrau muss sich noch anhören, sie mache sich die ganze Zeit einen faulen Lenz.

------
Hier muss ich an eine Talkshow denken, die ich mal gesehen habe.
Ein Bauarbeiter hatte seine Ehefrau geohrfeigt, weil sie regelmäßig den lieben langen Tag zu Hause sass, es sich gut gehen lies und als der Mann abends nach Hause kam, war weder geputzt, gewaschen, gekocht oder sonst irgendwas erledigt.
Großer Aplaus des Publikums, als dem Mann aus dem Publikum vorgeschlagen wurde, doch selbst im Haushalt was zu tun.
Selbstverständlich auch, als gesagt wurde: " Nichts rechtfertigt, dass
ein Mann eine Frau schlägt"
Auch nicht der mindeste Ansatz an Kritik gegen die Frau, das arme Opfer.
Das Übel ist - selbst ohne Ohrfeige - was konnte der Mann tun?
Er konnte die Alte rausschmeissen, Unterhalt zahlen und seinen
Haushalt selber schmeissen.
Die Hausfrau ist zu NICHTS verpflichtet!
Aber den Mann, dem muss man beibringen, daß er sich am Haushalt zu
beteiligen hat?
--------

Drittens, Hausarbeit ist zum grössten Teil nicht sehr ertragreich. Wenn die Sachen gerade mal sauber sind, sind sie im nächsten Moment wieder schmutzig. Hausarbeit fällt nur auf, wenn sie nicht geleistet wird!

--------
Aber jeder kann selbst bestimmen, was er in seinem Haushalt tut.
Wer unbedingt Vorhänge an den Fenstern haben muss, der kommt dann
auch nicht umhin sie ab und an zu waschen......
Es geht dabei im Wesentlichen darum die EIGENEN Wünsche in Bezug auf Wohnlichkeit zu verwirklichen.
Der Aufwand ist also direkt proportional zu den EIGENEN Ansprüchen.
--------

Es grüsst
das Emmalein
(das die Männer versteht, die nicht gerne Hausmann sein wollen..)

Re: die Lösung: 'Singlehaushalt'

Mic, Friday, 19.12.2003, 10:45 (vor 8085 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von Emmalein am 18. Dezember 2003 22:39:43:

Gottseidank löst sich ja der Jammer mehr und mehr, da in den Singelhaushalten jeder nur für sich selbst staubsaugt etc.

Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be

Odin, Friday, 19.12.2003, 13:27 (vor 8085 Tagen) @ XRay

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von XRay am 18. Dezember 2003 23:14:03:

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Hier muss ich an eine Talkshow denken, die ich mal gesehen habe.
Ein Bauarbeiter hatte seine Ehefrau geohrfeigt, weil sie regelmäßig den lieben langen Tag zu Hause sass, es sich gut gehen lies und als der Mann abends nach Hause kam, war weder geputzt, gewaschen, gekocht oder sonst irgendwas erledigt.
Großer Aplaus des Publikums, als dem Mann aus dem Publikum vorgeschlagen wurde, doch selbst im Haushalt was zu tun.
Selbstverständlich auch, als gesagt wurde: " Nichts rechtfertigt, dass
ein Mann eine Frau schlägt"
Auch nicht der mindeste Ansatz an Kritik gegen die Frau, das arme Opfer.
Das Übel ist - selbst ohne Ohrfeige - was konnte der Mann tun?
Er konnte die Alte rausschmeissen, Unterhalt zahlen und seinen
Haushalt selber schmeissen.
Die Hausfrau ist zu NICHTS verpflichtet!
Aber den Mann, dem muss man beibringen, daß er sich am Haushalt zu
beteiligen hat?
--------

Hier habe ich mal eine andere Talkshow gesehen. Es ging um eine Frau, die Putzkurse für Männer anbietet. Sie wurde meist aber von Frauen gebucht, die wollen, daß ihre Männer putzen lernen.
Nun saß sie mit diesem Mann in der Sendung und mit seiner Frau, die die Dame engagiert hatte. Nach einiger Zeit kam heraus, daß der Mann selbständig war und teilweise auch noch Samstags arbeitet, die Frau war halbtags beschäftigt. Die Dame meinte, sie mache den Putzkurs schon mit diesem Mann, aber wann bitte soll der Zeit haben zu putzen? Der Mann guckte nur bedröppelt drein und wußte nicht, wie ihm geschah. Die Frau stammelte: Aber ich arbeite doch auch, worauf die vom Putzkurs meinte, ja, aber sie arbeiten ja nur halbtags, da haben sie doch Zeit für den Haushalt.
Besonders spaßig war das Gesicht des Mannes, der dachte, er müsse sich hier für seine "Faulheit" anpflaumen lassen und nun einen unerwarteten Verteidiger(in) gefunden hatte, die mit gesundem Menschenverstand glänzte.

Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be

XRay, Friday, 19.12.2003, 15:10 (vor 8084 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be von Odin am 19. Dezember 2003 11:27:44:

Hier habe ich mal eine andere Talkshow gesehen. Es ging um eine Frau, die Putzkurse für Männer anbietet. Sie wurde meist aber von Frauen gebucht, die wollen, daß ihre Männer putzen lernen.
Nun saß sie mit diesem Mann in der Sendung und mit seiner Frau, die die Dame engagiert hatte. Nach einiger Zeit kam heraus, daß der Mann selbständig war und teilweise auch noch Samstags arbeitet, die Frau war halbtags beschäftigt. Die Dame meinte, sie mache den Putzkurs schon mit diesem Mann, aber wann bitte soll der Zeit haben zu putzen? Der Mann guckte nur bedröppelt drein und wußte nicht, wie ihm geschah. Die Frau stammelte: Aber ich arbeite doch auch, worauf die vom Putzkurs meinte, ja, aber sie arbeiten ja nur halbtags, da haben sie doch Zeit für den Haushalt.
Besonders spaßig war das Gesicht des Mannes, der dachte, er müsse sich hier für seine "Faulheit" anpflaumen lassen und nun einen unerwarteten Verteidiger(in) gefunden hatte, die mit gesundem Menschenverstand glänzte.

-------
Vor Jahren hatte ich auch mal in einem Forum einen Thread aufgegriffen,
in dem eine Frau sich über die mangelnde Beteiligung ihres Mannes
am Haushalt klagte.
Es stellte sich heraus, dass der Mann arbeitsbedingt wenig zu Hause war,
sie aber Vollzeit Hausfrau, weshalb mir die Forderung also absurd erschien.
Die Frage, ob sie geringere Einkünfte Ihres Mannes akzeptieren wolle,
beantwortete sie mit nein. Man könne sich eine Beteiligung des Mannes
am Haushalt ja wünschen, auch wenn es nicht wirklich realistisch ist....

Weibliches Gejammere, das wissen wir spätestens seit Beate Kricheldorf,
hat häufig die Zielsetzung die Anstrengung der Männer zu verstärken und
muss nicht bedeuten, dass Frau objektiv einen Grund für ihr Jammern hat.

Das Jammern ist durch das BMFSFJ inzwischen institutionalisiert,
vermutlich weil wegen rückläufiger Eheschliessungszahlen das direkte Jammern nicht mehr so gut funktioniert... siehe auch die Interpretation der Ergebnisse einer Studie über die Zeitnutzung bei Männern und Frauen durch das BMFSFJ....

Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser

Emmalein, Monday, 05.01.2004, 19:36 (vor 8067 Tagen) @ XRay

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von XRay am 18. Dezember 2003 23:14:03:

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Da frage ich doch einfach mal frech dagegen, warum sich Frauen
darum reissen Hausfrau zu sein?
Schon mal darüber nachgedacht?

Reissen sich denn die Frauen darum, Hausfrau zu sein? Nein! Viele werden dazu, wenn Kinder da sind, weil es keine Betreuungsalternative für die Kinder gibt. Die meisten anderen Frauen haben heute irgendeinen Beruf, die wenigsten sind gern Hausfrau. Zumindest ist das bei den Frauen so, die ich kenne.

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Ein paar Kleinigkeiten übersiehst Du hier: Erstens, Hausarbeit ist unbezahlte Arbeit. Du bist also von dem anderen Partner immer abhängig, wenn er Dir kein Geld gibt, hast Du keines. Das kann eine ziemlich bescheidene Situation sein..

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Und mich kotzt ehrlich gesagt die ewige Diskussion um die Hausarbeit an,
weil suggeriert wird, dass Männer zu Hause nur die Füsse hochlegen.
So ist es in der Regel nicht.
Wenn Frauen sich von einem Verdiener abhängig machen, dann partizipieren
sie aber auch dem Verdienst. In der Zugewinngemeinschaft wird z.B. davon
ausgegangen, dass die Leistungen beider Ehepartner gleichwertig ist.
Demzufolge steht bei einer Scheidung jedem Partner die Hälfte des
Zugewinns zu. Wo ist das Problem? Wenn eine Frau sich übervorteilt
sieht, dann ist es auch ein Leichtes die Unterhaltsschiene zu fahren.
Das heisst ohne eine Gegenleistung für den Partner an dessen Gehalt zu partizipieren. Ich kenne einen Fall, wo eine Hausfrau die Scheidung anstrebte, nachdem ihr vorgerechnet wurde, was sie danach abgreifen konnte.
Freilich hatte sie dabei übersehen, dass es nicht so recht gelingen will die Kuh zu schlachten und gleichzeitig zu melken..

Ein Partizipieren bedeutet, keine Unabhängigkeit zu haben. Das heisst, vom Gutdünken des Partners abhängig zu sein. Und wenn ich mir Deine Antwort hier durchlese, wäre ich nicht gern von Deinem Gutdünken abhängig. Ebenso wenig wie von dem der meisten Männer hier. Und wenn eine Frau die Kinder eines Mannes versorgt, ist das auch eine Gegenleistung. Sie wird nur von der Gesellschaft nicht als solche anerkannt. Die Fälle von Scheidung, die ich kenne, hatten nichts mit Geld zu tun. Beide standen sich nach der Scheidung finanziell schlechter. Doch das nur nebenbei.

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Zweitens, Hausarbeit hat kein Prestige. Selbst ein Müllmann gilt mehr als eine Hausfrau, weil er Geld für seine Arbeit bekommt. Eine Hausfrau muss sich noch anhören, sie mache sich die ganze Zeit einen faulen Lenz.

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Hier muss ich an eine Talkshow denken, die ich mal gesehen habe.
Ein Bauarbeiter hatte seine Ehefrau geohrfeigt, weil sie regelmäßig den lieben langen Tag zu Hause sass, es sich gut gehen lies und als der Mann abends nach Hause kam, war weder geputzt, gewaschen, gekocht oder sonst irgendwas erledigt.
Großer Aplaus des Publikums, als dem Mann aus dem Publikum vorgeschlagen wurde, doch selbst im Haushalt was zu tun.
Selbstverständlich auch, als gesagt wurde: " Nichts rechtfertigt, dass
ein Mann eine Frau schlägt"
Auch nicht der mindeste Ansatz an Kritik gegen die Frau, das arme Opfer.
Das Übel ist - selbst ohne Ohrfeige - was konnte der Mann tun?
Er konnte die Alte rausschmeissen, Unterhalt zahlen und seinen
Haushalt selber schmeissen.
Die Hausfrau ist zu NICHTS verpflichtet!
Aber den Mann, dem muss man beibringen, daß er sich am Haushalt zu
beteiligen hat?

NICHTS, ABER AUCH GAR NICHTS, RECHTFERTIGT GEWALT! Wenn beide Partner Probleme mit der Arbeitsaufteilung haben, muss das besprochen werden. GEWALT IST KEÎNE LÖSUNG!

Es grüsst gewaltfrei
das Emmalein

Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser

Andreas, Monday, 05.01.2004, 20:24 (vor 8067 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von Emmalein am 05. Januar 2004 17:36:54:

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Da frage ich doch einfach mal frech dagegen, warum sich Frauen
darum reissen Hausfrau zu sein?
Schon mal darüber nachgedacht?

Reissen sich denn die Frauen darum, Hausfrau zu sein? Nein! Viele werden dazu, wenn Kinder da sind, weil es keine Betreuungsalternative für die Kinder gibt. Die meisten anderen Frauen haben heute irgendeinen Beruf, die wenigsten sind gern Hausfrau. Zumindest ist das bei den Frauen so, die ich kenne.

Da hab ich aber ganz andere Erfahrungen gemacht. Die Hausfrauen, die ich kenne, sind Hausfrauen aus Leidenschaft. Da ist sogar eine darunter, die Soziologie studiert hat und der man es durchaus zutrauen könnte, arbeiten zu gehen. Aber nein, Madame hat es zuhause natürlich bequemer. Da kann man morgens, wenn der Mann zur Arbeit fährt und die Kinder aus dem Haus sind, noch ein wenig schlafen. Wenn die Sonne scheint und es warm draußen ist, dann werden die Pflänzchen im Garten von einer Stelle zur anderen und wieder zurück verfrachtet. Natürlich darf der stundenlange Plausch mit der Nachbarin nicht fehlen. Wenn die Kinder mittags aus der Schule kommen, dann setzt frau ihnen die 5-Minuten-Fertiggerichte vor. Unter zu hoher Arbeitsbelastung leiden die sicher nicht.

Ein Partizipieren bedeutet, keine Unabhängigkeit zu haben. Das heisst, vom Gutdünken des Partners abhängig zu sein. Und wenn ich mir Deine Antwort hier durchlese, wäre ich nicht gern von Deinem Gutdünken abhängig. Ebenso wenig wie von dem der meisten Männer hier. Und wenn eine Frau die Kinder eines Mannes versorgt, ist das auch eine Gegenleistung. Sie wird nur von der Gesellschaft nicht als solche anerkannt.

Das halte ich für Unsinn. Wenn ich in den Zeitungen lese, wie abfällig und diffamierend mittlerweile über Väter geschrieben wird, dann habe ich eher den Eindruck, daß die Leistung der Väter in diesem Land nicht mehr anerkannt wird.

Die Fälle von Scheidung, die ich kenne, hatten nichts mit Geld zu tun. Beide standen sich nach der Scheidung finanziell schlechter. Doch das nur nebenbei.

Kann ich nicht bestätigen. In meinem Bekanntenkreis wurde ein Freund von seiner Ex-Frau dermaßen abgezockt, daß einem Hören und Sehen vergeht. Übrigens war das einer von den traurigen Exemplaren, denen das Familiengericht auf Betreiben der Kindesmutter den Umgang mit dem Kind untersagte. Weiterzahlen durfte er natürlich schon. Nach eineinhalb Jahren vor Gericht war dieser Mann fertig mit den Nerven und fing an zu trinken. Der moderne Vater: Keine Rechte, aber Geldautomat auf zwei Beinen. Immerhin hatte er Glück im Unglück. Mit einer plötzlichen Erbschaft von 350 000 DM konnte er sich dann in die Südsee absetzen. Jetzt kann die Alte jetzt selbst sehen, wie sie mit ihrem neuen Stecher ihren Strandurlaub auf DomRep finanziert. In einem anderen Fall muß ein Freund (Ingenieur) von mir dermaßen übertriebene Unterhaltsansprüche erfüllen, daß ihm nur noch die Kohle bleibt, um in einem kleinen Wohnklo zu hausen - die kleine 10 qm-Bude eines Philosophie-Studenten ist dagegen der reinste orientalische Palast. Madame hingegen wohnt selbstverständlich in einem Zwei-Familienhaus.

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Zweitens, Hausarbeit hat kein Prestige. Selbst ein Müllmann gilt mehr als eine Hausfrau, weil er Geld für seine Arbeit bekommt. Eine Hausfrau muss sich noch anhören, sie mache sich die ganze Zeit einen faulen Lenz.

In vielen Fällen ist das auch so. Übrigens: die Arbeit, die als Hausfrau anfällt, wird auch maßlos übertrieben. Soviel Arbeit fällt da effektiv nicht an. Selbst Kindererziehung ist nicht gerade Arbeit, mit der man am Abend tot umfällt - zumindest dann, wenn die Kinder ein gewisses Alter erreicht haben. Außerdem: wenn Du mal einen Tag lang als "Müllfrau" gearbeitet hast, dann wirst Du auch sehr schnell verstehen, aus welchen Gründen diese Arbeit bezahlt wird. Wenn die Müllmänner wählen könnten, dann würden sie sicher lieber als "Hausmann" arbeiten und Kinder erziehen.


Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Peter, Monday, 05.01.2004, 20:26 (vor 8067 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von Emmalein am 05. Januar 2004 17:36:54:

Reissen sich denn die Frauen darum, Hausfrau zu sein? Nein! Viele werden dazu, wenn Kinder da sind, weil es keine Betreuungsalternative für die Kinder gibt. Die meisten anderen Frauen haben heute irgendeinen Beruf, die wenigsten sind gern Hausfrau. Zumindest ist das bei den Frauen so, die ich kenne.

Nun, ich kenne etliche, die haben gerne ihren Vollzeitjob aufgegeben und arbeiten zuhause. Ist ja auch o.k. Einige machen aber noch einen Teilzeitjob, um nicht aus der Arbeit herauszukommen, und das würde ich jedem Mann und jeder Frau empfehlen, es selber so zu machen und beim Partner darauf zu drängen.

Ich las vor kurzem von einer Statistik der Berufswünsche junger Mädchen in Deutschland, ich glaube es war sogar hier im Forum. Hausfrau stand ganz oben, über die Hälfte wollte das werden. Ist ja auch klasse, so gut versorgt zu sein, und wenn einem der Kerl nicht mehr passt, lässt Frau sich scheiden, und der Kerl muss weiterzahlen.

Ein Partizipieren bedeutet, keine Unabhängigkeit zu haben. Das heisst, vom Gutdünken des Partners abhängig zu sein.

Das ist so, wenn man heiratet, man hängt voneinander ab.

Und wenn ich mir Deine Antwort hier durchlese, wäre ich nicht gern von Deinem Gutdünken abhängig. Ebenso wenig wie von dem der meisten Männer hier.

Du wählst mit, wen du heiratest. Hier ist auch weniger ein Heiratsmarkt, glaube ich.

Und wenn eine Frau die Kinder eines Mannes versorgt, ist das auch eine Gegenleistung. Sie wird nur von der Gesellschaft nicht als solche anerkannt.

Es waren auch ihre eigenen Kinder, und der Mann bezahlt in der Regel die Kosten für die Kinder. Außerdem scheint die Gesellschaft die Leistung der Frau durchaus anzuerkennen, ja, überzubewerten - der Mann zählt wenig. Siehe Scheidungsunrecht.

Die Fälle von Scheidung, die ich kenne, hatten nichts mit Geld zu tun. Beide standen sich nach der Scheidung finanziell schlechter. Doch das nur nebenbei.

Wenn es beiden schlechter geht, hat die Scheidung anscheinend doch mit Geld zu tun, auch wenn Geld nicht der Anlass war. Es geht darum, dass die Frau sagt: ich trenne mich von dir - aber nicht von deinem Portmonnee.

NICHTS, ABER AUCH GAR NICHTS, RECHTFERTIGT GEWALT! Wenn beide Partner Probleme mit der Arbeitsaufteilung haben, muss das besprochen werden. GEWALT IST KEINE LöSUNG!

Zustimmung. Es ging hier nicht um Selbstverteidigung gegen einen körperlichen Angriff.

Gruß, ebenso gewaltfrei,

Peter

Entschuldigt bitte falschen Titel. (ohne Text)

Peter, Monday, 05.01.2004, 20:33 (vor 8067 Tagen) @ Peter

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Peter am 05. Januar 2004 18:26:54:


Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be

Odin, Monday, 05.01.2004, 22:45 (vor 8067 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von Andreas am 05. Januar 2004 18:24:33:

Da hab ich aber ganz andere Erfahrungen gemacht. Die Hausfrauen, die ich kenne, sind Hausfrauen aus Leidenschaft. Da ist sogar eine darunter, die Soziologie studiert hat und der man es durchaus zutrauen könnte, arbeiten zu gehen. Aber nein, Madame hat es zuhause natürlich bequemer. Da kann man morgens, wenn der Mann zur Arbeit fährt und die Kinder aus dem Haus sind, noch ein wenig schlafen. Wenn die Sonne scheint und es warm draußen ist, dann werden die Pflänzchen im Garten von einer Stelle zur anderen und wieder zurück verfrachtet. Natürlich darf der stundenlange Plausch mit der Nachbarin nicht fehlen. Wenn die Kinder mittags aus der Schule kommen, dann setzt frau ihnen die 5-Minuten-Fertiggerichte vor. Unter zu hoher Arbeitsbelastung leiden die sicher nicht.

Ich habe mit genug Frauen zusammengearbeitet. Die flüchten teilweise geradezu in die Schwangerschaft - gerade wenns beruflich streßig wird. Über die Krankheitshäufigkeit brauch ich da gar nichts zu sagen.
Eine Frau reiste bis nach Algerien, um sich schwängern zu lassen. In Deutschland roch jeder den Braten! Ich weiß nicht, von wievielen Frauen in meinem Kollegenkreis es schon geheißen hat: Die bleibt nur noch, bis sie schwanger ist (ich arbeite mehr oder weniger in einem Frauenberuf)


Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser

XRay, Wednesday, 07.01.2004, 11:28 (vor 8066 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von Emmalein am 05. Januar 2004 17:36:54:

Bestes Emmalein..

entschuldige, aber mir scheint, dass du da die Kleinigkeit übersiehst, daß ein Arbeitnehmer ebenfalls abhängig ist, nämlich vom Arbeitgeber. In diesem Fall hat allerdings der Arbeitnehmer auch Pflichten. Bei Nichterfüllung der Pflichten kann eine Kündigung erfolgen und der Arbeitnehmer hat dann keine Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber.

Auch ein Selbständiger ist abhänigig, nämlich von seinen Kunden.

Die abhängige Hausfrau hat zwar auch Pflichten. Bei Nichterfüllung hat der "Arbeitgeber" aber lediglich die Möglichkeit einer Scheidung, die ihn aber weiterhin dazu verpflichtet, die Faulheit zu subventionieren. Das heisst, dass der "Arbeitgeber" vom Gutdünken des zur Haushaltsführung verpflichteten Partneres abhängig ist. In diesem Fall hat also
nur der "Arbeitgeber" Pflichten, die rechtlich durchsetzbar sind. Bzw. hat nur die Hausfrau durchsetzbare Rechte.

Der Mann in meinem Beispiel hatte also im Grunde nur eine Chance. Er konnte sich von der faulen Partnerin trennen, allerdings mit der Konsequenz, dass er dann die Faulheit weiter subventionieren muss.

Dein Argument der "Abhängigkeit" ist also nicht mehr als eine Seifenblase.

Intressant finde ich, dass du dich an der Ohrfeige jenes Mannes hochziehst. Was ich nämlich kritisierte war, dass das Fehlverhalten des Mannes aber nicht das der Frau kritisiert wurde.
Auch von dir kein einziges Wort in dieser Richtung. Vielen Dank für dieses bezeichnende Beispiel.

Wohlgemerkt, auch ich halte die Ohrfeige des Mannes nicht für richtig.

Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be

Odin, Wednesday, 07.01.2004, 13:51 (vor 8065 Tagen) @ XRay

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von XRay am 07. Januar 2004 09:28:25:

Intressant finde ich, dass du dich an der Ohrfeige jenes Mannes hochziehst. Was ich nämlich kritisierte war, dass das Fehlverhalten des Mannes aber nicht das der Frau kritisiert wurde.
Auch von dir kein einziges Wort in dieser Richtung. Vielen Dank für dieses bezeichnende Beispiel.
Wohlgemerkt, auch ich halte die Ohrfeige des Mannes nicht für richtig.

Lieber XRay,
es ist dasselbe, was Du schon aus Deinen Kindergartentagen her kennst:
Das Mädchen mobbt, lästert, ärgert dich, nimmt dir die Sachen weg, stachelt andere gegen dich auf und versucht dich fertig zu machen und jeder guckt zu.
Klebst Du ihr eine rennt darf sie endlich Opfer sein, ihr Wunsch ist erfüllt und der halbe Kindergarten rennt zusammen um sich über die Aggressivität des Jungen auszulassen.
Dasselbe Verhalten zeigen die Frauen auch noch mit 100. Scheint also genetisch bedingt! Gar nicht drauf einlassen, ist nur ne Show.
Emmalein bracht nur ein gutes Beispiel: Gewaltfreiheit muß durchgesetzt werden und sei es durch eine Einweisung in eine Anstalt. Und wie du oben richtig vermerkst ist natürlich die Frau die total unschuldige daran.

Klappt dieses Verhalten nicht, gibt es noch diverse andere Tricks, die Emmalein sicher auch sehr gerne hier vorführt.

Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser

Emmalein, Wednesday, 07.01.2004, 15:19 (vor 8065 Tagen) @ XRay

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von XRay am 07. Januar 2004 09:28:25:

Bestes Emmalein..

Die Abhängigkeit vom Arbeitgeber ist keine, die nur am Gutdünken festgemacht wird. Dafür gibt es gesetzliche Regeln und es gibt Institutionen, an die man sich bei der Nichteinhaltung wenden kann (Betriebsrat, Gewerkschaft).

Hausfrauen haben solche Organisationen nicht. Der Bund der Hausfrauen hat keinen Einfluss auf die Lebensgestaltung von Hausfrauen.

Ich sprach überigens davon, dass wenn man mit der Arbeitsteilung unzufrieden ist, dass man dann darüber diskutieren sollte. Das reicht doch als Hinweis, oder? Ich bin nicht jemand, der über eine Arbeitsteilung urteilt, für die ich keine Gründe kenne.

In Deinem Fall war es selbstverständich nicht gerecht und auch moralisch falsch, dem Mann die ganze Arbeit aufzubürden und keinen Beitrag zu leisten. Dennoch halte ich die Gewaltanwendung des Mannes für schlimmer.

Es grüsst wiederum völlig gewaltfrei
das Emmalein

Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be

Emmalein, Wednesday, 07.01.2004, 15:23 (vor 8065 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be von Odin am 07. Januar 2004 11:51:54:

Ich bin dagegen, Gewalt durch irgendetwas zu rechtfertigen, egal durch was.

Immerhin bin ich jemand, der anerkennt,dass diese Menschen krank sein könnten.

Eigentlich haben wir vor Gesetz nur eine Möglichkeit: Das ganze als Körperverletzung zu bestrafen.

Mobbing ist auch nicht o.k., das ist richtig, aber Ohrfeigen lösen die Probleme nicht. Es gibt pädagogisch-psychologische Ansätze, wie etwa das Untereinander-Streit-Schlichten durch Kinder-Kommittees, die da sehr viel mehr Erfolge zeigen.

Immer mehr werde ich nachdenklich über den sehr lockeren Umgang mit Gewalt hier...

Es grüsst sich schüttelnd
das Emmalein

Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be

Emmalein, Wednesday, 07.01.2004, 15:38 (vor 8065 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be von Odin am 05. Januar 2004 20:45:36:

Hier mal eine andere Sichtweise als die Eure:

Die Verteilung von Hausarbeit & Erwerb

An der Aufteilung von Berufs- und Hausarbeit zwischen den Geschlechtern hat sich, seit derartige Zeitbudgets penibel statistisch erhoben werden, wenig geändert. Es läßt sich lediglich eine Tendenz von etwas stärkerem Engagement von Männern feststellen. Was allerdings, wenn es dem Trend von mehr Frauen in politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich einflußreicher Position entspricht, wohl erst in ein paar Jahrhunderten zu wirklicher Gleichberechtigung führen wird. Nach dem Mikrozensus von 1977 leistete "die Österreicherin" 35 Stunden Hausarbeit pro Woche, oftmals neben Berufstätigkeit, versteht sich. 1983 waren es dann immerhin noch 28 Stunden, wobei von den 2.432.900 Frauen, die einen Haushalt führten, 36% zugleich einer Erwerbsarbeit nachgingen. Mehr als ein Drittel der Frauen fühlte sich durch die Hausarbeit "sehr beansprucht", die Hälfte zumindest "einigermaßen". Nur 12,8% waren "kaum" beansprucht; 43% der Frauen mit Betreuungspflichten waren damals berufstätig

Eine Fessel-Umfrage von 1980 kam zu dem Ergebnis, daß 39% der Befragten die Auffassung teilten, daß in der Ehe die Frau für den Haushalt und der Mann für das Geldverdienen verantwortlich ist. 33% konnten sich eine partnerschaftliche Aufteilung vorstellen. 1977 kümmerten sich laut Mikrozensus nur 30% der Väter um ihre Kinder, während es sechs Jahre später immerhin "schon" 54% waren. Die Beteiligung an Hausarbeit stieg im selben Zeitraum von 21% auf 29% an (wobei bei all diesen Erhebungen immer fraglich ist, welche Qualität diese männliche "Mithilfe" wirklich hat). Für den Frauenbericht 1995 wurden Erhebungen aus den Jahren 1981 und 1992, unter anderem mit unterschiedlicher Methodik über Zeitbudgets, also die Verteilung von: Schlafen, Essen, Körperpflege Arbeit, Wege, Hausarbeit, Kinderbetreuung, Freizeit, herangezogen.

Der durchschnittliche Zeitaufwand für Hausarbeit und Kinderbetreuung, bezogen auf die Gesamtbevölkerung und über alle Tage der Woche gerechnet, betrug 1981 3 Stunden 39 Minuten, 1992 aber 3 Stunden und 56 Minuten. Dies wird als "bemerkenswert" bezeichnet, wo doch die Technisierung und Auslagerung von Haushaltstätigkeiten eher das Gegenteil erwarten ließe. Ein Großteil der durch Arbeitszeitverkürzung freigewordenen Zeit werde darauf verwendet. Mögliche Ursachen: gestiegene Ansprüche an Sauberkeit, Zweitwohnsitze und größere Wohnflächen pro Kopf. Allerdings verteilt sich die Hausarbeit auf 78,7% der Bevölkerung, während es 1981 noch 57,6% bezogen auf den Berichtstag waren. Von diesem Zuwachs sind Frauen ebenso wie Männer betroffen, wobei letztere 1992 "deutlich" öfter Tätigkeiten im Haushalt übernehmen würden, "und sie verrichten auch jenen Teil, der als wenig attraktiv oder als unangenehm gilt: Kochen, Aufräumen und Wäschewaschen sind heute nicht mehr ausschließlich Aufgaben von Frauen". Erhoben wird diese gestiegene Bereitschaft übrigens, indem die Männer selbst, ebenso wie die Frauen, ihren Zeitablauf eines Tages zu Protokoll geben. Konkret haben 1981 nur 6% der Männer gekocht, 1992 28,5 % (= zuerst haben 94 % nicht gekocht, dann 71,5%). Fürs Aufräumen und Wäschewaschen hatten 1981 nur 8 % was übrig, dann warens immerhin 38,7% (= 92% haben es nicht getan, dann noch 61,3%). Eingekauft haben 1981 bloße 11%, 1992 warens "schon" 26% (= 89% haben es "ihrer" Frau oder Mutter überlassen, dann immerhin noch 74 %).

Eine "allzu optimistische Bewertung" der männlichen Beteiligung sei unangebracht, heißt es im Frauenbericht, denn immer noch ist der Anteil der hausarbeitenden Frauen dreimal so hoch wie jener der Männer. Was Kinderbetreuung betrifft, so gibt es heute mit 18,7% aller Erwachsenen mehr Menschen, die sich um Kinder oder Enkelkinder kümmern (1981 waren es 13,6%). Der Anteil der Männer daran beträgt 12,1% aller Geschlechtsgenossen (1981 waren es 7,0%). Hingegen betreuen 24,6% aller Frauen Kinder (1981: 19%). Männer befassen sich jedoch, wenn sie es schon tun, am liebsten beim Spielen, bei Ausflügen und bei Freizeitaktivitäten mit den Kindern, auch, wenns drum geht, mit diesen mal "ein ernstes Wort" zu reden. Bloßes "Beaufsichtigen" und Lernen überlassen sie hingegen sehr gerne den Müttern, ebenso die Versorgung.

Wenn die in Österreich verrichtete Hausarbeit quantitativ erfaßt wird, dann verrichten sie zu drei Viertel Frauen. Wird sie qualitativ berechnet, dann hatte sie etwa 1993 ein Jahresvolumen von 558 Milliarden Schilling, was 22% des BIP entspräche, würde sie dementsprechend bezahlt werden. Hinsichtlich der Beanspruchung von Frauen in dieser Situation hat sich über die Jahre nichts geändert: berufstätige Frauen sind die mit Arbeiten unterschiedlicher Art am stärksten belastete Gruppe. Ihnen stehen für "unmittelbare Reproduktion", also unter anderem Schlafen, aber eigentlich auch sowas wie Entspannen und Abschalten, nur 10 Stunden 27 Minuten zur Verfügung (Mikrozensus 1992). Sie arbeiten im Schnitt pro Tag 5 Stunden 28 Minuten außer Haus und verrichten in 4 Stunden und 13 Minuten Hausarbeit. "Im Vergleich zu 1981 haben sich sowohl der Anteil der Berufstätigen als auch der gesamte Zeitaufwand für Beruf und Hausarbeit (inkl. Kinderbetreuung und Wegzeit) erhöht. 1992 waren mehr Frauen erwerbstätig, betreuten gleichzeitig den Haushalt und mußten dafür mehr Zeit investieren.

Die Hauptverantwortung für Haushalt und Kinder bleibt auch dann bei den Frauen, wenn sie erwerbstätig sind. Wenn Männer erwerbstätig sind, dann haben sie in der Regel längere Arbeitszeiten und sie müssen etwas längere Pendelwege in Kauf nehmen. Zugleich reduzieren viele Männer jedoch den Aufwand für Hausarbeit und Kinderbetreuung. Jeder dritte berufstätige Mann beteiligt sich am einem durchschnittlichen Tag überhaupt nicht an Hausarbeit und Kinderbetreuung." Der Rest verbringt maximal 60% der Zeit damit, die seine Frau aufwendet. Fazit: der durchschnittliche Arbeitstag der durchschnittlichen Österreicherin besteht aus 9 Stunden und 41 Minuten, der des Österreichers aber aus 8 Stunden und 45 Minuten. Ganz davon abgesehen, wer seine Tätigkeiten wie entlohnt bekommt.


Also wundere Dich nicht darüber, wenn Frauen häufiger krank werden.

Es grüsst
das Emmalein
(das auf Wunsch auch gern die Quelle dieser Daten angibt!)


AB


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Quellen bitte!

Andreas, Wednesday, 07.01.2004, 16:40 (vor 8065 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be von Emmalein am 07. Januar 2004 13:38:47:

Aber bitte keine Studien von irgendwelchen Frauenministerien. Die kann man wohl nicht ernst nehmen. Im übrigen werden hier mal wieder keine Tätigkeiten mit berücksichtigt, die in der Regel von Männern erledigt werden. Dazu gehören Reparaturarbeit, Instandsetzungen, Bauarbeiten am Haus usw.

Andreas

Zeitbudget

XRay, Wednesday, 07.01.2004, 16:52 (vor 8065 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be von Emmalein am 07. Januar 2004 13:38:47:

Warum greifst du auf eine alte Ösi-Studie zurück, gab es doch erst kürzliche eine entsprechende Studie des Feministeriums (BMFSFJ)?

Wenn man die Interpretation der Ergebnisse liest, dann wird die
völlige Einseitigkeit der Bewertung so offenkundig, dass man selbst
die wenigen Minuten an Unterschieden nicht mehr so recht glauben mag.
Das Vollständige Studium der Studie habe ich mir erspart.

Allzuschnell wird klar, dass es sich bei der ganzen Geschichte wesentlich um eine Art Jammerorgie handelt. Im Grunde ist mir das ohnehin egal, denn
ich schmeisse meinen Haushalt selbst. Wenn eine Frau für Ihren Haushalt mehr Zeit aufwendet, als ich für meinen, dann kann mir das doch auch völlig schnurz sein, oder?

Desweiteren...

Andreas, Wednesday, 07.01.2004, 16:55 (vor 8065 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Quellen bitte! von Andreas am 07. Januar 2004 14:40:43:

...wird hier vieles als Arbeit deklariert, was eigentlich keine ist. Was verstehen die Autorinnen des Texes bspw. unter "Kinderbeaufsichtigung"? Wenn die Kinder meiner Nachbarin im Garten herumtollen, dann werden sie natürlich auch von der Mutter "beaufsichtigt". Aber mit der Frauenzeitschrift im Garten sitzen und hin und wieder mal: "Seid bitte leiser!" rufen, kann man wohl nicht unbedingt als "Arbeit" bezeichnen. Außerdem muß ich persönlich auch in meiner Wohnung aufräumen, Wäsche waschen und putzen. Das würde ich allerdings ebenfalls nicht als "Arbeit" bezeichnen. Jedenfalls nicht, wenn ich an die Arbeit eines Lagerarbeiters oder Kanalarbeiters denke. Von daher ist dieser Text etwas theatralisch!

Andreas

Re: Desweiteren...

Emmalein, Wednesday, 07.01.2004, 17:06 (vor 8065 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Desweiteren... von Andreas am 07. Januar 2004 14:55:55:

..Beaufsichtigung von Kindern ist Arbeit!

Wenn Du das nicht so siehst, biete ich Dir gerne an, mal mit einer Schulklasse irgendwo hin zu fahren. Du hast nicht einmal nachts wirklich Ruhe, weil Du für jeden Schaden verantwortlich gemacht werden kannst, den die Kinder davon tragen.

Oder mach mal Schulaufsicht in einer Pause! Wenn Du das nicht als Arbeit siehst, wirst Du als Lehrer schnell Deine Stelle verlieren.

Es grüsst
das Emmalein

Re: Desweiteren...

Andreas, Wednesday, 07.01.2004, 17:14 (vor 8065 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Desweiteren... von Emmalein am 07. Januar 2004 15:06:52:

..Beaufsichtigung von Kindern ist Arbeit!

Wenn Du das nicht so siehst, biete ich Dir gerne an, mal mit einer Schulklasse irgendwo hin zu fahren. Du hast nicht einmal nachts wirklich Ruhe, weil Du für jeden Schaden verantwortlich gemacht werden kannst, den die Kinder davon tragen.

Das ist in der Regel Sache von Lehrern und die werden auch entsprechend dafür bezahlt. Nicht jede Mutter in Deutschland ist permanent mit Schulklassen unterwegs. Was hat das überhaupt mit diesem Text zu tun? Der Vergleich taugt nicht!

Andreas

Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser

Garfield, Friday, 09.01.2004, 10:19 (vor 8064 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von Emmalein am 07. Januar 2004 13:19:28:

Hallo Emmalein!

"Hausfrauen haben solche Organisationen nicht. Der Bund der Hausfrauen hat keinen Einfluss auf die Lebensgestaltung von Hausfrauen."

Hast du schon mal überlegt, wieso das so ist? Das liegt daran, daß Hausfrauen tatsächlich kaum Probleme haben, die solch eine Organisation lösen könnte. Sie befinden sich praktisch in der Situation eines Selbstständigen: Sie können weitgehend frei entscheiden, wann sie was tun. Zwar kann ihr Partner Forderungen stellen - sie sind jedoch gesetzlich nicht verpflichtet, diesen Forderungen nachzukommen. Tun sie es nicht, ist ihr Partner zwar sauer, aber ansonsten hat das für sie keine Konsequenzen. Unterhaltspflichtig ist er nach einer Scheidung ja so oder so. Kommt er auf die Idee, sie dann z.B. zu schlagen, können sie ihn verklagen und sich natürlich auch scheiden lassen. Dabei werden sie von der Justiz jegliche Unterstützung bekommen.

Weit verbreitet ist das Märchen, daß Hausfrauen unbezahlte Arbeit leisten würden. Gleichzeitig wird aber auch gern behauptet, daß sie von ihren Partnern finanziell abhängig wären. Beides widerspricht sich schon einmal.

Eine reine Hausfrau, die also keinerlei eigenes Einkommen hat, lebt natürlich vom Einkommen ihres Partners. Das ist ihre Bezahlung. Und darauf hat sie sogar gesetzlichen Anspruch. Ihr Partner ist also verpflichtet, sie zu ernähen. Sie dagegen ist zu gar nichts verpflichtet. Sie kann zwar die täglichen 2 Stunden Hausarbeit erledigen und mit den Kindern spielen, aber sie muß das laut Gesetz nicht tun. Tatsächlich wird ja auch auf voll berufstätige Männer immer wieder Druck ausgeübt, damit sie die Hälfte der Hausarbeit übernehmen sollen. Auch wenn die Partnerin als Hausfrau den ganzen Tag zu Hause sitzt. Rechnet man sämtliche Arbeitszeiten zusammen, also sowohl die beruflichen als auch die privaten, liegen Männer im Durchschnitt deutlich vor den Frauen. Weil sie nämlich häufiger auf Vollzeit arbeiten und nach Feierabend sehr wohl noch Arbeiten zu Hause erledigen.

So ist die Situation der Hausfrauen sogar noch besser als die eines Selbstständigen. Der ist nämlich gesetzlich verpflichtet, seinen Kunden für ihr Geld eine bestimmte Gegenleistung zu liefern. Eine Hausfrau ist gesetzlich aber eben zu gar nichts verpflichtet.

Das erklärt auch, wieso bei einer Umfrage des Allensbach-Institutes erstaunlich viele jungen Frauen angegeben haben, daß sie gern Hausfrauen wären. Zwar wird es für einen Mann aufgrund der sinkenden Realeinkommen immer schwieriger, eine Familie allein zu ernähren, und so ist dann weniger Geld da, wenn die Frau Hausfrau ist. Aber notfalls kann sie sich ja noch einen Teilzeitjob suchen. Der bringt etwas Abwechslung ins Leben und ist weit weniger stressig wie ein Vollzeitjob.

Wenn das Leben einer Hausfrau so furchtbar und stressig wäre, würden sich wohl kaum immer noch so viele Frauen darum reißen.

Nun nehmen wir mal an, eine gelangweilte Hausfrau geht fremd, während ihr Mann ständig Überstunden macht, um die Familie zu ernähren und vielleicht einen Kredit für ein Haus abzuzahlen. Und er kriegt das irgendwann mit.

Was kann er nun tun? Er kann natürlich die Scheidung einreichen. Da sie aber Hausfrau war, ist er dann für sie unterhaltspflichtig, und für eventuelle Kinder sowieso. Ein großer Teil seines Einkommens geht dann also weiterhin für Ex-Frau und Kinder drauf, was es ihm sehr schwierig macht, eine neue Familie zu gründen. Er könnte in einer neuen Familie dann auch nicht Hausmann werden und noch nicht einmal auf Teilzeit arbeiten. Das würde man ihm nämlich gerichtlich untersagen, damit er der Ex-Frau weiterhin als Zahlsklave dienen kann.

Außerdem wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Kinder zugesprochen bekommen. Sie wird wahrscheinlich inoffiziell mit ihrem Liebhaber zusammen ziehen (offiziell kann sie das nicht, weil sie dann für sich selbst keinen Unterhalt mehr beanspruchen könnte), und sie wird dann vielleicht der Meinung sein, daß die Kinder sich an ihren neuen Vater gewöhnen sollen und daß der Ex-Mann dabei nur stört. In dem Fall wird sie alle Register ziehen, um ihren Ex-Mann daran zu hindern, die Kinder zu sehen. Sie kann z.B. einfach behaupten, die Kinder wären krank, sie kann 500 km weit weg ziehen oder sie kann ihren Ex-Mann des sexuellen Mißbrauchs beschuldigen. Das alles ist zwar laut Gesetz illegal, und der Ex-Mann kann dagegen klagen. Die Prozesse ziehen sich dann aber über Jahre hin. Die Ex-Frau hat dann also genügend Zeit, die Kinder zu beeinflussen und sie gegen ihren Vater einzunehmen, so daß sie dann am Ende, wenn ihr Vater endlich das Umgangsrecht eingeklagt hat, gar kein Interesse mehr daran haben, ihn zu sehen.

Diese Zukunftsvision wird dann also im Kopf dieses betrogenen Ehemannes ablaufen. Dann kann er abwägen, was das kleinere Übel ist: Eine Scheidung, die schlimmstenfalls genau diese Folgen haben kann, oder die Tatsache, daß seine Frau ihn mit einem anderen Mann betrügt.

Vermutlich wird er dann zu der Überzeugung kommen, das Letzteres das kleinere Übel ist. Und wenn er klug ist, hält er die Klappe und läßt seine Frau niemals wissen, daß er weiß, daß sie ihn betrügt. Denn wenn sie das weiß, wird sie ihm nicht etwa dankbar dafür sein, daß er ihr soviel Freiheit läßt. Nein, sie wird ihn dann mit hoher Wahrscheinlichkeit als Schwächling und armes Würstchen betrachten, und sie wird das Gefühl haben, daß er sie wohl nicht richtig liebt, wenn er einen anderen Mann neben sich akzeptiert. Sie wird ihn dann also erst recht verlassen.

Wenn aber umgekehrt eine Hausfrau mitbekommt, daß ihr Mann sie betrügt, braucht sie vor einer Scheidung keine Angst haben. Sie weiß dann genau, daß sie wahrscheinlich die Kinder bekommen wird, was ihr dann so nebenbei durch Unterhalt auch noch ein gutes Einkommen sichert. Obendrein kann sie für sich selbst auch noch Unterhalt beanspruchen. Sie wird ihm also sofort mit Scheidung drohen oder die Scheidung sogar gleich einreichen.

Wer ist da also wirklich von wem abhängig, und wer hat da wirklich mehr Freiheiten und mehr Rechte? Es hat schon seinen Grund, daß die Mehrheit der Scheidungen von Frauen eingereicht wird.

Freundliche Grüße
von Garfield


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