Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Lars, Monday, 15.12.2003, 16:41 (vor 8089 Tagen)

Habt ihr auch den Eindruck, daß dieses Jahr das ERSTE Jahr überhaupt war, in dem in den großen Medien - wenn auch noch sehr vereinzelt - feminismuskritische Töne zu vernehmen waren, bzw. differenziertere Artikel zu Geschlechter-Themen gebracht wurden? Insbesondere bei den Themen Scheidungsrecht, Mädchen/Jungen-Schulförderung und Arbeitsmarktentwicklung; weniger bei dem Thema "Gewalt-gegen-Frauen"/Beweislast/Pauschalisierungen (wohl noch ein zu "heißes Eisen").

Oder kommt mir das nur so vor, weil ich jetzt stärker darauf achte?

Vielleicht kann man dies ja als eine Tendenzwende im Diskurs über Geschlechterfragen sehen. Mit "Tendenzwende" meine ich: Am Gesamtbild der öffentlichen Debatte ändert sich erstmal nicht viel, aber wenn man genau hinguckt, erkennt man doch, daß sich Stimmen mehren, die in eine andere Richtung gehen, ähnlich wie sich bei einem großen Schiff das Umlegen des Ruders erst nach einer gewissen Zeit in einer sichtbaren Kursänderung auswirkt. Denn: Hinter jedem der Zeitungsartikel, die hier in letzter Zeit positiv hervorgehoben worden sind, steht ein Journalist (oder eine JournalistIN!), der/die angefangen hat, die Dinge differenzierter zu sehen und der/die das Thema wohl weiter im Auge behalten wird. Und gleichzeitig bringen die Feministinnen einen "Klopfer" nach dem anderen, liefern also weiter Anlässe für die kritische Auseinandersetzung mit ihnen ...

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Garfield, Monday, 15.12.2003, 17:14 (vor 8089 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Lars am 15. Dezember 2003 14:41:41:

Hallo Lars!

Ich habe auch das Gefühl, daß so langsam Bewegung in die Sache kommt.

Obwohl es Feminismuskritik schon immer gegeben hat. Vor einiger Zeit habe ich das Buch "Über die Dummheit" von Horst Geyer gelesen. Dieses Buch wurde 1954 verfaßt, und Geyer schrieb da sinngemäß folgendes: "Die Frau wurde von uns Männern auf ein Podest gestellt, auf dem sie sich dann so lange darüber beklagte, die benachteiligte Sklavin zu sein, daß man sie nun wieder von diesem Podest herunter holen will..."

Früher wurden solche Äußerungen nur nicht über die Massenmedien verbreitet. Anfangs war es so, daß sich kaum ein Mann vorstellen mochte, irgendwie Frauen gegenüber benachteiligt zu sein. Das ebnete Feministinnen aller Schattierungen den Weg, und sie verstärkten althergebrachte Normen und Klischees in Bezug auf Männer noch.

Als dann die Seuche der "political correctness" um sich griff, begannen die Medien, die Thesen irgendwelcher Radikalfeministinnen einfach nachzuplappern, weil sie nun als "politisch/sexuell korrekt" galten.

Jetzt ist aber die Schieflage zwischen den Geschlechtern offenbar so groß geworden, daß die Massenmedien die Augen davor nicht mehr ganz verschließen können. Es gibt mittlerweile zuviele männliche Opfer, um sie noch unter den Teppich kehren zu können, und je mehr männliche Opfer es gibt, umso mehr Männer, die bisher noch Glück mit ihren Partnerinnen hatten, fühlen sich potenziell betroffen. Heute kann nur noch ein kompletter Volltrottel, ein Ignorant oder jemand, der keine Ahnung von den deutschen Gesetzen hat, behaupten, daß Männer niemals Opfer einer Frau werden könnten. Das wiederum führt dazu, daß immer mehr Männer den Mut finden, sich als Opfer zu outen.

Gut - dadurch bekommt ein Männerhaus auch kein Geld, aber immerhin wird schon mal über den einen oder anderen Fall berichtet. Z.B. über Frauen, die ihre Kinder töten oder verwahrlosen lassen oder über Mädchen, die nur aus Rachsucht oder Bosheit Männer der Vergewaltigung oder sexuellen Belästigung bezichtigen. Zwar wird sowas dann gern als Ausnahme dargestellt, aber je mehr solcher "Ausnahmen" in den Medien auftauchen, umso klarer wird, daß das keineswegs Ausnahmen sind.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Emmalein, Monday, 15.12.2003, 20:40 (vor 8089 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Lars am 15. Dezember 2003 14:41:41:

Hi,

mit Kritik muss der Feminismus schon leben, seit es ihn gibt. Die Suffragetten wurden lächerlich gemacht, die Frauen in den 60ern als unerotisch dargestellt, die Fakten, die von Frauen für Benachteiligung aufgezeigt wurden, geleugnet. Das ist also alles nicht neu.

Neu ist daran höchstens, dass Männer sich plötzlich als die Benachteiligten hinstellen. Das mag in einigen Bereichen sogar stimmen, ist in anderen jedoch schlicht und ergreifend unseriös.

Aber ansonsten hat sich an der Feminismus-Kritik der meisten Männer nichts verändert.

Es grüsst
das Emmalein

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Peter, Monday, 15.12.2003, 21:53 (vor 8088 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Emmalein am 15. Dezember 2003 18:40:00:

Hallo Emmalein,

du:

Neu ist daran höchstens, dass Männer sich plötzlich als die Benachteiligten hinstellen. Das mag in einigen Bereichen sogar stimmen, ist in anderen jedoch schlicht und ergreifend unseriös.

In welchen Bereichen kann es deiner Meinung nach stimmen?

Und in welchen Bereichen stimmt es nicht, obwohl die Maskulisten es behaupten?

Gruß,

Peter

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Emmalein, Monday, 15.12.2003, 23:20 (vor 8088 Tagen) @ Peter

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Peter am 15. Dezember 2003 19:53:53:

Hallo Emmalein,
du:

Neu ist daran höchstens, dass Männer sich plötzlich als die Benachteiligten hinstellen. Das mag in einigen Bereichen sogar stimmen, ist in anderen jedoch schlicht und ergreifend unseriös.

In welchen Bereichen kann es deiner Meinung nach stimmen?
Und in welchen Bereichen stimmt es nicht, obwohl die Maskulisten es behaupten?
Gruß,
Peter

Hi, Peter,

meiner Ansicht nach ist es m. E. korrekt, was die Situation des Sorgerechts im Falle der unehelichen Kinder angeht. Dort findet sich eine einseitige Rechtsprechung und Verteilung zugunsten der Frau, so dass Männer oft von der Willkür der Frauen abhängig sind,wenn sie ihr Kind sehen möchten.

Nicht korrekt sind die unseriösen Reisser hinsichtlich der ach so hohen Frauengewalt. Sie liegt statistisch betrachtet unter der der der Männer, vor allem,was körperliche Gewalt angeht.

Auch eine allgemeine Rechtsprechung zugunsten der Frauen ist nicht erkennbar. Sonst würden erwiesene Vergewaltiger, die zum grössten Teil Männer sind, viel härter bestraft. Ebenso würden Männer, die Frauen angeblich im Affekt töten, weil sie bestimmte religiöse Regeln verletzen, härter bestraft.

Es grüsst
das Emmalein

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

gaehn, Monday, 15.12.2003, 23:45 (vor 8088 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Emmalein am 15. Dezember 2003 21:20:50:

Hallo Emmalein,
du:

Neu ist daran höchstens, dass Männer sich plötzlich als die Benachteiligten hinstellen. Das mag in einigen Bereichen sogar stimmen, ist in anderen jedoch schlicht und ergreifend unseriös.

In welchen Bereichen kann es deiner Meinung nach stimmen?
Und in welchen Bereichen stimmt es nicht, obwohl die Maskulisten es behaupten?
Gruß,
Peter

Hi, Peter,
meiner Ansicht nach ist es m. E. korrekt, was die Situation des Sorgerechts im Falle der unehelichen Kinder angeht. Dort findet sich eine einseitige Rechtsprechung und Verteilung zugunsten der Frau, so dass Männer oft von der Willkür der Frauen abhängig sind,wenn sie ihr Kind sehen möchten.
Nicht korrekt sind die unseriösen Reisser hinsichtlich der ach so hohen Frauengewalt. Sie liegt statistisch betrachtet unter der der der Männer, vor allem,was körperliche Gewalt angeht.
Auch eine allgemeine Rechtsprechung zugunsten der Frauen ist nicht erkennbar. Sonst würden erwiesene Vergewaltiger, die zum grössten Teil Männer sind, viel härter bestraft. Ebenso würden Männer, die Frauen angeblich im Affekt töten, weil sie bestimmte religiöse Regeln verletzen, härter bestraft.
Es grüsst
das Emmalein

du solltest die gleichstellung an und für sich nicht vergessen welche männer benachteiligt und damit zur farce verkommt.
männer dürfen keine gleichstellungsbeauftragten etc. werden, nicht geschlechtsneutral formulierte quoten (was das mindeste wäre).

du bist xenia oder? ;)

es grüss gaehn

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

reinecke54, Tuesday, 16.12.2003, 11:54 (vor 8088 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Emmalein am 15. Dezember 2003 18:40:00:

Die Suffragetten wurden lächerlich gemacht, ...

Laecherlich gemacht? Die haben schwere Straftaten begangen,
z.B. Brandstiftung. Dafuer sind sie ins Gefaengnis gekommen.

In der Tat wurde Spiderman David Chick laecherlich gemacht.
Fuer seinen harmlosen Protest wird er keine Gnade erwarten
koennen. District Judge Jacqueline Comyns hat ihn zwar auf
Kaution freigelassen. Gerichtstermin ist der 18. Dezember,
so glaube ich.

Die Suffragetten dagegen wurden freigelassen, nachdem sie
sich vom englischen Staat haben einkaufen lassen. Nachdem
die englische Regierung dem Reich den Krieg erklaert hatte,
wurde der Suffragettenorganisation WSPU (Women's Social &
Political Union) 2000 Pfund gegeben; damit wurde eine
Demonstration fuer den Krieg organisiert. Es wurde gefordert,
dass Maenner in den Krieg ziehen und Frauen deren
Arbeitsplaetze bekommen sollten (For men must fight and women
must work). Vielleicht rechnete man auch damit, dass die
Maenner ohnehin nicht mehr zurueckkehren wuerden ...

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Mic, Tuesday, 16.12.2003, 12:06 (vor 8088 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Emmalein am 15. Dezember 2003 18:40:00:

Es grüsst
das Emmalein

Bis du ein Kind, oder kindlich geblieben, oder wieso der Name "Emmalein" ?

Unseriös?

Frank, Tuesday, 16.12.2003, 12:19 (vor 8088 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Emmalein am 15. Dezember 2003 21:20:50:

Hallo Emmalein,

Nicht korrekt sind die unseriösen Reisser hinsichtlich der ach so hohen Frauengewalt. Sie liegt statistisch betrachtet unter der der der Männer, vor allem,was körperliche Gewalt angeht.

Woher willst du wissen, dass diese "Reisser" unseriös sind? Natürlich spricht die Kriminalitätsstatistik, was Gewaltverbrechen allgemein angeht, eine eindeutige Sprache. Über 80 Prozent der Täter (aber auch fast zwei Drittel der Opfer!) sind männlich. Das will auch keiner leugnen, wenngleich die Frage erlaubt sein muss, welche gesellschaftlichen Einflüsse dafür ursächlich sind, warum überwiegend Männer straffällig werden.
Wogegen wir uns wehren, ist der Eindruck, Gewalt in heterosexuellen Beziehungen gehe fast nur von Männern aus. Wenn 120 seriöse wissenschaftliche Studien aus aller Welt eine annähernde Gleichverteilung der häuslichen Gewalt zwischen männlichen und weiblichen Tätern herausgefunden haben (eine Liste findest du unter http://www.csulb.edu/~mfiebert/assault.htm), können einem schon gewisse Zweifel am Mythos vom friedfertigen weiblichen Geschlecht kommen.

Auch eine allgemeine Rechtsprechung zugunsten der Frauen ist nicht erkennbar. Sonst würden erwiesene Vergewaltiger, die zum grössten Teil Männer sind, viel härter bestraft. Ebenso würden Männer, die Frauen angeblich im Affekt töten, weil sie bestimmte religiöse Regeln verletzen, härter bestraft.

Auch hier gibt es Untersuchungen, die zeigen: für die gleichen Delikte werden Männer im Durchschnitt häufiger vor Gericht gestellt, häufiger und zu höheren Strafen verurteilt als Frauen. Bekannt ist auch, dass ein nicht unerheblicher Teil der Strafanzeigen wegen Vergewaltigung auf Falschbeschuldigungen beruht (siehe http://www.manndat.de/femsxl.htm ).
Nicht bei jedem Mann, dem ein Vergewaltigungsdelikt zur Last gelegt wird, kann die Täterschaft nachgewiesen werden. Der Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" gilt in unserem Rechtssystem (noch) auch für Männer.
Dass Vergewaltigung stattfindet und zum allergrößten Teil von Männern begangen wird, wollen wir dennoch nicht im Entferntesten abstreiten.

Gruß
Frank

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Emmalein, Tuesday, 16.12.2003, 13:18 (vor 8088 Tagen) @ gaehn

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von gaehn am 15. Dezember 2003 21:45:38:

HI, gähn,

so stimmt das nicht: Wir haben mal bei uns in der Schule einen Mann als Gleichstellungsbeauftragten gewählt, und ich sehe auch kein Problem darin, dass werden könnte, wenn er sich neutral in Gleichstellungsfragen verhielte.

Allerdings muss ich Dir eines sagen: Ich bin nicht Xenia (wer immer das auch sein soll=)! Da hast Du Dich vertan.

Ich bin und verbleibe grüssend als das
Emmalein

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Emmalein, Tuesday, 16.12.2003, 13:20 (vor 8088 Tagen) @ Mic

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Mic am 16. Dezember 2003 10:06:56:

Es grüsst
das Emmalein

Bis du ein Kind, oder kindlich geblieben, oder wieso der Name "Emmalein" ?

Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch (Erich Kästner).

Es grüsst (heute zum Nachdenken anregend)
das Emmalein

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Emmalein, Tuesday, 16.12.2003, 13:26 (vor 8088 Tagen) @ reinecke54

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von reinecke54 am 16. Dezember 2003 09:54:21:

Die Suffragetten wurden lächerlich gemacht, ...

So über London zu laufen ist ebenfalls ein Straftatbestand. "Spidermans" Tat gefährdete sich und andere. Von daher ist es genauso gerecht, wenn er bestraft wird, wie es bei den Souffragetten der Fall gewesen sein dürfte.

Ob inhaltlich dieser Protest berechtigt war (was er meiner Meinung nach war), ist ein anderer Fall. Aber man kann so einen Protest auch anders anbringen, ohne andere Menschen zu gefährden.

Es grüsst

das Emmalein

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Odin, Tuesday, 16.12.2003, 13:28 (vor 8088 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Emmalein am 15. Dezember 2003 21:20:50:

Nicht korrekt sind die unseriösen Reisser hinsichtlich der ach so hohen Frauengewalt. Sie liegt statistisch betrachtet unter der der der Männer, vor allem,was körperliche Gewalt angeht.

Die Hauptschwierigkeit ist die, daß sich Männer selten als Opfer FÜHLEN.
Warum gibt es z.B. keine Männerparkplätze, obwohl weitaus mehr Männer als Frauen überfallen werden? Frauen reklamieren ihr Opferdasein und schlachten es sowohl politisch als auch gesellschaftlich besser aus. Dies tun Männer kaum. Es entsteht auch Druck, wenn Männer dies versuchen. Der Druck ist vielseitig und ich habe ihn persönlich erlebt, wenn bekannt wird, daß ich Männerarbeit mache:
1) Ihr seit Jammerlappen - so oder ähnlich bereits mehrmals gehört
2) Wußte gar nicht, daß Du schwul bist - sogar von einem Freund habe ich den Satz gehört.
3) Du mußt persönlich stark betroffen sein, sonst tätest Du sowas nicht. Aber ICH bin nicht betroffen - bei den meisten Aktionen, um die ich mich kümmere (beispielsweise Väterarbeit) bin ich selbst nicht betroffen, ich sehe nur ein Ungleichgewicht und eine Benachteiligung und reagiere darauf.
4) Bist Du Frauenfeind? Tausendmal gehört!
5) Aber jeder weiß doch......

usw.

Öffentlichkeitsarbeit bedeutet für mich, gerade erstmal Männer klarzumachen, daß sie Opfer und benachteiligte sind - ohne, daß dies ihr Selbstbild infrage stellen muß.
Ich habe schon Jugendliche erlebt, die mich GEFRAGT haben, ob sie denn mißbraucht worden sind! Sie schilderten mir dann ein Ereignis, welches EINDEUTIG Mißbrauch war, aber sie bekamens nicht auf die Reihe und wollten sich nicht so sehen.

Gestern hatte ich ein Gespräch in einer Männergruppe und erzählte dort darüber, daß ich gerne mit Männern als Opfer arbeiten würde. Ich erzählte über die Zahlen zur häuslichen Gewalt. Der Mann, mit dem ich redete, war sehr überrascht und konnte nicht glauben, daß es soviele männliche Opfer von häuslicher Gewalt gäbe. Ich sagte ihm, daß man Männer auch nicht fragen darf, ob sie Opfer von häuslicher Gewalt sind, sondern man muß sie fragen: Ist dieses oder jenes mit Dir geschehen und ihnen damit zeigen, daß sie Opfer sind.
Darauf meinte mein Gesprächspartner ganz locker: Naja, ich bin von meiner Frau auch schon mal "gepufft" worden, aber das ist doch nicht (allen ernstes!)
Ich fragte zurück, ob er dasselbe auch mit seiner Frau machen würde und ob diese dann - mit derselben Handlung nur andersherum - seiner Definition nach ein Gewaltopfer wäre. "Ja, dann schon" war seine Antwort und wir mußten nicht weiterreden. Jetzt laß ich es erstmal in ihm arbeiten.

Noch ein letztes Beispiel: Ein befreundeter Therapeut erzählte mir aus seiner Praxis von einem Ehepaar, das jetzt in Scheidung lebt. Im Streit hat die Frau dem Mann eine Ohrfeige verpaßt. Der lies sich das nicht gefallen und gab ihr auch eine Ohrfeige.
Die lief daraufhin zur Polizei und mußte nun SEINE EIGENE Wohnung räumen und versteht die Welt nicht mehr!
Wieder einer mehr!

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Odin, Tuesday, 16.12.2003, 13:33 (vor 8088 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Emmalein am 16. Dezember 2003 11:26:16:

Ob inhaltlich dieser Protest berechtigt war (was er meiner Meinung nach war), ist ein anderer Fall. Aber man kann so einen Protest auch anders anbringen, ohne andere Menschen zu gefährden.

Habs jetzt nur teilweise verfolgt, aber in dem Bericht den ich sah (ARD) war von einer Überreaktion der Polizei die Rede. Die hat den ganzen Verkehr gesperrt und damit den Unmut der Autofahrer erst geschührt. Gefährdet war nachweislich NUR Spiderman selbst. Man hatte "Angst" das er runterfällt. Als es dann Protest gab, wurde der Verkehr wieder ganz normal laufen gelassen und alles war gut.

Spiderman

Sam, Tuesday, 16.12.2003, 14:31 (vor 8088 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Odin am 16. Dezember 2003 11:33:11:

>Ob inhaltlich dieser Protest berechtigt war (was er meiner Meinung nach war), ist ein anderer Fall. Aber man kann so einen Protest auch anders anbringen, ohne andere Menschen zu gefährden.

Habs jetzt nur teilweise verfolgt, aber in dem Bericht den ich sah (ARD) war von einer Überreaktion der Polizei die Rede. Die hat den ganzen Verkehr gesperrt und damit den Unmut der Autofahrer erst geschührt. Gefährdet war nachweislich NUR Spiderman selbst. Man hatte "Angst" das er runterfällt. Als es dann Protest gab, wurde der Verkehr wieder ganz normal laufen gelassen und alles war gut.[/i]

Einige Links zu "Spiderman":

http://www.menshour.com/nov/index.html

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Ferdi, Tuesday, 16.12.2003, 15:13 (vor 8088 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Odin am 16. Dezember 2003 11:28:58:

Noch ein letztes Beispiel: Ein befreundeter Therapeut erzählte mir aus seiner Praxis von einem Ehepaar, das jetzt in Scheidung lebt. Im Streit hat die Frau dem Mann eine Ohrfeige verpaßt. Der lies sich das nicht gefallen und gab ihr auch eine Ohrfeige.
[quote]Die lief daraufhin zur Polizei und mußte nun SEINE EIGENE Wohnung räumen und versteht die Welt nicht mehr!
Wieder einer mehr!
[/quote]

Genau das ist es, warum ich das Gewaltschutzgesetz in der vorliegenden Form wegen dieser Auswirkung als rechtsstaatswidrig ablehne. Hier wird für jeden erkennbar die verfassungsmässig garantierte Unschuldsvermutung bis zu einer Schuldfeststellung durch ein Gericht abgeschafft und rechtswidrig durch eine Schuldvermutung ersetzt. Dem kann man nur entgehen, in dem man seine Wohnung konsequent frauenfrei hält, bis dieses unselige Gesetz irgendwann einmal auf dem Müllhaufen der Rechtsgeschichte landet. Gegen diese Auswirkung des Gesetzes ist wegen seiner Verfassungswidrigkeit jegliche Form von Widerstand legitim.

Gruss,
Ferdi

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Emmalein, Tuesday, 16.12.2003, 15:50 (vor 8088 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Odin am 16. Dezember 2003 11:33:11:

Ob inhaltlich dieser Protest berechtigt war (was er meiner Meinung nach war), ist ein anderer Fall. Aber man kann so einen Protest auch anders anbringen, ohne andere Menschen zu gefährden.

Habs jetzt nur teilweise verfolgt, aber in dem Bericht den ich sah (ARD) war von einer Überreaktion der Polizei die Rede. Die hat den ganzen Verkehr gesperrt und damit den Unmut der Autofahrer erst geschührt. Gefährdet war nachweislich NUR Spiderman selbst. Man hatte "Angst" das er runterfällt. Als es dann Protest gab, wurde der Verkehr wieder ganz normal laufen gelassen und alles war gut.

Wenn Spiderman da herunter gefallen wäre, hätte das den Verkehr völlig durcheinander gebracht. London hat extrem belebte Strassen.

Das hätte eine Menge anderer Leben noch zusätzlich gefährden können!

Es hat schon seine Richtigkeit,dass man da oben nicht herumspazieren darf!

Es grüsst
das Emmalein

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

gaehn, Tuesday, 16.12.2003, 16:16 (vor 8088 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Emmalein am 16. Dezember 2003 11:18:52:

HI, gähn,
so stimmt das nicht: Wir haben mal bei uns in der Schule einen Mann als Gleichstellungsbeauftragten gewählt, und ich sehe auch kein Problem darin, dass werden könnte, wenn er sich neutral in Gleichstellungsfragen verhielte.

dann liess bitte einmal die richtlinien dazu, da steht aber etwas anderes *g*.

Allerdings muss ich Dir eines sagen: Ich bin nicht Xenia (wer immer das auch sein soll=)! Da hast Du Dich vertan.
Ich bin und verbleibe grüssend als das
Emmalein

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

gaehn, Tuesday, 16.12.2003, 16:18 (vor 8088 Tagen) @ gaehn

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von gaehn am 16. Dezember 2003 14:16:43:

HI, gähn,
so stimmt das nicht: Wir haben mal bei uns in der Schule einen Mann als Gleichstellungsbeauftragten gewählt, und ich sehe auch kein Problem darin, dass werden könnte, wenn er sich neutral in Gleichstellungsfragen verhielte.

dann liess bitte einmal die richtlinien dazu, da steht aber etwas anderes *g*.

Allerdings muss ich Dir eines sagen: Ich bin nicht Xenia (wer immer das auch sein soll=)! Da hast Du Dich vertan.
Ich bin und verbleibe grüssend als das
Emmalein

übrigens jede bewegung muss mit einer gegenbewegung leben und zwar von anfang an.

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Odin, Wednesday, 17.12.2003, 02:31 (vor 8087 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Emmalein am 16. Dezember 2003 13:50:14:

Wenn Spiderman da herunter gefallen wäre, hätte das den Verkehr völlig durcheinander gebracht. London hat extrem belebte Strassen.

UM GOTTES WILLEN!
Er hätte den Verkehr durcheinander gebracht, wenn er vom Kran gefallen wäre? Nein, daß es so schlimm war, wußte ich natürlich nicht. Vielleicht hätte er auch noch mit seinem Blut eine Frauenjacke bespritzt, die hätte gedacht, der hätte Aids, hätte dann vor Kummer Selbstmord begangen und ihre drei Säuglinge wären zuhause verhungert und verdurstet. Daraufhin hätte ihre Mutter sich vor Kummer ertränkt und wäre als aufgequollene Leiche im Badesee aufgetaucht vor einer Horde Kinder - womöglich alles Mädchen, die dann alle zur Therapie gemußt hätten. Der Therapeut verkraftet dieses Elend nicht, begeht Selbstmord, hinterläßt Frau und Kinder und....
Ich darf gar nicht weiterdenken. Man hätte den Kerl am Besten gleich mit ner Kalaschnikow runtergeholt, dann wäre Ruhe gewesen und er hätte beim Fallen noch nicht mal Autos besudelt, da die tollen Polizisten ja den Verkehr gesperrt hatten.

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

reinecke54, Wednesday, 17.12.2003, 11:36 (vor 8087 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Emmalein am 16. Dezember 2003 13:50:14:

Wenn Spiderman da herunter gefallen wäre, hätte das den Verkehr völlig durcheinander gebracht. London hat extrem belebte Strassen.
Das hätte eine Menge anderer Leben noch zusätzlich gefährden können!

Ich denke, so mancher Autofahrer, der mit 70 durch Ortschaften
oder 30er-Zonen brettert, gefaehrdet mehr Menschen. Aber das gibt
nur 'ne Knolle.

Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs?

Emmalein, Wednesday, 17.12.2003, 16:04 (vor 8087 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? von Odin am 17. Dezember 2003 00:31:52:

Dass die Polizei die Strassen absperren musste, zeigt, dass das was der Mann da machte, extreme Verkehrsbehinderung war. Deswegen schon allein ist sein Verhalten strafbar.

Ob er sich dabei selbst gefährdet, steht nicht zur Debatte.

Du bist unsachlich.

Es grüsst
das Emmalein

Re: Spiderman

Sam, Wednesday, 17.12.2003, 23:40 (vor 8086 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Spiderman von Sam am 16. Dezember 2003 12:31:36:

Einige Links zu "Spiderman":
http://www.menshour.com/nov/index.html

Weiteres auch hier:
http://homepage.ntlworld.com/f4jswansea/spiderman.htm

London Personality of the Year 2003: Voting Results

Sam, Thursday, 18.12.2003, 00:03 (vor 8086 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Re: Spiderman von Sam am 17. Dezember 2003 21:40:26:

>Einige Links zu "Spiderman":

http://www.menshour.com/nov/index.html[/i]

Weiteres auch hier:
http://homepage.ntlworld.com/f4jswansea/spiderman.htm

http://www.thisislondon.co.uk/news/showbiz/articles/8199668?source=Evening%20Standard.

powered by my little forum