Re: TAZ gegen simple Biologismen
Als Antwort auf: TAZ gegen simple Biologismen von Garp am 13. Dezember 2003 13:38:35:
Ein guter Artikel gegen biologistische Zuschreibungen im Stile der SPIEGEL-Titelgeschichte.
Finde ich auch. In der Tat ist es eine bedenkliche Entwicklung, dass der massive Arbeitsplatzabbau in den klassischen Männerberufen den Haupt- und Sonderschülern keine Perspektive mehr für einen gesellschaftlichen Aufstieg bietet. Dass Gesterkamps Artikel das so benennt, hebt ihn wohltuend vom törichten Geschreibsel à la Spiegel ab.
Wenngleich - mit Blick auf die Arbeiterklasse - nicht ganz ohne Berechtigung, nervt mich das ständige Gerede von der "Krise des Mannes" dennoch gewaltig. Denn in den letzten 30 Jahren sind sich die Geschlechter immer ähnlicher geworden. Diese Anpassung war jedoch extrem einseitig: die Frauen haben sich ausschließlich den Männern angeglichen. Wenn das "männliche Prinzip" also offenbar so attraktiv ist, dass sogar sämtliche Frauen es kritiklos für sich selber übernehmen, kann ich darin beim besten Willen keine Krise des Männlichen erkennen.
Ich sehe eher die Frauen in einer Identitätskrise: das klassisch weibliche Rollenbild wird ihnen vom Feminismus madig gemacht, wohingegen ihre beständige Entwicklung zu zweitklassigen Männern die Kerle vergrault. Hin- und hergerissen zwischen Beruf, Haushalt und Kindererziehung, zwischen weiblichem und männlichem Rollenklischee, verwöhnt, neurotisch, nörgelig, ohne originär weibliches Selbstbewusstsein: Arme Mädels.
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- TAZ gegen simple Biologismen -
Garp,
13.12.2003, 15:38
- Re: TAZ gegen simple Biologismen - Peter, 13.12.2003, 20:05
- Re: TAZ gegen simple Biologismen -
Frank,
15.12.2003, 12:40
- Hervorragende Analyse! (n/t) - Jörg, 15.12.2003, 17:53