Re: Unangenehmer Beigeschmack
Als Antwort auf: Unangenehmer Beigeschmack von Lars am 01. Dezember 2003 18:36:13:
Hallo Lars
Von dieser Männer-Stelle im österreichischen Sozialministerium habe ich auch schon mal auf ORF gehört. Im Prinzip eine richtige Sache. Was mir dabei allerdings unangenehm aufstößt, ist, daß diese Männer-Stelle ja ein Kind der schwarz-brauen ÖVP-FPÖ-Koalition ist! Dies ist in zweierlei Hinsicht ein Problem:
Es heisst schwarz-blaue OeVP-FPOe-Koalition.
- Wenn man dieser Männer-Stelle ein Glückswunschtelegramm zukommen läßt, unterstützt man auch auch indirekt die (ja auch aus vielen anderen Gründen!) umstrittene Österreichische Regierung insgesamt. Dies wäre einem Großteil der Männer in und noch mehr außerhalb Österreichs zuwieder.
Tatsaechlich? Nach dieser These kaemen die Waehlerstimmen zugunsten der OeVP und FPOe v.a. von den Frauen. Stimmt das denn so? Woher kennst Du ueberhaupt die Meinung des Grossteils der Maenner so genau? Tatsache ist, dass sich OeVP und FPOe auf eine parlamentarische Mehrheit stuetzen koennen, also muss die doch irgendwer gewaehlt haben.
Leicht wird es diese Maennerabteilung in der Gleichstellungsbuerokratie gewiss nicht haben. So gesehen, ist eine kleine Honorierung ihrer Bemuehungen jenseits allen Parteiengezaenks durchaus angebracht.
- Es besteht die Gefahr, daß die Männerbewegungs-Thematik dort in ein rechtspopulistisches Fahrwasser gerät und dann z. B. mit Anti-Ausländer-Rethorik assoziiert wird.
Die Existenz der FPOe im Allgemeinen und von Haider im Besonderen scheint ein sozialdemokratisches Trauma zu sein. Anders kann man naemlich nicht erklaeren, weshalb eine ganz normale rechtsgerichtete Regierungspartei in Oesterreich europaweit solche Abwehrreflexe bei der Linken erzeugt. Ausgrenzung nennt man gemeinhin solch ein Verhalten...
Da ich grundsaetzlich gegen eine aufgeblaehte Buerokratie bin, kann ich auch mit der 'Maennerabteilung' im oesterreichischen Sozialministerium nicht sonderlich viel anfangen; am gescheitesten waere es, die gesamte feministisch-ideologisierte Gleichstellungsbuerokratie abzuschaffen. Leider ist das wohl eine Arbeit von Jahrzehnten; insofern ist die Maennerabteilung immer noch die bessere von zwei schlechten Loesungen. Dass sie ein Kind der schwarz-blauen Koalition ist, interessiert mich dabei nicht die Bohne. Die Roten haetten ja lange genug Zeit gehabt, selber sowas zu installieren. Sie waren offensichtlich nicht in der Lage dazu; selber schuld, wenn's dann halt der politische Gegner tut. Die haemischen Bemerkungen bei der seinerzeitigen Gruendung der Maennerabteilung haetten sich die oesterreichischen Genossen jedenfalls sparen koennen. Konnten sie doch nicht darueber hinwegtaeuschen, dass Oesterreichs Sozialdemokraten bezueglich der tagtaeglich festzustellenden Vaeterausgrenzung, ja der verbreiteten Maennerdiskriminierung ueberhaupt, voellig unsensibel waren und noch sind.
Gruss
Maesi
gesamter Thread:
- Ein Schlag ins Gesicht der Frauen! -
Andreas,
27.11.2003, 19:49
- Unangenehmer Beigeschmack -
Lars,
01.12.2003, 20:36
- Re: Unangenehmer Beigeschmack - Maesi, 08.12.2003, 21:27
- Unangenehmer Beigeschmack -
Lars,
01.12.2003, 20:36