Frage (Vergabe von Fördergeldern an Unis)
Andreas (d. a.), Monday, 01.12.2003, 00:53 (vor 8103 Tagen)
Hallo,
eine ganz kurze Frage (bin mir nicht sicher, wo ich es gesehen habe - vielleicht sogar hier?!?), aber hat jemand vor kurzem eine Meldung gelesen, daß, wo anderweitig radikal gestrichen wird, die Geschlechterforschung an der HU umfangreichere Forschungsgelder im 5- oder 6-stelligen Bereich bewilligt bekam (Link evtl.?). - Danke
Re: Frage (Vergabe von Fördergeldern an Unis)
Andreas (d.a.), Thursday, 04.12.2003, 01:01 (vor 8100 Tagen) @ Andreas (d. a.)
Als Antwort auf: Frage (Vergabe von Fördergeldern an Unis) von Andreas (d. a.) am 30. November 2003 22:53:27:
Nach einigem Suchen habe ich den ARtikel, den ich meinte, selbst gefunden. Auch, wenn es hier nicht viel Resonanz gab, stelle ich den Text mal ins Forum - vielleicht interessiert es ja doch den einen oder anderen ...
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Mo 27.10.2003
GenderKompetenzZentrum geht an den Start
Bundesministerium finanziert GenderKompetenzZentrum in Berlin
Heute eröffnet Bundesministerin Renate Schmidt das GenderKompetenzZentrum an der Humboldt-Universität in Berlin. Das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanzierte Zentrum soll die Einführung von Gender Mainstreaming in alle Bereiche der Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung unterstützen. Es soll beraten, Forschung initiieren und koordinieren, Wissen bündeln und Expertinnen und Experten ausbilden.
Gender Mainstreaming bedeutet, bei allen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern zu berücksichtigen. Die Bundesregierung hat im Juni 1999 per Kabinettsbeschluss Gender Mainstreaming zum Leitprinzip ihres politischen Handelns gemacht und dies in der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesregierung verankert. Der Amsterdamer Vertrag verpflichtet die Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu einer aktiven Gleichstellungspolitik im Sinne des Gender Mainstreaming.
Zur heutigen Eröffnung des GenderKompetenzZentrums erklärt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt: "Die Eröffnung des GenderKompetenzZentums ist ein wichtiger Schritt für unsere Gleichstellungspolitik. Wenn sich die Bundesregierung in Zeiten von Sparzwängen und leerer Kassen am Aufbau eines GenderKompetenzZentrums beteiligt, dann zeigt dies die Bedeutung von Gender Mainstreaming als Strategie und Methode für mehr Chancengerechtigkeit zwischen den Geschlechtern. Doch die Anwendung von Gender Mainstreaming muss erlernt werden, sowohl in Politik und Verwaltung als auch in Gesellschaft und Wirtschaft. Es erfordert eine Veränderung in der gedanklichen Herangehensweise, differenzierte Arbeitsgrundlagen, wie beispielsweise geschlechterdifferenzierte Statistiken, und ein hohes Maß an fachübergreifender Zusammenarbeit. Mit dem GenderKompetenzZentrum wollen wir für diese Wissenslücke ein Angebot machen und Information und Beratung zu Gender-Kompetenz anbieten."
Das GenderKompetenzZentrum wird ein breites Spektrum an Aufgaben bearbeiten. Es soll aktiv informieren und beraten. Es wird eine Koordinierungs- und Vermittlungsfunktion wahrnehmen zwischen universitären und außeruniversitären Einrichtungen, die Gender-Beratungen durchführen, und denjenigen, die insbesondere in Politik und Verwaltung dieses Wissen abfragen. Im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit und Datenanalyse soll das GenderKompetenzZentrum alle politischen Sachgebiete erschließen: von der Familien- bis zur Finanzpolitik, von der Umwelt- bis zur Infrastrukturpolitik soll es Gender-Aspekte erkennbar machen, um Politik zielgruppendifferenzierter und damit erfolgreicher gestalten zu können.
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert die Einrichtung des GenderKompetenzZentrums an der Humboldt-Universität für die Dauer von zunächst vier Jahren mit jährlich 340.000 Euro. Neben einer Leitungsstelle fördert des Bundesministerium auch drei Stellen für wissenschaftliche Mitarbeit.
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Quelle http://www.bmfsfj.de/Politikbereiche/gleichstellung,did=12062.html
Re: :'-(((
Andreas (d.a.), Thursday, 04.12.2003, 01:24 (vor 8100 Tagen) @ Andreas (d.a.)
Als Antwort auf: Re: Frage (Vergabe von Fördergeldern an Unis) von Andreas (d.a.) am 03. Dezember 2003 23:01:35:
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert die Einrichtung des GenderKompetenzZentrums an der Humboldt-Universität für die Dauer von zunächst vier Jahren mit jährlich 340.000 Euro. Neben einer Leitungsstelle fördert des Bundesministerium auch drei Stellen für wissenschaftliche Mitarbeit.
In Berlin gehen die Studenten wegen der verrückten Entscheidungen der Regierung, ganze Fachbereiche aufgrund des Geldmangels zu schließen, auf die Straße. Nach diesen Zeilen bin ich aber beruhigt - befürchtete ich doch, dem Staat wäre die Bildung seiner Studenten egal. Aber dieser Artikel beweist ja irgendwie das Gegenteil: Drei Stellen für wissenschaftliche Mitarbeit und jährlich 340.000 Euro - Donnerwetter! Nur was für eine Bildung ... Übrigens wird auch eins von meinen beiden Fächern dicht gemacht: Man meinte, zwei Professuren seien zu viel für sechshundert+ Studenten und kürzt sie vorerst auf eine. Gut, daß man immer noch irgendwo sparen kann ...
Re: Frage (Vergabe von Fördergeldern an Unis)
Leser, Friday, 05.12.2003, 00:28 (vor 8099 Tagen) @ Andreas (d. a.)
Als Antwort auf: Frage (Vergabe von Fördergeldern an Unis) von Andreas (d. a.) am 30. November 2003 22:53:27:
Hallo,
eine ganz kurze Frage (bin mir nicht sicher, wo ich es gesehen habe - vielleicht sogar hier?!?), aber hat jemand vor kurzem eine Meldung gelesen, daß, wo anderweitig radikal gestrichen wird, die Geschlechterforschung an der HU umfangreichere Forschungsgelder im 5- oder 6-stelligen Bereich bewilligt bekam (Link evtl.?). - Danke
wenn ich mich recht entsinne hängt am Frauenbrett der FU auch ein Aufruf, auf den um Vorschläge gebeten werden wie das Geld das die FBeauftragtebereich nächstes Sem. bekommt verbraten werden soll
Re:
Andreas (d.a.), Friday, 05.12.2003, 01:55 (vor 8099 Tagen) @ Leser
Als Antwort auf: Re: Frage (Vergabe von Fördergeldern an Unis) von Leser am 04. Dezember 2003 22:28:53:
wenn ich mich recht entsinne hängt am Frauenbrett der FU auch ein Aufruf, auf den um Vorschläge gebeten werden wie das Geld das die FBeauftragtebereich nächstes Sem. bekommt verbraten werden soll
Oho - bist Du auch an der FU? Dieses spezielle Förder-Projekt bezog sich nun auf die HU; denke schon, daß es da an anderen Unis ähnlich sein könnte, auch wenn, soweit ich das überblicke, die FU ein anderes Konzept hat - zumindest bei uns sollen Gender-Aspekte in die regulären Kurse eingearbeitet werden.
Was mich an der Sache so aufregt, ist, daß die Regierung die Schließung ganzer Fachbereiche damit begründet, keine Gelder mehr zu haben und sparen zu müssen. Die Landwirtschaft an der HU ist die einzige an allen drei Unis in Berlin (ehemals TU & HU, jetzt zusammengelegt, bald geschlossen), die Bereiche Geschichtswissenschaften sowie Regional- und Kulturwissenschaften kommen auch ganz arg in die Mauser ... und auf der anderen Seite investiert dieselbe Regierung, die doch so sparen muß, wirklich hilfreiche Summen in Zentren fürs Gendermainstreaming. Na also: Die Geschichte ist uninteressanter, wenn sie nicht unter dem Geschlechteraspekt betrachtet wird - und wie's wirklich war, erzählen uns demnächst allein die GeFo's!
[sarcastic mode off]
((
Grüße, Andreas
Re:
Leser, Friday, 05.12.2003, 20:04 (vor 8098 Tagen) @ Andreas (d.a.)
Als Antwort auf: Re: von Andreas (d.a.) am 04. Dezember 2003 23:55:39:
Oho - bist Du auch an der FU?
Willkommen im Club.. :)
zu dem Rest.. naja stimmt alles. Was soll man da noch grossartig
zhu sagen *bedaurnd achselzuck*
Ich warte nur noch drauf, das sie uns in Lager einweisen. Hab mir
sicherheitshalber schon ne Waffe besorgt, lebend kriegen die mich nicht..
Dieses spezielle Förder-Projekt bezog sich nun auf die HU; denke schon, daß es da an anderen Unis ähnlich sein könnte, auch wenn, soweit ich das überblicke, die FU ein anderes Konzept hat - zumindest bei uns sollen Gender-Aspekte in die regulären Kurse eingearbeitet werden.
Was mich an der Sache so aufregt, ist, daß die Regierung die Schließung ganzer Fachbereiche damit begründet, keine Gelder mehr zu haben und sparen zu müssen. Die Landwirtschaft an der HU ist die einzige an allen drei Unis in Berlin (ehemals TU & HU, jetzt zusammengelegt, bald geschlossen), die Bereiche Geschichtswissenschaften sowie Regional- und Kulturwissenschaften kommen auch ganz arg in die Mauser ... und auf der anderen Seite investiert dieselbe Regierung, die doch so sparen muß, wirklich hilfreiche Summen in Zentren fürs Gendermainstreaming. Na also: Die Geschichte ist uninteressanter, wenn sie nicht unter dem Geschlechteraspekt betrachtet wird - und wie's wirklich war, erzählen uns demnächst allein die GeFo's!
[sarcastic mode off]
((
Grüße, Andreas