Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Ende der "Weise Frauen" Theorie

Odin, Sunday, 30.11.2003, 04:55 (vor 8104 Tagen)

Hab ich mal beim surfen gefunden:

"Beitrag von Ursi. O :
Hi!
Hexen, Hexen, Hexen und nocheinmal Hexen!
Aber was sind Hexen überhaupt?
Weis das heute überhaupt noch jemand?
Sie werden als Zauberkräftige, oft schlechte, Wesen dargestellt.
Nun ja, das kann ja noch stimmen.
Aber die Hexen waren nicht nur das.
Sie waren die Prieserinnen der alten Götter. Weise Frauen!
Als ich Harry Potter gelesen habe, wurde mir richtig kotzübel!
Diese Autorin hat Begriffe wie Hexen und Magie einfach so benutzt, ohne recht zu wissen, was das überhaupt bedeuten
Aber egal! Es ist genug schlimm, wie viele dieser Frauen auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden sind!
Wie sie von den Christen verfolgt wurden.
Und dann heisst es noch, der Gott der Christen sei ein Gott der Liebe! Das glaube ich ja einfach nicht!
Gut, ich schreibe hier von den Hexen (besser gesagt den Prieserinnen) und ich will keine Religionsstreit anfangen.Ich suche Leute, die auch meiner Meinung sind, und vielleicht auch etwas dazu wissen.
(Könnt ihr mir aber bitte auf meine E-Mailadresse schreiben? .....)
Ich würde es interessant finden, mit jemandem darüber zu diskutieren.
Gruss ..."

Die Hexenverfolgung liegt unseren emanzipierten ja besonders im Magen, weil es das einzige geschichtliche Ereignis ist, in dem Frauen mal wirklich die meisten Opfer stellen. Daher mußte die Hexenverfolgung auch immer wieder als Argument für alles mögliche herhalten: Weise Frauen, emanzipierte Christen, alles eine Bedrohung für den Mann, der darauf mit Gewalt reagierte.

Ist zwar alles schon längst widerlegt, aber das weiß ja niemand so genau, daher darf man weiter falsche Infos verbreiten. Hier ein kleiner Text über die "weisen Frauen"
Ein Auszug daraus:

"Der These vom obrigkeitlichen Vernichtungsfeldzug gegen die 'weisen Frauen' widerspricht schließlich so ziemlich alles, was die neuere Forschung der letzten 20 Jahre hinsichtlich der Rolle der Bevölkerung bei den Verfolgungen herausgearbeitet hat."

Hexenforschung

Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie

Garfield, Monday, 01.12.2003, 11:19 (vor 8102 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Odin am 30. November 2003 02:55:28:

Hallo Odin!

Selbst daß von Hexenverfolgung überwiegend Frauen betroffen waren, stimmte so nicht überall. Es gab Gegenden, in denen überwiegend Männer als Hexer ermordet worden sind. Martin van Creveld schreibt in seinem Buch "Das bevorzugte Geschlecht" einiges dazu.

Wenn man sämtliche Opfer der Inquisition betrachtet, ist es auch so, daß weit mehr Männer als Frauen betroffen waren. Man konnte ja nicht nur wegen Hexerei auf dem Scheiterhaufen landen, sondern auch z.B. wegen Ketzerei usw. Es reichte schon, wenn man darauf bestand, daß die Erde sich um die Sonne dreht... Oft bediente man sich auch der Inquisition, um unliebsame Konkurrenten oder Gegner loszuwerden, wie z.B. den Tempelritter-Orden, der nach seinem Rückzug aus Palästina seine wirtschaftliche und politische Macht in Europa schnell ausgebaut hatte und damit einigen Mächtigen immer unbequemer wurde. Und es gab natürlich auch immer wieder Verfolgungen irgendwelcher anderer Religionsgemeinschaften.

Bezeichnend ist wieder, daß das alles - natürlich gerade weil die Opfer überwiegend männlich waren - heute kaum noch Beachtung findet, während die weiblichen Opfer der Hexenprozesse in den Vordergrund gestellt werden.

Da haben wir eben wieder das übliche Schema, nach dem männliche Opfer nicht weiter erwähnenswert sind. Männer haben jegliche Unbill klaglos zu ertragen. Wenn dagegen Frauen betroffen sind, sieht das schon ganz anders aus... Das ist dann wirklich schlimm und erwähnenswert.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie

Odin, Monday, 01.12.2003, 13:39 (vor 8102 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Garfield am 01. Dezember 2003 09:19:34:

Hallo Odin!
Selbst daß von Hexenverfolgung überwiegend Frauen betroffen waren, stimmte so nicht überall. Es gab Gegenden, in denen überwiegend Männer als Hexer ermordet worden sind. Martin van Creveld schreibt in seinem Buch "Das bevorzugte Geschlecht" einiges dazu.
Wenn man sämtliche Opfer der Inquisition betrachtet, ist es auch so, daß weit mehr Männer als Frauen betroffen waren. Man konnte ja nicht nur wegen Hexerei auf dem Scheiterhaufen landen, sondern auch z.B. wegen Ketzerei usw. Es reichte schon, wenn man darauf bestand, daß die Erde sich um die Sonne dreht... Oft bediente man sich auch der Inquisition, um unliebsame Konkurrenten oder Gegner loszuwerden, wie z.B. den Tempelritter-Orden, der nach seinem Rückzug aus Palästina seine wirtschaftliche und politische Macht in Europa schnell ausgebaut hatte und damit einigen Mächtigen immer unbequemer wurde. Und es gab natürlich auch immer wieder Verfolgungen irgendwelcher anderer Religionsgemeinschaften.
Bezeichnend ist wieder, daß das alles - natürlich gerade weil die Opfer überwiegend männlich waren - heute kaum noch Beachtung findet, während die weiblichen Opfer der Hexenprozesse in den Vordergrund gestellt werden.
Da haben wir eben wieder das übliche Schema, nach dem männliche Opfer nicht weiter erwähnenswert sind. Männer haben jegliche Unbill klaglos zu ertragen. Wenn dagegen Frauen betroffen sind, sieht das schon ganz anders aus... Das ist dann wirklich schlimm und erwähnenswert.

Hallo Garfield,
ich bin sowieso am Rätseln, wieso die Hexenverfolgung so von der Inquisition und Ketzerverfolgung abgetrennt wird. Wahrscheinlich weil sonst die weiblichen Opfer ganz und gar untergehen würden. Daher nimmt man diese extra, um einen Bereich zu haben, in dem Frauen die höchsten Opferzahlen haben.
Es gibt ja Teile Europas, in der die Hexenverfolgung kaum Fuß fassen konnte, z.B. die nördlichen Länder, aber auch Polen.
Bin mich gerade am einlesen über das Thema.
Ebenso lese ich gerade einen Artikel über Jeanne D'Arc. Sieht auch nicht gerade wie eine Heldin aus wenn man sich die tatsächlichen Fakten ansieht - wenn auch eine Frau mit "Rückgrat".... naja, und ein wenig krank im Kopf - je nachdem, was überwog :-)
Aber eine Heldin wollen wir den Damen schon vergönnen, sie haben ja so wenige. Nur, warum muß man dann die Geschichte so verfälschen?

Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie

Garfield, Monday, 01.12.2003, 14:10 (vor 8102 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Odin am 01. Dezember 2003 11:39:02:

Hallo Odin!

Ich bin zwar kein Jeanne D'Arc-Experte, aber in der damaligen Zeit war es wichtig, immer irgendwelche Symbol-Figuren zu haben. Während der Volkskreuzzüge beispielsweise lief tatsächlich mal eine Gruppe selbsternannter Kreuzfahrer einer Gans hinterher, weil die Deppen wirklich glaubten, daß diese Gans vom Heiligen Geist beseelt wäre und sie in's Heilige Land zum Kampf gegen die Ungläubigen führen würde...

So wie ich das sehe, hat man sich dann später in Frankreich einfach das nächstbeste Bauernmädchen mit irgendwelchen Visionen geschnappt, es auf ein Pferd gesetzt und als Maskottchen zum Anspornen der Männer mitgenommen. Eine Jungfrau mit göttlichen Eingebungen animierte die Männer natürlich noch weit mehr zu kämpferischen Höchstleistungen als eine Gans.

Dummerweise glaubte die Ärmste aber wirklich an ihre göttliche Mission und wurde irgendwann unbequem, so daß man sie leider wieder loswerden mußte.

Heute wird sie natürlich der momentanen Mode entsprechend zur Superheldin hochstilisiert und somit auf eine Stufe mit bedeutenden Heldinnen wie Xena, Prinzessin Leia, Alice Schwarzer oder Wonder-Woman gestellt. Im Gegensatz zu diesen feministischen Leitfiguren wurde sie aber obendrein auch noch von den bösen Männern ermordet, erhält dadurch also auch noch Märtyrerinnen-Status. Da wundert es mich eigentlich sogar, daß sie noch nicht viel mehr hochgejubelt wird.

Freundliche Grüße
von Garfield

Diskussion um Hexen geht weiter

Odin, Tuesday, 02.12.2003, 15:39 (vor 8101 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Garfield am 01. Dezember 2003 12:10:09:

Hallo Garfield,
zu Jeanne D'Arc muß ich sagen, daß sie nicht einfach so ein Bauernmädchen war, sondern offensichtlich eine ziemliche Überzeugungskraft hatte. Dies geht auch aus den Prozeßberichten hervor. Trotzdem wurde ihre Bedeutung überhöht - eben als Symbolkraft schon für die damalige Zeit ("eine Jungfrau mit Gottes Stimme führt uns") - während sie selbst zu den meisten Kämpfen einfach zu spät kam - und auch für die heutige, als Frau, die sich gegen die Männerwelt durchgesetzt hat, was so ganz einfach nicht stimmt.
Vereinfacht gesagt lassen sich Indizien für eine Magersucht mit einhergehenden schizophrenen Symptomen belegen, incl. einer fehlenden Identifizierung mit ihrem eigenen Geschlecht. Frausein und erwachsenwerden lassen sich durch Magersucht gut unterdrücken (Periode bleibt aus, flache Brust), sie trug ja teilweise sogar Männerkleidung. Naja, für eine Heiligsprechung reicht sowas aus, aber für ein Frauenidol :-)

Zum Thema Hexen habe ich die Diskussion weiterverfolgt (siehe Link unten). Da kam einiges neues dazu.
Da Dich Geschichte interessiert kennst Du das Forum vielleicht oder ist interessant für Dich:

Von Ursi:

Ihr versteht mich nicht!
Es geht mir darum, zu erklären, wie die Hexenverfolgungen überhaupt entstanden sind. Man wollte den alten Glauben ausmerzen, so einfach ist das, also kamen die Priesterinnen der alten Religion dran.
Später, da geb ich euch recht, und wenn ihr meinen Beitrag etwas genauer durchgelesen hättet, hatte das alles NICHTS mehr mit dem Heidentum zu tun.
Hexenvcerbrennungen gab es schon im Mittelalter, also, genauer gesagt, zu der Zeit, als in Europa das Kristentum seinen Einzug hielt. Aber die wirklich schlimmen Verfolgungen waren so um 1620.
Unter emanziperte Frauen versteh ich frauen, die aus der von Männern regierten Gesellschaft ausbrechen wollten. Hier habt ihr meinen Beitrag wieder Oberflächlich gelesen. Ich spreche nicht NUR von diesen emanzipierten Frauen. Es konnte jede treffen. Wenn sie im Weg stand.
Habe ich mich jetzt deutlich ausgedrückt, oder brauchen die Herren noch bessere Beschreibungen?
....

Hallo Ursi,
es ist nicht so, daß ich Dich falsch verstanden habe. Mir geht es, wie dem Vorredner, um Begründungen Deiner Vermutungen. Ich habe einfach den Eindruck, daß Du mal "Die Nebel von Avalon" gelesen hast und jetzt Deine Theorien über den Hexenkult daraus hernimmst.
Ohne selbst Experte für die Hexenverfolgung zu sein - man müßte z.B. wissen, wie die Hexenverfolgung in anderen, nicht christlichen Ländern, ablief oder in vorchristlicher Zeit - finde ich Deine Vermutungen zu sehr vereinfacht.
Priesterinnen? Ja, die gabs sicher mal, aber wenn es eine Bedrohung war, dann waren das die Priester! Das hätte also einen Kult der Hexenmeisterverfolgung begründet.
Andersgläubige wurden immer verfolgt. Ich verstehe z.B. nicht, was die Hexenverfolgung von der ansonsten üblichen Ketzerverfolgung abgrenzt. IMO ist dies ein und dasselbe. So gibt es alttestamentarische Verse, die betonen, daß man Falschgläubige töten soll - und zwar unzählige Verse. Und dann gibt es auch noch zwei, drei Verse, die betonen, daß man Hexen töten soll - eben auch, weil sie andersgläubig waren. NIE wird aber gesagt, daß man NUR Frauen oder NUR Männer töten soll. Weit öfters wird der Unglaube von MÄNNERN betont und sanktioniert.
Ich denke, daß dies auch in außereuropäischen Kulturen nicht anders war. Männer waren mehrheitlich die Opfer von solchen Verfolgungen, alles andere ist Mumpiz.
Aber wie gesagt: Ich bin da kein Experte und hätte selbst auch gerne eine Antwort, warum man speziell die Hexen/HExenmeisterverfolgung extra nimmt. Ich hoffe, die nächste Karfunkel bringt mich da ein wenig weiter.

Geschichtsforum

Re: Diskussion um Hexen geht weiter

Garfield, Friday, 05.12.2003, 11:26 (vor 8098 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Diskussion um Hexen geht weiter von Odin am 02. Dezember 2003 13:39:07:

Hallo Odin!

Danke für den Link! Nein, ich kannte das Forum noch nicht. Ich habe leider nicht viel Zeit für's Internet. Was das Thema "Hexenverfolgung" angeht, hat Nick dazu hier ja einen sehr guten Beitrag verfaßt, dem ich nicht mehr viel hinzufügen kann.

Übrigens hat Martin van Creveld in seinem Buch "Das bevorzugte Geschlecht" auch einiges dazu geschrieben, wobei er besonders darauf einging, daß es häufig Frauen waren, die andere Frauen als Hexen denunziert haben, und daß es gar nicht selten vorkam, daß Gerichte Frauen, die der Hexerei beschuldigt wurden, freigesprochen haben. Letzteres beweist, daß diese Verfolgungen keineswegs systematisch von oben organisiert wurden, sondern daß es tatsächlich einfach nur ein damals modernes Mittel war, jemandem so richtig eins auszuwischen. Es hing immer viel davon ab, wie die Richter eingestellt waren. Wenn die tatsächlich an diesen Hokuspokus glaubten oder sogar noch der Meinung waren, die Welt von Hexerei befreien zu müssen, gab es eben viele Verurteilungen und Hinrichtungen. Wenn die Richter aber vernünftige Menschen waren, dann blockten sie sowas in der Regel ab. Manchmal kam es zwar vor, daß irgendein Herrscher aus religiösem Fanatismus heraus Hexenprozesse förderte. Aber das waren keineswegs nur männliche Herrscher. Während der Herrschaft der englischen Königin Maria I. (die sogenannte Bloody Mary) beispielsweise soll der Geruch nach verbrannten Menschen manchmal bis weit aufs Meer hinausgeweht worden sein.

Wenn ich mal Zeit dafür habe, schreibe ich vielleicht auch mal in diesem Geschichtsforum was zu dem Sammelsurium von dümmlichen Klischees, das diese Ursi da abgelassen hat. Wirklich schlimm finde ich, daß sie dafür sogar noch das Angebot bekommen hat, in einer Fernseh-Show aufzutreten. So wird solch ein Schwachsinn dann noch weiter verbreitet... :-(

Es ist schon so, wie Nick geschrieben hat: Wenn irgendein Blödsinn nur lange genug überall wiederholt wird, glaubt das bald jeder Unwissende.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Ende der

Peter, Monday, 01.12.2003, 18:36 (vor 8102 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Odin am 01. Dezember 2003 11:39:02:

Hallo Odin,

du schreibst:

ich bin sowieso am Rätseln, wieso die Hexenverfolgung so von der Inquisition und Ketzerverfolgung abgetrennt wird. Wahrscheinlich weil sonst die weiblichen Opfer ganz und gar untergehen würden. Daher nimmt man diese extra, um einen Bereich zu haben, in dem Frauen die höchsten Opferzahlen haben.

Man trennt sie wahrscheinlich, weil es auch damals zwei getrennte Bereiche waren, mit unterschiedlichen Gerichten und verschiedenen geografischen Schwerpunkten im Ausmaß der Verfolgung. Während z.B. die Inquisition in Spanien wütete, war die Hexenverfolgung dort geringer als in nördlichen Ländern.

Es gibt ja Teile Europas, in der die Hexenverfolgung kaum Fuß fassen konnte, z.B. die nördlichen Länder, aber auch Polen.

Bist du sicher, dass in nördlichen Ländern weniger Hexen verfolgt wurden? In Schweden z.B. weiß ich aus eigener Information von etlichen Hexenprozessen. Ich kenne aber im Augenblick kein Vergleichszahlen.

Gruß,

Peter

Re: Ende der

Odin, Tuesday, 02.12.2003, 16:44 (vor 8101 Tagen) @ Peter

Als Antwort auf: Re: Ende der von Peter am 01. Dezember 2003 16:36:59:

Man trennt sie wahrscheinlich, weil es auch damals zwei getrennte Bereiche waren, mit unterschiedlichen Gerichten und verschiedenen geografischen Schwerpunkten im Ausmaß der Verfolgung. Während z.B. die Inquisition in Spanien wütete, war die Hexenverfolgung dort geringer als in nördlichen Ländern.

Eben! Wieso diese Trennung? Wenn man von einer Verfolgung "Andersgläubiger" spricht, dann war die Verfolgung überall gleich. Einziger Unterschied wäre dann der Anklagepunkt, ob ein anderer Glaube, oder magische Praktiken angeklagt wurden. In Spanien wurden auch Anklagen gegen Hexen vom Inquisitionsgericht verfolgt.
Praktisches Beispiel: Um meinen nervenden Nachbarn in Bayern loszuwerden, mußte ich vor 300 Jahren ihn der Zauberei beschuldigen. Würde ich in Spanien leben, müßte ich ihn widergöttlicher Äußerungen beschuldigen. Was für ein Unterschied! Was halt grad modern und in der Gegend aktuell ist. Maschendrahtzaun auf mittelalterlich.

Es gibt ja Teile Europas, in der die Hexenverfolgung kaum Fuß fassen konnte, z.B. die nördlichen Länder, aber auch Polen.

Bist du sicher, dass in nördlichen Ländern weniger Hexen verfolgt wurden? In Schweden z.B. weiß ich aus eigener Information von etlichen Hexenprozessen. Ich kenne aber im Augenblick kein Vergleichszahlen.

Dachte, ich hätts wo gelesen. Fand aber jetzt nur die Zahlen, daß in Schweden mehrheitlich Frauen als Hexen verbrannt wurden. In katholischen Gebieten waren es oft mehr Männer.

Wie Stalin den 2. Weltkrieg gegen Louis XIV. verlor

Nick, Thursday, 04.12.2003, 11:14 (vor 8099 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Odin am 01. Dezember 2003 11:39:02:

Hallo Odin,

Ketzerprozesse und Hexenprozesse waren nicht "alles Eins und dasselbe" (und auch nicht "eh wurscht, wie's genau war") - sondern es waren zwei völlig unterschiedliche Phänomene! Ketzerprozesse wurden durch die kirchliche, kanonische Gerichtsbarkeit durchgeführt, Hexenprozesse hingegen (fast) ausschließlich durch die weltliche Obrigkeit (und das bedeutet: incl. der "fürstbischöflichen"). Sie wurden getragen und am Laufen gehalten vom dumpfen, irrationalen Pöbel und zwar vorzugsweise in Deutschland, wo der Einfluß der römischen Kurie im 16. Jahrhundert eben ganz besonders gering war.

Der Hexenwahn war ganz und gar kein "religiöses Phänomen", sondern eine profane, kollektive Massenpsychose, die im Fortgang ihre eigenen Akteure mitverschlang und oft erst dann zum "Erliegen" kam, wenn buchstäblich das Brennmaterial knapp geworden war. Neuzeitliche Ketzerverfolgung hatte rationale (machtpolitische) Gründe. Der Hexenwahn dagegen war komplett irrational! "Geplant" war er von niemandem und er verfolgte auch keine rational erklärbaren "Ziele".

Etwa ein Drittel der Opfer waren Hexer, also Männer. Die Tatsache, daß also doppelt soviele Opfer Frauen waren, ergibt sich aus dem irrationalen Ablauf und den kruden Methoden, mit denen neue Fälle "geschaffen" wurden: es reichte, jemanden zu denunzieren, um ihn unfehlbar auf die Folter zu bringen. Und die Folter sorgte dann dafür, daß "gestanden" wurde. Und daß weitere "Komplizinnen" benannt wurden...

Meine Lebenserfahrung und Menschenkenntnis machen es mir nicht schwer zu begreifen, warum unter solchen Verhältnissen mehrheitlich Frauen (durch Frauen!) zu Opfern wurden. "Mobbing" ist ja schließlich unter ihnen auch heute bei weitem verbreiteter, als unter Männern. Die Denunziation als Hexe bot eine "ideale" Möglichkeit, im Zickenkrieg den ultimativen Hammer auf die beste Feindin niedergehen zu lassen. Jedenfalls haben nachweislich weit überproportional Frauen davon gebrauch gemacht! Männer haben auch damals weniger oft zum Mittel des Anschwärzens, Denunzierens und Schlechtredens gegriffen, um z.B. einen Konkurrenten loszuwerden - so wie sie es auch heute (relativ) weniger tun.

Irgend eine rationale Politik hinter diesem Wahn zu vermuten, irgend eine "Verschwörung des Patriarchats" gar, ist absolut unhistorischer Blödsinn! Weder gab es überhaupt die dafür notwendigen, zentralisierten Machtstrukturen (nicht mal in Ansätzen!), noch zeigt die Gruppe der Opfer irgendeine "Struktur", die den behaupteten Verfolgungsgrund widerspiegeln würde. Im Gegenteil: es ist gerade die schiere Wahllosigkeit, die die Opfer des Hexenwahns auszeichnen.

Es ist natürlich ziemlich aussichtslos, in solchen Fragen aufklären zu wollen, weil ja sowieso "alle" genau "Bescheid wissen" - wo doch in Wahrheit völlige Unwissenheit und primitivster Mythenglaube die in der Tat komplizierten Verhältnisse wild durcheinander und auf das simpelste Niveau gebracht haben. Aber wo viel und kollektiv "gemeint" wird, da geht halt immer so ziemlich ALLES durcheinander. Umso heftiger wird solcher "Glaube" dann gegen jede Vernunft verteidigt.

Hexenverfolgung gab es z.B. (fast) nur in der frühen Neuzeit (mit ersten, einzelnen Fällen ab Ende des 14. Jahrhunderts), es gab sie nicht im Hochmittelalter! Es gibt alte Beichtspiegel aus dem 13., 14. und z.T noch 15.Jahrhundert, aus denen klipp und klar hervorgeht, daß der Glaube an Hexen(!) (also der Irrglaube, daß es sie überhaupt gäbe) als eine Sünde betrachtet wurde. Erst im Zerfall der mittelalterlichen Welt änderte sich das.

Ähnlich grausiges "Chaos des Unwissens" in der Frage "der Inquisition". Die gab es nicht! Es gab eine spanische (und eine portugiesische) Inquisition, die im Grunde rein weltliche Einrichtungen der spanischen (resp. portugiesischen) Krone zum rationalen Machterhalt waren und sich v.a. gegen Juden (und Moslems) richteten, um an deren Vermögen heranzukommen. Die "Kirchlichkeit" der spanischen Inquisition war nur ein dürftiges Deckmäntelchen, mit dem das schändliche Treiben beschönigt und legitimiert werden sollte. In Wahrheit war der Einfluß Roms auf die Arbeit der "iberischen" Inquisitoren praktisch Null. Die gehorchten einzig und allein der spanischen Krone und machten aus dem Glauben nach eigenem Gutdünken eine "nützliche Ideologie".

Die römische Inquisition hingegen war im Grunde eine (für damalige Verhältnisse) recht humane Veranstaltung. Es gab Todesurteile, aber sie waren selten. Die ganz überwiegende Mehrzahl der Urteile waren sogar extrem milde. Die vor 5 Jahren freigegebenen Akten zeigen zudem, daß es sich in der Überzahl der Fälle um ordinäre Kriminalität handelte, bei der der Angeklagte dann wahllos irgend ein "spirituelles Verbrechen" dazu erfand, damit(!) er der römischen Inquisition überstellt werde. Er wußte nämlich, daß er, falls ihm dies gelang, das mildestmögliche Urteil erwarten durfte.

Das galt natürlich nur im direkten Einflußbereich des Heiligen Stuhls - also in Italien (namentlich im Kirchenstaat). Außerhalb Italiens hatte die Kirche keinen realen Einfluß auf die Entscheidungen der politischen Machthaber, sie konnte allenfalls protestieren, gut zureden, diplomatisch intervenieren u. dgl. mehr. Denn auch damals galt schon dasselbe, was dann im 20. Jahrhundert von Stalin so formuliert wurde: "Der Vatikan hat keine Divisionen!"

Die damalige Welt der frühen Neuzeit war übrigens, weit stärker als unsere heutige, moderne Welt, machtpolitisch über alle Maßen verworren, kompliziert und ungemein vielschichtig! Irgend eine "zentrale Macht" gab es überhaupt nicht, auch weltlich nicht: das Mittelalter war wirklich ganz und gar vorbei. Jedes Territorium hatte sein eigenes "Recht" und der jeweilige Herrscher wollte vor allem eines nicht: Einmischung von Außen! Die Vorstellung jedenfalls, die Kirche habe die damalige Welt machtpolitisch "beherrscht", ist komplett idiotisch - aber äußerst beliebt und verbreitet unter heutigen "Intellektuellen" mit ihrem bekannt weitgefächerten und profunden "Wissen"...

Ganz besonders tun sich dabei natürlich - wie immer - die feministischen "WissenschaftlerInnen" hervor, die regelmäßig sogar Disney-Niveau noch ganz locker unterbieten. Das ist alles dermaßen grunzdumm und von keinerlei Spur von Quellenkenntnis verunreinigt, daß es sich in meinen Augen als psychopathologisches Phänomen jedem Versuch der Aufklärung eo ipso entzieht. Zwecklos! Da wird wohl weiter "geglaubt" und "gefunden" und "gemeint" werden, wie es gerade so paßt. Die allgemeine Geistfeindlichkeit und die dämliche Freude an infantiler Trivialität, die heute von fast jedem "unschuldig" geteilt wird, kommt dem natürlich sehr entgegen...

In ein, zwei Generationen wird es bestimmt auch kein Schwein mehr stören, wenn z.B. irgend ein enthirnter Ignorant vom "Krieg Ludwigs XIV. gegen die Sowjetunion" schwadroniert, nachdem "alle" einen Blockbuster-Trivialfilm gesehen haben, wo man "ganz genau sieht", wie die französische Atombombe (mit pseudobarocken Verzierungen) auf Leningrad niedergeht und es in Schutt und Asche legt. Das finden dann bestimmt auch alle total überzeugend, daß sich "Stalin und der Sonnenkönig total nicht leiden" konnten.

Oh nein, was für eine klägliche Welt!

Vor kurzem ist übrigens ein Buch zum Thema von Rainer Decker erschienen. Der Titel: "Die Päpste und die Hexen. Aus den geheimen Akten der Inquisition", erschienen bei Primus in Darmstadt (2003).

Ich bring hier mal die Verlagsrezension:

"Schweigen nährt Gerüchte. Ein Beispiel für diese Wahrheit bietet das Archiv der Kongregation für die Glaubenslehre der römisch-katholischen Kirche, der Nachfolgerin des 1542 gegründeten Heiligen Offiziums der Inquisition. Jahrhundertelang war der Öffentlichkeit der Zugang zu dieser Sammlung versagt. Das Bild, das die Öffentlichkeit sich von der römischen Inquisition schuf, basierte daher vielfach auf Mutmaßungen und dunklen Gerüchten. Seit 1998 ist nun dieses Archiv - mit Einschränkungen für die jüngste Vergangenheit - der Forschung zugänglich. Unter den ersten, die das Archiv betreten durften, war Rainer Decker. Der Studiendirektor aus Paderborn ist bereits mit einer Reihe von Publikationen zur römischen Inquisition und zur Hexenverfolgung hervorgetreten.

Die vorliegende Publikation untersucht die Stellung der Päpste und der römischen Inquisition, die meist vom Papst persönlich geleitet wurde, zur Hexenverfolgung. Das erste Drittel widmet sich den Grundlagen und den Anfängen der Hexenverfolgung im Mittelalter, insbesondere im 14. und 15. Jahrhundert (S. 11ff.), die anderen zwei Drittel der zunehmenden Vorsicht und Kritik in der Neuzeit (S. 67ff.). Wie der Untertitel verspricht, werden auch Akten aus dem Inqusitionsarchiv verarbeitet. Der erste Hinweis auf die neu zugänglichen Akten findet sich allerdings erst auf Seite 78. Es geht dem Autor nicht um die Bekanntmachung „geheimer Akten“, sondern um eine Gesamtdarstellung des Verhältnisses der Päpste zu den Hexenverfolgungen.

Deckers These zufolge, die sich durch das ganze Buch zieht, waren die Päpste mit wenigen Ausnahmen (Paul IV.) im Hinblick auf das Hexereidelikt sehr vorsichtig. Im Gegensatz zu Theologen und Juristen nördlich der Alpen hatte die römische Inquisition insbesondere niemals den angeblichen Flug der Hexen und die Feier des Hexensabatts als reale Begebenheiten anerkannt, sondern diese der Täuschung des Satans zugeschrieben. Dementsprechend wurde die „Besagung“ (Denuntiation) einer Angeklagten durch andere „Hexen“ allein nicht als hinreichend für die Folter angesehen.

Die vorsichtige Haltung Roms mußte freilich erst erkämpft werden. Als um 1500 die Hexenverfolgung in den Alpenländern zunahm, war es das Verdienst Venedigs, die Realität von Hexenflug und Hexensabatt geleugnet und die Verfahren gegen den Widerstand der römischen Inquisition eingedämmt zu haben (S. 61ff.). Daß die vorsichtige Haltung sich aber auch noch im 16. Jahrhundert hielt, als nördlich der Alpen die großen Verfolgungswellen begannen, führt Decker auf den Juristen Andrea Alciati zurück, der seinerseit auf den Inquisitor Giulio Monterenzi, den Experten des Heiligen Offiziums für Hexenfragen, in dessen Studienzeit in Bologna einen maßgeblichen Einfluß ausgeübt habe (S. 93). Monterenzi ist der Schöpfer einer „Hexenprozeßinstruktion“, die das Verfahren bei Hexenreidelikten vor der Inquisition regelte und unter den zuständigen Inquisitoren zuerst in Manuskripten im Umlauf war, bis sie 1657 gedruckt wurde. Diese Instruktion, Zeugnis der vorsichtigen Stellung Roms gegenüber Hexenflug und Hexensabatt, ist bisher in der Hexenforschung viel zu wenig Beachtung geschenkt. Statt dessen wurde immer auf den „Hexenhammer“ von Institoris aus dem Jahr 1487 verwiesen, der aber nicht von Rom authorisiert war. Die ihm zugrundeliegende „Hexenbulle“ Papst Innozenz‘ VIII. von 1484 konzentriert sich selbst ganz auf den Schadenszauber und stützt die Realität von Hexenflug und Hexensabatt in keiner Weise (S. 47ff.).

Die restriktive Linie ersparte dem Kirchenstaat, Italien ebenso wie Spanien, wo die Inquisition ähnlich verfuhr, die nördlich der Alpen, insbesondere in Mitteldeutschland grassierenden Massenhinrichtungen. Im Heiligen Römischen Reich hatte Rom hingegen seit dem Anfang des 16. Jahrhunderts keinen unmittelbaren Einfluß mehr auf die Hexenverfolgung. Diese war Sache der weltlichen und geistlichen Obrigkeiten vor Ort. Gelegentliche Interventionen des Papstes blieben oft ohne Erfolg, da die Länder auf ihre Souveränitätsrechte bedacht waren. Dagegen hinderte die Ablehnung von Hexenflug und Hexensabatt Rom nicht an der Verfolgung „realer“ Fälle von „Hexerei“: Schadenszauber, Wahrsagerei, Hostienfrevel, selbst Astrologie und Nekromantie (Toten- und Dämonenbeschwörung), verbunden mit dem Versuch, den Papst durch einen zauberischen Anschlag zu ermorden („Anschläge“ auf Johannes XXII, S. 29ff., und Urban VIII, S. 109ff.), wurden bis zuletzt auch von Rom heftig bekämpft. Aber hier handelte es sich, wie Decker zu bedenken gibt, nicht um imaginäre Delikte, sondern um tatsächlich sozialschädliches Verhalten, dessen Bekämpfung systemstabiliserend wirkte.

Deckers gelungene Untersuchung wirft ein gleichermaßen helles wie mildes Licht auf die Geschichte der Hexenpolitik der Päpste und ihrer Inquisition, die leider auch heute noch durch zahlreiche weniger wissenschaftliche, dafür umso tendenziösere Publikationen verdunkelt wird."

Gruß vom
Nick

P.S.:
Odin, im Mittelalter ist niemand "nach Amerika" ausgewandert!
Auch kein Hussit und kein Menonit!
ZEFIX ABER AUCH! :-))

Re: Wie Stalin den 2. Weltkrieg gegen Louis XIV. verlor

Odin, Thursday, 04.12.2003, 22:48 (vor 8099 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Wie Stalin den 2. Weltkrieg gegen Louis XIV. verlor von Nick am 04. Dezember 2003 09:14:45:

Hallo Nick,
danke für Deine genauen Ausführungen, die ich sehr interessant fand. Besonders die von Dir genannte Begründung für die Ursache der vielen weiblichen Opfer bei der Hexenverfolung finde ich sehr interessant und nachdenkenswert.
Das Mittelalter (als die Zeit VOR der großen Hexenverfolgung) finde ich sehr interessant. Ich müßte mich endlich mehr damit befassen und versuche mich gerade ein bischen schlau zu machen.

P.S.:
Odin, im Mittelalter ist niemand "nach Amerika" ausgewandert!
Auch kein Hussit und kein Menonit!
ZEFIX ABER AUCH! :-))

LOL, kleines Malleur von mir - obwohl so ganz geschlagen gebe ich mich noch nicht. Schließlich ist Erik der Rote ja aus seiner Heimat geflüchtet und nur so konnte sein Sohn Leif dann Amerika finden. Naja, Mennonit war er zwar nicht, er flüchtete eher aus unchristlicheren Gründen :-)

Re: Wie Stalin den 2. Weltkrieg gegen Louis XIV. verlor

Nick, Friday, 05.12.2003, 11:33 (vor 8098 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Wie Stalin den 2. Weltkrieg gegen Louis XIV. verlor von Odin am 04. Dezember 2003 20:48:22:

Schließlich ist Erik der Rote ja aus seiner Heimat geflüchtet und nur so konnte sein Sohn Leif dann Amerika finden. Naja, Mennonit war er zwar nicht, er flüchtete eher aus unchristlicheren Gründen :-)

Leif Erikson ist nicht ausgewandert, sondern er war europäischer Delegationsleiter beim ersten esoterischen Weltkongress für ganzheitliches Kristallpendeln zu Ehren der Großen Erdmutter, der bekanntlich vom 4.-18. Mai 1001 in Vinland an der amerikanischen Ostküste stattfand.

Gruß vom
Nick :-)

Re: Wie Stalin den 2. Weltkrieg gegen Louis XIV. verlor

Andreas, Friday, 05.12.2003, 00:09 (vor 8099 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Wie Stalin den 2. Weltkrieg gegen Louis XIV. verlor von Nick am 04. Dezember 2003 09:14:45:

Hallo Nick,

Es ist natürlich ziemlich aussichtslos, in solchen Fragen aufklären zu wollen, weil ja sowieso "alle" genau "Bescheid wissen" - wo doch in Wahrheit völlige Unwissenheit und primitivster Mythenglaube die in der Tat komplizierten Verhältnisse wild durcheinander und auf das simpelste Niveau gebracht haben. Aber wo viel und kollektiv "gemeint" wird, da geht halt immer so ziemlich ALLES durcheinander. Umso heftiger wird solcher "Glaube" dann gegen jede Vernunft verteidigt.

Hervorragend, Nick! Einfach hervorragend! Diesen Satz merke ich mir! Besser kann man es im Grunde nicht formulieren. Das gilt nicht nur für das Mittelalter, sondern auch für die heutige Zeit!

besten Gruß
Andreas

Wozu Geschichte ? Mythen sind viel schöner.

Joseph S, Saturday, 06.12.2003, 01:25 (vor 8098 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Wie Stalin den 2. Weltkrieg gegen Louis XIV. verlor von Nick am 04. Dezember 2003 09:14:45:

Hallo Nick,

vielen Dank für die kleine Geschichtsstunde. Die Hexenverfolgung ist also auch ein Teil
der Geschichte, von dem nur ein Mythos betrachtet wird. Ein geschichtliches Ereignis
wird verzerrt, um etwas historisch zu erklären, was in den Vorstellungen heutiger
Menschen ist.

Die Hexenverfolgung als geschichtliches Ereignis ist eine Seite des Themas Hexen.
Der heutige Hexenmythos ist eine andere. So interessant die Geschichte auch ist, das
heutige Hexenbild ist auch von Bedeutung.

Ich habe den Eindruck, daß Hexenliteratur stark zugenommen hat. In meiner Kindheit waren
Hexen böse Gestalten aus Märchen. Ältere Kinder gaben sich mit sowas nicht ab. Inzwischen
findet man in Buchhandlungen massenhaft Hexengeschichten für jedes Alter.

Der Hexenbegrif hat sich auch geändert. Früher war die Bosheit das Hauptmerkmal der Hexen.
In "Hänsel und Gretel" wird keine Zauberhandlung der Hexe berichtet. Gute zaubernde Frauen
waren Feen oder dergleichen. Im weniger bekannten Grimmschen Märchen "Die Gänsehirtin am Brunnen"
wird eine Zauberin wegen ihrer guten Taten das Hexe Sein abgesprochen. Heute ist dagegen jede
weibliche Person mit Zauberkräften eine Hexe. Der Hexenbegrif hat sich von der schwarzen
(= bösen im Gegensatz zur weisen = guten) Magie gelöst, ist nur noch an das Geschlecht
gebunden und wird befürwortet. Darauf wurde ich gestoßen, als eine Frau die Frage aufwarf,
wesahlb Pipi Langstrumpf so lange Zeit nicht als Hexe erkannt wurde. Meine Antwort ist,
daß sie lange Zeit keine war. Erst durch die Verschiebung des Hexenbegrifs kann man sie als
eine Hexe ansehen. (Diese Frau erkärte das natürlich anders.)

Offensichtlich trifft diese Umdeutung ein tiefes Bedürfnis vieler Menschen, die Kinderbücher
kaufen. Über die Hexe werden Geschlechterbilder transportiert. Diese sind heutzutage viel
wichtiger, als die Frage, wie das mit der historischen Hexenverfolgung wirklich war. Daher
wird die Geschichte nur so weit betrachtet, wie sie in den Mythos paßt. Die Verzerrung
wird deswegen als so sicher wahr empfunden, weil sie hervorragend in das eigene Weltbild paßt.
Wahr und logisch ist das, was mit dem eigenen Denken in Einklang ist.

Gruß
Joseph

Re: Wie Stalin den 2. Weltkrieg gegen Louis XIV. verlor

Anonyma, Tuesday, 16.12.2003, 14:14 (vor 8087 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Wie Stalin den 2. Weltkrieg gegen Louis XIV. verlor von Nick am 04. Dezember 2003 09:14:45:

Hallo Odin,

Der Hexenwahn war ganz und gar kein "religiöses Phänomen", sondern eine profane, kollektive Massenpsychose, die im Fortgang ihre eigenen Akteure mitverschlang und oft erst dann zum "Erliegen" kam, wenn buchstäblich das Brennmaterial knapp geworden war. Neuzeitliche Ketzerverfolgung hatte rationale (machtpolitische) Gründe. Der Hexenwahn dagegen war komplett irrational! "Geplant" war er von niemandem und er verfolgte auch keine rational erklärbaren "Ziele".

Dies kann man teilweise dadurch widerlegen, dass sich eindeutig wirtschaftliche Ursachen finden, weswegen Menschen der Hexenverfolgung angeklagt und verurteilt wurden. Rational sind diese Ziele durchaus.

Ebenso ist es ein leicht erklärbares Phänomen, lieber Hexen als Bakterien und Viren für die Ursache von unerklärbaren Krankheiten zu nehmen. Wir dürften nicht vergessen, dass die Zeit der Hexenverfolgung auch die Zeit des Schwarzen Todes war. Es ist leichter zu sagen, die Hexen sind schuld, als sich einer rationalen Ursache zu widmen. Sinn und Ziel solcher Erklärungen? Eine Erklärung zu haben! So ähnlich, wie Hitler die Juden für die Probleme der Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg verantwortlich machte und viele Deutsche heute sagen, die Ausländer sind an unserer Misere schuld. Die Erklärung ist einfach und man muss nicht mehr nachdenken. Man braucht keine Angst mehr vor dem Unerklärlichen zu haben. Da ist sehr angenehm.

Etwa ein Drittel der Opfer waren Hexer, also Männer. Die Tatsache, daß also doppelt soviele Opfer Frauen waren, ergibt sich aus dem irrationalen Ablauf und den kruden Methoden, mit denen neue Fälle "geschaffen" wurden: es reichte, jemanden zu denunzieren, um ihn unfehlbar auf die Folter zu bringen. Und die Folter sorgte dann dafür, daß "gestanden" wurde. Und daß weitere "Komplizinnen" benannt wurden...
Meine Lebenserfahrung und Menschenkenntnis machen es mir nicht schwer zu begreifen, warum unter solchen Verhältnissen mehrheitlich Frauen (durch Frauen!) zu Opfern wurden. "Mobbing" ist ja schließlich unter ihnen auch heute bei weitem verbreiteter, als unter Männern. Die Denunziation als Hexe bot eine "ideale" Möglichkeit, im Zickenkrieg den ultimativen Hammer auf die beste Feindin niedergehen zu lassen.

Ich möchte Dich mal sehen, wenn Du gefoltert wirst. Ich habe teilweise Protikolle gelesen von der Art, wie Hexen verhört wurden. Denen wurde praktisch alles in den Mund gelegt, sie mussten nur nóch ja sagen. Jeder würde da schwach werden, bis auf wenige Ausnahmen. Katharina Henoth hat übergens bis zuletzt geleugnet, eine Hexe zu sein und niemanden denunziert.

Jedenfalls haben nachweislich weit überproportional Frauen davon gebrauch gemacht! Männer haben auch damals weniger oft zum Mittel des Anschwärzens, Denunzierens und Schlechtredens gegriffen, um z.B. einen Konkurrenten loszuwerden - so wie sie es auch heute (relativ) weniger tun.

Irgend eine rationale Politik hinter diesem Wahn zu vermuten, irgend eine "Verschwörung des Patriarchats" gar, ist absolut unhistorischer Blödsinn! Weder gab es überhaupt die dafür notwendigen, zentralisierten Machtstrukturen (nicht mal in Ansätzen!), noch zeigt die Gruppe der Opfer irgendeine "Struktur", die den behaupteten Verfolgungsgrund widerspiegeln würde. Im Gegenteil: es ist gerade die schiere Wahllosigkeit, die die Opfer des Hexenwahns auszeichnen.

Es gibt unterschiedliche Motive für die Anklage und deswegen unterschiedliche Opfer. Es gibt sehr viele verschiedene Theorien zu den Opfern, weil die Motive für die Anklagen sehr unterschiedlich, meist persönlicher Natur, waren.

Es ist natürlich ziemlich aussichtslos, in solchen Fragen aufklären zu wollen, weil ja sowieso "alle" genau "Bescheid wissen" - wo doch in Wahrheit völlige Unwissenheit und primitivster Mythenglaube die in der Tat komplizierten Verhältnisse wild durcheinander und auf das simpelste Niveau gebracht haben. Aber wo viel und kollektiv "gemeint" wird, da geht halt immer so ziemlich ALLES durcheinander. Umso heftiger wird solcher "Glaube" dann gegen jede Vernunft verteidigt.
Hexenverfolgung gab es z.B. (fast) nur in der frühen Neuzeit (mit ersten, einzelnen Fällen ab Ende des 14. Jahrhunderts), es gab sie nicht im Hochmittelalter! Es gibt alte Beichtspiegel aus dem 13., 14. und z.T noch 15.Jahrhundert, aus denen klipp und klar hervorgeht, daß der Glaube an Hexen(!) (also der Irrglaube, daß es sie überhaupt gäbe) als eine Sünde betrachtet wurde. Erst im Zerfall der mittelalterlichen Welt änderte sich das.

Und eben in diesem zeitlichen Umbruch liegt der eigentliche Grund der Hexenverfolgung. In politisch instabilen Zeiten wird immer irgendein Schuldiger gesucht. Und da, wo die Religion noch stark ist, ist es dann am besten die Macht des Satans.

Das galt natürlich nur im direkten Einflußbereich des Heiligen Stuhls - also in Italien (namentlich im Kirchenstaat). Außerhalb Italiens hatte die Kirche keinen realen Einfluß auf die Entscheidungen der politischen Machthaber, sie konnte allenfalls protestieren, gut zureden, diplomatisch intervenieren u. dgl. mehr. Denn auch damals galt schon dasselbe, was dann im 20. Jahrhundert von Stalin so formuliert wurde: "Der Vatikan hat keine Divisionen!"

Aber religiöse Vorstellungen hatten noch einen grossen Einfluss auf die Denkweise der Menschen. Himmel, Hölle und Engel galten allgemein als real existent. Jedes Werk, das Beachtung finden wollte, berief sich auf die Bibel, ansonsten galt es als unseriös.

In ein, zwei Generationen wird es bestimmt auch kein Schwein mehr stören, wenn z.B. irgend ein enthirnter Ignorant vom "Krieg Ludwigs XIV. gegen die Sowjetunion" schwadroniert, nachdem "alle" einen Blockbuster-Trivialfilm gesehen haben, wo man "ganz genau sieht", wie die französische Atombombe (mit pseudobarocken Verzierungen) auf Leningrad niedergeht und es in Schutt und Asche legt. Das finden dann bestimmt auch alle total überzeugend, daß sich "Stalin und der Sonnenkönig total nicht leiden" konnten.

Bestimmt hätte Stalin den Sonnenkönig nicht leiden können, wenn er ihn gekannt hätte. Das war doch die Verkörperung der Aristokratie. Diese musste nach kommunistischem Verständnis doch durch die bürgerliche Revolution überwunden werden! Von daher ist eine Antipathie Stalins gegenüber Ludwig dem XIV. mit Sicherheit anzunehmen...

Grüße

Anonyma

Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie

Maesi, Monday, 08.12.2003, 21:23 (vor 8095 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Odin am 01. Dezember 2003 11:39:02:

Hallo Odin

Selbst daß von Hexenverfolgung überwiegend Frauen betroffen waren, stimmte so nicht überall. Es gab Gegenden, in denen überwiegend Männer als Hexer ermordet worden sind. Martin van Creveld schreibt in seinem Buch "Das bevorzugte Geschlecht" einiges dazu.
Wenn man sämtliche Opfer der Inquisition betrachtet, ist es auch so, daß weit mehr Männer als Frauen betroffen waren. Man konnte ja nicht nur wegen Hexerei auf dem Scheiterhaufen landen, sondern auch z.B. wegen Ketzerei usw. [snip]

ich bin sowieso am Rätseln, wieso die Hexenverfolgung so von der Inquisition und Ketzerverfolgung abgetrennt wird. Wahrscheinlich weil sonst die weiblichen Opfer ganz und gar untergehen würden. Daher nimmt man diese extra, um einen Bereich zu haben, in dem Frauen die höchsten Opferzahlen haben.
Es gibt ja Teile Europas, in der die Hexenverfolgung kaum Fuß fassen konnte, z.B. die nördlichen Länder, aber auch Polen.
Bin mich gerade am einlesen über das Thema.

Man trennt Hexenverfolgung und Ketzerverfolgung deshalb voneinander weil es eben nicht ganz dasselbe ist, obwohl oberflaechlich gesehen einige Parallelen erkennbar sind.

Wie Nick bereits beschrieben hat, waren bei Anklage von Ketzerei ausschliesslich geistliche Gerichte zustaendig, waehrend bei Anklage der Hexerei auch (und zwar in den meisten Faellen) weltliche Gerichte mitwirkten. Uebrigens gab es Ketzerverfolgung nicht nur in katholischen Gebieten, ich verweise auf die beruechtigten Verfolgungen in Genf, wo der Reformator Calvin ein 'protestantisches Gegenrom' errichten wollte und so manchen Ketzer ebenfalls auf den Scheiterhaufen schickte. Weitgehend vergessen (verdraengt?) ist beispielsweise auch, dass Luther sehr vehement gegen Kopernikus und dessen ketzerisches, heliozentrisches Weltbild gewettert hat. In Zuerich ging der Reformator Zwingli gewaltsam gegen die Wiedertaeufer-Bewegung vor, da er deren Glauben fuer Ketzerei hielt.

Der Hauptunterschied zwischen Ketzerverfolgung und Hexenverfolgung ist jedoch der jeweilige Zweck. Die Ketzerverfolgung diente zu nichts anderem als der Sicherung und Verteidigung des Machtanspruchs des herrschenden Klerus; die Ketzer wurden also gezielt von einer kleinen, aber maechtigen Minderheit verfolgt, das Ziel war der eigene Machterhalt. Wir duerfen nicht vergessen, dass der groesste Teil der Bevoelkerung mit dem Begriff 'Ketzerei' wenig bis nichts anfangen konnte. Sie befolgten einfach die Regeln, die ihnen ihre jeweiligen religioesen Fuehrer als rechtglaeubig einbleuten; ob diese religioesen Regeln ketzerisch im Sinne einer offiziell gueltigen Orthodoxie waren, konnten wohl weit ueber 90% der Bevoelkerung (meine eigene Schaetzung) gar nicht ermessen; allein schon aus dem Grund, weil die meisten Menschen noch nicht einmal lesen konnten.

Anders verhielt es sich mit der Hexerei: hier konnten die weitaus meisten Menschen sich ganz konkret etwas darunter vorstellen; eben z.B. den beruechtigten Schadenzauber. Einfache Leute beteiligten sich nicht nur aktiv an Hexenverfolgungen, sie initiierten sie auch vielfach selber. Dies geschah nicht so sehr aus Gruenden des Machterhalts sondern haeufig aus einer subjektiven, aber dennoch als real empfundenen Angst vor Menschen, die mittels Zauberei anderen angeblich Schaden zufuegen konnten.

Der Glaube an Hexen hatte somit eindeutig den Charakter einer Massenhysterie, waehrend die Hysterie bei den Ketzern sich weitgehend auf klerikale Kreise beschraenkte; was die Kirchenfuehrer natuerlich nicht hinderte, die Bevoelkerung ebenfalls gegen sogenannte Ketzer aufzuhetzen. Neudeutsch ausgedrueckt, funktionierte ersteres stark 'bottom-up' waehrend letzteres fast ausschliesslich dem 'top-down'-Prinzip gehorchte.

Ausserdem ist Hexerei keine Religion, auch wenn diese Ursi im Geschichtsforum (allerdings ohne jeglichen Beleg) eine sogenannte 'Alte Religion' postuliert, die mit den Hexenverfolgungen ausgemerzt werden sollte. Hexen wurden nicht wegen irgendeines abweichlerischen Glaubens verfolgt, sondern weil die Menschen ihnen zerstoererische Faehigkeiten andichteten. Die weitaus meisten Hexen waren ganz normale Christen.

Noch einen populaeren Irrtum gilt es aufzuklaeren: eine Anklage wegen Hexerei fuehrte durchaus nicht zwingend zu einer Verurteilung. Ein nicht unerheblicher Teil der Angeklagten wurde freigesprochen, wobei es hier regional und zeitlich sehr starke Unterschiede gibt. Im heutigen Italien beispielsweise hatten der Hexerei Angeklagte reelle Chancen, freigesprochen zu werden. Entgegen der populaeren Lesart scheinen kirchliche Gerichte nach entsprechenden Studien von Prozessprotokollen sogar tendenziell fairere Hexenprozesse gefuehrt zu haben als weltliche Gerichte, wobei es wohl auch hier regionale Unterschiede gegeben haben mag.

Zum Schluss noch einige Worte zu den neuheidnischen Religionen: Es handelt sich hier nicht um uraltes, ueberliefertes Wissen, wie immer wieder behauptet wird. Vielmehr wurden die sehr spaerlichen Informationen aus diversen schriftlichen Quellen mit muendlich ueberlieferten (teilweise stark verunstalteten) Mythen, Legenden und Sagen vermengt. Da das aber fuer eine Religion (und v.a. die dazu notwendigen Riten) noch laengst nicht ausreicht, wurde das ganze mit einer Menge Phantastereien angereichert. Auch wenn ich womoeglich etlichen Glaeubigen auf die Fuesse trete; diese angeblich uralten Religionen (Wicca-Kult, Druidenkulte usw. usf.) sind nichts weiteres als romantisierende, neuzeitliche Interpretationen, die um ein paar wenige authentische Goetternamen oder sonstige Begriffe herumgesponnen wurden.

Wer daran glauben will, bitte sehr, der soll das tun; aber bitte nicht etwas neu Erfundenes als uralt ausgeben. Von den Religionen der vor der roemischen Herrschaft hier siedelnden Voelker ist nahezu nichts bekannt ausser ein paar Goetternamen und vage Ueberlieferungen, die meist erst von den Roemern aufgezeichnet wurden, sowie Mythen, die im Laufe der Zeit voellig entstellt und uminterpretiert wurden. Sogar ueber die heidnischen Kulte der diversen Germanenstaemme Mittel- und Westeuropas (z.B. Alemannen, Angeln, Sachsen) der Voelkerwanderungszeit und des Fruehmittelalters ist sehr wenig bekannt; obendrein waren ein Teil dieser Germanen (z.B. Goten, Vandalen etc.) bereits christianisiert (arianisches Glaubensbekenntnis) als sie in Mittel-/Suedeuropa geschichtlich in Erscheinung traten. Es gibt auch keinerlei Hinweise auf eine Glaubensgemeinschaft, die ueber Jahrhunderte hinweg die alten Riten praktiziert und weitergegeben haben soll. Dass einige wenige heidnische Fragmente die Zeiten ueberdauert haben, will ich nicht bestreiten; aber die Glaubensvorstellungen der Kelten oder frueherer, namentlich noch nicht einmal bekannter Voelkerschaften in Europa koennen daraus nicht einmal ansatzweise rekonstruiert werden und sind wohl unwiederbringlich verloren.

Gruss

Maesi

P.S. Ich wollte Dich folgendes schon lange fragen: hat es eine bestimmte Bedeutung, dass Du unter dem Nick 'Odin', dem Goettervater der Wikinger schreibst?

Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie

Odin, Tuesday, 09.12.2003, 17:06 (vor 8094 Tagen) @ Maesi

Als Antwort auf: Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Maesi am 08. Dezember 2003 19:23:51:

Hallo Maesi,
diese Ursi ist wirklich der Prototyp einer einseitigen Geschichtsinterpretation, wie sie besonders häufig von Frauen betrieben wird, um irgendwo in der Geschichte mal einen Bereich zu finden, in der Frauen ihre "edle und weise" Herrschaft praktizieren konnten.
Als besondere geschichtliche Nachschlagewerke scheinen hier die "Nebel von Avalon" und "Ayla" zu dienen, wahlweise auch Fernsehsendungen wie "Xena" usw. Fiction muß Realität werden, weil sonst das mühsam aufgebaute Selbstbild zusammenbricht. Daher ist auch schwer mit ihnen zu diskutieren, weil es hier nicht um die Abklärung von Fakten geht, sondern um die Verteidigung eines projezierten Wunschbildes

P.S. Ich wollte Dich folgendes schon lange fragen: hat es eine bestimmte Bedeutung, dass Du unter dem Nick 'Odin', dem Goettervater der Wikinger schreibst?

"Besonders Bedeutung" wäre hier übertrieben, aber was gedacht habe ich mir schon dabei. Odin ist für mich einer der "Männerbilder", die uns auch als Vorbild dienen können - zumindest mir als Vorbild dienen. Als "einsamer, weiser Wanderer" war er die Vaterfigur von Gandalf, dem weisen Zauberer aus dem Herrn der Ringe.
Einerseits ein Gott des Krieges, andererseits brachte er Weisheit in die Welt in Form der Runen.
Unter den Archetypen der Männer "Magier, Krieger, Liebhaber und König" können wir Odin wohl in allem wiederfinden. Am deutlichsten ist er für mich aber unter Krieger und Magier einzuordnen.

Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie

Maesi, Sunday, 14.12.2003, 12:50 (vor 8089 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Odin am 09. Dezember 2003 15:06:08:

Hallo Odin

diese Ursi ist wirklich der Prototyp einer einseitigen Geschichtsinterpretation, wie sie besonders häufig von Frauen betrieben wird, um irgendwo in der Geschichte mal einen Bereich zu finden, in der Frauen ihre "edle und weise" Herrschaft praktizieren konnten.
Als besondere geschichtliche Nachschlagewerke scheinen hier die "Nebel von Avalon" und "Ayla" zu dienen, wahlweise auch Fernsehsendungen wie "Xena" usw. Fiction muß Realität werden, weil sonst das mühsam aufgebaute Selbstbild zusammenbricht. Daher ist auch schwer mit ihnen zu diskutieren, weil es hier nicht um die Abklärung von Fakten geht, sondern um die Verteidigung eines projezierten Wunschbildes

Zustimmung. Man kann die oben beschriebenen Buecher und Fernsehsendungen als Unterhaltung moegen oder nicht; sowas aber fuer bare Muenze zu nehmen, halte ich einfach fuer dumm. Ich frage mich wirklich, weshalb jemand es noetig hat, die menschliche Kulturgeschichte zu verfaecshlen, bloss um die eigene verschrobene Lebensphilosophie damit stuetzen zu koennen und damit dreisterweise sogar noch in einem Geschichtsforum hausieren geht.

P.S. Ich wollte Dich folgendes schon lange fragen: hat es eine bestimmte Bedeutung, dass Du unter dem Nick 'Odin', dem Goettervater der Wikinger schreibst?

"Besonders Bedeutung" wäre hier übertrieben, aber was gedacht habe ich mir schon dabei. Odin ist für mich einer der "Männerbilder", die uns auch als Vorbild dienen können - zumindest mir als Vorbild dienen. Als "einsamer, weiser Wanderer" war er die Vaterfigur von Gandalf, dem weisen Zauberer aus dem Herrn der Ringe.
Einerseits ein Gott des Krieges, andererseits brachte er Weisheit in die Welt in Form der Runen.
Unter den Archetypen der Männer "Magier, Krieger, Liebhaber und König" können wir Odin wohl in allem wiederfinden. Am deutlichsten ist er für mich aber unter Krieger und Magier einzuordnen.

Vielen Dank fuer die Information.

Gruss

Maesi

Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie

Odin, Sunday, 14.12.2003, 16:06 (vor 8089 Tagen) @ Maesi

Als Antwort auf: Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Maesi am 14. Dezember 2003 10:50:20:

Als besondere geschichtliche Nachschlagewerke scheinen hier die "Nebel von Avalon" und "Ayla" zu dienen, wahlweise auch Fernsehsendungen wie "Xena" usw. Fiction muß Realität werden, weil sonst das mühsam aufgebaute Selbstbild zusammenbricht. Daher ist auch schwer mit ihnen zu diskutieren, weil es hier nicht um die Abklärung von Fakten geht, sondern um die Verteidigung eines projezierten Wunschbildes

Zustimmung. Man kann die oben beschriebenen Buecher und Fernsehsendungen als Unterhaltung moegen oder nicht; sowas aber fuer bare Muenze zu nehmen, halte ich einfach fuer dumm. Ich frage mich wirklich, weshalb jemand es noetig hat, die menschliche Kulturgeschichte zu verfaecshlen, bloss um die eigene verschrobene Lebensphilosophie damit stuetzen zu koennen und damit dreisterweise sogar noch in einem Geschichtsforum hausieren geht.

Solche Filme und Bücher haben als Identifikationsquelle sicherlich einen großen Wert, besonders für Kinder. Als Onkel zweier Nichten ist man ja zu Geburtstagen und an Weihnachten ständig auf der Suche nach Filmen und Büchern, mit Figuren, mit denen sich Mädchen identifizieren können. Einiges ist aber leider so weit überhöht, daß sogar die beiden merken, daß da was nicht stimmt. Da gibt es schon Unterschiede in der "Glaubwürdigkeit" zwischen Xena und Pippi Langstrumpf, die sogar Kinder bemerken.
Nach langer Dürre ist ja auch mit Harry Potter wieder eine Identifikationsfigur für Jungen geboren worden. War auch nötig! Es wäre sicherlich mal interessant, welche Botschaften von Männlichkeit Harry Potter an unsere Kids vermittelt. Stark in der Zauberschule ist er ja keineswegs, da schlägt ihn Hermine um Längen. Trotzdem ist er bei allen Unternehmungen die treibende Kraft. Ohne ihn würde nichts vorwärtsgehen.

Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie

Anonyma, Tuesday, 16.12.2003, 13:52 (vor 8087 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Odin am 01. Dezember 2003 11:39:02:

Über die Hexenverfolgung gibt es sehr unterschiedliche Theorien.

In dem Artikel wird die Theorie über die Verfolgung der "Weisen Frauen" stark vereinfacht dargestellt.

Magie, Volkswissen und heidnische Riten waren in früheren Zeiten stark vermengt. Dies ist auch bei anderen Völkern noch heute zu beobachten, z. B. bei Naturvölkern mit Schamanen mit starker Stellung.

Die Neuzeit begann mit einer Verstärkung der Trennung von Religion, Aberglaube und Heilung. Ein anderer Teil der Theorie der "Ausrottung der Weisen" war die, dass das aufkommende Ärztewesen die Konkurrenz der örtlichen Heiler nicht gut verkraftete und sie mittels der Hexenanklage bequem aus dem Weg räumen konnte.

Möglicherweise waren sich die Frauen gar nicht wirklich bewusst, heidnischen Zauber anzuwenden. In der Voodoo-Religion hat man auch heute noch eine starke Vermengung zwischen christlicher und heidnischer Religion. Ketzerei war jedoch eine bewusste Abweichung von der kirchlichen Lehre. Auch nach kirchlichem Recht gab es andere Standards für Ketzterei als für Hexerei.

Zwar gab es Landstriche, in denen mehr Männer betroffen waren. Aber in den meisten Landstrichen waren es mehr Frauen.

Wie immer spielten mit Sicherheit sehr oft wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle. Der letzte dokumentierte Fall, der Friedrich von Spee zu seinem Anti-Hexenhammer brachte, war einer, in dem die wirtschaftliche Komponente sehr offensichtlich war. Eine Katharina von Henoth hatte eine Postmeiterei geerbt, die wohl ein Verwandter des Mannes gern für sich bekommen hätte. Als dann verstärkt unerklärliche Todesfälle in der Nähe auftauchten, wählte der Mann eine sehr bequeme Lösung und verdächtigte sie der Hexerei. Damals ein sicheres Todesurteil, denn gegen eine solche Anklage konnte man sich nicht wehren. Pech nur, dass ihr betreuender Geistlicher gerade der eben genannte Friedrich von Spee war, den der ganze Fall zum Nachdenken brachte. Katharina hat er nicht retten können, aber mit seiner Schrift die Hexenverfolgung in Europa zum Erliegen gebracht.

Grüße
Anonyma

Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie

Odin, Wednesday, 17.12.2003, 14:42 (vor 8086 Tagen) @ Anonyma

Als Antwort auf: Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Anonyma am 16. Dezember 2003 11:52:04:

Die Neuzeit begann mit einer Verstärkung der Trennung von Religion, Aberglaube und Heilung. Ein anderer Teil der Theorie der "Ausrottung der Weisen" war die, dass das aufkommende Ärztewesen die Konkurrenz der örtlichen Heiler nicht gut verkraftete und sie mittels der Hexenanklage bequem aus dem Weg räumen konnte.

Das "aufkommende Ärztewesen" - du wirst hier wohl den Medicus meinen - hatte mit der Hexenverfolgung soviel zu tun, wie du - nämlich gar nichts. Eine Ausbildung zum Arzt gab es kaum und war auch nicht Voraussetzung für den "Arztberuf", den es in unserem Sinne so noch gar nicht gab. Ärzte, mit gutem Ruf, verrichteten ihr Geschäft bei reicheren Leuten und hatten keine Konkurrenz zu befürchten, schon gar nicht von Hebammen. "Normale" Ärzte waren auf dem Jahrmarkt zu finden und hatten dort Konkurrenz, genauso wie sie selbst Konkurrenz waren. Hebammen als Konkurrenz war kaum zu fürchten. Die eigentliche Konkurrenz waren Chirurgen, dann Baader und zum Schluß die Henker. Wobei der Ruf der Henker an unterster Stelle stand. Auch Chirurgen waren nicht so gerne gesehen, weil sie mit Blut zu tun hatten. Hebammen waren also nur ein kleiner Teil der Konkurrenz und wandten sich ohnehin meist mit ihrer Kunst an Frauen der unteren Schicht, wo eh nichts zu holen war. Der Rest der "Ärzteschaft" braute sein Tränklein und mischte seine Salben und versuchte diese an den Mann zu bringen und kam gerade mal so durch. Alle hatten mehr mit Aberglauben zu tun, als mit wirklichen fundierten Wissen über Pflanzen und Giften. Haupteinnahmequellen waren Amulette gegen den bösen Blick und Salben, damit der Ehemann abends, trotz harter Arbeit, einen Ständer kriegt. Vielleicht noch ein Tränklein für die Frau, damit der Ständer des Mannes nicht umsonst war, sondern ein Ergebnis brachte.
Das ist vielleicht etwas nüchtern betrachtet, aber zumindest realistischer, als die sonst vorhandenen romantischen Vorstellungen vom Mittelalter.

Ansonsten waren die weisen Frauen damals mit demselben beschäftigt, wie es die weisen Frauen heute auch noch sind, z.B. in Afrika. Die eine oder andere Abtreibung und ein paar Peitschenhiebe, um den Satan auszutreiben. Ein paar Beschwörungen murmeln und Katzenpfoten verkaufen. Gutes Geld bringen auch die Mädchenbeschneidungen und die Klagen sind groß über die unmöglichen, arroganten studierten Ärzte aus der Stadt, die keinen Respekt vor der Tradition haben und diese Beschneidungen verbieten möchten. Die gönnen den armen Frauen aber auch gar nichts :-)

Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie

Emmalein, Wednesday, 17.12.2003, 16:02 (vor 8086 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Odin am 17. Dezember 2003 12:42:10:

Das stimmt so nicht!

Beschneidung von Frauen war hier nie üblich.

Kinder zur Welt bringen war immer Sache der Frauen, auch der "Weisen Frauen". Die ältesten Möglichkeiten, Krankheiten zu heilen, bezogen sich auf Kräutermedizin, verbunden mit teilweise abergläubischen Vorstellungen, aber teilweise durchaus wirksam, wie etwa Lindenblütentee, Kamillentee oderSalben aus Kräutern.

Es grüsst das Emmalein

Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie

Odin, Wednesday, 17.12.2003, 16:53 (vor 8086 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Emmalein am 17. Dezember 2003 14:02:42:

Das stimmt so nicht!
Beschneidung von Frauen war hier nie üblich.

Der Satz bezog sich auf das heutige Afrika

was ist überhaupt...

Andreas, Monday, 01.12.2003, 20:32 (vor 8102 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Odin am 30. November 2003 02:55:28:

...eine "weise Frau"? Das ist doch schon ein Widerspruch in sich! :-)

Andreas

Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie

reinecke54, Friday, 05.12.2003, 19:58 (vor 8098 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Odin am 30. November 2003 02:55:28:

Die Hexenverfolgung liegt unseren emanzipierten ja besonders im Magen, weil es das einzige geschichtliche Ereignis ist, in dem Frauen mal wirklich die meisten Opfer stellen.

Interessant: das EINZIGE geschichtliche Ereignis, in dem Frauen ...

Sonst heisste es doch immer, dass Frauen die eigentlichen Opfer von
Kriegen sind.

Der bekannteste Fall von Hexenverfolgung in den USA war in Salem
(bei Boston). Ich zitiere aus http://www.lonlygunmen.de/paranormal/hexenkulte/salem/salem.html:

"Die Tragödie der Hexen von Salem begann 1692, als bei acht Mädchen im Alter von elf bis zwanzig Jahren Anzeichen dämonischer Besessenheit auftraten. Wie es scheint waren die Mädchen von der Lektüre sensationeller Druckschriften über das Hexenwesen beeindruckt worden und mögen darüber hinaus wohl auch durch die haarsträubenden Geschichten fasziniert gewesen sein, welche sie von Tituba, eine von den westindischen Inseln stammenden Sklavin des Ortsgeistlichen Black, gehört hatten. Die ersten Opfer der Hysterie waren die elfjährige Abigail Williams und deren Cousine Elisabeth Parris, die neunjährige Tochter des Geistlichen Samuel Parris. Die Mädchen erlitten Anfälle, schrien und krümmten sich am Boden. Sie glaubten in Tiere verwandelt worden zu sein. Verwandte und Nachbarn waren von dem gottlosen Verhalten der Mädchen verblüfft, die Mädchen warfen die Bibel durch den Raum, störten die Gottesdienste und zeigten ihren Eltern gegenüber ungehorsamkeit. Die geschockten Erwachsenen, welche Zeugen des Geschehens waren oder davon gehört hatten, kam auch sogleich das Wort "Hexerei" in den Sinn.

....

Als man die Mädchen nach Boston brachte, gehörte zu ihren Opfern dort Hauptmann John Alden, dem seine Taten in den Indianerkriegen einst den Ruf eines Helden eingebracht hatten. Bei seinem Erscheinen fielen die Mädchen in Ohnmacht, erholten sich aber bei der "Berührungsprobe" schnell wieder. John Alden wurde ins Bostoner Gefängnis geworfen, von wo ihm vier Monate später jedoch die Flucht gelang.

....

Der Tod des achtzigjährigen Giles Cory war eine der schrecklichsten Grausamkeiten, welche es bei diesem Ausbruch des Hexenwahn in Salem gab. Da er sich weigerte sich zu seinen Anklagepunkten zu äußern und somit der Prozeß gegen ihn nicht eröffnet werden konnte, mußte er Nackt zwei Tage lang ohne Nahrung und mit schweren Gewichten auf der Brust auf einem Feld in der Nähe des Dorfgefängnisses liegen, bis er seinen Sinn geändert hatte. Der alte Mann, dem offenbar die Hoffnungslosigkeit seines Falles bewußt war, weigerte sich noch immer vor Gericht zu kooperieren. Er starb schließlich unter der schweren Last auf seinem Körper."

Obwohl also mehrere Maenner betroffen waren, redet man nur von den Hexen
von Salem. Auch ging die Verfolgung nicht vom Patriarchat, sondern von
hysterischen Maedchen aus.

Dieser Fall ist recht gut dokumentiert, und man kann an ihm studieren,
wie sich Massenhysterien ausbreiten. Ich sehe Aehnlichkeiten zur massen-
haften "Ausbreitung" von sexuellem Kindesmissbrauch, von haeuslichen
Gewalt, von Mobbing. Ein Phaenomen wird ins Bewusstsein der Oeffentlichkeit
gespuelt, und nun wittert man unter jedem Kieselstein Kindesmissbrauch,
haeusliche Gewalt oder sexuelle Gewalt gegen Frauen. Wir in der
Maennerbewegung sollten uns in Acht nehmen, in gleicher Weise hysterisch
zu reagieren, und etwa haeusliche Gewalt gegen Maenner oder
Kindesmissbrauch durch Muetter zu ueberschaetzen.

powered by my little forum