Ein Schlag ins Gesicht der Frauen!
Beitrag von Rainer. In Monis Forum gefunden:
Wenn Frauen Männer misshandeln
Männerabteilung veranstaltet just in dieser Woche eine Männerkonferenz zum Thema "Gewalt gegen Männer"
Eigentlich steht diese Woche im Zeichen des internationalen Kampfes gegen Gewalt an Frauen, immerhin ist jede fünfte Frau Opfer von Gewalt. Nicht alle aber widmen sich diesem Thema: Die vom einstigen Frauenminister Herbert Haupt gegründete Männerabteilung im Sozialministerium wählt einen anderen Zugang - und veranstaltet diese Woche eine Männerkonferenz zum Thema "Gewalt gegen Männer". Die Begründung dafür: "Gewalt gegen Männer wird weit gehend verschwiegen. Doch es gibt sie."
In welchem Ausmaß, wissen die Veranstalter nicht - über Gewalt von Männern an Frauen gibt es Studien zuhauf, über Frauen, die ihre Männer misshandeln, hingegen gar keine, beklagen die Organisatoren der Männerkonferenz: "Das spricht Bände. Die Dunkelziffer ist hoch."
Für die grüne Frauensprecherin Monika Vana ist die Veranstaltung schlicht ein "Schlag ins Gesicht der Frauen" - vor allem, weil sie keine Veranstaltungen des Sozialministeriums zu Gewalt gegen Frauen gefunden hat. (eli/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.11. 2003)
Meine Meinung zu diesem Beitrag:
Ich verfolge die Arbeit der Männerabteilung des österreichischen Sozialministeriums schon eine ganze Weile und ich muß sagen: Hut ab! Die trauen sich tatsächlich Dinge zu sagen, die normalerweise in unserer Gesellschaft totgeschwiegen werden. Wenn man bedenkt, unter welchen Voraussetzungen und unter welchen Anfeindungen diese Abteilung gegründet wurde, dann ist das eine wirklich respektable Leistung. Ich formuliere selbst gerade einen Brief an diese Abteilung und vielleicht ist auch der eine oder andere von euch dabei, der irgendwann ein wenig Zeit findet, diese Männer dort ein wenig moralisch zu unterstützen - mit einer Mail, die ausdrückt, daß ihr hinter deren Arbeit steht. Denn die Männer in dieser Abteilung dort haben einen verdammt schweren Stand und ich weiß offengestanden nicht, wie lange dieses Referat für Familie und Männer noch existieren wird - da vor allem Frauenpolitikerinnen schon seit geraumer Zeit die Abschaffung dieser Abteilung fordern. Zumindest sollten wir uns mal dort bemerkbar machen und zeigen, daß wir ihre Arbeit gutheißen. Die freuen sich sicher mal über Stimmen aus dem Ausland. Also, wenn ihr mal Zeit und Laune habt - schreiben! Die haben dort ein paar aufmunternde Worte echt verdient!
Gruß
Andreas
Unangenehmer Beigeschmack
Als Antwort auf: Ein Schlag ins Gesicht der Frauen! von Andreas am 27. November 2003 17:49:07:
Von dieser Männer-Stelle im österreichischen Sozialministerium habe ich auch schon mal auf ORF gehört. Im Prinzip eine richtige Sache. Was mir dabei allerdings unangenehm aufstößt, ist, daß diese Männer-Stelle ja ein Kind der schwarz-brauen ÖVP-FPÖ-Koalition ist! Dies ist in zweierlei Hinsicht ein Problem:
- Wenn man dieser Männer-Stelle ein Glückswunschtelegramm zukommen läßt, unterstützt man auch auch indirekt die (ja auch aus vielen anderen Gründen!) umstrittene Österreichische Regierung insgesamt. Dies wäre einem Großteil der Männer in und noch mehr außerhalb Österreichs zuwieder.
- Es besteht die Gefahr, daß die Männerbewegungs-Thematik dort in ein rechtspopulistisches Fahrwasser gerät und dann z. B. mit Anti-Ausländer-Rethorik assoziiert wird.
Re: Unangenehmer Beigeschmack
Als Antwort auf: Unangenehmer Beigeschmack von Lars am 01. Dezember 2003 18:36:13:
Hallo Lars
Von dieser Männer-Stelle im österreichischen Sozialministerium habe ich auch schon mal auf ORF gehört. Im Prinzip eine richtige Sache. Was mir dabei allerdings unangenehm aufstößt, ist, daß diese Männer-Stelle ja ein Kind der schwarz-brauen ÖVP-FPÖ-Koalition ist! Dies ist in zweierlei Hinsicht ein Problem:
Es heisst schwarz-blaue OeVP-FPOe-Koalition.
- Wenn man dieser Männer-Stelle ein Glückswunschtelegramm zukommen läßt, unterstützt man auch auch indirekt die (ja auch aus vielen anderen Gründen!) umstrittene Österreichische Regierung insgesamt. Dies wäre einem Großteil der Männer in und noch mehr außerhalb Österreichs zuwieder.
Tatsaechlich? Nach dieser These kaemen die Waehlerstimmen zugunsten der OeVP und FPOe v.a. von den Frauen. Stimmt das denn so? Woher kennst Du ueberhaupt die Meinung des Grossteils der Maenner so genau? Tatsache ist, dass sich OeVP und FPOe auf eine parlamentarische Mehrheit stuetzen koennen, also muss die doch irgendwer gewaehlt haben.
Leicht wird es diese Maennerabteilung in der Gleichstellungsbuerokratie gewiss nicht haben. So gesehen, ist eine kleine Honorierung ihrer Bemuehungen jenseits allen Parteiengezaenks durchaus angebracht.
- Es besteht die Gefahr, daß die Männerbewegungs-Thematik dort in ein rechtspopulistisches Fahrwasser gerät und dann z. B. mit Anti-Ausländer-Rethorik assoziiert wird.
Die Existenz der FPOe im Allgemeinen und von Haider im Besonderen scheint ein sozialdemokratisches Trauma zu sein. Anders kann man naemlich nicht erklaeren, weshalb eine ganz normale rechtsgerichtete Regierungspartei in Oesterreich europaweit solche Abwehrreflexe bei der Linken erzeugt. Ausgrenzung nennt man gemeinhin solch ein Verhalten...
Da ich grundsaetzlich gegen eine aufgeblaehte Buerokratie bin, kann ich auch mit der 'Maennerabteilung' im oesterreichischen Sozialministerium nicht sonderlich viel anfangen; am gescheitesten waere es, die gesamte feministisch-ideologisierte Gleichstellungsbuerokratie abzuschaffen. Leider ist das wohl eine Arbeit von Jahrzehnten; insofern ist die Maennerabteilung immer noch die bessere von zwei schlechten Loesungen. Dass sie ein Kind der schwarz-blauen Koalition ist, interessiert mich dabei nicht die Bohne. Die Roten haetten ja lange genug Zeit gehabt, selber sowas zu installieren. Sie waren offensichtlich nicht in der Lage dazu; selber schuld, wenn's dann halt der politische Gegner tut. Die haemischen Bemerkungen bei der seinerzeitigen Gruendung der Maennerabteilung haetten sich die oesterreichischen Genossen jedenfalls sparen koennen. Konnten sie doch nicht darueber hinwegtaeuschen, dass Oesterreichs Sozialdemokraten bezueglich der tagtaeglich festzustellenden Vaeterausgrenzung, ja der verbreiteten Maennerdiskriminierung ueberhaupt, voellig unsensibel waren und noch sind.
Gruss
Maesi