Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Arbeitsmarkt: Frauen auf dem Vormarsch

Mirko, Thursday, 27.11.2003, 16:01 (vor 8106 Tagen)

Frauen sind auf dem Vormarsch

Frauen sind auf dem Arbeitsmarkt weiter auf dem Vormarsch. Ihr Anteil an den 38,3 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland stieg im dritten Quartal 2003 nach vorläufigen Berechnungen im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 46,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte. Den Anstieg begründen die Statistiker damit, dass die derzeitigen Entlassungen Frauen weniger stark treffen als Männer. Zudem arbeiteten vor allem Frauen in Minijobs, die seit 1. April 2003 ausgeweitet wurden.

Allein 14,9 Millionen Frauen arbeiteten im Dienstleistungssektor, ihr Anteil betrug dort sogar 55,4 Prozent. Die Zahl der erwerbstätigen Männer nahm insgesamt um 1,8 Prozent ab, die der erwerbstätigen Frauen dagegen nur um 0,6 Prozent. Dies liegt an der unterschiedlichen Ausprägung des Beschäftigungsabbaus in den einzelnen Wirtschaftsbereichen: Im von einem hohen Männeranteil von 74,3 Prozent gekennzeichneten Produzierenden Gewerbe einschließlich des Baugewerbes gab es mit drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr einen starken Beschäftigungsabbau. Dagegen fiel der Rückgang im Dienstleistungsbereich mit 0,4 Prozent deutlich schwächer aus.

Als weitere Ursache für den Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit nennen die Statistiker die Ausweitung der geringfügigen Beschäftigung im Zuge der gesetzlichen Neuregelung der Minijobs zum 1. April. Diese Beschäftigungsform sei schon in der Vergangenheit maßgeblich von Frauen dominiert gewesen.

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Macht ja nix, nimmt die Anzahl der Hausmänner und Vollzeitväter eben zu.

Stern

Re: Arbeitsmarkt: Frauen auf dem Vormarsch // Feminismus und Neoliberalismus

Lars, Monday, 01.12.2003, 21:02 (vor 8102 Tagen) @ Mirko

Als Antwort auf: Arbeitsmarkt: Frauen auf dem Vormarsch von Mirko am 27. November 2003 14:01:04:

Frauen sind auf dem Vormarsch
[...] Den Anstieg begründen die Statistiker damit, dass die derzeitigen Entlassungen Frauen weniger stark treffen als Männer. Zudem arbeiteten vor allem Frauen in Minijobs, die seit 1. April 2003 ausgeweitet wurden.

Ja DAS ist doch hier eigentlich die entscheidende Nachricht: Das ganze "Frauen-Power"-Getöse in den Medien, die ganze Frauenförderei - all DIES führt heute NICHT mehr zu einem steigenden Frauen-Anteil. Nein, die wirtschaftsstrukurellen und arbeitsmarktpolitischen (dabei übrigens überwiegend von Männern verantworteten!) Veränderungen lassen einfach das klassische Normal-Arbeitsverhältnis eingehen und den Bereich der prekären Beschäftigungs-Verhältnisse expandieren. Und daß dabei Frauen (mit ihrem indirekt steigenden Anteil) sozusagen nur die "zweiten Verlieher" nach den Männern sind, wird in den Medien frauenpowermäßig mit der Überschrift "Frauen auf dem Vormarsch" verkauft. Eine Närrin, die sich daran erfreut! LOL

Man könnte auch sagen: Hier ist der Feminismus zum Trittbrett-Fahrer des Neoliberalismus geworden!

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