Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Rote Männer Info Nr. 60

Odin, Tuesday, 25.11.2003, 13:35 (vor 8108 Tagen)

RoteMänner!
Versicherte und Verschacherte!

Man spürt richtig, wie Heide Oestreich sich gefreut hat: "Mit Sarkasmus
hat der Deutsche Frauenrat auf die Erläuterungen von
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) zu seiner
Arbeitsmarktpolitik gegenüber Frauen reagiert. Clement hatte in einem
Interview der FAZ gesagt: ,Die Ehefrauen gut verdienender Angestellter
oder Beamter akzeptieren einen Minijob oder müssen aus der
Arbeitsvermittlung ausscheiden.' Der Frauenrat empfiehlt dem Minister
als weiteren Merksatz: ,Der Staat garantiert die Wahlfreiheit zwischen
Ehe und Arbeit'. Die Frauenlobby hatte mehrmals beklagt, dass die Frauen
mit den Hartz-Reformen aus dem regulären Arbeitsmarkt gedrängt würden.
Dies hatte das Arbeitsministerium bisher stets bestritten. ,Jetzt ist
die Katze aus dem Sack', so der Frauenrat in dem Brief."
http://www.taz.de/pt/2003/11/13/a0045.nf/text Den Brief des
Frauenrates finden wir unter
[www.frauenrat.de/files/MV2003OffenerBriefClement.pdf]

Nun ist der Deutsche Frauenrat eine Institution, dessen Dämlichkeit nur
noch von seiner Unfähigkeit zu gelungenem Sarkasmus übertroffen wird.
War es doch unter anderem besagter Frauenrat selber, der Clements
Arbeitsmarktpolitik als "frauenfeindlich" bezeichnet hat. Wenn der
Minister nun aber genau darauf eingeht, beweist er nach Ansicht dieser
Berufstussies, dass es wirklich nur Frauen treffe - welch ein
Schwachsinn! Der Hintergrund ist, dass Frauen mit einem besser- bis
gutverdienenden Macker IN ZUKUNFT keine Arbeitslosenhilfe mehr kriegen.
Schlimm genug, dass dies bisher so war! Dieses gehobene
Mittelstandsgeflügel kassiert offenbar gerne auf Kosten der
Allgemeinheit (sprich: der Steuerzahler) zusätzliche Tantiemen; und erst
wenn sie sich scheiden lassen ist nach ihrer Auffassung der Gatte für
den Unterhalt zuständig - und nicht mehr der Staat. In Wirklichkeit also
beanspruchen diese auf allen Ebenen "benachteiligten" Ehegesponse für
den Fall, dass sie keinen Job ausüben, doppelten Unterhalt: vom Mann UND
vom Staat. Sonst müssten sie womöglich noch auf den kleinen Kabrio
verzichten - und wie sollen sie dann die Kinder in die Musikschule und
den Chihuahua zum Tierarzt bringen, hm? Von wegen "Katze aus dem
Sack"... Wir vermuten vielmehr: Hirn in der Handtasche!

"Bundesregierung verhindert Gleichberechtigung" - das behauptete die
politisch stets superkorrekte Sonia Mikich mit schwer zu beherrschender
Empörung im wdr-Magazin "Monitor". Danach kam ein Beitrag, den man in
Schulen als Beispiel für das Funktionieren von Ideologie vorführen
sollte. Die grauenhafte Benachteiligung von Frauen am Beispiel einer
privaten Rentenversicherung: Wenn ein 40jähriger Mann ab dem 65.
Lebensjahr 2000 Mark Rente beziehen will, muss er nur 439 Euro
monatlichen zahlen, eine Frau dagegen 495. "Nur weil sie eine Frau ist,
muss sie in 25 Jahren 16.800 Euro mehr zahlen," ereifert sich Monitor.
Dass diese Frau ihre Rente um etliche Jahre länger zu erwarten hat,
schert "Monitor" nicht. Das Argument findet auch keinerlei Beachtung,
als die Bundesfamilienministerin sich dazu bekennt. "Weiß denn die
Bundesregierung nicht, wieviele Frauen sie gewählt haben?" Und die
wollen dafür jetzt offenbar Bares sehen! "Monitor" - gerne in der ersten
Reihe, wenn es irgendwen der Korruption zu verdächtigen gilt, fordert
hier unverfroren Geld für Wählerstimmen. Schaurig! Seht euch den Beitrag
im Internet an unter
http://www.wdr.de/tv/monitor/beitragsuebersicht.phtml#3

Die durchschnittliche Höhe der gesetzlichen Rente ist für Männer (alte
Bundesländer) fast doppelt so hoch wie für Frauen (trotz Unisex-Tarif!).
Jedenfalls auf den ersten Blick. Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer
der Männer liegt aber nur bei 14 Jahren, die der Frauen bei 19,3 Jahren.
Heutige Rentner (West) zahlten durchschnittlich 40 Jahre lang Beiträge,
die Rentnerinnen (West) nur 26 Jahre. Für die Frauen im Osten sieht es
übrigens deutlich besser aus! Auffallend ist, dass die durchschnittliche
Rentenbezugsdauer von Männern und Frauen noch 1960 um nur ein Jahr
differierte, in 2002 dagegen um 5,3 Jahre. Die Schere wird sich weiter
öffnen: "Für den Zeitraum 2000 bis 2030 erwarten die Sachverständigen
eine Verlängerung der Lebenserwartung um 2,6 Jahre bei Männern und um
3,1 Jahre bei Frauen."
http://www.das-parlament.de/2003/47/ThemaderWoche/001.html Wie wär's,
wenn mal ein paar von euch die Bundesgesundheitsministerin fragten, was
sie für die hinterher hinkenden Mannsbilder zu unternehmen gedenkt?

Warum begehen obendrein soviele Männer Selbstmord? Allein ihre Zahl
übersteigt in Deutschland schon die der Verkehrstoten. DPA berichtete am
18. November: "Im Jahre 2001 nahmen sich 8.188 Männer und 2.968 Frauen
das Leben, während 6.949 Menschen im Straßenverkehr getötet wurden."

Von Anlässen, die einen Mann in den Selbstmord treiben können,
berichtete am 22.°November die "Berliner Zeitung". Unter dem Titel "Sie
hat mich fast zu Tode gebracht" lesen wir über ein Haus in
Berlin-Spandau, wo misshandelte Männer vorübergehend unterkommen können:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/magazin/295100.html

Von einem "Urteil der anderen Art" berichtete die "taz" am 13. November:
"In letzter Instanz hat das Oberwaltungsgericht Hamburg die Klage von
Eltern auf Ganztagsbetreuung ihres Kindes abgewiesen. Das Paar wollte
sich selbstständig machen und benötigte eine achtstündige Betreuung für
ihren Dreijährigen. Die Stadt ist per Bundesgesetz aber nur dazu
verpflichtet, den Rechtsanspruch auf einen Vier-Stunden-Kita-Platz
einzulösen. Zur Begründung des Urteils hieß es: ,Eltern könnten ohne
weiteres wie bisher vom Arbeitslosengeld des Vaters sowie vom
Erziehungs- und Kindergeld und gegebenenfalls vom Wohngeld leben.' Der
Bund der Steuerzahler sieht dies als Aufmunterung, doch bitte arbeitslos
zu bleiben." http://www.taz.de/pt/2003/11/13/a0031.nf/text
Ausführlicher unter
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,273663,00.html Sollte
das nicht mal einer dem Herrn Hartz erzählen? Dann gibt's demnächst
"Hartz Fünf" - unter dem Motto "Muss man euch eigentlich ALLES erst
erklären?" Da sind die Leute tatsächlich bereit, eine "Ich-AG" zu
gründen - und die öffentliche Daseinsfürsorge spielt nicht mit, weil der
Kindergarten Mittagspause macht.

Ein Leserbrief in der Berliner "taz": "Das Kopftuch ständig nur als ein
Stück Stoff zu sehen, verkennt, dass es als sexualisiertes
Unterdrückungsmittel von Männern gegen Frauen eingesetzt wird. In keinem
Koran und in keiner Sure taucht dieses Stück Stoff als religiöses Symbol
auf. Es ist ein Stück Männerwahn und Männermacht, dem Frauen sich heute
noch immer "freiwillig" unterwerfen, mit welchen Begründungen auch
immer." Schreibt Ilse Schwipper.
http://www.taz.de/pt/2003/11/18/a0198.nf/text Sind wir nicht alle ein
bisschen schwipp-schwapp? Sind also auch jene Männer, die von den
Taliban misshandelt wurden, weil sie sich rasierten, Opfer des
sexualisierten Unterdrückungsmittels Vollbart? Ihr Wahn und ihre Macht
war es jedenfalls nicht, der sie selbst zum Opfer fielen. Wenn man Frau
Schwipper glaubt, werden inzwischen in der Berliner U-Bahn unbetuchte
Frauen von "kleinen Jungen und Jugendlichen in Horden" orientalischer
Herkunft offenbar systematisch unflätig beschimpft. Komisch dass das
sonst noch niemand bemerkt hat.

"Kinder sehen alt aus", findet die "taz", denn: "Immer mehr Kinder und
Alleinerziehende können ihr Leben nicht mehr selbst finanzieren. Zahl
der Sozialhilfeempfänger stieg von 500.000 auf 2,8 Millionen."
http://www.taz.de/pt/2003/11/19/a0009.nf/text Dafür hat es 40 Jahre
und eine Scheidungsreform gebraucht. "Mehr als eine Million Kinder
erhielten Ende 2002 ,Hilfe zum Lebensunterhalt'." Gleichzeitig sank der
Anteil der Älteren ab 65 Jahren von einst 28 auf heute nur noch 7
Prozent, und der von Frauen nahm von 67 auf 56 Prozent ab.In der selben
Ausgabe stellt die "taz" fest, dass Armut sich oft in die nächste
Generation fortsetzt. "Und es erscheint so wahrscheinlich, dass die
Kinder das Faulenzertum ihrer Eltern übernehmen und sich die
,Sozialhilfekarriere' in der zweiten Generation fortsetzt."
http://www.taz.de/pt/2003/11/19/a0110.nf/text Nur: Woran, vom
schlechten Vorbild mancher Eltern(teile) abgesehen, liegt denn das?
Bundessozialministerin Ulla Schmidt weist darauf hin, "dass es immer
mehr Alleinerziehende gibt."
http://www.sueddeutsche.de/sz/politik/red-artikel427/ Jede vierte
davon (mit einem Kind) bezieht Sozialhilfe - aber warum? Und wieso
kommen jedes Jahr Tausende von Alleinerziehenden dazu? Wir sind ja schon
dankbar, dass nicht gleich wieder die verantwortungslosen Männer ins
Rennen geschickt werden. Lange vor denen fiele uns nämlich ein, dass der
Staat seit zehn Jahren bei der Kinderbetreuung kaum von der Stelle
kommt, aber schnell mit größeren Belastungen für die Unterhaltszahler
bei der Hand ist, um die eigenen Defizite zu decken. Und dass die
Bemühungen der einen oder anderen Mutter, wirtschaftlich auf eigenen
Beinen zu stehen, vor lauter Selbstmitleid nicht recht zum Tragen kommen
wollen. Warum verlangt eigentlich kein Sozialamt von ihnen, sich
wenigstens auch für anderer Leute Kinder, deren Mütter zu arbeiten
bereit sind, als Tagesmütter zur Verfügung zu stellen? Oder sind diese
Frauen anderen Kindern nicht zuzumuten?

Die Vorausschau auf bevorstehende Attraktionen:

1. Bewundernswert, wie gut sich Frauen mit sich selbst beschäftigen
können! Wer hat größere Probleme, die Frauen um die Dreißig - oder die
Mitte Vierzig? Wie funktioniert die Anbahnung sexueller Handlungen? Und
mit wem? Wielange?

2. Den Männern bleiben nach biologischen Expertisen nur noch 120.000
Jahre vor dem finalen Amöbentum. Höchste Zeit, die Lieblings-CDs in
einen Notkoffer zu packen. Und letzte Fragen zu klären. Sind Männer am
Ende der Industriegesellschaft out?

3. Martin van Creveld ist ein Konservativer - und so argumentiert er
auch. Das ist Heide Oestreich aufgefallen. Immerhin!

4. Das amerikanische Bildungswesen funktioniert, weil reiche Säcke den
Stätten ihrer Initiationsrituale stets dickes Geld vermachten. Weil
Frauen über 70 inzwischen den größten Teil des amerikanischen
Privatvermögens kontrollieren, haben viele Universitäten Probleme.

5. Ein Gespräch über Benachteiligung und Gleichbezahltung, 1984 in der
"Zeit". Ein kleiner Auszug stimmt irgendwie auf den Advent ein...

DIE SCHWERWIEGENDEN PROBLEME UNTERBESCHÄFTIGTER MITTELSTANDSTUSSIES VOR,
WÄHREND UND NACH DEM KLIMAKTERIUM

"Ist Sex mit Gleichaltrigen out?" fragt Barbara Dribbusch. Ihr ahnt es
schon, sie widmet sich wieder einmal 250 Zeilen lang ihrem zweiten
Lieblingsthema, neben dem allzu schmalen gebärtechnischen Zeitfenster
moderner Frauen. Bei Frau Dribbusch setzt dies inzwischen mit
halbjährlicher Regelmäßigkeit erotische Träume der etwas langweiligeren
Art frei, etwa von Demi Moore und ihrem 15 Jahre jüngeren Lover mit dem
Wahnsinns-Knackarsch. Das fasziniert sie so maßlos, dass sie uns schon
zum zweiten Mal mit einem Artikel über Frauen mit jüngeren "Partnern"
erfreut. Offenbar für Frau Dribbusch ein augenblickliche Feuchtigkeit
freisetzender Gedanke, den wir ihr zwar gönnen - aber wieso muss
dergleichen in der Zeitung stehen?
http://www.taz.de/pt/2003/11/20/a0075.nf/text

Parallel dazu räsonnierte Heike Faller in der "Zeit" über die nächste
Frauengeneration und deren Probleme: "Mit den Frauen um die 30 ist es
nämlich so: Entweder man ist in einer Beziehung mit Zukunftsperspektive,
unglücklich oder glücklich, und die Sache hat sich fürs Erste erledigt.
Oder eben nicht. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Man wartet, wie all
die Jahre zuvor, weiter auf die romantische Liebe, die uns doch
eigentlich als Sinn und Erfüllung unseres Lebens verkauft wurde. Oder
man bekommt Panik." http://www.zeit.de/2003/48/Titel_2fPanik_48

Wir lernen also bei Frau Faller: Frauen mit 30 haben Probleme. Mit 45
haben sie noch mehr, erklärt uns dann Frau Dribbusch. Fazit: Das Leben
ist ein Hamsterrad. Auch für Frauen, ja gerade für sie! Männer haben
schließlich ihre Arbeit. Aber heute auch nicht mehr...

Dann wieder Dribbusch: "Die ältere Frau und ihr junger Liebhaber: Sie
werden als Partnerschaftsmodell der Zukunft gehandelt. Die Frage lautet:
Hat das mit der Lebenswirklichkeit der meisten Leute überhaupt irgendwas
zu tun, oder handelt es sich hier vor allem um einen feministischen
Gegenschlag?"

Gegenschlag ist gut! Vor allem, wenn noch in Frage steht, ob das denn
mit der Realität irgendwas zu tun hat oder eher ins Reich der feuchten
Träume gehört. Denn schwerlich wird es gesunden und unterbewußt
fortpflanzungsbesessenen Jungmännern einfallen, sich freiwillig auf die
geschlechterpolitische Gerontologie verlegen zu lassen. Da sind die
Jungs einfach nur gemein angesichts von Barbara Dribbuschs
altjüngferlichen Phantasien. Wenn andererseits eine Dame so gut erhalten
und mit so dickem Portemonnaie wie Demi Moore daherkommt, erwacht
durchaus schon mal die Schlampe im Mann. Hat ja keiner behauptet, Männer
seien die besseren Menschen.

Drum weiß Frau Dribbusch auch nur Beispiele aus der Schickeria der
"yellow press", die für ihre Idee herhalten. Und gibt unbekümmert zu:
"Der Reiz an diesen Rollenmodellen liegt darin, dass sich daran ein
heimlicher Geschlechterkampf entzündet - die Frage nämlich, wer von
Frauen oder Männern mehr unter dem Älterwerden zu leiden hat und wer
nicht."

Das also ist die Frage. Und wenn uns eine plausible Antwort vorliegt,
welchen Wert hat sie dann? Dass es biologische Unterschiede gibt, denen
man auch mit Gender Mainstreaming nicht mehr beizukommen vermag! Da
stößt dann selbst der Feminismus an seine Grenzen, was Frau Dribbusch zu
einer gewissen Verzweiflung bringt: "Wenn das System wirklich so platt
wäre - wie könnte frau sich dann überhaupt noch in einen Mann
verlieben?" Verlieben? Entschuldigung, Frau Dribbusch, wir haben
gedacht, es ginge ums Vögeln. (Geordneter Rückzug!)

Der Gedanke, dass in einer Lebensgemeinschaft mehr als nur der Aspekte
des Marktwerts gilt, liegt aber auch für Frau Dribbusch bemerkenswert
fern. Traut sie das den Männern nicht mehr zu - oder gar dem eigenen
Geschlecht? Oder ist das Schlimmste daran ganz unterschwellig eine
Erkenntnis, die Esther Vilar schon Anfang der 70er Jahre hatte: Dass die
Frauen vor allem mit ihresgleichen konkurrieren und sich in diesem
fortwährenden Catfight einkommensstarke Herren ebenso als Statussymbole
und Einkommensquellen halten, wie sie andersherum dieser Sorte Männer
unterstellen, sie selbst als teuere Prestigeobjekte zu halten?

Heike Faller gelangt da zu einleuchtenderen Erkenntnissen. Der "Partner"
ist als Wert an sich gesetzt, und die jüngeren Frauen erwarten offenbar
auch nicht mehr gar soviel: "Er zeichnet sich vor allem durch eine
Eigenschaft aus: Er ruft zurück." Außerdem finden die Freundinnen ihn
"nätt" - mit langem "äääääh": "Er ist nätt, sie ist nätt, beide sind im
Tännisclub." Es ist eindeutig: Bei Frau Faller sind wir der Realität
sehr viel näher! Sie erklärt auch nüchtern, warum dieses ganze Aufhebens
gemacht wird: "Weil es mit 30, allein im Bett liegend, neben sich nur
einen ,Spiegel' mit einer Titelgeschichte, in der steht, dass die
Fruchtbarkeit von Frauen nicht, wie bisher angenommen, mit 39, sondern
schon mit 32 rapide abnimmt und ihren Höhepunkt eigentlich mit 13
überschritten hat, nur eine Vorstellung gibt, die noch furchterregender
ist, als jedes Wochenende und jeden Urlaub mit einem Mann zu verbringen,
den man nicht liebt, und vielleicht sogar Kinder zu haben, die ein
bisschen so sind wie der Mann, den man nicht liebt: allein zu bleiben.
Kinderlos. Bis man schließlich mit 60 beim Fensterputzen ausrutscht und
zwei Jahre später skelettiert aufgefunden wird, von seinem Neffen, der
netterweise alle zwei Jahre auf ein Käffchen vorbeigekommen ist."

Liebe beziehungsweise (!) das, was man gesellschaftlich unter diesem
Begriff subsumiert, ist also nichts anderes als Angst vor der
unbestatteten Mumifizierung. Dass einer fehlt, der den Notarzt ruft,
wenn man einen Schlaganfall erleidet. Das Leben ist manchmal so einfach
zu verstehen, wenn man den RICHTIGEN Frauen zuhört! Frau Dribbusch
gehört eindeutig nicht dazu. Und das ist kein Alters- sondern ein
Generationenproblem. Irgendwo sieht sie das auch selbst: "Deswegen hilft
es auch nur bedingt, den Spieß einfach umzudrehen und nun zu behaupten,
Frauen müssten sich künftig verstärkt jüngeren Männern zuwenden und
deren ,Knackärsche' bewundern, wie es in Illustriertenartikeln heißt."

Aber Frau Dribbusch braucht ungeachtet der Nichtsnutzigkeit ihres
Artikels das Zeilengeld. So kurz vor der richtigen Erkenntnis dreht sie
darum schnell wieder ab und entkernt den Sinn der ganzen Debatte so:
"Wer wen zum Objekt machen darf - dahinter steckt jedoch nicht nur eine
Machtfrage. Es werden auch deswegen immer neue Rollenmodelle auf den
Beziehungsmarkt geworfen, um Frauen und Männern mehr Optionen zu
eröffnen, Hoffnungen auf Zuwendung und Liebe. Deshalb herrscht auch so
große Nachfrage nach dem Rollenmodell der älteren Frau mit dem jüngeren
Mann - es erweitert die Möglichkeiten. Die Kunst besteht dabei letzten
Endes wohl darin, die Freiheiten so nützen zu können, dass sie nicht zu
neuen Einsamkeiten werden."

Und dabei soll ausgerechnet die Flüchtigkeit einer Liaison behilflich
sein, die nach oben und unten fragt? In der vagen Hoffnung, dass daraus
keine neuen, schlimmeren Einsamkeiten entstehen, als die, die wir eh'
schon haben. Das einzige, was Frau Dribbusch damit garantieren kann,
sind neue Opferrollen. Aller Voraussicht nach wieder weibliche. Und
deren gäbe es doch nun wirklich genug.

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DRECKSARBEITEN WEITGEHEND ERLEDIGT
MÄNNER ZUNEHMEND ÜBERFLÜSSIG

Sind die Kerle in der Krise? Thomas Gesterkamp jedenfalls geisselt in
der "taz" einen "modischen Biologismus, der den Mann als Irrtum der
Natur betrachtet" und findet, dass die "Abgesänge auf das Y-Cromosom"
satirisch anmuten. "Männer haben jenseits der gängigen Klischees ihre
positiven Seiten." Erleichterung allenthalben! Aber Gersterkamps Analyse
ist trotz solcher Plattitüden am Ende gelungen, weil er weiß, dass
Männer keineswegs mehr die Macker sind - wenn sie es denn jemals
wirklich waren. Als Beschützer durften sie ihre körperliche
Überlegenheit stets gerne ausspielen, aber wehe, wenn sie sich selbst
damit in Vorteil setzten! Im Prozess der Zivilisierung sind auch sie
domestiziert worden, mit dem Ergebnis einer latenten Schizophrenie der
ganzen Gesellschaft. Natürlich sollen sie Gewalt anwenden, aber immer
nur zum Besten des jeweils eigenen Gemeinwesens, sprich: zugunsten der
berühmten "Frauen und Kinder". Niemals gegen sie! Notfalls auch gegen
die Frauen und Kinder der Anderen. Aber niemals gegen die eigenen.
Natürlich sollten sie kraftstrotzende Kerle sein, gerne auch ihre
Gesundheit am Arbeitsplatz ruinieren für IHRE Frauen und Kinder. Heute
ist davon nur noch das Schönheitsideal des Waschbrettbauchs geblieben.
Folgerichtig spottet ein Klargeist wie Wiglaf Droste dann schon mal über
"Waschbrettköpfe".

Überhaupt das Waschbrett: Als Symbol für den Arbeitseinsatz früherer
Hausfrauen hat es eindeutig ausgedient. Früher mussten viele Frauen im
Haushalt tatsächlich schuften, bis ihnen die Männer auch dies ersparten
und die Waschmaschine erfanden. Ein bisschen haben sich die Männer auf
diese Weise selbst überflüssig gemacht. Heute taugen sie gerade noch als
Lohnsklaven für die Frauen, die selbst lieber gar nicht arbeiten wollen,
ansonsten ist der Kosten-Nutzen-Faktor des Mannes gleich Null, der
ehedem die reale Grundlage von Familie und Zusammenleben war. Jeder
Mensch kann heute allein über die Runden kommen, wenn er zum Arbeiten
bereit ist. Auch Frauen! Die Wiederkehr der romantischen Liebe trägt
kaum weiter als bis zur Enttarnung der ersten Marotten, auf der Strecke
bleibt die Reproduktion der Gattung Mensch. Nur die Skandinavier mit
ihren langen Nächten zeugen noch Kinder.

Andererseits: Es stimmt zwar, "dass in deutschen Haupt- und
Sonderschulen doppelt so viele Jungen wie Mädchen sitzen. 60 Prozent der
GymnasiastInnen sind weiblich, unter den StudienanfängerInnen überwiegen
inzwischen ebenfalls die Frauen. Bei den Hochschulabschlüssen, erst
recht bei Promotion und Habilitation, sind die Herren jedoch nach wie
vor im Vorteil. Professuren sind Männersache, ebenso die
Schlüsselpositionen in Unternehmen und vor allem in den
naturwissenschaftlichen Berufen. Die derzeitige Leitbranche der
Ökonomie, die Informationstechnik, ist ein dezidiert männliches
Territorium. Die Start-up-Unternehmen waren Patriarchat pur, eine echte
,Brüderhorde'..."

Ob das aber das Problem ist? Dass Menschen, sei es in der Familie oder
in politischen Gemeinschaften noch an einem Strang ziehen für gemeinsame
Ziele, ist offenbar undenkbar geworden. Jedenfalls muss immer auf's
Genaueste analysiert werden, welchen exakten Anteil am Guten die beiden
Geschlechter haben. Und dann kommt ein Transgender-Aktivist und klärt
uns darüber auf, dass jeder seine individuell eigene
Geschlechtskonstruktion sei, und dass ordinäre Heterosexualität
zwangsläufig Krieg hervorbringe: Ein Streit um Fleischbrocken, bei dem
kein Argument zu blöd ist, als dass es nicht irgendwer auch damit
versuchte!

Wir erleben heute einen langsamen Prozess, der den Männern die
Vorherrschaft in der Arbeitswelt streitig gemacht hat, seit Arbeiten
nicht mehr notwendigerweise zerstörerisch ist und die Gesundheit
schädigt. Einerseits sehr erfreulich, wenn Frauen arbeiten wollen!
Schlimm aber für die, die am meisten darauf angewiesen wären: "Die
Fabrikjobs haben einst unqualifizierten Männern ermöglicht, vom
delinquenten Jugendlichen zum ehrbaren Familienvater aufzusteigen. Mit
ihrer Hände Arbeit vermochten sie die hungrigen Mäuler zu Hause zu
stopfen." Heute gibt's diese Jobs nicht mehr. Die Zuweisung familiärer
Verantwortung an die Männer ist geblieben, aber um die Mittel dazu
kämpfen heute die Frauen mit.

Das Problem ist tatsächlich ein "Männerproblem", beim sozialen Bodensatz
nämlich. Es ist die Ausweglosigkeit, in der sich heute junge Männer ohne
Bildung (oder andere soziale Sicherheiten) befinden. Im Gegensatz zu
vielen Frauen bleibt ihnen nicht die Ehe als Ausweg. Denn die macht für
Männer im Zweifel alles nur noch schlimmer.
http://www.taz.de/pt/2003/11/22/a0110.nf/text

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"WO BITTE BLEIBT DIE HERRSCHAFTSANALYSE?"
FRAU OESTREICH GIBT SICH BEI MARTIN VAN CREVELD LINKS

"Don Crevelds allerletzter Kampf" ist nach Heide Oestreich unser
diesjähriges Lieblingsbuch und bevorzugtes Weihnachtsgeschenk, Martin
van Crevelds Buch über das "privilegierte Geschlecht." Ein moderner Don
Quixote sei er, der gegen Windmühlenflügel anreite. Es gelinge ihm
einfach nicht zu sehen, dass Frauen zwar privilegiert, aber dennoch
unterdrückt sein können. Tja, das fällt nicht nur "Don Creveld" manchmal
schwer. Das Kuriose ist, dass auch Frau Oestreich das einfach
voraussetzt, ohne ein Argument vorgetragen zu haben. Quasi naturgegeben
werden Frauen unterdrückt, das muss heute anscheinend jedem klar sein.

Jaja, sagt Frau Oestreich, natürlich habe es schon mal in den siebziger
Jahren einen Feminismus gegeben, der sich ein bisschen zu sehr als
Opfertheologie missverstanden habe. Es sei ungerecht, dass Creveld sich
nur auf diese Altfeministinnen beziehe. Komisch nur, dass die
RotenMänner, die sich mit diesen Quarktaschen von Anno Dazumal nie
auseinandergesetzt haben, aufgrund der heutigen Praxis von Frauen- oder
Mütterorganisationen zu genau demselben Ergebnis kommen wie "Don
Creveld". "Martin van Creveld ignoriert die Benachteiligungen von Frauen
und kommt so zum fantastischen Ergebnis: Sie sind das ,bevorzugte
Geschlecht'." Nur weil ihr, Dona Heidiheida, das so kurios scheint, muss
es aber noch nicht falsch sein, oder?

"Leider schert van Creveld sämtliche feministische Anliegen nur über
einen einzigen Kamm. (...) Die Differenzierung nämlich zwischen
weiblicher oder feministischer Larmoyanz und dem zweifelsohne dennoch
vorhandenen Machtgefälle, das selbstverständlich mit Diskriminierungen
einhergeht, leistet der Autor nicht im Geringsten." Nun mögen die
Exegetinnen des Katheder-Feminismus die theoretischen Nuancen ihrer
Vordenkerinnen wahnsinnig interessant finden. Wir tun es nicht! Und ob
die praktisch-lebensweltliche Larmoyanz nun feministisch und einfach nur
weiblich ist - drauf geschissen! Wieso es aber Aspekte der
Benachteiligung auch für Privilegierte haben kann, wenn die
gesellschaftliche Arbeit in ihren unangenehmen Teilen nur den Männern
vorbehalten ist, das wäre ein Gedanke, dem man nachgehen sollte. Während
des Übergangs weg von der Hausfrauenehe kommt es bis heute ja wirklich
zu Situationen, die für Frauen in mittleren Jahren ganz schön blöd sein
können, wenn etwa ein Ehemann eine Frau Mitte 50 verlässt: War der Gatte
etwa privat krankenversichert, muss diese Frau sich jetzt auch privat
versichern - für an die 500 Euro, Frau Oestreich! Das gibt der Unterhalt
kaum her, und wenn die Dame eine Ausbildung in ihrer Jugend nicht für
notwendig gehalten hat, kommt sie jetzt, Privileg hin oder her, schwer
in die Bredouille. Müssen, da erst die RotenMänner kommen und Ihnen die
Argumente aufschreiben, Frau Oestreich? Hm?

Zurück zu Creveld: Er zitiere nur die Feministinen Millett, Brownmiller
oder Greer, die "unter anderem auch einen schwer erträglichen
selbstgerechten Opferdiskurs pflegten. Doch ist eben auch dieser Diskurs
mittlerweile gründlich kritisiert und dekonstruiert - von ebenfalls
feministischen Autorinnen. Die zitiert van Creveld zwar, ordnet sie aber
nicht dem feministischen Lager zu. Das Feindbild muss hübsch
übersichtlich bleiben." Muss ausgerechnet Frau Oestreich kritisieren!
Wenn sie zu guter Letzt mit Creveld und den "besseren" Feministinnen
einer Meinung ist, was wäre dann das Problem? Eine begriffliche
Unklarheit? Mag sein, aber das stellt so schnell kein ganzes Buch in
Frage.

"Fataler als diese amüsante Konstruktion ist, dass van Creveld sich eine
Machtanalyse spart..." Auch das ein Hammer, wenn es ausgerechnet aus
einer Ecke kommt, für die die "Machtanalyse" allzu oft nur in steter
Betrachtung des kleinen Unterschieds zwischen Männern und Frauen
bestand. Im übrigen dennoch ein Vorwurf, der zutreffend ist, aber
gegenüber einem gestandenen Konservativen, der Creveld zweifellos ist,
ziemlich ins Leere geht. Bekanntlich interessieren sich Konservative
nämlich nicht für Herrschaftskritik. Das ist gleichzeitig das
Erstaunliche: Creveld nähert sich einer rein geschlechterspezifischen
Betrachtung von der diametral anderen Seite als der Feminismus, ist
damit insofern fast dessen Spiegelbild -mit entsprechend umgekehrtem
Vorzeichen. Und Fehlern.

Creveld würde den Krieg kaum als das Abschlachten von halben Kindern
kritisieren, die banalen Interessenlagen internationaler Konflikte
interessieren den Militärhistoriker nur rein phänomenologisch, er würde
auch sonst keine Machtfragen stellen, gesellschaftliche Strukturen in
Frage stellen und dergleichen. Wie sagt er am Schluss seines Buches: Er
wolle doch gar nicht, dass alles geändert würde. Nur würde er gerne mal
ein "Danke, Kumpel" hören, wo sich die Männer schon so aufopfern. Sorry,
Don Creveld, das ist wirklich zu ritterlich - und das Gegenteil von
männlicher Emanzipation! Vergnügt haben wir ihn auf einem großen Teil
seines Wegs begleitet, aber kurz vor den Windmühlen biegen wir dann doch
lieber links ab - auch auf die Gefahr, dort mit Heide Oestreich
zusammenzustoßen!
http://www.taz.de/pt/2003/11/08.nf/magText.tname,a0271.re,pb.idx,1

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SCHWARZE WITWENFONDS

Weil Ronald Reagan vor vielen Jahren entsprechende Gesetze ändern ließ,
müssen heute die auf Sponsoren angewiesenen Bildungsstätten in den USA
den Witwen der wie üblich früher dahingeschiedenen männlichen Geldsäcke
um den Damenbart gehen. Den folgenden Bericht dokumentieren wir, weil
die Links für die "Süddeutsche" so schnell verfallen:

"Damals war noch alles gut. Ein Mann ging mit dem anderen zum Jagen und
Trinken, man erinnerte sich an die alten Zeiten, als man mit all den
anderen Kumpels Tage und Nächte jagte und trank, dann fand die
Geldübergabe statt, damit auch die jungen Männer weiterhin jagen und
trinken konnten und vielleicht ein bisschen studieren. Der eine gab also
ein paar Millionen Dollar und dafür wurde sein Name in fettgoldenen
Lettern über das Tor der Juristischen Fakultät seiner Ex-Universität
genagelt. Die goldenen Buchstaben waren wirklich wichtig, damit wurde
aus dem Reichen ein Wohltäter und jeder erfuhr es.

So ging das in Amerika viele Jahrzehnte lang, und man nannte es eine
Kultur der Philanthropie. Dann kam Ronald Reagan und änderte die
Gesetze, und plötzlich konnte die Witwe, und, seltener, der Witwer, das
gesamte Vermögen erben. So kamen die Witwen ins Geschäft - Frauen über
70 kontrollieren inzwischen den größten Teil der amerikanischen
Privatvermögen, meldete die New York Times. Und der Prozentsatz steigt.
Universitäten und Akademien und all die Institutionen, die so sehr
abhängen von finanziellen Wohltaten ihrer Alumni, müssen sich
entsprechend umstellen.

Denn offenbar haben ältere Witwen nicht viel übrig für den Dreck und
Lärm der landläufigen Verbrüderungsrituale. Offenbar sind sie auch
weniger eitel, daher nicht so scharf auf goldene Buchstaben, dafür aber
sparsam, was heißt, dass man ihren Tod abwarten muss, um an das Geld zu
kommen. Viele geachtete Universitäten sind allerdings nicht unbedingt
die erste Adresse für eine Stiftung, weil viele von ihnen gar keine
Absolventinnen haben, die älter sind als 50: Schließlich wollte man
diese Stätten überlegener männlicher Weisheit lange nicht mit der
Anwesenheit von gewöhnlichen Frauen besudeln.

Weil aber derjenige Recht hat, der die Dollars hat, bemühen sich
ehemalige Männerheime wie die Militärakademie West Point um die
Hinterbliebenen ihrer Helden. Potenzielle Wohltäterinnen werden
vorsichtig an den Umgang mit dem unverzichtbaren Dreck der alten
Männerrituale herangeführt und eine Woche zum Golfen nach Irland
geschickt, wo es bekanntlich viel regnet. Vor allem jedoch setzt man auf
innovative frauenfreundliche Techniken: Spendable Witwen dürfen nach
Paris, zum Shoppen."
http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel453/

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"ICH WEISS NICHT OB ICH IHM GLAUBEN SOLL!"

Ein kleines Highlight aus vergangenen Tagen. Im Archiv der "Zeit" von
vor fast 20 Jahren findet sich eine wunderbar vorsintflutliche Debatte
über die Emanzipation der Frau, die teilweise durchaus Loriot'sches
Format annahm. Herr Leonhard (hu?) diskutierte mit sieben Frauen, und
das ging unter anderem so:

Leonhard: (...) Frauen in aller Welt meinen, notwendig wäre gleiche
Bezahlung für gleiche Arbeit. Diese Forderung wird ja immer nur dann
durchgehen, wenn man erstens sagt, es gibt natürlich eine ganze Menge
Arbeitsbereiche, in denen Frauen völlig gleich bezahlt werden,
beispielsweise der nicht kleine Bereich der Beamtinnen, zu denen ja
viele der hier Anwesenden gehören, beispielsweise der nicht kleine
Bereich der Zeitungsredakteurinnen oder der ZEIT -Redakteurinnen. Nicht
wahr, Viola Roggenkamp kriegt für einen Artikel bei der ZEIT nicht einen
Pfennig weniger, als wenn ihn ein Mann geschrieben hätte. Petra Gerster
kriegt nicht einen Pfennig weniger, als wenn an ihrer Stelle ein Mann
wäre ...

Roggenkamp: Das weiß ich gar nicht, das wird gar nicht offengelegt.

Leonhardt: Ich versichere es Ihnen, es ist so.

Roggenkamp: Ich weiß nicht, ob ich es ihm glauben soll.

Leonhardt: Es gibt einen zweiten Bereich, in dem in der Tat die Leistung
eine andere ist. Das sind vor allem Schwerarbeiten, wo es auf Muskeln
ankommt. Da muß ein Unternehmer kalkulieren dürfen, diese Arbeitskraft
ist für mich soundsoviel wert, und die ist es nicht. Und wenn Sie sich
bitte, ich bin ja doch auf Ihrer Seite, konzentrieren würden auf die
Berufe, wo nun in der Tat bei gleicher Leistung verschiedene Gehälter
gezahlt werden, dann wäre Ihre Stellung eine viel, viel stärkere.

Laurien: Die klugen Männer sind für die selbständige Frau. Und welcher
Mann wollte nicht klug sein? (...)"
http://www.zeit.de/archiv/1984/11/Zt19840309_025_0056_Fo_int#top

Ist das nicht herrlich? Wir wußten gar nicht mehr, dass es Petra Gerster
als "öffentliches Wesen" schon vor 19 Jahren gab. Egal! An Hanna-Renate
Lauriens tantenhaftes Versöhnlertum dagegen erinnern wir uns gut und
gerne. Eigentlich war das gar nicht so schlecht, denn sie erreichte auch
ihr Ziel, aber fürchten musste man sie nur, wenn man Angst vor
übergroßen Unterkiefern hatte.

Und das, liebe Freunde, war's - wahrscheinlich - für das Jahr 2003.
Damit's eine schöne und besinnliche Adventszeit wird, solltet ihr an
Loriots Worte denken: "Frauen haben auch ihr Gutes." Oh ja, das haben
sie. Nicht alle, aber die Meisten. Doch, doch!

Irgendwann im Januar geht's weiter.
Bis dann alles Gute und alles im Griff!
Wünscht euch Euer RedManAlex.
(25.11.2003)

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