Leidenschaftlicher Romantiker trifft Mrs. Cool
Eine weitere wissenschaftliche Untersuchung untermauerung, dass es mit der männlichen Gefühlswelt nicht so weit her ist. Also wer diesen Gefühlsrausch kennt, der in Bezug auf eine Frau entstehen kann, und ihn mit Liebe verwechselt hat, sei jetzt eines Besseren belehrt:
Verräterisch: Erste Verliebtheit hat (noch) nichts mit Gefühlen zu tun [Hirnforschung]
New Brunswick (USA)/New Orleans (USA) - Der erste Rausch der Verliebtheit ist eine Sache von Anreiz und Belohnung und hat kaum mit echten Gefühlen zu tun. Denn Messungen von US-Forschern belegen, dass bei frisch Verliebten dieselben Hirnareale tätig sind, die etwa auch bei Belohnung durch Schokolade aktiv werden. Manche Aktivitätsmuster im Hirn ähneln sogar denen von obsessiven Zwangsstörungen, so die Forscher. Erst später in einer Beziehung wandert die Aktivität zu Hirnregionen, die für Gefühle zuständig sind. Die Studien bestätigen auch wenig überraschende Unterschiede zwischen
Mann und Frau: Verliebte Frauen zeigen früher in der Beziehung Aktivität in den Gefühlsregionen des Hirns und scheinen ihre Partner auf Fotos mehr zu analysieren. Hingegen verweilen Männer länger im Stadium von Anreiz und Belohnung und zeigen zusätzliche Hirnaktivität in den visuellen Hirnregionen.
Die Bereiche im Hirn, die den Emotionen zugeschrieben werden, werden erst in reiferen Phasen einer Beziehung aktiv, erklärt Helen Fisher, Anthropologin der Rutgers University. Im Team mit Lucy Brown, Neurowissenschaftlerin vom New Yorker Albert Einstein College, hatte Fisher die Hirnaktivitäten von sieben männlichen und zehn weiblichen Freiwilligen beobachtet, die nach eigenen Angaben heftig verliebt waren. Die Testpersonen betrachteten, in einem funktionalen MRI-Scanner liegend, Bilder ihres Partners oder von anderen Bekannten. Am Anfang der Beziehung waren vor allem die Dopamin-ausschüttenden Belohnungszentren im Hirn aktiv, etwa der Nuclus caudatus (Schweifkern) und das rechte ventrale Tegmentum. Erst später wurden der Insular-Cortex und Teile des vorderen cingulären Cortex beteiligt, die für Gefühle zuständig sind. Die Forscher präsentierten ihre Ergebnisse auf dem Jahrestreffen der Society for Neuroscience (SfN) in New Orleans. (wsa031113ds1)