Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert.
Moin zusammen,
im Handelsblatt-Ticker habe ich gerade einen interessanten Beitrag gefunden, der gut in die Diskussion zu den unterschiedlichen nach Geschlecht ausgerichteten tarifen im Versicherungswesen paßt.
Die EU-Kommision drängt auf Vereinheitlichung und einem UNISEX-Tarif...
Gruß
tervara
Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert.
Als Antwort auf: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. von terVara am 04. November 2003 10:17:04:
Hallo,
vor allem frag ich mich jetzt, was das nun überhaupt soll. Der Beitragzahler - egal ob Mann oder Frau - hat im Grunde genommen überhaupt nichts von dieser Aktion. Wenn die Beitragssätze angehoben werden sollen, dann müssen die Frauen bei der Unfall- und Haftpflichtvericherung mehr bezahlen, die Männer bei Lebens- und Krankenversicherung. Wem - außer einer Horde wildgewordener Radikalfeministinnen - bringt dieser Schwachsinn was?
schönen Gruß
Andreas
Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert.
Als Antwort auf: Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. von Andreas am 04. November 2003 11:20:22:
Hallo,
vor allem frag ich mich jetzt, was das nun überhaupt soll. Der Beitragzahler - egal ob Mann oder Frau - hat im Grunde genommen überhaupt nichts von dieser Aktion. Wenn die Beitragssätze angehoben werden sollen, dann müssen die Frauen bei der Unfall- und Haftpflichtvericherung mehr bezahlen, die Männer bei Lebens- und Krankenversicherung. Wem - außer einer Horde wildgewordener Radikalfeministinnen - bringt dieser Schwachsinn was?
schönen Gruß
Andreas
Ich weiß nicht, ob Männer bei Lebensversicherungen mehr bezahlen müßten. Ich könnte mir vorstellen, daß Männer - weil sie ja früher sterben - JETZT mehr bezahlen müssen und das ist ja nun wieder wirklich ungerecht.
Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert.
Als Antwort auf: Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. von Odin am 04. November 2003 13:53:32:
Ich weiß nicht, ob Männer bei Lebensversicherungen mehr bezahlen müßten. Ich könnte mir vorstellen, daß Männer - weil sie ja früher sterben - JETZT mehr bezahlen müssen und das ist ja nun wieder wirklich ungerecht.
Es ist so: Frauen zahlen bei Kapitallebensversicherungen weniger, weil die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass sie früher sterben, während sie bei (Leib-)Rentenversicherungen mehr zahlen, da sie die Leistung statistisch länger in Anspruch nehmen.
Wenn die Vorstellungen also realisiert werden, heißt das, dass für Männer die Rentenversicherung teurer wird (weil sie für Frauen billiger wird) und die Kapitallebensversicherung billiger (weil sie für Frauen teurer wird).
Eine Katastrophe wäre das wohl nicht, bis vor ca. 15 Jahren gab es nur Unisex-Tarife in der Lebensversicherung
Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert.
Als Antwort auf: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. von terVara am 04. November 2003 10:17:04:
Das Ganze läuft schlicht auf eine Subventionierung der versicherten Frauen durch männliche Versicherte hinaus. Wie das?
Versicherungsmathematisch korrekt sind die Beiträge für Frauen bei Rentenversicherungen deswegen höher, weil sie länger leben. Diese Prämien sollen ab jetzt von männlichen Versicherten quasi mitfinanziert werden, indem sie für sie erhöht, für Frauen gesenkt werden. Denn länger leben werden die Männer deswegen ja nicht.
Analog bei privaten Krankenversicherungen: der Grund für höhere Prämien bei Frauen sind nicht die "Geburten", wie immer wieder dumdreist behauptet wird (Kontrollfrage: wieviel Duzend Kinder bekommen heutige Frauen im Laufe ihres langen Lebens? Eben!), sondern die 7 - 8 mehr Lebensjahre, in denen die Ausgaben für medizinische Behandlung sprunghaft ansteigen. Im Grunde spart jeder privat Krankenversicherte im Laufe seines (durchschnittlich) gesunden Lebens gewissermaßen die Mittel an, die für Behandlung v.a. der Alterskrankheiten erforderlich werden.
Männer hatten bislang (versicherungsmathematisch völlig korrekt) einen "Bonus" für ihr sozialverträgliches Frühableben. Der soll ihnen nun durch einen bürokratischen Akt genommen werden... um die armen Frauen zu entlasten. Den Lebensabschnitt mit hohen Behandlungskosten erlebt eine viel größere Zahl von Männern erst garnicht. Deswegen werden die beabsichtigt höheren Prämien für Männer für die Finanzierung der Behandlung von weiblichen Versicherten verwendet.
Zu diesem Behufe wird das Grundprinzip jeder privaten Versicherung außer Kraft gesetzt: Kalkulierung der Prämien nach dem realen, individuellen Risiko - im Gegensatz zum Solidarprinzip der gesetzlichen Versicherungen. Es wird also systemwidrig(!) ein "Solidarfaktor" für die Männer zugunsten der Frauen eingeführt.
Analog wäre zum Beispiel die "Kalkulation" von Prämien für Hausratversicherungen nach Quadratmeterzahl der Wohnung, was auf eine Subventionierung der Wohlhabenden durch die ärmeren Schlucker hinausliefe.
Ein "Ausgleich" findet durch die höheren Prämien für KFZ-Versicherungen und Risikolebensversicherungen keineswegs statt, da die Prämien dafür nur einen winzigen Bruchteil dessen ausmachen, was für Kranken- und Rentenversicherungen aufgebracht wird.
Also wieder mal eine mit medialem Lügenpapier verpackte Mogelpackung. Es ist immer dasselbe Prinzip: etwas wird "gleich" gemacht, damit eine privilegierte Gruppe "gleicher" werde.
"All animals are equal! Some animals are more equal." (George Orwell: "Animal Farm")
Gruß vom Nick
Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert.
Als Antwort auf: Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. von Advocatus Feminae am 04. November 2003 21:51:47:
Mal grundsätzlich (und unabhängig vom Geschlechter-Aspekt):
Der Trend der letzten Jahre, beim Versicherungswesen immer genauere Risiko-Klassen zu bilden, wiederspricht doch eigentlich dem ursprünglichen Grundgedanken zumindest des Sozialversicherungswesens, nämlich: Risiken, Schicksalsschläge ect. für den jeweils betroffenen dadurch verkraftbar zu machen, daß die Kosten auf die Gesamtheit der Beitragszahler, also der potentiell betroffenen umgeschlagen werden.
Wenn nun aber das Risiko eines jeden einzelnen exakt quantifiziert wird und zum Maßstab für seine Beiträge wird, d.h. überspitzt: wenn man eine Krankenversicherung nur noch dann bekommt, wenn sicher ist, daß man niemals krank wird - dann handelt es sich im Grunde nicht mehr um eine "Versicherung", sondern nur noch um das individuelle Zurücklegen eines "Notgroschens".
Und nun auch im Spiegel
Als Antwort auf: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. von terVara am 04. November 2003 10:17:04:
Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert.
Als Antwort auf: Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. von Lars am 05. November 2003 13:46:16:
Dein Denkfehler liegt in der unzulässigen Gleichsetzung von "privater Versicherung" und "gesetzlicher Versicherung". Es handelt sich jedoch um zwei ganz unterschiedliche Sachverhalte.
Die "gesetzlichen Versicherungen" sind strenggenommen gar keine Versicherungen, sondern Solidar-Umlagesysteme. Es gibt gute Gründe dafür. Aber es ist ein anderes Prinzip.
Bei echten Versicherungen werden individuelle Risiken versichert. Je genauer die Risikoklassen erfaßt werden, desto individuell gerechter sind die Prämien - eine Frage der exakten Versicherungsmathematik. Das ist etwas völlig anderes als das Zurücklegen eines "Notgroschens", denn das versicherte Risiko ist für den, bei dem es tatsächlich eintritt, individuell nicht zu bewältigen. Das ist nun mal das Prinzip jeder echten Versicherung.
Wenn nun Elemente des Solidar-Umlage-Prinzips systemwidrig in das Prinzip der privaten Versicherung eingeführt werden, dann dient dies ausschließlich der Privilegierung einer Versichertengruppe auf Kosten einer anderen. Anders ausgedrückt: aus einer praktisch gegebenen Grenze der versicherungsmathematischen Präzision wird ein bewußtes Mittel der Manipulation einer sauberen Berechnung.
Mit solch gezielten Begriffsverwirrungen wird an diesem Punkt gerade bewußt "Politik gemacht". Bei den Versicherungsprämien für Männer und Frauen kann man - von der Sache her - eben nunmal nicht vom "Geschlechter-Aspekt absehen", da er für die Prämienkalkulation konstitutiv ist.
Beim Solidarprinzip unterstützen die Starken die Schwächeren. Dafür gibt es gute Gründe. Bei der jetzt geplanten Systemvermischung jedoch unterstützen "die Männer" bürokratisch-pauschal "die Frauen". Dafür gibt es keine guten Gründe!
Gruß vom
Nick
Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert.
Als Antwort auf: Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. von Nick am 05. November 2003 14:25:35:
hallo,
angenommen es kommt tatsächlich so was ich nicht hoffe, dann würde das meiner meinung zur folge haben das männer weniger versichungsschutz in anspruch nehmen, was letztenendes dann auch nicht den frauen hilft.
ich denke überhaupt das man auf dauer niemanden ausbeuten kann, denn entweder geht der ausgebeutete zugrunde oder es rächt sich fürchterlich.
da es sich bei männern um die hälfte der menschen handelt denke ich an letzteres.
schönen tag noch
Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert.
Als Antwort auf: Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. von gaehn am 05. November 2003 15:00:34:
Hi gaehn,
angenommen es kommt tatsächlich so, was ich nicht hoffe, dann würde das meiner meinung zur folge haben das männer weniger versichungsschutz in anspruch nehmen, was letztenendes dann auch nicht den frauen hilft.
...aber den Männern - so oder so - auch nicht. Man versichert sich ja nicht zum Spaß, sondern weil man das braucht. Wenn man da "streikt", gefährdet man sich selbst. Und wenn man den "Streik" bleiben läßt, weil man das Risiko eben nicht kalkulieren kann, dann subventioniert man dann wegen Frau Diamantopoulou gezwungenermaßen "die Frauen".
ich denke überhaupt das man auf dauer niemanden ausbeuten kann, denn entweder geht der ausgebeutete zugrunde oder es rächt sich fürchterlich.
da es sich bei männern um die hälfte der menschen handelt denke ich an letzteres.[/i]
Das Blöde ist nur, daß bei diesem ganzen Ausbeuten, Rächen und Zugrunderichten alles zugrunde geht.
Dir auch einen schönen Tag
Nick
Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert.
Als Antwort auf: Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. von Nick am 05. November 2003 15:14:13:
Wie wäre es dann mit einer ausländischen Versicherung außerhalb der EU (z.B. Schweiz)? Wird dort noch nach persönlichem Risiko kalkuliert?
PS: Es ist m.W. nach möglich, eine englische Krankenhauszusatzversicherung als deutscher Patient abzuschließen.
Gruß
Sven74
Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert.
Als Antwort auf: Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. von Nick am 05. November 2003 14:25:35:
Dein Denkfehler liegt in der unzulässigen Gleichsetzung von "privater Versicherung" und "gesetzlicher Versicherung". Es handelt sich jedoch um zwei ganz unterschiedliche Sachverhalte.
Die "gesetzlichen Versicherungen" sind strenggenommen gar keine Versicherungen, sondern Solidar-Umlagesysteme. Es gibt gute Gründe dafür. Aber es ist ein anderes Prinzip.
Bei echten Versicherungen werden individuelle Risiken versichert. Je genauer die Risikoklassen erfaßt werden, desto individuell gerechter sind die Prämien - eine Frage der exakten Versicherungsmathematik. Das ist etwas völlig anderes als das Zurücklegen eines "Notgroschens", denn das versicherte Risiko ist für den, bei dem es tatsächlich eintritt, individuell nicht zu bewältigen. Das ist nun mal das Prinzip jeder echten Versicherung.
Wenn nun Elemente des Solidar-Umlage-Prinzips systemwidrig in das Prinzip der privaten Versicherung eingeführt werden, dann dient dies ausschließlich der Privilegierung einer Versichertengruppe auf Kosten einer anderen. Anders ausgedrückt: aus einer praktisch gegebenen Grenze der versicherungsmathematischen Präzision wird ein bewußtes Mittel der Manipulation einer sauberen Berechnung.
Mit solch gezielten Begriffsverwirrungen wird an diesem Punkt gerade bewußt "Politik gemacht". Bei den Versicherungsprämien für Männer und Frauen kann man - von der Sache her - eben nunmal nicht vom "Geschlechter-Aspekt absehen", da er für die Prämienkalkulation konstitutiv ist.
Beim Solidarprinzip unterstützen die Starken die Schwächeren. Dafür gibt es gute Gründe. Bei der jetzt geplanten Systemvermischung jedoch unterstützen "die Männer" bürokratisch-pauschal "die Frauen". Dafür gibt es keine guten Gründe!
Gruß vom
Nick
Ok, leuchtet ein.
Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert.
Als Antwort auf: Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. von Sven74 am 05. November 2003 17:41:35:
Wie wäre es dann mit einer ausländischen Versicherung außerhalb der EU (z.B. Schweiz)? Wird dort noch nach persönlichem Risiko kalkuliert?
PS: Es ist m.W. nach möglich, eine englische Krankenhauszusatzversicherung als deutscher Patient abzuschließen.
Hi Sven,
man muß im Auge behalten, daß es sich vorerst um einen Vorschlag einer durchgeknallten Feministin in der Spitze der Eurokratie handelt. Beschlossen ist noch nichts. Ob der Ministerrat zustimmen wird ist durchaus fraglich - und ob ein solcher Beschluß dann ggf. vor dem EuGH Bestand hätte ebenfalls.
Es ist aber ein weiteres Beispiel dafür, wie sich Feministinnen "Gerechtigkeit" vorstellen, wenn sie erst mal "dran sind" - und wie unbekümmert solche Begriffe in Femi-Hirnen zu taktisch zu benutzenden Euphemismen verkommen. Lieschen-Müller-Niveau eben... Prinzipien werden "elastisch" interpretiert: wenn's nur den Schwestern was nützt, dann ist's schon gerecht genug. Und alles immer schön fein in hochtrabende und hehre Lügenworte verpacken...
Zu deinen Bemerkungen: generell gilt in der gesamten EU Vertragsfreiheit. Jeder EU-Bürger kann also mit jeder Gesellschaft eines beliebigen EU-Landes Policen (oder andere Verträge) abschließen. Also auch mit britischen.
Zur Schweiz ist zu sagen, daß die EU massiven Druck dahingehend ausübt, daß die Eidgenossen, jedenfalls was EU-Bürger anbelangt, ihre Souveränität einschränken, die EU-Regelungen übernehmen und mit der EU kooperieren. Was z.B. immer wieder verlangt wird: daß die Schweiz ihr Bankgeheimnis für EU-Bürger aufgibt und Auskünfte über deren Vermögen bei schweizer Banken erteilt.
Wie lange die Helvetier noch in ihrer Alpenfestung tapferen Widerstand gegen solche Ansinnen zu leisten vermögen, das bleibt abzuwarten... 
Gruß vom
Nick
Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert.
Als Antwort auf: Re: Trendwende im Vesicherungswesen: UNISEX-Tarife werden eingefordert. von Nick am 05. November 2003 13:36:06:
Hallo Nick,
Du hast die Situation recht gut beschrieben, aber ein wichtiger Punkt zur Krankenversicherung
fehlt noch. Auch wenn man die Schwangerschaftskosten nicht berücksichtigt, sind die Leistungen,
die Frauen von den Krankenversicherungen im jungen und mittleren Alter berziehen, deutlich
höher als die von gleich alten Männern. Ich denke, daß dies sogar der wichtigste Faktor ist,
der zum höheren Beitrag der Frauen führt.
Der finanzielle Effekt davon, daß Frauen länger im teueren hohen Alter leben, wird nämlich
dadurch verringert, daß Männer im hohen Alter mehr Leistungen beziehen als gleich alte Frauen.
Was nun stärker wirkt, ist schwer zu entscheiden.
Allerdings wird das Argument der höheren Kosten im jungen Alter bei Menschen, die noch an die
biologischen Überlegenheit der Frau glauben, wenig Glauben bekommen, weil es nicht ins Weltbild
paßt.
Bei der Überlegung, wem eventuelle Beitragsgleichmacherei was bringt, sollte man auch nicht
vergessen, daß in der gesetzlichen Krankenversicherung die Geschlechtsgleichheit der Beiträge
schon realisiert ist. Genau genommen ist das geschlechtsabhängige Risikoprinzip (Diese ist
zugegebenermaßen erklärterweise kein Prinzip der Krankenkassen.) dort dadrch sogar umgekehrt,
daß nur Erwerbsarbeitseinkommen (Welches Geschlecht geht denn arbeiten?) berücksichtigt wird.
Privat versichert sind hauptsächlich Selbstständige, Beamte und Menschen mit relativ hohem
Einkommen. Nur für die Frauen aus dieser Gruppe könnten die Beiträge günstiger werden. Die
armen Frauen hätten nichts davon.
Wenn die Gleichmachpflicht bei den Beiträgen kommt, wird dies zu einer Form der Diskriminierung
von Frauen führen, die nur durch komplizierte Regulierungen unterdrückt werden kann.
Versicherer werden dann nämlich mit dem Ziel einer guten Risikostruktur ihres Bestandes
alles tun, um die Frauenquote im Bestand zu senken. Sie werden also alles legale tun, um ihren
Versicherungsschutz bezüglich Leistungen ... hauptsächlich für Männer attraktiv zu machen, oder
um Frauen per Risikoprüfung auszuschließen.
Das Gesundheitsystem hat genug andere Probleme. Über die sollte man sich in Brüssel und
sonstwo besser Gedanken machen als über die Geschlechtsabhängigkeiten der Beiträge der
privaten Versicherungen.
Daß das feministischer Geschwätz einer sachkenntlich ziemlich ahnungslosen Frau in der sonst recht
wirtschaftsinteressenorientierten (wenn auch oft mit nationalen Egoismen) EU nicht bereits von
einem Wirtschaftszweig wie der Versicherungswirtschaft ohne weiteres beiseite geschoben werden
konnte, ist ein erschreckendes Beispiel für den Einfluß des Feminismus. Daß das Covergirlverbot
gescheitert ist, tut nichts zur Sache. Das hätte nämlich hauptsächlich den abgebildeten Frauen
geschadet. (Womit sollen denn die dann ihr Geld verdienen?)
Gruß vom
Joseph
PS Gab es nicht mal feministischen Applaus für die Einführung geschlechtsabhängiger
KFZ-Verischerungen?