Re: Frechheit_2000
Als Antwort auf: Re: Frechheit_2000 von Peter am 27. Oktober 2003 14:59:51:
Hallo Peter!
Nein, in der Sache falsch sind Texte dieser Art nie bzw. immer, je nachdem aus welchem Blickwinkel und mit welcher Präzision sie betrachtet werden.
Ich bin mir aber sicher, dass die Verantwortlichen Herausgeber des Textes diesen nicht schnell "unter der Bank" geschrieben haben, sondern dass er
mit der Sorgfalt verfasst wurde, die eine Schmähschrift haben muß, um juristisch gerade noch unanfechtbar zu sein.
Jede Vergewaltigung ist ein Verbrechen, das die Würde, die Selbstachtung und das Vertrauen der Opfer zerstört.
Da wo die Vergewaltigung diesen Effekt noch nicht hatte, helfen dann die RadFems nach in dem sie das Opfer
Bisher war Vergewaltigung Frauensache.
Was für ein Blödsinn! Dieser Satz ist derart dämlich, dass ihm der gutmütige Leser wahrscheinlich eine philosophisch hintergründige Bedeutung zuschreibt und sich so über sein Unverständnis gar nicht erst wundert.
Aber wie kanns nun gemeint sein?
Daß in Zukunft auch Männer vergewaltigt werden? (Wurden sie bisher auch schon) und so ist es wohl auch nicht aufzufassen.
Eher schon so, dass Männer Frauen praktisch billigend der vergewaltigung ausgeliefert haben. Aber wurden nicht immer schon Täter auch von männlichen Polizisten festgenommen, von männlichen Staatsanwälten angeklagt, von männlichen Richtern verurteilt und schließlich von männlichen Aufseher in den Zellen überwacht? Alles Frauensache?
Jetzt wenden sich auch Männer gegen Männergewalt.
Wie gesagt, das haben sie schon immer getan, nicht erst seit es dieses Pamphlet fordert. Ich wende mich aber genauso gegen Frauengewalt und gegen
"Frauenverbrechen" (wenn wir schon dabei sind neue Vokabeln zu erfinden)allgemein.
Die Aktion von Frauennotruf München und Münchner Informationszentrum für Männer ist die erste gemeinsame Kampagne von Frauen und Männern gegen Vergewaltigung in Deutschland.
Ich sehe darin vor allem eine Kampagne gegen Männer.
Von März bis September 2003 - nun verlängert bis Anfang 2004 - sollen sich 2000 + 3 Männer in München im Rahmen einer Medienkampagne öffentlich gegen Vergewaltigung aussprechen, sich mit den Opfern solidarisieren und die breite Öffentlichkeit mobilisieren.
Auch Sie könnten mit sexualisierter Gewalt konfrontiert sein: als Partner, Vater, Freund, Sohn, Bruder, ... einer betroffenen Frau.
Oder eben als Polizist, Richter, Staatsanwalt, Arzt...
Diese Männer handeln gegen Vergewaltiger bzw. für das Opfer und haben das schon vor -zig Jahren getan. Wen soll diese Kampagne eigentlich aufrütteln?
Mit Ihrer Unterschrift und Spende können Sie deutlich machen, dass Vergewaltigung kein Unfall männlicher Triebsteuerung, kein Frauenschicksal und keine sexuelle Variante, sondern Unrecht und ein Verbrechen ist.
Ich sehe absolut keinen Grund, als Mann hier eher zu unterschrieben wie als Frau, es sei denn, ich fühlte mich per se schuldig. Aber ich lasse nicht zu, daß frau mir so eine Art geschlechtsspezifische Erbschuld einpflanzen will.
Was man bei mir auf Dauer mit solchen Diffamierungsversuchen evtl. eher erreicht, ist eine gewisse Gefühlskälte den "Frauenproblemen" gegenüber (als Anhänger des Rationalismus, forciere ich dies nicht, aber irgendwo ist niemandes Psyche völlig frei von äusseren Einflüssen). Ich bin es nämlich leid, mir immer wieder die Frage beantworten zu sollen, warum ich mich als Mann mehr für Frauenprobleme einsetzen sollte als sie selbst, denn der Mißbrauch der eigenen Geschlechtgenossinnen für propagandistische Schmähungen ist für mich kein lobenswerter Einsatz.
Ich hoffe, ich konnte meine Abneigung gegen diese Art von Kampagne ein bisschen begründen 
Schöne Grüße,
Manfred
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- Frechheit_2000 -
Manfred,
23.10.2003, 19:39
- Re: Frechheit_2000 -
reinecke54,
23.10.2003, 19:50
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Jörg,
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Peter,
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reinecke54,
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