Wichtig: Brauche Link zu wissensch. Forschungsergebnissen über gen. Unterschiede
Der Eman(n)ze, Friday, 24.10.2003, 16:41 (vor 8140 Tagen)
Hi!
Eines der Hauptärgernisse des realexistierenden Feminismus ist sicher das Dogma von den "ausschließlich anerzogenen Unterschieden" (bzgl. Neigungen, Interessen, Talenten) zwischen den Geschlechtern.
Daraus resultiet das Gleichmacherprinzip , dem wir glorreiche Errungenschaften wie Girls'Day und Frauenquoten zu verdanken haben, mit denen man mit Gewalt einen Zustand herbeiführen will, der das o.g. Dogma scheinbar bestätigt. (Idealzustand: alle halbwegs "angenehmen" Stellen sind zu mindestens 40% (bis zu 100%) von Frauen besetzt.) Wobei eine Umkehrung der Verhältnisse dann bestätigen würde, daß Frauen einfach besser sind. In diesem Fall gilt dann das Gleichmacherprinzip nicht mehr (Männerquoten gibt es nicht), deshalb kann man das ganze als "unsymmetrisches Gleichmacherprinzip" bezeichnen.
Wer kennt einen Link zu seriösen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen, die genetisch bedingte verhaltensbiologische Unterschiede belegen und anschaulich schildern?
Sowas ist beim zukünftigen Argumentieren für uns alle nützlich.
Aus meinem Archiv...
Frank, Friday, 24.10.2003, 21:40 (vor 8140 Tagen) @ Der Eman(n)ze
Als Antwort auf: Wichtig: Brauche Link zu wissensch. Forschungsergebnissen über gen. Unterschiede von Der Eman(n)ze am 24. Oktober 2003 13:41:25:
Grüß dich!
Folgenden Text habe ich dem Buch "Macht Gleichheit glücklich?" von Christa Meves und Heinz-Dietrich Ortlieb (1978 erschienen!) entnommen.
Hinweis zum Verständnis: Prokrustes, riesiger Unhold der griech. Mythologie, der Wanderern auflauerte und sie durch Verstümmelung oder Streckung einem Bett anpaßte, von Theseus getötet; nach ihm sprichwörtl.: jemanden in ein P.bett zwingen = jemanden in ein Schema pressen.
Prokrustes wird von den Autoren als Synonym für Gleichmacherei und Normung verwendet.
Noch ein Hinweis: manche Auffassungen der Autoren sind ein wenig arg "frauenfreundlich". Um den Text nicht durch Kürzungen zu entstellen, habe ich sie drin gelassen. Man möge sich nicht weiter an ihnen stören; im Großen und Ganzen ist das hier Zitierte (leider) sehr zutreffend.
Die Egalisierung von Mann und Frau
Besonders groteske Formen nimmt der Trend zur Angleichung in bezug auf die Geschlechter an. Wie gesagt: das Klischee des Prokrustes ist nicht absolut androgyn: Er fordert vielmehr den Typ des mit patenter Rationalität ausgestatteten Mannes für beide Geschlechter. Die Prokrustesforderung heißt deshalb auch nicht eigentlich: Männer und Frauen sind total gleich, sondern: Ihr Frauen habt Euch dem Lebensstil und den Verhaltensweisen des Mannes anzugleichen. Das führt deshalb zu besonders gefährlichen Formen des Unglücks bei beiden Geschlechtern, weil die polare Spannung zwischen Mann und Frau einer der beglückendsten Aspekte im Bereich von Liebe und Erotik ist. Die Angleichung verlangweilt - ein besonders trüber Sadismus des modernen Prokrustes.
Der Weg in dieses Feld führt also über eine Angleichung der Frau an den Mann, der durch Lebensveränderung und Veränderung in der Erziehung der Frau einzuschlagen ist. Der marxistische Psychologe Ernest Bornemann schreibt: Die Befreiung der Frau kann nur durch die Befreiung von der Geschlechtlichkeit erfolgen ... Drei biologische Benachteiligungen bleiben vorerst noch erhalten: Menstruation, Schwangerschaft, Verwundbarkeit der Mammae. Ehe wir nicht alle drei beseitigt haben, kann es keine Gleichheit der Geschlechter geben. Jene unüberwindlichen Schwächen der Frau, die Menstruation und die Schwangerschaft, werden überwunden werden. Welche Form die Fortpflanzung des Menschen in einer klassenlosen Gesellschaft nehmen wird, vermag heute niemand zu sagen. Ob es durch biochemische Hilfsaggregate möglich werden wird, den menschlichen Samen außerhalb des Mutterleibes aufzuziehen, oder ob durch Umbildung der Gattung eine ungeschlechtliche Fortpflanzung stattfinden wird, ist nicht voraussagbar (E. Bornemann).
Auf diesem Wege, der zunächst unsinnig anmutet, ist Prokrustes aber de facto bei uns schon wacker vorangeschritten. Ein Teil der jungen Mädchen ist bereits so dürr, dass Menstruation und Fortpflanzungsfähigkeit ganz von selbst ausfällt. Viele junge Mädchen fangen an zu hungern, um up to date zu sein, viele bringen sich um den schönen Spaß der Jugend, noch unbeschwert essen zu können, ohne dick zu werden.
Die lustvolle Vision von Ernest Bornemann ist heute der Verwirklichung in der Tat bereits ganz nahe. Denn dies ist gewiss: nur die Ablösung von der Mutterschaft kann für die Frau die Voraussetzung für die Angleichung an den Lebensstil des Mannes schaffen. Nur die Unabhängigkeit von der Mutterschaft kann die Selbständigkeit durch Berufstätigkeit und Eigenkarriere der Frau bewirken. Auf diesem Wege sind wir in den letzten Jahren mit Rasanz vorangeschritten: Deutschland ist mit 1,4 Kind pro Familie zum geburtenärmsten Land der Welt avanciert.
Es ist nur konsequent, dass unser Zeitgeist diese Folge hat; denn die Angleichung der Familienmutter an die Lebensweise des Mannes erweist sich so sichtbar als qualvolle Halbheit, dass es zwingend nötig ist, in Zukunft im Sinne von Bornemann kompromissloser zu werden. Die Berufstätigkeit der jungen Familienmutter brachte nämlich viel rasch erkennbar werdendes Unglück: denn die unpersönliche, inkonstante Betreuung der Kinder von ihren ersten Lebensjahren an bekommt ihnen nicht. Kleinkinder sind auf ihre Mutter, mindestens aber auf eine Amme angewiesen; sie werden sonst, vor allem in der Säuglingszeit, nicht muttersatt, und das bewirkt, dass sie schwererziehbare, anspruchsvolle und antriebsschwache, meist extrem aggressive Wesen werden, die spätestens im Jugendalter, oft aber schon lange vorher sich und ihrer Umwelt das Leben zur Hölle machen. Die Folge: zermürbendes Leid im Leben der Familien. Darüber hinaus führt ein generalisierter Erziehungsstil dieser Art zu einer Schwächung der seelischen Stabilität. Sozialistische Länder, die längere Zeit die Frauen gleichgeschaltet haben, pflegen sich von diesen ihren verwirklichten ideologischen Programmen nach einigen Jahrzehnten wieder abzusetzen - genötigt von der Tatsache, dass Aggressivität, Bindungs- und Leistungsschwäche in einem gigantischen Ausmaß zunahmen (Sowjetunion, DDR, Schweden!). In der Bundesrepublik ist man weit davon entfernt, solche Konzession zu machen - Prokrustes wirkt hier wesentlich konsequenter und radikaler.
Wir sind dabei, den Typ der sachlichen Frau, im Grunde aber das Mann-Weib, neu zu proklamieren. Mit dieser Frau kann man zwar diskutieren, man kann sich mit ihr auseinandersetzen und sich gegenseitig analysieren. Nur hat der Mann vor einer solchen verbal superschlauen Frau häufig eine solche Angst, dass er so weit wie möglich auf Distanz geht; nur ist die Intellektualisierung von Lebensvollzügen auf die Dauer so blutleer, dass viele Paare ihr eigentlich problemloses Zusammenleben ohne Trauschein als öde erleben. Da keine Kinder mehr geboren werden, verringert sich auch die Notwendigkeit zur Dauerbindung, so dass die bindungslose Wechselehe zur Mode zu werden beginnt, zu einer Mode, die die Bindungslosigkeit auf ihr Banner hebt.
Bindungslosigkeit - so hat die Erfahrung gelehrt - kann vorübergehend als eine Lebenserleichterung erlebt werden. Sie führt aber als Lebensstil zu einer gefährlichen Verflachung, weil das Durchstehen von Unabänderlichkeiten als ein Stimulans zur Reife chronisch ausfällt. Das chronische Ausweichen vor Unlust führt auf die Dauer zu einer Minderung in der Fähigkeit, Lust und Freude zu erleben. Glück als Gefühlsrealität ist nur im Kontrast erfahrenen Unglücks erlebbar. Deswegen ist der Mensch, der der Dunkelheit ausweicht, nicht in der Lage, Helligkeit bewusst zu erleben. Die Gewöhnung an rasch genossenes Glück beschwört die Gefahr herauf, die Fühlfähigkeit für Freude generell einzubüßen. Das Ausweichen vor dem Durchstehen von Lebenskonflikten als Paar oder als Familie führt auf dem Boden der Egalitätsideologie auch hier zum Unglücklichwerden des Menschen.
Meines Erachtens bedarf es an dieser Stelle noch einer spezifischen Erörterung. Das Postulat: Der Mann und die Frau seien von Natur total gleich, wird heute mit besonders hektischer Rasanz vorgetragen. Man betont: Unterschiede sind alle nur scheinbar! Zwar stimme es, dass die Frauen zur Zeit noch anders seien als die Männer, aber das sei keineswegs eine natürliche, angeborene Gegebenheit der Art Mensch; die eigentlichen, die wesensmäßigen Unterschiede seien lediglich durch die Umwelt künstlich hineindressiert. Denn man habe die Frau durch Generationen und Generationen hindurch einer ganz gemeinen Verformung ausgesetzt. Man nötigte sie, mit Puppen zu spielen, man hinderte sie, Spaß an Autos und Kriegsgerät zu haben, man drückte ihr vom fünften Lebensjahr an den Besen und den Staubwedel in die Hand, man drängte sie zu Hilfsleistungen im Haushalt, während man den kleinen Sohn zum Pascha hochstilisierte. So wird er in seine Herrschaftlichkeit, in seine Vorrangstellung, in sein überwertiges Gefühl von Privilegiertheit hineingenötigt - wird vorgezogen und vorerzogen zum Frauenschinder, Sklavenhalter im Popanzpatriarchat - so geht die Rede.
Nun, in dieser Argumentation ist gewiss mehr als ein Körnchen Wahrheit: Es gehört ganz gewiss zu den beschämenden Kapiteln abendländischer Geschichte, dass es zum Beispiel gewissermaßen zum Recht eines Ehemannes gehörte, eine Frau nach Lust und Laune willkürlich schlagen, körperlich misshandeln zu dürfen. Es ist für mein Gefühl ein beschämendes Kapitel der Rechtsgeschichte, dass die jederzeitige Bereitschaft zum Geschlechtsverkehr zur ehelichen Pflicht der Frau erhoben werden konnte (so dass die Vergewaltigung im ehelichen Schlafzimmer gewissermaßen legalisiert war). Es ist in der Tat eine durch nichts gerechtfertigte Anmaßung von Männern zu glauben, sie seien die Götter - und die Frauen ihre zur Tempelprostitution angestellten Bediensteten. Diese Form von Patriarchat, diese Form von Überheblichkeit ist gewiss ein gefährlich heidnischer, ja sündhafter Irrweg, aus dem es ganz gewiss wieder herauszufinden gilt.
Aber der richtige Weg, der gefunden werden will, hat doch vor allem eine Voraussetzung: dass der Mann die Frau als ein gleichwertiges Wesen, als seine Gefährtin achten lernt, dass er sie annimmt in ihrer Besonderheit, ihrer geringeren Körperkraft, ihrer Schutzbedürftigkeit als Familienmutter; dass die Frau sich selbst verstehen lernt als etwas Gleichwertiges, ja gerade für den Mann unumgänglich Nötiges und Erstrebenswertes, dass die Frau in fröhlicher Selbstgewissheit sich ihres Wertes mehr bewusst wird; dass Mann und Frau begreifen, dass sie als Menschenpaar gemeinsam einen großen Lebensauftrag haben in dieser Welt. Am Anfang eines solchen richtigen Weges muss eine Einstellungsänderung gegenüber der Frau stehen, müßte der Götze Mann vom Thron herunter, sollten beide sich verstehen als gemeinsame Arbeiter am Leben, die meist doch sehr unterschiedliche Aufgaben zugeteilt bekommen haben.
Aber von einer solchen Einsicht und Umkehr ist zur Zeit noch nicht viel zu sehen. Mit rasantem Hass auf alles Unterschiedliche wird die Tatsache, dass es gewiss Missbrauch der Frau im Popanzpatriarchat zuhauf gegeben hat, als Argument zum Marsch in die totale Angleichung benutzt.
Sind alle diese Bestrebungen aber nicht vielleicht doch echte Progression, echte Emanzipation? Was wäre dagegen einzuwenden? Es wäre gar nichts dagegen einzuwenden, wenn die Grundvoraussetzungen stimmen würden, wenn Mann und Frau wirklich gleich wären, wenn man nicht auch hier einen Wunsch-traum an die Stelle einer Wirklichkeit setzte! Die Angleichung verhilft der Frau keineswegs zu einer natürlichen Verwirklichung autochthoner Bedürfnisse, sondern sie vergewaltigt ihre spezifische Eigenart, sie nötigt sie zu weit von sich fort und bringt ihr und der Menschheit damit keineswegs Glück, Fortschritt und Zufriedenheit, sondern Unglück, Aggressivität und Zerstörung. Dass das so ist, liegt vor allem daran, dass Frauen und Männer eben nicht nur physisch, sondern auch psychisch bereits angeborenerweise erheblich verschieden sind. Zu den schon in großer Zahl vorliegenden Forschungsergebnissen älteren Datums, die das beweisen, gibt es neue Arbeiten, die darüber Auskunft geben. Heide Sbrzesny, eine Schülerin des Verhaltensforschers Eibl-Eibesfeldt, hat das Verhalten der kleinen Jungen und Mädchen der Ko.-Buschleute studiert und kommt zu dem Schluss: Obgleich die Kinder durch die Erwachsenen nicht im mindesten beeinflusst werden, zeigen sie bereits im vierten Lebensjahr unterschiedliche Interessen. Eibl-Eibesfeldt schreibt dazu: Meist finden sich gleichgeschlechtliche Kinder zusammen. Nur in 14% der Fälle spielten Knaben und Mädchen in gemischter Gruppe. Das hängt mit unterschiedlichen Spielinteressen zusammen. Knaben ergehen sich mehr in spielerischen Balgereien und Verfolgungen (16 % gegenüber 6,2 % bei Mädchen), sie sind mehr an technischen Spielen interessiert (45% gegenüber 4%), und Kampf- und Wetteiferspiele nach festen Regeln machen 15% ihrer Spieltätigkeit aus, bei Mädchen dagegen nur etwa 7%. Dafür spielen diese mehr kooperative Spiele, von denen das Melonentanzball-Spiel rund 50% ihrer Spieltätigkeit ausmacht. Da keinerlei Sozialdruck die Kinder in spezifisch weibliche oder männliche Richtung preßt, müssen die Kinder ihre Geschlechterrolle aufgrund von Neigung und freiwilliger Identifikation mit der gleichgeschlechtlichen Rolle übernehmen. Dass angeborene Interessenunterschiede vorliegen, dafür sprechen auch die Auswertungen von Buschkinderzeichnungen. Als man ihnen das erste Mal zeigte, wie man zeichnen und malen kann und sie dann frei schaffen ließ, da malten Jungen unsere technischen Geräte (19% der Darstellungen gegenüber 1 % bei Mädchen), Mädchen dagegen malten vor allem Blumen. Die heute oft zitierte Behauptung von Margaret Mead, die Geschlechtsrollen würden ausschließlich durch Erziehung geprägt, es gäbe da keine vorgezeichnete Natur, muss wohl ein wenig revidiert werden.
Alle differenzierenden Mütter von Zwillingspärchen, die ich befragte, gaben höchst ähnliche Auskünfte. Selbst wenn die Umwelt sich betont zurückhält in der Beeinflussung, zeigt der Junge bereits im zweiten Lebensjahr sehr viel expansivere Interessen als das Mädchen. Dass diese Unterschiede nur sehr schwer löschbar sind, ja sich im Grundschulalter und in der Pubertät deutlich differenzieren, ist in vielen Interessenuntersuchungen an Schulkindern bereits in den dreißiger und vierziger Jahren dieses Jahrhunderts nachgewiesen worden. Kürzlich haben in den USA Psychologen festgestellt: Es gibt erhebliche Begabungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen. In Mathematik, Naturwissenschaften und Sozialkunde bleiben die Frauen das schwache Geschlecht. Dafür sind sie musikalischer und schreiben bessere Aufsätze. Die Nationale Bildungsförderungsgesellschaft in Washington legte eine Studie vor, aus der hervorgeht, dass Jungen ab dem 9. Lebensjahr in ihren Lernleistungen die Mädchen hinter sich lassen. Der Analyse liegen sechsjährige Längsschnittuntersuchungen mit Tests an vier Altersgruppen von insgesamt 80000 jungen Amerikanern und Amerikanerinnen zugrunde. Sie wurden jeweils im Alter von 9, 13, 17 und 26 bis 35 Jahren auf ihre Lernerfolge und Kenntnisse in acht verschiedenen Fächern untersucht. Dabei ergab sich, dass sich Lerneifer und Erfolg bis zum 9. Jahr bei Jungen und Mädchen die Waage halten. Dann jedoch ziehen die Buben davon. Am deutlichsten war der Vorsprung der erwachsenen Männer in Mathematik, Physik und Chemie, wahrend die Frauen nur bei Biologie mithalten konnten. Ebenso deutlich distanzierten die Männer das weibliche Geschlecht in der Kenntnis ökonomischer, politischer, geographischer und historischer Zusammenhänge. Dabei hatten die Mädchen in der Disziplin Leben noch bis zum 13. Lebensjahr einen sicheren Vorsprung sowohl was die Schnelligkeit wie das Verständnis angeht. Über sämtliche vier Altersgruppen behielten sie ihre Vorherrschaft sowohl in theoretischen Kenntnissen wie praktischer Ausübung der Musik.
Prof. Dr. Dr. hc. Irenäus Eibl-Eibesfeldt ist immer eine gute Quelle, wenn es um wissenschaftliche Studien zur Geschlechter-Unterschiedlichkeit geht.
Im Internet wirst du wahrscheinlich viel Material zu seinen wissenschaftlichen Arbeiten finden.
Gruß
Frank
Re: Aus meinem Archiv...
Peter von Frankfurt, Saturday, 25.10.2003, 01:25 (vor 8140 Tagen) @ Frank
Als Antwort auf: Aus meinem Archiv... von Frank am 24. Oktober 2003 18:40:21:
Hallo Frank!
Über Christa Meves ist noch anzumerken, dass sie Mitherausgeberin des
'Rheinischer Merkur' ist und eine eigene Homepage hat:
http://www.christa-meves.de/ Überaus lesenswert, sind die Kolumnen, wie
zum Beispiel 'Männer sind wunderbar' oder ' Und sie sind doch verschieden- der Mann und die Frau!'
In jedem Fall eine Frau, die ohne wenn und aber gegen die Unsitten des feministischen Zeitgeistes ankämpft, auch wenn die sehr wertkonservative Haltung der gnädigen Dame auch manchen nicht passt!
Eine beachtliche Person!
Gruß
Peter von Frankfurt
Re: Aus meinem Archiv...
Garfield, Monday, 27.10.2003, 19:33 (vor 8137 Tagen) @ Frank
Als Antwort auf: Aus meinem Archiv... von Frank am 24. Oktober 2003 18:40:21:
Hallo Frank!
Auch wenn es eigentlich nicht Thema deines Beitrages war, möchte ich doch mal eine der von dir erwähnten "frauenfreundlichen" Passagen herausgreifen:
"Es gehört ganz gewiss zu den beschämenden Kapiteln abendländischer Geschichte, dass es zum Beispiel gewissermaßen zum Recht eines Ehemannes gehörte, eine Frau nach Lust und Laune willkürlich schlagen, körperlich misshandeln zu dürfen. Es ist für mein Gefühl ein beschämendes Kapitel der Rechtsgeschichte, dass die jederzeitige Bereitschaft zum Geschlechtsverkehr zur ehelichen Pflicht der Frau erhoben werden konnte..."
Es ist schon interessant, daß selbst Menschen, die dem Feminismus eigentlich im Großen und Ganzen kritisch gegenüber stehen, trotzdem an manche der Klischees und Dogmen glauben, die Feministinnen gerade auch in Bezug auf die Geschichte in unserer Gesellschaft etabliert haben.
Es ist richtig, daß ein Ehemann in früheren Zeiten das Recht hatte, seine Frau auch zu schlagen. Es gab Gesetze, die genau festlegten, welche Hilfsmittel dazu nicht verwendet werden durften - was immerhin implizierte, daß dort nicht genannte Hilfsmittel zur Züchtigung der Ehefrau erlaubt waren.
Aber: Diese Gesetze waren geschlechtsspezifisch formuliert. Sie hatten den Sinn, Männer daran zu hindern, ihre Frauen zu sehr zu mißhandeln. Umgekehrt jedoch gab es in früheren Zeiten kein solches Gesetz. Das wiederum bedeutete, daß es Frauen nicht verboten war, mit allen nur denkbaren Gegenständen auf ihre Männer einzuprügeln, jedenfalls solange sie sie dabei nicht töteten.
Eine Frau konnte ihren Ehemann also gerichtlich belangen, wenn er sie mit einem Knüppel geschlagen hat, der die gesetzlich festgelegte maximale Dicke überschritt. Ein Mann dagegen konnte seine Frau umgekehrt im selben Fall nicht verklagen. Weil es eben kein Gesetz gab, das es einer Frau verbot, mit irgendeinem Gegenstand auf ihren Mann einzuprügeln.
Nun könnte man ja meinen, daß Männer höchst selten von ihren Frauen geschlagen wurden. Aber auch das ist ein Irrtum. Aus dem Mittelalter ist überliefert, wie mit Männern verfahren wurde, die von ihren Frauen geschlagen worden waren. In Frankreich war es häufig üblich, geschlagene Männer umgekehrt auf einen Esel zu binden und so unter dem Hohn und Spott der Mitmenschen durch den Ort zu führen. In anderen Gegenden zog man ihnen Frauenkleider an und führte sie so der Öffentlichkeit vor.
Da kann man sich dann auch gut vorstellen, daß Männer es sich damals noch weniger als heute leisten konnten, sich über Mißhandlungen durch ihre Ehefrauen zu beklagen.
Bedenken muß man dabei auch noch, daß Männer im Allgemeinen älter sind als ihre Ehefrauen. Der Altersunterschied war im Mittelalter im Durchschnitt höher, da es durchaus nicht selten war, daß ein Greis mit einem jungen Mädchen verheiratet wurde. Das war für davon betroffene Mädchen gewiß oftmals schlimm. Aber erstens waren üblicherweise auch ihre Mütter daran beteiligt, sie so an alte Greise zu verschachern, und zweitens endete die Ehe in der Regel damit, daß es der Ehemann war, der zuerst gebrechlich und damit hilflos wurde - und seiner Ehefrau dann absolut ausgeliefert war. Noch heute wird festgestellt, daß Frauen dazu neigen, eventuell vorhandenes Aggressionspotenzial bevorzugt an Menschen abzureagieren, die sich unter ihrer Fürsorge befinden und sich kaum zur Wehr setzen können, nämlich an Kindern und alten Menschen. Wenn also so eine junge Frau unter einer Ehe mit einem alten Mann gelitten hatte, bekam sie bald Gelegenheit, ihm das tausendfach heimzuzahlen.
Die Verpflichtung zum ehelichen Geschlechtsverkehr galt keineswegs nur für Frauen, sondern sie galt für beide Partner gleichermaßen. Es gab Fälle, in denen Ehen annulliert wurden, weil der Ehemann dieser "ehelichen Pflicht" nicht nachgekommen ist. Auch junge Männer wurden nur selten danach gefragt, ob ihnen die Braut, die ihre Eltern ihnen ausgesucht hatten, recht war. So erklärt sich dann auch, daß so mancher Mann auch eher mit Grausen ins Ehebett stieg.
In Spanien war es übrigens zeitweise üblich, daß ein Beamter, der die Stelle seines verstorbenen Vorgängers übernahm, dessen Witwe mit übernehmen mußte. Er mußte sie zwar nicht heiraten und es gab somit auch keinerlei sexuelle Verpflichtungen, aber er mußte mit ihr in einer Wohnung leben und in der Regel auch mit ihr in einem Bett schlafen. Und natürlich war er für ihren Lebensunterhalt verantwortlich.
Es hatte eben schon damals alles zwei Seiten. Heute wird aber oft nur noch eine davon gesehen. Die Privilegien der Männer und die Benachteiligungen der Frauen werden immer wieder hervorgehoben, die Privilegien der Frauen und die Benachteiligungen der Männer werden dagegen ignoriert.
Das hatte ursprünglich den Sinn, den Männern ein schlechtes Gewissen zu suggerieren und sie so feministischen Forderungen gegenüber nachgiebiger zu machen. Gleichzeitig sollten Frauen dazu gebracht werden, sich als Opfer zu fühlen und sich deshalb unter der Führung der Feministinnen gegen die Männer zu solidarisieren. Mittlerweile haben sich diese Dogmen und Klischees von der jahrtausendlang vom bösen Mann unterdrückten Frau jedoch längst verselbstständigt.
Im Ergebnis dessen haben viele Menschen heute gar kein realistisches Geschichtsbild mehr. Zwar werden auch heute noch genügend Bücher veröffentlicht, die die Vergangenheit durchaus realistisch darstellen - nur ist das eben nicht die "Mainstream"-Literatur, die der deutsche Durchschnittsbürger bevorzugt liest. Da machen dann dümmliche Romanchen wie die "Ayla"-Bücher von Jean M. Auel das Rennen, und viele Kinder und Jugendliche lesen heute kaum noch, sondern sitzen nur noch vor dem Fernseher, wo ihnen mehr oder weniger subtil alle diese feministischen Dogmen und Klischees eingetrichtert werden.
So ist es dann auch kein Wunder, daß heute sogar durchaus gebildete und intelligente Menschen tatsächlich glauben, daß Frauen noch bis vor wenigen Jahrzehnten ganz furchtbar geknechtet und unterdrückt worden sind, was dann oftmals als Rechtfertigung für heute real existierende Benachteiligungen von Männern herhalten muß.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Aus meinem Archiv...
Odin, Monday, 27.10.2003, 22:20 (vor 8137 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Aus meinem Archiv... von Garfield am 27. Oktober 2003 17:33:59:
Hallo Garfield,
vielleicht noch was interessantes über die Hexenverfolgung