Quote oder bessere Lehrergehälter
Liebe Forumsteilnehmer,
zur Diskussion um die Männerquote an Schulen:
Ich finde, Quote und bessere Lehrergehälter sind nicht Gegensätzliches.
Quote ist das Ziel. z.B. 50% Lehrer sollen Männer sein. Der Weg dorthin kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Ein besseres Lehrergehalt wäre z.B. wahrscheinlich dienlich. Denn da der Mann als Vater heute immer noch in der Gesellschaft und beim Gesetzgeber als Ernährer gesehen wird, kann sich ein Mann einen schlecht bezahlten Beruf im Erziehungsbereich schlicht weg nicht leisten.
Allerdings ist diese Forderung natürlich absolut realitätsfern. Die Reallöhne der Lehrer werden ja sogar gekürzt.
Mich stört es nur, dass die gleichen, die eine Frauenquote so sehr begüßen plötzlich bei einer Männerquote Bedenken bekommen und wieder so archaische Werte wie Qualität entdecken.
In dieser Diskussion ist eines wichtig zu wissen, was immer verschwiegen wird:
Bei den Behörden gibt es das Bundesgleichstellungsgestz bzw. die analogen Landesgleichstellungs- und Landesgleichberechtigungsgestze. Was steht da drin?
Einfach ausgedrückt steht da drin, dass ausschließlich Frauen den Anspruch auf Gleichberechtigung haben, nicht jedoch Männer.
Konkreter steht drin, dass in den Behördenbereichen, in denen Frauen unterbestzt sind, immer mind. soviele Frauen wie Männer zum Vorstellungsgespräch geladen werden müssen. Bei gleicher Qualifikation muss bei Einstellungen und Beförderungen eine Frau eingestellt bzw. befördert werden. Zusätzlich ist den Frauen eine Frauenvertreterin zu gewähren, die erhebliche Rechte hat (z.Teil mehr Rechte als die Personalvertretung). Gleiche Qualifikation ist außerdem nicht so einfach zu ermitteln wie es sich anhört, denn unterschiedliche Fähigkeiten sind miteinander zu vergleichen.
Was ich nicht begreife und was in der ganzen Diskussion immer (bewusst) ignoriert wird: Warum formuliert man das Gleichstellungsgestz nicht einfach geschlechtsneutral um? Das Geschlecht das unterbesetzt ist, hat Anspruch auf die o.g. Fördermaßnahme (bevorzugte Einstellung etc.). Das hat man bewusst nicht gemacht und wird es auch nicht machen. Deshalb bin ich der felsenfesten Überzeugung, dass der männliche Erzieher gar nicht gewollt ist. Weder im privaten noch im beruflichen Bereich. Erziehung soll Frauendomäne bleiben.
Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade dass sie nur für Frauen gilt.
Gruß
Bruno