Verletzte im Gaza-Streifen
Andreas, Monday, 20.10.2003, 20:50 (vor 8144 Tagen)
Auch bei n-tv sind verletzte Männer keiner Erwähnung würdig.
"Am Morgen hatten Kampfflugzeuge ein Munitionslager palästinensischer Extremisten im Osten der Stadt bombardiert und zerstört. Dabei sind nach palästinensischen Angaben mindestens zwölf Menschen verletzt worden. Unter den Verletzten seien vier Frauen und vier Kinder, teilten palästinensische Ärzte mit."
gibts auch im DLF...
Thorbjörn, Tuesday, 21.10.2003, 01:26 (vor 8144 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Verletzte im Gaza-Streifen von Andreas am 20. Oktober 2003 17:50:11:
[Hintergrund war eine Meldung in den 06.30-Uhr-Nachrichten am 07. Oktober im DLF, dass bei einem Massaker im Kongo eine große Anzahl von Menschen, "darunter viele Frauen und Kinder" getötet worden seien]
Sehr geehrter [...],
nach allgemeinem Verständnis sind nicht nur Kinder, sondern auch Frauen
wehrlos. Wer sie als Opfer nimmt, gilt als besonders niederträchtig, feige
und hinterhältig. Der Hinweis auf die "Schwachen" macht die Brutalität noch
deutlicher, die ein Massaker ohnehin voraussetzt.
Mit freundlichen Grüßen [...]
Volkher Just
DeutschlandRadio; Funkhaus Köln
Programm Deutschlandfunk
Zentrale Nachrichten, Ltg.
Raderberggürtel 40
50968 Köln
volkher.just@dradio.de
ach....das ist ja interessant...
Andreas, Tuesday, 21.10.2003, 01:52 (vor 8144 Tagen) @ Thorbjörn
Als Antwort auf: gibts auch im DLF... von Thorbjörn am 20. Oktober 2003 22:26:34:
wenn ich das richtig verstehe, war das also die Antwort auf Dein Schreiben? Ich glaube, den Herrn knöpfe ich mir mal vor!
schönen Gruss
Andreas
Ja, so war es,.....
Thorbjörn, Tuesday, 21.10.2003, 11:03 (vor 8143 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: ach....das ist ja interessant... von Andreas am 20. Oktober 2003 22:52:35:
...leider hab ich ein bisschen zu schnell und ohne Gegenlesen gepostet (war ja mein erstes Mal :)
Auslöser waren die Nachrichten im DLF am Morgen des 07. Oktober:
"Bei einem Massaker in der Demokratischen Republik Kongo sollen nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 50 Menschen getötet worden sein, die meisten Frauen und Kinder.
Angehörige der Friedensmission für Kongo hätten die Leichen in einem Dorf der Ituri-Region im Nordosten des Landes entdeckt, berichtete eine UNO-Sprecherin in Kigali. Zu welcher Stammesmiliz die Mörder gehören, wurde nicht mitgeteilt. Die Umstände des Massakers würden untersucht."
Daraufhin hab ich am selben Vormittag eine Mail an den DLF geschrieben, die ich aber leider nicht mehr finden kann, also vermutlich per Kontaktformular. Inhalt war sinngemäß, dass ich ja allenfalls noch nachvollziehen könne, dass das Töten von Kindern besonders verabscheuungswürdig sei und daher hervorgehoben werde, aber nicht verstehe, warum weibliche gegenüber männlichen Opfern bevorzugt würden. Auf diese Mail kam wenig später die oben stehende Antwort. Ausgelassen sind nur mein Name und Wohnort.
Besten Gruß
Thorbjörn
Re: Ja, so war es,.....
Der Eman(n)ze, Tuesday, 21.10.2003, 21:40 (vor 8143 Tagen) @ Thorbjörn
Als Antwort auf: Ja, so war es,..... von Thorbjörn am 21. Oktober 2003 08:03:27:
Ich halte die Kritik an der expliziten Erwähnung von Frauen und Kindern unter Massaker-Opfern für überflüssig. Diese explizite Erwähnung ist m.E. gerechtfertigt, weil infolge der klassischen Rollenverteilung in Kriegen Frauen (und Kinder) Zivilisten sind. Also weder für einen Kampf ausgebildet noch bewaffnet. Punkt. Man geht schlicht und einfach davon aus, daß die Männer, die sich unter den Opfern befunden haben, bessere Verteidigungsmöglichkeiten besitzen. Somit setzt ein gezieltes Ermorden von Frauen und Kindern ein besonders hohes Maß an Feigheit voraus. Ein außer-Kraft-setzen der zivilisierten "Beißhemmung" sozusagen.
Bei einem zivilen Flugzeugabsturz sieht das wieder ganz anders aus.
Re: Ja, so war es,.....
Andreas, Tuesday, 21.10.2003, 22:54 (vor 8143 Tagen) @ Der Eman(n)ze
Als Antwort auf: Re: Ja, so war es,..... von Der Eman(n)ze am 21. Oktober 2003 18:40:49:
Ich halte die Kritik an der expliziten Erwähnung von Frauen und Kindern unter Massaker-Opfern für überflüssig. Diese explizite Erwähnung ist m.E. gerechtfertigt, weil infolge der klassischen Rollenverteilung in Kriegen Frauen (und Kinder) Zivilisten sind.
Das ist schlichtweg falsch. Unter den zivilen Opfern befinden sich Männer, Frauen und Kinder. Punkt. Das hat mit klassischer Rollenverteilung nichts zu tun. Ein unbewaffneter Mann, der sich an Kampfhandlungen nicht beteiligt und bei einem Angriff ums Leben kommt, hat ebenso das Recht in den Medien genannt zu werden, wie das auch bei Frauen und Kindern der Fall ist. Hinzu kommt, daß die Grenze zwischen Zivilisten und Soldaten fließend ist. Wenn das Kriegsrecht ausgerufen wird, darf jeder Mann mit Gewalt zwangsrekrutiert werden. Wer sich weigert, darf erschossen werden. Wo ist hier noch die Grenze zwischen Zivilist und Soldat?
Also weder für einen Kampf ausgebildet noch bewaffnet. Punkt. Man geht schlicht und einfach davon aus, daß die Männer, die sich unter den Opfern befunden haben, bessere Verteidigungsmöglichkeiten besitzen.
Das ist ebenfalls falsch. Zivilpersonen - seien es nun Männer oder Frauen - sind in der Regel unbewaffnet und damit den Angriffen wehrlos ausgesetzt. Männer haben somit ebenso wenig die Möglichkeit, sich zu verteidigen wie Frauen.
Somit setzt ein gezieltes Ermorden von Frauen und Kindern ein besonders hohes Maß an Feigheit voraus. Ein außer-Kraft-setzen der zivilisierten "Beißhemmung" sozusagen.
Unbewaffnete und wehrlose Männer zu ermorden ist ebenso feige wie das Töten von unbewaffneten und wehrlosen Frauen oder Kindern. Ich sehe da keinen Unterschied.
Re: Ja, so war es,.....
Der Eman(n)ze, Wednesday, 22.10.2003, 13:52 (vor 8142 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Re: Ja, so war es,..... von Andreas am 21. Oktober 2003 19:54:34:
Unbewaffnete und wehrlose Männer zu ermorden ist ebenso feige wie das Töten von unbewaffneten und wehrlosen Frauen oder Kindern. Ich sehe da keinen Unterschied.
Selbstverständlich. Ich ging aber davon aus, daß es in einem typischen Krisengebiet (Gaza, Irak-Krieg u.s.w.) praktisch gar keine zivilen Männer gibt (außer Alte und Kranke).
Re: Ja, so war es,.....
Norbert, Wednesday, 22.10.2003, 15:56 (vor 8142 Tagen) @ Der Eman(n)ze
Als Antwort auf: Re: Ja, so war es,..... von Der Eman(n)ze am 22. Oktober 2003 10:52:09:
Unbewaffnete und wehrlose Männer zu ermorden ist ebenso feige wie das Töten von unbewaffneten und wehrlosen Frauen oder Kindern. Ich sehe da keinen Unterschied.
Selbstverständlich. Ich ging aber davon aus, daß es in einem typischen Krisengebiet (Gaza, Irak-Krieg u.s.w.) praktisch gar keine zivilen Männer gibt (außer Alte und Kranke).
Hi
Selbst dann bleiben es Opfer!
(Gaza) Kannst du dir vorstellen, wie man mit Steinen moderne Panzer aufhalten will?
Unmöglich. Eine Geste der Verzweiflung, aber auch nicht mehr.
(Irak) Oder selbst mit einem MG gegen Jagdbomber oder Kampfhubschrauber überleben kann?
Selbst mit diesen Waffen ist man in solchen Fällen faktisch wehrlos.
Wirklich freiwillig würden dieses nur Fanatiker, Vollidioten oder völlig verzweifelte Menschen versuchen.
Fakt bleibt, daß hier das Geschlecht und/oder Alter wirklich kaum eine Rolle spielt. Opfer bleibt Opfer.
Jede Unterscheidung in 'gute' oder 'schlechte' Opfer führt auf den Holzweg.
Gruß
Norbert
Re: Ja, so war es,.....
Manfred, Wednesday, 22.10.2003, 17:50 (vor 8142 Tagen) @ Norbert
Als Antwort auf: Re: Ja, so war es,..... von Norbert am 22. Oktober 2003 12:56:44:
Jede Unterscheidung in 'gute' oder 'schlechte' Opfer führt auf den Holzweg.
Dem stimme ich zu! Ausnahme vielleicht: Terroristen. Wobei es auch wiederum ist zu klären, wo die Grenze zischen Terrorist und Freiheitskämpfer liegt.
Was ich aber eigenlich sagen wollte ist, daß die Uniformierung der Soldaten im Grunde genau dieses beabsichtigt. Der Uniformierte soll seine Identität aufgeben und von andern (am besten auch von sich selbst) nicht als Individuum zur Kenntnis genommen werden. Ein mieses, perfides psychologisches Spielchen mit der Würde.
Schöne Grüße,
Manfred
Sichtweisen
Norbert, Wednesday, 22.10.2003, 18:34 (vor 8142 Tagen) @ Manfred
Als Antwort auf: Re: Ja, so war es,..... von Manfred am 22. Oktober 2003 14:50:09:
Jede Unterscheidung in 'gute' oder 'schlechte' Opfer führt auf den Holzweg.
Dem stimme ich zu! Ausnahme vielleicht: Terroristen. Wobei es auch wiederum ist zu klären, wo die Grenze zischen Terrorist und Freiheitskämpfer liegt.
Was ich aber eigenlich sagen wollte ist, daß die Uniformierung der Soldaten im Grunde genau dieses beabsichtigt. Der Uniformierte soll seine Identität aufgeben und von andern (am besten auch von sich selbst) nicht als Individuum zur Kenntnis genommen werden. Ein mieses, perfides psychologisches Spielchen mit der Würde.
Schöne Grüße,
Manfred
Genau so.
Auch das Thema Terrorist/Freiheitskämpfer ist nicht so einfach.
Folgende Aussagen sind ohne Wertung gedacht, nur als Faktensammlung.
Beispiel Israel.
Der ehemalige Ministerpräsident und spätere Friedensnobelpreisträger( wofür eigentlich?) Menahem Begin hat den israelischen Staat auch erst einmal mit terroristischen Anschlägen herbeigebombt. Ist er ein Terrorist?
Sind die schwer bewaffneten 'Siedler', die rechtswidrig anderen ihr Land besetzen, Freiheitskämpfer und die Beraubten Terroristen wenn sie sich dagegen wehren? Oder umgekehrt?
Ist die vorsätzliche Zerstörung von Wohngebäuden Terror oder Verteidigung?
Die Grenzen sind so fließend, daß solche Fragen kaum mit ja/nein beantwortet werden können.
Als weitere ähnliche Beispiele könnten die Konflikte in Nordirland, Korsika oder im Baskenland dienen. Oder ehemals die RAF in Deutschland.
Der eine fühlt sich als Freiheitskämpfer und wird von seinem Opponenten als Terrorist bezeichnet. Und umgekehrt.
Z.B. war für die RAF die Ermordung von Polizisten oder Wachposten kein Terrorakt.
Für die Betroffenen aber sehr wohl.
Im Gegenzug gab es die 'Isolationsfolter', das Ganze mit umgekehrten Ansichten.
Die Britische Armee ist als Friedensbringer nach Nordirland gekommen, nachdem es Anschläge einer protestantischen Gruppe (und nicht der IRA) gegeben hatte.
(Süd-)Irland ist nach dem 1. Wletkrieg nach einem heftigem Bürgerkrieg selbstständig geworden.
Die dortigen Terroristen (lt. UK-Ansicht) waren für die meisten Iren aber die Befreier.
Irland blieb übrigens im 2. Weltkrieg neutral.
So entscheidet schlußendlich nur die Sichtweise, ob jemand für ihn persönlich ein Terrorist oder Freiheitskämpfer ist.
Als einziges könnte man zur Bewertung die persönlichen Beweggründe für seine Taten heranziehen.
Aber wie sieht es schon mit der Begründung Angst aus?
Gruß
Norbert
Re: Ja, so war es,.....
Jolanda, Thursday, 23.10.2003, 02:35 (vor 8142 Tagen) @ Manfred
Als Antwort auf: Re: Ja, so war es,..... von Manfred am 22. Oktober 2003 14:50:09:
Was ich aber eigenlich sagen wollte ist, daß die Uniformierung der Soldaten im Grunde genau dieses beabsichtigt. Der Uniformierte soll seine Identität aufgeben und von andern (am besten auch von sich selbst) nicht als Individuum zur Kenntnis genommen werden. Ein mieses, perfides psychologisches Spielchen mit der Würde.
--- Das hat was...und findest du nicht auch, es hat was Erschreckendes und wie du sagst etwas Entwürdigendes.
Man holt sich die Soldaten doch an vielen Orten, indem man ihnen erzählt, wie wichtig sie sind und was für Patrioten sie sind, wenn sie für ihr Land kämpfen und dessen Einwohner. Und dann wenn sie mitmachen, dann steckt man sie alle in die selbe Uniform und von da an sind sie Kanonenfutter, nur noch eine Nummer, ein Soldat eben, ohne Namen, einfach ein Soldat und Soldaten sterben eben in Kriegen.
Es hat schon etwas sehr Entwürdigendes.
Es gibt dann dafür vielleicht einen Gedenktag, evtl. sogar einen Feiertag an welchem man den gefallenen Soldaten dann Gedenken kann. Aber das kommt mir dann schon ein bisschen vor wie eine Alibiübung, irgendwie muss man dann mindestens für die Anghörigen noch ein bisschen was tun, sonst könnte es ja passieren, dass man keine Soldaten mehr bekommt.
Das ist nun sehr ironisch und weit ausgeholt, aber irgendwie ist das ein falsches Spiel und die Verlierer sind doch auch die Soldaten, das sind doch auch Menschen, aber irgendwie ist es selbstverständlich geworden, dass die eben sterben können, sind eh meisten "nur" Männer.
Es grüsst dich
Jolanda
GI
Norbert, Thursday, 23.10.2003, 11:03 (vor 8141 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Ja, so war es,..... von Jolanda am 22. Oktober 2003 23:35:19:
Was ich aber eigenlich sagen wollte ist, daß die Uniformierung der Soldaten im Grunde genau dieses beabsichtigt. Der Uniformierte soll seine Identität aufgeben und von andern (am besten auch von sich selbst) nicht als Individuum zur Kenntnis genommen werden. Ein mieses, perfides psychologisches Spielchen mit der Würde.
--- Das hat was...und findest du nicht auch, es hat was Erschreckendes und wie du sagst etwas Entwürdigendes.
Man holt sich die Soldaten doch an vielen Orten, indem man ihnen erzählt, wie wichtig sie sind und was für Patrioten sie sind, wenn sie für ihr Land kämpfen und dessen Einwohner. Und dann wenn sie mitmachen, dann steckt man sie alle in die selbe Uniform und von da an sind sie Kanonenfutter, nur noch eine Nummer, ein Soldat eben, ohne Namen, einfach ein Soldat und Soldaten sterben eben in Kriegen.
Es hat schon etwas sehr Entwürdigendes.
Es gibt dann dafür vielleicht einen Gedenktag, evtl. sogar einen Feiertag an welchem man den gefallenen Soldaten dann Gedenken kann. Aber das kommt mir dann schon ein bisschen vor wie eine Alibiübung, irgendwie muss man dann mindestens für die Anghörigen noch ein bisschen was tun, sonst könnte es ja passieren, dass man keine Soldaten mehr bekommt.
Das ist nun sehr ironisch und weit ausgeholt, aber irgendwie ist das ein falsches Spiel und die Verlierer sind doch auch die Soldaten, das sind doch auch Menschen, aber irgendwie ist es selbstverständlich geworden, dass die eben sterben können, sind eh meisten "nur" Männer.
Es grüsst dich
Jolanda
Hi Jolanda
Wie entwürdigend dieses wirklich ist zeigt der Begriff GI, der für militärische Angehörige der USA verwendet wird.
GI steht für 'goverment issue', was soviel bedeutet, wie Regierungseigentum
((.
Daraus ergibt sich schonw wie mit diesem Eigentum umgegangen wird.
Die Handhabe in anderen Staaten ist aber nicht besser.
Gruß
Norbert
So ist es und...
Fritz, Tuesday, 21.10.2003, 01:54 (vor 8144 Tagen) @ Thorbjörn
Als Antwort auf: gibts auch im DLF... von Thorbjörn am 20. Oktober 2003 22:26:34:
[Hintergrund war eine Meldung in den 06.30-Uhr-Nachrichten am 07. Oktober im DLF, dass bei einem Massaker im Kongo eine große Anzahl von Menschen, "darunter viele Frauen und Kinder" getötet worden seien]
Sehr geehrter [...],
nach allgemeinem Verständnis sind nicht nur Kinder, sondern auch Frauen
wehrlos. Wer sie als Opfer nimmt, gilt als besonders niederträchtig, feige
und hinterhältig. Der Hinweis auf die "Schwachen" macht die Brutalität noch
deutlicher, die ein Massaker ohnehin voraussetzt.
Mit freundlichen Grüßen [...]
Volkher Just
DeutschlandRadio; Funkhaus Köln
Programm Deutschlandfunk
Zentrale Nachrichten, Ltg.
Raderberggürtel 40
50968 Köln
volkher.just@dradio.de
so wird es immer bleiben. Frauen sind wehrlos und schwach.
Der Mann böse und stark. Daraus folgt: Mann = Täter, Frau = Opfer
Lauter tolle Frauen eben und lauter dumme Kerle.
Re: So ist es und...
Manfred, Wednesday, 22.10.2003, 00:36 (vor 8143 Tagen) @ Fritz
Als Antwort auf: So ist es und... von Fritz am 20. Oktober 2003 22:54:24:
so wird es immer bleiben.
Das ist zu befürchten.
Dabei ist diese Denkweise sogar sachlich gesehen einfach dämlich!
Denn jeder männliche Soldat der erfolgreich von seiner ihm ja unterstellten Wehrhaftigkeit gebrauch macht, produziert damit beinahe unausweichlich ein männliches Opfer auf der Gegenseite.
Die Gehirnvernebelung durch dieses Klischee suggeriert uns, daß es quasi allen männlichen Soldaten möglich wäre, durch "wehrhaftes Verhalten" unbeschadet aus dem Krieg hervorzugehen.
Soldat A hätte überleben können, hätte er nur von seiner Fähigkeit sich zu wehren gebrauch gemacht! Selber schuld, soll das bedeuten!
Daß erfolgreiches "sich wehren" automatisch den Tod von Soldat B auf der anderen Seite bedeutet, muß man ja nicht wahrhaben. Man kann ja rechtzeitig das Gehirn ausschalten (oder die Hormone ein) um das schöne Klischee nicht zu gefährden.
Schöne Grüße,
Manfred
Re: Verletzte im Gaza-Streifen
Odin, Wednesday, 22.10.2003, 22:51 (vor 8142 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Verletzte im Gaza-Streifen von Andreas am 20. Oktober 2003 17:50:11:
Auch bei n-tv sind verletzte Männer keiner Erwähnung würdig.
"Am Morgen hatten Kampfflugzeuge ein Munitionslager palästinensischer Extremisten im Osten der Stadt bombardiert und zerstört. Dabei sind nach palästinensischen Angaben mindestens zwölf Menschen verletzt worden. Unter den Verletzten seien vier Frauen und vier Kinder, teilten palästinensische Ärzte mit."
Am Besten gleich eine Email schreiben, ob sie es bedauern, daß es nicht nur männliche Opfer gab.
Ich habe so eine Mail mal an Bayern 5 geschrieben und auch bald einen netten Brief mit einer Entschuldigung zurück bekommen.
Denn sie wissen oft gar nicht, was sie tun....