Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Arme Jungs

Odin, Monday, 20.10.2003, 20:43 (vor 8144 Tagen)

Gender Mainstreaming
Jungenarbeit – Mädchenarbeit – Koedukation
Arme Jungs?!
Die Jungs können einem schon leid tun – nix wie Ärger und Stress den ganzen Tag!
Nach der Schule treffen sich ein paar
Freunde und wollen auf der Wiese hinter
den Häusern Fußball spielen, nach spätestens
20 Minuten steht der Hausmeister
vor ihnen, macht Stress und vertreibt
sie.
Auf der Leopoldstraße, allgemeine Verkehrskontrolle.
Zwei Autos mit Fahrerinnen
werden durchgewinkt, das
nächste Fahrzeug mit einem etwa 20-
jährigen Fahrer türkischer Herkunft wird
rausgeholt, großes Programm mit Alkoholtest
und Verbandskasten usw.
WehrPFLICHT für Männer, das RECHT
auf Wehrdienst für Frauen.
Auf dem Pausenhof der Schule ist wieder
mal ein Gerangel, zwei der Schüler verlassen
- nachdem sie den Anschiss der
Pausenaufsicht kassiert haben - mit blutigem
Knie und blutender Nase den Platz.
Am Nachmittag bekommen sie noch mal
Ärger mit der Mutter, am Abend ein weiteres
Mal mit dem Vater. Beide beteuern
jedes Mal, dass sie nichts dafür könnten
und die anderen sie angegriffen hätten.
Im Jugendtreff sind ein paar attraktive
Mädchen, ein Besucher will auf sich aufmerksam
machen – zieht eine Show ab.
Die Mädchen kichern und kommentieren
sein Verhalten. Er setzt noch eins drauf,
die Mädchen stacheln noch etwas weiter
– das Ende vom Lied: der Junge bekommt
Ärger mit dem Team, weil er massiv
im offenen Treff stört. Die Mädchen
lassen ihn daraufhin links liegen und erklären,
dass sie mit einem, der nur Ärger
macht, nichts zu tun haben wollen,
der Rest der Clique lästert über den blöden
Auftritt des Jungen, und sie versuchen
ihrerseits ihr Glück bei den Mädchen.
1997 wurde der Vater eines 15-Jährigen
verurteilt, der den Anführer einer Jugend-
Gang niedergestochen und lebensgefährlich
verletzt hat. Diese Jugend-
Gang hatte den Sohn des jetzt Verurteilten
mehrfach bedroht, erpresst und
schwer zusammengeschlagen. Der Vater
hatte das Gefühl, dass die Polizei und die
Gesellschaft dem Problem nicht gewachsen
sind!
Im Bereich der Gewaltdelikte ist sowohl
der typische Täter als auch das Opfer
männlich, betrunken und polizeibekannt.
Das Alter liegt zwischen 14 und 25 Jahren
und dies hat sich im Laufe der letzten
30 Jahre nicht geändert. Weibliche Personen
sind bei diesen Delikten kaum beteiligt.
Als Täterinnen kommen sie praktisch
so gut wie nicht vor, als Opfer sind
sie etwa zu 16 Prozent betroffen.
Paul (oder Yunus) ist 15, ein ruhiger netter
Typ, der auch mal anderen hilft, er hat
auch zwei gute Freunde. Er kennt die
Regeln im Jugendtreff, hält sich meistens
an sie, und wenn er mit Regeln nicht klar
kommt, diskutiert er auch mal mit dem
Team darüber, versucht sie vielleicht
sogar zu verändern. Manchmal ist er wegen
der „Nebenwirkungen“ der Pubertät
»Nach wie vor bestehen erhebliche
geschlechtsspezifische
Lohnunterschiede, die Beschäftigungsquote
der Frauen liegt
noch immer 18 Prozentpunkte
unter der der Männer.«
»Wohin der Geschlechterkampf
führt: Männer landen als überflüssiges
Geschlecht in der Gosse,
Frauen werden zu Cyberbitches im
Chefsessel, und Kinder sterben
aus.«
(Trendforscher Matthias Horx)
etwas unsicher, vor allem die Pickel machen
ihm zu schaffen, heimlich hat er sich
jetzt mal Clerasil besorgt, vielleicht hilft
das ja etwas. Er steht auf Naime (oder
Andrea), deren Bruder und dessen Freunde
haben ihm aber unmissverständlich
klar gemacht, dass da gar nichts läuft,
weil er Deutscher (oder Türke) ist.
Ein Scheißspiel.
Jungen wie Mädchen haben - neben den
vielen Problemen, die sie gemeinsam
haben - auch ihre jeweiligen eigenen Probleme.
Die Sicht auf nur eine Seite verstellt
den Blick fürs Ganze.

Andreas Schmiedel
Jungenbeauftragter KJR (München)


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