Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind)

gaehn, Thursday, 16.10.2003, 14:36 (vor 8148 Tagen)

du schreibst in eurem komischen forum (naja das sind alle foren), das prostitution nicht freiwillig ist weil die frauen das letztenendes ja tun weil sie geld brauchen. oh well.
gibt es überhaupt eine einzige sache die man freiwillig tut?

ich esse weil ich hunger habe.
ich gehe zum rummel weil ich spass haben will.

ich möchte das verneinen, das man dinge freiwillig tut. das führt aber zur frage, wenn nun prostituion derselbe zwang wie alles andere, was ist dann daran verwerflich bzw. ab welcher art von zwang ist es verwerflich?

ich meine der zwang geld kann nicht verwerflich sein bzw. wenn er es ist, dann müsstest du gegen jede arbeit gegen geld sein. ich könnte mir noch vorstellen, das der zwang vielleicht mit dem zwang spass gemischt sein müsste um in deinen augen wohlgefällig zu sein. das würde aber bedeuten, das jede arbeit die keinen spass macht, auf demselben level verwerflich ist wie prostitution.

erklär das doch mal ganz genau, weil ich es eben nicht verstehe :-D.
ich selbst glaube, das du einfach gegen prostitution bist (was völlig legitim ist) und es am liebsten mit allen mitteln verbieten würdest.
gefallen würde mir, wenn du das einfach mal so sagen würdest hehe, denn dann wäre klar das es allein deine meinung ist die dich zu diesem urteil bewegt.

was mich angeht ist mir die prostitution relativ egal. ich denke das die leistung für den preis völlig überteuert ist. ausserdem ist sex soweit ich das verstehe, doch eher etwas was in eine beziehung gehört, ansonsten ist das ganze ziemlich bedeutungslos (aber ebeb das ist nur meine meinung).

grüsse

Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind)

Andreas, Thursday, 16.10.2003, 17:09 (vor 8148 Tagen) @ gaehn

Als Antwort auf: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) von gaehn am 16. Oktober 2003 11:36:10:

du schreibst in eurem komischen forum (naja das sind alle foren), das prostitution nicht freiwillig ist weil die frauen das letztenendes ja tun weil sie geld brauchen. oh well.

Das halte ich fuer ausgemachten Unsinn. Der groesste Teil aller Prostituierten geht diesem "Beruf" wohl freiwillig nach. Sonst kann ich mir nicht die vielen "Hobbyprostituierten" erklaeren, die eigentlich schon durch regulaere Arbeit Geld verdienen und sich durch diesen "Liebesdienst" etwas nebenher verdienen. Es mag wohl Prostituierte geben, die mehr oder weniger unfreiwillig in diese Sparte hineingerutscht sind - aus welchen Gruenden auch immer. Aber das ist wohl eine kleine Minderheit. Eine aehnliche Situation liegt auch in der Pornoindustrie vor. Mir kann niemand ernsthaft erzaehlen, dass diese Frauen alle "gezwungen" werden, sich als Pornodarstellerin zu verdingen.
Das ist ein feministisches Maerchen, um Maennern Schuldgefuehle einzureden. Das ist auch der Grund, weshalb der Feminismus am Ende scheitern wird: er akzpetiert keine anderen Meinungen, Ansichten und Lebensmodelle!

erklär das doch mal ganz genau, weil ich es eben nicht verstehe :-D.
ich selbst glaube, das du einfach gegen prostitution bist (was völlig legitim ist) und es am liebsten mit allen mitteln verbieten würdest.
gefallen würde mir, wenn du das einfach mal so sagen würdest hehe, denn dann wäre klar das es allein deine meinung ist die dich zu diesem urteil bewegt.

Da gibt es nicht viel zu verstehen. Xenia will wahrscheinlich - wie alle Feministinnen - anderen Frauen vorschreiben, was sie tun und was sie lassen sollen. Ihre Meinung soll zum allgemeingueltigen Dogma erhoben werden, dem alle Frauen folgen sollen. Man kann so etwas auch als "Entmuendigung" oder "Manipulation" bezeichnen.

schoene Gruesse
Andreas

Beruf:Hure

Dürüp, Thursday, 16.10.2003, 17:36 (vor 8148 Tagen) @ gaehn

Als Antwort auf: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) von gaehn am 16. Oktober 2003 11:36:10:

Hure ist ein Beruf. Die Ausbeutung einer Hure ist ein Verbrechen,
wie Ausbeutung immer ein Verbrechen ist.
Die Käuflichkeit einer sexuellen Handlung macht den Beruf
Hure nicht unmoralisch, sondern die Doppelmoral dieser
Gesellschaft.

Re: Beruf:Hure

Jolanda, Thursday, 16.10.2003, 20:41 (vor 8148 Tagen) @ Dürüp

Als Antwort auf: Beruf:Hure von Dürüp am 16. Oktober 2003 14:36:40:

Bingo, sehe ich auch so :-)

Gruss
Jolanda

Re: Beruf:Hure

Manfred, Thursday, 16.10.2003, 22:07 (vor 8148 Tagen) @ Dürüp

Als Antwort auf: Beruf:Hure von Dürüp am 16. Oktober 2003 14:36:40:

Hure ist ein Beruf. Die Ausbeutung einer Hure ist ein Verbrechen,
wie Ausbeutung immer ein Verbrechen ist.
Die Käuflichkeit einer sexuellen Handlung macht den Beruf
Hure nicht unmoralisch, sondern die Doppelmoral dieser
Gesellschaft.

Dem kann ich teilweise zustimmen, aber nicht völlig.
Einige Sachverhalte um den "Beruf" der Hure halte ich für moralisch nicht einwandfrei. Sicher es mag schlimmeres geben (ich selbst sehe es auch eher locker), aber nur die Art der Zurschaustellung kann z.B. für Jugendliche ein bedenkliches Vorbild abgeben. Des weiteren werden im Hurengewerbe auch
Triebe instrumentalisiert und es wird der ehelichen Untreue Vorschub geleistet. Völlig klar, daß daran sowohl Freier als auch ZuhälterIn nicht unschuldig sind.
Wollte es nur mal ergänzend anführen.

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Beruf:Hure

Jolanda, Friday, 17.10.2003, 01:55 (vor 8147 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Beruf:Hure von Manfred am 16. Oktober 2003 19:07:21:

Hallo Manfred

Klar, es gibt eine Moral und ich finde es gut, dass du die zur Sprache bringst, jeder muss selber entscheiden, ob er so etwas tun will, sich prostituieren oder diesen Dienst in Anspruch nehmen.

Aber ich würde deshalb nicht über diese Menschen urteilen, weder über die Freier noch über die Huren. Und ich weiss einfach, dass es nicht stimmt, dass die meisten Frauen, das nur unter Zwang tun, weil es gar keine andere Lösung gibt.

Es gibt eine Moral, richtig Manfred, das ist aber wieder ein ganz anderes Thema :-)

Es grüsst dich
herzlich
Jolanda

Re: Beruf:Hure

Peter, Friday, 17.10.2003, 02:02 (vor 8147 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Beruf:Hure von Jolanda am 16. Oktober 2003 22:55:22:

Ich sehe es wie Manfred - Hure ist ein Beruf, aber doch anders.

Jolanda:

Klar, es gibt eine Moral und ich finde es gut, dass du die zur Sprache bringst, jeder muss selber entscheiden, ob er so etwas tun will, sich prostituieren oder diesen Dienst in Anspruch nehmen.

Wenn Hure ein normaler Beruf waere, koennte das Arbeitsamt solche Stellen vermitteln bzw. bei Nichtannahme Arbeitslosengeld kuerzen. Gegen die (diskrete) Stellenvermittlung haette ich nichts, aber eine Verweigerung sollte nicht bestraft werden.

Aber ich würde deshalb nicht über diese Menschen urteilen, weder über die Freier noch über die Huren.

Dem schliesse ich mich an.

Gruss,

Peter

Re: Beruf:Hure

Pascha, Friday, 17.10.2003, 13:37 (vor 8147 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Beruf:Hure von Manfred am 16. Oktober 2003 19:07:21:

Einige Sachverhalte um den "Beruf" der Hure halte ich für moralisch >nicht einwandfrei. Sicher es mag schlimmeres geben (ich selbst sehe es >auch eher locker), aber nur die Art der Zurschaustellung kann z.B. für >Jugendliche ein bedenkliches Vorbild abgeben.

Hm, also Models stellen sich doch auch, also ihren Körper, zur Schau. Ist dieser Beruf dann nicht auch ein bedenkliches Vorbild?

Des weiteren werden im Hurengewerbe auch
Triebe instrumentalisiert und es wird der ehelichen Untreue Vorschub >geleistet. Völlig klar, daß daran sowohl Freier als auch ZuhälterIn >nicht unschuldig sind.

Das Argument kann ich jetzt nicht nachvollziehen. Was spricht denn dagegen, Triebe zu instrumentalisieren? Wem schadet man denn mit einen Apellieren an die Triebe? An was soll die Hure denn auch sonst apellieren, an den Verstand? Und wieso wird der ehelichen Untreue Vorschub geleistet? Ein Ehemann geht doch ohnehin nur dann zu einer Hure, wenn es im ehelichen Sexleben ohnehin schon kriselt. Angenommen mal, es gäbe keine Prostitution, und er wäre gezwungen, seine sexuellen Bedürfnisse nicht auszuleben, wäre der angeknacksten Ehe damit gedient?
Geht ein Ehemann zur Prostituierten, ist das doch wohl eher Sympton, NICHT der Grund, von ehelichen Problemen.

Pascha

Re: Beruf:Hure

Peter, Friday, 17.10.2003, 17:47 (vor 8147 Tagen) @ Pascha

Als Antwort auf: Re: Beruf:Hure von Pascha am 17. Oktober 2003 10:37:17:

Ein Ehemann geht doch ohnehin nur dann zu einer Hure, wenn es im ehelichen Sexleben ohnehin schon kriselt.

Das ist deine Meinung, hast du dafuer Belege? Ich teile deine Meinung nicht.

Angenommen mal, es gäbe keine Prostitution, und er wäre gezwungen, seine sexuellen Bedürfnisse nicht auszuleben, wäre der angeknacksten Ehe damit gedient?

Sexuelle Fantasien bei Frauen und Maennern haben wenig Grenzen, das macht sie noch nicht zu Beduerfnissen, die man ausleben muss. Keiner kann alle seine Fantasien ausleben, sondern muss sich fuer die entscheiden, die ihm am wichtigsten sind. Viele Ehemaenner schaffen die Begrenzung des Auslebens ihrer Wuensche aus sich selbst heraus, anderen kann gesellschaftlicher Druck helfen und manchmal gesetzliche Beschraenkungen.

Geht ein Ehemann zur Prostituierten, ist das doch wohl eher Sympton, NICHT der Grund, von ehelichen Problemen.

Das halte ich in vielen Faellen fuer falsch.

Gruss,

Peter

Re: Beruf:Hure

Pascha, Friday, 17.10.2003, 22:43 (vor 8147 Tagen) @ Peter

Als Antwort auf: Re: Beruf:Hure von Peter am 17. Oktober 2003 14:47:06:

Ein Ehemann geht doch ohnehin nur dann zu einer Hure, wenn es im ehelichen Sexleben ohnehin schon kriselt.

Das ist deine Meinung, hast du dafuer Belege? Ich teile deine Meinung nicht.

Hast Du denn Belege für einen anderen Sachverhalt? Ich meine nur, mir stellt die Vernunft die Frage, warum sollte ein Ehemann, der ein erfülltes Sexualleben mit seiner Frau hat, die Dienste einer Prostituierten in Anspruch nehmen? Schließlich ist das nicht eben billig, zudem besteht die Gefahr, dass jemand Bekanntes einen beobachtet, und das ist in der heutigen Gesellschaft nun mal peinlich.

Angenommen mal, es gäbe keine Prostitution, und er wäre gezwungen, seine sexuellen Bedürfnisse nicht auszuleben, wäre der angeknacksten Ehe damit gedient?

Sexuelle Fantasien bei Frauen und Maennern haben wenig Grenzen, das macht sie noch nicht zu Beduerfnissen, die man ausleben muss. Keiner kann alle seine Fantasien ausleben, sondern muss sich fuer die entscheiden, die ihm am wichtigsten sind. Viele Ehemaenner schaffen die Begrenzung des Auslebens ihrer Wuensche aus sich selbst heraus, anderen kann gesellschaftlicher Druck helfen und manchmal gesetzliche Beschraenkungen.

Und WARUM sollen sie ihre Fantasien nicht ausleben? Steht Dir doch frei, DICH einzuschränken. Geht uns doch alle nichts an, wie - und ob -anderen Leute ihre Sexualität leben. Warum sollten wir sie dazu zwingen? Ich denke nicht, dass uns das zusteht.

Geht ein Ehemann zur Prostituierten, ist das doch wohl eher Sympton, NICHT der Grund, von ehelichen Problemen.

Das halte ich in vielen Faellen fuer falsch.

So? Dann gib mir eine schlüssigere Erklärung.

Gruss,
Peter

Gruss zurück, Pascha

Re: Beruf:Hure

Manfred, Saturday, 18.10.2003, 00:29 (vor 8146 Tagen) @ Pascha

Als Antwort auf: Re: Beruf:Hure von Pascha am 17. Oktober 2003 10:37:17:

Hm, also Models stellen sich doch auch, also ihren Körper, zur Schau. Ist dieser Beruf dann nicht auch ein bedenkliches Vorbild?

Ich hab ausdrücklich den Terminus "bedenklich" gewählt und bitte ihn auch so verstehen zu wollen. Nämlich im Sinne von "wert darüber nachzudenken"
nicht einfach im Sinne von "schlecht".
Es erscheint mir als unangemmessene Vereinfachung der Problematik "Prostitution" einfach alle Prostituierten als gottlose verruchte Schwerstkriminelle zu betrachten. Umgekehrt ist mir aber auch die in letzter Zeit propagierte Sichtweise, jeder Hure müsse das "Herz aus Gold" zugestanden werden, zu billig und zu trendy.

Was den Vergleich mit dem Model angeht, geht das tatsächlich bereits mehr oder weniger in dieselbe Richtung (weniger bei einer Dame die Wintermäntel vorführt, mehr bei einer die nackt im Playboy posiert).

Des weiteren werden im Hurengewerbe auch
Triebe instrumentalisiert und es wird der ehelichen Untreue Vorschub >geleistet. Völlig klar, daß daran sowohl Freier als auch ZuhälterIn >nicht unschuldig sind.

Das Argument kann ich jetzt nicht nachvollziehen. Was spricht denn dagegen, Triebe zu instrumentalisieren? Wem schadet man denn mit einen Apellieren an die Triebe?

Ich sage nicht, daß es ausschließlich schädlich und verdammenswert ist. Ich sage nur, daß es womöglich nicht günstig ist den Moralbegriff allzu einfach dem Zeitgeist zu unterwerfen "Der Papst ist tot, es lebe Oswald Kolle". Triebe sind etwas, was nicht beliebig unserem Bewußtsein unterworfen ist. Wer Triebe allzu leichtfertig anstachelt handelt unter umstaänden unfair demjenigen gegenüber, der den Trieb zu unterdrücken hat und womöglich auch denjenigen gegenüber, die es trifft wenn der Trieb nicht hinreichen unterdrückt wird oder werden kann.

An was soll die Hure denn auch sonst apellieren, an den Verstand?

Diese Frage muß ich nicht beantworten, da ich ja keine Hure zu ihrem Tun ermuntere.

Und wieso wird der ehelichen Untreue Vorschub geleistet?

Ich wills mal so sagen: wer im Millionärslook durch die Armenviertel von LA schlendert, leistet dem Geschehen Vorschub, eins auf die Rübe zu bekommen. Solte sich die Armen jedoch gesetzestreu verhalten, ist wiederum der Aspekt einer evtl. unangenehmen Provokation zu bedenken.

Ein Ehemann geht doch ohnehin nur dann zu einer Hure, wenn es im ehelichen Sexleben ohnehin schon kriselt.

Das kann, muß aber nicht so sein.

Angenommen mal, es gäbe keine Prostitution, und er wäre gezwungen, seine sexuellen Bedürfnisse nicht auszuleben, wäre der angeknacksten Ehe damit gedient?

Ich weiß, das die Prostitution auch Vorteile hat.

Geht ein Ehemann zur Prostituierten, ist das doch wohl eher Sympton, NICHT der Grund, von ehelichen Problemen.

Nicht zwingend. Geh mal heimlich ein paarmal zur Prostituierten und sage es dann Deiner Frau... (Ist nicht persönlich zu nehmen)

Schöne Grüße
Manfred

Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind)

reinecke54, Thursday, 16.10.2003, 18:40 (vor 8148 Tagen) @ gaehn

Als Antwort auf: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) von gaehn am 16. Oktober 2003 11:36:10:

Es gibt doch auch Hurenorganisationen. Bekannt ist
Hydra e.V. oder auch das von einer Frau gefuehrte
Bordell Cafe Pssst http://www.cafepssst.de.

Aus dieser Ecke habe ich jedenfalls Interviews gesehen.
Diese Frauen sind gar nicht maennerfeindlich und haben
sogar Freude an ihrem Beruf. Mit der pauschale Aussage,
dass Prostitution nicht freiwillig sei, liegt Xenia
jedenfalls daneben.

Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind)

Jolanda, Thursday, 16.10.2003, 20:43 (vor 8148 Tagen) @ reinecke54

Als Antwort auf: Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) von reinecke54 am 16. Oktober 2003 15:40:15:

Ja mit dieser Aussage liegt sie wirklich daneben. Ich weiss nicht, was es ist, was Frauen so an diesem verzerrten Bild festhalten lässt, ich denke einfach, es geht hier wirklich darum, dass nicht sein darf, was nicht sein soll ;-))

Gruss
Jolanda

Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind)

gaehn, Thursday, 16.10.2003, 21:39 (vor 8148 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) von Jolanda am 16. Oktober 2003 17:43:51:

Ja mit dieser Aussage liegt sie wirklich daneben. Ich weiss nicht, was es ist, was Frauen so an diesem verzerrten Bild festhalten lässt, ich denke einfach, es geht hier wirklich darum, dass nicht sein darf, was nicht sein soll ;-))
Gruss
Jolanda

mhm nun die frage ist aber was genau steckt dahinter. ich meine warum darf sich eine frau unter dem blickwinkel der feministen nicht verkaufen? ich meine ich gehe jeden tag arbeiten und verkaufe mich damit auch. wo genau ist der unterschied, welche folgen hat das auf das feministische weltbild etc., da steckt eigentlich immer eine ganze menge dahinter.
genauso wie bei irgendwelchen nazis die behaupten, das ausländerhass durch ausländer entsteht keine frage damit haben sie sogar recht.
lustigerweise heisst das in der konsequenz, das alle menschenprobleme durch den menschen entstehen (was zweifelsfrei richtig ist), also könnte man ja einfach alle töten, aber hier haben die nazis ihren denkfehler.
interessant ist zu erfahren, wie abgeschlossen der feminismus ist. ich denke zwar das es diesbezüglich nicht weit her ist, aber interessant ist es trotzdem *g* (mal sehen ob xenia noch was schreibt, wäre jedenfalls nett).

grüsse

Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind)

Jolanda, Thursday, 16.10.2003, 22:35 (vor 8148 Tagen) @ gaehn

Als Antwort auf: Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) von gaehn am 16. Oktober 2003 18:39:31:

mhm nun die frage ist aber was genau steckt dahinter. ich meine warum darf sich eine frau unter dem blickwinkel der feministen nicht verkaufen?

--- Gute Frage, ich denke, es geht über den Verstand von gewissen Frauen hinaus, dass eine Frau freiwillig ihren Körper anbietet, sich penetrieren lässt für Geld. Ich kenne einige Prostituierte, die haben diesen Beruf gewählt, weil sie hier viel weniger arbeiten müssen und viel schneller gute Kohle machen. Der Verdienst den Sie als Bedienung hätten, der würde auch reichen um sie durchs Leben zu bringen, aber sie sagen, da muss ich mir stundenlang die Haxen abrennen und hier verdiente ich das selbe in viel kürzerer Zeit, kann es mir viel besser frei einteilen.

Es ist ein Ammenmärchen, dass die meisten Frauen zur Prostitution gezwungen werden, auch nicht weil sie Geld brauchen, es gibt andere Jobs, wo man auch durchs Leben kommt, bei uns sind Reinungsarbeiten recht gut bezahlt und Bedienungen in Restaurants verdienen auch genug um sich durchzubringen. Und von diesen Arbeitsstellen hat es genug die frei sind!

Es muss sich keine Frau prostituieren, weil sie sonst gar nichts anderes findet, das stimmt einfach nicht, zudem hätte sie dann immer noch die Wahl "Telefonsex" anzubieten, da werden auch immer Frauen gesucht und die haben ja nur verbalen Sex.

Ich habe schon mit unzähligen Prostituieren geredet in In- und Ausland und viele ärgern sich gerade über die Frauen, die immer so tun wollen, als handle es sich bei "Huren" immer um irgendwelche armen hilflosen Opfer, die aufs Brutalste ausgenommen und benutzt werden.

Es ist nicht so, ich kenne Frauen, die haben völlig freiwillig privat Annoncen geschaltet und ihre Dienste angeboten, sie finden hier nichts dabei, überhaupt nichts, und das ist nun mal eine Tatsache, auch wenn das einige einfach nicht wahr haben wollen.

Aber sag das mal als Frau....schmunzelt....was ich mir schon alles anhören musste, weil ich hier ganz anders denke, au weia...schmunzelt.

Aber was es nun alles für Gründe gibt, dass man auch heute noch behauptet, dass Frauen sich nur unter Zwang prostituieren würden und dass es schlecht ist, wenn eine Frau ihren Körper verkauft, das müssen dir die erklären, die glauben, dass das so ist ;-)

Es grüsst dich
Jolanda

Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind)

Pascha, Friday, 17.10.2003, 13:27 (vor 8147 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) von Jolanda am 16. Oktober 2003 19:35:59:

Hallo Jolanda,

es mag für die einheimischen Huren gelten, dass sie sich ihren Körper freiwillig verkaufen, aber bei den osteuropäischen Einwanderinnen sieht die Sache ganz anders aus.

Viele junge Frauen, besonders aus der Ukraine, Russland, Litauen und anderen Ländern mit niedrigem Lebensstandard, werden unter dem Versprechen eines Au-pair-Aufenthaltes oder dergleichen nach Deutschland gelockt, wo ihnen dann zuweilen auch noch die Pässe abgenommen werden und sie sich dann stundenlang irgendwelchen mittellosen Proleten als Kunden opfern müssen.

Vor einigen Wochen war ein langer Artikel im "Spiegel" darüber, schon mal gelesen?

Ich bin auch dagegen, aus irgendwelchen scheinheiligen Gründen Prostitution zu kriminalisieren, aber Menschenhandel IST ein Verbrechen, und der ist nun mal mit der Prostitution eng verbunden, weil Prostitution nun mal der einzige Wirtschaftszweig ist, in dem sich mit ungelernten jungen Frauen schnell Geld verdienen lässt.

Prostituition ist OK, solange die Prostituierte das Geld für ihre "Leistung" auch SELBST einstreicht, und NICHT irgendein osteuropäischer Lude sich seine Garage mit SLKs vollstellt mit dem Geld anderer.

Pascha

Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind)

Jolanda, Friday, 17.10.2003, 14:52 (vor 8147 Tagen) @ Pascha

Als Antwort auf: Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) von Pascha am 17. Oktober 2003 10:27:30:

Hallo Pascha

Auch hier ist zu differenzieren. Klar gibt es Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden, das ist aber schon nach heutigem Strafgesetz illegal, also das wird bestraft und ist ungesetzlich.

Ich kenne Russinen und Thailänderinen und Philipininen, die alle aus dem Rotlichtmilieu in die Schweiz kamen, die sind mittlerweile mit Schweizern verheiratet und teilweise schon wieder geschieden und kassieren Unterhalt vom Ex.

Die Russin hat mir erzählt, dass viele Frauen in Russland in die Schweiz kommen, weil sie hier einen Mann heiraten wollen, da würden sie am anfang in einem Cabaret arbeiten und die meisten würden dann schnell einen Mann finden, der sich ihrer annimmt.

Klar gibt es Zwangsprostitution und das ist aufs Schärfste zu verurteilen und zu bestrafen. Aber das ist ein kleiner Teil der Huren, die so arbeiten müssen.

Was mich ärgert, das ist einfach, dass man nun so tut, als ob jede Frau, die sich prostituiert, dass jede dazu genötigt wird und keine einzige das je freiwillig tun würde.

Ich will bestimmt nichts schön reden Pascha, du hast schon Recht, man darf nicht vergessen, dass es auch Unrecht gibt in diesem Milieu, ganz klar.

Nur sollten wir einfach der Wahrheit ins Auge sehen, das ist alles.

Es grüsst dich
herzlich
Jolanda

blabla

Xenia, Friday, 17.10.2003, 21:00 (vor 8147 Tagen) @ reinecke54

Als Antwort auf: Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) von reinecke54 am 16. Oktober 2003 15:40:15:

Mit der pauschale Aussage,
dass Prostitution nicht freiwillig sei, liegt Xenia
jedenfalls daneben.

Nur das ich diese Aussage so nie gemacht habe, wie wäre es, du würdest dich nicht einfach nur auf das verlassen, was andere Leute so reden, nur weil es zu deinen Vorurteilen über Feministinnen passt!

Xenia

Re: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind)

Xenia, Friday, 17.10.2003, 20:58 (vor 8147 Tagen) @ gaehn

Als Antwort auf: hey xenia eine frage? (und an alle die gegen prostitution sind) von gaehn am 16. Oktober 2003 11:36:10:

du schreibst in eurem komischen forum (naja das sind alle foren), das prostitution nicht freiwillig ist weil die frauen das letztenendes ja tun weil sie geld brauchen. oh well.

Ich sehe eigentlich nicht, warum ich diese Diskussion jetzt hier führen soll. Dies hier werden auch meine einzigen Antworten bleiben, weil ich nämlich nicht schon wieder als einzige bei einem Thema eine bestimmte Meinung vertreten möchte, bis dass sich dieser Thread verlängert und verlängert und zum dritten mal dann mein Ausschluß aus dem Forum gefordert, da hab ich auch noch anderes zu tun.

Also zur Klarstellung. Entgegen der Meinung der Leute, die mir hier Worte in den Mund legen, die ich nie gesagt habe, die so gütig sind, meine Meinungen zu beurteilen, obwohl sie diese Meinung nur durch jemanden kennen, der meine Texte nicht mal richtig verstanden hat, bin ich sehr wohl der Auffassung, dass manche Frauen sich freiwillig prostituieren.

Meine Frage ist jedoch, wie relativiert sich diese Freiwilligkeit, wenn ich feststellen muss, dass es doch einen äußeren Zwang gab, der die Frauen dazu brachte, sich zu prostituieren, z.B. Geldnot. Der übliche Einwand, der an dieser Stelle kommt ist: aber dann könnten sie ja auch was anderes machen. Ja, einfacher gesagt als getan, vor allem Zeiten von 4,3 Mio. Arbeitslosen. Wer Arbeit will, der findet auch; das ist ein zynischer Spruch, der an der Realität vorbeigeht, schlechte Ausbildung, mangelnde Kompetenz, Drogenabhängigkeit etc etc...

Der nächste Einwand der nun kommt, lautet für gewöhnlich: ja gut, aber andere Jobs sind doch auch mies, was soll bei Prostitution anders sein? Ich denke, dass diese Arbeit eine völlig andere Qualität hat, als andere Jobs, denn das, was bei anderen Jobs gewahrt wird, die Intimsphäre, wird hier durchbrochen. Die Prostituierte ist gewzungen, Sexualität zu "leben", aber nicht nach ihrer eigenen Vorstellung o.ä., sondern nach der des Freiers. Drastisch ausgedrückt, die Frau muss sich hierbei den Wünschen des Freiers unterwerfen. Nun kann man einwenden, dass dies in anderen Jobs ja wohl genauso ist, die Verkäuferin muss nett zu ihren Kunden sein, die Psychiaterin nett zu ihren Patienten. Ja, und alleine das kann schon schlauchen. Doch bei der Prostitution wird das imho nochmal potenziert, denn die Sexualität eines Menschen ist zunächst einmal etwas Privates, und dann auch etwas Existenzielles. Das Nichtausleben von Sexualität, Unterdrückung von Sexualität, Aufzwingen von Moralvorstellungen etc... wir wissen, das dies alles großen Einfluß auf uns haben kann, auf unser Wohlbefinden, unsere Psyche. Mit anderen Worten: Prostitution kann die Sexualität eines Menschen völlig zerstören, und damit den Menschen selbst (von den körperlichen Folgen fange ich jetzt gar nicht erst an). Und das finde ich ist das Gefährliche an der Prostitution.

Ich wiederhole nochmal, es geht hier um die Frauen, die sich aus einem äußeren Zwang heraus freiwillig prostituieren, und dies nicht innerlich gut verarbeiten können, bwz akzeptieren bzw aus Spaß oder Feude machen. Die gibt es ohne Zweifel, aber ich sehe nicht ein, warum deshalb jene Frauen, die das eben nicht unbeschadet überstehen, unter den Tisch fallen sollten.

gibt es überhaupt eine einzige sache die man freiwillig tut?

Meiner Meinung nach ja, Studieren z.B., man könnte auch eine Ausbildung machen oder gar nichts. Um bei deinen Beispielen zu bleiben: essen ist ein Muss, sonst sterbe ich, aber was ich esse unterliegt meiner feiwilligen Wahl. Das ist natürlich ein einfaches Beispiel. Das Zusammenspiel von Zwang und Freiwilligkeit kann sehr komplex sein, manche Zwänge erlegen wir uns selber auf, obwohl sie eigentlich nicht existieren, zwämnge können sehr individuelle sein, was andere als Zwang sehen, sehen wir als Freiwilligkeit etc...

ich esse weil ich hunger habe.
ich gehe zum rummel weil ich spass haben will.
ich möchte das verneinen, das man dinge freiwillig tut. das führt aber zur frage, wenn nun prostituion derselbe zwang wie alles andere, was ist dann daran verwerflich bzw. ab welcher art von zwang ist es verwerflich?

Ich argumentiere nicht auf einer moralischen Ebene.

ich selbst glaube, das du einfach gegen prostitution bist (was völlig legitim ist) und es am liebsten mit allen mitteln verbieten würdest.

Ja, da hast du dich aber erstens gewaltig geirrt und zweitens meine Texte nicht aufmerksam genug gelesen, mal abgesehen davon, dass dein Glaube dir wenig nützen wird. Ich bin nicht für ein Verbot der Prostitution, da dies nur den Menschenhandel begünstigen würde, ausserdem ist den Frauen nicht damit geholfen, wenn man sie auch noch kriminalisiert.

Ich bin dafür, dass die Situation der Prostituierten verbessert wird, in jeden anderen Arbeitsbereich wird heute über kürzere Arbeitszeiten, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall undundund gestritten, nur bei der Prostitution soll anscheinend alles so bleiben wie es ist. Mehr noch, wer Prostitution heutzutage kritisch beurteilt und nicht einfach nur sagt "ja wunderbar, lasse doch" wird sofort in die Ecke der verklemmten Moralapostel feministischer Prägung gestellt. Lieber total befürworten,als den anderen mal recht zu geben.

Es gab ja den Ansatz der Bundesregierung, die Prostitution zu einer Arbeit wie jede andere zu machen, nur wurde nicht dabei bedacht, dass die anfallenden Sozialabgaben auf den Lohn natürlich nicht gerne bezahlt werden, und die Prostituierten deswegen immer noch keine Altersabsicherng haben, weil sie dann halt schwarz arbeiten (und versuch mal nachzuweisen, dass eine Frau schwarz als Prostituierte arbeitet....). Genauso fehlt natürlich die gesundheitliche Absicherung (sofern nicht privat versichert, aber du meine Güte, erstens: wer nimmt eine Prostituierte da auf, und welche kann das auch bezahlen?), was natürlich das größte Loch ist, nicht nur der körperlichen, sondern der psychischen Beschwerden wegen, die da kommen können. Es hilft also erstmal gar nichts, Prostitution zu einem Job wie jeden anderen zu machen, denn er war es nie und jetzt ihn so mir nichts dir nichts zu allen anderen Jobs einzugliedern, bringt ja offenbar nicht viel. Eine Lösung kenne ich da auch noch nicht, zugegebenermaßen.

Was imho auch fehlt, ist eine intensivere Beschäftigung mit den Freiern.

Xenia

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