Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Lange Haare bei Polizisten

Joseph S, Thursday, 02.10.2003, 02:54 (vor 8163 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Lange Haare bei Polizisten von Martin am 01. Oktober 2003 18:27:33:

Hallo Martin

packt mich beim Anblick einer Bullette aber nur noch Wut, weil ich das sofort mit Frauenquote in Verbindung bringe.

Übertreib mal nicht. Nicht jede berufstätige Frau ist eine Quotenfrau. Gerade bei der Polizei
sind Frauen sinnvoll, wenn z.B. verdächtige Frauen durchsucht werden müssen.

Dazu kommt noch das wenig Respekt einflössende Äußere mit zum Teil bis zu den Hüften reichenden Haaren in Verbindung mit Bullenkäppi und Uniform.

Unterschätze die Kampffähigkeit von Frauen nicht! Die langen Haare stören dabei eigentlich
gar nicht. Die Polizistinnen, die ich auf einem Bahnhof eines Bundesligaanreisewegs gesehen
habe, sahen völlig unabhängig von ihrer Frisur alles andere als schwach aus.

DAS SIEHT SO WAS VON BESCHEUERT AUS!

de gustibus non est disputandum

Wenn man sich mal das Kopftuchurteil zum Maßstab nimmt, kann hier NUR Gleichbehandlung die Konsequenz sein, so rum oder so rum!

Beim Kopftuch kommt allerdings erschwerend das Recht auf freie Religionsausübung dazu.

Entweder Männer dürfen die heute längst gesellschaftsfähigen langen Haare haben, oder Frauen müssen sie kürzen

Da stimme ich sogar ohne Dein folgendes "oder" zu. Allerdings bevorzuge ich klar die erste Möglichkeit.
Auch hier kann man erkennen, wie manche Forderung, die scheinbar selbstverständlich an Männer
gestellt wird, sich klar als abwegig offenbart, wenn man sie in gleicher Weise an Frauen stellt.

Davon, daß Frauen die gleichen Nachteile wie Männer bekommen, haben nur Schadenfrohe etwas.
Besser ist, Männern die gleichen Vorteile wie Frauen zu gewähren.

Das ist in Anbetracht des selber gewählten Berufes absolut zumutbar.

Das sehe ich anders. Angesichts des aktuellen Arbeitsmarktes ist man oft gezwungen, einen
Beruf zu wählen, in dem einem vieles nicht gefällt, weil man keine wirklich andere Möglichkeit
bekommt. Daher finde ich wichtig, daß Arbeitgeber nur so weit Vorschriften machen dürfen, wie
es zur Ausübung der Tätigkeit wirklich notwendig ist. Daß Polizisten Uniformen tragen, ist
sinnvoll, weil ein schnelle Erkennbarkeit dieser Beamten oft ihre Arbeit erleichtert, aber
deswegen müssen sie nicht auch ihre Körper uniformieren.

Zumal lange Haare auch klar die Bewegungsfreiheit und den Blickwinkel einschränken können.

In der Zeit, als ich lange Haare trug konnte ich derartige Einschränkungen nicht beobachten.
Nicht alles, was als männlich gilt, ist deswegen auch praktischer.

Man kann doch nicht einerseits das Rollenklischee durchbrechen (Frauen bei der Polizei) und andererseits konservieren (lange Haare bei Frauen).

Viele können das.

Im übrigen frage ich mich, wie eine Organisation, in der die Freiheit des einzelnen derart
eingeschränkt ist, geeignet sein soll, die Freiheit der Bürger zu sichern. Von Menschen, die
derartigen Einschränkungen unterliegen, daß sie sich nicht einmal die Haare schulterlang
wachsen lassen dürfen, ist schwer zu fordern, daß sie trotz ihrer faktischen Macht deutlich
weiter gehende Freiheiten anderer Menschen respektieren. Genau diese Respektierung erwarte ich
aber von der Polizei. Daher schädigt die Haarlängenvorschrift bei mir das Ansehen der Polizei.
Erschwerend kommt der von Ferdi schon erwähnte Widerspruch mit dem Grundgesetz hinzu.
Viel vertrauenswürdiger erscheint mir eine Polizei, in der die Polizisten Menschen wie du und
ich mit vielen harmlosen Eigenarten sind. Sowas stört bei der Verbrechensbekämpfung nicht.

Wenn die Polizisten persönliche Unterschiede in ihren Gesichtern zeigen, haben sie weniger
Ähnlichkeit mit den gehörnten Tieren, mit denen sie nicht verglichen werden wollen.

Gruß
Joseph


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