RoteMännerInfo 56
RoteMänner!
Blaumänner und Graueminenzen!
Helden der Arbeit und der Freizeit!
Unter dem Vorwand eines neuen Reformvorschlags will die Oberfettnase der deutschen Industrie Rogowski zum Zweck der Ankurbelung der deutschen Wirtschaft Christi Himmelfahrt abschaffen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,266675,00.html
Das gibt dann sicher einen Wahnsinnsschub, die Börsenkurse werden explodieren. Was der Filialleiter der deutschen Reaktion damit auch preisgibt, ist der Vater- oder, wie man im Osten sagt, der Herrentag. Und das geht eindeutig zu weit! Alle Feiertage will er grundsätzlich auf’s Wochenende verlegen. Saublöd! Da ist doch eh‘ frei! Und komisch: In den USA und Japan machen sie’s genau andersherum: Wenn dort ein Feiertag auf’s Wochenende fällt, wird er montags nachgeholt. Zumal der Vatertag!
Ein neues Infomagazin der SPD mit dem Namen „Pluspunkte“ klärt auf: „Vor fünfzehn Jahren hat die SPD als erste Partei die Geschlechterquote eingeführt. Für neuen Schwung sorgt nun zusätzlich das Gender Mainstreaming-Prinzip.“ Diesen neuen Schwung registrierten wir jüngst bei den Wahlen in Bayern: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/3/0,1872,1020771,00.html Doch die sozialdemokratischen Mainstreamer geben nicht auf: „Zum festen Kanon des betrieblichen Weiterbildung gehört ab 2004 im Willy-Brandt-Haus ein ‚Genderkompetenztraining‘. Es wird für alle Beschäftigten des SPD-Parteivorstands verpflichtend angeboten. Im Vordergrund des zweitägigen Intensivseminars stehen Wissensaufbau, Einstellungsveränderungen und Verhaltensinnovationen,“ teilt „Pluspunkte“ weiter mit. Mit anderen Worten: Die Genossen im Parteivorstand kriegen ab 2004 eine kräftige Gehirnwäsche verpasst, um bei ihnen einen „genderbewussten und gendergerechten Sprachgebrauch“ zu implementieren. Das wird dann auch der Partei ganz bestimmt einen Riesenschub nach vorne geben! Das sozialdemokratische Dummdeutsch ist indessen – allem „Wissensaufbau“ zum Trotz – nicht besser geworden: Ein „verpflichtendes Angebot“! Das hat Otto Waalkes in den Siebzigern als Mantra der Buchhändler besser formuliert: „Du kaufst jetzt Hermann Hesse, sonst gibt’s was in die Fresse.“ Oh, ihr armen Kollegen im Willy-Brand-Haus, für euch gilt da schon eher „Du kaufst mir jetzt den Simmel ab, sonst schneid ich dir den...“ Kennt überhaupt noch jemand J.M. Simmel? Lange her!
Unser Leser Mike teilte uns folgende Informationen aus dem „handelsblatt“ vom 17. September mit, die leider nicht verlinkt waren:
„Frühere Altersteilzeit für Beamtinnen - EuGH rügt Diskriminierung
BERLIN. Weibliche Beamte können ab sofort schon ab dem 50. Lebensjahr und nicht wie bisher erst ab dem 55. Lebensjahr Altersteilzeit beantragen. (Nach dem Altersteilzeitgesetz) ...können Arbeitnehmer ab dem 55. Lebensjahr ihre Arbeitsbelastung durch Teilzeitarbeit deutlich reduzieren.... Weil Frauen fünf Jahre früher verrentet werden (Anm.: nämlich mit 60 Jahren statt mit 65 wie ihre männlichen Kollegen), kamen weibliche Beschäftigte auf diese Weise nur fünf, männliche dagegen 10 Jahre in den Genuß der Maßnahme. Nach Auffassung des Europäischen Gerichtshofes werden Männer auf diese Weise deutlich vor Frauen bevorzugt, ohne daß diese Nachteile gerechtfertigt werden.“
Merke: Wenn du erst mal EIN Privileg hast, kommen die anderen mit der Zeit von ganz alleine.
Die Überschrift der Woche fanden wir (wie meist) in der „taz“: „Münchner Neonazisse verhaftet“. http://www.taz.de/pt/2003/09/18/a0068.nf/text Wie ihr wisst, schätzen auch wir diese politisch korrekten weiblichen Formen über die Maßen – „Journaletten, Femitessen“. Das sei allen Friteusen ins Stammbuch geschrieben!
Auf dem zweiten Platz landete übrigens die Feststellung desselben Blatts „Mehr Frauen arbeiten weniger“. http://www.taz.de/pt/2003/09/18/a0084.nf/text „Nur 39,9 Prozent der Arbeitsstunden wurden etwa im Jahr 2000 von Frauen geleistet,“ klärt uns (mal wieder) Heide Oestreich auf. Sie sieht darin aber keine Privilegierung, sondern eine Benachteiligung der Frauen, so als wären es nicht Männer, die für deren geringere Arbeitsleistung sowohl durch Mehrarbeit als auch finanziell aufzukommen hätten.
Den dritten Platz belegte übrigens das Hamburger Abendblatt mit „Kerzenlichter gegen Brustkrebs“. Mit welch effektivem Engagement gutmeinende Christenmenschinnen zu Werke schreiten, lasen wir unter http://www.abendblatt.de./daten/2003/09/26/212081.html
Wenn Heide Oestreich bei der „taz“ mal keine Lust auf ein „Gender“- oder Familiethema hat (weil’s vielleicht nix hergibt für neue Fixierungen auf den Lieblingsfeind), dann darf jemand darüber schreiben, der es wirklich kann. Dieser Mensch heißt Christian Rath und liefert Beiträge, die man gerne weiterempfiehlt, so wie diesen: http://www.taz.de/pt/2003/09/24/a0134.nf/text
Den Schwachsinn von Forderungen, wie rabiate Fulltime-Eltern sie gerne stellen, bringt Rath eindrücklich auf den Punkt: „Eltern müssen geringere Beiträge zur Pflegeversicherung bezahlen - dies hat Karlsruhe bereits entschieden. Eltern sollen künftig bei Wahlen auch für ihre Kinder mitwählen dürfen, das fordern 46 Bundestagsabgeordnete. (...) Möglicherweise wird auch noch die Kraftfahrzeugsteuer für Eltern gesenkt, weil sie mit dem Auto ja künftige Rentenzahler in die Klavierstunde und zum Tennisverein fahren. Nur der Ausbau flächendeckender Kinderbetreuung kommt nicht voran. Und so fragt man sich mit der Zeit, ob all die diskutierten Sondervergünstigungen für Eltern nicht genau hiervon ablenken sollen.“ – Das ist einfach Klasse. Warum lässt die „taz“ Frau Oestreich nicht lieber eine Rätselseite betreuen?
Der Film „Rosenstraße“ hat wegen der besonderen Würdigung von Katja Riemanns Schauspielkunst beim Filmfestival von Venedig auf sich aufmerksam gemacht. Margarethe von Trotta, Maria Schrader, Katja Riemann – uns schwante nichts Gutes, schon als wir den Plott noch gar nicht kannten. Jetzt stellt sich heraus, dass hier für das Hohelied auf Männerleben rettende Powerfrauen die Geschichte ein klein wenig zurecht gebogen worden ist. Darauf machte jedenfalls der Berliner Historiker Wolfgang Benz in der „Süddeutschen“ unter dem Titel „Kitsch as Kitsch can“ aufmerksam. http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/167/18149/ Benz warf von Trotta überdies im Deutschlandfunk vor, „sie habe den Widerstand der dort 1943 gegen die Internierung ihrer Männer protestierenden Frauen zu einer ‚Klamotte’ verfälscht, die im Vorspann des Filmes bewusst den Eindruck erwecke, sie gebe die historischen Ereignisse authentisch wieder: „Das ist Geschichtsklitterung“. Einer der Überlebenden der Rosenstraße, Hans-Oskar Baron Löwenstein de Witt, habe sich inzwischen auch über den Film beklagt. Benz verwies auf die Studie des Historikers Wolf Gruner, die belege, dass nicht der Protest der Frauen die Freilassung bewirkt habe: ‚Die Internierten waren gar nicht zur Ermordung vorgesehen. Gruners Studie war ihr bekannt.’“ http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel741/
Wegen dieses kleinlichen Einwands gegen das ansonsten wohl allgemeinhistorisch gesicherte Faktum weiblicher Tollkühnheit und Tapferkeit ist Frau von Trotta jetzt sauer auf den Historiker und macht ihm einfach denselben Vorwurf: „Selber Geschichtsklitterer!“ Da hätten wir ehrlich gesagt mehr Phantasie erwartet.
Eine unserer seltenen Abbestellungen kam dieser Tage mit folgender Begründung an: „Ich halte nichts davon, daß man Mißstände beklagt, aber nichts tut, sie abzustellen. Die Gegenseite hat es doch vorgemacht: Es wurden Organisationen gegründet, die öffentlichkeitswirksam über alles und jedes Beschwerde führten. Und siehe da: es hat funktioniert. Sie hingegen bekommen nicht mal einen Verein auf die Beine; die ‚Männerberatung’ in Berlin dümpelt in irgend einer ‚Familienberatung‘ herum. So kann sich nichts ändern, da hilft kein Wimmern und kein Schrei'n.“ Der Absender blieb allerdings die Erklärung schuldig, bei welchen wegweisenden Aktivitäten ihn die RoteMännerRedaktion so schmachvoll hat im Regen stehengelassen. Das sind die Richtigen: Selbst noch nie was versucht, aber an denen rummeckern, die um Aufklärung bemüht sind. Ein leider sehr gängiges Geseiere, das von eher richtungslosem Aktivismus zeugt: „Ihr redet bloß, aber nur Handeln verändert die Welt.“ Nachdenken ist out, es lebe die Romantik der gedankenlosen Tat. Auch wenn man dabei dauernd nur gegen die Wand rennt. Beziehungsweise im vorliegenden Fall gar zu gerne Andere für sich gegen die Wand rennen lassen möchte ...
Muss ein geschiedener Mann weiter Unterhalt an den neuen Ehemann
seiner Ex-Frau entrichten, wenn diese stirbt? Möglicherweise muss er das! Ein geradezu unglaubliches Urteil, dass nicht mal große Wellen geschlagen hat: http://abcnews.go.com/wire/BackPage/reuters20030911_282.html
Übrigens auch in der deutschen Presse ohne großes Aufhebens zur Kenntnis genommen, hier von der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“: http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=1234219 Der bearbeitende Redakteur hat sich offenbar auch nicht sonderlich gewundert... Da wundert es UNS nicht, dass das Unterhaltsrecht für Geschiedene endlich auf den Prüfstand kommt, worüber ausführlich Heft 39/2003 des „focus“ berichtete, leider nicht online.
„Verpasst nicht die Rolle eueres Lebens,“ rät das nordrhein-westfälische Familienministerium in ihrer interessanten Veröffentlichung „Väter in Bewegung“: http://www.mgsff.nrw.de/familie/material/vaeterinbewegung.pdf Na bitte, man kann auch mal was für eine eher ordinäre Klientel tun – und wenn’s auch nur eine halbwegs gelungene und etwas oberflächliche Broschüre ist.
So, und jetzt Ruhe auf den billigen Plätzen, der Unterricht beginnt.
1. In unserer ersten Stunde erschauern wir vor den neuesten Modetrends, wo uns die Frauen demnächst – analog zu den neuen martialischen und schlägkräftigen Heroinnen des Kinos – zu Legionärinnen hochgerüstet werden.
2. Die Gemeinde Uetersen hat eine Frauenbeauftragte. Mit deren Bestallung hat man sich offenbar die Nervenklink zugunsten eines feministischen Biotops gespart. Sage keiner, unsere Kommunen wüßten nicht, wie man phantasievoll haushaltet.
3. Wer meint, er müsse unbedingt Sex haben, sollte vorher einen Vertrag darüber abschließen, dass dies in gegenseitigem Einvernehmen geschieht, damit er hinterher nicht wegen Vergewaltigung angeklagt wird: Standardverträge gibt’s jetzt online.
4. Keine Frau in Deutschland hat es in der Politik weiter gebracht als Heide Simonis. Und das, obwohl Feministinnen ihr ziemlich egal sind. Das wiederum ließ Frau Oestreich von der „taz“ nicht ruhen. „Darf die das?“
5. Über eine Reihe von Beiträgen zum Aufbruch der Männerrechtler berichtet uns Arne Hoffmann.
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MÄNNERDÄMMERUNG:
MODE MACHT FRAUEN 2004 „GÖTTLICH UND UNBESIEGBAR“
Männer interessieren sich in der Regel nicht sehr für den Fummel, den Frauen sich gerne schränkeweise anschaffen. Das könnte ein Fehler sein! Es scheint so, traut man den von der „FAZ“ am 26. August kolportierten Mutmaßungen der „New York Times“ über neueste Modetrends, als rüsteten die Frauen unter dem Vorwand, sich vor Kälte und gierigen Blicken schützen zu müssen, hemmungslos auf: http://www.faz.net/s/RubF7538E273FAA4006925CC36BB8AFE338/Doc~E98D55A8CB3FC4D0CB0DDC5DBF5B6DA3C~ATpl~Ecommon~Scontent.html#top
„Die Männerdämmerung schreitet voran,“ wird uns gleich eingangs finster bedeutet, ein Prozess, der demnach kaum noch aufzuhalten sein dürfte. Üblicherweise gibt es dann immer irgendeinen Sozialwissenschaftler, der nach Jahren der beruflichen Dürre eine intellektuelle Marktlücke nutzt, um sich selbst reich und ein wenig inspirierendes Thema wichtig zu machen. So auch hier:
„In seinem Buch ‚Mismatch’ behauptet der Politikwissenschaftler Andrew Hacker, die amerikanischen Frauen hängten die Männer in Sachen Bildung, Beruf, Gefühle und bald auch physisch in einem Ausmaß ab, welches das auf der Harmonie der Geschlechter gegründete Glück der Gesellschaft gefährde ...“ Wir selbst kennen nicht so wahnsinnig viele amerikanische Männer, wenn indessen ihr Alphatierchen „Dabbelju“ repräsentativ ist, haben auch wir keinen Zweifel mehr... Oder, um mit Volker Pispers zu sprechen: Das Intelligenteste an den Amerikanern sind wahrscheinlich ihre Waffen. Leichtes Spiel für Frauen jenseits des Atlantik, möchte man meinen. Falls diese nicht Opfer desselben Syndoms sind, was soziologisch doch sehr wahrscheinlich ist!
Die FAZ prognostiziert „das nächste Männer-Massaker“ – was in uns die Frage keimen lässt, welches denn das bisher letzte „Männer-Massaker“ gewesen ist, von der Bayernwahl jetzt mal abgesehen? Zumal es aufhorchen lässt wegen des dieser Formulierung immanenten Lustschreies, den ein Massaker an Frauen sicher SO nicht hervorgebracht hätte. Unsere Neugier wird umgehend befriedigt:
„Hacker porträtiere die Frau von heute als Superheldin, die sich durch eine zunehmend von männlicher Unzulänglichkeit geprägte Welt kämpft, so die Zeitung. Dieses Bild entstammt nicht von ungefähr der Populärkultur, wo die kämpferische, kriegerische Frau schon seit längerem auf dem Vormarsch ist ... Das nächste Männer-Massaker erfolgt im Oktober, wenn Quentin Tarantino im ersten Teil seines neuen Films ‚Kill Bill’ die blutrünstige Rächerin Uma Thurman auf die Leinwand schickt, um ihren verräterischen Liebhaber zu töten.“
Der gesellschaftliche Wandel, der sich in solchen Werken abzeichnet, spiegele sich jetzt
auch in der Mode wieder. So werde uns demnächst Damenmode präsentiert, die an Ritterkostüme erinnert, „Nicolas Ghesquieres Balenciaga-Kreationen schüchtern die Herrenwelt durch hohe, bedrohliche Schulterpartien ein“, kurz, die Frauen der nächsten Modesaison werden „göttlich und unverletzbar“ sein. Attribute, die uns einigermaßen lächerlich scheinen: Man stelle sich das Gelächter vor, wenn DAS jemand in Bezug auf Männer behauptete!
Zweifellos drückt sich in der Mode irgendwas aus. Wir sind bisher aber nicht davon ausgegangen, dass es der autonome Wunsch und Wille ihrer Konsumentinnen ist, den ausgerechnet Mode transportiert. Eher schon eine zunehmende Vertrottelung durch Reklame! Aber wahrscheinlich ist es durchaus sinnvoll, den konsumfreudigen Damen ihren Hang zum ungebremsten Geldausgeben auch weiter als unmittelbaren Akt ihrer individuellen Befreiung einzureden. Das System lebt schließlich von diesen kauflustigen Witwen in spe. Und darum werden sie in ihrer ganzen, auch gesellschaftlichen Position jetzt nicht nur ideologisch, sondern auch konfektionsmäßig enorm aufgerüstet:
„Das verletzliche Weibchen, das sich an die harte Männerbrust kuschelt, wird - so es denn irgendwo noch existieren sollte - im Herbst nichts zum Anziehen haben. Wohl aber der neue Typus der Kriegerin, die sich aggressiv, selbstbewußt und soldatisch kleidet.“ Dies kommt dann auch in der Werbung zum Tragen, wo Männer gar nicht mehr vorkommen – worin man im Vergleich zu ihrer derzeitig gängigen Präsentation als Vollidioten einen Fortschritt sehen könnte. Und was bei den Klamotten losgeht, macht auch vor anderen Branchen nicht halt, etwa beim Schmuck. Manchem Trend könnten wir dabei echt was abgewinnen:
„Die moderne Frau kauft sich ihre Klunker längst selber und betrachtet ihre Ringe als ‚Teil
ihrer Ausrüstung’ und Ausdruck einer ‚übernatürlichen Stärke’.“ Die angebliche Erschütterung der Männer ob solcher Trends dürfte sich entgegen den vor Erwartung vibrierenden Gesellschaftsreportern in FAZ und NYT in Grenzen halten. Vermuten wir mal! Vor allem bei denen, die noch nicht so blöde sind, jede Camouflage als authentische Identität zu nehmen und sich davon einschüchtern zu lassen. Unsere kleine Paquita läuft übrigens auch regelmäßig mit einem Superman-TShirt in unserer Redaktion herum... Wenn die beiden Postillen Recht hätten, wäre das entweder ein Anfall von Größenwahn oder der Anfang von unserem Ende, die RoteMännerDämmerung.
P.S. Als zwerchfellig-witzige Literaturergänzung empfehlen wir Wiglaf Drostes Mutmaßungen über den „gemäßigten Konsumfeminismus“, wie stets mit vielen neuen und interessanten Eigenschaftswörtern: http://www.taz.de/pt/2003/09/26/a0148.nf/text
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VON FRAUENBUSLINIEN UND ARTIGEN MÄDCHEN:
DIE UNGLAUBLICHEN ABENTEUER EINER STÄDTISCHEN FRAUENBEAUFTRAGTEN IN UETERSEN
„Bevorzugt die Politik die Männer?“ fragte am 23. September – und stellte sich dabei ganz dumm – das „Hamburger Abendblatt“, um selbst gleich im Untertitel ein lautes JAAA nur höchst mühsam zu unterdrücken: „Frauen fordern Gleichbehandlung bei der Verteilung öffentlicher Mittel.“ http://www.abendblatt.de./daten/2003/09/23/210846.html
„Keine Fußballplätze mehr bauen, weil sie überwiegend von Männern genutzt werden und dafür lieber die bei Frauen beliebten Büchereien erhalten? Eher den schulpsychologischen Dienst wieder einstellen, der überwiegend männliche Kunden hat, und dafür die weiblich dominierten Kreativkurse der VHS von Kürzungen verschonen? Mit derartigen Überlegungen dürfte die Uetersener Gleichstellungsbeauftragte Andrea Hansen sich in der angelaufenen Haushaltsdebatte nicht nur Freundinnen machen.“
So eine Gleichstellungsbeauftragte hat’s ja an sich schon schwer, ihr schieres Dasein immer wieder neu zu rechtfertigen. Im Prinzip ist sie für nichts so recht zu gebrauchen, und entgegen ihren lustvollen Erwartungen ist die Zahl sexueller Übergriffe auch viel niedriger als erhofft. Schon drei Jahre auf der Lauer und noch keine Vergewaltigung im Amtsbereich, da kann Enttäuschung aufkommen. Man muss diese Frauen verstehen! Für die ist das genauso, wie für viele Männer ein 0:0 im Fußball. Und genau denen wollen sie jetzt die Sportstätten schließen. Da wird dann ein Schuh draus. Vielleicht sorgen die ihrer Hobbys beraubten Jungs aus der Nordkurve dann dafür, dass so eine Gleichstellungsbeauftragte endlich mal was zu tun bekommt.
„’Von Kürzungen im Sozialen oder in der Kultur sind häufig direkt oder indirekt die Frauen betroffen. Die Männer hingegen verteidigen ihre Schonbereiche im Sport, bei der Wirtschaftsförderung oder beim Straßenbau’, so Hansen.“
Wirtschaftsförderung? Straßenbau? Alles männerpolitische Maßnahmen, weil in den Autos meistens Männer auf dem Weg zu ihrer Arbeit sitzen, die es nur aufgrund wirtschaftsfördernder Maßnahmen gibt, damit diese Autofahrer ihre Weibchen ernähren können? Irgendwie logisch. Aber nur irgendwie – wenn man nämlich so ein Schrumpfhirn hat wie diese Gleichstellungsbeauftragte.
„85 000 Euro sind für die Arbeit in dem von der Jugendpflegerin Silke Scheffler geleiteten Stadtwerkehaus vorgesehen. Dort treffen sich viele Mädchen zu Spielen und Arbeitsgruppen. Die Betreuung des problematischen, zahlenmäßig geringeren und männlichen Publikums im Jugendzentrum an der Berliner Straße unter Leitung von Jörg Hitz lässt die Stadt sich 142 000 Euro kosten. ‚Dürfen Mädchen finanziell bestraft werden, weil sie artiger sind?’ fragt Hansen.“
Nichts Grunzdoofes scheint Frau Hansen fremd. Weil in einem sozialen Brennpunkt mehr Geld zur Stabilisierung von Jugendlichen nötig ist als im Mittelstandskiez, hat sie gleich wieder ein treffliches Beispiel für die Fortsetzung der schon Äonen währenden Unterdrückung der Frau parat. Mit derselben Logik könnte sich ein „Blindarm“ beschweren, dass für ihn nicht soviel Geld ausgegeben wird, wie für den benachbarten Tumorpatienten: „Dürfen ‚Blindarme’ bestraft werden, weil sie gesünder sind?“ Schon schlimm genug, dass solche Armen im Geiste wie Frau Hansen mit Gleichstellungspöstchen belohnt werden, nur weil sie eine hinreichende intellektuelle Behinderung geltend machen können. Und die beweist Frau Hansen gerne und wiederholt, ja sie ist noch steigerungsfähig:
„Diskutiert wird ferner über Einschnitte bei der Stadtbuslinie 62, die von der Stadt mit 51 000 Euro gefördert wird. Bei der Verkehrszählung wurde aber zum Ärger Hansens nicht einmal überprüft, was die Gleichstellungsbeauftragte vermutet: Dass nämlich fast nur Frauen diese Busse benutzen.“
Man kann Frau Hansen eigentlich nicht besser beleidigen, als indem man sie einfach nur zitiert. Aber es hat auch etwas Köstliches, dass inzwischen schon Buslinien quasi in feministische und patriarchalische unterteilt werden müssen. Dieser Gleichstellungsbeauftragten macht wirklich keiner etwas vor! Nein, sie hat es schon vermutet: Dass dies eine Frauenbuslinie ist, an die hier die reaktionäre Axt angelegt werden soll.
„Die Uertersener Verwaltung jedenfalls hat Interesse an ihren Vorschlägen bekundet, und auch die SPD-Fraktion hat Hansen wegen ihrer Ideen schon eingeladen.“ Wahrscheinlich waren alle anderen Komiker für die bald wieder anstehenden Weihnachtsfeiern schon ausgebucht.
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LEBENSHILFE: DER SEX-VERTRAG
Nachdem immer mehr solcher Fälle publik geworden sind, geht bei manchen Männern inzwischen die Angst um, der Vergewaltigung bezichtigt zu werden, nachdem sie mit einer Frau ins Bett gegangen sind, die zu diesem Zeitpunkt keinerlei Widerstand zeigte. Wie kann man sich davor schützen?
Im EMMA-Forum wird inzwischen feministischerseits gefordert, man solle bei entsprechenden Prozessen grundsätzlich davon ausgehen, dass die Frau keinen Sex haben wollte: Der Mann habe im Falle eines Prozesses zu beweisen, dass seine Partnerin willig war. Aber wie lässt sich das bewerkstelligen?
Die Website [www.sex-contract.com] bietet eine Lösung an. In einem wasserdichten Formular kann hier jeder der Partner eintragen, wozu er bereit ist und wozu nicht. Beispielsweise kann er ankreuzen
( ) generelle Einwilligung zu Küssen von Mund zu Mund
Wenn ja, welcher Art:
( ) Küsse auf den geschlossenen Mund
( ) offenmundige Küsse auf die Lippen
( ) offenmundige Küsse mit Zunge
( ) leichtes Beißen und Nagen
( ) heftiges Beißen und Nagen
( ) Einwilligung zu Küssen auf Gesicht oder Hals
Wenn ja:
( ) Küssender wird für Schluckauf nicht zur Verantwortung gezogen
Und das ist nur die Rubrik zum Küssen. Das Formular erstreckt sich weiter bis zum Analverkehr.
Abschließend sollte der/die Unterzeichnende festhalten, dass
( ) er/sie volljährig ist,
( ) die nötige intellektuelle und emotionale Reife besitzt,
( ) er/sie diesen Vertrag ohne Zwang ausfüllte,
( ) er/sie dafür nicht finanziell entlohnt wurde oder werden wird,
( ) er/sie keinen Alkohol oder andere Drogen zu sich genommen hat, die
sein/ihr Urteilsvermögen beeinträchtigen könnten,
( ) ihm/ihr bewusst ist, dass dieser Vertrag reinen Informationszwecken
dient und nicht einklagbar ist, sowie dass er/sie seinen Inhalt mit einem
Anwalt aus seiner/ihrer Region durchsprechen kann.
Kurz: Eine praktische Sache, die man während eines Kerzenlicht-Dinners en passant über die Bühne bringen kann. Das erspart einem dann vielleicht sogar manches peinliche Stocken der Konversation.
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WARUM HEIDE SIMONIS NICHTS MIT FEMINISTINNEN ANFANGEN KANN
Heide Oestreich schrieb in der „taz“ eine Rezension über die Autobiographie von Heide Simonis. Heide Simonis ist für „Frauenfrauen“ eine sehr ambivalente Figur, kann die langjährige schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin doch den transusigen Jammerfemitessen rein gar nichts abgewinnen und hat es aber, obwohl Frau und damit qua Definition unterdrückt, in eines der höchsten politischen Ämter Deutschlands gebracht. Wie geht frau „mit so einer“ um? Heide Oestreich kann sich selbst gar nicht recht entscheiden. Einerseits bewundert sie das, was Simonis erreicht hat. Andererseits ist es doch höchst irritierend, dass sie das erreicht hat ohne den ideologischen feministischen Nippes, ohne männerkritische Larmoyanz, und ohne die ständige Rückversicherung über die Unterstützung ihrer geschundenen Geschlechtsgenossinnen.
„Aber immerhin handelt es sich um die erste und einzige weibliche Ministerpräsidentin, zu der es dieses Land je gebracht hat. Warum ist diese Dame allein auf weiter Flur? Wie ist sie dahin gekommen? Ja, das erklären die 240 Seiten tatsächlich, allerdings zwischen viel politischer Prosa von der Art ‚Die schönsten Reden der Heide Simonis’.“
Nichts lässt sich weniger verbergen als die Missgunst einer Frau, gell Frau Oestreich? Und deswegen wird alles auch für Feministinnen ein wenig einfacher verdaulich, wenn man zu Erkenntnissen wie der vordringt, Simonis hege „eine Abneigung gegen Frauen und eine Hinwendung zu Männern. Über Männer nämlich verliert Simonis kein schlechtes Wort, über Frauen dagegen oft. Der Ursprung: Der Vater war liebevoll und unterstützend, aber schwach. Die Mutter dagegen eine frustrierte, dominante Hausfrau ... Gegen die mütterliche Negativbestrahlung hat sich das asthmatisch-schwache Kind Heide offensichtlich früh ein dickes Fell zugelegt. So erklärt sich, dass vieles, was Feministinnen als Zumutungen eines patriarchal geprägten Systems beschreiben, ihr wohl weniger zu schaffen machte.“
Die Rückschlüsse, die aus solchen, von psychologischem Halbwissen zeugenden journalistischen Erkenntnissen eigentlich ausgehen müssen, sind: Mädchen mit liebe- und verständnisvollen Vätern, aber bärbeißigen Müttern werden keine Feministinnen, sondern lebenstüchtige und eigenständige Frauen. Zu Feministinnen werden demnach die Mädchen, die einen Poltervater und eine Heimchen-am-Herd-Mutter hatten, welch letzterer sie dann nacheifern, ständig leise grollend, aber viel zu komplexgesteuert, um im Leben mehr als eine Jammerhaltung zu erreichen.
Simonis’ Buch berichtet von dem Weg in die Position der ersten deutschen Ministerpräsidentin und schildert dabei laut Heide Oestreich „Szenarien, mit denen Feministinnen erklären, warum Frauen keine politische Karriere machen wollen. Es nimmt deshalb auch nicht Wunder, dass Heide Simonis ihr Verhältnis zu den Frauenrechtlerinnen ihrer Generation als ‚ambivalent, um nicht zu sagen: schwierig’ bezeichnet. ‚Viele Frauen wollten sich am liebsten immer nur als Opfer sehen, im Kreis hocken, Selbsterfahrung betreiben und ihre Wunden lecken’, so das herbe Urteil der Politikerin über die weibliche Hälfte ihrer Generation.“
Und damit ist die Ministerpräsidentin Heide Simonis gar nicht weit weg von der Einschätzung, welche eine vielerorts mal als „frauenverachtend“, mal sogar als Ausbund von „SM-Gewaltphantasien“ angefeindete Publikation wie das RoteMännerInfo auszeichnet. (Gut, unsere Gegnerinnen und Gegner sind in der Regel nicht die Hellsten...) Überhaupt kommt selbst die kritische Rezension nicht um das Eingeständnis herum, dass Simonis die Dinge einfach praktisch angegangen ist – wohl getreu dem bemerkenswerten japanischen Sprichwort „Löse das Problem – und nicht die Schuldfrage.“
„Praktisch. Überhaupt tat Simonis meistens das Naheliegende: Anstatt sich über mangelnde Chancen zu beklagen, nervt sie als Küken im Bundestag Fraktionschef Wehner so lange, bis er sie in den begehrten Haushaltsausschuss lässt. Dem hausarbeitsscheuen Mann begegnete sie mit Geschirrspülmaschine und Putzkraft.“ So einfach kann das sein, wenn’s einem nicht um die reine Lust am Gift- und Gallespucken geht. Und wenn das, die destruktive Lust am Marodieren, nicht vorhanden ist, kann man Menschen meistens das attestieren, was hier auch Frau Oestreich der Ministerpräsidentin Simonis ausdrücklich bescheinigt: eine gewisse Selbstdistanz.
Menschen, die diese nicht haben, sind in der Regel unerträglich.
http://www.taz.de/pt/2003/09/16/a0174.nf/text
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Zum guten Schluss ein paar Links, die uns Arne Hoffmann – wie folgt kommentiert – zuschickte:
Unter http://www.intrinet.de/regionales/suedwest/806,245713.html findet man den Artikel "Hunde und Jungen müssen draußen bleiben. Warum Männer angeblich benachteiligt werden, aber nicht darüber reden dürfen". Darin werden Michael Sawakis und seine Mitstreiter von der "Netzgruppe Männerrechte" vorgestellt (samt URL ihrer Website) sowie erklärt, in welcher Hinsicht Männer Benachteiligungen erfahren: etwa beim Opferschutz, auf dem Arbeitsmarkt oder im Gesundheitswesen.
In dem Artikel heißt es unter anderem: "Sämtliche Argumente der Männerrechtler werden mit Statistiken und Quellenangaben genau unterfüttert - als wollten die Männer sich im Vorhinein davor schützen, als Spinner oder `Weicheier´ abgetan zu werden. (...) Argumente haben die Männerrechtler also zuhauf gesammelt - viel bewirkt haben sie seit ihrer Gründung im Sommer noch nicht. Per Brief haben sie nun dem rheinland-pfälzische Ministerium für Bildung Jugend und Frauen diagnostiziert, die `Lebenswirklichkeit von Männern´ im Land zu ignorieren. Ähnliche Briefe haben auch schon das schleswig-holsteinische Frauenministerium, das Bundesforschungsministerium und der hessische Ministerpräsident Koch bekommen - mit wenig ermutigenden Ergebnissen, wie Michael Sawakis resümiert. Das Anliegen der Männerrechtler stoße auf Ablehnung, werde ins Lächerliche gezogen und nicht verstanden."
Der zweite Artikel steht unter http://www.intrinet.de/regionales/suedwest/806,245003.html im Web und ist überschreiben mit "Sind Frauen die wertvolleren Menschen? Männerrechtler
kritisieren: Es gibt zwar Frauenpolitik, aber keine Angebote für die Männer". Er paraphrasiert im wesentlichen den Inhalt des ersten Artikels.
Schließlich gibt es unter http://www.intrinet.de/news/meinung/810,246040.html einen Kommentar von Michael Schmitz zu diesem Thema: "(...) Der Mann als Benachteiligter, der
Mann als Opfer kommt in der öffentlichen Wahrnehmung so gut wie nicht vor - obwohl es ihn zweifelsohne gibt. (...) Dass in den letzten Jahren vielerorts aus `Frauenbeauftragten´ `Gleichstellungsbeauftrage´ wurden, war allerdings oft nur Namens-Kosmetik. Nur langsam setzt sich tatsächlich die Erkenntnis durch, dass es auch spezifische Probleme von Jungen und Männern gibt, dass auch sie gesellschaftlich benachteiligt sein können. (...) Wenn aber Männer so souverän wären und in der Gesellschaft so ungleich besser behandelt
würden, wie es uns immer noch suggeriert wird, warum ist dann beim vermeintlich starken Geschlecht die Selbstmordrate zwei- bis dreimal höher als bei Frauen? Warum werden dann ungleich mehr Männer als Frauen süchtig nach Drogen und warum landen viel mehr Männer in der Obdachlosigkeit als Frauen?"
Das war’s mal wieder, wir haben viel Neues gelernt und uns einen schönen Nationalfeiertag verdient. Besucht euere Kinder, wenn ihr welche habt und sie sehen könnt. Wenn ihr keine habt, macht welche! In diesem Sinne einen goldenen Oktober euch allen!
Euer RedManAlex
(30.09.03)
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findet! Schließlich findet ihr die Infos regelmäßig auch in Monis Forum http://www.f27.parsimony.net/forum66387/ sowie in Tommys Forum http://f27.parsimony.net/forum66375/
Re: RoteMännerInfo 56
Als Antwort auf: RoteMännerInfo 56 von Alex Bark am 30. September 2003 10:26:14:
Einer der Links in anklickbarer Version, weil ich die Artikel wirklich super finde:
http://www.intrinet.de/regionales/suedwest/806,245713.html