Leserbriefe zu Spiegel-Artikel
Hier die im Spiegel abgedruckten Leserbriefe zu "Eine Krankheit namens Mann":
Der Mann" als solcher ist also eurer Mei-
nung nach zum "Aussterben" verurteilt?
Wegen seines "verrottenden Y-Chromo-
soms"? So, so! Wisst ihr was? Gegen eine
solche biologistische Mental-Diarrhö, gegen
diesen sexistischen Schwachsinn, argumen-
tiert ein gebildeter Mensch nicht mehr! Ihr
seid intellektuell nämlich nicht mehr satis-
faktionsfähig und habt euch für mich aus je-
der ernsthaften Debatte verabschiedet.
(yyy)
Der amüsante Artikel stellt mit typisch
weiblicher Logik und Überheblichkeit die
Tatsachen einfach auf den Kopf. Seit Jahr-
zehnten weiß man, dass der Besitz von
zwei Y-Chromosomen den Träger dumm
macht. Mit zwei X-Chromosomen verhält
es sich ebenso. Das weiß man schon länger,
denn alle Genies der Menschheitsge-
schichte hatten ein Y- und ein X-Chromo-
som. Oder ist etwa Sokrates deswegen so
berühmt, weil er mit Xanthippe verheira-
tet war? Das Y-Chromosom benutzt die Ei-
zelle zu seiner Reproduktion. Die Chance
der Frauen besteht darin, dass das vom Va-
ter stammende X-Chromosom vom väter-
lichen Y durch Rekombination etwas auf-
gepeppt werden kann. Viel hilft das nicht.
(yyy)
Auf den Gedanken, dass die Natur sich et-
was dabei denkt", wenn sie das Y-Chro-
mosomen über 300 Millionen Jahre etwas
verkleinert, kommt natürlich keiner. Statt-
dessen gibt es haarsträubende Theorien
darüber, dass der Mann gleich morgen Früh
ausgestorben ist. Ach übrigens, unser Ge-
schlecht hat Symphonien, die Relativitäts-
theorie, die Pyramiden erschaffen und ist
auf dem Mond gelandet. Dafür habe ich
gern sechs Jahre weniger AIzheimer.
(yyy)
Und warum es Männer gibt? Trotz der Mor-
de, Schandtaten und der männlichen Min-
derintelligenz? Ganz einfach": Ohne Män-
ner sterben die Menschen aus! Warum? Wer
soll denn dann Jobs ausführen wie: Com-
puter installieren, Kisten tragen, verstopfte
Rohre reparieren, Tiere schlachten, aus-
nehmen, grillen, Rasen mähen, Elektro-
geräte reparieren. Zwei Prozent der Frauen
vielleicht, mehr aber bestimmt nicht!
(yyy)
Ich glaube, die Frage stellt sich überhaupt
nicht, wer in einer Welt ohne Männer die
Spinnen im Schlafzimmer töten" oder
den Roadster reparieren" würde. Meiner
bescheidenen männlichen Meinung nach
würde es gar keine Schlafzimmer oder Au-
tos geben, vielmehr würden die Urfrauen
immer noch in der afrikanischen Steppe
ums Lagerfeuer sitzen und lange, lange Dis-
kussionen über Gott und die Welt führen.
(yyy)
Einfach erstaunlich, wie Sie es schaffen, von
einem 125 000 Jahre in der Zukunft liegen-
den Ereignis den Bogen zum Jahr 2003 zu
schlagen, um zu belegen, dass der Unter-
gang" des Mannes, wenn nicht schon bio-
logisch, dann aber doch soziologisch bereits
in vollem Gange sei. Ihr Artikel malt den
Alptraum des entthronten Herrschers an
die Wand, dass die Frauen bald gänzlich
ohne ihn überleben könnten, welch
Schrecken! So ist Ihre Titelfrage, warum es
überhaupt Männer gibt, rein theoretisch
und schlicht eine Strategie, um Mitleid zu
erregen und die Krise" zu dramatisieren.
(xxx)
Ich bin gewiss keine Feministin. Aber die-
ser Artikel ist die geeignete Lektüre, um
der zuweilen vom starken Geschlecht zur
Schau getragenen Überheblichkeit entge-
gen zu wirken. Ich habe herzhaft gelacht.
(xxx)
Gesellschaftlich bleibt die Aufgabe, den In-
teressen und Bedürfnissen beider Ge-
schlechter gerecht zu werden, ohne wie
zurzeit einseitig nur das Weibliche zu för-
dern. Die Natur selbst wird Auswege aus
dem weiteren Verfall des Y-Chromosoms
finden. Auf das Erfolgsmodell Mann wird
sie dabei ganz sicher nicht verzichten.
(yyy)
Der Übergang von der biologischen in die
technische Evolution ist in vollem Gange -
und es wird mit Sicherheit wesentlich we-
niger als 5000 Generationen dauern, bis
der Mensch - egal, ob männlich oder weib-
lich - sich von seiner sterblichen biologi-
schen Daseinsform verabschiedet hat.
(yyy)
Als Vater von vier erwachsenen Töchtern
verspüre ich überhaupt keine Zukunfts-
angst. Im Gegenteil: Als noch Überleben-
der der männlichen Spezies fühlte ich mich
schon heute in einer Welt ohne Oberkleri-
ker und diverser Rambo-Regierungschefs
erheblich wohler.
(yyy)
Unsere Außenministerin wurde von einem
Mann ermordet. Es ist allerhöchste Zeit,
entweder den Mann, die Macht des Mannes
oder das Testosteron endlich von unserem
Planeten so schnell wie möglich zu entfer-
nen, Jahrtausende Jahre Männermacht ha-
ben unseren Planeten fast total zerstört.
(yyy)
Männer mit fehlerhaften Genen drücken
natürlich die Gesamtstatistik nach unten.
Der Mann mit gesundem X- und Y-Chro-
mosom repräsentiert jedoch weiterhin das
starke Geschlecht. So sind gesunde Männer
besser in der Lage, Giftstoffe zu verarbeiten,
sie sind körperlich stärker und emotional
stabiler. Da der Konkurrenzkampf unter
Männern mit harten Bandagen (Imponier-
gehabe wie Alkohol, Rauchen, riskantes
Verhalten) gekämpft wird, bleiben viele auf
der Strecke. Würden Frauen darin einbezo-
gen, wäre ihre Lebenserwartung deutlich
niedriger als die der Männer.
(yyy)
Sie vergessen vollständig, dass aus anthro-
pologischer Sicht das männliche Geschlecht
mit der Weitergabe positiver Mutationen
über das Y-Chromosom den Entwick-
lungsfortschritt der Menschheit zum
Homo sapiens vom Menschenaffen
über den Neandertaler erst ermöglicht
hat. Auch Aggressivität, kriminelles
Verhalten et cetera resultieren aus der
genetischen Dominanz der männli-
chen Tiere, die für Nahrung, Wild-
beute, Verteidigung über zwei Millio-
nen Jahre sorgen mussten, während
die weiblichen Tiere ("Frauen") den
Nachwuchs betreuten, das Haus hüte-
ten und das mühsam errungene Feu-
er nicht ausgehen ließen.
(yyy)
Das Y-Chromosom schrumpft" nicht,
sondern spezialisiert sich! Es
schrumpft so wenig, wie der Mensch
schrumpft, der Fett abbaut. Das Y-
Chromosom ist die großartige Ein-
richtung, durch welche die Natur auf
dem Weg zum Mann und damit zum Men-
schen sich selbst überragte und neu orien-
tierte! Im Y-Chromosom durchbricht sie den
Modus der bloßen Wiederholung, wie dieser
sich im XX-Format darstellt, um sich Neuem
zu widmen. Das Y-Chromosom ist der Um-
schlagsplatz der menschlichen Evolution.
(yyy)
