Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Gewalt ist nicht (nur) männlich

Arne Hoffmann, Saturday, 20.09.2003, 17:26 (vor 8174 Tagen)

Howdy :-)

Die Hannibals, Anita Heiligers und Dieter Ottens in der Geschlechterdebatte erhalten von Wissenschaftlern aufgrund neuester Erkenntnisse immer mehr Gegenwind.

Einen hübschen Beitrag dazu findet man unter http://idw-online.de/public/pmid-66838/zeige_pm.html. Hier nur einige Passagen daraus:

"Gewalt ist männlich" - diese, typischerweise durch Medien vermittelte Aussage ist falsch. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler, die sich im Rahmen einer Tagung an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) mit dem Themenfeld "Geschlecht - Gewalt - Gesellschaft" auseinandersetzen.

(...)
Ausgangspunkt der Überlegungen war die zunehmende Aufmerksamkeit, die seit einigen Jahren in der massenmedialen Berichterstattung und in den Sozialwissenschaften dem Aufsehen erregenden Thema Frauengewalt - speziell mit Blick auf Vorfälle häuslicher Gewalt - gilt. Da allein die Problematisierung einer systematisch auftretenden Form von "männlicher" Gewaltausübung durch Frauen den üblichen Wahrnehmungen von Gewalt als ausschließlich männliches Phänomen widerspricht, standen neben der Beschäftigung mit gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen auch Fragen grundsätzlicher Art im Zentrum des Interesses. Hierzu gehört beispielsweise die Frage nach der gesellschaftlichen Funktion der "traditionellen" Aufteilung in männliche Täter und weibliche Opfer oder die Frage, ob Emanzipation weibliche Verbrecher schafft. Ist die weibliche Delinquenz mitverantwortlich für den vielfach beklagten Anstieg der (Jugend)Kriminalität oder ist Gewalt nach wie vor ausschließlich männlich besetzt?
(...)
Prof. Dr. Ulrike Popp, Klagenfurt, verwies darauf, dass sich die vorherrschende Definition von Gewalt fast ausschließlich auf strafrechtlich relevante Delikte oder physische Gewalt mit Verletzungs- oder Tötungsfolgen beziehe. Jedoch belegten Untersuchungen zu den Ausdrucksformen weiblicher Aggression, dass eine Erweiterung des Gewaltbegriffes um Kategorien wie Mobbing, Stalking, psychische und verbale Gewalt das Verhältnis von männlicher zu weiblicher Täterschaft deutlich zu "Ungunsten" der Frauen verschieben würde. Dagegen werde in den Medien und in weiten Teilen der Wissenschaft ständig darauf verwiesen, Gewalt sei ein Männermonopol, was zu einer erheblichen Verzerrung der gesellschaftlichen Realität beitrage. In den USA habe sich zum Beispiel gezeigt, dass im Bereich der häuslichen Gewalt Männer wie Frauen in ähnlichem Umfang gewalttätig würden - allerdings mit unterschiedlichen Mitteln. Studien der Universität Potsdam zeigen, dass Männer bei sexueller Gewalt häufiger in Erscheinung treten und mit Gewalt eher die Frauen verletzen, bei physischer Partnergewalt Frauen dagegen ein breiteres Spektrum von Gewalt anwenden, berichtete Prof. Dr. Barbara Krahé. (...)<<<

Laut dieser Website sollte ein Tagungsband schon im August im Buchhandel erscheinen, laut Amazon dauert das noch bis Dezember. Gestern durfte ich anlässlich eines Interviews einen Einblick in die Inhaltangabe dieses Tagungsbandes nehmen; sie liest sich sehr vielversprechend.

Insbesondere macht es mich ausgesprochen zufrieden, dass sich mehr und mehr WissenschaftlerINNEN dem Problem der Frauengewalt stellen. Autoren wie Anthony Clare ("Männer haben keine Zukunft") diffamieren diese Debatte immer noch als eine männliche Strategie, um der eigenen Gewaltbereitschaft nicht ins Auge sehen zu müssen. (Bekanntlich sind ja sämtliche Männer den ganzen Tag über hauptsächlich mit Prügeleien beschäftigt.) Allerdings ging die Forschung über weibliche Täter von Anfang an auch stark von Frauen wie etwa Susanne Steinmetz und Erin Pizzey aus. Dass sich jetzt auch in Deutschland zunehmend Wissenschaftlererinnen finden, die die Scheuklappen der feministischen Ideologie ablegen, halte ich für ein sehr gutes Zeichen. :-)

Die Frage, welche gesamtgesellschaftlichen BEDÜRFNISSE damit erfüllt werden, dass entgegen den vorliegenden Erkenntnissen Männer in die Täter- und Frauen in die Opferrolle gepresst werden, erscheint auch mir einer vertieften wissenschaftlichen Untersuchung wert. (IMHO naheliegende und durch die existierende Forschung gestützte Thesen: "Viele Männer wollen nicht als Opfer erscheinen, um nicht an Stärke, Status und erotischer Atraktivität zu verlieren und als Weicheier/Jammerlappen gebrandmarkt zu werden" sowie "Viele Frauen wollen die Privilegien nicht aufgeben, denen ihnen ihr alleiniger Opferstatus verschafft. Ein weibliches Opfer erfährt beim männlichen Gegenüber keinen Verlust an erotischer Attraktivität, sondern kommt stattdessen in den Genuss umfassender Hilfe und Mitgefühls.")

Herzlicher Gruß (falls Joachim diesen Text wieder übernimmt auch ans EMMA-Forum :-)

Arne

Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich

Odin, Saturday, 20.09.2003, 18:05 (vor 8174 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Arne Hoffmann am 20. September 2003 14:26:41:

Ist eigentlich schon etwas bekannt, welches Ergebnis diese Studie haben wird, die vom Ministerium für Frauen, Hausfrauen, Mädchen und Seniorinnen in Auftrag gegeben wurde? Ich glaube zwar, daß diese Untersuchung (über Männer als Opfer häuslicher Gewalt) bis März läuft, aber vielleicht hat ja schon jemand was vorab gehört. Ich denke, daß sich durch diese Studie einiges verändern wird.

Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich

Andreas, Saturday, 20.09.2003, 18:37 (vor 8174 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Odin am 20. September 2003 15:05:47:

Ist eigentlich schon etwas bekannt, welches Ergebnis diese Studie haben wird, die vom Ministerium für Frauen, Hausfrauen, Mädchen und Seniorinnen in Auftrag gegeben wurde? Ich glaube zwar, daß diese Untersuchung (über Männer als Opfer häuslicher Gewalt) bis März läuft, aber vielleicht hat ja schon jemand was vorab gehört. Ich denke, daß sich durch diese Studie einiges verändern wird.

Was soll sich denn durch diese Studie aendern? Diese Studie wurde vom Frauenministerium in Auftrag gegeben. Das Ergebnis duerfte damit bereits von vornherein feststehen: Maenner sind immer Taeter, Frauen prinzipiell nur Opfer. Was erwartest Du denn?

schoenen Gruss
Andreas

Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich

Arne Hoffmann, Saturday, 20.09.2003, 21:45 (vor 8174 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Odin am 20. September 2003 15:05:47:

Ist eigentlich schon etwas bekannt, welches Ergebnis diese Studie haben wird, die vom Ministerium für Frauen, Hausfrauen, Mädchen und Seniorinnen in Auftrag gegeben wurde? Ich glaube zwar, daß diese Untersuchung (über Männer als Opfer häuslicher Gewalt) bis März läuft, aber vielleicht hat ja schon jemand was vorab gehört. Ich denke, daß sich durch diese Studie einiges verändern wird.

Nein, es ist noch nichts bekannt. Ich bin sehr gespannt. Wenn die Studie das alte Klischee vom Mann als fast alleinigen Täter wiedergibt, bin ich gespannt, wie sie dies mit den bisher existierenden deutschen Studien dazu in Deckung bringen wollen. Und wenn die Studie die bisherigen Studienergebnisse bestätigt, bin ich gespannt, mit welchen Mitteln das Frauenministerium sie unter dem Tisch halten will.

Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich

Bruno, Monday, 22.09.2003, 14:50 (vor 8172 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Odin am 20. September 2003 15:05:47:

Ist eigentlich schon etwas bekannt, welches Ergebnis diese Studie haben wird, die vom Ministerium für Frauen, Hausfrauen, Mädchen und Seniorinnen in Auftrag gegeben wurde? Ich glaube zwar, daß diese Untersuchung (über Männer als Opfer häuslicher Gewalt) bis März läuft, aber vielleicht hat ja schon jemand was vorab gehört. Ich denke, daß sich durch diese Studie einiges verändern wird.

Hallo Odin,

da die Studie vom Frauenministerium in Auftrag gegeben wurde, also dem Ministerium, das jahrelang die Relevanz von häuslicher Gewalt gegen Männer unter den Tisch kehrte, befürchte ich, dass die Studie dazu dient, dies zu bestätigen. Das ist ungefähr so, wie wenn die Zigrattenindustrie eine Studie über die Gesundheitsgefahren des Rauchens in Auftrag gibt.

Gruß

Bruno

Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich

Odin, Tuesday, 23.09.2003, 00:21 (vor 8171 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Bruno am 22. September 2003 11:50:42:

Hallo Odin,
da die Studie vom Frauenministerium in Auftrag gegeben wurde, also dem Ministerium, das jahrelang die Relevanz von häuslicher Gewalt gegen Männer unter den Tisch kehrte, befürchte ich, dass die Studie dazu dient, dies zu bestätigen. Das ist ungefähr so, wie wenn die Zigrattenindustrie eine Studie über die Gesundheitsgefahren des Rauchens in Auftrag gibt.
Gruß
Bruno

Finde ich etwas negativ gedacht. Die Tatsache, daß man eine solche Studie beauftragt hat, deutet ja schon darauf hin, daß man da ein Problem sieht. Kein Ministerium kann aber "auf Verdacht" Maßnahmen beschließen, sondern muß sich da schon von einer Studie bestätigen lassen - noch dazu bei so starkem Gegenwind, der da drohen könnte. Jedenfalls traue ich Renate Schmidt da einiges mehr zu, als ihrer Vorgängerin. Einige ihrer Aussagen deuten darauf, daß sie sich sehr gut in die Situation von Männer einfühlen kann.

Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich

Nick, Tuesday, 23.09.2003, 00:46 (vor 8171 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Odin am 22. September 2003 21:21:34:

Jedenfalls traue ich Renate Schmidt da einiges mehr zu, als ihrer Vorgängerin.

Einige ihrer Aussagen deuten darauf, daß sie sich sehr gut in die Situation von Männer einfühlen kann.[/i]

Sehe ich ähnlich. Die Frau ist keine verbiesterte Emanze.

Nick

Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich

Ferdi, Tuesday, 23.09.2003, 01:44 (vor 8171 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Nick am 22. September 2003 21:46:55:

Jedenfalls traue ich Renate Schmidt da einiges mehr zu, als ihrer Vorgängerin.

Einige ihrer Aussagen deuten darauf, daß sie sich sehr gut in die Situation von Männer einfühlen kann.[/i]
Sehe ich ähnlich. Die Frau ist keine verbiesterte Emanze.
Nick

Nee! Nur eine Wölfin im Schafspelz! Die ganzen Weiber, die auf diese Posten gekommen sind, sind nicht vertrauenswürdig. Misstrauen ist angesagt, die müssen da weg! Und sie werden da entfernt werden. Mit einstelligen Wahlergebnissen kann selbst Lesbenlila nichts mehr negativ beeinflussen! Hätte nicht gedacht, dass ein Land so lange unter den Folgen eines einzigen Unwetters zu leiden hat. In USA ist der stärkste Hurrikan nach einer Woche gegessen.

Gruss,
Ferdi

Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich

Jolanda, Tuesday, 23.09.2003, 03:10 (vor 8171 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Ferdi am 22. September 2003 22:44:40:

Nee! Nur eine Wölfin im Schafspelz! Die ganzen Weiber, die auf diese Posten gekommen sind, sind nicht vertrauenswürdig. Misstrauen ist angesagt, die müssen da weg! Und sie werden da entfernt werden. Mit einstelligen Wahlergebnissen kann selbst Lesbenlila nichts mehr negativ beeinflussen! Hätte nicht gedacht, dass ein Land so lange unter den Folgen eines einzigen Unwetters zu leiden hat. In USA ist der stärkste Hurrikan nach einer Woche gegessen.

---Hallo Ferdi :-)

Ich habe sie nun schon ein paar mal im Fernsehen gehört und in Diskussionen miterlebt und von ihr gelesen. Sie ist ein Riesenfortschritt gegen die letzte, die ihr hattet. Das ist so Ferdi und ich kann nicht verstehen, warum man sich nur negativ äussert, wenn die Entwicklung in die richtige Richtung steuert. Sie bringt die Männer immer wieder ins Spiel und sie hat gute Ansätze. Ob sie die durchbringt, das wird sich zeigen. Klar ist sie nicht eine Traumkandidatin, aber du tust ihr Unrecht, so wie du dich äusserst.

Vielleicht lässt deine Position oder auch die von anderen gar nicht mehr zu, überhaupt eine Frau auf so einem Posten zu sehen, ich weiss es nicht, ich weiss nur, dass hier oftmal wohl auch ein bisschen die gesunde Distanz fehlt.

Ich sehe das schon viel differenzierter als du, du bist eben eher für die "Tornadoversion" und du weisst ja, die liegt mir nicht :-)

Es grüsst dich
Jolanda

Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich

Odin, Tuesday, 23.09.2003, 15:08 (vor 8171 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Ferdi am 22. September 2003 22:44:40:

Nee! Nur eine Wölfin im Schafspelz! Die ganzen Weiber, die auf diese Posten gekommen sind, sind nicht vertrauenswürdig. Misstrauen ist angesagt, die müssen da weg! Und sie werden da entfernt werden. Mit einstelligen Wahlergebnissen kann selbst Lesbenlila nichts mehr negativ beeinflussen! Hätte nicht gedacht, dass ein Land so lange unter den Folgen eines einzigen Unwetters zu leiden hat. In USA ist der stärkste Hurrikan nach einer Woche gegessen.

Da kann ich Dir überhaupt nicht zustimmen. Natürlich ist Renate Schmidt keine Männerrechtlerin, es wäre ein Joke, so etwas zu erwarten. IMO ist sie eine Person, die versucht, beide Seiten auszubalancieren und ich würde mich wundern, wenn das nicht genau der Grund war, warum Schröder Bergmann gefeuert hat.
Sowenig wie die Frauenbewegung etwas erreichen konnte, ohne die Mithilfe von vielen Männer, sowenig wird die Männerbewegung vorankommen, wenn ihr die Unterstützung von Frauen fehlt! Das ist meine Meinung! Die Frauen generell zum Feindbild zu erklären, wird ihnen nicht gerecht. Ich habe mit meinen Aktionen in Rosenheim z.B. auch schon Zuspruch von Frauen erfahren - was mich selbst sehr überrascht hat!
Ansonsten möchte ich mich dem anschließen, was Norbert oben geschrieben hat: Man kann das Ruder nicht um 180° herumreissen, es zählen gerade die kleinen Schritte. Genau so ist übrigens auch der Feminismus vorangekommen. Wir tun hier oft so, als sei das eine Revolution gewesen und sind dann sauer, wenn drei Leserbriefe in irgendeinem Provinzblatt noch immer keinen Einsturz aller Frauenbibliotheken, Frauenparkplätzen, Mädchenspielplätzen.... bewirkt. Warum sollte UNS alles in den Schoß fallen? Gegen den Feminismus kämpfen ist eine jahrelange Arbeit! Mit Sicherheit jahrzehntelang!
Wir tun uns keinerlei gefallen, wenn wir jeden kleinen Fortschritt selbst schlecht reden, nur um uns zu bestätigen, wie arm wir dran sind.

Selbst wenn sich das Ministerium in Ministerium für Frauen, Männer, Senioren und Jugend umbenennt, würde doch bestimmt nur rumgemotzt, daß das alles Schmarrn ist und nichts zu bedeuten hat.
Solches Verhalten würde ich beinahe als "weibisch" bezeichnen: Unbedingt an der Opferrolle festhalten, weil man sich da so wohl fühlt.
Z.B. birgt die Umbenennung der Frauenbeauftragen in Gleichstellungsbeauftrage auch viele Chancen in sich, die man nutzen muß! Die können sich nicht mehr einfach so rausreden, daß sie für Männer nicht zuständig sind. Die müssen sich jetzt mit Dir auseinandersetzen, wenn Du mit einem Anliegen kommst.

Wir KÖNNEN vieles ändern und müssen noch vieles ändern. Laß uns doch nicht alles schlechtreden, wo es schon Fortschritte gibt und laß uns nicht zuviel auf einmal erwarten!

Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich

Norbert, Tuesday, 23.09.2003, 15:49 (vor 8171 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Odin am 23. September 2003 12:08:35:

Hi

Da kann ich Dir überhaupt nicht zustimmen.

Meine Meinung.

Natürlich ist Renate Schmidt keine Männerrechtlerin, es wäre ein Joke, so etwas zu erwarten.

Nun könnte man trefflich streiten, was eine Männerrechtlerin ist.
IMO nach setzt sie sich schon für Männerrechte ein.

Aber wie bei andern Personen, stellt sich die Frage wie sie es tut.
Und welche Erwartungshaltungen sie damit erfüllen kann.
Und da gehen die Meinungen eben auseinader.
<hr>

IMO ist sie eine Person, die versucht, beide Seiten auszubalancieren und ich würde mich wundern, wenn das nicht genau der Grund war, warum Schröder Bergmann gefeuert hat.

Eingeschränkte Zustimmung.
Bergmann ist u.a. deshalb nicht mehr da, weil sie gar nicht mehr im Parlament ist (ihren Wahlbezirk nicht gewonnen hat, was ich ihr von Herzen gönne :-)))).
Allerdings war sie schon vor der Bundestagswahl als Ablösekandidat genannt worden.
Doch wenn sie es geschafft hätte, wäre sie möglicherweise doch auf diesem Posten geblieben, da Schöder diesen als wenig wichtig einschätzte, und vermutlich weiterhin so einschätzt.
<hr>

Sowenig wie die Frauenbewegung etwas erreichen konnte, ohne die Mithilfe von vielen Männer, sowenig wird die Männerbewegung vorankommen, wenn ihr die Unterstützung von Frauen fehlt! Das ist meine Meinung! Die Frauen generell zum Feindbild zu erklären, wird ihnen nicht gerecht. Ich habe mit meinen Aktionen in Rosenheim z.B. auch schon Zuspruch von Frauen erfahren - was mich selbst sehr überrascht hat!
Ansonsten möchte ich mich dem anschließen, was Norbert oben geschrieben hat: Man kann das Ruder nicht um 180° herumreissen, es zählen gerade die kleinen Schritte. Genau so ist übrigens auch der Feminismus vorangekommen. Wir tun hier oft so, als sei das eine Revolution gewesen und sind dann sauer, wenn drei Leserbriefe in irgendeinem Provinzblatt noch immer keinen Einsturz aller Frauenbibliotheken, Frauenparkplätzen, Mädchenspielplätzen.... bewirkt. Warum sollte UNS alles in den Schoß fallen? Gegen den Feminismus kämpfen ist eine jahrelange Arbeit! Mit Sicherheit jahrzehntelang!
Wir tun uns keinerlei gefallen, wenn wir jeden kleinen Fortschritt selbst schlecht reden, nur um uns zu bestätigen, wie arm wir dran sind.
Selbst wenn sich das Ministerium in Ministerium für Frauen, Männer, Senioren und Jugend umbenennt, würde doch bestimmt nur rumgemotzt, daß das alles Schmarrn ist und nichts zu bedeuten hat.
Solches Verhalten würde ich beinahe als "weibisch" bezeichnen: Unbedingt an der Opferrolle festhalten, weil man sich da so wohl fühlt.

Zustimmung.
<hr>

Z.B. birgt die Umbenennung der Frauenbeauftragen in Gleichstellungsbeauftrage auch viele Chancen in sich, die man nutzen muß! Die können sich nicht mehr einfach so rausreden, daß sie für Männer nicht zuständig sind. Die müssen sich jetzt mit Dir auseinandersetzen, wenn Du mit einem Anliegen kommst.

Was auch die Frage nach dem Bundesgesetz aufwirft, die bisher nur Frauen diesen Posten zuschanzt.
Bei 'Frauen'beauftragte konnte man dieses noch 'begründen', bei Gleichstellungsbeauftragte ist dieser Sexismus nicht mehr so einfach.

Wir KÖNNEN vieles ändern und müssen noch vieles ändern. Laß uns doch nicht alles schlechtreden, wo es schon Fortschritte gibt und laß uns nicht zuviel auf einmal erwarten!

Genau.
Jedes Gebäude muß mit dem ersten Stein aufgebaut, oder eingerissen werden.
Alle auf einmal geht nicht.

Gruß
Norbert

Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich

Odin, Wednesday, 24.09.2003, 01:38 (vor 8170 Tagen) @ Norbert

Als Antwort auf: Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Norbert am 23. September 2003 12:49:16:

Bergmann ist u.a. deshalb nicht mehr da, weil sie gar nicht mehr im Parlament ist (ihren Wahlbezirk nicht gewonnen hat, was ich ihr von Herzen gönne :-)))).
Allerdings war sie schon vor der Bundestagswahl als Ablösekandidat genannt worden.
Doch wenn sie es geschafft hätte, wäre sie möglicherweise doch auf diesem Posten geblieben, da Schöder diesen als wenig wichtig einschätzte, und vermutlich weiterhin so einschätzt.

Man braucht meines Wissens kein Bundestagsmandat, um Minister zu sein. Soviel ich weiß, hatte der letzte Wirtschaftsminister Müller auch kein Bundestagsmandat - war im engeren Sinne noch nicht mal Politiker, gehörte auch keiner Partei an.

Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich

Peter, Wednesday, 24.09.2003, 01:46 (vor 8170 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Odin am 23. September 2003 22:38:41:

Man braucht meines Wissens kein Bundestagsmandat, um Minister zu sein.

Das ist formal richtig.

Soviel ich weiß, hatte der letzte Wirtschaftsminister Müller auch kein Bundestagsmandat - war im engeren Sinne noch nicht mal Politiker, gehörte auch keiner Partei an.

...und es fehlte ihm an Durchsetzungsvermögen. Wer nicht die Kraft hat, auf der Landesliste hoch zu klettern, oder die Popularität, seinen Wahlkreis zu gewinnen, kann die Regierung mit seiner Person nicht verstärken, und deswegen ist es Tradition, dass solche Minister nicht wieder bestellt werden.

Gruß,

Peter

Minister und Mandat

Norbert, Wednesday, 24.09.2003, 11:32 (vor 8170 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Odin am 23. September 2003 22:38:41:

Bergmann ist u.a. deshalb nicht mehr da, weil sie gar nicht mehr im Parlament ist (ihren Wahlbezirk nicht gewonnen hat, was ich ihr von Herzen gönne :-)))).
Allerdings war sie schon vor der Bundestagswahl als Ablösekandidat genannt worden.
Doch wenn sie es geschafft hätte, wäre sie möglicherweise doch auf diesem Posten geblieben, da Schöder diesen als wenig wichtig einschätzte, und vermutlich weiterhin so einschätzt.

Man braucht meines Wissens kein Bundestagsmandat, um Minister zu sein. Soviel ich weiß, hatte der letzte Wirtschaftsminister Müller auch kein Bundestagsmandat - war im engeren Sinne noch nicht mal Politiker, gehörte auch keiner Partei an.

Hi
Stimmt, genauso wie Peters Antwort darauf.

Allerdings macht es schon einen Unterschied.
Bergmann hat ihr Mandat verloren.
Außerdem kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, daß sie im Kabinett angeeckt ist.
Nebenbei hatte sie bereits ihre Genossin H. D-G. als Unterstützung verloren, in dem sich diese durch ihre Sprücheklopferei ins Abseits manövriert hatte.

Ex-Minister Müller hatte schon bei seiner Berufung als seltene Ausnahme gegolten. Und sollte zeigen, daß man sich auch parteiexternes Können holt.
Dem ist er wohl nicht ganz gerecht geworden, bzw. es störte dann doch, daß er nicht in der SPD war.
Jedenfalls kam seine Abberufung für mich recht überraschend.
Da er IMHO seine Aufgabe ganz passabel gemacht hatte.

Bei den Leistungen dieser Regierung ist eine Wiederauflage 2006 momentan als unwahrscheinlich einzustufen.

Allerdings zeigt auch die Opposition nicht gerade die Glanzleistungen auf.
Abgesehen davon, daß einiges, was uns heute kratzt, deren Versäumnisse und Fehlentscheidungen sind. Auch im Familienrecht.
Das schwarze Finanzloch Hauptstadt Berlin gehört auch dazu, in dem Milliarden Euro sinnlos wegen purer Angeberei verpulvert werden.

Es sei auch an die Hetzereien der Claudia Nolte(CDU-Ossi) gegen Väter erinnert.

Wir sollten uns auch daran erinnern, daß das unseelige 'Gewaltschutzgesetz' auch mit den Stimmen der Opposition verabschiedet wurde.
Sowie die Gesetze, die in sexistischer Manier Frauen als Frauen/Gleichstellungsbeauftragte vorschreiben, und und und.

Demzufolge erwarte ich von keiner Partei, daß sie diesem Wahn ein Ende macht.
Nur der finanzielle Bankrott Deutschlands( der IMHO schon längst eingetreten ist) wird einige Auswüchse in dem Bereich zurückführen, da wir für den Luxus unnützer feministischer Politkommisarinnen einfach kein Geld mehr haben werden.
Nebenbei wird dadurch die Fortführung der Scheckbuchdiplomatie unmöglich werden.
Da auch die EG zum größten Teil durch die deutsche Wirtschaftskraft finanziert wird, und die sich daraus ergebenden Netto-Transferleistungen, wird auch dort der Zwang zu Korrekturen entstehen.

Was auch dort die Posten unnötige Politkommisarinnen gefährden wird.
Worüber ich dann bestimmt nicht traurig bin.

Die feminisische Revolution beginnt seine Kinder zu fressen.

Gruß
Norbert

Re: Renate Schmidt ist nicht (nur) männlich

Nick, Thursday, 25.09.2003, 01:28 (vor 8169 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Odin am 23. September 2003 12:08:35:

Dem stimme ich voll zu, Odin!

Der Weg ist kompliziert und langwierig, es braucht deshalb Schläue, Geduld, Beharrlichkeit, Spaß(!) am Erfolg, auch Humor bei Widerständen und Rückschlägen, v.a. ein gutes Immunsystem gegen jede Versuchung zum Jammern, einen klaren Blick für Entwicklungen (die man aber meist nicht voraussieht :-)), klare Urteilskraft und Unterscheidungsvermögen, wer hilfreich ist, wer nicht, wer feindlich ist...

Ich bin da grundsätzlich pragmatisch: wer mich nicht bekämpft, den versuche ich zum Verbündeten zu gewinnen. Eine rationale Bündnis-"Politik" ist unverzichtbar. Die größte Gefahr sehe ich im Sektierertum, denn Sektierer sind meistens schlecht gelaunt und schwer zu beruhigen.

Deine redliche Abscheu gegen jedes ("männliche" :-)) Berufsopfertum teile ich vollumfänglich! Ich muß ehrlich sagen, ich fühle mich überhaupt nicht als Opfer, weder von FeministInnen noch vom US-Kapital und der CIA, noch von den Aliens aus der "Area 51". Ich habe einfach nur das Pech, in einer Welt zu leben, in der es einer überproportional großen Anzahl von Menschen bizarren Spaß zu bereiten scheint, ganz überproportional gaga zu sein. Manchmal ärgert mich das (dann mach ich was dagegen), machmal lache ich darüber (dann gehts mir gut), manchmal fühle ich mich selbst gaga (dann gehts mir schlecht).

Es ist ganz gut, wenn man sich selbst nicht so übermäßig wichtig nimmt - auch die "Wichtigkeiten", die man so mit sich rumschleppen zu müssen meint, sind eigentlich nicht so wichtig, wenn man's ganz genau nimmt.

So ist einfach das Leben - und es wäre keins, wenn es nur "easy" wäre. Ich würde mich maßlos ärgern, wenn ich die Probleme anderer Leute hätte, und mich ziemlich langweilen, wenn ich meine Probleme nicht hätte. Deshalb bin ich im Grunde ganz dankbar dafür, wie es ist.

Renate Schmidt? Ist eine Soze (Minuspunkt), aber gescheit und humorvoll (zwei einfache Pluspunkte), keine Emanze (ein Doppelpluspunkt), Mitglied der Schröder-Regierung (zwei Doppelminuspunkte) und mein Glück hängt nicht von ihr ab (drei Doppelpluspunkte und ein Joker). Das macht zusammen fünf ganze Pluspunkte und ein Joker. Damit kann ich bis auf weiteres ganz gut über die Runden kommen.

Worüber hatten wir sonst noch geredet? Ach ja, es wir Herbst, Leute! Gestern war es hier noch mal richtig heiß, aber heute ist die Temperat...

Gruß vom
Nick :-)

Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich

Norbert, Tuesday, 23.09.2003, 12:29 (vor 8171 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Odin am 22. September 2003 21:21:34:

Hallo Odin,
da die Studie vom Frauenministerium in Auftrag gegeben wurde, also dem Ministerium, das jahrelang die Relevanz von häuslicher Gewalt gegen Männer unter den Tisch kehrte, befürchte ich, dass die Studie dazu dient, dies zu bestätigen. Das ist ungefähr so, wie wenn die Zigrattenindustrie eine Studie über die Gesundheitsgefahren des Rauchens in Auftrag gibt.
Gruß
Bruno

Finde ich etwas negativ gedacht. Die Tatsache, daß man eine solche Studie beauftragt hat, deutet ja schon darauf hin, daß man da ein Problem sieht.

[/i]
Die Studie wurde nach der Studienbeauftragung bzgl. 'Gewalt gegen Frauen' in Auftrag gegeben, da es gegen diese Einseitigkeit anscheinend enorme Proteste gegeben hatte. (Studie soll als Begründung für das bereits erlasssene 'Gewaltschutzgesetz' dienen.)
Es ist aber schon deswegen Geldverschwendung, dafür zwei Studien zu beauftragen.
Eine Studie 'Gewalt in zwischenmenschlichen Beziehungen' hätte genügt, und hätte nicht die sich zwangsläufig ergebenden Abgrenzungsproblematiken.
Abgesehen davon, dass es ja etliche nationale Studien/Doktorarbeiten gibt.
Nur die Ergebnisse hatten der Bergmann und HDG nicht in den Kram gepaßt, da sie sich nicht für ihre Zwecke eigneten.
Daher sehe ich Brunos Einwand schon als berechtigt an.
Vor allem, wenn man die beauftragte Stelle mit deren Grundeinstellung betrachtet.
(Darüber wurde bereits berichtet 'gegen Herrlichkeit' )
<hr>

Kein Ministerium kann aber "auf Verdacht" Maßnahmen beschließen, sondern muß sich da schon von einer Studie bestätigen lassen - noch dazu bei so starkem Gegenwind, der da drohen könnte.

[/i]
Kann doch.

Wie gesagt oben angeführte Studien wurden zur nachträglichen Begründung eines erlassenen Gesetzes in Aufrtag gegeben.
Aber bereits vor der letzten Bundestagswahl, d.h. nicht von Renate Schmidt.

Jedenfalls traue ich Renate Schmidt da einiges mehr zu, als ihrer Vorgängerin. Einige ihrer Aussagen deuten darauf, daß sie sich sehr gut in die Situation von Männer einfühlen kann.

Der Meinung schließe ich mich an.
Vielleicht bewirkt sie, auch durch Neubesetzung verschiedener Stellen, daß die Extremfeministinnen in ihrem Ministerium an Einfluß verlieren.
Der erste Schritt, dem noch viel folgen müssen.

Wie Jolanda schrieb: jeder Reise fängt mit dem ersten Schritt an.

Und dieses sehe ich mit dieser Ministerin schon gegeben.
Wer bei der Ausgangssituation meint, daß es ein herumreissen des Kurses um 180 Grad hätte geben können, gibt sich Illusionen hin.
Sanftes Umsteuern ist notwendig, und dieses versucht sie.
Es ist immer schwieriger die Interessen zweier Seiten zu beachten, als sich auf eine Seite zu schlagen.
Insofern erscheint es mir, daß sie durchaus die Probleme von Männern sieht und anspricht.
Eine große Verbesserung zu vorher.

Eine schlagartige Entmachtung der ExtermfeministInnen wäre ihr nicht gelungen, da sie sich dann in einen aussichtslosen Kampf verstrickt hätte.
Und nicht mehr genug Rückhalt gehabt hätte.
Deshalb muß sie eben behutsam vorgehen. Aber sie tut es.

Insofern gehört sie eher zu den Lichtblicken in der aktuellen Bundesregierung.
Der Rest ist z.Z. eigentlich für die Tonne geeignet.
Die besten Minister sind z.Z. die, von denen man gar nichts hört.
Der Rest verbreitet eigenlich nur Unfug, allerdings ist die Opposition darin keinesfalls besser.
Aber dieses ist OT.

Gruß
Norbert

Re: Gewalt ist nicht (nur) männlich

Sven, Sunday, 21.09.2003, 14:33 (vor 8173 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Gewalt ist nicht (nur) männlich von Arne Hoffmann am 20. September 2003 14:26:41:

"Gewalt ist männlich"

Bla, Bla, Bla, Männer sind Täter, Frauen sind Opfer. Ewig die gleiche Falle.

Der Schwachsinn ist sowas von GIGANTISCH, dass er kaum noch zu ertragen ist. Was genau ist denn eigentlich ´GEWALT´ ?

Wo fängt Gewalt an, wo hört sie auf ?
Welche Art der Gewalt ist schmerzhafter ?
Wenn Mütter Ihre Kinder schlagen, nennt man das ´Erziehung´ ...

SCHWACHSINN !

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