Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Spiegel-Titelgeschichte vom nächsten Montag

Horst, Saturday, 13.09.2003, 21:31 (vor 8180 Tagen)

[center]Das Y-Chromosom
Oder: Warum gibt es eigentlich Männer?
[/center]

Eine Krankheit namens Mann

Als Fötus sind sie empfindlicher, in der Schule scheitern sie häufiger, sie neigen zu Gewalt und Kriminalität, und sie sterben früher: Sind Männer die Mangelwesen der Natur? Nun offenbaren auch noch die Biologen: Das Y-Chromosom ist ein Krüppel, der Mann dem Untergang geweiht.

"Ich glaube an die Kraft der Lust"

Der britische Genetiker Steve Jones über die Verdrängungskunst des Mannes, die wundersame Vielfalt der Spermien und schlechte Sexforschung

Wenn das wirklich so schlimm kommt, werde ich wohl mein Abo kündigen müssen. Schade.

http://www.spiegel.de/spiegel/

Wer schon mal etwas von Steve Jones lesen will

Horst, Saturday, 13.09.2003, 22:10 (vor 8180 Tagen) @ Horst

Als Antwort auf: Spiegel-Titelgeschichte vom nächsten Montag von Horst am 13. September 2003 18:31:59:

[link]http://www.news.at/index.html?/articles/0336/81/63790.shtml>http://www.news.at/index.html?/articles/0336/81/63790.shtml[/link]

Tja, auf sowas wird man sich wohl einstellen müssen. Beachtenswert ist vor allem folgender Absatz:

Doch der Preis der Männlichkeit ist hoch. Dem Y-Chromosom, das als einziges unter den 23 Chromosomenpaaren des Menschen kein identisches Gegenstück hat, fehlt die Möglichkeit, sich wie die XX-Erbteilchen mithilfe ihrer Kopie zu reparieren. Einmal aufgetretene Mutationen, etwa durch schädliche Umwelteinflüsse oder Giftstoffe (Alkohol, Nikotin) hervorgerufen, wird der Träger und Vererber der beschädigten Erbinformation nicht mehr los. Die Lehre, die Genetiker wie Steve Jones daraus ziehen: "Das Y-Chromosom ist langfristig gesehen im Verfall begriffen, der Mann ist ein Auslaufmodell der Evolution."

Der Typ hat anscheinend keine Ahnung von der aktuellen Forschungslage, wie sie z.B. in diesem [link]http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/lis/15027/1.html>Telepolis-Artikel[/link] dargestellt wird:

Tatsächlich war es bisher nicht so recht verständlich, wie Mutationen am Y-Chromosom repariert werden, da das komplementäre Chromosom im Zellkern kein Y-, sondern das mütterliche X-Chromosom ist. Bei den übrigen paarweise angelegten Chromosomen erfolgt die Reparatur des defekten Gens durch die zweite unbeschädigte Struktur, die das Chromosom gleichsam spiegelt, und das Image wie beim Computer von der funktionsfähigen auf die beschädigte Platte zurückspielt. Nach den neuen Erkenntnissen liegt beim Y-Chromosom die gespiegelte Version wie bei einer zweiten Partition auf nur einer Platte, nämlich im Y-Chromosom selbst. Die Übereinstimmung zwischen den Palindromen beträgt, das überraschte selbst die Forscher, 99,97 Prozent.

"Das Y-Chromosom ist äußerst effektiv, wenn es um die Sicherheit wichtiger Gene geht. Dafür hat es im Vergleich zu den übrigen Chromosomen andere Wege gefunden, um sich zu entwickeln, zu überleben und zu gedeihen," beschreibt Richard K. Wilson, Leiter des Genome Sequencing Center, die Beobachtung.

Re: Wer schon mal etwas von Steve Jones lesen will

Ferdi, Saturday, 13.09.2003, 23:05 (vor 8180 Tagen) @ Horst

Als Antwort auf: Wer schon mal etwas von Steve Jones lesen will von Horst am 13. September 2003 19:10:08:

Hallo !

Jetzt weiss ich endlich, was Hannibal beruflich macht: Spiegel-Redakteur.

Das Y-Chromosom ist ja wohl nicht erst 1968 von der Frauenbewegung erfunden worden, sondern das gibt es wohl schon solange es Menschen gibt. Die natürliche Evolution sortiert gnadenlos alles aus, was nicht lebensfähig ist und was nicht in der Lage ist, mit der Umwelt und ihren Einflüssen fertig zu werden. Wäre also das männliche Y-Chromosom so schlecht dann wäre es schon vor Jahrhunderttausenden von diesem Planeten verschwunden. Demnach ist alles totaler Mumpitz, was heute so darüber geschrieben wird. Hätte nicht gedacht, dass die Schwaden des langsam abdampfenden Feminismusschwachsinns den Spiegel so stark beschlagen können, dass man nicht mehr klar sehen kann, wenn man hineinsieht.

So, das wars dazu. Und nun interessiere ich mich für den Wetterbericht für morgen. Das ist wichtiger als dieser Dünnpfiff!

Gruss,
Ferdi

Re: Wer schon mal etwas von Steve Jones lesen will

Jeremin, Sunday, 14.09.2003, 14:37 (vor 8180 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Wer schon mal etwas von Steve Jones lesen will von Ferdi am 13. September 2003 20:05:52:

Das ist genau die falschen Haltung, Mann! Knall wenigstens dem Spiegel eine Mail mit Deiner Meinung hin, die gehen da nicht einfach unter, sondern werden schön registriert. Sich einfach zurücklehnen und diesen Schwachsinn durchgehen lassen, wird Dich vielleicht eines Tages ins Umerziehungslager bringen, weil Du vergessen hast, Deine Block-Frauenbeauftragte zu grüßen!

Jeremin

Re: Volle Zustimmung!

Christoph, Sunday, 14.09.2003, 18:12 (vor 8179 Tagen) @ Jeremin

Als Antwort auf: Re: Wer schon mal etwas von Steve Jones lesen will von Jeremin am 14. September 2003 11:37:11:

Ich kann Dir nur zustimmen! Was diesen biologistischen Dreck über die angebliche Unterentwickeltheit von Männern betrifft, so frage ich mich in letzter Zeit immer öfter eines: Wieso sind wir Männer eigentlich so gnadenlos bescheuert, daß wir uns das alles bieten lassen, daß wir das alles runterschlucken? In der Hinsicht sind wir wahrscheinlich tatsächlich ein bißchen zurückgeblieben, daß wir es anscheinend noch genießen, wie selbsternannte "Wissenschaftlicher" uns täglich Gülle über dem Kopf ausgießen. Es wird Zeit, daß wir deswegen mal anständig Zoff machen!
Als Maßnahmen könnte ich mir vorstellen:

Wie vor mir schon erwähnt: Schreibt bitterböse Briefe an Medien, die diesen Scheiß unreflektiert weitermelden, sich vielleicht noch in Schadenfreude darüber ergehen! Droht Ihnen mit einem großangezettelten Leserboykott!

Aber auch das Gegenteil muß der Fall sein: Lobt Medien, die es wagen, sich gegen den Strom zu stellen! Sichert ihnen zu, daß Ihr voll hinter ihnen steht und daß es täglich mehr Männer werden, die so denken!

Notiert Euch die Namen von "Wissenschaftlern", welche "Beweise" finden für die "Unterlegenheit" von Männern. Findet heraus, von welchen öffentlichen Stellen diese Förderungen erhalten. Da gibt es meines Wissens nach irgendwelche jährlich aktualisierten Nachschlagewerke, in die jeder Bürger Einsicht nehmen darf. Dann schreibt Briefe an diese Stellen.

Findet die Adressen der Institute heraus, in denen diese Typen arbeiten und veranstaltet eine Demonstration vor der Haustür!

Schreibt Briefe an die großen Parteien und droht Ihnen mit totalem Wählerboykott, falls sie sich nicht gegen diese männerfeindliche Lügenpropaganda einsetzen!

Es ist allerhöchste Zeit, daß wir diese verkappten Faschisten ein für alle Mal zum Schweigen bringen!

Mit erbostem Gruß

Christoph

Re: Wer schon mal etwas von Steve Jones lesen will

Martin, Sunday, 14.09.2003, 15:00 (vor 8180 Tagen) @ Horst

Als Antwort auf: Wer schon mal etwas von Steve Jones lesen will von Horst am 13. September 2003 19:10:08:

... fehlt die Möglichkeit, sich wie die XX-Erbteilchen mithilfe ihrer Kopie zu reparieren

Kopie stimmt ja wohl nicht. Es handelt sich um zwei komplementäre Chromosomen mit unterschiedlichen Ausprägungsformen der gleichen Gene. D. h. Auf beiden Partnerchromosomen liegen z. B. die Anlagen für die Haarfarbe, aber das eine hat die Anlage "blond" und das andere die Anlage "schwarz", von denen dann evtl. eine Anlage über die andere dominiert. Schließlich wurde nicht das eine Chromosom vom anderen kopiert, sondern eins stammt von Vater und das andere von der Mutter.

Und dieses nochmals:

Re: Wer schon mal etwas von Steve Jones lesen will

Joseph S, Wednesday, 17.09.2003, 01:33 (vor 8177 Tagen) @ Horst

Als Antwort auf: Wer schon mal etwas von Steve Jones lesen will von Horst am 13. September 2003 19:10:08:

Hallo,

was mich bei diesem Artikel nervt, ist das Aufbauen von logisch inkorrekten Assoziationsketten.
Was hat die Beständigkeit eines Gens bei der Fortpflanzung mit der Lebenserwartung der Intelligenz
oder sozialen Fähigkeiten des Trägers dieses Gens zu tun? Die Genetik ist hier doch nur ein
Aufhänger, um alles aufzuzählen, wo Männer tatsächlich oder auch nur vermeintlich schlechter
abschneiden. Und weil die Genetik das biologische Symbol der Vorbestimmtheit ist, wird der
Siegeszug der Frauen als Schicksal dargestellt. Wenn zum Thema Schulversagen gesagt wird:
"Die Schlussfolgerung, die Gesellschaft habe durch übermäßige Frauenförderung den Mann ins
Abseits befördert, weisen Genetiker allerdings zurück. Sie sehen darin nur einen weiteren
Beweis für die Zerstörungskraft des Y-Chromosoms. " ist das viel übler als die Tatsache, daß
auch die biologischen Aussagen über Gene sehr unglaubwürdig sind.

Wie die Männer-Versager-Propaganda Selbstläuferdynamik entwickeln kann, wird sogar erwähnt.
"Der Schulfrust verleite die jungen Männer zu einer Verweigerungsstrategie. Statt sich
anzustrengen, richteten sie sich in einer "Bart-Simpson-Kultur" ein. Ihr Motto: Ich bin ein
Versager, aber ich bin stolz drauf, denn es ist verdammt cool, ein Trottel zu sein. "
Daß daran aber nicht defekte Gene sondern wahrscheinlich unfähige ErzieherInnen schuld sind,
will man nicht wahr haben. Das paßt nämich nicht ins Weltbild.

Gruß
Joseph

The Old Grey Mare

Sam, Sunday, 14.09.2003, 19:00 (vor 8179 Tagen) @ Horst

Als Antwort auf: Spiegel-Titelgeschichte vom nächsten Montag von Horst am 13. September 2003 18:31:59:

Eine Krankheit namens Mann

Nun, vielleicht wird man über den guten alten Spiegel bald dasselbe sagen müssen wie über "The Old Gray Mare" New York Times (mit der er ja auch zusammenarbeitet):

... she ain't what she used to be.

Siehe dazu auch nochmal:
"Men Are from Caves, Women Are from Venus".

Sam

Re: The Old Grey Mare

Sam, Sunday, 21.09.2003, 21:28 (vor 8172 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: The Old Grey Mare von Sam am 14. September 2003 16:00:09:

Eine Krankheit namens Mann

Siehe dazu auch nochmal:
"Men Are from Caves, Women Are from Venus".

Übrigens kam die hier erwähnte Natalie Angier ("Women may not find this surprising, but one of the most persistent and frustrating problems in evolutionary biology is the male. Specifically, ... why doesn’t he just go away?") auch in der "Spiegelin" bereits ausführlich zu Wort:

http://www.spiegel.de/spiegel/inhalt/0,1518,ausg-554,00.html

Noch ein Artikel zum Thema:

Spreading Misandry at the New York Times

Sam

Re: Spiegel-Titelgeschichte vom nächsten Montag

Nick, Monday, 15.09.2003, 12:44 (vor 8179 Tagen) @ Horst

Als Antwort auf: Spiegel-Titelgeschichte vom nächsten Montag von Horst am 13. September 2003 18:31:59:

Folgenden Brief habe ich heute an die Redaktion des SPIEGEL abgesandt. Kopien gingen an die großen überregionalen Zeitungen und Magazine. Der Brief bezieht sich auf die Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL (Nr. 38 vom 15.9.03): "Das Y-Chromosom. Oder: Warum gibt es eigentlich Männer?"

An die
Redaktion des Spiegel

Früher habe ich den SPIEGEL einmal Woche für Woche gelesen, mehr als 30 Jahre lang, denn es war mir doch evident, "daß Spiegel-Leser mehr wissen", auch wenn ich in vielem anderer Meinung und auch anderer weltanschaulicher Ausrichtung war und bin.

Seit einiger Zeit jedoch, namentlich seit Rudolf Augsteins Tod, beobachte ich mit zunehmender Beklommenheit dieses rapide, klägliche Absinken des SPIEGEL in die sumpfige Niederung einer trivialen Zeitgeistpostille, zum ordinären Blödheftchen für die ganz niederen Stände, das sich auf peinlichste Art dem feministischen Zeitgeist anbiedert, fleißig darauf bedacht, den blödestmöglichen "letzten Schrei" effekthascherisch in albernstmöglicher Aufmachung und auf die geistloseste Art und Weise unters Volk zu schleimen.

Was haltet ihr eigentlich davon: "Ist der Neger das Mangelwesen der Natur? Seine Neugeborenen sind empfindlicher und sterben öfter schon im Säuglingsalter, Negerkinder scheitern in der Schule häufiger, Neger neigen zu Gewalt und Kriminalität, und sie sterben früher." Möglicherweise ist dieser Satz in manchen Weltgegenden rein empirisch sogar "zutreffend". Trotzdem werden Leute, die noch alle Tassen im Schrank haben, ihn als rassistisch zurückweisen, weil sie um politische und gesellschaftliche Ursachen wissen und die biologistischen Wertungen als pseudowissenschaftlichen Quark abtun. Und gut ist's!

Ganz anders der SPIEGEL! Da Rassismus heute allseits "politisch unkorrekt" geworden ist, suchen sich Menschen mit niederer Gesinnung eben einen passenden Ersatz - und das ist heute gängigerweise der Sexismus feministischer Prägung. Der ist in den westlichen Ländern zur Zeit sehr en Vogue und der SPIEGEL promoviert eilenden Schrittes zu einem seiner bedeutendsten Propagandisten in Deutschland. Was Rudolf Augstein dazu sagen würde? Seht selber nach! Öffnet sein Grab! Seine Knochen liegen anders, als ihr sie seinerzeit hineingelegt habt: ich wette, daß es so ist.

"Der Mann" als solcher ist also eurer Meinung nach "zum Aussterben" verurteilt? Wegen seines "verkrüppelten Y-Chromosoms"? Soso! Wißt ihr was? Gegen eine solche biologistische Mental-Diarrhoe, gegen diesen sexistischen Schwachsinn, argumentiert ein gebildeter Mensch nicht mehr! Ihr seid intellektuell nämlich nicht mehr satisfaktionsfähig und habt euch für mich aus jeder ernsthaften Debatte verabschiedet. Ich erkläre einem Rindvieh ja auch nicht, WARUM es besser nicht an Elektrozäune pissen sollte, sondern vertraue gelassen darauf, daß es dies rein mechanisch erlernen wird, ohne die Zusammenhänge zu begreifen. Wer hätte gedacht, daß der SPIEGEL das Niveau, das man allgemein als "bildzeitungsmäßig" bezeichnet, einmal um Größenordnungen unterbieten würde?

Falls ihr noch jemanden kennen solltet, der - "trotz" Y-Chromosom - ein normal funktionierendes menschliches Gehirn besitzt, dann fragt ihn einfach mal, was es für ihn, biologisch betrachtet, eigentlich bedeutet, daß es die Hominiden mit diesem vorgeblich verkrüppelten "Untermenschen-Chromosom" seit mehreren Millionen Jahren gibt, daß sie sich damit sogar fulminant fortentwickelt haben bis hin zum modernen Cromagnon-Menschen, welcher seinerseits schon seit gut 100000 Jahren ganz wunderbar damit existiert. Wenn ihr auch seine Antwort möglicherweise nicht verstehen werdet (wie man an eurem Artikel unschwer erkennt, habt ihr massive Verständnisprobleme): falls ihr Vertrauen zu ihm habt, dann glaubt ihm einfach, was er euch darüber mitteilen wird! Er hat nämlich recht.

Wenn er euch zum Beispiel darauf aufmerksam macht, daß alle höheren Tiere genau EINEN Vater und EINE Mutter haben, daß also der Vater aus logischen wie biologischen Gründen gar nicht "aussterben" KANN, ohne daß zugleich die ganze Art ausstirbt - dann glaubt ihm das einfach, auch wenn euch diese Zusammenhänge zu komplex erscheinen sollten. Er hat nämlich auch damit recht.

Er könnte auch allgemein auf die überragende Bedeutung der Tatsache verweisen, daß die gesamte Evolution seit dem Kambrium im Wesentlichen zweigeschlechtlich verlaufen ist, er könnte andeuten, WARUM die Zweigeschlechtlichkeit einen so eminenten Fortschritt in der Evolution darstellte. Ihr führt diese Gesichtspunkte zwar in eurem Schmierenartikel an, aber ihr seid erkennbar nicht in der Lage, ihre Bedeutung geistig aufzunehmen und redlich zu verarbeiten. Gewiß, ich verstehe, es übersteigt eure intellektuellen Kapazitäten - deshalb: glaubt es einfach!

Speziellere wissenschaftliche Erklärungen, z.B. die höchst effektiven biologischen Reparaturmechanismen, die den Siegeszug des Y-Chromosoms in der Evolution der höheren Tiere gewährleisten, v.a. die Redundanz der Palindrome auf dem Y-Chromosom, den Vorteil seiner Fähigkeit zur Variabilität bei kurzfristigen Veränderungen der Umwelt - sowas alles ist nichts für euch! Davon solltet ihr die Finger lassen, denn ihr könnt es sowieso nicht verstehen. Braucht ihr ja auch nicht, um ein solch nichtssagendes Heftchen wie den SPIEGEL des 21. Jahrhunderts herzustellen. Deshalb: glaubt einfach eurem Gewährsmann! Ihr wißt schon: den mit dem funktionierenden Gehirn...

Ich verrate euch auch, wo ihr ihn findet, diesen Gewährsmann: in der Redaktion des FOCUS zum Beispiel! Der FOCUS geht nämlich den INTERESSANTEN und WICHTIGEN Fragen in der Geschlechterdebatte nach. Ich erinnere an die ausgezeichnet recherchierte Titelgeschichte im April dieses Jahres - lest sie noch mal nach! Ernsthafte Leute machen sich nämlich Sorgen nicht um den läppischen Zeitgeist-Firlefanz, den ihr eurer genervten Leserschaft aufzudrängen versucht, sondern beispielsweise über die gefährliche, schleichende Aufblähung eines bürokratischen Apparates feministischer Politkommissare auf allen Ebenen des Staates, der Kommunen und der Verwaltungen ("Gleichstellungsbeauftragtinnen", durchweg weiblichen Geschlechts), die außerhalb jeder demokratischen Kontrolle den Ausbau und die Betonierung feministisch inspirierten Parasitenschutzes organisieren, während unsere Wirtschaft und Gesellschaft jeden Rest an Dynamik verliert, immer tiefer im Morast der progressiven Paralyse (samt der dazu gehörenden geistigen Abbauprozesse) versinkt und sich dem Zustand der baldigen Bewegungsunfähigkeit nähert. Darin liegen totalitäre Gefährdungen ersten Grades für unsere demokratische Gesellschaft! Für den SPIEGEL jedoch ist das alles kein Thema. Ich habe verstanden!

Für das Zurückfallen der Jungen in der Schule z.B., wie es jüngst wieder durch die PISA-Studie dramatisch deutlich wurde, gibt es erkennbar SOZIALE Gründe, unter anderem massive staatliche "Mädchenförderprogramme" bei gleichzeitiger ideologisch gewünschter Abwertung männlicher Sozialisation in unseren neumodischen, feminisierten Erziehungshöllen. Für die Zunahme der Kriminalität unter den männlichen Jugendlichen gilt ähnliches. Die deutlich hörere Selbstmordrate bei Jungs und bei Männern sollte doch kein Grund für sexistische Häme sein, ihr Damen und Herren Streicher! Sie sollte stattdessen zu ernstem Erforschen der sozialen Gründe dafür, zum Aufdecken und Abstellen von Mißständen und zum Entwickeln von Hilfsangeboten führen. Das unterbleibt jedoch, vielmehr geschieht das Gegenteil - orgiastische "Frauen- und Mädchenförderung" bis zur schieren Absurdität - einfach weil der Zeitgeist proklamiert, daß sich Anderes nicht "lohnt": Männer waren, sind und bleiben minderwertig, Frauen hingegen sind die besseren, die "eigentlichen" Menschen. Folgerichtig phantasiert und schwadroniert man offen darüber, wie man sie "abschafft", begründet und begrüßt ihr baldiges "Aussterben", "belegt" ihre "objektive Überflüssigkeit" und ähnlich faschistoide Zumutungen aller Orten, hemmungslos, ohne Scham und Scheu: "Mann! Verrecke!"

Macht euch bitte klar, daß ihr mit eurem Sexismus ins Horn der gemeinsten journalistischen Niedertracht blast! Wissenschaftliche Fragen sind erkennbar nicht euer Thema, sie dienen euch nur als Aufreißer für Agitation und Porpaganda: ihr seid somit zu Händlern (niederer) "Gefühle" verkommen! Nun, man merkt sich die Namen (Jörg Blech, Raphaela von Bredow) und man erinnert daran, daß es für JEDE Beteiligung an einer ideologischen Niedertracht gegen die Menschheit auch stets einen Tag der Schande gibt! Wessen Vorfahren Goebbels oder Streicher hießen, der hat sich inzwischen längst umbenannt. Und sogar der eigentlich rechtschaffene Werner Höfer hat wegen eines, verglichen mit euren Machwerken, "harmlosen" Artikels als junger Mann in brauner Zeit, noch nach 40 Jahren die Leitung seines "Internationalen Frühschoppen" verloren. Auslöser war ein Artikel im SPIEGEL. Man denkt daran. Nichts wird vergessen. Vergeßt das nicht!

Was seid ihr nur für verkommene, impotente Eunuchen geworden, die ihr heute für den SPIEGEL verantwortlich seid? Was treibt euch, solchen Dreck in die Welt zu setzen? Erinnert sich keiner von euch mehr an den brillanten Kollegen Mattusek? Fällt eigentlich keinem von euch mehr auf, wie nah der heutige reaktionäre Mist, dieser feministische Sexismus, den ihr so vulgär und schadenfroh nachbetet, am Niveau der "rassekundlichen" Tiefgründungen des Herrn Julius Streicher liegen? Nicht nur hinsichtlich der intellektuellen Lumperei, sondern auch in seiner totalitären Zielrichtung.

Der Schrei des feminisierten Pöbels, in den ihr da so verblödet einstimmt, der lautet nämlich, in verständliche Sprache heruntertransformiert: "Der UNTERMENSCH des 21.Jahrhunderts ist DER MANN"! Diese gefährliche, widerwärtige Ideologie des Hasses, der Verächtlichmachung und der Ausgrenzung des halben Menschengeschlechts fand man früher nur in der EMMA und in den Regalen für feministische Erleuchtungsliteratur in lesbisch-sektiererischen Frauenbuchhandlungen. Seit einiger Zeit indes tönt das als Grundmelodie in vielen trivialen Medien der westlichen Welt. Und nun schmettern es auch die Trompeten von den Zinnen des SPIEGEL.

Das hat Konsequenzen! Das beeinflußt zum Beispiel die geschichtliche Sicht auf den SPIEGEL: er ist nun unwiderruflich zum devoten Hetzblättchen des Zeitgeistes herabgesunken. Und von solchen Abstürzen erholt man sich für gewöhnlich nicht mehr, wobei es nicht untypisch ist, daß die Akteure diese Tatsache erst bemerken, wenn sie längst zu einer solchen geworden ist.

Wie es unter den Antisemiten auch Juden gab - und das waren sogar mit die ÜBELSTEN Vertreter - so finden wir unter den sexistischen Männerfeinden "Männer". Allerdings, das sei euch zum Abschied gesagt: euch sind hiermit die Eier aberkannt worden!

Ich vermute, ihr habt euch inzwischen gründlich vergewissert, daß ihr genügend feministische LeserInnen gewinnen könnt, die die männlichen Spiegel-Leser ersetzen werden, die ihr nun verliert. So wie ich nach der erniedrigenden Blamage mit den "Hitler-Tagebüchern" über lange Jahre hinweg keinen einzigen STERN mehr käuflich erworben habe, obwohl sich der STERN wenigstens redlich um Schadensbegrenzung bemühte, so wenig werde ich jemals wieder einen Cent für den Erwerb einer Ausgabe des SPIEGEL ausgeben. Durch fortgesetzte Niveauunterschreitungen verwirkt ihr einfach den Anspruch, daß ich mir das Risiko weiterer Wiederholungen zumute.

Es ist genug. Ihr seid ein geistfeindliches Hetzblatt auf Stürmer-Niveau. Unsere Wege haben sich für immer getrennt.

Und Tschüß!

(Unterschrift)

Nick

Re: Spiegel-Titelgeschichte vom nächsten Montag

AJM, Monday, 15.09.2003, 13:52 (vor 8179 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: Spiegel-Titelgeschichte vom nächsten Montag von Nick am 15. September 2003 09:44:28:

Starker Tobak, aber guuuut!

AJM

Re: Spiegel-Titelgeschichte vom nächsten Montag

Odin, Monday, 15.09.2003, 14:03 (vor 8179 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: Spiegel-Titelgeschichte vom nächsten Montag von Nick am 15. September 2003 09:44:28:

Hi Nick,
sehr guter Leserbrief! Alle Achtung.
Ich denke aber, Du hättest auf Beleidigungen verzichten sollen, denn dann hätte sich bestimmt ein Abdruck im Spiegel ergeben. So machst Du's ihnen zu leicht, den Brief als beleidigend abzuwehren und sie können sich zu leicht dagegen wehren, über ihn nachzudenken.

Re: Spiegel-Titelgeschichte vom nächsten Montag

Nick, Monday, 15.09.2003, 15:46 (vor 8179 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Spiegel-Titelgeschichte vom nächsten Montag von Odin am 15. September 2003 11:03:06:

Lieber Odin,

da habe ich auch drüber nachgedacht, habe mich dann aber bewußt anders entschieden. Ich vermute nämlich, daß in der Redaktion des SPIEGEL bereits ebendiese Frontlinien existieren. Es ging mir deshalb vor allem um unmißverständliche Deutlichkeit. Wenn eine solche Polemik nun nicht abgedruckt werden wird, nebbich!, nehme ich das eben gerne billigend in Kauf.

Meist schreibe ich freundliche, höfliche, eher zurückhaltende Briefe, wenn ich mit redlicher Bereitschaft rechnen kann, sachliche Argumente zu erwägen und auf sie einzugehen. Hier schien es mir aber geboten, davon abzuweichen. Der Hetzartikel im SPIEGEL ist nämlich ein veritabler sexistischer Skandal im führenden deutschen Nachrichtenmagazin! Es wundert keinen, so einen Fascho-Dreck in der EMMA zu lesen. Wenn es nun zur politischen Linie des SPIEGEL, wenn es gar zum Niveau der deutschen Presselandschaft insgesamt werden soll, dann hilft kein Appell ans "Nachdenken" mehr, dann ist das eine Frage des Kampfes um die öffentliche Meinung in Deutschland ganz allgemein geworden: Akzeptieren wir in unserem Land eine neue Stürmer-Hetze? Nehmen wir eine biologistische Einteilung in "wertvolles" und "minderwertiges" Geschlecht hin? Darf "der Mann" in Zukunft unwidersprochen als Untermensch vorgeführt werden? Ist seine mittelfristige "Ausrottung" ein akzeptables "Denkspiel"? Werden wir zulassen, daß sich daraus einmal die bekannten Weiterungen ergeben werden, am Ende bis hin zu "Selektionen", zur "Ausmerzung lebensunwerten Lebens" und ähnlichem?

In der kranken Phantasie faschistischer Feministinnen ist das längst "Normalität", wie jeder weiß, man braucht nur EMMA zu lesen oder ins dortige Forum zu blicken. Das stört dort keinen, eine SA-Gesinnung ist "ganz unschuldiger" Umgangston in diesen Kreisen. Wenn es jetzt "ganz unschuldiger" Umgangston im SPIEGEL wird, dann st das eine hochgefährliche neue Qualität. Die Bevölkerung wird sachte daran gewöhnt, Faschismus wieder "ganz normal" zu finden, und das verblüffende, das atemberaubende ist, daß es kaum einem auffällt, daß es kaum jemanden stört.

Wenn ich mir die Reaktionen ganz durchschnittlicher Weiber ansehe, dann reichen die von Desinteresse und passiver Indolenz über klammheimliche Freude bis hin zu offener Zustimmung zu einem Klima des lustigen "Männerklatschens". Einsicht oder gar Unterstützung ist von dieser Seite her kaum zu erwarten, ganz im Gegeteil. Wohin führt das? Das Bewußtsein über die tatsächliche Lage ist ein durch und durch falsches, nicht nur bei RadFems!

Man täusche sich nicht, daß man "schon rechtzeitig merken" werde, wenn es wirklich gefährlich wird. Das merkt man eben nicht! Die Entscheidungen fallen viel früher. Als Hitler am 30.1.33 Reichskanzler wurde, empfanden das viele vor allem als einen Witz. Es wird wohl keinen gegeben haben, der wirklich mit Klarheit vorausgesehen hätte, welche Entwicklung die folgenden Wochen nehmen würden. Und nach 6 Wochen war es dann bereits zu spät. Der Übergang zur Diktatur ging rasend schnell vor sich.

Man muß früher in die Speichen greifen, nicht erst dann, wenn jeder sich tatsächlich "vorstellen" kann, daß es zum Schlimmsten kommt. Dann ist das Schlimmste nämlich bereits eingetreten. In solchen Fragen kann es meiner Ansicht nach keine Kompromisse geben. Da geht es ums Prinzip und um unzweideutige Klarheit.

Ich halte es deshalb für immens wichtig, in dieser Frage schwergewichtig aktiv zu werden und dafür zu sorgen, daß es auch tatsächlich eine öffentliche Debatte wird. Da reicht das Internet nicht aus.

Gruß vom Nick

Re: Spiegel-Titelgeschichte vom nächsten Montag

Odin, Monday, 15.09.2003, 14:26 (vor 8179 Tagen) @ Horst

Als Antwort auf: Spiegel-Titelgeschichte vom nächsten Montag von Horst am 13. September 2003 18:31:59:

Was mich bei solchen Artikeln immer nervt, ist die Hohlheit, die sich weigert, den eigenen Gedanken weiterzudenken:
Was würde denn passieren, wenn der Mann ausstirbt?
Sitzt Madame dann rum und wartet aus Samen, der leider nie kommt? Sprich: Das Aussterben der Rasse ist nunmal garantiert.
Warum gibt es bei allen höherwertigen Kreaturen diese Spaltung in männlich und weiblich?
Was ist mit den Frauen, wenn Männer aussterben? Auch diese sind ja dann dem Aussterben geweiht, da sie einzig als Gegenüber zum Mann existieren können. Um als Säugetier, Reptil usw. also weiterexistieren zu können, MUSS sich eine eigene Art entwickeln, die eben NICHT weiblich ist, sondern ein Zwitterwesen. Ein Zwitterwesen ist aber WEDER MÄNNLICH NOCH WEIBLICH!
Das vermutete Aussterben der Männer bedeutet also auch das Aussterben der Frauen! Oder eben das Aussterben der Rasse - kann ja auch sein.

Dumb stereotypes take heart out of boys' hopes

Sam, Saturday, 20.09.2003, 14:52 (vor 8174 Tagen) @ Horst

Als Antwort auf: Spiegel-Titelgeschichte vom nächsten Montag von Horst am 13. September 2003 18:31:59:

Ein Artikel aus dem "Sydney Morning Herald" vom 19. September:

<hr>

Portraying men as cads or wimps empowers no one and only increases bitter social division, writes Andrew Bock.

Riding on the back of his fine Arab or the Valiant Charger, the hard-drinking, hard-living, macho man still saves the day fairly regularly. But media that appeal to women are more likely to portray men as bungling, incompetent fall guys in the workplace and in relationships.

New male stereotypes have been prevalent in news, TV drama, films, articles and advertisements for more than a decade and, in a reversal of fortunes, men are now starting to protest.

John Marsden, the best-selling adolescents' fiction writer, and author of the non-fiction books Secret Men's Business and The Boy You Brought Home, said, "Teenage boys are among the most maligned group in our society ...

"The media portrays them as either drug-crazed, illiterate, unemployable, suicidal, failures at school, sex criminals or vandals. So adults tend to treat them more suspiciously, and that causes them [unconsciously] to become angry or frustrated or alienated."

(...)

Articles in the print media can contain more prejudicial generalisations about men partly because women dominate the field of writing about relationships, and because in an article, unlike a drama, there is no dialogue and therefore less need to paint even half-real male characters.

Biases run many ways across the media, but an overriding bias in modern media seems to run away from positive images of men. Criticism of female stereotypes and what they implied about men's attitudes was an important platform of early feminism. It would be more than ironic if men were criticised for questioning media stereotypes about men and relationships.

<hr>

Quelle:
http://www.smh.com.au/articles/2003/09/18/1063625153160.html

Gefunden hier.


Re: Spiegel-Titelgeschichte; Nachbemerkung

Sam, Saturday, 27.09.2003, 19:35 (vor 8166 Tagen) @ Horst

Als Antwort auf: Spiegel-Titelgeschichte vom nächsten Montag von Horst am 13. September 2003 18:31:59:

Was mir bei den im SPIEGEL abgedruckten Leserbriefen auffällt: Der eigentlich sensible Kritkpunkt wurde wohlweislich nicht zitiert. Dass nämlich Hetzartikel wie jener im SPIEGEL gerade diejenigen am härtesten treffen, die sich dagegen am schlechtesten wehren können, weil ihnen naturgemäß oftmals noch die nötige persönliche Distanz fehlt, um diese schäbige Stimmungsmache als eine solche zu erkennen und die dahinter stehende ideologische Absicht zu sehen: männliche Kinder. Und dieser Punkt ist von ganz unmittelbarem Interesse nicht mehr allein für zu Recht empörte Männer, sondern auch für all die stolzen Mütter von Söhnen, die ihre geliebten Jungs ganz sicher nicht für eine "Seuche" halten, "die das Weibchen befällt".

Auch wenn es den eifrigen GeschlechtskriegerInnen nicht passt: Die Schicksale von Männern und Frauen sind in der menschlichen Gemeinschaft nun einmal aufs Engste miteinander verwoben und verknüpft. Wer also - wie der SPIEGEL - "den Mann" zum politischen Feind erklärt, der erklärt notwendigerweise den Großteil der Gesellschaft zum politischen Feind, oder anders ausgedrückt: Er erklärt sich selbst zum Feind der Gesellschaft.

Amüsant:
Ausgerechnet in der dieswöchigen Ausgabe des SPIEGEL ist im Rahmen einer Anzeige ein Zitat von Hanns Joachim Friedrichs abgedruckt:

"Einen guten Journalisten erkennt man daran, daß er sich nicht gemein macht mit einer Sache."

Wie passend. Gute Journalisten sind schwer zu finden. Zumindest wissen wir nun, wo man sie nicht findet.

Sam

Das war doch eher ironisch, würde ich sagen

Lars, Sunday, 28.09.2003, 00:14 (vor 8166 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Re: Spiegel-Titelgeschichte; Nachbemerkung von Sam am 27. September 2003 16:35:25:

Bist Du sicher, daß Dir da nicht eine gewisse Ironie im "SPIEGEL" entgangen ist?

1. Der "SPIEGEL" greift eine im Grunde super-akademische evolutions-biologische Frage auf, nähmlich was mit dem Y-Chromosom in den nächsten Zehntausenden von Jahren passieren wird ... und bezieht das dann auf den gegenwärtigen Frauen-Power-Zeitgeist. Der Grund ist offensichtlich: Ohne den Frauen-Power-Bezug wäre das Thema nur für studierte Biologen von Interesse und keine Titelstory im "SPIEGEL" wert! Es ging also erstmal nur um irgendeine Titelstory.

2. Die Rechtfertigung feministischer Politik mit diesen weit hergeholten Bio-Debatten ist so absurd, das KANN der "SPIEGEL" gar nicht ernst gemeint haben.

3. Wenn man außerdem bedenkt, daß die Schlüsselpositionen beim "SPIEGEL" von Männern besetzt sind, liegt es nahe, diese Story eher als männliche Selbstironie aufzufassen, d. h. als Koketterie mit dem Stigma des "Auslaufmodells". Vielleicht sogar mit dem Hintergedanken, die LesER(!) zum Widerspruch zu provozieren.

Solanas ist demnach auch ironisch

Der Aufklärer, Sunday, 28.09.2003, 00:52 (vor 8166 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Das war doch eher ironisch, würde ich sagen von Lars am 27. September 2003 21:14:52:

Bist Du sicher, daß Dir da nicht eine gewisse Ironie im "SPIEGEL" entgangen ist?
1. Der "SPIEGEL" greift eine im Grunde super-akademische evolutions-biologische Frage auf, nähmlich was mit dem Y-Chromosom in den nächsten Zehntausenden von Jahren passieren wird ... und bezieht das dann auf den gegenwärtigen Frauen-Power-Zeitgeist. Der Grund ist offensichtlich: Ohne den Frauen-Power-Bezug wäre das Thema nur für studierte Biologen von Interesse und keine Titelstory im "SPIEGEL" wert! Es ging also erstmal nur um irgendeine Titelstory.
2. Die Rechtfertigung feministischer Politik mit diesen weit hergeholten Bio-Debatten ist so absurd, das KANN der "SPIEGEL" gar nicht ernst gemeint haben.
3. Wenn man außerdem bedenkt, daß die Schlüsselpositionen beim "SPIEGEL" von Männern besetzt sind, liegt es nahe, diese Story eher als männliche Selbstironie aufzufassen, d. h. als Koketterie mit dem Stigma des "Auslaufmodells". Vielleicht sogar mit dem Hintergedanken, die LesER(!) zum Widerspruch zu provozieren.

Dieser Rechtfertigungswahn, wenn die Opfer Männer sind, ist zum Kotzen.
Entscheidend ist ja nicht, ob es ernst gemeint war oder nicht, sondern wie es im Auge des Betrachters ankommt. Da ist Schluss mit lustig.
Die wenigsten haben den Intellekt und den Nerv, eine vermeintliche Ironie zu durchschauen.
Zu Punkt 3: In der Spiegel-Redaktion sitzen Femi-Männer, von denen wir mehr als genug haben. Solche Weichtüten haben uns das ganze Theater eingebrockt und perpetuieren es. Eine Schande.

Re: Das war doch eher ironisch, würde ich sagen

Sam, Sunday, 28.09.2003, 02:55 (vor 8166 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Das war doch eher ironisch, würde ich sagen von Lars am 27. September 2003 21:14:52:

Der Artikel enthält eine gehörige Portion spöttischer Ironie, die den dabei angesprochenen Themen (Lebenserwartung, Selbstmordrate, Schulprobleme von Jungen usw.) in keinster Weise angemessen ist.

Letztlich wird hier einmal mehr ein Geschlechterkrieg zelebriert, der nach wie vor der Logik folgt, "die Frauen" könnten nur dann gewinnen, wenn "die Männer" verlieren (was ja zuweilen auch zu der absurden Idee führt, der Protest von Männern sei als Zeichen dafür zu werten, dass man "auf dem richtigen Wege" sei).

"We win together, or we lose together." - Diese Erkenntnis muss sich wohl erst noch durchsetzen.

Sam

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