Was erfreuliches ...
Am Sonnabend ist Männertag in Dresden
Mediziner wollen zu mehr Vorsorge motivieren
Von Renate Berthold
Die Statistik ist bekannt: Männer haben hierzulande mit durchschnittlich 74,4 Jahren eine deutlich geringere Lebenserwartung als Frauen, die es auf 80,6 Jahre schaffen. Experten gehen davon aus, dass genetische Ursachen dafür nicht vordergründig zuständig sind.
Männer leben in der Regel gefährlicher als Frauen sie rauchen und trinken deutlich mehr, sie verhalten sich im Straßenverkehr riskanter und negieren Alarmsignale ihres Körpers. Die Folgen sind statistisch signifikant: Alkohol-, Nikotin- und Drogenmissbrauch sind bei Männern zehnmal häufiger die Todesursache als bei Frauen. Bei Unfällen sterben fast dreimal soviel Männer wie Frauen. Männer erkranken 1,5mal häufiger an Krebs, leiden stärker an Bluthochdruck und dessen Folgen wie Herzinfarkt und begehen auch häufiger Selbstmord.
Oft zu spät zum Arzt
Grund genug also, dass sich Mediziner intensiver dem starken Geschlecht zuwenden, zumal die Frauengesundheit viel stärker öffentliches Interesse findet als die Männergesundheit. Immerhin erkranken hierzulande jährlich bis zu 40 000 Männer an Prostatakrebs, rund 12 000 sterben daran. Dabei ist diese Erkrankung in 80 bis 90 Prozent der Fälle heilbar, wenn sie im Frühstadium erkannt wird, sagt Prof. Dr Manfred Wirth, der Direktor der Urologischen Klinik am Dresdner Uniklinikum. Doch nur zehn Prozent der Männer nutzen Früherkennungsmöglichkeiten. Oft kommen sie erst dann zum Arzt, wenn sie erhebliche Beschwerden haben, stellt Timo Liebold vom Berufsverband der Sächsischen Urologen immer wieder fest. Manchmal kann es dann aber schon zu spät sein.
Daher wollen Mediziner Männer wachrütteln, mehr für die eigene Gesundheit zu tun. Gemeinsam mit der AOK Sachsen, dem Tumorzentrum Dresden, der Sächsischen Krebsgesellschaft und vielen anderen Partnern veranstalten Dresdner Urologen den 1. Männergesundheitstag, der am Sonnabend ab 10 Uhr im Kulturpalast stattfindet (SZ vom 6./7. September, Gesundheitsseite). Ziel ist es, umfassend zu informieren und zu motivieren, Vorsorgeangebote zu nutzen, sagte gestern Prof. Wirth vor Journalisten.
Kostenlose Angebote
Neben Vorträgen und Podiumsdiskussionen gibt es jede Menge Informationen und Möglichkeiten, bestimmte Werte wie Blutzucker, oder Blutdruck messen zu lassen. Kostenlos können Männer zudem ihren PSA-Wert bestimmen lassen. PSA ist die Abkürzung für prostataspezifisches Antigen, das mit einer einfachen und sicheren Untersuchung des Blutes bestimmt werden kann. Dieser Test ist als reine Vorsorgeuntersuchung eine Privatleistung. Sollte am Sonnabend der Andrang zu groß sein, werden die Dresdner Urologen Gutscheine ausgeben, damit dieser kostenlose Test später in der Praxis durchgeführt wird.
Die Veranstalter hoffen, dass viele Familien zum Männergesundheitstag kommen. Daher wird neben fachlichen Informationen viel Unterhaltung geboten. Mit dabei sind unter anderem das Kabarett Breschke & Schuch und die Dixielandband Hotspurs.
Sonnabend, 13. August, ab 10 Uhr im Kulturpalast Dresden
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Link: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=521127