Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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@Xenia: Buchtipps

Garfield, Wednesday, 10.09.2003, 13:26 (vor 8184 Tagen)

Hallo Xenia!

Hatte leider nicht die Zeit, wirklich alles zu durchforsten, aber ich glaube, das Wichtigste habe ich gefunden. Es macht ja auch wenig Sinn, hier Bücher aufzulisten, die weder im Handel noch in normalen Bibliotheken erhältlich sind. Außerdem habe ich eine Menge Bücher, die ich selbst noch nicht gelesen habe und deshalb auch schlecht weiter empfehlen kann. Also fasse ich mich mal relativ kurz:

Arne Hoffmann: "Sind Frauen bessere Menschen?"
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2001

Da geht es vor allem um die jetzige Zeit, aber einige Kapitel befassen sich auch mit der Vergangenheit. Wenn du öfter in Foren wie diesem bist, wirst du es vielleicht schon kennen.

Martin van Creveld: "Das bevorzugte Geschlecht"
Gerling Akademie Verlag, München 2003

Da liegt der Schwerpunkt auf der Vergangenheit. Eine Kritikerin hat diesem Buch Einseitigkeit vorgeworfen und hatte damit durchaus Recht. Martin van Creveld hat der Tatsache Rechnung getragen, daß die Geschichtsschreibung heute oft sehr einseitig ist. Er hat nun nichts weiter getan, als dieser vorherrschenden Einseitigkeit, die immer nur Benachteiligungen von Frauen und Privilegien von Männern sieht, die andere, heute oft vernachlässigte Seite entgegen zu halten, also eben darzulegen, daß auch Frauen immer ihre Privilegien hatten und Männer immer auch in mancher Hinsicht benachteiligt waren.

Erika Uitz: "Die Frau im Mittelalter"
Tosa Verlag, Wien 2003

Das Buch ist eigentlich schon von 1988, wurde nun aber nochmal neu herausgebracht. Die Autorin stellt sehr sachlich und kompetent die Situation von Frauen im Mittelalter dar. Sie hat dabei weitgehend auf Wertungen verzichtet. Zwar betont sie beispielsweise an einer Stelle, daß Frauen teilweise nur Kinderlohn erhalten haben, ohne dabei zu erwähnen, daß sie dafür genau wie Kinder eben auch nur leichtere Arbeiten verrichten mußten, aber meist stellt sie einfach nur die Verhältnisse so dar, wie sie nun einmal waren, wobei sie sich auf diverse Quellen aus dem Mittelalter bezieht.

Dorothea Christiane Leporin: "Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studieren abhalten"
Georg Olms Verlag, Hildesheim-Zürich-New York 1987

Die Autorin ist besser bekannt als Dorothea Erxleben. Dieses Buch stammt zwar von 1742, wurde aber als Reprint neu herausgebracht und sollte immer noch im Handel erhältlich sein. Wie der Titel schon sagt, befaßt es sich damit, wieso in der damaligen Zeit eigentlich so wenige Frauen studiert haben. Die Autorin sieht die Gründe vor allem in diversen Vorurteilen in der Gesellschaft - und darunter versteht sie Frauen und Männer gleichermaßen -, sowie in der Trägheit der Frauen. Sie rief die Frauen ihrer Zeit dazu auf, sich weniger um Kleidung, Schmuck und Kosmetik zu kümmern, dafür aber mehr um ihre Bildung. Darunter verstand sie nicht nur ein Universitätsstudium, sondern Bildung jeglicher Art. Leider sind damals kaum Frauen ihrem Aufruf gefolgt.

Hans-Werner Goetz: "Leben im Mittelalter"
Verlag C.H.Beck, München 1994

Da geht es weniger um Frauen, sondern um die Verhältnisse im Mittelalter ganz allgemein. Einige Kapitel des Buches befassen sich aber auch ganz konkret mit der Ehe, mit den familiären Verhältnissen und auch mit der Situation von Frauen in dieser Zeit.

Paul-Hermann Gruner: "Frauen und Kinder zuerst"
Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg 2000

Da geht es um die heutige Zeit, es wird also mit diversen Klischees aufgeräumt, die heute durch die Medien geistern.

Beate Kricheldorf: "Verantwortung? Nein danke!"
R. G. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2001

Der Untertitel des Buches lautet "Weibliche Opferhaltung als Strategie und Taktik". So mancher Feministin werden sich beim Lesen die Nackenhaare sträuben, denn die Autorin legt ungewöhnlich offen dar, wieso viele Frauen eigentlich so gern Hausfrauen sind und wieso es sie gar nicht so sehr in Führungspositionen zieht.

Dann noch zwei Bücher, in denen es eigentlich nicht um dieses Thema geht, die aber trotzdem einige interessante Informationen dazu enthalten:

Arne Hoffmann: "Das Lexikon der Tabubrüche"
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2003

Wie der Name schon sagt, geht es dabei um diverse Tabus in unserer Gesellschaft, wobei auch die Tabus in der Geschlechterdebatte angesprochen werden.

Robert K. Massie: "Die Schalen des Zorns"
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1993

Da geht es eigentlich überhaupt nicht um die Geschlechterdebatte, sondern um die Entwicklung des deutsch-britischen Verhältnisses in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg. Da in dieses Buch aber viel Biographisches über historische Persönlichkeiten dieser Zeit eingeflossen ist, bekommt man so nebenbei noch einen guten Einblick in die gesellschaftlichen Verhältnisse der damaligen Zeit, wobei teilweise auch gezeigt wird, welche Stellung Frauen in dieser Gesellschaft hatten.

So, das sollte vorerst genügen.

Freundliche Grüße
von Garfield

@Garfield: Buchtipps

Xenia, Thursday, 25.09.2003, 17:35 (vor 8169 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: @Xenia: Buchtipps von Garfield am 10. September 2003 10:26:12:

Hallo, Garfield,

danke für deine Mühe :-)

Bis auf v. Creveld sind das interessante Buchtips...

best wishes, Xenia

Re: @Garfield: Buchtipps

gaehn, Thursday, 25.09.2003, 18:48 (vor 8169 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: @Garfield: Buchtipps von Xenia am 25. September 2003 14:35:48:

Hallo, Garfield,
danke für deine Mühe :-)
Bis auf v. Creveld sind das interessante Buchtips...
best wishes, Xenia

hey xenia,

was haste gegen creveld (nicht das ich eines seiner werke gelesen hätte), nur so aus interressen würde ich das gern mal wissen :-D?`

bye bye

Re: @Garfield: Buchtipps

Xenia, Thursday, 25.09.2003, 20:39 (vor 8169 Tagen) @ gaehn

Als Antwort auf: Re: @Garfield: Buchtipps von gaehn am 25. September 2003 15:48:40:

hey xenia,
was haste gegen creveld (nicht das ich eines seiner werke gelesen hätte), nur so aus interressen würde ich das gern mal wissen :-D?`

Hallo, gaehn

Mich hat Crevelds Interview im Focus nicht überzeugt, und auch der Ausschnitt den ich mal im Forum gelesen habe, war nicht so gut, dass ich dafür Geld bezahlen würde.

Best wishes, Xenia

Re: @Garfield: Buchtipps

Joachim, Thursday, 25.09.2003, 22:43 (vor 8168 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: @Garfield: Buchtipps von Xenia am 25. September 2003 17:39:59:

hey xenia,
was haste gegen creveld (nicht das ich eines seiner werke gelesen hätte), nur so aus interressen würde ich das gern mal wissen :-D?`

Hallo, gaehn
Mich hat Crevelds Interview im Focus nicht überzeugt, und auch der Ausschnitt den ich mal im Forum gelesen habe, war nicht so gut, dass ich dafür Geld bezahlen würde.
Best wishes, Xenia

hätte dich das interview überzeugt, wenn opfer "mann" durch "frau" ersetzt gewesen wäre?

Re: @Garfield: Buchtipps

Xenia, Thursday, 25.09.2003, 22:53 (vor 8168 Tagen) @ Joachim

Als Antwort auf: Re: @Garfield: Buchtipps von Joachim am 25. September 2003 19:43:31:

hey xenia,
was haste gegen creveld (nicht das ich eines seiner werke gelesen hätte), nur so aus interressen würde ich das gern mal wissen :-D?`

Hallo, gaehn
Mich hat Crevelds Interview im Focus nicht überzeugt, und auch der Ausschnitt den ich mal im Forum gelesen habe, war nicht so gut, dass ich dafür Geld bezahlen würde.
Best wishes, Xenia

hätte dich das interview überzeugt, wenn opfer "mann" durch "frau" ersetzt gewesen wäre?

Kaum ... am wenigsten überzeugend fand ich übrigens seine Ausführungen über den Schleier, das Kopftuch, die Burka ... und das läßt sich leider irgendwie nicht umkehren

Best wishes, Xenia

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