Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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"Patriarchaler Terrorismus"

Dissident, Tuesday, 09.09.2003, 21:30 (vor 8184 Tagen)

Aus dem Gong, Ausgabe Nr. 35:

Wenn die Liebe zum Albtraum wird

Durch den tragischen Tod der Schauspielerin Marie Trintignant ist die Gewalt in der Partnerschaft wieder in den Fokus gerückt. Über unheilvolle Verbindungen und warum viele Frauen sich schwer daraus lösen können

Ein Rockstar als eifersüchtiger Liebhaber, eine schöne Frau, die zu Tode geprügelt wird - der Stoff, aus dem Filmerfolge gemacht werden. Doch das tragische Ende der französischen Schauspielerin Marie Trintignant (41) war sehr alltäglich. So alltäglich, wie Gewalt in Beziehungen ist. „Es war ein Unfall", sagt ihr Lebenspartner Bertrand Cantat (39); er sitzt in U-Haft, die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen Körperverletzung mit Todesfolge.
Gewalt gegen Frauen im sozialen Nahbereich findet immer und überall statt. In der Professoren-Villa im Vorort ebenso wie in der Hausmeister-Wohnung im Souterrain. Jede vierte Frau in Europa wird Opfer von Gewalt durch ihren Lebensgefährten. In Deutschland flüchten jährlich mehr als 40 000 Frauen in eines der mehr als 400 Frauenhäuser, viele mit ihren verstörten, oft für immer traumatisierten Kindern.

Täglich Terror in der eigenen Wohnung

Sie alle haben die Hölle hinter sich. Das Leben in einer Spirale von Gewalt, die sie in immer kürzeren Abständen immer heftiger herumwirbelt. Patriarchalen Terrorismus nennt der US-Psychologe Michael P. Johnson dieses verheerende Verhaltensmuster des Mannes*. „Etwa fünf bis sieben Jahre ertragen Frauen dieses Dasein, bis sie gehen", weiß Dieter Mutz, stellvertretender Leiter des Münchner Kommissariats für Verhaltensprävention und Opferschutz.
Seit 2002 das Gewaltschutzgesetz in Kraft getreten ist, können sich Frauen besser wehren. Allerdings fehlt vielen der Mut für eine Anzeige oder sie ziehen sie später wieder zurück, aus Angst vor der Rache des Mannes. Dieter Mutz: „Eine Anzeige macht immer Sinn, die Verletzung sollte immer dokumentiert werden."
Mit einer Schutzanordnung des Gerichtes kann der Mann mit Wohnungsverweis und Kontaktsperre belegt werden. Einen sofortigen (befristeten) Platzverweis auch ohne Anzeige kassiert der Mann zum Beispiel in Niedersachsen und Bayern. Prämisse: Wer schlägt, muss gehen - die Frauen müssen nicht mehr abtauchen.
Dieter Mutz: „In einem unserer Fälle nächtigt ein Arzt mit Platzverweis jetzt auf der Untersuchungsliege in seiner Praxis, in einem anderen begleitet eine Zivilstreife morgens um fünf eine Frau zu ihrer Putzstelle. Monatlich werden uns 100 bis 150 Fälle gemeldet, immer mehr auch von ausländischen Mitbürgerinnen. Es ist wichtig, dass sich das Bewusstsein der Frauen ändert."

*MÄNNER: IHRE GEWALT HAT VIELE GESICHTER Macht über die Frau, Kontrolle über ihr Handeln, das wollen Männer, die ihre Frauen in jedem Lebensbereich mit einer unvorstellbaren Vielfalt von Beherrschungs- und Kontrollmitteln erniedrigen und zerstören. Vergewaltigung und Verletzungen jeder Art (bis zum Tode) sind die schlimmsten Arten der Gewalt. Doch in vielen Fällen wird anders Druck ausgeübt: Die Frau darf das Baby nicht stillen, wird in der Wohnung oder einer Kammer eingesperrt, hat Besuchsverbot oder darf nicht zur Toilette. Vielfältig die Gründe, die von Eifersucht, Besitzdenken bis zu Macho-Allüren (ein echter Kerl langt hin) reichen. Nicht selten hat schon der Vater dem Sohn ein mieses Frauenbild eingeimpft.

FRAUEN: ZWISCHEN PANIK UND HOFFNUNG Für Außenstehende oft unverständlich, dass Frauen bei einem Brutalo bleiben. Doch wer ständig erniedrigt wird, glaubt irgendwann selbst, er sei nichts wert, sei schuld am Zustand der Beziehung. Diese Frauen zerreiben sich zwischen Angst und Hoffnung auf Besserung. Typische Gründe dafür sind etwa Geldsorgen (nicht mal genug für den Bus zum Frauenhaus), keine Freunde (als Hilfe). Die Frauen wollen den Kindern die Familie erhalten, befürchten, als allein stehende Frau minderwertig zu sein. Halten Eheprobleme für Privatsache, werden von Verwandten unter Druck gesetzt. Migrantinnen bangen um ihren Aufenthaltsstatus. Viele Frauen befürchten, dass der Mann ihnen oder den Kindern etwas antut.

Reply

Anabasis, Tuesday, 09.09.2003, 22:13 (vor 8184 Tagen) @ Dissident

Als Antwort auf: "Patriarchaler Terrorismus" von Dissident am 09. September 2003 18:30:06:

Und hier die Antwort von Moni!

Gruß Anabasis

Monis Antwort

Wie nennen's die Emmas noch? "Trolle", oder!?

pit b., Tuesday, 09.09.2003, 23:36 (vor 8184 Tagen) @ Dissident

Als Antwort auf: "Patriarchaler Terrorismus" von Dissident am 09. September 2003 18:30:06:

Was mir in der feministischen Presse immer wieder auffällt -ohne dass es einem wirklich klar wird- ist, dass man einen bereits gebackenen Kuchen vor die Nase gesezt bekommt.

Genau wie in der Bild-Zeitung bekommt man keine sachlichen Informationen, mit denen man sich seinen eigenen Kuchen backen kann, sondern ein gefertigtes Meinungsbild welches einem zeigt welche Meinung man haben soll.
Propaganda!

Daher lese ich grundsätzluch keine Bild um mich zu informieren, und in feministischen Texten sehe ich diesen Vorwurf immer wieder Bestätigt.
Selten wird in feministischen Texten wirklich gut und ausführlich argumentiert.

Nur Idioten lesen solchen Quatsch und labern ihn dann auch nach ohne nur einen Sekunde selber darüber nachgedacht zu haben.
Denn es ist ja so viel einfacher eine Meinung vorgesetzt zu bekommen, die man dann vertritt, als sich selber Eine zu bilden.

Vielleicht ist das der Grund warum der feminismus immer noch anzutreffen ist.
Die Bild-Zeitung wird ja auch noch gekauft.

Re: "Patriarchaler Terrorismus"

Odin, Wednesday, 10.09.2003, 02:52 (vor 8184 Tagen) @ Dissident

Als Antwort auf: "Patriarchaler Terrorismus" von Dissident am 09. September 2003 18:30:06:

Heftig, heftig, Dissident.
Hast Du da mal eine Email-Adresse zu, damit man mal da hin schreiben kann, um denen von Gong die Welt zu erklären? Das schreit ja nach Richtigstellung und Vernunft. Da sind ja Sachen drin, die hätte Alice Schwarzer noch nicht mal im Suff geschrieben. Jedenfalls sind derlei Schreiben ein Labsal für eingerostete Maskulisten. Bitte mehr davon :-)

Re: Wie nennen's die Emmas noch? "Trolle", oder!?

Jolanda, Wednesday, 10.09.2003, 11:08 (vor 8184 Tagen) @ pit b.

Als Antwort auf: Wie nennen's die Emmas noch? "Trolle", oder!? von pit b. am 09. September 2003 20:36:01:

Was mir in der feministischen Presse immer wieder auffällt -ohne dass es einem wirklich klar wird- ist, dass man einen bereits gebackenen Kuchen vor die Nase gesezt bekommt.

---Da hast du allerdings recht, ich schicke dir dazu noch ein kurzes Gedicht:

REZEPTFREI

Rezepte für das Leben
kann ich nicht geben.

Woher
soll ich wissen,
welche Zutaten
deinen Kuchen
gelingen lassen?

Sagen
- manchmal schreien -
möchte ich nur:
Du kannst doch selber backen!
Du brauchst keine
"fertigen Backmischungen"!

Herzlicher Gruss
Jolanda

kontakt@gongverlag.de (n/t)

Dissident, Wednesday, 10.09.2003, 15:37 (vor 8184 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: "Patriarchaler Terrorismus" von Odin am 09. September 2003 23:52:27:

Heftig, heftig, Dissident.
Hast Du da mal eine Email-Adresse zu, damit man mal da hin schreiben kann, um denen von Gong die Welt zu erklären? Das schreit ja nach Richtigstellung und Vernunft. Da sind ja Sachen drin, die hätte Alice Schwarzer noch nicht mal im Suff geschrieben. Jedenfalls sind derlei Schreiben ein Labsal für eingerostete Maskulisten. Bitte mehr davon :-)

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