Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Mädchenkriminalität

Odin, Monday, 08.09.2003, 00:41 (vor 8186 Tagen)

18 Jugendliche schlugen Mädchen krankenhausreif
Schnelsen: Mutter des Opfers (15) beklagt schockierende Brutalität. Sie erstattete Strafanzeige und informierte den Innensenator. 14 der Täter sind Mädchen.

Von Sabine Minkwitz

Das fürchtet jede Mutter: dass das Kind gequält, misshandelt, zusammengeschlagen wird. Für Marion G. (alle Namen geändert, die Red.) aus Schnelsen ist dieser Albtraum Wirklichkeit geworden. Ihre 15 Jahre alte Tochter Maike wurde von einer Bande aus 14 Mädchen und vier Jungen krankenhausreif geprügelt. Diagnose: Prellungen, Blutergüsse. "Ich habe meine Tochter fast nicht erkannt, so schlimm sah sie aus." Die verzweifelte Frau klagt an: "Wir müssen endlich etwas unternehmen, um unsere Kinder zu schützen."

Dienstag, gegen 18.30 Uhr auf einem Spielplatz am Scheelring. Ein langer Schultag liegt hinter Maike G. Mathe, Deutsch, Sport - bis 16 Uhr hat das Mädchen (15) an der Gesamtschule gepaukt. Jetzt will sie gemeinsam mit ihrer Freundin Katja noch etwas ausspannen. Sie setzen sich auf eine Bank. "Plötzlich umkreiste uns die Mädchenbande. Ich kenne ihre Anführerin. Sie heißt Lilly und ist 16. Sie wollte sich rächen, weil ich bei einer anderen Schlägerei im Juli meine Freundin beschützt hatte", sagt Maike G., deren Gesicht auch Tage nach dem Vorfall immer noch Spuren der Misshandlungen zeigt.

Die folgenden Minuten ihres Albtraums schildert Maike G. so: ",Sag nie mehr etwas Schlechtes über mich', drohte mir Lilly und gab mir eine Backpfeife. Als ich sie beruhigen wollte, hatte ich zehn Fäuste im Gesicht und lag im nächsten Moment am Boden. Von den harten Schlägen war ich wie benebelt. Die Mädchen rissen mir meine Ohrringe und zwei Armbänder ab. Außerdem versuchten sie, meinen Ring abzustreifen."

Und es wurde noch schlimmer. Maike G. hörte, wie eine Angreiferin der Anführerin Lilly zurief: "Brauchst du dein Messer?" ",Nein, die wehrt sich ja nicht.'" Schließlich gelang es Maike, sich loszureißen. Mit ihrer Freundin rettete sie sich in die Wohnung einer Bekannten.

Von dort alarmierte sie ihre Mutter, die sofort zu ihr fuhr und den Notarzt verständigte. Der kam sofort. Maike G. wurde ins UKE gebracht. Die erste oberflächliche Diagnose der Sanitäter ließ Schlimmes befürchten: Verdacht auf Schädelbasisbruch. Glücklicherweise bestätigte sich das nicht. Doch allein die Arztberichte des Chirurgen, des Augenarztes und des Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten umfassen mehrere Seiten.

Die Ärzte bescheinigen Maike G. schwere Blutergüsse in den Ohren, auf der Stirn, starke Prellungen im Brustbereich, zwei blaue Augen und einen Schock. Ihre Mutter erstattet auf der Polizeiwache am Garstedter Weg Strafanzeige wegen Körperverletzung. Schon am nächsten Tag kommt ein Beamter der Kriminalpolizei, lässt sich den Fall minutiös schildern.

Seither ermitteln die Beamten. Noch ist niemand festgenommen worden. Mutter Marion G. ist unterdessen noch einmal persönlich ins Polizeipräsidium gefahren. "Jetzt muss etwas geschehen. Diese Lilly gehört eingesperrt." Außerdem versuchte die besorgte Mutter telefonisch Innensenator Dirk Nockemann über den Vorfall zu informieren. "Sein Vorzimmer versprach mir einen Rückruf."

Der Fall von Maike G. ist der vorläufige Höhepunkt einer ganzen Reihe von Vorkommnissen, in denen es um so genannte Mädchengewalt und Mädchenkriminalität geht. In der Innenbehörde hat man die Brisanz des Themas inzwischen erkannt. Erst am Donnerstag hatte der neue Innensenator Dirk Nockemann (45) gegenüber dem Hamburger Abendblatt die Bekämpfung der Mädchenkriminalität zur Chefsache erklärt. "Das ist ein sehr ernstes Thema."

Zur Erinnerung: Im August beraubten auf dem Dom sechs Mädchen eine 13-Jährige und verprügelten sie. Die 15 Jahre alte Haupttäterin Vanessa M. ist der Polizei als eine von 440 jugendlichen Intensivtätern in Hamburg bekannt. Kurz darauf beunruhigte der Fall der 17 Jahre alten Sarah B., die über Monate hinweg Jugendliche in der Disco-Buslinie "Night Cruiser" tyrannisierte. Mindestens zwölf Überfälle gehen auf das Konto des Mädchens, die in einer von Sozialpädagogen betreuten Jugendwohnung in Ottensen lebte. Jetzt sitzt sie in U-Haft am Holstenglacis.

erschienen am 6. Sep 2003 in Hamburg

Hamburger Abendblatt - Lokales (06-09-2003)

Macht mir Stress!

Anabasis, Monday, 08.09.2003, 01:22 (vor 8186 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Mädchenkriminalität von Odin am 07. September 2003 21:41:12:

Dieses Posting kann ich nicht ruhig lesen! Ich verstehe einfach nicht, warum Jugendliche immer wieder Gewalttaten verüben können. Für die anderen Kinder/Opfer ist das der Alptraum – Menschenrechte sind für die Kinder-Opfer suspendiert – die Gutmenschen beglucksen nur das Monster – wie es dem Opfer geht – scheißegal!
Als das Monsterkid Mehmet endlich aus München abgeschoben wurde, ging darauf für ein Jahr die Jugendgewalt in München zurück. Mehmet war in der Türkei dann ganz artig, im Gegensatz zu seiner bisherigen Karriere http://www.politikforum.de/forum/archive/6/2002/07/3/18820.

Das Crashkid Dennis hat gleich mehrere Menschen getötet http://www.hamburg.de/fhh/aktuelle_meldungen/archiv_2002/august/pe_2002_08_21_jb_01.pdf
http://www.abendblatt.de/daten/2002/10/01/75801.html
Die Story, wo Dennis einen Polizisten unter LKW-Reifen zerquetscht hat, habe ich nicht mehr im Internet gefunden.

Was ist los – bin ich primitiv – früher hieß es, es gibt mehr Ketten als rasende Hunde! Ich fürchte mich vor diesen Monstern! Ich fürchte mich vor den DummGlucksGutmenschen, welche diese Monster immer wieder auf Menschenjagd lassen.

Gruß Anabasis

Zitat/Zahlen

Arne Hoffmann, Monday, 08.09.2003, 12:02 (vor 8186 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Mädchenkriminalität von Odin am 07. September 2003 21:41:12:

--- In einer Befragung von rund 3.500 SchülerInnen der 6. bis 10. Klasse unterschiedlicher Schulformen gaben 15% der Mädchen an, sich in den vergangenen zwölf Monaten mit anderen geprügelt zu haben, 8% der Mädchen hatten gemeinsam mit anderen jemanden verprügelt, 13% anderen gewaltsam etwas entwendet, 12% der Mädchen Schuleigentum beschädigt und 5% der Mädchen sogar Waffen mit in die Schule gebracht. Bundesweit ist seit 1995 die Zahl der Straftaten junger Mädchen (bis 18 Jahre) um 27 Prozent auf rund 120.000 Delikte gestiegen. Bei Jungen im gleichen Alter nahm die Quote im selben Zeitraum nur halb so stark zu. Dabei steigt besonders die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen: Bundesweit schnellte sie seit 1995 bei Mädchen bis zum 14. Lebensjahr um fast 50 Prozent nach oben. (...) Die verquere Einschätzung von Mädchen- und Jungengewalt führt in diesem Fall dazu, dass eine Lehrerin ein Mädchen, welches mehrmals jüngere Schülerinnen auf der Toilette der Schule verprügelt hatte, als "Powermädchen" bezeichnet. ---

aus: Peter Döge: Geschlechterdemokratie als Männlichkeitskritik. Blockaden und Perspektiven einer Neugestaltung des Geschlechterverhältnisses. Bielefeld 2001, Seite 59

Re: Macht mir Stress!

Odin, Monday, 08.09.2003, 14:39 (vor 8186 Tagen) @ Anabasis

Als Antwort auf: Macht mir Stress! von Anabasis am 07. September 2003 22:22:35:

Dieses Posting kann ich nicht ruhig lesen! Ich verstehe einfach nicht, warum Jugendliche immer wieder Gewalttaten verüben können. Für die anderen Kinder/Opfer ist das der Alptraum – Menschenrechte sind für die Kinder-Opfer suspendiert – die Gutmenschen beglucksen nur das Monster – wie es dem Opfer geht – scheißegal!

Gemach, Gemach! Als einer der Gutmenschen, der sich beruflich um derlei "Monster" kümmert, kann ich Dir versichern, daß diese Arbeit NICHT vergeblich ist und es genügend "Monster" gibt, die sich bei genauem hinschauen als verzweifelte Lämmchen entpuppen, um die man sich einfach mal kümmern müßte.
Daß auch die Opfer Hilfe brauchen steht außer Frage!
Ebenso wichtig ist es, zu verhindern, daß es immer mehr Opfer gibt, also muß man sich auch um die Täter kümmern. Leider jedoch gibt es auch Täter, um die sich schon zuviel gekümmert wurde. Irgendwann muß man feststellen, daß es nichts nutzt und dann müssen andere Wege her!
Zum Thema Mädchenkriminalität: Leider wird sich hier NICHT um die Täterinnen gekümmert, weil diese oft gar nicht als Täterinnen gesehen werden. Frauenpower nennt sich das dann, und, das Mädchen hat sich durchgesetzt. Wenn es gar einen Jungen verprügelt hat ist der Weg nicht weit zu einer Erwähnung in der Emma als neue Johanna von Orleans!
Der Feminismus frißt seine eigenen Kinder!
Wohin würdest Du Dich denn um Hilfe wenden, wenn Du eine Frau bist, die ihren Mann schlägt und du merkst, daß Du Hilfe brauchst?
Dich gibts ja gar nicht - du bist gar nicht vorgesehen!

Re: Macht mir Stress!

Lars, Monday, 08.09.2003, 15:52 (vor 8186 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Macht mir Stress! von Odin am 08. September 2003 11:39:19:

Der Feminismus frißt seine eigenen Kinder!
Wohin würdest Du Dich denn um Hilfe wenden, wenn Du eine Frau bist, die ihren Mann schlägt und du merkst, daß Du Hilfe brauchst?
Dich gibts ja gar nicht - du bist gar nicht vorgesehen!

Das ist überhaupt der Punkt! Spätestens hier wird deutlich, daß Feministinnen nicht automatisch als Anwältinnen der Frauen agieren, sondern im Zweifelsfall als Wirklichkeit-verweigernde Dogmatikerinnen (die in diesem Fall letztenendes verhindern, daß Schläger-Mädchen sozialpädagogische Betreuung erfahren)!

Da Du, wenn ich Dich richtig verstanden hab, Sozialpädagoge bist: Wie denken denn Deine KollegINNEN über das Thema Mädchen-Gewalt?

Re: Macht mir Stress!

Anabasis, Monday, 08.09.2003, 20:10 (vor 8185 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Macht mir Stress! von Odin am 08. September 2003 11:39:19:

Hallo Odin,

Daß auch die Opfer Hilfe brauchen steht außer Frage!

Die beste Hilfe ist, gar nicht erst Opfer zu werden. Und dazu gehört, chronisch gewalttätige Jugendliche nicht auf Menschenjagd zu lassen!

Leider jedoch gibt es auch Täter, um die sich schon zuviel gekümmert wurde. Irgendwann muß man feststellen, daß es nichts nutzt und dann müssen andere Wege her!

Sollte so sein! Was ich aber mitkriege - Chashkid Dennis, Mechmet in München usw. - wie viele Menschen diese Burschen quälen dürfen, ohne dass man ihnen in den Arm fällt!

Wohin würdest Du Dich denn um Hilfe wenden, wenn Du eine Frau bist, die ihren Mann schlägt und du merkst, daß Du Hilfe brauchst?
Dich gibts ja gar nicht - du bist gar nicht vorgesehen!

Stimmt!

Gruß Anabasis

Re: Macht mir Stress!

Odin, Monday, 08.09.2003, 22:45 (vor 8185 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Re: Macht mir Stress! von Lars am 08. September 2003 12:52:24:

Da Du, wenn ich Dich richtig verstanden hab, Sozialpädagoge bist: Wie denken denn Deine KollegINNEN über das Thema Mädchen-Gewalt?

Also eigentlich war das selten Thema. Ich arbeite in einem Jungenheim :-)
Allerdings war ich die letzten Jahre in einer Wohngruppe. Dort waren dann auch Mädchen. Bei denen hatten wir aber eher Probleme mit verbaler Gewalt, Mobbing, Ritzen, sexueller Verwahrlosung...
Anders ist es, wenn Du Dich in einer reinen Mädchengruppe umhörst. Wir hatten eine in der Nähe. Das war Chaos pur.
Als Faustregel kannst Du fast sagen: Jungs spinnen schneller und öfter, aber wenn Mädchen mal spinnen, dann Gnade Dir Gott :-)
Du kannst sicher sein, daß da noch einiges auf uns zukommt, weil man das "spinnen" der Mädchen im Moment nachhaltig fördert!

Re: Macht mir Stress!

Maesi, Saturday, 13.09.2003, 14:02 (vor 8181 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Macht mir Stress! von Odin am 08. September 2003 11:39:19:

Hallo Odin

Dieses Posting kann ich nicht ruhig lesen! Ich verstehe einfach nicht, warum Jugendliche immer wieder Gewalttaten verüben können. Für die anderen Kinder/Opfer ist das der Alptraum – Menschenrechte sind für die Kinder-Opfer suspendiert – die Gutmenschen beglucksen nur das Monster – wie es dem Opfer geht – scheißegal!

Gemach, Gemach! Als einer der Gutmenschen, der sich beruflich um derlei "Monster" kümmert, kann ich Dir versichern, daß diese Arbeit NICHT vergeblich ist und es genügend "Monster" gibt, die sich bei genauem hinschauen als verzweifelte Lämmchen entpuppen, um die man sich einfach mal kümmern müßte.
Daß auch die Opfer Hilfe brauchen steht außer Frage!
Ebenso wichtig ist es, zu verhindern, daß es immer mehr Opfer gibt, also muß man sich auch um die Täter kümmern. Leider jedoch gibt es auch Täter, um die sich schon zuviel gekümmert wurde. Irgendwann muß man feststellen, daß es nichts nutzt und dann müssen andere Wege her!

In der Praxis ist es manchmal wohl ziemlich schwierig zu beurteilen, wieviel Verstaendnis man einem Taeter entgegenbringen soll und wie hoch die Chancen auf Wiedereingliederung in die Gesellschaft sind.

Zum Thema Mädchenkriminalität: Leider wird sich hier NICHT um die Täterinnen gekümmert, weil diese oft gar nicht als Täterinnen gesehen werden. Frauenpower nennt sich das dann, und, das Mädchen hat sich durchgesetzt. Wenn es gar einen Jungen verprügelt hat ist der Weg nicht weit zu einer Erwähnung in der Emma als neue Johanna von Orleans!

Tja, das ist die Kehrseite einer Ideologie, die Maedchen- oder Frauengewalt ignoriert, negiert oder gar verherrlicht.

Wohin würdest Du Dich denn um Hilfe wenden, wenn Du eine Frau bist, die ihren Mann schlägt und du merkst, daß Du Hilfe brauchst?

Wahrscheinlich an eine Beratungsstelle, die sich um pruegelnde Maenner kuemmert. Wir sehen, dass pruegelnde Frauen hier ganz aehnliche Probleme haben wie gepruegelte Maenner ihrerseits: sie finden keine Anlaufstelle. Die oeffentlich unterstuetzte, mehrheitlich sexistisch ausgerichtete Helferindustrie kuemmert sich halt nur um die politisch korrekten Opfer und Taeter.

Dich gibts ja gar nicht - du bist gar nicht vorgesehen!

Die Frage ist ausserdem, wieviele Frauen es tatsaechlich ueber sich braechten, sich an eine solche Hilfsstelle zu wenden. Die Gesellschaft macht es ihr durch die konsequente Verleugnung der Existenz von Frauengewalt oder gar Verherrlichung derselben auch ziemlich leicht, die eigene Gewalttaetigkeit zu leugnen. Die oeffentliche Hand sollte hier konsequent nur noch nichtsexistische Hilfsorganisationen unterstuetzen, die sich weniger auf das Geschlecht des Hilfesuchenden konzentrieren sondern sich vielmehr dessen Probleme annehmen. Desweiteren sollten auch sexistische Info-Kampagnen (z.B. bezuegl. Haeuslicher Gewalt) nicht mehr unterstuetzt werden.

Gruss

Maesi

powered by my little forum