Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Sextourismus immer mehr auch Frauendomäne

Lars, Thursday, 04.09.2003, 15:28 (vor 8189 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Sextourismus immer mehr auch Frauendomäne von Garfield am 04. September 2003 10:54:44:

Ich denke, daß das der wahre Grund dafür ist, daß viele Frauen sich weniger für erotische Zeitschriften oder Pornographie interessieren. Es ist nicht so, daß ihnen sowas zuwider ist - nein, es reicht ihnen einfach nur nicht und ist deshalb für sie uninteressant.

Hallo Garfield,

dieser Kernthese stimme ich zu. Allerdings denke, da spielt noch tetwas anderes mit rein: Ich hab die Erfahrung gemacht, daß selbst Frauen, die sexuell super-emanzipiert rüberkommen, beim Thema Selbstbefriedigung auf einmal völlig verklemmt reagieren d. h. ausweichen, prinzipiell Abscheu äußern und für sich selbst allenfalls einräumen, es "auch schon mal probiert" zu haben und vehement betonen, daß ihnen das "überhaupt nichts gibt". Mir scheint, dahinter steckt im Grunde immer noch die Brave-Mädchen-Vorstellung, Sex müsse bei Frauen etwas mit Verlieben zu tun haben, zumindest eben irgendwie mit einer zweiten Person, Frauen müßten also das edlere Geschlecht sein. Hier greifen der "Frauen-sind-da-gaaanz-anders"-Dünkel und eine noch aus dem sexuellen Biedermeier herrührende, im Grunde völlig unemanzipierte Verklemmtheit ineinander.

In einem Punkt muß ich dann noch widersprechen:

Frauen bekommen keine vergleichbare Erziehung. Sie kriegen zwar auch nicht unbedingt jeden Mann, den sie wollen, aber ihnen verbietet niemand, das mit allen Mitteln zu versuchen. Selbst wenn sie dabei extrem aufdringlich werden, müssen sie schlimmstenfalls eine deutliche Abfuhr befürchten, aber kaum die juristischen Folgen, die ein Mann in dem Fall zu befürchten hat.

Das ist wirklich erst seit 10, 15 Jahren so! Davor war Frauen das aufdringliche Anbaggern vieler Männer zwar auch nicht "verboten", aber eine solche Frau hatte schnell den Ruf einer "Schlampe" oder eines "Flittchens" weg. Das männliche Pendent des "Schwerenöters" oder "Frauenhelden" wog als Stigma (bei unverheirateten Männern) vergleichsweise weniger schwer, und wurde in den 70ern bereits augenzwinkernd akzeptiert (wie gesagt bei jungen, unverheirateten Männern). Bei Frauen hat die sexuelle Liberalisierung in diesem Punkt etwas länger gedauert und kam wohl erst Anfang der 90er richtig zum Durchbruch.

Gruß
Lars


gesamter Thread:

 

powered by my little forum