Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Vom Bewegungs- zum Alltags-Feminismus

Lars, Wednesday, 03.09.2003, 16:30 (vor 8190 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: noch ein nachtrag von Jörg am 31. August 2003 12:40:06:

Die sinkende Auflagenzahl der EMMA mag auch was damit zu tun haben, daß
a) die feministische Ideologie heutzutage ja schon in jedem gewöhnlichen
10-Cent-Blättchen weiterverbreitet wird und b) daß es eine Benachteiligung der
Frau schlichtweg nicht (mehr) gibt. Wozu bedarf es angesichts dieser aus
feministischer Perspektive heraus traumhaften Situation dann noch einer
spezifisch feministischen Zeitschrift?
Gruß, Jörg

Sehe ich genauso. Ergänzend könnte man den Siegeszug des Feminismus in verschiedene Phasen unterteilen:

- Der Bewegungs-Femnismus der 70er Jahre, dem - trotz aller aus der 68er-Bewegung herrührenden ideologischen Überfrachtung - angesichts der Situation davor (Kinder-Küche-Kirche) eine gewisse Berechtigung nicht ganz abzusprechen ist.

- Der institutionalisierte und Karriere-Feminismus, der in den 80er Jahren hinzutrat (= Quoten, "Gleichstellungs"-Beauftragte, "Power-Frauen" als neues Leitbild in vielen Kino-Filmen, tatsächliche Erhöhung des Frauenanteils in diversen Bereichen; Etablierung feministischer Dogmen als "Frauenforschung")

- Der Popkultur- und Alltagsfeminismus seit den 90ern (= die durch die Medien abgestützte Gewißheit, dem besseren Geschlecht anzugehören; Ikone: Madonna, Zentralorgane: "AMICA" und "Allegra")

Die "Emma" ist gewissermaßen ein Überbleibsel des Bewegungsfeminismus der 70er Jahre,und in ihrer kämpferischen Verbissenheit, Ernsthaftigkeit und den ganzen "-ismen" wirkt sie auf die verwöhnten und selbstverliebten Töchter der Frauen-Gleich-und-Besserstellungs-Politik wohl eher befremdlich und "uncool".


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