Gewalt von Frauen gegen Männer - schon vor 25 Jahren ein Thema
Auszug aus den aktuellen m-news von www.maennerrat.de:
Wenn Frauen schlagen. Ein altbekanntes Thema.
Danke an Wolfram für die Informationen zu einem 25 Jahre alten Spiegel Artikel.
maennerrat.de 15.08.03
aus: "Die Frauen schlagen zurück"; Titelthema des 'Spiegel' 27/1978, S. 136
- 144, von Redakteurin Ariane Barth[?]:
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"'Unsere Forschungen zeigen,' resümierte Soziologie-Professor Straus die jüngsten Befunde, "daß Gewalttätigkeit von Frauen gegen ihre Ehemänner fast genauso häufig vorkommt wie Gewalt von Männern gegen die Frauen.'
Der Prügelknabe Mann, das unbekannte Wesen, erregte sogleich auch die Gemüter in der Bundesrepublik. 'Geprügelte Ehemänner, ein ernstes soziales Problem?' wunderte sich die FAZ. Doch Alice Schwarzer wiegelte ab: 'Ein Ablenkungsmanöver, um die allmählich peinlich werdende Gewalt der schlagenden Männer zu relativieren.'
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Im Kieler Sozialamt, das gerade 12500 Mark Starthilfe zu einem Haus für geschlagene Frauen zuschoß, lief der Witz um, demnächst stehe die Eröffnung eines Männerhauses an. Das Bonner Familienministerium bestellte bei der Washingtoner Botschaft die amerikanischen Materialien: 'Mal sehen', meinte die Referentin für Frauenfragen, Elisabeth Haines, 'ob da was dran ist oder ob das nur eine aufgebauschte Randerscheinung ist, wobei dann allerdings ihre Beachtung das eigentliche Politikum wäre.' 'Verständlich ist die Beachtung schon.'
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'De facto aber ist der Mann seit geraumer Zeit öffentlich angeklagt als Monster, als Urheber von Frauenleid wie eh und je: In allen Medien, auf allen Kanälen zeigten weibliche Opfer, zumeist anonym, ihre gebrochenen Knochen und geschwollenen Gesichter, ihre ausgekugelten Arme und eingeschlagenen Zähne vor. So schreiend ist die Not, daß sich allenthalben Zufluchtstätten auftaten. '
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'Zwischen den Geschlechtern eskaliert die Gewalt. Diese Einschätzung, formuliert von dem amerikanischen Soziologen-Trio Straus, Gelles und Steinmetz, die als führend in der Erforschung von 'Violence in the Family' gelten, teilen auch westdeutsche Wissenschaftler.'
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Zu hoch ist der Lügenanteil in der Demoskopie des Ehekrachs. Bei der bislang ersten Repräsentativ-Befragung in den Vereinigten Staaten gaben 28% von 2143 Paaren zu, sie wären im zurückliegenden Jahr mindestens einmal in eine physische Auseinandersetzung verstrickt gewesen. Neun Attacken pro Jahr entsprachen dem statistischen Durchschnitt aller Befragten (...).
'Überraschend für manche', so meint Straus, sei das Ergebnis, daß die Aggression zwischen Mann und Frau keineswegs dem gesellschaftlichen Vorurteil folgt, wonach Gewalttätigkeiten typisch männlich, aber unfeminin seien. Die Wirklichkeit erwies sich dagegen als recht ausgewogen, die Geschlecher zeigten sich in der Kraftmeierei einander ebenbürtig.
12,1 % der befragten Männer und 11,6 % der Frauen waren in der Zweierbeziehung handgreiflich geworden:
mit Dingen warfen
2,8 % der Männer und 5,2 % der Frauen;
geschubst und gestoßen, gezerrt und gepackt wurde der Partner von 10,7 % der Männer und 8,3 % der Frauen; Ohrfeigen gaben 5,1 % der Männer und 4,6 % der Frauen; Fußtritte, Bisse oder Faustschläge verteilten 2,4 % der Männer und 3,1 % der Frauen; mit Gegenständen kämpften 2,2 % der Männer und 3 % der Frauen; schwer durchgeprügelt wurde der Partner von 1,1 % der Männer und 0,6 % der Frauen; mit einer Schußwaffe oder einem Messer hatten 0,4 % der Männer und 0,6 % der Frauen
gedroht;
geschossen oder zugestoßen hatten
0,3 % der Männer und 0,2 % der Frauen.
Das allerdings könne bei weitem nicht alles gewesen sein, was so geschah, meint Straus unter Hinweis auf die hohe Schamschwelle bei derlei Umfragen.
Er schätzt, daß seine Kollegin Steinmetz durch ihre Studie der Wirklichkeit nähergeiommen sei: Als sie 57 Familien (...) durchleuchtete, fand sie einen erstaunlich hohen Anteil von Paaren, bei denen Gewalt im Umgang eine Rolle spielte: 60%.
Gleichberechtigung herrschte auch in der Steimetz-Gruppe: Zwar schubsten und stießen etwas mehr Männer ihre Frauen herum; auch richteten sie, wenn sie zuschlugen, durch ihre größere Kraft mehr Schaden an. Aber beim Prügeln wußten ebenso viele Frauen trotz körperlicher Unterlegenheit gegen die Bulligkeit ihrer Partner anzugehen (...). Beim schieren Ausmaß der Aggression fand auch Suzanne Steinmetz keinen geschlechtsspezifischen Unterschied.
Arm dran ist der mißhandelte Mann auch, weil der dem gesellschaftlichen Männlichkeitsideal nicht entspricht und deshalb zum Schweigen verurteilt ist (...). Dieses Handicap sahen auch die deutschen Wissenschaftler. 'Das Eingeständnis, von einer Frau geschlagen worden zu sein, ist noch stärker tabuisiert als das Eingeständnis, sexuell nicht funktioniert zu haben',sagt der Berliner Soziologe Claessens. Und der Kieler Bevölkerungsforscher Hans W. Jürgens würde sich 'nicht trauen, das von der Meinungsforschung fragen zu lassen, weil das so ein ehrenrühriger Punkt ist'.
(...)
Der Soziologe Straus stellte fest, daß physische Brutalität dort verbreitet ist, wo auch viel verbale Verletzungen vorkommen, und daß die körperliche Aggression um so heftiger ausbricht, je härter die Worte treffen.
Vor allem Frauen rissen ihr Lästermaul auf, bevor es ihnen "gestopft" wurde, wie es im Volksmund heißt. So fand Gewaltforscher Gelles häufig im Vorfeld des Prügelkrieges Nörgeln und Keifen einer Frau über etwas, das zu tun ihr Mann sich weigerte, oder aber Angriffe auf bestimmte Charakterzüge, Körpermerkmale oder Verhaltensweisen. Auch Flüche und Schimpfwörter (deren Gebrauch in der Bundesrepublik offenkundig zunimmt) waren mitunter Auslöser der Tätlichkeit."
"Wenn im Geschlechterkrieg die Frau zuschlägt, dann schlägt sie, so ermittelten die Amerikaner, besonders häufig den Gentleman, der eine hohe Hemmschwelle hat, eine Frau zu schlagen."
Gewallt zw. Bruder und Schwester
Als Antwort auf: Gewalt von Frauen gegen Männer - schon vor 25 Jahren ein Thema von Frank am 22. August 2003 19:17:05:
Wenn ich mich mit meiner Schwester streite (kommt schonmal vor), dann ist es auch immer Sie, die zuerst zutritt. Schlagen ist seltener der Fall, liegt wohl daran das Frauen nicht so viel Kraft in den Armen haben.
Penetrantes an die Türe Klopfen mit hartnäckigem Rufen wegen irgendwelchen Nichtigkeiten, die unbedingt jetzt geklärt werden müssen, Nervt. Jede Beschwerde wird ignoriert, stattdessen wird die Frage wiederholt.
Verbales Reizen und Keifen von Seiten des "Opfers" gehen einer physischen Auseinadersetzung immer vorraus.
Oftmals werden einem Chrarakterschwächen und Fehler vorgeworfen die Madam selber zu Eigen sind. Das wiederspricht dem männlichen Hang zur Logik, die wird schlicht ignoriert.
Dann werden einem auch noch Umstände worgeworfen die überhaupt nicht Gegenastand der Diskussion sind.
Jawohl, und wenn Mann dann selber mit Unlogik kontert, dann setzt's was.
Wie hies es noch gleich?
"Wo der Geist aufhört, da fängt die Gewallt an"
Wie gut dass ich nicht der Dumme bin.