Alice Schwarzer - Bundespräsidentin?
Andreas, Sunday, 17.08.2003, 18:12 (vor 8207 Tagen)
Interessante und zu gleich erschreckende Umfrage. Wenn 11 Prozent der Deutschen bereit sind, eine geistesgestörte Fanatikerin und Männerhasserin wie Alice Schwarzer als Bundespräsidentin zu akzeptieren, sollte man(n) wirklich langsam an Auswanderung denken.
Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin?
gaehn, Sunday, 17.08.2003, 19:31 (vor 8207 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin? von Andreas am 17. August 2003 15:12:39:
Interessante und zu gleich erschreckende Umfrage. Wenn 11 Prozent der Deutschen bereit sind, eine geistesgestörte Fanatikerin und Männerhasserin wie Alice Schwarzer als Bundespräsidentin zu akzeptieren, sollte man(n) wirklich langsam an Auswanderung denken.
naja ich hoffe mal das alice schwarzer nicht zu diesen ehren kommt. sollen sie das halt die merkel machen lassen, mal sehen wie sie sich schlägt. wenn sie das land voranbringt ist dagegen nichts einzuwenden.
und wenn nicht, dann ist es eben ein gutes beispiel dafür das frauen auch nur menschen sind (im positiven wie im negativen sinne).
Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin?
Odin, Sunday, 17.08.2003, 22:55 (vor 8207 Tagen) @ gaehn
Als Antwort auf: Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin? von gaehn am 17. August 2003 16:31:21:
naja ich hoffe mal das alice schwarzer nicht zu diesen ehren kommt. sollen sie das halt die merkel machen lassen, mal sehen wie sie sich schlägt. wenn sie das land voranbringt ist dagegen nichts einzuwenden.
Die taugt doch schon als Opositionsführerin nichts. Schau Dir doch den Sauhaufen an. Wie wurde heute so schön im Presseclub gesagt: Bei der momentanen Verfassung der Regierung müßte es die Oposition ein leichtes haben, diese vor sich her zu treiben.
Die Regierung patzt, wie weiland unter Kohl und die Oposition holpert von einem Loch ins andere, wie damals unter Scharping. Waren eigentlich zwischendurch schon mal Wahlen?
Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin?
Jörg , Sunday, 17.08.2003, 19:37 (vor 8207 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin? von Andreas am 17. August 2003 15:12:39:
Hallo Andreas!
Interessante und zu gleich erschreckende Umfrage. Wenn 11 Prozent der Deutschen bereit sind, eine geistesgestörte Fanatikerin und Männerhasserin wie Alice Schwarzer als Bundespräsidentin zu akzeptieren, sollte man(n) wirklich langsam an Auswanderung denken.
Ich kann ja Deinen Ärger verstehen. Auch ich halte ein solches Ergebnis
für bezeichnend (ebenso wie auch den Umstand, daß Frau Schwarzer für die
Verbreitung feministischer Ideen sogar das Bundesverdienstkreuz erhalten
hat). Dennoch sollten wir, was die Ausdrucksweise anbelangt, nicht
vergessen, daß es sich hier um ein öffentliches Forum handelt. Ich bitte
um Mäßigung.
Gruß, Jörg
Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin?
Anabasis, Sunday, 17.08.2003, 20:11 (vor 8207 Tagen) @ Jörg
Als Antwort auf: Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin? von Jörg am 17. August 2003 16:37:57:
Hallo Jörg,
kannst Du bitte erläutern, was an dem Posting unmäßig war?
1. geistesgestört - ihre Einstellung "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich." hat selbst innerhalb ihrer Gefolgschaft den Verdacht erzeugt, sie sei paranoid
2. Fanatikerin - [link=http://www.infobitte.de/free/lex/allgLex0/f/fanatismus.htm" target="_top]http://www.infobitte.de/free/lex/allgLex0/f/fanatismus.htm[/link] Fanatismus (lat. fanaticus 'besessen'), blinder Eifer für eine Sache; der Fanatiker verficht seine Überzeugung kompromißlos, unkrit. und in missionar. Absicht. F. tritt meist bei Anhängern von Religionen oder Weltanschauungen auf. => ich halte Frau Schwarzer für eine Fanatikerin
3. Männerhasserin - Valerie Solana, Lorena Bobbit - wann immer eine Frau einen Mann verstümmelt oder auf ihn schiesst, Frau Schwarzer applaudiert.
Von daher finde ich, Andreas hat sich sehr sachlich ausgedrückt.
Ich teile allerdings seine Einstellung zum Auswandern nicht. 10% Fanatiker sind in einer Demokratie eher normal (leider). Wenn man auswandert, kommt man nur vom Regen in die Traufe!
Gruß Anabasis
Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin?
Manfred, Sunday, 17.08.2003, 20:30 (vor 8207 Tagen) @ Anabasis
Als Antwort auf: Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin? von Anabasis am 17. August 2003 17:11:33:
Stimme Anabasis in jedem Punkt zu!
Mäßigung ja, aber in Maßen!
Wer sich zusehr mäßigt verliert irgendwann in irgendeiner Weise.
Die einen verlieren jede Hoffnung, die andern den Verstand.
Eine Öffentlichkeit die A.S. im Amt des Bundespräsidenten aushält, erträgt auch dieses Forum.
Ist Alive verrückt? - Das Problem der Pathologisierung
Lars, Tuesday, 19.08.2003, 16:11 (vor 8205 Tagen) @ Anabasis
Als Antwort auf: Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin? von Anabasis am 17. August 2003 17:11:33:
Aus dem Bauch heraus würde ich auch sagen: Die Frau ist paranoid und egoman. Dennoch bin ich GRUNDSÄTZLICH dagegen, psychologische Einschätzungen gerade auch als erstngemeinte Argumente in politische Diskussionen mit reinzunehmen.
Warum?
- "Psychologie" ist nur sehr bedingt eine Wissenschaft. Auch wenn sich das Vokalular noch so objektiv-wissenschaftlich anhört: Über die inneren Beweggründe einer Person zu urteilen hat immer stark spekulativen, projezierenden Charakter.
- Indem man einen politischen Gegner als "geistesgestört" abtut, macht man es sich auch sehr einfach. Man trägt dadurch zu einer verlotterten politischen Kultur bei, in der man dann auf Argumente aus einer jeweils bestimmten Richtung gar nicht mehr eingehen braucht. Ich finde, anstatt Gegner dadurch abzufertigen, daß man über die "wahren" Motivation HINTER ihren Argumenten spekuliert - hiergegen kann sich der Betroffene ja nicht wehren -, sollte man redlicher Weise sich darauf bechränken, dessen explizit vorliegende ARGUMENTE AN SICH auseienanderzunehmen.
- Das leicht demagogische Instrument der "Pathologisierung" Andersdenkender (des Für-Verrückt-Erlärens) ist nicht zuletzt bei Feministinnen sehr beliebt, weil sie dadurch eben auf sachliche Kritik nicht mehr eingehen müssen. Wir sollten deren Methoden nicht übernehmen.
Re: Ist Alive verrückt? - Das Problem der Pathologisierung
Manfred, Tuesday, 19.08.2003, 16:43 (vor 8205 Tagen) @ Lars
Als Antwort auf: Ist Alive verrückt? - Das Problem der Pathologisierung von Lars am 19. August 2003 13:11:54:
Hallo,
Du argumentierst -nach meiner Meinung- bis zu einem gewissen Grad recht folgerichtig und bist dann dennoch nicht konsequent.
...Wir sollten deren Methoden nicht übernehmen.
Warum denn nicht?
Weil der Zeitgeist uns vorgibt, daß es für den "modernen Mann" schicker ist, würdevoll und mit viel Contenance unterzugehen, als einmal den groben Keil zu benutzen, der auf den groben Klotz gehört?
Man sollte nicht von einem Extrem ins andere fallen, ok, und nur mit Slum-Manieren erreicht man auch nicht alles. Aber ich halte es genauso für eine strategischen Fehler die Hälfte seiner Energie darauf zu verschwenden, daß die andere Hälfte auf gesellschaftskonformes Niveau runtergebremst wird.
Wer geschichtlich besser bewabdert ist als ich, mag mich widerlegen, aber an dieser Haltung des überzogenene Edelgeistes ist schon die Hochkultur der Griechen zugrunde gegangen.
Griechen und Römer waren unbestreitbar "intelligent", nur haben letzere diese Intelligenz nicht ausschließlich für Philosophie und mathematische Lehrsätze verwendet sonder damit u.a. Galeeren gebaut.
Man kann nun einwenden, dies sei doch nicht zukunftsweisend und nachahmenswert. Dann würde ich sagen, wir sind auch vergleichsweise nicht in der Situation der Römer sondern in der der Griechen. Hoffentlich verstoße ich nicht schon mit dem Vergleich gegen eine Diskussionsregel 
Schöne Grüße,
Manfred
Re: Ist Alive verrückt? - Das Problem der Pathologisierung
Maesi, Thursday, 21.08.2003, 23:04 (vor 8203 Tagen) @ Manfred
Als Antwort auf: Re: Ist Alive verrückt? - Das Problem der Pathologisierung von Manfred am 19. August 2003 13:43:32:
Hallo Manfred
...Wir sollten deren Methoden nicht übernehmen.
Warum denn nicht?
Weil der Zeitgeist uns vorgibt, daß es für den "modernen Mann" schicker ist, würdevoll und mit viel Contenance unterzugehen, als einmal den groben Keil zu benutzen, der auf den groben Klotz gehört?
Auf einen groben Klotz gehoert gewiss ein grober Keil; man(n) sollte nicht den Fehler begehen, dem mit einem Zweihaender fechtenden Gegner mit einem Florett entgegenzutreten, genausowenig natuerlich das Umgekehrte.
Ich wuerde es so sagen: wir sollten nicht alle Methoden von Feministen uebernehmen. Den tumben Sexismus beispielsweise koennen Feministen getrost fuer sich behalten.
Wer geschichtlich besser bewabdert ist als ich, mag mich widerlegen, aber an dieser Haltung des überzogenene Edelgeistes ist schon die Hochkultur der Griechen zugrunde gegangen.
Die griechische Hochkultur ist keineswegs mit der Aufnahme ins Roemische Reich untergegangen. Im Gegenteil: die Roemer haben recht vieles von den Griechen adaptiert und teilweise weiterentwickelt.
Griechen und Römer waren unbestreitbar "intelligent", nur haben letzere diese Intelligenz nicht ausschließlich für Philosophie und mathematische Lehrsätze verwendet sonder damit u.a. Galeeren gebaut.
Du solltest nicht dem Irrtum verfallen, die Griechen seien philosophierend und weltfremd in der Gegend herumgelaufen. Die griechischen Stadtstaaten waren in ihrer kulturellen Bluetezeit militaerisch recht stark, bezwangen sie doch beispielsweise bei Marathon, Salamis und Himera die Perser bzw. Karthager. Waehrend Jahrhunderten stuetzten griechische Soeldner den aegyptischen Staat. Die von den Spartanern erfundene Hoplitentaktik machte waehrend der gesamten Antike die Infanterie zum dominierenden und wichtigsten Kampfverband. In der hellenistischen Zeit entfaltete sich die militaerische Macht der Griechen unter makedonischer Fuehrung (Philipp, Alexander) erst richtig. Nach Alexanders fruehem Tod zerfiel das von ihm eroberte Riesenreich in die Diadochenreiche (z.B. Seleukidenreich, Ptolemaeer in Aegypten etc.). Als die griechischen Stadtstaaten unter die roemische Oberherrschaft gerieten war die grosse kulturelle Zeit der Griechen schon vorbei. Nichtsdestotrotz ueberlebte die griechische Kultur (wenn auch christianisiert) und blieb in der Levante in Form des Byzantinischen Reiches auch ueber den Untergang Westroms hinaus die wichtigste Hegemonialmacht.
Bezueglich der Galeeren: die Griechen bauten, genauso wie die Phoenizier, wesentlich bessere Galeeren als die Roemer und waren auch die geschickteren Seefahrer. Die Roemer waren naemlich ein typisches Landvolk; ihre Staerke war nicht der See- sondern der Landkrieg. Die Karthager sowie andere seefahrende Voelker (z.B. Veneter) wurden von den Roemern auf See damals mit einer neuen Erfindung besiegt: roemische Galeeren wurden mit schwenkbaren Landungsbruecken ausgeruestet, die man auf die gegnerischen Schiffe (aehnlich einer Zugbruecke) runtersausen lassen konnte. Vorne waren diese Bruecken mit einem Eisensporn versehen, der sich fest ins gegnerische Deck bohrte und die beiden Schiffe fest aneinander band. Daraufhin konnte die ueberlegene roemische Infanterie ueber die Bruecke das gegnerische Schiff entern und im gewohnten Nahkampf wie an Land den Feind niederkaempfen.
Gruss
Maesi
Re: Ist Alive verrückt? - Das Problem der Pathologisierung
Manfred, Friday, 22.08.2003, 20:35 (vor 8202 Tagen) @ Maesi
Als Antwort auf: Re: Ist Alive verrückt? - Das Problem der Pathologisierung von Maesi am 21. August 2003 20:04:54:
Hi Maesi,
Ich sage, wir sollten überhaupt kein Mittel, das erfolgversprechend scheint, vorschnell ausschließen.
Aber vielen Dank für Deinen kleinen geschichtlichen Abriss! Bevor ich die Geschichte des Altertums als Referenz heranziehe, werde ich mich künftig wohl besser einlesen müssen 
Schöne Grüße,
Manfred
Re: Ist Alive verrückt? - Das Problem der Pathologisierung
Garfield, Tuesday, 19.08.2003, 17:11 (vor 8205 Tagen) @ Lars
Als Antwort auf: Ist Alive verrückt? - Das Problem der Pathologisierung von Lars am 19. August 2003 13:11:54:
Hallo Lars!
"Ich finde, anstatt Gegner dadurch abzufertigen, daß man über die "wahren" Motivation HINTER ihren Argumenten spekuliert - hiergegen kann sich der Betroffene ja nicht wehren -, sollte man redlicher Weise sich darauf bechränken, dessen explizit vorliegende ARGUMENTE AN SICH auseienanderzunehmen."
Hm, das klingt erst einmal vernünftig. Wenn man das dann aber praktiziert, dann stellt man schnell fest, daß solche Fanatiker(innen) sachlichen Argumenten überhaupt nicht zugänglich sind. Die wollen, daß die Welt so ist, wie sie sie sehen, und alles, was das Gegenteil beweist, versuchen sie zu unterdrücken oder aber sie ignorieren es schlichtweg, wenn es sich nicht unterdücken läßt.
Deshalb denke ich, daß es ab und zu schon sinnvoll ist, die Dinge beim Namen zu nennen. Wenn du Verteidiger in einem Gerichtsprozeß und sicher wärst, daß dein Mandant unschuldig ist, und ein Zeuge würde nun wilde belastende Aussagen machen, die sich nur umständlich widerlegen lassen, dann wäre es auch einfacher, mal zu überlegen, wieso dieser Zeuge eigentlich sowas erzählt und ob da nicht irgendwelche persönlichen Motive dahinterstecken. Z.B. daß vielleicht tatsächlich dieser Zeuge die Tat begangen hat, die deinem Mandanten zur Last gelegt wird. Wenn du dich nun ewig damit verzettelst, eine seiner Aussagen nach der anderen mühselig zu zerpflücken, hast du damit vielleicht Erfolg. Vielleicht unterbricht dich der Richter aber auch, bevor du etwas erreichst, weil er den Sinn des Ganzen nicht erkennt. Dann könnte es also weitaus sinnvoller sein, wenn du die Sachebene verläßt und die Aufmerksamkeit des Gerichts auf die Person dieses Zeugen lenkst. Das könnte den Richter davon überzeugen, daß die Aussagen des Zeugen nicht einfach nur zur Kenntnis genommen werden dürfen, sondern daß man da schon noch etwas nachprüfen muß.
Wenn sich nun jemand in der Öffentlichkeit hinstellt und gebetsmühlenartig immer wieder denselben Unsinn wiederholt, ohne dabei Gegenargumente überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, dann ist das eine sehr ähnliche Situation. Da finde ich es dann schon sinnvoll, mal nachzuhaken, worin denn eigentlich die Motivation dieses Menschen besteht.
Im Fall Alice Schwarzer kommt als Motivation auch einfach noch dazu, daß sie ja nun mal mit Feminismus ihren Lebensunterhalt bestreitet. Der Verkauf von "Emma" wird ihr wohl nicht unbedingt soviel einbringen, aber sie veröffentlicht ja auch noch anderswo Artikel, schreibt Bücher, gibt Interviews, tritt im Fernsehen auf... Da kommt dann schon einiges zusammen.
Sie hat aber nur Anhängerinnen im radikalfeministischen Lager (und selbst da hat sie durchaus auch Gegnerinnen), die noch durch einige Mitläufer(innen) verstärkt werden. Wenn sie sich nun öffentlich hinstellen und das genaue Gegenteil ihrer bisherigen Thesen verkünden würde, würden ihr das ihre Anhängerinnen sehr übel nehmen. Und sie würde damit kaum neue Anhängerinnen finden. Das würde sich sehr negativ auf ihre journalistische Tätigkeit auswirken, und es wäre zu befürchten, daß auch die Medien sie dann bald fallen lassen.
Das ist schon ein gewichtiger Grund, um stur an ihren alten Positionen festzuhalten. Überhaupt würde es sie sicher auch ein enormes Maß an Selbstüberwindung kosten, zuzugeben, daß sie sich jahrzehntelang geirrt hat und daß eigentlich alles, was sie getan hat, umsonst war. Wer gibt so etwas schon gern zu, noch dazu in aller Öffentlichkeit?
Also wird sie selbst, wenn sie geistig völlig gesund sein sollte (was ich im Übrigen auch bezweifele), immer so weitermachen wie bisher.
Freundliche Grüße
von Garfield
Das Problem der Pathologisierung
Lars, Tuesday, 19.08.2003, 18:13 (vor 8205 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Ist Alive verrückt? - Das Problem der Pathologisierung von Garfield am 19. August 2003 14:11:00:
Hallo Garfield,
wenn ich davon spreche, man solle sachbezogen argumentieren, meine ich nicht, man solle dies MIT ALICE SCHWARZE oder ihren Anhängerinnen tun, sondern ich meine, man sollte GEGENÜBER DRITTEN darlegen, was an Schwarzers Argumenten Quatsch ist!
Desweiteren: Es ging mir ja nicht darum, daß man gar nicht mehr über persönliche Motive sprechen sollte, die hinter bestimmten Argumenten stecken. Allerdings sollte sich das auf HANDFEST nachweisbare Motive beziehen, wie eben finanzielle Interessen. Psychologische Beweggründe - und nur um die ging es mir in meinem Posting - sind jedoch nicht handfest nachprüfbar, sondern hängen im Grunde nur davon ab, was man "glauben will".
Zu Deinem Vergleich mit einem Gerichtsprozess: Man muß natürlich ausloten, welche Motive die einzelnen Zeugen bei ihren Aussagen haben. Aber auch hier sollten sich rechtstaatliche Verfahren an HANDFESTES halten, wie finanzielle oder berufliche Interessen, oder auch noch konkret greifbare Beziehungskisten, aber nicht zulassen, daß Anwälte oder gar "psychologische Gutachter" mittels pseudo-wissenschaftlicher Spekulationen und sich selbst beweisender Behauptungen ("Sehen Sie, ich hab doch gesagt, daß der aggressiv ist!" ... NACHDEM der Psycho-Gutachter den Angeklagten gerade als "unterentwickelte, aggressions-gestörte Persönlichkeit" bezeichnet hat) beliebig die géistige Gesundheit von Prozess-beteiligten in Abrede stellen können. Andernfalls kommt man schnell dahin, daß einfach persönliche Sympathien und Vorurteile darüber entscheiden, welche Zeugen als glaubwürdiger gelten.
Du kennst wahrscheinlich den Film "Der Campus". Falls nicht oder für andere:
Es geht um einen Vergewaltigungsprozeß. Ein Prof wird zu Unrecht beschuldigt, eine Studentin vergewaltigt zu haben. Das ganze geht auf den hochschulpolitischen Femi-Klüngel zurück. Im Prozeß sagt die Studentin, die zwischenzeitig durch ein Mißverständnis in der Klapsmühle gelandet war, explizit aus, sie sei NICHT vergewaltigt worden. Dann kommt der Psycho-Gutachter und erklärt wortgewandt, daß die Zeugin dies natürlich nur aus Gründen der traumatischen Verdrängung ect. sage. Ein anderer Prozeßbeteiligter fragt dann: "Angenommen, es wäre genauso, wie die Zeugin ausgesagt hat: Was hätte sie dann sagen müssen, damit Sie ihr glauben?"
Re: Das Problem der Pathologisierung
Garfield, Tuesday, 19.08.2003, 19:01 (vor 8205 Tagen) @ Lars
Als Antwort auf: Das Problem der Pathologisierung von Lars am 19. August 2003 15:13:15:
Hallo Lars!
Ich stimme dir zu, wenn du meinst, daß man immer fair bleiben muß und sich nichts irgendwie zusammen konstruieren darf, nur um jemand anderen schlecht dastehen zu lassen.
Aber nehmen wir mal Valerie Solanas. Die Frau ist definitiv geistesgestört. Ein geistig gesunder Mensch verfaßt nicht solche Haß-Pamphlete und schießt auch nicht einfach so auf jemand anderen. Sie war sogar schon in psychiatrischer Behandlung, womit ihr derzeitiger Geisteszustand quasi amtlich festgehalten wurde.
Wenn nun jemand anderer - wie z.B. Alice Schwarzer - daher kommt und solch ein Haß-Pamphlet von Valerie Solanas lobt, dann liegt doch die Annahme nahe, daß die Psyche dieses Menschen auch einen Knacks weg hat. Und was ist so schlimm daran, das eben auch auszusprechen?
Unfair finde ich nur, wenn man sich etwas aus den Fingern saugt, um jemand anderen zu verleumden. Dabei spielt es für mich keine Rolle, ob man das nur über eine Behauptung oder ein Gerücht tut, oder ob man das sogar mit dem Gutachten eines inkompetenten Psychologen zu untermauern versucht.
Die Wahrheit auszusprechen, finde ich aber grundsätzlich in Ordnung.
"...wenn ich davon spreche, man solle sachbezogen argumentieren, meine ich nicht, man solle dies MIT ALICE SCHWARZE oder ihren Anhängerinnen tun, sondern ich meine, man sollte GEGENÜBER DRITTEN darlegen, was an Schwarzers Argumenten Quatsch ist!"
Hm, nur wirst du außerhalb des feministischen Lagers kaum jemanden finden, der oder die offen zugibt, Schwarzers Theorien zuzustimmen. Viele Frauen (und leider auch Männer) haben zwar diverse radikalfeministische Dogmen mittlerweile tief verinnerlicht (zumal diese Dogmen zumeist auch älter sind als der Feminismus), aber das wird den meisten Menschen gar nicht bewußt. Viele Frauen werden sagen, daß sie von Alice Schwarzer nicht viel halten. Wenn du sie aber fragst, ob ihrer Meinung nach z.B. Männer gewalttätiger sind als Frauen, werden sie trotzdem mit "ja" antworten.
Das trägt auch dazu bei, Radikalfeministinnen in eine relativ unangreifbare Position zu rücken. Zwar sickern ihre Theorien emsig in die Gesellschaft hinein, aber viele Menschen wollen das nicht wahrhaben, und natürlich wollen die allermeisten Radikalfeministinnen auch nie Männerhaß geschürt haben.
Sehr beliebt sind auch vage Formulierungen, in denen immer wieder die Worte "Patriarchat" oder "patriarchal" vorkommen. Das Wort "patriarchal" bedeutete ursprünglich nichts weiter als "altväterlich", und das Wort "Patriarchat" ist in vielen älteren Wörterbüchern gar nicht enthalten. Feministinnen haben diese Begriffe dermaßen aufgebläht, daß man mittlerweile so ziemlich alles darunter verstehen kann. Sie verwenden sie gern in einem Sinn, der die Schuld an allen Übeln auf dieser Welt den Männern zuweist. Argumentiert man dann sachlich dagegen, weichen sie einfach mit der Antwort aus, daß sie das doch gar nicht so gemeint hätten. Dann auf einmal wollen sie das Wort "Patriarchat" plötzlich als gleichbedeutend mit "Gesellschaft" gemeint haben, also nicht bezogen nur auf Männer. Allein das macht es schon sehr schwierig, sachlich zu argumentieren. Wenn jemand immer wieder ausweicht und sich vor sachlicher Argumentation drückt, bleibt nichts anderes übrig, als dann mal an der Person selbst und ihren Beweggründen für solch ein Verhalten anzusetzen. Dann ist Ausweichen nämlich nicht mehr so einfach möglich.
Du meintest nun aber, daß man nicht mit den Radikalfeministinnen, sondern mit normalen Menschen darüber diskutieren sollte. Diejenigen, die die radikalfeministische Ideologie positiv finden, übernehmen aber auch oft den radikalfeministischen Diskussionsstil. Und mit denjenigen, die vom Radikalfeminismus nichts halten, muß man darüber auch nicht diskutieren.
Außerdem sind gerade Frauen auf der emotionalen Ebene oft empfänglicher als auf der Sachebene.
Ich denke, man sollte sowohl auf der sachlichen als auch auf der persönlichen Ebene argumentieren. Letzteres aber eben nicht über aus der Luft gegriffene Behauptungen, sondern über Schlußfolgerungen, die aufgrund des Verhaltens des Gegenübers einfach nur folgerichtig sind. Eben - wie du es ausgedrückt hast - über "HANDFEST nachweisbare Motive".
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Das Problem der Pathologisierung
Lars, Tuesday, 19.08.2003, 20:09 (vor 8205 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Das Problem der Pathologisierung von Garfield am 19. August 2003 16:01:35:
Aber nehmen wir mal Valerie Solanas. Die Frau ist definitiv geistesgestört. Ein geistig gesunder Mensch verfaßt nicht solche Haß-Pamphlete und schießt auch nicht einfach so auf jemand anderen. Sie war sogar schon in psychiatrischer Behandlung, womit ihr derzeitiger Geisteszustand quasi amtlich festgehalten wurde.
Wenn nun jemand anderer - wie z.B. Alice Schwarzer - daher kommt und solch ein Haß-Pamphlet von Valerie Solanas lobt, dann liegt doch die Annahme nahe, daß die Psyche dieses Menschen auch einen Knacks weg hat. Und was ist so schlimm daran, das eben auch auszusprechen?
Das Problem sind die Grauzonen. Beispiel:
Als Oscar Lafontaine nach seinem Rücktritt in seinem Buch die Politik von Schröder kritisiert hatte, hieß es in der "BILD-Zeitung", hier sei nur gekränkter Stolz am Werke und anstatt Bücher zu schreiben solle Lafontaine lieber eine Theraphie machen (es wurde sogar irgendein Psychologe herbeizitiert). Inhaltlich wurde auf seine Ansichten zur Politik überhaupt nicht eingegangen
Nun ist es bei den Biographien der beiden gut vorstellbar, daß persönliche Rachegelüste MIT-federführend bei diesem Buch waren. Dennoch bleibt im Kern die inhaltliche, sachliche Differenz zwischen den beiden Politikern. Und da finde ich es von der politischen Kultur her schlichtweg demagogisch einen Kritiker der Regierungspolitik einfach als geistig unzurechnungsfähig abzutun und damit die Sachdiskussion abzuwürgen(unabhängig davon, wie man zu den Sachfragen selbst jetzt stehen mag).
Du meintest nun aber, daß man nicht mit den Radikalfeministinnen, sondern mit normalen Menschen darüber diskutieren sollte. Diejenigen, die die radikalfeministische Ideologie positiv finden, übernehmen aber auch oft den radikalfeministischen Diskussionsstil. Und mit denjenigen, die vom Radikalfeminismus nichts halten, muß man darüber auch nicht diskutieren.
Es geht mir um die große Masse jener, die weder in der einen noch in der anderen Richtung festgelegt sind. Ich glaube, das ist die Mehrheit.
Solanas, ist das die ...
Lars, Tuesday, 19.08.2003, 20:13 (vor 8205 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Das Problem der Pathologisierung von Garfield am 19. August 2003 16:01:35:
... die Andy-Warhol-Attentäterin, und ist das die gleiche von der dann das "Manifest zur Vernichtung der Männer" kam?
Ja
Xenia, Tuesday, 19.08.2003, 20:19 (vor 8205 Tagen) @ Lars
Als Antwort auf: Solanas, ist das die ... von Lars am 19. August 2003 17:13:03:
... die Andy-Warhol-Attentäterin, und ist das die gleiche von der dann das "Manifest zur Vernichtung der Männer" kam?
Re: Das Problem der Pathologisierung
Manfred, Tuesday, 19.08.2003, 22:48 (vor 8205 Tagen) @ Lars
Als Antwort auf: Das Problem der Pathologisierung von Lars am 19. August 2003 15:13:15:
Hi Lars,
also ich würde Dir zustimmen, wenn Du das als umfassendes Ziel für ALLE siehst die an einer Auseinandersetzung beteiligt sind. Dieses sollten dann auch alle gleichermaßen verfolgen.
Ich halte aber meist nichts davon (wie es auch gerne mal gesagt wird) sich selbst einen einseitigen hoch angesetzten Qualitätsstandard in Sachen Argumentation aufzuerlegen, während der Kontrahend (in unserem Fall das Emanzentum) einen Tiefschlag nach dem andern setzt.
Sind wir uns da einig?
Schöne Grüße,
Manfred
Re: Das Problem der Pathologisierung
Lars, Tuesday, 19.08.2003, 23:39 (vor 8205 Tagen) @ Manfred
Als Antwort auf: Re: Das Problem der Pathologisierung von Manfred am 19. August 2003 19:48:11:
Ich halte aber meist nichts davon (wie es auch gerne mal gesagt wird) sich selbst einen einseitigen hoch angesetzten Qualitätsstandard in Sachen Argumentation aufzuerlegen, während der Kontrahend (in unserem Fall das Emanzentum) einen Tiefschlag nach dem andern setzt.
Sind wir uns da einig?
Hallo Manfred,
ich hab überhaupt kein moralisches Problem damit, wenn es eine notorische Demagogin wie Alice Schwarzer mal mit gleicher Münze zurückbezahlt bekommt.
Ich glaube nur nicht, daß sich die Männerrechtsbewegung damit politisch-strategisch einen Gefallen tut. Denn "Waffengleichheit" wird damit nur scheinbar hergestellt. Tatsächlich werden uns die Feministinnen auf dem Feld der psychologisierenden Schlammschlacht immer überlegen sein.
Bedenk mal wieviele PsychologI(!)nnen, JournalistInnen, PädagogInnen und KulturwissenschaftlerInnen heutzutage feministisch geprägt sind, und mal Dir mal aus, wie die reagieren werden, wenn die Männerrechtsbewegung erstmal zu einer relevanten Größe wird, d. h. wie Männerrechts-Aktiviten dann dastehen werden: in den Medien, in der Nachbarschaft, an den Unis, bei Elternabenden und ggf. vor Gericht. Natürlich als "paranoide Spinner, als latente Gewalttäter mit einem gestörten Verhältnis zu Frauen" ect.
Mehr als jede andere Bewegung bedient sich der Feminismus der Psychologisierens und Pathologisierens (eben weil sich hier alles der handfesten Nachprüfbarkeit entzieht und die eigenen Vorurteile einen pseudo-wissenschaftlichen Anstrich erhalten). Insofern hat die Männerrechtsbewegung ein ureigenes Interesse daran, das Pathologisieren als Mittel der politischen Auseinandersetzung zu vermeiden.
Gruß
Lars
Re: Das Problem der Pathologisierung
Manfred, Wednesday, 20.08.2003, 01:06 (vor 8205 Tagen) @ Lars
Als Antwort auf: Re: Das Problem der Pathologisierung von Lars am 19. August 2003 20:39:27:
Ich glaube nur nicht, daß sich die Männerrechtsbewegung damit politisch-strategisch einen Gefallen tut.
Nicht wenn man es übertreibt oder an der falschen Stelle betreibt.
Denn "Waffengleichheit" wird damit nur scheinbar hergestellt. Tatsächlich werden uns die Feministinnen auf dem Feld der psychologisierenden Schlammschlacht immer überlegen sein.
Grade da bin ich mir noch nicht so sicher.
Bedenk mal wieviele PsychologI(!)nnen, JournalistInnen, PädagogInnen und KulturwissenschaftlerInnen heutzutage feministisch geprägt sind, und mal Dir mal aus, wie die reagieren werden, wenn die Männerrechtsbewegung erstmal zu einer relevanten Größe wird, d. h. wie Männerrechts-Aktiviten dann dastehen werden: in den Medien, in der Nachbarschaft, an den Unis, bei Elternabenden und ggf. vor Gericht. Natürlich als "paranoide Spinner, als latente Gewalttäter mit einem gestörten Verhältnis zu Frauen" ect.
Da kann ich nicht folgen. Damit sagst Du ja praktisch, daß wir gegen die quantitativ überlegegen Feministinnen auf ihren Terrains keine Chance haben würden wenn wir sie quasi "aufwecken". Dann bliebe uns aber nur eine Art Schmusekurs und ich denke das würden wir bitter bereuen. Bisher haben die FeminsitInnen kaum eine Gelegenheit ausgelassen, sofort ihre Flagge zu hissen wenn sie nur irgednwie konnten. Egal welcher Lebensbereich, egal ob fair oder nicht, ohne Rücksicht auf Verluste.
Gentlemen-Agreement mit Feministinnen? Da sträubt sich ja schon die Sprache gegen 
Ich bin der Meinung, daß man eine Schlacht mit allen Mitteln schlagen sollte, wenn man von überzeugt davon ist, daß sie (von eigener Seite her) berechtigt geführt wird. (sorry für die dramatische Darstellung 
Wir sollten uns bemühen auf den Gebieten (mindestens) nachzuziehen, auf denen wir glauben, daß die Femis uns was voraushaben. Die Haltung "sie dort nicht herauszufordern, weil sie uns da überlegen sind" kann ich aus zwei Gründen nicht teilen:
1) wie oben schon gesagt, es wäre naiv dann auf eine "milde" zu hoffen. man muß sich erinnern welche verleumdungskampagen schon gelaufen sind.
Ich käme mir vor, als würde ich das Magazin aus meiner Waffe nehmen, jetzt wo ich endlich den im Visier habe, der mich bereits dreimal angeschossen hat, in der Hoffnung er verzichtet dann auf den vierten Treffer. kaum anzunehmen.
2) ich glaube auch nicht, daß die Stärke der Feministinnen auf ihrer psychologischen Überlegenheit beruht. Eher auf der Skrupellosigkeit, die ihnen der selbsternannte Opferstatus nahelegt. Und auf der Tatsache, daß man die Männer nicht "hört" so als hätten sie zu allen Vorwürfen nur verschämt-betroffen zu schweigen.
Um es zusammenzufassen: Nichts gegen sauberes, fundiertes Argumentieren. Aber am richtigen Platz! Es kommt auf die Zielgruppe an, auf die Begleitumstände, einfach auf alles
Auf das Argument selbst das man anbringen will, ebenso. Die Zweck die Dinge (Gleichberechtigung) wieder ins Lot zu bringen heiligt bei mir das Mittel.
Zur "Pathologisierung" speziell:
Ich stimme zu, daß ich selber immer ein sehr ungutes Gefühl habe jemanden als geistig krank zu bezeichen. Ich tue es auch nicht, wenn ich das Gefühl habe, daß ein höherer Zweck mir dieses Mittel erlaubt. Siehe oben.
Dann aber gehe ich so weit, daß ich auch der Psychatrie und der Psychologie Das Recht hierzu weitgehend abspreche. Der derzeitige Kenntnisstand auf diesen Wissengebieten ist imho nicht annähernd ausreichend um solche Schlüsse zuzulassen. Schamanen machen ja auch keine Gentests 
Schöne Grüße,
Manfred
Re: Das Problem der Pathologisierung
Lars, Thursday, 21.08.2003, 19:44 (vor 8203 Tagen) @ Manfred
Als Antwort auf: Re: Das Problem der Pathologisierung von Manfred am 19. August 2003 22:06:16:
Zur "Pathologisierung" speziell:
Ich stimme zu, daß ich selber immer ein sehr ungutes Gefühl habe jemanden als geistig krank zu bezeichen. Ich tue es auch nicht, wenn ich das Gefühl habe, daß ein höherer Zweck mir dieses Mittel erlaubt. Siehe oben.
Dann aber gehe ich so weit, daß ich auch der Psychatrie und der Psychologie Das Recht hierzu weitgehend abspreche. Der derzeitige Kenntnisstand auf diesen Wissengebieten ist imho nicht annähernd ausreichend um solche Schlüsse zuzulassen. Schamanen machen ja auch keine Gentests
Das sehe ich genau so. Die "Psychologie" ist die am meisten überschätzte Halbwissenschaft, die Leute verlassen sich auf psychologische "Expertenmeinungen" als währen es naturwissenschaftliche Messungen, räumen den "Psychologen" also eine Auroität ein, die zum Mißbrauch geradezu ermutigt. Tatsächlich reflektieren psychologische Lehrmeinungen oft nur den jeweiligen Zeitgeist, bzw sie gegen den jeweils eigenen Vorurteilen einen wissenschaftlichen Anstrich.
Nimm etwa die Adler- und Freund-Zitate aus Ingo´s Posting über "Frauen und Schwule": heute lachen wir darüber, aber noch in den 60er Jahren galt diese Sichtweise als hochwissenschaftlich. Und "IN SICH" hört sich das ja alles erstmal "irgendwie plausibel" an. Man fragt sich dann immer: "Hmm, was spricht eigentlich gegen diese Sichtweise?" ... obwohl man sich doch zuerst einmal fragen sollte, was denn so zwingend FÜR diese Sichtweise spricht. Aber "in sich" hören sich psychologische Theorien IMMER "irgendwie plausibel" an, weil sie mit den Mitteln des Zirkelschlusses und der sich selbst beweisenden Behauptung arbeiten.
Und so wie wir heute (zurecht) über den schwulen-pathologisierenden Unsinn von Freud und Adler lachen, oder über die Ärzte um 1900, die sexuell regere Frauen als "hysterisch" einstuften, so werden wird die breite Öffentlichkeit in 20 Jahren hoffentlich über die feministische Schule der Psychologie lachen.
Re: Das Problem der Pathologisierung
Odin, Thursday, 21.08.2003, 22:50 (vor 8203 Tagen) @ Lars
Als Antwort auf: Re: Das Problem der Pathologisierung von Lars am 21. August 2003 16:44:35:
Zur "Pathologisierung" speziell:
Ich stimme zu, daß ich selber immer ein sehr ungutes Gefühl habe jemanden als geistig krank zu bezeichen. Ich tue es auch nicht, wenn ich das Gefühl habe, daß ein höherer Zweck mir dieses Mittel erlaubt. Siehe oben.
Dann aber gehe ich so weit, daß ich auch der Psychatrie und der Psychologie Das Recht hierzu weitgehend abspreche. Der derzeitige Kenntnisstand auf diesen Wissengebieten ist imho nicht annähernd ausreichend um solche Schlüsse zuzulassen. Schamanen machen ja auch keine Gentests
Das sehe ich genau so. Die "Psychologie" ist die am meisten überschätzte Halbwissenschaft, die Leute verlassen sich auf psychologische "Expertenmeinungen" als währen es naturwissenschaftliche Messungen, räumen den "Psychologen" also eine Auroität ein, die zum Mißbrauch geradezu ermutigt. Tatsächlich reflektieren psychologische Lehrmeinungen oft nur den jeweiligen Zeitgeist, bzw sie gegen den jeweils eigenen Vorurteilen einen wissenschaftlichen Anstrich.
Nimm etwa die Adler- und Freund-Zitate aus Ingo´s Posting über "Frauen und Schwule": heute lachen wir darüber, aber noch in den 60er Jahren galt diese Sichtweise als hochwissenschaftlich. Und "IN SICH" hört sich das ja alles erstmal "irgendwie plausibel" an. Man fragt sich dann immer: "Hmm, was spricht eigentlich gegen diese Sichtweise?" ... obwohl man sich doch zuerst einmal fragen sollte, was denn so zwingend FÜR diese Sichtweise spricht. Aber "in sich" hören sich psychologische Theorien IMMER "irgendwie plausibel" an, weil sie mit den Mitteln des Zirkelschlusses und der sich selbst beweisenden Behauptung arbeiten.
Und so wie wir heute (zurecht) über den schwulen-pathologisierenden Unsinn von Freud und Adler lachen, oder über die Ärzte um 1900, die sexuell regere Frauen als "hysterisch" einstuften, so werden wird die breite Öffentlichkeit in 20 Jahren hoffentlich über die feministische Schule der Psychologie lachen.
Du vergißt nur, daß ALLE Wissenschaft nur den gegenwärtigen Stand des Irrtums beschreibt.
Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin?
Andreas, Monday, 18.08.2003, 02:33 (vor 8207 Tagen) @ Jörg
Als Antwort auf: Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin? von Jörg am 17. August 2003 16:37:57:
Hi Jörg,
Ich kann ja Deinen Ärger verstehen.
So verärgert war ich eigentlich gar nicht! 
Auch ich halte ein solches Ergebnis
für bezeichnend (ebenso wie auch den Umstand, daß Frau Schwarzer für die
Verbreitung feministischer Ideen sogar das Bundesverdienstkreuz erhalten
hat). Dennoch sollten wir, was die Ausdrucksweise anbelangt, nicht
vergessen, daß es sich hier um ein öffentliches Forum handelt.
Ich kann Deine Bedenken bezüglich meiner Ausdrucksweise durchaus nachvollziehen. Allerdings habe ich meine Worte nicht ganz ohne Bedacht gewählt. Der Punkt ist der, daß sich Alice Schwarzer tatsächlich in etwas verrannt hat - und das ziemlich massiv. Viele ihrer Äußerungen aus der Vergangenheit zeugen ja durchaus von einem gewissen Fanatismus. Ich frage mich deshalb: was ist die Motivation? Die ständigen Diffamierungen und Verunglimpfungen von Männern sind meines Erachtens das Ergebnis eines tief verwurzelten Männerhasses - aus welchem Grund auch immer. Offensichtlich hat diese Frau ein Problem. Unter normalen Umständen würde man einer solchen Person eine Psychotherapie empfehlen. Das ist meinerseits keinesfalls abfällig gemeint. Ein Mensch mit Borderline-Störung wird aggressiv gegen sich selbst, bei Alice Schwarzer ist diese Aggression gegen Männer gerichtet. Über die Gründe kann ich nur spekulieren - tief verinnerlichte Minderwertigkeitskomplexe, Selbstsucht, ich weiß es nicht. Aber es sollte doch schon erlaubt sein, die Dinge beim Namen zu nennen. Ich würde das Problem auch nicht unbedingt nur auf Alice Schwarzer beschränken. Wenn diese Frau von Talkshow zu Talkshow gereicht wird und sogar das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommt, dann sagt dies viel über die geistige Gesundheit unserer Gesellschaft aus.
schönen Gruß
Andreas
Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin?
pit b., Sunday, 17.08.2003, 21:37 (vor 8207 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin? von Andreas am 17. August 2003 15:12:39:
Nicht nur dass,
Jutta Limbach die feministische, ehemalige Vorsitzende den Bundesverfassungsgerichts ist auch noch Kandidatin.
Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin?
Arne Hoffmann, Sunday, 17.08.2003, 23:12 (vor 8207 Tagen) @ pit b.
Als Antwort auf: Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin? von pit b. am 17. August 2003 18:37:07:
Nicht nur dass,
Jutta Limbach die feministische, ehemalige Vorsitzende den Bundesverfassungsgerichts ist auch noch Kandidatin.
Ich weiß nicht ganz, wie diese Liste von der "Bild am Sonntag" erstellt wurde. Scheinbar hat man einfach viele bekannte Frauen zusammengekippt, die nicht gerade Feldbusch oder Naddel heißen, aber ohne zu klären, ob diese Frauen z. B. für ein solches Amt überhaupt zur Verfügung stehen. Mehr so eine Art Stimmungsbild bei der Bevölkerung. Ich meine, die haben Sabine Christiansen aufgeführt ...
Gut, über Alice als Bundespräsidentin brauchen wir hier sicher nicht zu diskutieren (liegt übrigens auf dem drittletzten Platz vor Marianne Birthler und Annette Schavan), aber welche Frau wäre für diesen Job denn wirklich geeignet? Sie muss ja gleichzeitig unser Land repräsentieren und _über_ der Parteipolitik bzw. den gesellschaftlichen Strömungen stehen, eben für möglichst alle Deutschen gleichermaßen sprechen können. Und es sollte jemand sein, der nicht in seiner momentanen Position besser aufgehoben wäre. Renate Schmidt hat z. B. 34 Prozent der Stimmen erhalten, macht aber als Familienministerin einen besseren Job als ihre Amtsvorgängerinnen. Normalerweise nimmt man für den Job doch nur Leute, die keine eigenen politischen Ziele mehr durchsetzen möchten ... um es mal höflich zu formulieren ...
Arne
Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin?
Manfred, Monday, 18.08.2003, 01:28 (vor 8207 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin? von Arne Hoffmann am 17. August 2003 20:12:15:
Um es mal zu verallgemeinern:
vielleicht fallen wir zuweilen öfters auf irgendwelche redaktionelle Schimären rein. Emanzen und ihren Vasallen gefällts, uns ärgerts - aus der Sicht eines Revolverblattes ist beides ein Erfolg. Sollte man vielleicht wirklich unter der Rubrik "nervig aber relativ harmlos" abhaken.
Schöne Grüße,
Manfred
Renate Schmidt in PAPS
Odin, Monday, 18.08.2003, 22:33 (vor 8206 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin? von Arne Hoffmann am 17. August 2003 20:12:15:
Renate Schmidt hat z. B. 34 Prozent der Stimmen erhalten, macht aber als Familienministerin einen besseren Job als ihre Amtsvorgängerinnen.
Kleine Themaänderung: Hats Du oder irgendjemand die "Paps" abonniert? Dort soll ein Artikel von Renate Schmidt sein mit dem Thema "Männer müssen mehr Druck machen". Der würde mich interessieren, wenn den jemand scannen könnte.
Re: Renate Schmidt in PAPS
Arne Hoffmann, Monday, 18.08.2003, 23:09 (vor 8206 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Renate Schmidt in PAPS von Odin am 18. August 2003 19:33:53:
Hats Du oder irgendjemand die "Paps" abonniert?
Ich nicht. Sonst jemand?
Dort soll ein Artikel von Renate Schmidt sein mit dem Thema "Männer müssen mehr Druck machen". Der würde mich interessieren, wenn den jemand scannen könnte.
Mich auch. 
Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin?
Lars, Tuesday, 19.08.2003, 16:22 (vor 8205 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin? von Andreas am 17. August 2003 15:12:39:
Sie es doch mal so rum: Obwohl Fr. Schwarzer sich seit einigen Jahren alle (vergebliche) Mühe gibt, in Talkshows als nett und moderat zu erscheinen, und obwohl sie längst in den Mainstream-Medien salonfahig geworden ist, würde sogar NUR JEDE FÜNFTE _FRAU_ sie als Bundespräsidentin akzeptieren (Man kann wohl davon ausgehen, daß hinter den 11% fast nur Frauen stecken).