Frauen pflegen eher den kooperativen Führungsstil
Bruno, Wednesday, 13.08.2003, 14:50 (vor 8212 Tagen)
Liebe Forumsteilnehmer,
Kampf der Gigantinnen:
Teilnehmerinnen:
Oberbürgermeisterin Baden-Baden: Frau Sigrun Lang
Fraktionschefin der Günen: Frau Ursula Opitz
Regierungspräsidium Karlsruhe (Regierungspräsidentin Frau Gerlinde Hämmerle)
Präsidium weist Beschwerde zurück
Das Regierungspräsidium Karlsruhe sieht kein persönliches Fehlverhalten von Ober-bürgermeisterin Sigrun Lang und hat die von den Bündnisgrünen eingelegte Dienst-aufsichtsbeschwerde zurückgewiesen.
Wie berichtet, sah Fraktionschefin Ursula Opitz eine Verletzung des Informationsrecht: Die OB habe sich vor einer Sitzung mit den Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD und Freien Wählern getroffen nach telefonischer Einladung. Thema der Runde: die Baden-Airpark-Problematik. Den Versuch von Opitz, dem Treffen beizuwohnen, habe die OB pampig zurückgewiesen. Darin sah Opitz einen Verstoß gegen die demokratischen Grundsätze und gegen die Gemeindeordnung....Das für eine solche Dienstaufsichtsbeschwerde erforderliche Fehlverhalten vermochte das RP nicht zu erkennen. Die kurze Unterredung sei gerade keine offizielle Fraktionsvorsitzendenbesprechung gewesen...
(aus Badisches Tagblatt/ Rastatt 6/8/03)
Wir fühlen uns natürlich unweigerlich an das Zitat von Frau Augenstein (Oberbürgermeisterin von Pforzheim) aus der Pforzheimer Zeitung vom 01.03.03 erinnert auf die Frage, ob sie Unterschiede zwischen Frauen und Männern im Politik- und Füh-rungsstil sieht: Ich glaube schon, Frauen pflegen eher den kooperativen Führungsstil, haben weniger Vorurteile, sind kommunikativ und frei von hierarchischem Denken.
Gruß
Bruno
Re: Frauen pflegen eher den kooperativen Führungsstil
reinecke54, Wednesday, 13.08.2003, 22:12 (vor 8211 Tagen) @ Bruno
Als Antwort auf: Frauen pflegen eher den kooperativen Führungsstil von Bruno am 13. August 2003 11:50:44:
Wir fühlen uns natürlich unweigerlich an das Zitat von Frau Augenstein (Oberbürgermeisterin von Pforzheim) aus der Pforzheimer Zeitung vom 01.03.03 erinnert auf die Frage, ob sie Unterschiede zwischen Frauen und Männern im Politik- und Füh-rungsstil sieht: Ich glaube schon, Frauen pflegen eher den kooperativen Führungsstil, haben weniger Vorurteile, sind kommunikativ und frei von hierarchischem Denken.
Gruß
Bruno
Sind Frauen FREI von hierarchischem Denken? Ich moechte
(auch im Zusammenhang mit der Wehrpflichtdiskussion)
auf die Biographie der Suffragette Emmeline Pankhurst
verweisen. Ihre Organisation WSPU fuehrte sie autokratisch.
Mit ihrer Tochter Sylvia hat sie sich ueberworfen weil
Sylvia im 1. Weltkrieg gegen die Einfuehrung der Wehrpflicht
in England war!
Re: Frauen pflegen eher den kooperativen Führungsstil
Garfield, Thursday, 14.08.2003, 16:02 (vor 8210 Tagen) @ reinecke54
Als Antwort auf: Re: Frauen pflegen eher den kooperativen Führungsstil von reinecke54 am 13. August 2003 19:12:06:
Hallo Reinecke!
Dabei fiel mir ein Text ein, den jemand vor einiger Zeit hier ins Forum gesetzt hat. Dabei ging es u.a. um sektenähnliche Strukturen in der Frauenbewegung. Eine Reporterin ist in eine Frauen-Organisation eingetreten, um mal zu erleben, was da so abgeht. Sie mußte dann mit ihren "Mitkämpferinnen" im Winter bei Frost in einen Wald pilgern. Dort mußten sich alle in Reih und Glied aufstellen und bei den kalten Temperaturen bewegungslos stehen bleiben. Auf wirklich alle traf das allerdings nicht zu: Die Anführerinnen standen vor ihnen, und sie durften sich auch bewegen und miteinander reden. Wenn eine der rangniederen Frauen sich bewegte oder etwas sagte, wurde sie dazu ermahnt, still zu sein. Es hieß, wer das nicht durchhalten würde, hätte noch nicht die nötige Reife.
Das verstehen Radikalfeministinnen also unter einer hierarchiefreien Gesellschaft...
Freundliche Grüße
von Garfield
Man nehme einfach Femi-Totschlagsargument Nr. 8 und ....
Lars, Thursday, 14.08.2003, 01:06 (vor 8211 Tagen) @ Bruno
Als Antwort auf: Frauen pflegen eher den kooperativen Führungsstil von Bruno am 13. August 2003 11:50:44:
... und behaupte: Wenn Frauen hierachisches Denken, Machtstreben und Ellenbogen-Mentalität erkennen lassen, dann liegt das daran, daß sie - um sich in der "Männer-Domäne" Politik behaupten - notwendiger Weise die unkooperativen "männlichen Verhaltensmuster" übernehmen mußten!
Die "Logik": Wenn bestimmte unschöne Eigenschaften nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen auftreten und damit die feministische Zweiteilung der Welt in Böse Männer und Gute Frauen ins Wanken gerät, definiert man einfach diese Eigenschaften (implizit) als PER SE "männlich" und schon "beweist" das unkooperative Auftreten weiblicher Führungskräfte nur abermals die Verderblichkeit "männlicher" Eigenschaften (sprich: die Bosheit des männlichen Geschlechts).
Aber was soll´s? Logik ist eh nur ein "männlich-patriachales Konstrukt".
Erstmals in größerem Umfang erprobt wurde dieses Femi-Totschlagsargument Anfang der 80er, als die britsche Premierministerin Thatcher einfach nicht den Vorstellungen entsprach, die Feministinnen davon hatten, "wie es wird, wenn erstmal Frauen an der Regierung sind":
- Frauen würden keine Kriege führen? Thatcher schickte junge Engländer einmal um den Globus und z. T. in den Tod, um nahezu unbesiedelte Inseln vor Argentinien dem "Empire" zu sichern.
- Frauen während kooperativer? Thatcher beschimpfte partei-interne Kritiker als "Whimps" (= Waschlappen) oder "Wets" (= verfemte Alkoholbefürworter zur Zeit der Prohibition) und erklärte auch schon mal einen Oppositionspolitiker in den Medien zum "public enimy".
- Frauen seien sozialer, mitfühlender? Thatcher schuf erstmal die kostenlose Schulmilch an den öffentlichen Schulen ab. Gewachsene Stadtteile mußten Prestige-Bauten weichen und das Obdachlosen-Problem hat ungeahnte Ausmaße angenommen, worüber sie nie ein Wort verlor.
Da kamen schon einige Feministinnen ins schleudern. Aber mit besagter "Logik" ließ sich auch das wieder ins "richtige" Licht rücken.
Re: Man nehme einfach Femi-Totschlagsargument Nr. 8 und ....
Odin, Thursday, 14.08.2003, 23:52 (vor 8210 Tagen) @ Lars
Als Antwort auf: Man nehme einfach Femi-Totschlagsargument Nr. 8 und .... von Lars am 13. August 2003 22:06:26:
die unkooperativen "männlichen Verhaltensmuster" übernehmen mußten!
Die "Logik": Wenn bestimmte unschöne Eigenschaften nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen auftreten und damit die feministische Zweiteilung der Welt in Böse Männer und Gute Frauen ins Wanken gerät, definiert man einfach diese Eigenschaften (implizit) als PER SE "männlich" und schon "beweist" das unkooperative Auftreten weiblicher Führungskräfte nur abermals die Verderblichkeit "männlicher" Eigenschaften (sprich: die Bosheit des männlichen Geschlechts).
Die Unlogik dahinter: Um sich im Berufsleben durchzusetzen, muß man eben mal auf den Tisch hauen. Wenn das männlich ist, dann ist männlich eben nicht gleich "schlecht" sondern eben "gut"
Wenn es "schlecht" wäre, neue Ideen durchzusetzen und nur Frauen in dieser Welt das Sagen hätten, dann wäre letzte Woche gerade mal das Rad erfunden worden und das auch nur, um den Einkaufswagen besser durch die Büsche schieben zu können 
Re: Man nehme einfach Femi-Totschlagsargument Nr. 8 und ....
HemmaNedDo, Friday, 15.08.2003, 00:14 (vor 8210 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Re: Man nehme einfach Femi-Totschlagsargument Nr. 8 und .... von Odin am 14. August 2003 20:52:10:
Um sich im Berufsleben durchzusetzen, muß man eben mal auf den Tisch hauen. Wenn das männlich ist, dann ist männlich eben nicht gleich "schlecht" sondern eben "gut"
Nun, das ist Definitionssache.
Übrigens, neue Ideen haben sich IMHO noch nie übers " auf den Tisch hauen" durchgesetzt - eher durch Überzeugung - oder Überredungskunst. 
Jörg
Re: Man nehme einfach Femi-Totschlagsargument Nr. 8 und ....
Odin, Friday, 15.08.2003, 00:33 (vor 8210 Tagen) @ HemmaNedDo
Als Antwort auf: Re: Man nehme einfach Femi-Totschlagsargument Nr. 8 und .... von HemmaNedDo am 14. August 2003 21:14:33:
Nun, das ist Definitionssache.
Übrigens, neue Ideen haben sich IMHO noch nie übers " auf den Tisch hauen" durchgesetzt - eher durch Überzeugung - oder Überredungskunst.
Krasser Irrtum Jörg 
Wie sagte doch Einstein: Neue Ideen setzen sich nicht durch, indem man die Anhänger der alten Ideen überzeugt, sondern indem die Anhänger der alten Ideen einfach wegsterben 
Re: Man nehme einfach Femi-Totschlagsargument Nr. 8 und ....
HemmaNedDo, Friday, 15.08.2003, 01:10 (vor 8210 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Re: Man nehme einfach Femi-Totschlagsargument Nr. 8 und .... von Odin am 14. August 2003 21:33:22:
Krasser Irrtum Jörg 
[quote]Wie sagte doch Einstein: Neue Ideen setzen sich nicht durch, indem man die Anhänger der alten Ideen überzeugt, sondern indem die Anhänger der alten Ideen einfach wegsterben
[/quote]
Nun, das hat auch relativ wenig mit auf den Tisch hauen" zu tun....
was er vergessen hat: es muss immer jemand überzeugt werden, am ersten: man selbst....
Jörg
Re: Man nehme einfach Femi-Totschlagsargument Nr. 8 und ....
Manfred, Friday, 15.08.2003, 02:04 (vor 8210 Tagen) @ HemmaNedDo
Als Antwort auf: Re: Man nehme einfach Femi-Totschlagsargument Nr. 8 und .... von HemmaNedDo am 14. August 2003 22:10:46:
Krasser Irrtum Jörg
Wie sagte doch Einstein: Neue Ideen setzen sich nicht durch, indem man die Anhänger der alten Ideen überzeugt, sondern indem die Anhänger der alten Ideen einfach wegsterben
[/i]
Nun, das hat auch relativ wenig mit auf den Tisch hauen" zu tun....
was er vergessen hat: es muss immer jemand überzeugt werden, am ersten: man selbst....
Jörg
Also um ehrlich zu sein, Einstein imponiert mir zwar als Physiker, aber nicht mit seinen Sprüchen.
Man kann trotzdem aus seinem Sprüchen was lernen. aber weniger aus dem Inhalt derselben, sondern vielmehr aus der Tatsache, daß sie sehr oft kritiklos übernommen werden (richtet sich ausdrücklich nicht gegen Odin, da er ja sein Posting klar mit einem Smiley versehen hat).
Warum werden sie gerne übernommen? Weil sie eben von Einstein sind...
Etwa: "wer die Relativitätstheorie geschaffen hat, der muß einfach auch in allen andern Bereichen recht haben"
Diese Leute sind daher nicht von den Inhalten der ideen überzeugt, sondern nur davon, daß die Ideen richtig sind (dazu muß man die ideen nichtmal kennen)
Deswegen meine "erweiterte Theorie" wie man Ideen unter die Leute bringt
Man muß die Methoden auf die jeweileige Zielgruppe anpassen.
1) Überzeugung da, wo die Zielperson frei von Voreingenommenheit ist, ein
Mindestmaß an analytischer Denkfähigkeit aufweist und DENKWILLIG ist.
(Nach meiner Einschätzung eine Minderheit, in der Politik kaum mehr wie auf der Straße)
2) Die extrem Uninteressierten bedürfen der ganzen Palette an Tricks wie wir sie auch gegen uns gerichtet finden. "Zuckerl streuen", versuchen Meinungen attraktiv bzw. Gegenmeinungen unattraktiv zu machen. "Autoritätsbeweise" benutzen und vieles mehr
Vorurteile. Übertreibungen als Stilmittel.
3) Wer gegen 1) oder 2) resistent ist und mich zugleich elementar in meiner Lebensqualität bedroht, solte auch damit rechnen müssen, daß man es ihm einrügelt
Das Gros der Menschen dürfte zwischen 1 und 2 (Pyramidenstruktur an deren Spitze die "1" ist) anzusiedeln sein, daher ist jeweils Gefühl erforderlich. Direkt eine Pauschalmethode sehe ich nicht, es müssen alle Register gezogen werden
Schöne Grüße,
Manfred
Re: Man nehme einfach Femi-Totschlagsargument Nr. 8 und ....
Lars, Saturday, 16.08.2003, 02:05 (vor 8209 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Re: Man nehme einfach Femi-Totschlagsargument Nr. 8 und .... von Odin am 14. August 2003 20:52:10:
Die Unlogik dahinter: Um sich im Berufsleben durchzusetzen, muß man eben mal auf den Tisch hauen. Wenn das männlich ist, dann ist männlich eben nicht gleich "schlecht" sondern eben "gut"
Wenn es "schlecht" wäre, neue Ideen durchzusetzen und nur Frauen in dieser Welt das Sagen hätten, dann wäre letzte Woche gerade mal das Rad erfunden worden und das auch nur, um den Einkaufswagen besser durch die Büsche schieben zu können
Moment: Beim Auf-den-Tisch-hauen geht es in den meisten Fällen doch nicht darum neue Ideen durchzusetzen von den alle profitieren, sondern eher darum, SICH durchzusetzen, also seine eigenen Karriere-Interessen. Beides fällt nur gelegentlich zusammen.
Nun ist ein gewisses Maß an Konkurrenz als Leistungsanreiz durchaus gut, doch wenn es - wie heutzutage - Überhand nimmt (Mobbing, Yuppie-Moral) sollte man einhalten sich klarmachen: Wenn die Gesellschaft im Augenblick unsoziales Verhalten honoriert und man sich dem notgedrungen anpassen muß, ist das schon schlimm genug, aber man braucht dieses erzwungene Verhalten ja nicht auch noch zu verinnerlichen und die Not zur Tugend erheben.
Von daher würde ich sagen: Dieses Verhalten ist weder "weiblich" noch "männlich", v. a. aber nicht gut, sondern bedenklich und nur leider zur Zeit in vielen Bereichen unvermeidlich.
Damals beim Kaiser...
Anabasis, Saturday, 16.08.2003, 02:15 (vor 8209 Tagen) @ Lars
Als Antwort auf: Re: Man nehme einfach Femi-Totschlagsargument Nr. 8 und .... von Lars am 15. August 2003 23:05:04:
Hallo Lars,
Wenn die Gesellschaft im Augenblick unsoziales Verhalten honoriert...
ich kann's mir nicht verkneifen! Ich hoffe, Du nimmst es mir nicht zu krum! Also:
Heute ist der Himmel grau!
Damals beim Kaiser, da war er noch blau!
Anabasis