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Größe läßt Männer früher sterben

Odin, Wednesday, 13.08.2003, 13:06 (vor 8211 Tagen)

Ihre Größe lässt Männer früher sterben
Größere Angriffsfläche für Krankheitserreger
Von Marcel Falk

Stirling - Nicht Autoralleys, Schlägereien und Arbeitsstress bringen Männer früher ins Grab als Frauen. Die Achillesferse des starken Geschlechts ist seine Körpergröße. Darauf deuten Analysen britischer Wissenschaftler an 93 Säugerarten. Die Größe mache Männchen anfälliger für verschiedene Parasiten, berichten sie in der heutigen Ausgabe der amerikanischen Fachzeitschrift "Science". Bislang machten die Experten eher das riskante Verhalten der Männchen für deren kürzere Lebensspanne verantwortlich.

Die Biologen Sarah Moore und Kenneth Wilson von der Universität Stirling hatten den möglichen Zusammenhang von Körpergröße, Infektionsrate und Sterblichkeit untersucht. Demnach sind bei den meisten Säugerarten, unter anderem bei Löwen, Gorillas und Hirschen, die Männchen größer, sie leiden häufiger an Insektenstichen und verschiedenen Infektionskrankheiten und sterben früher.

Dieser zunächst rein statistische Zusammenhang besagt an sich noch nichts über die wahren Ursachen der niedrigen Lebenserwartung von Männchen. Um tiefer zu blicken, mussten die Wissenschaftler die wenigen Ausnahmen im Säugerreich studieren: Bei Hausratten oder Mongolischen Wüstenrennmäusen etwa überragen die Weibchen ihre Gatten. Das beschert den Nagerdamen eine höhere Befallsrate mit Insekten, Würmern sowie Bakterien und damit letztlich ein kürzeres Leben als den Männchen, fanden die Biologen.

Häufiger in Kämpfe verwickelt und öfter verletzt waren jedoch auch bei diesen Nagern die Männchen. Demnach beschneide vor allem die Infektionsrate - und nicht das aggressive Verhalten - die Lebensspanne, schließen die Forscher. Zudem zeigen die Resultate, dass die Körpergröße an sich für Infektionen anfällig macht, indem sie den Parasiten eine größere Angriffsfläche bietet. Das männliche Sexualhormon Testosteron, das bekanntermaßen die Immunabwehr schwächt, spiele dabei nur eine untergeordnete Rolle, berichten Moore und Wilson.

Schuld an der hünenhaften Statur, dem Verhängnis der Männer, sind allerdings die Frauen. Sie wählten im Laufe der Evolution stets große Gatten. Diese sexuelle Selektion fanden die Biologen nicht nur im Tierreich. Auch beim Menschen konnten Forscher um den Briten Daniel Nettle kürzlich zeigen, dass große Männer tatsächlich mehr Kinder zeugen als kleine.

Der Größenunterschied zwischen Mann und Frau werde daher nicht verschwinden, schrieb Nettle im Fachjournal "Proceedings: Biological Sciences". So wird die Lebenserwartung von Frauen auch in absehbarer Zeit höher bleiben als die von Männern, glaubt Ian Owens vom Imperial College in London. In Deutschland geborene Männer leben im Durchschnitt rund 74 Jahre lang, Frauen über 80.

Der britische Biologe prüfte die Resultate von Moore und Wilson an Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Demnach gelten die Befunde offenbar auch für den Menschen: So sterben in den USA, in Großbritannien und Japan Männer doppelt so häufig wie Frauen durch Infektionskrankheiten. In Kasachstan und Aserbaidschan liege der Faktor gar bei vier, berichtet Owen.

Beim Menschen spiele jedoch zweifelsohne auch das Verhalten eine Rolle. Männer würden eben häufiger gewaltsam getötet oder sterben bei Verkehrsunfällen, führt Owen an. Daran sei das starke Geschlecht allerdings selber schuld.

Die Welt


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