Prostitution in Schweden
Heute in der FAZ:
Albernheit auf Sandkastenniveau"
Der Streit um Prostitution und eine Bestrafung der Sexkäufer" spitzt sich in Skandinavien zu
vL. STOCKHOLM, 30. Juli. Prostitution und der Kampf gegen sie beschäftigen die schwedische Öffentlichkeit. Kaum eine Tageszeitung hat nicht mindestens drei, vier Artikel täglich dazu. Als offenbar einziges Land der Erde hat die schwedische Gesetzgebung seit 1999 eine Regelung, die Finnland zu übernehmen erwägt: Die Prostituierte bleibt straffrei, der Sexkäufer" wird -auch mit Haft - bestraft. Die vergangenen Tage haben indes nicht nur die üblichen Berichte gebracht, etwa daß in Nordschweden künftig die Reichspolizei, nicht nur die örtliche Polizei gegen Prostitution vorgehen wolle, oder daß eine Bordellbesitzerin gegen ihre Verurteilung wegen Kuppelei zu vier Jahren Haft vor das Oberste Gericht ziehen will. Nein, nun geht es um schwerer wiegende oder bizarrere Vorkommnisse.
In Malmö wurde ein stellvertretender Provinzchef der Polizei bei einer Zufallskontrolle auf dem Hintersitz seines Dienstwagens zusammen mit einer Frau mit zweideutigem Beruf angetroffen. Die Verdachtsmomente seien, so der Staatsanwalt, der eine Voruntersuchung einleitete, gering". Das aber hielt Zeitungen nicht davon ab, Beruf und vollen Namen des Polizeibeamten zu nennen und ihn abzubilden. Dieser bestreitet ein Verbrechen", ließ sich aber beurlauben. Wie ernst dieses Vergehen in Schweden genommen wird, zeigte sich bei einem anderen Beamten: Als er nach einer Dienstreise im Ausland damit angab, eine Prostituierte besucht zu haben, wurde er entlassen.
Daß es schwedischen Politikern nicht nur um Ordnung im eigenen Land geht, zeigte die stellvertretende Ministerpräsidentin Margareta Winberg jetzt mit einem Brief an den Bürgermeister von Athen. Sie und fünf andere Minister für Gleichstellung aus dem Norden und den baltischen Ländern protestierten gegen das Vorhaben Athens, zu den Olympischen Spielen die Zahl der Bordelle zu erhöhen. Die dänische Ministerin für Gleichstellung, Henriette Kjaer, aber verweigerte ihre Unterschrift unter den offenen Brief. Sie hatte schon zur Amtsaufnahme gesagt, in Dänemark sei die Gleichberechtigung erreicht, für diesen Teil ihres Amtes werde sie sich daher mit gebremster Kraft einsetzen. Zum Brief ihrer schwedischen Kollegin sagte sie, das seien selbstgerechte Albernheiten auf Sandkastenniveau". Frau Winberg fragte daraufhin in den Spalten einer Boulevardzeitung Frau Kjaer, eine entschiedene Gegnerin der Prostitution, ob sie denn ihrer eigenen Tochter erlaube, ihren Körper verkaufen zu lassen. Der ewige Streit zwischen Dänemark und Schweden und ihren Politikern hat so ein neues Terrain erobert.
Die Sozialdemokratin Winberg gilt als Galionsfigur des Feminismus in Schweden, seitdem deren bisherige Sprecherin, die Linkspolitikerin Schyman, nach versuchtem Steuerbetrug ihre Ämter abgab. Frau Winberg spricht von einer feministischen Regierung" und Feminismus als Staatsideologie". Die Sozialdemokraten hatten auf ihrem letzten Parteitag Feminismus als Parteiziel festgelegt. Zu den Wunschlisten zählen Quoten für Frauen in Unternehmensführungen und eine Verschärfung der Diskriminierungsgesetze. Das Verbot des Sexkaufes aber betrachtete die Linke -Linkspartei, Umweltpartei und Teile der Sozialdemokraten - in den langen Debatten und Studien zum Gesetz 1999 als ein Hauptziel. Seitdem hat sich die Straßenprostitution vermindert - Viertel mit rotem Licht" gab es schon vorher kaum in Schweden -, nicht aber die Prostitution und auch nicht der Schmuggel von Frauen aus benachbarten baltischen und osteuropäischen Ländern nach Schweden, der auf 500 Frauen jährlich geschätzt wird.
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Prostitution in Schweden von Odin am 01. August 2003 20:20:32:
Die schwedische Regierung ist ja echt niedlich.
Für die ist wohl jede Hure eine Zwangsprostituierte und jeder Kunde einer
Hure ein böser Frauenausbeuter.
Soweit ich gelesen habe gehen die Überlegungen bei denen sogar so weit,
schwedische Männer gesetzlich zu bestrafen, die im Ausland (!) eine Hure
aufgesucht haben.
Arme schwedische Männer. Ich wette, in keinem anderen Land Europas ist die
"Handarbeit" so verbreitet wie in Schweden. 
Gruß, Jörg
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Prostitution in Schweden von Odin am 01. August 2003 20:20:32:
Was ist denn aus dem sprichwörtlichen "liberalen Schweden" geworden? Zur Information: Die ältesten Sex-Filme der Film-Geschichte (noch VOR der sexuellen Revolution ´68) kamen aus Schweden und Dänemark. Und jetzt bricht dort die amerikanische Mischung aus political correctness und Prüderie aus.
Man sollte, um die Diskussion über die Prostitution zu versachlichen einen klaren Trennstrich ziehen zwischen Drogenstrich und Menschenhandel auf der einen Seite (hier kann tatsächlich von freier Berufswahl keine Rede sein) und cleanen, mündigen Frauen mit Aufenthaltsgenehmigung, die sich für diesen Weg zum schnell verdienten Euro einscheiden, auf der anderen Seite - und nicht zulassen, daß Feministinnen effekthascherisch beides in einen Topf werfen.
Und männerrechtsbewegungs-intern sollte man sich fragen, warum sich so viele Männer in einer so handfesten Frage vor den feministischen Karren spannen lassen:
- etwa die männlichen sozialdemokratischen Parteitagsdelegierten, die ja zumeist auch schon mal irgendwann im Puff waren!
- PolizistEN, die Freier verhaften
- RichtER, die Freier aburteilen
Meine These: Das geht nur, weil die Masse der Männer nicht zu ihrem sexuellen Lebenstil steht (genau wie bei der Pornographie) und jeder Mann beim aufgeflogenen Puff-Besuch eines anderen nur überlegt, wie er daraus jetzt wohl einen Vorteil für sich ziehen könnte.
Meine "Gegen-strategie": BEVOR ähnliche Bestrebungen hier in Deutschland aufkommen, müssen Männer das Thema Puff enttabuisieren, indem sie (unabhängig davon, ob´s stimmt!) in Gegenwart anderer bei Gelegenheit ihre Puffbesuche unbekümmert-beiläufig erwähnen. Denn: Etwas, wozu sich die Masse der Männer freimütig bekennt, wird als Alltag und Normalität wahrgenommen, auch die meisten Frauen würden es dann - bei ungebundenen Männern - als normal hinnehmen. Dann hätten solche Anti-Puff-Anträge auf Parteitagen von VOLKSparteien keine Aussicht mehr auf eine Mehrheit, und die Feministinnen würden als zickige Außenseiterinnen darstehen.
Das ist wie mit den Schwulen: Als die "es" noch verheimlicht haben, wurden sie staatlich verfolgt, z. T. eben von heimlich-schwulen Polizisten, aber als sich immer mehr ge-outet haben, lößte das eine Kettenreaktion aus, und die Anti-Schwulen-Gesetze wurden von der Bevölkerung nicht mehr so durchgängig unterstützt, weil eben jeder irgendwo in seinem weiteren Umfeld einen Schwulen kannte und sich an dessen Existenz gewöhnt hatte. Das Outing hatte die alte Strategie der Randgruppen-Dämonisierung ausgehebelt, die gesetzliche Liberalisierung war nur die Folge.
Schwul sind nur 2 - 5 % der Männer, interesse am Weiterbestehen der Puffs haben aber wesentlich mehr Männer. Es dürfte eigentlich nicht so schwer sein, solchen Anti-Puff-Plänen entgegenzutreten ... wenn sich die Puffgänger nur outen würden!
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Jörg am 01. August 2003 21:18:00:
Arme schwedische Männer. Ich wette, in keinem anderen Land Europas ist die
"Handarbeit" so verbreitet wie in Schweden.
Gruß, Jörg
LOL, wahrscheinlich wird das irgendwann auch noch verboten, weil die damit verbundenen FANTASIEN ja "frauenfeindlich" sein könnten...
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Prostitution in Schweden von Odin am 01. August 2003 20:20:32:
Hallo zusammen!
Ich frage mich nur: Wo bleiben da die Relationen im Gewicht der Delikte. Vor dem Hintergrund, wie man mit der Abtreibungsfrage umgeht ist das Bestrafen von Männern, die zu Prostituierten gehen, ja wohl echte Realsatire. Unter Hinweis darauf könnte zum Beispiel ein Drogendealer darauf pochen, straffrei zu bleiben und die Verurteilung seiner Kunden verlangen. Was ist das bloss für eine komische Rechtsauffassung?
Gruss,
Ferdi
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Jörg am 01. August 2003 21:18:00:
Die schwedische Regierung ist ja echt niedlich.
Für die ist wohl jede Hure eine Zwangsprostituierte und jeder Kunde einer
Hure ein böser Frauenausbeuter.
Naja, man könnte doch mal vorschlagen, jeden Fixer zu verknüppeln und "Förderprogramme" für die Dealer anzubieten.
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Lars am 01. August 2003 21:45:45:
Meine These: Das geht nur, weil die Masse der Männer nicht zu ihrem sexuellen Lebenstil steht (genau wie bei der Pornographie) und jeder Mann beim aufgeflogenen Puff-Besuch eines anderen nur überlegt, wie er daraus jetzt wohl einen Vorteil für sich ziehen könnte.
Meine "Gegen-strategie": BEVOR ähnliche Bestrebungen hier in Deutschland aufkommen, müssen Männer das Thema Puff enttabuisieren, indem sie (unabhängig davon, ob´s stimmt!) in Gegenwart anderer bei Gelegenheit ihre Puffbesuche unbekümmert-beiläufig erwähnen.
SEHR guter Gedanke!
Wir brauchen sowas wie die Femiparole: Ich habe abgetrieben!
"Ich war im Puff"! 10000 Männer - auch berühmte - auch aus Schweden. Dann solln sie mal was machen!
Wo bleibt der Mut der Männer?
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Odin am 02. August 2003 00:40:49:
Hallo Odin!
Wir brauchen sowas wie die Femiparole: Ich habe abgetrieben!
"Ich war im Puff"! 10000 Männer - auch berühmte - auch aus Schweden. Dann solln sie mal was machen!
Wo bleibt der Mut der Männer?
Man könnte die Aktion auch umkehren nach dem Motto "Welcher Mann war noch
NICHT im Puff?" Ich vermute mal ganz kühn, daß in der westlichen
Zivilisation fast jeder Mann zumindest einmal in seinem Leben die Dienste
eines Freudenmädchens in Anspruch genommen hat - naja, von schwedischen
Männern vielleicht mal abgesehen, die dafür ja gleich in einen finsteren
Kerker geworfen werden können. 
Aber mal Scherz beiseite: Ein paar Outings hat es ja auch schon gegeben.
Manche haben sich freiwillig geoutet, andere wurden zwangsweise geoutet.
Wichtig erscheint es mir, daß sich nach Möglichkeit die Promis outen.
Wenn sich Hinz und Kunz outen ist das keine Schlagzeile wert.
Warum das noch nicht passiert ist, liegt meines Erachtens vor allen Dingen
an den folgenden beiden Faktoren:
Zum einen wurde eine solche Aktion wohl noch zu keinem Zeitpunkt ernsthaft
in Angriff genommen.
Zum anderen geht man in erster Linie wohl dann in den Puff, weil man
entweder zeitweilig oder dauerhaft keine Sexpartnerin hat. Wer sich als
Puffgänger outet, steht somit schnell als Loser dar. Das war bei
denjenigen, die an der Abtreibungsaktion teilnahmen, nicht der Fall. Die
standen "nur" als Tabu-Brecherinnen dar.
Gruß, Jörg
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Lars am 01. August 2003 21:45:45:
Hallo Lars
Ich möchte die Institution der Prostitution nicht auch noch verteidigen und würde ein solches "Outing" ablehnen.
Das ist auch nur eine Institution der Gesellschaft und der Frauen, um die Männer erst finanziell auszubeuten und ihnen dann auch noch ein schlechtes Gewissen zu verschaffen.
Von mir aus sollten die Puffs abgeschaft werden.
Wenn man aber in Schweden die Opfer und nicht die Täterinnen bestraft, packt mich wegen des Beweises für völlige moralische Verkommenheit die Wut.
Gruß,
Andi
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Andi am 02. August 2003 13:03:27:
Hallo Lars
Ich möchte die Institution der Prostitution nicht auch noch verteidigen und würde ein solches "Outing" ablehnen.
Das ist auch nur eine Institution der Gesellschaft und der Frauen, um die Männer erst finanziell auszubeuten und ihnen dann auch noch ein schlechtes Gewissen zu verschaffen.
Von mir aus sollten die Puffs abgeschaft werden.
Wenn man aber in Schweden die Opfer und nicht die Täterinnen bestraft, packt mich wegen des Beweises für völlige moralische Verkommenheit die Wut.
Gruß,
Andi
Aha, die "Opfer" sind also die Puffgänger und die "Täterinnen" die Prostituierten. *LOL*
Ist ja echt voll lustig hier.
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von King Eri am 02. August 2003 13:28:04:
Hallo "King Eri"
Du findest also die Täter-Opfer-Zuordnung in Schweden richtig? Und demzufolge findest du auch die Bestrafung der Puffgänger in Schweden richtig? /*kopfschüttel/
Und hier findest Du es lustig?
Ist dir eigentlich noch zu helfen?
Und würde es überhaupt Sinn machen, dir zu helfen?
Ich glaube kaum.
PS: Schaff dir mal einen neuen Nick an. Deiner ist echt bescheuert.
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Andi am 02. August 2003 13:48:21:
Hallo "King Eri"
Du findest also die Täter-Opfer-Zuordnung in Schweden richtig? Und demzufolge findest du auch die Bestrafung der Puffgänger in Schweden richtig? /*kopfschüttel/
Und du meinst Puffgänger sind "Opfer"? Und Prostituierte sind "Täterinnen"? Die bestraft gehören? Warum?
Und hier findest Du es lustig?
Ist dir eigentlich noch zu helfen?
Und würde es überhaupt Sinn machen, dir zu helfen?
Ich glaube kaum.
Von dir brauche ich keine Hilfe.
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Andi am 02. August 2003 13:48:21:
Hallo "King Eri"
Du findest also die Täter-Opfer-Zuordnung in Schweden richtig? Und demzufolge findest du auch die Bestrafung der Puffgänger in Schweden richtig? /*kopfschüttel/
Ich halte sowohl die "schwedische" Sichtweise als auch Deine für abwegig.
Bei Prostitution gibt es doch weder Täter noch Opfer, sondern nur Anbieterinnen und Konsumenten.
Lars
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Odin am 01. August 2003 23:11:41:
Naja, man könnte doch mal vorschlagen, jeden Fixer zu verknüppeln und "Förderprogramme" für die Dealer anzubieten.
Der Vergleich hinkt jetzt aber schon ein bißchen: Dealer nutzen eine Krankheit ihrer Kunden - die Sucht - aus, wissend daß sie damit die Fixer nur noch tiefer reinreiten.
Ich finde bei Prostitution ist niemanden ein Vorwurf zu machen. Den Junden nicht, aber auch den Anbieterinnen nicht.
Von daher: EINE gute Sache hat diese Regierung schon doch auf den Weg gebracht: die Quasi-Anerkennung der Prostitution als Beruf, mit Sozialversicherung ect.
Ich finde es in Ordnung die Dienstleistung einer Prostituierten in Anspruch zu nehmen, aber ich finde es verfehlt, diese Frauen dann mit Dealern zu vergleichen und sich als ihr Opfer zu sehen.
Lars
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Lars am 02. August 2003 14:58:54:
Hallo Lars
Wir reden gerade aneinander vorbei. Ich bin wie Du der Meinung, dass es hier um Anbieter und Nachfrager handelt. Aber die Kosten/Nutzen-Verteilung ist sehr einseitig verteilt. Ein besserer Einstieg in eine Diskussion wäre nach meinem ersten Posting gewesen. Nachdem sich hier der Troll "King Eri" eingeschaltet hat, ist der Thread wohl tot und keine Diskussion mehr möglich.
Viele Grüße,
Andi
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Andi am 03. August 2003 11:07:49:
Hallo Andi!
Nachdem sich hier der Troll "King Eri" eingeschaltet hat, ist der Thread wohl tot und keine Diskussion mehr möglich.
Unabhängig davon, ob "King Eri" nun ein Troll ist oder nicht:
Trolle gibt es in den Internet-Foren immer wieder mal.
Man sollte sich durch sie nicht allzu sehr beeinflussen lassen.
Ignorieren ist da die bessere Alternative.
Wo kämen wir hin, wenn jede Diskussion augenblicklich erstarrt, nur weil
irgendein Spaßvogel aufgetaucht ist?
Gruß, Jörg
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von King Eri am 02. August 2003 14:27:49:
Und du meinst Puffgänger sind "Opfer"? Und Prostituierte sind "Täterinnen"? Die bestraft gehören? Warum?
Für mich der Sachverhalt "Sex gegen Geld" zunächst kein Opfer und kein Täterschema her. Sofern man meint, das ganze sei moralisch verwerflich dürfte es beide Seiten treffen.
Tatsächlich sehe ich aber Männer nicht sosehr unter moralischem Rechtfertigungsdruck, da man ihnen ja ständig unterstellt sie seien schwanzgesteuert. Man kann also kaum sagen, es wäre der schnöde Mammon, der sie antreibt.
Gruß
Manfred
Fehlerberichtigung: Für mich GIBT der Sachverhalt... o.T.
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Manfred am 03. August 2003 11:59:33:
Und du meinst Puffgänger sind "Opfer"? Und Prostituierte sind "Täterinnen"? Die bestraft gehören? Warum?
Für mich GIBT der Sachverhalt "Sex gegen Geld" zunächst kein Opfer und kein Täterschema her. Sofern man meint, das ganze sei moralisch verwerflich dürfte es beide Seiten treffen.
Tatsächlich sehe ich aber Männer nicht sosehr unter moralischem Rechtfertigungsdruck, da man ihnen ja ständig unterstellt sie seien schwanzgesteuert. Man kann also kaum sagen, es wäre der schnöde Mammon, der sie antreibt.
Gruß
Manfred
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Odin am 02. August 2003 00:40:49:
Na da wäre ich aber mal vorsichtig! Man vergesse bitte nicht, daß "die andere Seite" (hätte fast geschrieben: "die dunkle Seite der Macht" 
nicht sachlich und nicht fair argumentiert, und es auch gar nicht will.
Hier den Eindruck zu erwecken alle Männer gingen ins Puff könnte auch ein erwünschtes Vorurteil bestätigen. Massensuggestion, Verleumdungskamapagnen und Propaganda wollen gekonnt sein. Ich würde da nicht zu schnell schießen.
Schöne Güße
Manfred
Feminismus als Staatsideologie
Als Antwort auf: Prostitution in Schweden von Odin am 01. August 2003 20:20:32:
In diesem Thread wurde auf das Thema "Prostitution" fokkusiert, wie es ja auch in dem FAZ-Artikel der Fall ist. Der eigentliche Kernsatz des Artikels ist meiner Ansicht nach aber der folgende:
Frau Winberg spricht von einer feministischen Regierung" und Feminismus als Staatsideologie"
Zur Regelung der Prostitution haben die verschiedenen sozialdemokratischen Parteien Europas durchaus unterschiedliche Ansichten. In Deutschland z.B. unterstüzt das Familienministerium offen die Legalisierung dieses Gewerbes.
Einig hingegen sind die linken Parteien offensichtlich bei der Erhebung des Feminismus zur Staatsideoliogie. Traurig angesichts über 200 Jahren Aufklärung.
Gruß
Frederico
Heute in der FAZ:
Albernheit auf Sandkastenniveau"
Der Streit um Prostitution und eine Bestrafung der Sexkäufer" spitzt sich in Skandinavien zu
vL. STOCKHOLM, 30. Juli. Prostitution und der Kampf gegen sie beschäftigen die schwedische Öffentlichkeit. Kaum eine Tageszeitung hat nicht mindestens drei, vier Artikel täglich dazu. Als offenbar einziges Land der Erde hat die schwedische Gesetzgebung seit 1999 eine Regelung, die Finnland zu übernehmen erwägt: Die Prostituierte bleibt straffrei, der Sexkäufer" wird -auch mit Haft - bestraft. Die vergangenen Tage haben indes nicht nur die üblichen Berichte gebracht, etwa daß in Nordschweden künftig die Reichspolizei, nicht nur die örtliche Polizei gegen Prostitution vorgehen wolle, oder daß eine Bordellbesitzerin gegen ihre Verurteilung wegen Kuppelei zu vier Jahren Haft vor das Oberste Gericht ziehen will. Nein, nun geht es um schwerer wiegende oder bizarrere Vorkommnisse.
In Malmö wurde ein stellvertretender Provinzchef der Polizei bei einer Zufallskontrolle auf dem Hintersitz seines Dienstwagens zusammen mit einer Frau mit zweideutigem Beruf angetroffen. Die Verdachtsmomente seien, so der Staatsanwalt, der eine Voruntersuchung einleitete, gering". Das aber hielt Zeitungen nicht davon ab, Beruf und vollen Namen des Polizeibeamten zu nennen und ihn abzubilden. Dieser bestreitet ein Verbrechen", ließ sich aber beurlauben. Wie ernst dieses Vergehen in Schweden genommen wird, zeigte sich bei einem anderen Beamten: Als er nach einer Dienstreise im Ausland damit angab, eine Prostituierte besucht zu haben, wurde er entlassen.
Daß es schwedischen Politikern nicht nur um Ordnung im eigenen Land geht, zeigte die stellvertretende Ministerpräsidentin Margareta Winberg jetzt mit einem Brief an den Bürgermeister von Athen. Sie und fünf andere Minister für Gleichstellung aus dem Norden und den baltischen Ländern protestierten gegen das Vorhaben Athens, zu den Olympischen Spielen die Zahl der Bordelle zu erhöhen. Die dänische Ministerin für Gleichstellung, Henriette Kjaer, aber verweigerte ihre Unterschrift unter den offenen Brief. Sie hatte schon zur Amtsaufnahme gesagt, in Dänemark sei die Gleichberechtigung erreicht, für diesen Teil ihres Amtes werde sie sich daher mit gebremster Kraft einsetzen. Zum Brief ihrer schwedischen Kollegin sagte sie, das seien selbstgerechte Albernheiten auf Sandkastenniveau". Frau Winberg fragte daraufhin in den Spalten einer Boulevardzeitung Frau Kjaer, eine entschiedene Gegnerin der Prostitution, ob sie denn ihrer eigenen Tochter erlaube, ihren Körper verkaufen zu lassen. Der ewige Streit zwischen Dänemark und Schweden und ihren Politikern hat so ein neues Terrain erobert.
Die Sozialdemokratin Winberg gilt als Galionsfigur des Feminismus in Schweden, seitdem deren bisherige Sprecherin, die Linkspolitikerin Schyman, nach versuchtem Steuerbetrug ihre Ämter abgab. Frau Winberg spricht von einer feministischen Regierung" und Feminismus als Staatsideologie". Die Sozialdemokraten hatten auf ihrem letzten Parteitag Feminismus als Parteiziel festgelegt. Zu den Wunschlisten zählen Quoten für Frauen in Unternehmensführungen und eine Verschärfung der Diskriminierungsgesetze. Das Verbot des Sexkaufes aber betrachtete die Linke -Linkspartei, Umweltpartei und Teile der Sozialdemokraten - in den langen Debatten und Studien zum Gesetz 1999 als ein Hauptziel. Seitdem hat sich die Straßenprostitution vermindert - Viertel mit rotem Licht" gab es schon vorher kaum in Schweden -, nicht aber die Prostitution und auch nicht der Schmuggel von Frauen aus benachbarten baltischen und osteuropäischen Ländern nach Schweden, der auf 500 Frauen jährlich geschätzt wird.
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Prostitution in Schweden von Odin am 01. August 2003 20:20:32:
Ein paar Sätze zum Nachdenken!
Der schwedische Dichter Strindberg sagte einmal:
"Sich für ihre Gunst bezahlen zu lassen, ist eine Erfindung der Frau! In der Prostitution wird sie stundenweise bezahlt; in der Ehe ist sie fest angestellt!"
Männer die zu Prostituierten gehen, sind vermutlich finanziell nicht in der Lage, eine Frau längere Zeit zu finanzieren bzw. deren Ansprüche zu erfüllen. Dann gibt es noch die Männer, die aus verschiedenen Gründen wenig attraktiv für Frauen sind und keine andere Chance haben.
Vielleicht auch Männer, die vor einer Ehe zurückschrecken, in der sie nach dem Willen des Gesetzgebers total den Launen einer Frau bis zum finanziellen Ruin ausgeliefert sind.
Man darf dieses keinesfalls kriminalisieren.
Für Sex muß der Mann immer direkt oder indirekt zahlen; entweder an die Prostituierte, die Freundin oder an die Ehefrau, da sollte sich keiner selbst etwas vormachen!
Frauen nutzten Sex schon immer dazu, Männer auszubeuten oder nach ihrem Willen zu dressieren.
Die Feministinnen sehen durch das Angebot der käuflichen Liebe wohl nur ihr Sexmonopol gefährdet.
Traurig was in der Politik so alles diskutiert wird!
MfG
Realist
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Realist am 03. August 2003 23:57:06:
Für Sex muß der Mann immer direkt oder indirekt zahlen; entweder an die Prostituierte, die Freundin oder an die Ehefrau, da sollte sich keiner selbst etwas vormachen!
Stimmt nicht ganz. Ausnahmen bestätigen die Regel. Ich habe für meine ONS nicht einen Cent bezahlen müssen. Man(n) muss sich nur interessant und geheimnisvoll präsentieren und die Neugier wecken. Aber im Prinzip hast Du schon recht. Auch ich war verheiratet, auch ich habe nicht zu knapp Lehrgeld bezahlen müssen. Aber nie wieder!
Gruss,
Ferdi
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Lars am 01. August 2003 21:45:45:
Hallo Lars!
Hm, ich weiß nicht, ob solch ein Outing von Puff-Gängern da viel ändern würde. Schon um 1900 herum gab es Forderungen nach Abschaffung der Gesetze gegen Homosexualität, obwohl das Thema damals noch tabu war.
Auch die Ablehnung männlicher Homosexueller durch Frauen war damals noch gar nicht so ausgeprägt wie heute. Eben weil das damals ein Tabu-Thema war, das nur selten offen zur Kenntnis genommen wurde. Man hielt Homosexuelle für eine sehr kleine Minderheit und manche Leute sahen Homosexualität sogar als eine heilbare Geisteskrankheit an.
Je mehr dann darüber geredet wurde und je mehr klar wurde, daß es doch gar nicht so wenige Homosexuelle gibt und daß die ihre Sexualität keineswegs als Krankheit empfinden, sondern sie ausleben möchten, desto stärker wurde die weibliche Ablehnung. Wenn ich Frauen heute über das Thema reden höre, klingt das häufig nach regelrechter Homophobie. Manchmal spürt man da schon sowas wie Haß. Kaum etwas gilt als so unmännlich wie männliche Homosexualität. Viele Männer haben sich dem mittlerweile angepaßt, indem sie auch schon so etwas wie Homophobie entwickelt haben und alles tun, um auch ja nicht von Frauen als "schwul" eingestuft zu werden. Und das mit Recht, denn es gibt viele Frauen, die jede Bewegung von Männern, jede Äußerung, jedes Detail der Kleidung argwöhnisch dahingehend abchecken, ob der Typ vielleicht schwul sein könnte. Männer in typischen Frauenberufen werden auch häufig als schwul hingestellt. Das alles gab es so früher nicht.
Homosexualität ist jedenfalls heute nur für Frauen "in". Manche männlichen Homo- oder Bi-Sexuellen mögen ja auch Spaß daran haben, ihre sexuelle Orientierung offen zu zeigen, aber nur, weil sie Frauen nicht unbedingt brauchen. Heterosexuelle Männer dagegen sind auf die weibliche Gunst angewiesen und vermeiden deshalb alles, was ihnen den Ruf einer "Schwuchtel" einbringen könnte.
Ich glaube, daß so ein groß angelegtes Outing von Puff-Gängern denselben Effekt hätte. Mit Puff-Besuchen durch Männer haben Frauen nämlich ein sehr ähnliches Problem wie mit männlicher Homosexualität. Beides wird als lästige Konkurrenz empfunden, die bekämpft werden muß.
Dazu kommt noch, daß so mancher Puff-Gänger keineswegs solo ist und nur in den Puff geht, weil die werte Gattin seit Jahren Dauer-Migräne hat oder nicht bereit ist, im Bett mehr zu tun als reglos auf dem Rücken zu liegen. Oder weil er genau weiß, daß er ihr mit seinen geheimen Fantasien gar nicht erst zu kommen braucht. Dafür hat die Gesellschaft auch weit weniger Verständnis als für fremdgehende Frauen.
Aber der wesentliche Punkt dabei ist, daß Prostitution für Berufs-Feministinnen einfach ein Alibi-Thema ist. Die Gleichberechtigung der Frau ist längst erreicht. Wie sollen Berufs-Feministinnen nun also weiterhin ihre berufliche Existenzberechtigung nachweisen? Einfach, indem sie ein Thema aufgreifen, daß sich einerseits leicht in die Rubrik "Unterdrückung der Frau" reinstopfen läßt, bei dem andererseits aber kaum Aussicht auf Erfolg besteht. Prostitution und Pornographie sind da ideal. Beides beruht auf uralten menschlichen (nicht nur männlichen!) Instinkten, die sich in nächster Zukunft ganz sicher nicht ausrotten lassen. So kann man davon ausgehen, daß alle Gesetze und Verbote da nicht viel erreichen werden. In den USA zeigt sich ja auch deutlich, daß die offizielle Prüderie nur bewirkt, daß es inoffiziell umso ungehemmter zur Sache geht. Mit Prostitution und Pornographie haben Berufs-Feministinnen also ein Betätigungsfeld gefunden, daß sie garantiert für alle Zeiten beschäftigen kann.
Problematisch ist dabei natürlich, daß sie dabei auch von Frauen starken Gegenwind bekommen. Nämlich von den Frauen, die mit Pornos oder Prostitution gutes Geld verdienen. Um das etwas abzuschwächen, machen sich in Schweden eben nur die Freier strafbar. Zwar dürften die Prostituierten darüber auch nicht gerade begeistert sein, weil so einige Kunden ausbleiben. Die verbliebenen Kunden kann frau nun aber besser abzocken, denn diese Männer lassen sich ja nun prima mit der Drohung, sie bei der Polizei anzuzeigen, gefügig machen. Das beruhigt manche Prostituierte vielleicht wieder.
Der ganze Hokuspokus wird erst verschwinden, wenn auch dem letzten Deppen klar ist, daß die Gleichstellung der Frau längst erreicht ist und Berufs-Feministinnen somit flüssiger als flüssig sind.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von King Eri am 02. August 2003 14:27:49:
Hallo King Eri!
Eigentlich hab ich's nicht so mit Religion und auch nicht mit Schlagermusik. Aber in den 80ern gab es ein Lied (von Nino de Angelo, wenn ich mich recht erinnere), das mich wirklich beeindruckt hat und in dessen Text folgende Passage vorkam:
"Wenn man für Liebe bezahlen muß,
nur, um einmal zärtlich zu sein,
dann haben wir umsonst gelebt.
...Dann sind wir jenseits von Eden."
Denk mal drüber nach.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Prostitution in Schweden
Als Antwort auf: Re: Prostitution in Schweden von Lars am 02. August 2003 14:58:54:
Ich halte sowohl die "schwedische" Sichtweise als auch Deine für abwegig.
Bei Prostitution gibt es doch weder Täter noch Opfer, sondern nur Anbieterinnen und Konsumenten.
--Richtig Lars, die allermeisten Prostituierten tun das frewillig, weil sie damit eben gute Kohle verdienen, basta und die Männer gehen dort hin, weil sie dort so sein dürfen, wie sie sind und sich ihrer sexuellen Wünsche nicht schämen müssen und sich nicht schlecht fühlen dafür!
Dieses pseudomoralische Getue egal auf welche Kosten finde ich lächerlich und arrogant!
Gruss
Jolanda