Action-Girls in Film und Fernsehen
Jörg, Tuesday, 29.07.2003, 21:09 (vor 8226 Tagen)
Hallo,
bei Spiegel Online befindet sich ein Artikel über die Kino-Amazone
Kristanna Loken (sie spielt den Roboter "Terminatrix" in "Terminator 3"
und tritt dort gegen Arnold Schwarzenegger an).
Im weiteren Sinne behandelt dieser Artikel das Phänomen der immer zahl-
reicher werdenden Action-Girls und Fighter-Frauen in Film und Fernsehen
(war hier im Forum vor kurzem mal Thema gewesen).
Gruß, Jörg
Leinwand-Femienismus oder männl. Amazonen-Fantasien?
Lars, Friday, 01.08.2003, 16:40 (vor 8223 Tagen) @ Jörg
Als Antwort auf: Action-Girls in Film und Fernsehen von Jörg am 29. Juli 2003 18:09:56:
Ich bin überzeugt davon, daß die Actiongirl-Welle weniger mit den Errungenschaften der Frauenbewegung zu tun hat, als vielmehr mit erotischen Vorstellungen von Männern.
Frauen gucken sich i. d. R. keine Actionfilme an, egal ob mit Frau in der Hauptrolle oder nicht. Und in Hollywood geht es nicht um Ideologien, sondern ganz nüchtern um Geld. Actiongirlfilme gibt´s nur, weil Männer sie sehen wollen. Und auch die Erfinder der Actiongirl-Charaktere und die Filmproduzenten sind Männer.
Ich würde sogar so weit gehen zu sagen: Die Frauenbewegung war nur der politisch korrekte VORWAND, um die früher immer etwas verpönt-anrüchigen (weil SM-verdächtigen)Actiongirl-Fantasien vieler Männer endlich auf die Leinwand zu bringen, angefangen etwa mit einigen James-Bond-Filmen der der 70er (hier arbeiteten die Actiongirls i. d. R. für den Bösen), dann mit "Ltn. Rippley", "Red Sonja"" ect. - Aber schon vorher hatte es Actiongirls in Superheldinnen-Comics ("Superwomen" ect.) gegeben.
Mir fallen auch noch die Fantasy-Rollenspiele ein ("Mittelerde", "Das Schwarze Auge", "Dungeons & Dreagons"). In den Spielheften, auch schon in den älteren aus den 80ern, wimmelt es nur so von verwegen dreinblickenden Schönheiten in unrealistischen bauchfreien (!) Rüstungen und mit wehendem Haar. Die Spiele werden nur selten von Frauen gespielt, und Alice S. würde beim durchblättern der Hefte wohl doch gemischte Gefühle haben *g*
Re: Leinwand-Femienismus oder männl. Amazonen-Fantasien?
Garfield, Friday, 01.08.2003, 17:39 (vor 8223 Tagen) @ Lars
Als Antwort auf: Leinwand-Femienismus oder männl. Amazonen-Fantasien? von Lars am 01. August 2003 13:40:17:
Hallo Lars!
Das sehe ich auch so. Lara Croft beispielsweise verdankt ihre Popularität fast ausnahmslos Männern. Männer waren es, die massenweise die "Tombraider"-Spiele gekauft haben, und es sind mit Sicherheit auch mehrheitlich Männer, die die "Tombraider"-Filme sehen, so platt sie auch immer sein mögen.
Vielleicht steckt dahinter einfach die Sehnsucht vieler Männer nach einer Partnerin, die nicht nur Geliebte, sondern Kameradin in allen Lebenslagen ist, mit der man buchstäblich Pferde stehlen kann. Eben eine Partnerin, die nicht zimperlich ist und sich nicht in die Rolle des passiven Weibchens zurückzieht, das beschützt und ernährt werden muß.
Und das ist auch wieder ein Indiz dafür, daß Männer keineswegs Angst vor den sogenannten "starken Frauen" haben, sondern daß sich viele Männer solche Frauen sogar wünschen und sich, da sie sie im realen Leben offenbar nur selten finden, dann in die Scheinwelten von Filmen und Computerspielen flüchten.
Freundliche Grüße
von Garfield