Gleichstellungsbeauftragte beginnt mit "Männerarbeit"
"Männerarbeit" beginnt viel versprechend
Gleichstellungsbeauftragte Anette Klaas für neues Konzept gelobt / Seminare zeigen nachhaltige Wirkung
Waldshut-Tiengen. Für Mädchen und Frauen hat die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, Anette Klaas, schon einiges geleistet. Eine neue Säule in der Gleichstellungsarbeit ist seit einiger Zeit die "bewusste Männerarbeit".
Mit Seminaren und Vorträgen im Kreis Waldshut konnten im Jahr 2002 über 100 Personen angesprochen werden, oft mit nachhaltiger Wirkung.
Wichtiges Thema war dabei die Sozialisation, also die Entwicklung, durch die der Mensch zur gesellschaftlich handlungsfähigen Persönlichkeit wird. Auch die Reflexion, das kritische Nachdenken über grundsätzliche Fragen, wurde thematisiert.
Mmmh. Etwas schwammig formuliert. Heißt das, über 100 Männer wurden darin unterrichtet, gesellschaftlich handlungsfähige Persönlichkeiten zu werden? D.h. frauenkompatibel? Eine euphemistische Umschreibung dessen, was uns gemeinhin als Dressur bekannt ist? Leider lässt uns der Autor hier im Ungewissen.
Anette Klaas berichtete vor dem Sozial- und Gesundheitsausschuss des Landkreises über ihre Tätigkeit als Gleichstellungsbeauftragte. Diesen Job übt die 37-jährige Diplom-Pädagogin bereits seit über drei Jahren aus, wobei in den Jahren davor vor allem die Arbeit für Frauen und Mädchen im Mittelpunkt stand und die Stelle folglich noch die Bezeichnung "Frauenbeauftragte" trug.
Die Kreisräte und Landrat Dr. Bernhard Wütz lobten Anette Klaas' Arbeit. "Wir haben unsere Sichtweise mittlerweile auch auf die Männer fokussiert. Man kann die Problematik der Geschlechter nicht gleichschalten und sie unter gesellschaftspolitischen Aspekten trennen", so Anette Klaas. Die "bewusste Männerarbeit" stecke allerdings noch in den Kinderschuhen, die Aufklärungsarbeit müsse mit weiteren Informationsveranstaltungen und Beratungen fortgesetzt werden.
Beim Thema "Väter in der Elternzeit" gab es zum Beispiel eine sehr hohe Nachfrage. Ziel ist es, mit Hilfe anderer Männergruppen in Deutschland ein Netzwerk aufzubauen, um so die nötigen Erfahrungswerte zu sammeln. Die beiden weiteren Säulen im Arbeitsfeld von Anette Klaas sind Frauenförderung und "Gender Mainstreaming". Letzteres bedeutet die Soziale Gleichstellung der Geschlechter.
Für die nähere Zukunft geplant sind unter anderem Themen wie Männergesundheit, Ein-Eltern-Familie, Frauen in der Kommunalpolitik oder die Deutsch-Schweizer Frauenbewegung.
Von Marcel Knobloch
Immerhin "Männergesundheit". Ein lobenswerter Anfang, der uns über die üblichen Gleichstellungsbeauftragtenbelanglosigkeiten hinwegsehen lässt (wen zum Teufel interessiert die Deutsch-Schweizer Frauenbewegung?). Lässt sich hier ansatzweise so etwas wie Bewusstsein für Männerprobleme herauslesen, oder bin ich da zu optimistisch? Man wird sehen.