Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

Lars, Wednesday, 09.07.2003, 17:59 (vor 8246 Tagen)

In den späten 80ern und den frühen 90ern sah es doch überall so aus, als stoße der Feminismus bei Frauen, die nach 1965 geboren waren, nicht mehr auf Interesse. Die genossen einfach die Möglichkeiten, die ihnen ihre liberalen 68er-Mütter (und -Väter!) geschaffen hatten, waren "froh, daß ich ein Mädchen bin" und wollten sozusagen nichts zu tun haben mit prüden, sauertöpfischen und schlecht angezogenen Bewegungs-Frauen in den Wechseljahren. Die damals naheliegende Zukunftsprognose war doch die, daß der Femininismus von der Bildfläche verschwindet und sich in der Gesellschaft eine unverkrampfte Geschlechter-Balance einpendelt.

Heute aber glaube ich, daß dieser Eindruck oberflächlich war: Die jungen Frauen der Nach-"Emma"-Generation sind bloß weniger politisch interessiert und mehr Spaß-orientiert (wie die jetzige junge Generation ja insgesamt), d. h. sie haben kein Bock auf Manifeste-lesen und im-Regen-demosntrieren, lassen sich gerne in sexy Kleidung anhimmeln und würden einen Brad Pitt nicht von der Bettkante stoßen. ABER: Die feministischen Medienklischees, sie seien die besseren Menschen, alles müsse von der weiblichen Perspektive aus beurteilt werden und die ganze Welt müsse sich um sie drehen haben (freilich ohne die politische Rethorik) haben sie 100&ig verinnerlicht. Ich hab das im Bekanntenkreis erlebt. Da gaben Frauen, die ich beisher für ganz normal gehalten habe, so ganz nebenbei Dinge zum Besten wie "Männer haben ja nunmal das höhere Aggressionspotential", "Männer sind ja oft weniger beziehungsfähig", "sie können Streßsituationen schlechter bewältigen", "sexuelle Perversionen treten zu 99% bei Männern auf" ect ect. die ganze Palette eben.

Mir scheint, da verbindet sich der neue, unpolitische "Girl-Power"-Feminismus mit dem uralten Prinzessinnen-Gehabe. Und aus dieser gemengelage heraus sind solche Frauen dann, wenn sie an die Uni kommen aufeinmal auch wieder überraschend empfänglich für feministisches Vokabular (solange daraus für sie kein Politik- und Theorie-Aufwand erwächst, versteht sich *g*)

Zumindest hat ein typisches Partygirl aus meinem Bekanntenkreis, seitdem sie Journalistik studiert (wegen Lifestylemagaziene), auf einmal das ganze "Sexismus"-Gefluche drauf. (Aber wehe, ein Typ beachtet sie auf der Party nicht, dann schmollt sie den ganzen Abend...)

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

Sam, Wednesday, 09.07.2003, 18:59 (vor 8246 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Lars am 09. Juli 2003 14:59:05:

Mir scheint, da verbindet sich der neue, unpolitische "Girl-Power"-Feminismus mit dem uralten Prinzessinnen-Gehabe.

Sehe ich ähnlich. Viele junge Frauen wollen heute am liebsten alles gleichzeitig haben und alles gleichzeitig sein. Eben deshalb finde ich den Trailer für "Charlie's Angels" auch so typisch, weil er genau das zeigt: Die Frau als Rollen-Chamäleon. Jede Notwendigkeit der Festlegung oder Entscheidung wird als bösartige Einschränkung der persönlichen Entfaltung verstanden und ist demnach Teil eines unterdrückerischen Systems, das die "weibliche Selbstverwirklichung" behindert.

Ich denke, man kann diesen Frauen nur immer wieder sagen, dass der Versuch, alles gleichzeitig zu haben, scheitern muss. Denn die Grenzen, an die sie dabei stoßen, sind nicht die der Gesellschaft. Es sind ihre eigenen.

Sam

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

Jolanda, Wednesday, 09.07.2003, 19:35 (vor 8246 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Sam am 09. Juli 2003 15:59:35:

Lieber Sam,

Ich denke, man kann diesen Frauen nur immer wieder sagen, dass der Versuch, alles gleichzeitig zu haben, scheitern muss. Denn die Grenzen, an die sie dabei stoßen, sind nicht die der Gesellschaft. Es sind ihre eigenen.

---Sehr treffend beschrieben, Kompliment :-)

Es grüsst dich
Jolanda

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

Manfred, Wednesday, 09.07.2003, 19:44 (vor 8246 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Sam am 09. Juli 2003 15:59:35:

Ich denke, man kann diesen Frauen nur immer wieder sagen, dass der Versuch, alles gleichzeitig zu haben, scheitern muss.

Das ist richtig, aber es wird nicht reichen!

Denn die Grenzen, an die sie dabei stoßen, sind nicht die der Gesellschaft. Es sind ihre eigenen.

Doch ich glaube schon, daß es auch die Grenzen der Gesellschaft sind. Speziell die Grenzen der Männer da die Gesellschaft ja nur aus zwei Geschlechtern besteht. Das was wir hier als Feminismus oder Sexismus beklagen, ist doch in seiner Summe betrachtet nichts anderes als Parasitismus der höchsten Vollendung. Und natürlich stirbt der Parasit wenn er keinen Wirt mehr vorfindet, aber letzterer stirbt eben oftmals zuerst.

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

Manfred, Wednesday, 09.07.2003, 19:54 (vor 8246 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Jolanda am 09. Juli 2003 16:35:03:

Ich glaube nicht, daß Frauen allzuoft an ihre wirklichen Grenzen stoßen. Wenn, dann sind es die Grenzen des Willens, der Einsicht, der Selbstdisziplin etwas ausnahmsweise selber erreichen zu wollen. Die Grenzen des Könnens im allgemeinen sehe ich meist nicht mal angekratzt. Aber warum auch die Treppe hochgehen, wenn schon in jeder ein Schleimer darauf wartet, die Dame emportragen zu dürfen.
Tatsächlich halte ich vom Können und den Fähigkeiten der Frau im allgemeinen nicht viel. Nicht mehr, seit ich beobachte was die letzten 20 Jahre in Sachen Feminismus läuft. Aber das muß nicht bedeuten, daß da kein Potential vorhanden wäre. Dieses weckt man aber nicht durch Quoten, sondern durch Willen und sowas wie "Sportsgeist" der auch mal eine Herausforderung wirklich annimmt (ja, klingt lächerlich, ich weiß).

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

Anabasis, Wednesday, 09.07.2003, 20:20 (vor 8246 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Manfred am 09. Juli 2003 16:54:41:

Hallo Manfred,

Tatsächlich halte ich vom Können und den Fähigkeiten der Frau im allgemeinen nicht viel. Nicht mehr, seit ich beobachte was die letzten 20 Jahre in Sachen Feminismus läuft.

Und das Können der Männer? Da hatten wir eine schicke Arbeiterbewegung, die zum Subventionsgeier mutierte. Präziser:
- ein Kohle-Kumpel wäre bescheuert oder ein Heiliger, wenn er nicht für seine Subventionen demonstriert. Er wäre bescheuert, wenn er nur etwas in sein Hirn lässt, dass schlechtes Gewissen macht. Da müssen sich schon die Ausgemolkenen selbst in’s Zeug legen.
=> Für Fun-Frauen ist das im Prinzip das gleiche. Ist vielleicht auch eine geistige Herausforderung, andere so zu beklauen, dass sie es noch gut finden?

Dieses weckt man aber nicht durch Quoten, sondern durch Willen und sowas wie "Sportsgeist" der auch mal eine Herausforderung wirklich annimmt.

So isses!

Gruß Anabasis

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

gaehn, Wednesday, 09.07.2003, 22:11 (vor 8246 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Manfred am 09. Juli 2003 16:54:41:

Ich glaube nicht, daß Frauen allzuoft an ihre wirklichen Grenzen stoßen. Wenn, dann sind es die Grenzen des Willens, der Einsicht, der Selbstdisziplin etwas ausnahmsweise selber erreichen zu wollen. Die Grenzen des Könnens im allgemeinen sehe ich meist nicht mal angekratzt. Aber warum auch die Treppe hochgehen, wenn schon in jeder ein Schleimer darauf wartet, die Dame emportragen zu dürfen.
Tatsächlich halte ich vom Können und den Fähigkeiten der Frau im allgemeinen nicht viel. Nicht mehr, seit ich beobachte was die letzten 20 Jahre in Sachen Feminismus läuft. Aber das muß nicht bedeuten, daß da kein Potential vorhanden wäre. Dieses weckt man aber nicht durch Quoten, sondern durch Willen und sowas wie "Sportsgeist" der auch mal eine Herausforderung wirklich annimmt (ja, klingt lächerlich, ich weiß).

wenn man den feminismus an und für sich betrachtet hast du sicherlich recht. aber das lässt sich nicht auf frauen verallgemeinern, es gibt durchaus frauen mit sportsgeist.
das problem was du ansprichst, ist etwas was vor allem mit der moderne und den wohlfahrtsstaaten zu tun hat. quoten etc. sind nichts weiter als die auswüchse einer unnatürlichen entwicklung (und damit meine ich eigentlich alle quoten). das ganze führt aber letzten endes in den untergang des wohlfahrtsstaates, weil kein staat dadurch überlebt das schwache künstlich zu stärken und das starke künstlich zu schwächen.

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

Manfred, Wednesday, 09.07.2003, 22:40 (vor 8246 Tagen) @ gaehn

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von gaehn am 09. Juli 2003 19:11:25:

...weil kein staat dadurch überlebt das schwache künstlich zu stärken und das starke künstlich zu schwächen.

Eben, es geht längst nicht nur um den Wohlfahrtsstaat. Es geht um den Staat als konstruktiven gesellschaftlichen Überbau überhaupt.

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

Sam, Wednesday, 09.07.2003, 23:01 (vor 8246 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Jolanda am 09. Juli 2003 16:35:03:

Lieber Sam,

Ich denke, man kann diesen Frauen nur immer wieder sagen, dass der Versuch, alles gleichzeitig zu haben, scheitern muss. Denn die Grenzen, an die sie dabei stoßen, sind nicht die der Gesellschaft. Es sind ihre eigenen.

---Sehr treffend beschrieben, Kompliment :-)
Es grüsst dich
Jolanda

Danke :-)

Sam

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

Sam, Wednesday, 09.07.2003, 23:03 (vor 8246 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Manfred am 09. Juli 2003 16:54:41:

Ich glaube nicht, daß Frauen allzuoft an ihre wirklichen Grenzen stoßen. Wenn, dann sind es die Grenzen des Willens, der Einsicht, der Selbstdisziplin etwas ausnahmsweise selber erreichen zu wollen.

Na gut, dann sagen wir: Es ist der aussichtslose Versuch, verschiedene Wünsche/Bedürfnisse gleichzeitig zu erfüllen, die einander widersprechen oder ausschließen. Dass dies niemals gelingen kann, wird nicht erkannt, sondern "den Männern", "dem Patriarchat" usw. angelastet. Eine egozentrische und - wie schon oft geschrieben - infantile Haltung.

Sam

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

gaehn, Wednesday, 09.07.2003, 23:26 (vor 8246 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Manfred am 09. Juli 2003 19:40:34:

...weil kein staat dadurch überlebt das schwache künstlich zu stärken und das starke künstlich zu schwächen.

Eben, es geht längst nicht nur um den Wohlfahrtsstaat. Es geht um den Staat als konstruktiven gesellschaftlichen Überbau überhaupt.

mhm dieses desaster namens überalterung spricht bände. und das ist auch der grund warum ich glaube, das sich der wohlfahrtsstaat nirgends noch sehr lang halten kann bzw. der gesellschaftliche überbau ;):

http://www.destatis.de/basis/d/bevoe/bev_svg2.htm

irgendwann, wird die regierung dem volk folgendes sagen müssen:

"es ist eine illusion zu glauben, das die rente finanzierbar sein könnte indem man ausgaben und einnahmen umschichtet. das ganze geht nur über kinder und die haben wir nicht. die rente wird gestrichen."

schau dir japan. das land mit der höchsten bevölkerungsalterung. die stecken in einer riesigen wirtschaftskrise, ich bin mir ziemlich sicher das sie da auch nicht mehr so einfach rauskommen.

Schöne Grüße,
Manfred

grüsse

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

Manfred, Wednesday, 09.07.2003, 23:55 (vor 8246 Tagen) @ gaehn

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von gaehn am 09. Juli 2003 20:26:22:

"es ist eine illusion zu glauben, das die rente finanzierbar sein könnte indem man ausgaben und einnahmen umschichtet. das ganze geht nur über kinder und die haben wir nicht. die rente wird gestrichen."

Der Nachwuchs ist eine unverzichtbare Säule im Rentensystem. Aber um den zu haben, müssen die rahmenbedingungen insgesamt andere sein. Besser und stabiler vor allem. Menschen die nicht mal eine Perspektive für sich selber sehen, setzen nunmal weniger Kinder in die Welt. Weniger Kinder rauben uns die Perspektive. Soweit ein Teufelskreis. Aber nicht nur die geringe Geburtenquote raubt uns die Perspektive, sondern es sind noch andere Dinge (sehr komplexe, politische, gesellschaftliche)
Wir sind zu unseren eigenen gesellschaftspolitischen Versuchkaninchen geworden und im Moment schauts so aus als würde der Versuch mißlingen ;-)

Allerdings würde ich die Genderproblematik nicht zusehr mit der Rentenproblematik vergleichen wollen.

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

Jörg, Thursday, 10.07.2003, 00:04 (vor 8246 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Manfred am 09. Juli 2003 20:55:11:

Der Nachwuchs ist eine unverzichtbare Säule im Rentensystem. Aber um den zu haben, müssen die rahmenbedingungen insgesamt andere sein. Besser und stabiler vor allem. Menschen die nicht mal eine Perspektive für sich selber sehen, setzen nunmal weniger Kinder in die Welt.

Nach dem, was ich gelesen habe, ist es genau umgekehrt:

Viele Kinder werden insbesondere in schwierigen Zeiten, z. B. in
Kriegszeiten, geboren (Arterhaltungstrieb).

Gruß, Jörg

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

MAnfred, Thursday, 10.07.2003, 00:11 (vor 8246 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Jörg am 09. Juli 2003 21:04:30:

Nach dem, was ich gelesen habe, ist es genau umgekehrt:
Viele Kinder werden insbesondere in schwierigen Zeiten, z. B. in
Kriegszeiten, geboren (Arterhaltungstrieb).
Gruß, Jörg

Ich sprach gar nicht von schweren Zeiten, sondern von Perspektivlosigkeit. Das muß nicht zwingend das gleiche sein. Grade im krieg der zweifellos eine "schwere Zeit" ist hat doch eventuell eine rosige perspektive: den Frieden, "es kann nur besser werden". Aber ich bin kein Soziologe, zu weit will ich mich da nicht aus dem Fenster lehnen.

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

gaehn, Thursday, 10.07.2003, 00:13 (vor 8246 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Jörg am 09. Juli 2003 21:04:30:

Der Nachwuchs ist eine unverzichtbare Säule im Rentensystem. Aber um den zu haben, müssen die rahmenbedingungen insgesamt andere sein. Besser und stabiler vor allem. Menschen die nicht mal eine Perspektive für sich selber sehen, setzen nunmal weniger Kinder in die Welt.

Nach dem, was ich gelesen habe, ist es genau umgekehrt:
Viele Kinder werden insbesondere in schwierigen Zeiten, z. B. in
Kriegszeiten, geboren (Arterhaltungstrieb).

dem kann ich nur zustimmen. das problem ist, das menschen in einem staat der ihnen vorgaukelt alles zu tun (z.b. auch die rente zu erhalten), anfangen zu glauben dem wäre wirklich so.
ein beispiel, vor 200 jahren gabs keine rente und der junge mann und die junge frau wussten ganz genau das wenn sie nicht bald 5 bis 7 kinder zeugen, sie in 30 jahren nicht mehr zu futtern haben.
ebenso war es mit landstreichern, solange es keine armenhäuser gab musste sich jeder um die armen kümmern und spenden. dann kamen die armenhäuser und die menschen verlernten, die zusammenhänge zu erkennen. genauso ist es mit der rente, der mensch hat verlernt zu begreifen das er immer nur die aktuelle generation ernährt nicht sich selbst.
und genau hier liegt auch das problem des feminismus, sobald die frauen anfangen zu glauben jemand anderes wäre für ihre kinder verantwortlich oder sie müssten gar keine mehr bekommen, dann resultiert das aus blankem unverständnis für die zusammenhänge.
deswegen ist es auch markant für den feminismus völlig undankbar zu sein, anstatt zu erkennen das männer einen riesigen teil für dieses system beigetragen haben welches es frauen erlaubt sich auszuleben, trampeln sie auf uns herum. doch es wird sich rächen.
niemand, kann z.b. die phyisk leugnen, irgendwann fällt die person auf die schnauze und bricht das genick muahaha :-).

Gruß, Jörg

gruss sebastian

Gegen den Wohlfahrtstaat wollte ich damit eigentlich nichts gesagt haben!

Lars, Thursday, 10.07.2003, 01:40 (vor 8246 Tagen) @ gaehn

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von gaehn am 09. Juli 2003 19:11:25:

das problem was du ansprichst, ist etwas was vor allem mit der moderne und den wohlfahrtsstaaten zu tun hat. quoten etc. sind nichts weiter als die auswüchse einer unnatürlichen entwicklung (und damit meine ich eigentlich alle quoten). das ganze führt aber letzten endes in den untergang des wohlfahrtsstaates, weil kein staat dadurch überlebt das schwache künstlich zu stärken und das starke künstlich zu schwächen.

Schöne Grüße,
Manfred

Moment: Als Überleitung zu einer allgemeinen Kritik am Wohlfahrtsstaat wollte ich mein Posting NICHT verstanden wissen!

MIR ging es um die selbstgefällige "Ich-gehöre-dem-besseren-Geschlecht-an"-Haltung vieler junger Frauen.

Mit dem Wohlfahrtstaat hat das erstmal gar nichts zu tun. Viele gut situierte Feministinnen teilen in Fragen der Sozialpolitik - solange es eben nicht um das eine Thema Männer vs. Frauen geht - doch selber die schicke neoliberale "Jeder-muß-selber-sehen-wo-er-bleibt!"-Haltung und interessieren sich besipielsweise überhaupt nicht für die Belange von Arbeitnehmerinnen im unteren Lohnspektrum oder Sozialhilfeempfängerinnen.

Ich selber finde, daß der Wohlfahrtsstaat durchaus notwendig ist, um gegenüber dem freien Spiel der Marktkräfte für einen gewissen sozialen Ausgleich zu sorgen, und daß er gegen die derzeitige neoliberale Demontage verteidigt werden sollte. Insbesondere finde ich die sozialdarwinistische Argumentation, Staaten dürften, wenn sie "am Leben" bleiben wollten, die Schwachen nicht künstlich stärken, bedenklich. Ist es nicht vielmehr so, daß sich Staaten nur dadurch legitimieren können?

(Und ich bin auch nicht in jeder Situation gegen Quoten: In den 70er Jahren, als Politik noch ein reiner Männerbetrieb war, in dem Frauen sich - warum auch immer - überhaupt nicht behaupten konnten, war die Forderung nach einer Mindestrepräsentation (natürlich nicht 50:50!) in der Politik, um den Frauen eine öffentliche Stimme zu geben und jungen Politikerinnen in spe ein paar Vorbilder zu geben, ZUNÄCHST sinnvoll. Das Problem ist nur, daß im Zuge der immer weitergehenden Integration von Frauen in Politik und Wirtschaft die Quoten nicht als überholtes Provisorium ad acta gelegt, sondern im Gegenteil immer weitergehende Quoten und zwar auf Dauer gefordert und durchgesetzt wurden.)

Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage

Lars, Thursday, 10.07.2003, 01:59 (vor 8246 Tagen) @ gaehn

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von gaehn am 09. Juli 2003 20:26:22:

"es ist eine illusion zu glauben, das die rente finanzierbar sein könnte indem man ausgaben und einnahmen umschichtet.

Wieso?

Die Produktivität in den entwickelten Volkswirtschaften steigt ständig, d. h. dank verbesserter Technik können immer weniger Hände immer größere Werte schaffen. Eine gerechtere Verteilung dieser Werte vorausgesetzt müßte also trotz Überalterung die Rente finanzierbar bleiben.

Es ist doch pervers: Durch Produktivitätsfortschritte werden immer mehr Arbeitskräfte "freigesetzt" und gleichzeitig debattiert man darüber, daß die, die noch Arbeit haben, länger arbeiten sollen!

Der Punkt: Die Politiker, die das vorschlagen, wissen selber ganz genau, daß die betreffenden Arbeitnehmer sich so lange gar nicht im Betrieb halten können. Es geht doch nur darum, ihnen beim Ausscheiden aus dem Arbeitsprozeß mit Hinweis auf die nunmehr längere Soll-Lebensarbeitszeit die Rentenbezüge zu kürzen.

Re: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage

Manfred, Thursday, 10.07.2003, 02:21 (vor 8246 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage von Lars am 09. Juli 2003 22:59:14:

Es ist doch pervers: Durch Produktivitätsfortschritte werden immer mehr Arbeitskräfte "freigesetzt" und gleichzeitig debattiert man darüber, daß die, die noch Arbeit haben, länger arbeiten sollen!

Und dennoch fürchte ich, daß es genauso kommen muß. Bei all der Komplexheit des Themas kommt man aber doch um eine harte Erkenntnis nicht herum:

Wohlstand wird primär durch Arbeit erzeugt, nicht durch Geld. Letzteres ist nur ein Hilfsmittel um den erarbeiteten Wohlstand bequemer und besser zuteilen zu können. Und was Arbeit betrifft, haben wir in Deutschland (wie wohl überall auf der Welt) genug davon! Es lohnt sich nur nicht mehr sie durchzuführen, weil sie (insebsondere wegen der hohen Lohnnebenkosten) unrentabel teuer geworden ist.
Vielleicht eine bittere Pille, aber ich bin sicher: in Deutschland muß Arbeit billiger werden, oder es muß -gleichbedeutend- für genausoviel Geld wieder mehr gearbeitet werden.

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

Jolanda, Thursday, 10.07.2003, 02:33 (vor 8246 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Manfred am 09. Juli 2003 16:54:41:

Hallo Manfred

Ich muss mir echt angewöhnen mich klarer auszudrücken :-)

Ich wollte damit nicht aussagen, dass die Frauen zu dumm sind oder zu unqualifiziert. Wenn sie wirklich wollen, dann können sie alles schaffen, aber dann müssen sie auch bereit sein, den genau gleich harten Weg zu gehen, wie das auch jeder Mann machen muss, wenn er Karriere machen will.

Es kommt mir oftmals so vor, als wenn Karriere machen bei einem Mann so was ist, wie toller Job, viel Kohle, gutes Leben und bei einer Frau eher, Verzicht, Stress, Doppelbelastung, etc.

Ich denke aber, es ist für jeden gleich hart. Ich kann mir gut vorstellen, dass so mancher junge Vater gerne mehr Zeit hätte für seine Kinder. Und diese Verantwortung für Frau und Kinder und sich selbst, moralisch und auch finanziell, das kann ganz schön Druck machen.

Frauen setzen sich selbst Grenzen, wenn sie denken, sie müssten Quoten haben und Frauenbeauftragte und spezielle Tage in der Schule für die Mädchen, etc.

Denn nur was ich aus eigener Kraft geschafft habe, nur das zählt. Ich meine, auch wenn es für die Frauen ne ganze Weile härter sein sollte, wäre ich trotzdem dafür diesen Weg zu wählen. Keine Privilegien, keine Bevorzugungen!

Wenn die Frauen so viel besser sind in allem, wie einige behaupten, dann sollten sie diesen Konkurrenzkampf nicht fürchten.

Denn wahres Können, wahrer Einsatz, wahre Durchsetzungskraft, wahrer Wille wird immer siegen ;-)

Warum soll Karriere machen leicht sein? Und einfach nur arbeiten, das können wir alle, wenn wir wollen, Frauen wie Männer.

Ich finde das Verhalten von einigen Emanzen einfach absolut unemanzipiert.

Ich kann nicht behaupten, Frau käme alleine zurecht, Frau braucht keinen Mann und Kind braucht keinen Vater, aber dafür mehr Förderung, mehr Privilegien verlangen.

Wo sind wir da hin getrifftet, das frage ich mich manchmal, weisst du.

Alle Werte, nach der die Menschheit über Generationen gelebt hat, alle werden sie demontiert. Wie hat Nick so schön geschrieben, heute muss es heissen:"Wo ein Vater ist, da ist Familie"

Welchen Stellenwert hat denn die Familie in der Emanzipation. Ich höre immer nur was die Frauen wollen und was für die Frauen gut ist und ich höre Selbstverwirklichung. Also Frau ist nun nur noch Individum. Kein soziales Wesen mehr, dass eben auch gewisse Aufgaben übernimmt, die nicht weh tun und in einer Gemeinschaft eben von Nöten sind. Aber nein, emanzipierte Frau nennt Hausarbeit und Kindererziehung "Sklavenarbeit".

Es wird beklagt, dass vor allem die Pflege von kranken und alten Menschen auch an Frauen abgetreten werden, die dafür nichts verdienen.

Mag ja alles stimmen. Aber Herrgott noch mal, was daran ist nun so dermassen entwürdigend, wenn ich als Frau kranke und alte Menschen pflege, einfach so, weil ich finde, dass man in einer Gemeinschaft füreinander da sein muss, dass wir nicht immer nur an unsere persönliche Selbstfindung denken können, die Befreiung der unterdrückten Frau, also bitte sehr, ich meine alles was Gut und Recht ist. Aber diese Egozentrik ist schon zum Schreien finde ich!

Nach was für Werten leben wir denn heute. Ich höre immer nur Freiheit, der Schrei nach Freiheit und Unabhängigkeit. Nur Freiheit ist ein einfaches Brot und steckt ins uns selbst, nur in uns können wir sie finden.

Freiheit hat viel mit unserem Geist zu tun, wir können nie frei sein, solange wir noch so verzweifelt an Klischess festklammern, unsere Ansichten bis auf die Zähne bewaffnet verteidigen :-)

Ich glaube ganz tief in meinem Herzen, dass wir Frauen stark sind, und ich glaube auch, dass ihr Männer stark seid, ich glaube auch, dass wir wieder mehr zu unseren ursprünglichen Wurzeln finden sollten, die wir alle in uns haben. Wir sind dabei viele wichtige Werte zu demontieren.

Wir Frauen setzen uns auch Grenzen, wenn wir uns nicht erlauben ganz spontan auf unsere innere Stimme zu horchen und dann versuchen das Richtige zu tun.

Ich mag es nicht, wenn man mir sagen will, wie ich zu sein habe, damit man mich akzeptiert. Und das unter dem Deckmantel der Befreiung, ist mir suspekt ;-)

Ich denke nicht, dass es an den Voraussetzungen fehlen würde, aber wir lassen viel Potential verkümmern, unsere Welt wird immer leerer,je mehr wir sie und uns gegenseitig ausbeuten. Ich möchte echt nicht erleben, eines Tages nur noch von leeren Hüllen umgeben zu sein.

Nun aber genug, bin wieder mal arg abgeschweift :-)

Es grüsst dich
Jolanda

Re: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage

Lars, Thursday, 10.07.2003, 02:45 (vor 8246 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage von Manfred am 09. Juli 2003 23:21:25:

Und was Arbeit betrifft, haben wir in Deutschland (wie wohl überall auf der Welt) genug davon! Es lohnt sich nur nicht mehr sie durchzuführen, weil sie (insebsondere wegen der hohen Lohnnebenkosten) unrentabel teuer geworden ist.

Vielleicht eine bittere Pille, aber ich bin sicher: in Deutschland muß Arbeit billiger werden, oder es muß -gleichbedeutend- für genausoviel Geld wieder mehr gearbeitet werden.

Dies gilt nur, wenn man die Logik eines ungebremsten Lohn- und preisdumpings voraussetzt! Unrentabel ist die Beschäftigung von deutschen Tarif-Arbeitnehmern erst, seitdem man die gleiche Produktion auch in Südostasien durchführen kann, wo die Arbeitnehmer null Rechte haben. Aber warum soll jene SOZAILE Marktwirtschaft, die wir in Deutschland / Europa hinbekommen haben, nicht langfristig - bei entsprechenden internationalen Abkommen - genauso "globalisiert" werden, wie bisher nur der bloße Waren- und Kapitalverkehr? Und warum wird in den Medien immer nur kritiklos die Logik des Sozialdumpings nachgepredigt? Mir scheint, da fehlt oft auch einfach der politische Wille, die Globalisierung sozial zu gestalten.

Ok, etwas weit vom Thema abgekommen, aber Ihr habt ja angefangen mit dem Thema Wohlfahrtsstaat und Rente *g*

Re: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage

gaehn, Thursday, 10.07.2003, 11:45 (vor 8245 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage von Lars am 09. Juli 2003 22:59:14:

"es ist eine illusion zu glauben, das die rente finanzierbar sein könnte indem man ausgaben und einnahmen umschichtet.

Wieso?
Die Produktivität in den entwickelten Volkswirtschaften steigt ständig, d. h. dank verbesserter Technik können immer weniger Hände immer größere Werte schaffen. Eine gerechtere Verteilung dieser Werte vorausgesetzt müßte also trotz Überalterung die Rente finanzierbar bleiben.
Es ist doch pervers: Durch Produktivitätsfortschritte werden immer mehr Arbeitskräfte "freigesetzt" und gleichzeitig debattiert man darüber, daß die, die noch Arbeit haben, länger arbeiten sollen!
Der Punkt: Die Politiker, die das vorschlagen, wissen selber ganz genau, daß die betreffenden Arbeitnehmer sich so lange gar nicht im Betrieb halten können. Es geht doch nur darum, ihnen beim Ausscheiden aus dem Arbeitsprozeß mit Hinweis auf die nunmehr längere Soll-Lebensarbeitszeit die Rentenbezüge zu kürzen.

ich sehe das problem nicht hauptsächlich in der produktion. die produktion von gütern, ist wirklich recht effizient. probleme entstehen hier:

-> dienstleistungen (schonmal überlegt, wer all die alten menschen rumschieben soll? ;)
-> konsumschichten brechen weg (tote menschen kaufen einfach weniger *g*)
-> der reichtum verteilt sich sehr ungerecht, da alte menschen ihren reichtum oftmals horten und nach und nach immer mehr auf immer weniger leute vererbt wird
-> auch wenn die produktion sehr effizient ist, ist die frage wie hoch ist der aufwand um sie zu erreichen? wieviele güter müssen wir importieren um das herzustellen was wir brauchen, und wieviel von dem produzierten müssen wir dann wieder exportierne um den import zu bezahlen?

ich stimme dir jedenfalls zu das es ein verdammt komplexes thema ist.
ich für meinen teil, mag den sozialstaat nicht. er finanziert in meinen augen lauter falsche dinge:

-> die faulheit der bürger (und ja auch ich werde faul und bequem)
-> er finanziert die intellektuelle nichtsnutze
-> er spielt ersatzvater
-> er spielt gleichberechtigung (und ich darf es mitbezahlen, verflucht)
-> er verdreht das ursachen wirkungsprinzip der natur

und genau das ist auch das problem des feminismus. der feminismus ist in wirklichkeit die naturfeindlichste aller ideologien. denn die natur scheisst auf die selbstverwirklichung der einzelnen. wann kapieren diese wildgewordenen spiritistinnen, dass die natur nicht friedlich ist und es niemals war. das leben ist ein kampf und genau das gilt auch für die gesellschaft, eine gesellschaft die zu sozial wird (ein wenig sozial halte ich für wünschenwert) wird schwach. und zerstört die basis ihrer sozialen güter. mhm klingt ein wenig faschistisch, bin aber keiner :-). ich glaube nur an ursachen und auswirkungen.

Re: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage

Manfred, Thursday, 10.07.2003, 16:17 (vor 8245 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Re: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage von Lars am 09. Juli 2003 23:45:02:

Und was Arbeit betrifft, haben wir in Deutschland (wie wohl überall auf der Welt) genug davon! Es lohnt sich nur nicht mehr sie durchzuführen, weil sie (insebsondere wegen der hohen Lohnnebenkosten) unrentabel teuer geworden ist.
Vielleicht eine bittere Pille, aber ich bin sicher: in Deutschland muß Arbeit billiger werden, oder es muß -gleichbedeutend- für genausoviel Geld wieder mehr gearbeitet werden.

Dies gilt nur, wenn man die Logik eines ungebremsten Lohn- und preisdumpings voraussetzt! Unrentabel ist die Beschäftigung von deutschen Tarif-Arbeitnehmern erst, seitdem man die gleiche Produktion auch in Südostasien durchführen kann, wo die Arbeitnehmer null Rechte haben.

Das hat mit Lohndumping überhaupt nichts zu tun. Stark vereinfacht:
Wenn Person A pro Stunde 15 € erwirtschaften kann bei einer 40 Stundenwoche Beispielsweise dann kann er sich den Handwerker B der für eine Stunde 20 € nimmt leisten und wird das normalerweise auch tun, weil B wegen der besseren Qualifikation in seinem Bereich dadurch bei anderen Lebensstandard erhöht. Die 5€ Differenz seine meinetwegen die Lohnnebenkosten. Umgekehrt hat wegen dieser günstigen Verhältnisse auch B ausreichend zu tun und damit ausreichend Einkommen um sich z.B. bei A die Haare schneiden zu lassen.
Und jetzt das gleiche beispiel mit anderen Zahlen:
Nimmt der Staat insgesamt nich 5€ sondern 50€, so muß A 65 € pro Stunde verlangen, ebenso wie B, beide haben dadurch aber nicht mehr in der Tasche.
Folge: A wird sich den Handwerker nicht mehr leisten und B sich notgedrungen die Haare selber schneiden, was das qualitativ für die Arbeiten bedeutet kann isch jeder selber ausmalen. Zugleich hat der Staat nicht mal mehr die 5€ pro Stunde sondern "Null".
Stark vereinfacht, aber um dieses Prinzip kommt man nicht drumherum. Die Details kommen dann erst später in die Betrachtung. Wenn der Staat glaubt dieses (beinahe) Naturprinzip mißachten zu können, sorgt der Bürger selbst
für Ausgleich, was man "Schwarzarbeit" nennt.

Gruß,
Manfred

Pflege von alten und kranken Menschen

Norbert, Thursday, 10.07.2003, 16:30 (vor 8245 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Jolanda am 09. Juli 2003 23:33:09:

Hi Jolanda

Es wird beklagt, dass vor allem die Pflege von kranken und alten Menschen auch an Frauen abgetreten werden, die dafür nichts verdienen.

Was auch nur ein selten dämliches Klischee ist, von Personen, die es ohnehin nicht selbst tun.

Ich selber habe viele Jahre, zusammen mit meiner Mutter, mit der Pflege meines Vaters zugebracht. Bis dieser starb.
Die anderen Mitglieder der Familie, und da im besonderen 'hervortun' die weiblichen, haben sich schlicht abgeseilt gehabt.

Gruß
Norbert

Re: Pflege von alten und kranken Menschen

Manfred, Thursday, 10.07.2003, 16:54 (vor 8245 Tagen) @ Norbert

Als Antwort auf: Pflege von alten und kranken Menschen von Norbert am 10. Juli 2003 13:30:53:

Hingegen kein Klischee ist die Tatsache, daß wir überlastete Pflegeheime haben, und die einzigen die dort praktisch unentgeltlich malochen sind (männliche) Zivis.
Vor den wenigen weiblichen, die ein freiw. soz. Jahr leisten ziehe ich meinen Hut, verweigere aber ausdrücklich die "Einverleibung" deren Leistung
durch die weibliche Allgemeinheit.

Gruß,
Manfred

Re: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage

Rüdiger, Thursday, 10.07.2003, 18:56 (vor 8245 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage von Lars am 09. Juli 2003 22:59:14:

"es ist eine illusion zu glauben, das die rente finanzierbar sein könnte indem man ausgaben und einnahmen umschichtet.

Wieso?
Die Produktivität in den entwickelten Volkswirtschaften steigt ständig, d. h. dank verbesserter Technik können immer weniger Hände immer größere Werte schaffen.

Aber diese "wenigen (tätigen) Hände" werden sich bedanken, immer mehr "untätige Hände" mitschleifen zu müssen - die Tätigen müßten dann immer höhere Steuern/Beiträge zahlen ....

Gruß, Rüdiger


Frage der Lohnnebenkosten

Lars, Thursday, 10.07.2003, 19:07 (vor 8245 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage von Manfred am 10. Juli 2003 13:17:11:

Wenn Person A pro Stunde 15 € erwirtschaften kann bei einer 40 Stundenwoche Beispielsweise dann kann er sich den Handwerker B der für eine Stunde 20 € nimmt leisten und wird das normalerweise auch tun, weil B wegen der besseren Qualifikation in seinem Bereich dadurch bei anderen Lebensstandard erhöht. Die 5€ Differenz seine meinetwegen die Lohnnebenkosten. Umgekehrt hat wegen dieser günstigen Verhältnisse auch B ausreichend zu tun und damit ausreichend Einkommen um sich z.B. bei A die Haare schneiden zu lassen.
Und jetzt das gleiche beispiel mit anderen Zahlen:
Nimmt der Staat insgesamt nich 5€ sondern 50€, so muß A 65 € pro Stunde verlangen, ebenso wie B, beide haben dadurch aber nicht mehr in der Tasche.
Folge: A wird sich den Handwerker nicht mehr leisten und B sich notgedrungen die Haare selber schneiden, was das qualitativ für die Arbeiten bedeutet kann isch jeder selber ausmalen. Zugleich hat der Staat nicht mal mehr die 5€ pro Stunde sondern "Null".
Stark vereinfacht, aber um dieses Prinzip kommt man nicht drumherum. Die Details kommen dann erst später in die Betrachtung. Wenn der Staat glaubt dieses (beinahe) Naturprinzip mißachten zu können, sorgt der Bürger selbst
für Ausgleich, was man "Schwarzarbeit" nennt.
Gruß,
Manfred

Wenn der Staat - wie nach Deiner Argumentation naheliegend - Steuern und Sozialversicherungsabgaben senkt, dann muß er auf der Ausgabenseite auch Leistungen für den Bürger senken, sprich: dieser muß künftig überall (bei seinen Sozialversicherungen, aber auch in den öffentlichen Büchereien ect.) selber dazuzahlen (Es sei denn, nan würde gleichzeitig Vermögens- und Körperschaftssteuern raufsetzen, aber das ist im Augenblick ja ein Tabu-Thema!). Und dann ist es eine Frage des Einkommens: Gehört man zu den höheren Lohngruppen, werden die genannten privaten Zusatzkosten durch die Senkung der Lohnstuer wettgemacht und alles ist in Ordnung. Leute mit geringerem Einkommen werden von der Senkung der Lohnsteuer relativ weniger profitieren, aber vor den gleichen Problemen privater Vorsorge und privater Zuzahlungen stehen; Leute ohne eigenes Einkommen werden von der staatlichen Ausgabenkürzung nur negativ betroffen sein, bestenfalls werden sie einen der durch die Senkung der Lohnnebenkosten möglicherweise neuenstehenden "McJobs" ergattern können)

Mal abgesehen davon, daß dies eine soziale Schieflage bedeutet: Die Gruppe mit geringerem Einkommen wird, um ihren Lebensstandard strotz privater Zuzahlungen halten zu können, mehr Lohn fordern müssen. (Daß es in der Geschichte der Bundesrepublik vergleichsweise wenig Streiks gegeben hat, lag in erster Linie an dem umfassenden und weitgehend paritätischem deutschen Sozialversicherungssystem, welches sozusagen den existentiellen Druck aus den Lohnfragen rausgenommen hat!) Setzt sie sich damit durch, werden die Arbeitgeber anstatt über die hohen Lohnnebenkosten zu klagen, dann eben über die hohen Lohnkosten klagen.
In einer geschlossenen Volkswirtschaft hätten sie dann einfach mal eine Niederlage beim Verteilungskampf-Runde gehabt. In der globalisierten Wirtschaft werden sie versuchen, in die gewerkschaftsfreien Zonen des Weltmarktes auszuweichen.

Ja, genau.

Lars, Thursday, 10.07.2003, 19:13 (vor 8245 Tagen) @ Rüdiger

Als Antwort auf: Re: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage von Rüdiger am 10. Juli 2003 15:56:32:

Die Produktivität in den entwickelten Volkswirtschaften steigt ständig, d. h. dank verbesserter Technik können immer weniger Hände immer größere Werte schaffen.

Aber diese "wenigen (tätigen) Hände" werden sich bedanken, immer mehr "untätige Hände" mitschleifen zu müssen - die Tätigen müßten dann immer höhere Steuern/Beiträge zahlen ....
Gruß, Rüdiger

Andernfalls wäre nämlich kaum noch einer in der Lage, die Produkte dieser "wenigen tätigen Hände" zu kaufen!

Aber bevor man die höheren Einkommen, die ja immerhin auf persönlichem Arbeitseinsatz beruhen, sollte man ertsmal die Aktiengewinne richtig besteuern. Aber das ist im Augenblick ja ein Tabu-Thema ...

Gruß
Lars

Re: Rentenversicherung wurde bestohlen

Ferdi, Thursday, 10.07.2003, 19:39 (vor 8245 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Ja, genau. von Lars am 10. Juli 2003 16:13:53:

Hi!

Hätte man die Rentenversicherung seit Ende des 2. Weltkrieges bzw. seit Gründung der BRD in Ruhe gelassen dann hätten wir jetzt nicht die Probleme damit. Anfänglich hat sich die Rentenversicherung nämlich ganz gut selbst getragen, trotz Generationenvertrag und Umlageverfahren. Sie hatte sogar Überschüsse, die man vermögenswirksam hätte anlegen können. Aber als die Politiker anfingen, in die Kassen der Rentenversicherung zu langen um damit Dinge zu finanzieren, die mit dem Versicherungszweck überhaupt nichts mehr zu tun haben, da wurden die Grundlagen für die jetzigen Finanzierungsprobleme gelegt. Diese Gelder sind also aus der Rentenversicherung geklaut worden, und die Politik hat diese Mittel gefälligst wieder zurückzuzahlen. Jedenfalls sehe ich nicht ein, warum Arbeitnehmer, die 40 Jahre lang und länger in die Rentenversicherung zwangsweise eingezahlt haben, jetzt plötzlich wegen des Rentendiebstahls weniger Rente bekommen sollen.

Gruss,
Ferdi

Re: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage

Lars, Thursday, 10.07.2003, 19:48 (vor 8245 Tagen) @ gaehn

Als Antwort auf: Re: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage von gaehn am 10. Juli 2003 08:45:43:

ich sehe das problem nicht hauptsächlich in der produktion. die produktion von gütern, ist wirklich recht effizient. probleme entstehen hier:
-> dienstleistungen (schonmal überlegt, wer all die alten menschen rumschieben soll? ;)

Es gibt 4 mio, die zur Zeit keinen Job finden. Bei anständiger Bezahlung und gesellschaftlicher Anerkennung ... (Außerdem wird die Produktion von e-motoren-betriebenen Rollstühlen auch immer billiger)

-> konsumschichten brechen weg (tote menschen kaufen einfach weniger *g*)

= Ein weiteres Argument dafür, die Produktivitätsfortschritte in Lohnerhöhungen umzusetzen.

-> der reichtum verteilt sich sehr ungerecht, da alte menschen ihren reichtum oftmals horten und nach und nach immer mehr auf immer weniger leute vererbt wird

Das Zauberwort heißt "Erbschaftssteuer"!

-> auch wenn die produktion sehr effizient ist, ist die frage wie hoch ist der aufwand um sie zu erreichen? wieviele güter müssen wir importieren um das herzustellen was wir brauchen, und wieviel von dem produzierten müssen wir dann wieder exportierne um den import zu bezahlen?

Ok, hier wird´s komplizierter. Wenn man von einem neo-merkantilistischem Dauer-Handelskrieg ausgeht, können Produktivitätsgewinne vielleicht ohne jeden Wohlstandseffekt verpuffen. Aber das wäre doch vielleicht mal eine snnvolle Aufgabe für diese Weltwirtschaftskonferenzen.

denn die natur scheisst auf die selbstverwirklichung der einzelnen. wann kapieren diese wildgewordenen spiritistinnen, dass die natur nicht friedlich ist und es niemals war. das leben ist ein kampf und genau das gilt auch für die gesellschaft, eine gesellschaft die zu sozial wird (ein wenig sozial halte ich für wünschenwert) wird schwach. und zerstört die basis ihrer sozialen güter. mhm klingt ein wenig faschistisch,

Jooaa, irgendwie schon *g*

bin aber keiner :-). ich glaube nur an ursachen und auswirkungen.

Aber im Ernst: Wir leben nicht mehr im Dschungel, also brauchen wir auch nicht nach seinen regeln leben. Diese Natur-Analogien sind einfach irreführend.

Gruß
Lars

Alice Schwarzer bei "VIVA"

Lars, Thursday, 10.07.2003, 20:22 (vor 8245 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Lars am 09. Juli 2003 14:59:05:

Um mal zum Ausgangsthema zurückzukehren:

Ich hab nicht schlecht gestaunt als ich vor etwa einem Jahr beim Musiksender "VIVA" einzappe und dort neben der Moderatorin Charlotte ... Alice Schwarzer auf der Couch sitzen sehe! So richtig als Promi-Gast für den Abend. Ich kann mich freilich nur noch an folgende Punkte erinnern:

- Schwarzer meinte, bei den Männern gäbe es drei gleichstarke Fraktionen: "1/3, das uns unterstützt", "1/3, das sich wegdukt und abwartet" und "1/3, das voll dagegen hält, die können wir links liegen lassen." - wobei sie natürlich wieder im Namen aller emanzipierten Frauen sprach.

- Charlotte klagte darüber, daß es in ihrer Generation ja gar keine Frauenbewegung mehr gäbe (wogegen oder wofür denn heute eigentlich ?) und daß das doch eigentlich schön wäre.

- Schwarzer gestand, daß sie ein totaler Elvis-Fan war und ist! (sollte es nicht heißen: Elvis-FanIN?)

- Sie zeigte sich geschmeichelt über den Toten-Hosen-Song "Frauen dieser Welt"

- Sie beklagte, daß viele junge Frauen immer noch Berührungsängste vor dem Begriff "Feminismus" hätten.

Die Moderatorin Charlotte hab ich auch mal auf irgendeiner Talkshow gesehen, wo sie als Beispiel für "Sexismus" brachte: In einem Restaurant hat sie mal bemerkt, daß ein Gast einer Kellnerin, als diese sich von seinem Tisch entfernte, auf den Hintern geguckt hatte. Empört: "Ich konnte nicht verstehen, daß keiner der anderen Gäste da was gegen gesagt hat!" Wie gesagt: Geguckt, nicht gefaßt; und die betreffende Kellnerin konnte das gar nicht mitkriegen. - Und diese Frau Moderiert einen Jugendmusik-Sender.

Re: Frage der Lohnnebenkosten

Manfred, Thursday, 10.07.2003, 21:40 (vor 8245 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Frage der Lohnnebenkosten von Lars am 10. Juli 2003 16:07:12:

Wenn der Staat - wie nach Deiner Argumentation naheliegend - Steuern und Sozialversicherungsabgaben senkt, dann muß er auf der Ausgabenseite auch Leistungen für den Bürger senken, sprich: dieser muß künftig überall (bei seinen Sozialversicherungen, aber auch in den öffentlichen Büchereien ect.) selber dazuzahlen

Man könnte also meinen es wäre letztlich egal auf welchem Wege das Geld zum Bürger kommt, direkt von der bezahlten Arbeit, oder über den Umweg des Staates. Dabei ist aber zu bedenken, daß solche "Instrumente" wie der Staat alles mögliche sind, nur nicht billig. Der "Reibungsverlust" den das Geld erfährt, wenn es durch die einzelnen Institutionen und Kassen gereicht wird ist immens (Beamten- und Politikergehälter, Fehlkalkulationen, Verzögerungen bei der Umverteilung etc. - der Wasserkopf will ernährt werden und zwar gut, nicht mit Wasser!)

Und dann ist es eine Frage des Einkommens...

Ja, aber das ist es doch letztlich immer. Egal ob freie Marktwirtschaft oder Kommunismus. Nur sind bei letzterem andere Probleme so groß, das man an sowas wie Sozialneid gar nicht denkt.

Leute mit geringerem Einkommen werden von der Senkung der Lohnsteuer relativ weniger profitieren...

Das ist insofern wahr, als man jemanden, der von vorne herein weniger Steuern bezahlt auch weniger entlasten kann.

aber vor den gleichen Problemen privater Vorsorge und privater Zuzahlungen stehen

Wenn der Waserkopf Staat weniger Leistung (in Form von Geld) aus dem System rausnimmt, ist der Kuchen insgesamt größer. davon provitieren auch Einkommensschwächere.

Leute ohne eigenes Einkommen werden von der staatlichen Ausgabenkürzung nur negativ betroffen sein, bestenfalls werden sie einen der durch die Senkung der Lohnnebenkosten möglicherweise neuenstehenden "McJobs" ergattern können)

Ja, und das hielte ich nur für richtig. Falsch ist allerdings, daß es sich dabei "bestenfalls" um solch einen Job handeln muß. So zu denken wäre -mit Verlaub- die Arbeitsverweigerermentalität. Wenn Arbeit wieder erschwinglich wird, warum sollte dann nicht auch ein "vernünftiger" Full-time Job drin sein?

Mal abgesehen davon, daß dies eine soziale Schieflage bedeutet.

Das ist eine Floskel, die ich so nicht akzeptiere. Es ist ein schwieriges Feld zu klären, was eine "soziale Schieflage" bedeutet.

Die Gruppe mit geringerem Einkommen wird, um ihren Lebensstandard strotz privater Zuzahlungen halten zu können, mehr Lohn fordern müssen.

Nicht zwingend! Wenn die Effizienz der Arbeit und ihrer Entlohnung insgesamt steigt führt das zu durchschnittlich niedrigeren preisen.

...mehr Lohn fordern müssen.

Das ist doch der Knackpunkt. Bevor ich mehr fordere sollte ich mal versuchen mehr zu arbeiten. Immer alles schön relativieren.

...Setzt sie sich damit durch, werden die Arbeitgeber anstatt über die hohen Lohnnebenkosten zu klagen, dann eben über die hohen Lohnkosten klagen.

Das ist aber der alte Hut vom Klassenkampf, Der "der böse Unternehmer" und die "braven Arbeiter und Bauern". Diese Haltung lehne ich rundherum ab, denn sie schürt Feindseeligkeit.

In einer geschlossenen Volkswirtschaft hätten sie dann einfach mal eine Niederlage beim Verteilungskampf-Runde gehabt.

Das ist doch Wurzel allen Übels, der "Verteilungskampf". Man sollte vor lauter Klassenkampf- und Neidtheorien und das Zerren am begrenzt großen Kuchen, nicht die Methoden vergessen, die den Kuchen insgesamt vergrößern können. Das aber geht nur durch mehr Arbeit bzw. Produktion.

In der globalisierten Wirtschaft werden sie versuchen, in die gewerkschaftsfreien Zonen des Weltmarktes auszuweichen.

Naja, wer den Unternehmern zu deutlich zu verstehen gibt, daß er sie haßt, der wird sie letztlich vertreiben.

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage

gaehn, Thursday, 10.07.2003, 21:42 (vor 8245 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Re: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage von Lars am 10. Juli 2003 16:48:33:

ich sehe das problem nicht hauptsächlich in der produktion. die produktion von gütern, ist wirklich recht effizient. probleme entstehen hier:
-> dienstleistungen (schonmal überlegt, wer all die alten menschen rumschieben soll? ;)

Es gibt 4 mio, die zur Zeit keinen Job finden. Bei anständiger Bezahlung und gesellschaftlicher Anerkennung ... (Außerdem wird die Produktion von e-motoren-betriebenen Rollstühlen auch immer billiger)

bisher sind mir aber keine roboter geläufig, die ältere menschen auch waschen können und als sozialer ansprechpartner agieren :-).

-> konsumschichten brechen weg (tote menschen kaufen einfach weniger *g*)

= Ein weiteres Argument dafür, die Produktivitätsfortschritte in Lohnerhöhungen umzusetzen.

-> der reichtum verteilt sich sehr ungerecht, da alte menschen ihren reichtum oftmals horten und nach und nach immer mehr auf immer weniger leute vererbt wird

Das Zauberwort heißt "Erbschaftssteuer"!

du musst ein gleichgewicht finden zwischen "es bringt nix zu arbeiten" und "es ist super raffgierig zu sein". ersteres hat man wenn die erbschaftssteuer sehr hoch ist, letzteres hat man wenn sie sehr niedrig ist. ersteres schadet, der konkurrenzfähigkeit einer nation letzteres splittet die gesellschaft sehr stark in arm und reich.

-> auch wenn die produktion sehr effizient ist, ist die frage wie hoch ist der aufwand um sie zu erreichen? wieviele güter müssen wir importieren um das herzustellen was wir brauchen, und wieviel von dem produzierten müssen wir dann wieder exportierne um den import zu bezahlen?

Ok, hier wird´s komplizierter. Wenn man von einem neo-merkantilistischem Dauer-Handelskrieg ausgeht, können Produktivitätsgewinne vielleicht ohne jeden Wohlstandseffekt verpuffen. Aber das wäre doch vielleicht mal eine snnvolle Aufgabe für diese Weltwirtschaftskonferenzen.

mhm das sehe ich ein wenig, anders und hier befinden sich meiner meinung nach auch die hauptprobleme. trotz gesteigerter produktion, haben wir am ende garnicht "soviele" produkte sondern bauen immer höherwertigere produkte die im endeffekt auch immer teurer werden.
die technisierung steht momentan noch am anfang, unsere computer sind regelrecht lahm. unsere autos sind dreckig usw.. das ganze geht noch sehr viel weiter, und dort werden unsere produktionskapizitäten erstmal verschwinden. und eben im welthandel. das problem hochwertiger güter ist, das man massiv handeln muss und deutschland ist nicht gerade mit rohstoffen gesegnet.

denn die natur scheisst auf die selbstverwirklichung der einzelnen. wann kapieren diese wildgewordenen spiritistinnen, dass die natur nicht friedlich ist und es niemals war. das leben ist ein kampf und genau das gilt auch für die gesellschaft, eine gesellschaft die zu sozial wird (ein wenig sozial halte ich für wünschenwert) wird schwach. und zerstört die basis ihrer sozialen güter. mhm klingt ein wenig faschistisch,

Jooaa, irgendwie schon *g*

ich denke es gilt ein mittelmass zu finden, momentan ist die demographie einfach im eimer. ich würde es bevorzugen ein geringes wachstum oder zumindest, eine stagnation zu haben (aber nichtmal das haben wir).

bin aber keiner :-). ich glaube nur an ursachen und auswirkungen.

Aber im Ernst: Wir leben nicht mehr im Dschungel, also brauchen wir auch nicht nach seinen regeln leben. Diese Natur-Analogien sind einfach irreführend.

ich denke schon das wir im dschungel leben, wir benehmen uns nur gesittet wenn wir übereinander herfallen. besser ist allerdings das bild einer kneipe mit lauter alkoholsüchtigen pennern, die sich gegenseitig ihr bier klauen. und zaaaack, zieht der eine dem anderen mit dem glas eins über die mütze und klaut das bier ;).

Gruß
Lars

Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out?

Manfred, Friday, 11.07.2003, 00:05 (vor 8245 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Ist Feminismus bei den jungen Frauen der "Fun-Generation" tatsächlich out? von Jolanda am 09. Juli 2003 23:33:09:

Hallo Jolanda!

Ich muss mir echt angewöhnen mich klarer auszudrücken :-)

Das ist doch ein grundsätzliches Problem, das wir im Internet alle haben.
keine gestik, keine Mimik, dafür komplexe Themen die auch noch emotional belastet sind. Es muß beinahe zu Mißverständnissen kommen.

Ich wollte damit nicht aussagen, dass die Frauen zu dumm sind oder zu unqualifiziert.

Im Grunde neige ich zu dieser Philosophie auch nicht. Menschen sind nunmal in zwei Geschlechtern (und allen Varianten dazwischen :o)zu haben. Wäre diese Vorgabe der Natur "nur ein Irrweg" derselben so gäbe es uns evtl. nicht mehr. Aber es gibt uns, d.h. bis hierher hat "es" funktioniert.

Wenn sie wirklich wollen, dann können sie alles schaffen, aber dann müssen sie auch bereit sein, den genau gleich harten Weg zu gehen, wie das auch jeder Mann machen muss, wenn er Karriere machen will.

Ganz meine Meinung. Und beim Gros der Frauen vermisse ich diese Einsicht zur Zeit leider komplett. Wer andauernd von eigenen Höchstleistungen redet, dabei aber nur von den "Errungenschaften" (ich hasse diesen Honecker-Begriff ;-) der ständig geschmähten Welt des "Feindes Mann" profitiert, der /die verliert in meinen Augen fast alles: Glaubwürdigkeit, Vertrauen in eben jene Leistungen weil sie nie erbracht werden, Vertrauen auch in der Frage des Vorhandenseins gemeinsamer Werte, Vertrauen in den Willen kosnruktiv bei der Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft mitzuwirken und mehr.

Ich denke aber, es ist für jeden gleich hart.

Schwer zu sagen, wahrscheinlich ist es so. Aber wir (die Menschen insgesamt) haben uns doch nie wirklich Gedanken gemacht, wofür wir geeignet sind. Ist auch fraglich ob das vom Bewußtsein her leicht beantwortbar ist.
Aber bsiher schauts doch so aus, daß wir von einem Extrem direkt ins andere wechseln wollten. Zugegeben, die strikte Trenung der Aufgabenbereiche
Kinder/Herd einerseits und Beruf/Grenzensicherung (familiär) ist vermutlich für ein Wesen mit ausgeprägtem Großhirn und stetig wachsendem Bewußtsein zu eintönig. Von daher war das Überdenken dieser Strukturen naheliegend. Jedoch wurde genau das nie getan. Die gewachsenen Strukturen wurden destruktiv vernichtet soweit es ging und frau arbeitet (mit Hilfe vieler Männer) noch an der Vollendung dieses Werkes. Heute stehen wir vor einem Trümmerhaufen der Werte und vergeuden unsere Energien in kleinkariertem, mittlerweile neid- und haßerfülltem Kompetenzgerangel der Geschlechter.

Frauen setzen sich selbst Grenzen, wenn sie denken, sie müssten Quoten haben und Frauenbeauftragte und spezielle Tage in der Schule für die Mädchen, etc.

Sie stellen sich ihren Behindertenausweis quasi selber aus. Wobei es nichts ehrenrühriges ist eine Behinderung zu haben. Peinlich wirds nur, wenn der erhobene Anspruch und die nachgewiesen erbrachte Leistung extrem auseinanderklaffen.

Denn nur was ich aus eigener Kraft geschafft habe, nur das zählt. Ich meine, auch wenn es für die Frauen ne ganze Weile härter sein sollte, wäre ich trotzdem dafür diesen Weg zu wählen. Keine Privilegien, keine Bevorzugungen!

Ein erheblicher Teil der vermeintlichen Härte entsteht doch durch eine absolut fahrlässige Fehleinschätzung der gesellschaftlichen Situation.
Welche Härten hätten denn heute Männer zu erleiden wenn sie z.B. um jeden Preis den Beruf des Arzthelfers ergreifen wollten? Jahrelang würden sie vermutlich nichts anderes als Häme und Spott ernten. Dabei sehe ich absolut keinen sachlichen Hinderungsgrund.

Wenn die Frauen so viel besser sind in allem, wie einige behaupten, dann sollten sie diesen Konkurrenzkampf nicht fürchten.

Einige wenige wagen es immer wieder und sind auch durchaus erfolgreich.
Dabei ist es für das Geschlechteranliegen ja schon ein Erfolg wenn wenigstens der Wille zur Leistung da ist.
Ich selbst bin noch vor 7 Jahren in einem Geschäftsbereich gescheitert (den Du, Jolanda, heute offensichtlich mit Erfolg ausübst :-D ) , aber ich habe nicht aufgegeben.

Denn wahres Können, wahrer Einsatz, wahre Durchsetzungskraft, wahrer Wille wird immer siegen ;-)

Und falls nicht, dann wäre es dennoch ehrenhaft!

Ich kann nicht behaupten, Frau käme alleine zurecht, Frau braucht keinen Mann und Kind braucht keinen Vater, aber dafür mehr Förderung, mehr Privilegien verlangen.

Das sind Notlösungen. Frau lebt da in Nischen einer (noch) funktionierenden Gesellschaft und will es nicht wahrhaben wie sehr sie eigentlich alle höheren Werte verleugnet. Umgekehrt (für Männer) gilt das genauso, ist nur derzeit eben nicht das Gesellschaftsproblem sondern ein individuelles.

Alle Werte, nach der die Menschheit über Generationen gelebt hat, alle werden sie demontiert.

Ehrfürchtige Zustimmung... :-)

Nur Freiheit ist ein einfaches Brot und steckt ins uns selbst, nur in uns können wir sie finden.

Ich selbst bin eigentlich ein wehementer Verfechter der Freiheitsliebe.
Aber Freiheit ist wie so vieles auch nur ein relativer Wert. Man muß manchmal bereit sein, dafür etwas zu geben. Selsamerweise schließt man sich dieser Argumentation gerne mal an, aber -noch seltsamer- nur, wenn es um die Männerwehrpflicht geht.

Ich glaube ganz tief in meinem Herzen, dass wir Frauen stark sind...

Ja! Ich glaube aber leider, daß Frauen mehr und mehr Potential verspielen diese Stärke richtig zu leben. Das umzukehren wird ein schwieriger langer Prozeß werden. Sie benehmen sich wie ein Fisch, der den Vögeln zeigen will wie das fliegen geht, nebenbei aber auch noch das schwimmen verlernt.
Ok, Manfred's Aphorismen...ich weiß! Entschuldigung! :-D

...und ich glaube auch, dass ihr Männer stark seid, ich glaube auch, dass wir wieder mehr zu unseren ursprünglichen Wurzeln finden sollten, die wir alle in uns haben.

Soviel Freiheit wie möglich, soviel Einsicht in Notwendigkeiten wie nötig. Und das bitte gerecht verteilt!

Ich mag es nicht, wenn man mir sagen will, wie ich zu sein habe, damit man mich akzeptiert. Und das unter dem Deckmantel der Befreiung, ist mir suspekt ;-)

Widerspricht auch völlig dem geforderten Recht nach Selbstbestimmung.

Schöne Grüße zurück,
Manfred

Re: Frage der Lohnnebenkosten

Lars, Friday, 11.07.2003, 16:08 (vor 8244 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Frage der Lohnnebenkosten von Manfred am 10. Juli 2003 18:40:10:

Ab hier werden sich die Argumente wohl im Kreis drehen und es gehört hier ja eigentlich auch nicht Forum-Thema.

Ich möchte daher nur noch klarstellen, daß es mir nicht um Sozialismus geht, sondern um soziale Marktwirtschaft, wie sie vier Jahrzehnte lang der Grundkonsens dieser Republik gewesen war, und daß es m. A. n. die UNTERNEHMER waren, die diesen Grundkonsens in den 90er Jahren aufgekündigt haben und mit ihren IMMER WEITERgehenden Forderungen nach "Maßhalten" (bei den Löhnen versteht sich, nicht etwa bei den Gewinnen) und "Flexibilisierung" (auf deutsch: heuern und feuern) eine Art Klassenkampf jetzt VON OBEN eröffnet haben. Mittlerweile kritisieren das ja auch CDU-Politiker.

[mal am Rande: Du bist nicht zufällig selber irgendwie Unternehmer? *g*]

Re: Frage der Lohnnebenkosten

Manfred, Friday, 11.07.2003, 17:58 (vor 8244 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Re: Frage der Lohnnebenkosten von Lars am 11. Juli 2003 13:08:21:

[mal am Rande: Du bist nicht zufällig selber irgendwie Unternehmer? *g*]

Gut daß Du fragst, jetzt fällts mir wieder ein!
Ja, ich hätte eigentlich ein Unternehmen zu leiten, anstatt hier Parsimony vollzulabern :-D Aber die angebrochene Wade nebst Sehnenanriß zwingt mich sowieso vorm PC zu sitzen, also was solls...

Dazu hätte ich vielerlei ernste Anmerkungen zu machen, für die mir jetzt aber die zeit fehlt. Ich kann nur sagen, daß ich meine Denkweise im wesentlichen schon hatte als vom "Unternehmertum" nicht mal zu träumen war und ich ernsthaft Sorge hatte wie ich als Student meine 240 DM Monatsmiete zahlen soll.
Das zwingt mich schon nur nächsten Anmerkung, denn es war keine Sozialwohnung (die mir theoretisch zugestanden wäre aber anderweitig vergeben waren), sondern eine des "freien Marktes" die ein Banker(!), knallhart und eiskalt wie sie nunmal sind, mir zur Verfügung gestellt hatte. 240 DM monatlich, München Zentrum, 100 qm, fließend Wasser aus dem Hahn, nicht von der Decke. Meine Gegenleistung: die Schilderung meiner Lage und ein Ehrenwort per Handschlag, bei Kündigung mich juristisch nicht querzustellen. Für dieses Entgegenkommen mir gegenüber riskierte der leitenden Bankangestellte seinerseits beruflich Kopf und Kragen. Er tat es trotzdem, während ich vom Staat nicht bekam ausser hämischer Bemerkungen.
Ich könnte da noch einiges in dieser Schiene bringen, jedenfalls haben mich solche Erlebnisse geprägt und ich fahre bis heute blenden damit.

Schöne Grüße,
Manfred

Lösung: Burkha

Norbert, Friday, 11.07.2003, 18:01 (vor 8244 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Alice Schwarzer bei "VIVA" von Lars am 10. Juli 2003 17:22:54:

Die Moderatorin Charlotte hab ich auch mal auf irgendeiner Talkshow gesehen, wo sie als Beispiel für "Sexismus" brachte: In einem Restaurant hat sie mal bemerkt, daß ein Gast einer Kellnerin, als diese sich von seinem Tisch entfernte, auf den Hintern geguckt hatte. Empört: "Ich konnte nicht verstehen, daß keiner der anderen Gäste da was gegen gesagt hat!" Wie gesagt: Geguckt, nicht gefaßt; und die betreffende Kellnerin konnte das gar nicht mitkriegen. - Und diese Frau Moderiert einen Jugendmusik-Sender.

/ironie on/
Klasse, die Frau möchte also die Einführung der Burkha, da werden Frauen sicher nicht mehr beglotzt.
Allerdings erspart uns Männern dieses den Anblick von sauertöpfischen Feministinnen ;-)
/ironie off/

Wie krank muß diese Person eigentlich sein?

Gruß
Norbert

Re: Pflege von alten und kranken Menschen

Maesi, Wednesday, 06.08.2003, 21:14 (vor 8218 Tagen) @ Norbert

Als Antwort auf: Pflege von alten und kranken Menschen von Norbert am 10. Juli 2003 13:30:53:

Hallo Norbert

Es wird beklagt, dass vor allem die Pflege von kranken und alten Menschen auch an Frauen abgetreten werden, die dafür nichts verdienen.

Was auch nur ein selten dämliches Klischee ist, von Personen, die es ohnehin nicht selbst tun.

Das glaube ich auch. Die Frauen, die wirklich noch uneigennuetzig Pflegedienste fuer ihren Ehemann, ihre Eltern, Schwiegereltern, usw. erbringen, sind nach meiner Erfahrung nicht jene, die damit bei jeder Gelegenheit hausieren gehen; sie sind vielmehr haeufig in den von Feministinnen so verachteten 'patriarchalischen' Familienverhaeltnissen aufgewachsen und betrachten es einfach als ihre Pflicht, anderen Familienmitgliedern, denen es gesundheitlich mies geht, zu helfen. Diesen stillen Helferinnen gilt auch mein Dank.

Heutzutage sind aber immer mehr Frauen erwerbstaetig, d.h. sie sind zeitlich und finanziell gar nicht mehr in der Lage, unentgeltlich andere Menschen zu pflegen. Gerade die feministisch gepraegten Frauengenerationen der 68er und spaeter, die immer wieder mit den Pflegediensten ihrer aelteren Geschlechtsgenossinnen prahlen und dreisterweise auch fuer sich vereinnahmen, werden diese Liebesdienste je laenger je weniger erbringen.

'Und ueberhaupt: sollen doch staatlich finanzierte Institutionen mit ihrer Professionalitaet diese Aufgaben uebernehmen, die koennen das doch viel besser; ausserdem bezahlen wir ja alle mehr als genug fuer unser teures Altenpflege- und Gesundheitswesen, da muss man nach endlosen Jahren des Einzahlens schliesslich auch irgendwann mal einen Vorteil daraus ziehen'. So oder aehnlich denken heute viele. Angesichts der hohen Scheidungszahlen werden ohnehin immer haeufiger auch aeltere Leute Singles sein; es ist dann gar kein Partner mehr da, der sie pflegen koennte. Scheidungskinder werden vielleicht noch ihre Muetter, aber sicher kaum mehr ihre Vaeter, die sie womoeglich seit Jahren nicht mehr gesehen haben, pflegen.

Liebe Maenner, lasst Euch deshalb von Feministinnen kein schlechtes Gewissen wegen unentgeltlicher weiblicher Pflegearbeit einreden; die werden Euch einst naemlich ohne Bezahlung ganz bestimmt nicht pflegen, die nicht...

Gruss

Maesi *ohne jegliche Illusionen*

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