Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Ich kann es nicht mehr hören!

Pedro, Wednesday, 09.07.2003, 00:40 (vor 8247 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Naja, Moment ... von Lars am 08. Juli 2003 20:04:44:

Ein altes Sprichwort sagt "Der Ton macht die Musik". In diesem Sinne mißfallen mir bestimmte wertende Ausdrücke in einem - scheinbar - sachlichen Beitrag. Eine Taktik, die Mann nur zu gut kennt.....

- Zumindest daß sie für´s Kinderkriegen finanziell bestraft werden, ist eindeutig ungerecht.<

Eindeutig ist an dieser Aussage nur, daß die Vokabel "bestraft" daneben liegt.

Schließlich sind die Männer ja auch dran beteiligt, sowohl bei der Zeugung als auch (i. d. R.) danach am Leben mit den Kindern.

Hmm.....was sagt Deine Gerechtigkeitsvorstellung denn zu den nicht Regelgemäßen? Ich glaube nicht, daß man dem Problem auf dieser Ebene näherkommt.

- Anstatt dafür zu plädieren, daß Frauen wegen ihrer höheren Lebenserwartung weiterhin mehr zahlen, sollte man die Aufmerksamkeit auf die Frage lenken, warum Männer eine geringere Lebenserwartung haben und hier den Hebel ansetzen.<

Wie könnte Dein Hebel denn praktisch funktionieren? Wenn Männer im Durchschnitt früher sterben - woran wohl auf längere Sicht nichts zu ändern sein dürfte - müßtest Du konsequenterweise bei der Lebenserwartung der Frauen ansetzen.....da hast Du wohl ein Problem.....

- Ich bin kein Mediziner, aber vielleicht ist es ja wirklich so, daß Frauen leichter krank werden. WENN das so ist, wäre es doch in der Tat fragwürdig, sie für eine biologische Veranlagung finanziell zu bestrafen.<

Fragwürdig ist primär Dein sprachlicher Ansatz ("bestrafen"). Im Übrigen, versicherungstechnisch ist die Bildung von Risikogruppen grundsätzlich ja durchaus sinnvoll - man sollte das tunlichst nicht zu gesellschaftlicher Gleichmacherei zerreden (ein wertender Ausdruck, ich geb's freimütig zu).

Denkt mal daran, daß wir in Zukunft wohl alle von den Versicherungen gen-getestet werden und wenn dann eine falsche Erbanlage gefunden wird kann´s teuer werden! Vielleicht gibt´s dann ja auch das eine oder andere kostenträchtige Krankheitsgen, daß nur bei Männern zu finden ist ...<

Einverstanden - ich denk' drüber nach, bis es soweit ist (wozu es aber hoffentlich nicht kommt).

Ich halte Solidarität für tugendhaft - mein Verständnis dieses Begriffes schließt allerdings seine zwangsweise Durchsetzung aus.

Nix für ungut!

Pedro


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