Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Rettet unsere Kinder

Odin, Monday, 07.07.2003, 13:10 (vor 8248 Tagen)

Seit einigen Wochen sticht es mir vermehrt ins Auge, wie groß die Not unserer Kinder ist.

Ereignisse wie in Coburg zeigen für mich das Fehlen von Halt und Struktur - traditionell die Aufgabe der Männer-Väter dies zu vermitteln.

Gestern ein Bericht in Focus TV über Schulabgänger und ihr fehlendes Wissen:
Abiturientinnen, die einfache Rechenaufgaben nicht lösen können (5 in Mathe), aber sich bei einer Computerfirma bewerben ("das lern ich schon noch in der Berufsschule"), Rechtschreibfehler zuhauf, Realschüler, die Schröder für den Bundespräsidenten halten, miese Noten haben, aber eine 1 im Wahlfach "Mofafahren"!
Diese Kinder sind nicht dümmer als wir mal waren vor 20, 30 Jahren!
Sie sind dumm gemacht!

Wer gibt ihnen Halt, wer Struktur, wer sagt, daß lernen angesagt ist?
Lehrer betreiben Kuschelpädagogik. Doch auch sie können nicht immer was dafür. Machen sie es mal anders, ist schon die Mutter/Vater da und beschwert sich, wie mit ihrem lieben Kind umgegangen wird. Lernen muß doch Spaß machen! (wo steht das?)
Betriebe wollen laut Focus nicht mehr ausbilden, weil das Ausgangsmaterial - auf gut deutsch - Schrott ist!
Väter sind nicht die Lösung - auch nicht Männer an sich. Die wollen vielfach nur noch die besseren Mütter sein, weil nur Mütterlichkeit als das einzig Wahre gilt.

Die Lösung ist IMO eine Besinnung auf die Werte der Männlichkeit.
Halt und Struktur zu geben, war die Aufgabe der Väter. Die Realität der Aussenwelt in die Familie reinzubringen, das Kind anzuspornen und nicht zu jedem Scheiß "oh das ist aber toll" zu sagen, sondern "versuch mal obs besser geht". Ein enttäuschtes Kind auch mal zu ertragen, weil es sich sonst nicht vermehrt anstrengt.

Die Femis haben unsere Kinder versaut! Sie habens vermurkst! Zeit, daß wir ihnen den Job wieder abnehmen! Holt euch die Kinder zurück!

Das gilt nicht nur für Väter (ihr seit wahnsinnig wichtig für eure Kinder, gebt sie nicht auf!), sondern für alle Männer UND FÜR FRAUEN.
Männliche Werte müssen wieder anerkannt werden - und vermittelt - bei allen Gelegenheiten.

Re: Rettet unsere Kinder

gaehn, Monday, 07.07.2003, 13:56 (vor 8248 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Rettet unsere Kinder von Odin am 07. Juli 2003 10:10:19:

Seit einigen Wochen sticht es mir vermehrt ins Auge, wie groß die Not unserer Kinder ist.
Ereignisse wie in Coburg zeigen für mich das Fehlen von Halt und Struktur - traditionell die Aufgabe der Männer-Väter dies zu vermitteln.
Gestern ein Bericht in Focus TV über Schulabgänger und ihr fehlendes Wissen:
Abiturientinnen, die einfache Rechenaufgaben nicht lösen können (5 in Mathe), aber sich bei einer Computerfirma bewerben ("das lern ich schon noch in der Berufsschule"), Rechtschreibfehler zuhauf, Realschüler, die Schröder für den Bundespräsidenten halten, miese Noten haben, aber eine 1 im Wahlfach "Mofafahren"!
Diese Kinder sind nicht dümmer als wir mal waren vor 20, 30 Jahren!
Sie sind dumm gemacht!
Wer gibt ihnen Halt, wer Struktur, wer sagt, daß lernen angesagt ist?
Lehrer betreiben Kuschelpädagogik. Doch auch sie können nicht immer was dafür. Machen sie es mal anders, ist schon die Mutter/Vater da und beschwert sich, wie mit ihrem lieben Kind umgegangen wird. Lernen muß doch Spaß machen! (wo steht das?)
Betriebe wollen laut Focus nicht mehr ausbilden, weil das Ausgangsmaterial - auf gut deutsch - Schrott ist!
Väter sind nicht die Lösung - auch nicht Männer an sich. Die wollen vielfach nur noch die besseren Mütter sein, weil nur Mütterlichkeit als das einzig Wahre gilt.
Die Lösung ist IMO eine Besinnung auf die Werte der Männlichkeit.
Halt und Struktur zu geben, war die Aufgabe der Väter. Die Realität der Aussenwelt in die Familie reinzubringen, das Kind anzuspornen und nicht zu jedem Scheiß "oh das ist aber toll" zu sagen, sondern "versuch mal obs besser geht". Ein enttäuschtes Kind auch mal zu ertragen, weil es sich sonst nicht vermehrt anstrengt.
Die Femis haben unsere Kinder versaut! Sie habens vermurkst! Zeit, daß wir ihnen den Job wieder abnehmen! Holt euch die Kinder zurück!
Das gilt nicht nur für Väter (ihr seit wahnsinnig wichtig für eure Kinder, gebt sie nicht auf!), sondern für alle Männer UND FÜR FRAUEN.
Männliche Werte müssen wieder anerkannt werden - und vermittelt - bei allen Gelegenheiten.

ich weiss nicht ob lernen spass machen muss, oder ob es fehlende struktur ist welche das problem darstellt. ich selbst glaube, dass das problem mangelnde leistungs bzw. kampfesbereitschaft ist.
kämpfen wird in unserer gesellschaft als falsch dargestellt, als gewalttätige aber genau hierin sehe ich das problem. lernen und schule sind ein kampf, mathematik z.b. ist ein kampf gegen aufgaben.
die kinder sollten mehr sport treiben (mhm ich selbst bin auch ganzschön faul geworden ;) und ein paar gute spiele wie z.b. schach spielen um zu lernen das die dinge erkämpft werden wollen.
auch hier setzt der feminismus mit seinen quoten falsche signale.
ansonsten denke ich auch das die väter wieder gebraucht werden (und immer gebraucht wurden), was die erziehung angeht. ich denke das auch gerade der vater ein rechtsverständnis vermittelt.

schönen tag noch

Re: Rettet unsere Kinder

Frank, Monday, 07.07.2003, 17:17 (vor 8248 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Rettet unsere Kinder von Odin am 07. Juli 2003 10:10:19:

Väter sind nicht die Lösung - auch nicht Männer an sich. Die wollen vielfach nur noch die besseren Mütter sein, weil nur Mütterlichkeit als das einzig Wahre gilt.
Die Lösung ist IMO eine Besinnung auf die Werte der Männlichkeit.

Ganz richtig! Dies gilt aber nicht nur für Kinder, sondern auch für die "Erziehung" von Frauen. Die bedenkliche Erosion männlicher Autorität hat zu einem Vakuum geführt, mit der Folge, dass die Frauen machen können, was sie wollen. Sie tanzen uns auf der Nase herum, versuchen die besseren Männer zu sein, wollen sich nichts mehr sagen lassen - und sehnen sich doch insgeheim nach einer starken Hand. Die von dir angesprochene Besinnung auf die Werte der Männlichkeit heißt daher für mich auch, dass Männer wieder lernen sollten, Frauen gegenüber Stärke und Konsequenz zu zeigen, ihnen nichts durchgehen zu lassen, "weil sie ja Frauen sind", sondern sie gemäß ihrem eigenen Anspruch als gleichwertige, emanzipierte, erwachsene Menschen zu behandeln. Aber daran hapert es bei den meisten Männern leider gewaltig...

Re: Rettet unsere Kinder

Odin, Monday, 07.07.2003, 18:02 (vor 8248 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Re: Rettet unsere Kinder von Frank am 07. Juli 2003 14:17:28:

Die Lösung ist IMO eine Besinnung auf die Werte der Männlichkeit.

Ganz richtig! Dies gilt aber nicht nur für Kinder, sondern auch für die "Erziehung" von Frauen. Die bedenkliche Erosion männlicher Autorität hat zu einem Vakuum geführt, mit der Folge, dass die Frauen machen können, was sie wollen. Sie tanzen uns auf der Nase herum, versuchen die besseren Männer zu sein, wollen sich nichts mehr sagen lassen - und sehnen sich doch insgeheim nach einer starken Hand. Die von dir angesprochene Besinnung auf die Werte der Männlichkeit heißt daher für mich auch, dass Männer wieder lernen sollten, Frauen gegenüber Stärke und Konsequenz zu zeigen, ihnen nichts durchgehen zu lassen, "weil sie ja Frauen sind", sondern sie gemäß ihrem eigenen Anspruch als gleichwertige, emanzipierte, erwachsene Menschen zu behandeln. Aber daran hapert es bei den meisten Männern leider gewaltig...

Das Problem ist, daß die Männer tatsächlich WEG waren - erst in den zwei Weltkriegen und danach tot, verstümmelt, Kriegsgefangen oder vor Scham in der Versenkung - oder sich voll inbrunst in den Beruf gestürzt, um dort noch Mann-sein zu können.
Im gesellschaftlichen Leben haben sie gefehlt und jetzt werden sie auch noch entfernt (Scheidung, Entmutigung, negieren der Wichtigkeit usw)

Was hat denn das mit unserem Thema zu tun?

Lars, Monday, 07.07.2003, 18:46 (vor 8248 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Rettet unsere Kinder von Odin am 07. Juli 2003 10:10:19:

Was Du hier äußerst, ist eine Meinung zum Thema Bildungspolitik, welches auch unter Männer stets umstritten ist. Und der Bezug zum Thema Geschlechtergerechtigkeit ist fragwürdig.

Die polemisch sogenannte "Kuscheleckenpädagogik" - wie immer man zu ihr stehen mag - ist ursprünglich von Männern erdacht worden (O´Neil in den 1920ern und dann die ganzen 68er-Theoretiker) und es gibt heute nicht wenige BildungspolitikerINNEN (meist CDU oder FDP) die als Patentrezepte mehr Druck und Disziplin fordern und dabei auf Widerspruch bei BildungspolitikERN der Grünen treffen! Längst nicht alle politischen Kontroversen verlaufen entlang der Geschlechtergrenze.

Re: Was hat denn das mit unserem Thema zu tun?

Odin, Tuesday, 08.07.2003, 02:06 (vor 8248 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Was hat denn das mit unserem Thema zu tun? von Lars am 07. Juli 2003 15:46:14:

Was Du hier äußerst, ist eine Meinung zum Thema Bildungspolitik, welches auch unter Männer stets umstritten ist. Und der Bezug zum Thema Geschlechtergerechtigkeit ist fragwürdig.
Die polemisch sogenannte "Kuscheleckenpädagogik" - wie immer man zu ihr stehen mag - ist ursprünglich von Männern erdacht worden (O´Neil in den 1920ern und dann die ganzen 68er-Theoretiker) und es gibt heute nicht wenige BildungspolitikerINNEN (meist CDU oder FDP) die als Patentrezepte mehr Druck und Disziplin fordern und dabei auf Widerspruch bei BildungspolitikERN der Grünen treffen! Längst nicht alle politischen Kontroversen verlaufen entlang der Geschlechtergrenze.

Deshalb schrieb ich auch indirekt, daß es nicht um ein "Männer an die Macht" geht, sondern um eine Rückkehr zu männlichen Werten.
Wie Du schreibst, wissen das auch einige Frauen -
und wie Du schreibst, wissen das einige Männer nicht!
Was das mit dem Thema hier zu tun hat?
Wieviele Männer haben hier schon geschrieben, die Du unter die Nicht-wissenden zählen kannst?
Und wieviele Frauen kennst Du alleine in diesen Foren, die das kapiert haben?

Natürlich läuft die Schiene NIE strikt zwischen Mann und Frau! Das dürfte doch klar sein!

Blöde Männer soll man doch nicht unterstützen, nur weil sie Männer sind!
Kluge Frauen doch nicht behindern, nur weil sie Frauen sind!

Re: Was hat denn das mit unserem Thema zu tun?

Manfred, Tuesday, 08.07.2003, 02:45 (vor 8248 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Was hat denn das mit unserem Thema zu tun? von Odin am 07. Juli 2003 23:06:38:

...die als Patentrezepte mehr Druck und Disziplin fordern...

Das ist es aber meiner Meinung nach auch nicht. Jedenfalls nicht in dieser isolierten Form. Irgendwie scheint mir die "morderne" Schule zuviel zu wollen, aber (beinahe folgerichtig) letztlich gar nichts mehr hinzubekommen. Das ganze ist zu einer Zeitverschwendungs-Einrichtung geworden und ich glaube auch, daß Schüler es oft so empfinden. Lehrer vielleicht auch. Zuviel stehen diffuse Belanglosigkeiten im Vordergrund, heute ein Skilager, morgen eine Theateraufführung, übermorgen ein geminschaftliches Camp auf dem Bauernhof, dann ein Sportfest und demnächst eine Fahrt nach London. Schüler nutzen die Zeit in erster Linie um Mode und Handies zu vergleichen, Musik zu tauschen, Rivalitäten auszuleben. Mündlich gute Noten bekommt, wer bei seinen Meldungen hohe Quantität erreicht, nicht etwa Qualität. Lehrer schreiben Lehrbücher nicht damit sie von Schülern verstanden werden, sondern um bei den Kollegen anzukommen. Stunden fallen reihenweise aus, Schwangerschaft, Krankheit etc.
Wissen wird kaum vermittelt, es muß selbst "erarbeitet" werden. Ich weiß von klassen, die über mehrere tage aufhatten den Satz des Pythagoras selber herzuleiten. Nach einer Woche kein Resultat (!) Lehrer fällt aus, Notenschluß. Nächste klasse, die Schüler kennen den Satz immer noch nicht, die neue lehrkraft denkt im Traum nicht daran das zu "wiederholen", hat ja selber Streß. Folge: gymnasiasten die in der Oberstufe noch nie
a^2 + b^2 = c^2 gehört haben.
War jetzt nur so eine Aneinanderreihung einiger meiner Eindrücke.
Manchmal wäre weniger mehr.

Schöne Grüße,
Manfred

Bildungspolitik und Jungen ist ein Kernthema!

Bruno, Tuesday, 08.07.2003, 15:05 (vor 8247 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Was hat denn das mit unserem Thema zu tun? von Lars am 07. Juli 2003 15:46:14:

Was Du hier äußerst, ist eine Meinung zum Thema Bildungspolitik, welches auch unter Männer stets umstritten ist. Und der Bezug zum Thema Geschlechtergerech-tigkeit ist fragwürdig.

Hallo Lars,

das Thema Bildungspolitik ist ein Kernthema der Geschlechtergerechtigkeit. Ließ dazu mal folgende Ausführungen. Vorsicht! Ist etwas lang, aber für jeden emfehlenswert, der sich mit dem Thema Geschlechtergerechtigkeit befassen möchte.

Viel Spaß:

Die PISA-Studie ist in aller Munde. Es erregte großes Aufsehen, dass Deutschland mit seinen Schülerleistung im Vergleich zu den anderen Ländern schlechter dasteht als bis dato allgemein angenommen. Verhältnismäßig unbekannt in der breiten Öf-fentlichkeit ist dagegen die Tatsache, dass vor allem die Jungs wesentlich schlechte-re Leistungen erbrachten als die Mädchen.

Bericht zur PISA Studie Kapitel 5 „Geschlechtsspezifische Leistungsunterschiede“:

„Bislang galt die Besorgnis über geschlechtsspezifische Unterschiede überwiegend den schwächeren Leistungen von Mädchen. Da die Mädchen den Rückstand aber zunächst wettgemacht und die Jungen in vielen Bildungsbereichen sodann überflü-gelt haben, fällt die Aufmerksamkeit zunehmend auf Leistungsdefizite bei Jungen

Der Leistungsvorsprung der Mädchen beim Leseverständnis ist nicht nur überall fest-stellbar, sondern auch groß. Im Durchschnitt sind es 32 Punkte, d.h. eine halbe Kompetenzstufe. Der Wert ist generell höher als die typische Differenz in der mittle-ren Punktzahl zwischen den einzelnen Ländern. In Mathematik ist der Durchschnitts-abstand nur etwa ein Drittel so groß (11 Punkte zu Gunsten der Jungen). In den na-turwissenschaftlichen Fächern halten sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen den Ländern die Waage.“

Für Deutschland ist der Unterschied Mädchen/Jungen:

Lesen: 35 Punkte zu Gunsten der Mädchen
Mathematische Grundbildung: 15 zu Gunsten der Jungen
Naturwissenschaftliche Grundbildung: 3 zu Gunsten der Jungen (nicht signifikant)

Die PISA-Studie kommt zu folgenden Empfehlungen:

“Die politischen Entscheidungsträger sollten sich daher eingehend mit den ge-schlechtsspezifischen Leistungsunterschieden auseinandersetzen.“

„Diese Ergebnisse zeigen, dass die schwachen Leistungen der Jungen eine ernste bil-dungspolitische Herausforderung darstellen, der besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte, um geschlechtsspezifische Unterschiede abzubauen und den Anteil der Schü-lerinnen und Schüler auf dem untersten Leistungsniveau zu verringern.“

„Die politischen Entscheidungsträger haben Fragen der Gleichstellung von Mann und Frau eine erhebliche Priorität eingeräumt, wobei den Benachteiligungen von Frauen besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Die Ergebnisse von PISA weisen ei-nerseits darauf hin, dass viele Länder in ihren Bemühungen erfolgreich waren, ande-rerseits aber auch auf zunehmende Probleme männlicher Schüler vor allem im Be-reich Lesekompetenz und am untersten Ende des Leistungsspektrums.“

Die geschlechtsspezifischen Unterschiede waren für Kenner keine Überraschung. Schon lange zeigt sich, dass Jungs wesentlich mehr Probleme in der Schule haben als Mädchen. Dazu einige Pressemeldungen:

Frankfurter Rundschau 22.07.1999, Wigbert Tocha:

„32 Prozent der Mädchen, aber nur 24 Prozent der Jungen besuchten im Jahr 1995 das Gymnasium – ein Trend, der sich seitdem eher noch verschärft hat. Dagegen gehen 13 Prozent der Mädchen, aber 16 Prozent der Jungen auf die Hauptschule; noch auffälliger ist es bei der Sonderschule: Nur zu einem Drittel besuchen diese Schule Mädchen, dafür zu zwei Dritteln Jungen. Und in Hessen waren 1997 im Jahr 1997 nur 850 Mädchen ohne Hauptschulabschluss – aber 1587 Jungen.“

Christoph Kucklick in Geo Wissen 09/00 Neuer Mann – was nun?:

„Etwa in der Schule. Dort haben Mädchen ihre männlichen Klassenkameraden deut-lich abgehängt. Als Faustformel gilt: Je anspruchvoller der Schultyp, desto höher der Anteil der Mädchen. Bei den Jugendlichen ohne Schulabschluss, Sonderschülern, Hauptschülern stellen Jungen die große Mehrheit. Auf den Gymnasien und den Fachschulen dominierten dagegen die Mädchen, bei Studienanfängern herrscht na-hezu Geschlechterneutralität. In puncto Leistung liegen die Schülerinnen ebenfalls vorn, sie bringen die besseren Noten nach Hause: Jahr für Jahr bleiben mehr als doppelt so viele Jungen wie Mädchen sitzen.

Allerdings: Nachdem das Dogma von den diskriminierten Mädchen lange die schul-pädagogische Debatte beherrschte, seien heute Studien über und Förderprogramme für Jungen dringend erforderlich, moniert etwa der Berliner Erziehungswissenschaft-ler Ulf Preuss-Lausitz: „Schulversagen ist vor allem ein Jungenproblem. Wer sich als Geschlechterforscher darum nicht kümmert, dem muss man sagen, dass er – oder sie – sich vor der wichtigsten schulischen Thematik drückt.“

Anja Krumpholz-Reichel in: "spielen und lernen", 7/2001, S. 15-20:
"... Der Schulbetrieb scheint für Söhne eine besonders hohe Hürde zu sein: 30 Prozent mehr Jungen als Mädchen werden wegen fehlender Schulreife zurückgestellt. Sie wiederholen häu-figer Klassen als ihre Mitschülerinnen. 229640 Schüler besuchten im Schuljahr 1999/2000 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes eine Sonderschule für lernbehinderte Kinder - darunter waren nur 88053 Mädchen.

Geo Magazin 03/03 Johanna Romberg:

„An Gymnasien, wo sie über Jahrzehnte deutlich in der Mehrheit waren, stellen Jun-gen heute nur noch 45,6 Prozent der Schüler. An Sonderschulen sind sie dagegen mit 63,6 Prozent klar überrepräsentiert.“

Was sind die Gründe für diese Ergebnisse? Sind die Jungs dümmer?

Dazu folgender Beitrag: Wigbert Tocha; Frankfurter Rundschau 22.07.1999: Von „Power Girls“ und „armen Kerlen“)

„Nichts als Probleme machen sie, die Männer. Und die Jungen auch. Die Lehrerinnen und Lehrer jedenfalls können ein Lied davon singen. "Ihr Lernverhalten und die Konzentration lassen zu wünschen übrig", sagt der Berufsschullehrer Franz Frimmersdorf, "oft stören sie das Sozialklima, etwa durch negative Kommentare zu den Beiträgen anderer oder indem sie andere nicht ausreden lassen." Frimmersdorf ist auch Mitarbeiter der Arbeitsstelle "Erzie-hung zur Gleichberechtigung" im Hessischen Landesinstitut für Pädagogik und hat für inte-ressierte Lehrerkollegen den "Arbeitskreis Jungen" ins Leben gerufen. Die beteiligten Päda-goginnen und Pädagogen sind sich einig: Aggressionen, Belästigungen und Grenzüberschrei-tungen gehen meistens von den Jungen aus. Zwar gebe es, sagt Frimmersdorf, auch den Ty-pus des introvertierten Jungen. Aber der sei eher ein Außenseiter mit "atypischem Jugend- und Jungenverhalten".
Das deckt sich mit den Beobachtungen der Frankfurter Grundschullehrerin Ursula Kerntke. "Die Leistungen der Mädchen sind besser", sagt sie, "sie sind interessierter und fleißiger, und sie haben weniger Probleme, ihr Wissen im Unterricht konstruktiv einzubringen." Viele Jun-gen hätten dagegen Probleme, eine positive Lernhaltung zu entwickeln; das könne sich bis zur untergründigen oder offenen Verweigerungshaltung steigern. Das sei freilich nicht die Schuld der Jungen oder das Versagen der Lehrerinnen und Lehrer, findet Kerntke. "Die Art, wie in der Schule gelernt wird, kommt Jungen nicht entgegen." Vieles sei zu kopflastig, nötig seien "mehr Bewegung, mehr Experiment, mehr Handarbeit".
Ob offen eingestanden oder nicht, treibt derzeit viele Pädagogen die bange Frage um: Haben wir vor lauter Bemühen, die Mädchen stärker in den Mittelpunkt zu stellen, die Jungen ver-gessen? Kerntke: "Nachdem wir gerade gelernt haben, daß Mädchen besondere Aufmerksam-keit brauchen, machen wir in den Schulen die Erfahrung: Es sind die Jungen, die Extra-Aufmerksamkeit benötigen."......
Jahrelang war die Diskussion von der Frage bestimmt, wie es möglich sei, an den Schulen die Mädchen besonders zu unterstützen. Die feministische Forschung ging davon aus, daß Mäd-chen vielfältige Benachteiligungen an den Schulen erleiden müssen: Sie werden nicht richtig wahrgenommen von den Lehrern, belästigt von den Jungen, an den Rand gedrängt in den Naturwissenschaften, im Sport und im Computerkurs. Eine solche Betrachtung, stellt Ulf Preuss-Lausitz, Erziehungswissenschaftler an der Technischen Universität Berlin, fest, habe heute fast nur noch historische Bedeutung. An die Stelle der Frage, wie es möglich sei, die "Mädchen-Stärken" (so ein Buchtitel aus dem Jahr 1993) zu entwickeln, sei ein Blickwinkel nötig, der auch die alltägliche Abwertung der Jungen sehe. Der Erziehungswissenschaftler plädiert in einem Beitrag für die Zeitschrift Pädagogik für das Konzept "Kinder-Stärken": Ziel müsse es sein, abgewertete und benachteiligte Kinder aufzuwerten. Darunter seien min-destens so viele Jungen wie Mädchen. Preuss-Lausitz: "Die Emanzipation der Mädchen muß die Emanzipation der Jungen einbeziehen."
Jungen schneiden bei den heute stark im Vordergrund stehenden "Schlüsselqualikationen" schlechter ab als Mädchen: "Sie sind oft konkurrenzorientiert, die Mädchen dagegen team-orientiert", sagt Frimmersdorf. "Das hat Folgen im Berufsleben, wo einige Unternehmen sich wundern, daß die Teamfähigkeit mit Sonderkursen, die viel Geld kosten, trainiert werden muß."
Die Mädchen liegen vorn. Aufgrund ihrer Kommunikations- und Sprachfähigkeit und ihres Schreibverhaltens werden sie von Lehrern beiderlei Geschlechts besser zensiert. Bei den Schülerinnen, unterstreicht Preuss-Lausitz, funktioniere auch die Erziehung zu Werten wie Toleranz und Demokratie besser. Und: Beim Schulziel der Selbständigkeit und Durchset-zungsfähigkeit sei es um die Generation der "Power Girls" und ihren aufgeschlossenen Leh-rerinnen nicht schlecht bestellt - das sei aber, so Preuss-Lausitz, kein Anlaß, über die "armen Kerle" zu jammern, die an den Rand gedrängt würden, wohl aber Grund für die Forderung: Die Schule muß "nicht nur mädchengerecht, sondern auch jungengerecht werden".
Wie kann das gelingen? Die Männer fehlen. Das fängt an im Kindergarten, wo erst allmäh-lich männliche Erzieher in die weibliche Domäne eindringen, und setzt sich fort in den Schu-len, vor allem in den Grundschulen. Obwohl fünfzig Prozent der Schüler Jungen sind, gibt es in der Grundschule in Frankfurt, in der Kerntke tätig ist, 16 Klassenlehrerinnen und nur ei-nen Klassenlehrer - kein Einzelfall.
Zwar ist der Anteil der männlichen Lehrkräfte an "höheren" Schulen größer - eine Folge der Geschlechterhierarchie, die an der Spitze immer noch Männer und nur weiter unten Frauen bevorzugt. Das ändert aber nichts daran, daß der "eine Mann" an der Grundschule - nicht selten der Schulleiter - entschieden zu wenig ist. "Den Jungen fehlen positive männliche Iden-tifikationsfiguren", sagt Frimmersdorf. "Intakte" Familien werden seltener, die Zahl der Al-leinerziehenden nimmt zu. Und oft fällt der Vater, der "noch da ist", als Ansprechpartner aus, "es gibt zuwenig Kommunikation zwischen Sohn und anwesendem Vater", sagt Frimmersdorf.
Kerntke unterstreicht, daß bei vielen Kindern, konfrontiert etwa mit der Kritik der alleiner-ziehenden Mutter am abwesenden Vater, nur noch ein "So wollen wir die Männer nicht" übrig bleibe - aber, so fragt Kerntke, "woran sollen sich die Jungen orientieren?" Bei dieser Frage gehe es in der Schule weniger um die Inhalte des Unterrichts, sondern um Alltagsvorbilder, die die Jungen benötigten, um einen "Ausschnitt vom Männerleben, den man glauben kann: Der Lehrer kümmert sich um mich, er hat Geduld, er spricht mit mir". Ohne diese Erfahrung pendelten die Jungen zwischen Abgrenzung, problematischen Vorbildern wie dem halbwüch-sigen Aufschneider mit dem Handy, der am benachbarten Kiosk steht, und der Suche nach Anerkennung in der Jungen-Clique. Kerntke: "Jungen werden benachteiligt, weil sie nieman-den haben, nach dem sie sich richten können. Fünfzig Prozent Jungen brauchen fünfzig Pro-zent Lehrer."
Was sonst noch tun? Preuss-Lausitz beläßt es bei dem allgemeinen Hinweis, daß aus der un-abhängig voneinander geführten Diskussion über "die Mädchen" und "die Jungen" ein viel-fältiger Chor werden müsse: "Der Chor selbstsicherer und kooperativer Kinder." Von der Forderung nach getrenntem Unterricht hält er wenig. Dennoch ist absehbar, daß diese For-derung bald umgekehrt erhoben werden wird: weniger, um den Mädchen zu helfen, sondern um die Jungen besonders zu unterstützen. Ursula Kerntke hat mit solchen differenzierten Gruppen gute Erfahrungen gemacht. Mit einer Jungen-Gruppe hat sie kürzlich mehrere Tage lang im Schulgarten gearbeitet. Die Jungen waren kooperativ, zufrieden mit ihrer Arbeit und stolz. Der übliche Streit fiel aus.
Auch Frimmersdorf plädiert für eine "reflexive Koedukation". Dahinter verbirgt sich zum einen das allgemeine Ziel, den Unterricht so zu gestalten, daß Mädchen und Jungen mitein-ander und voneinander lernen können; "alle", sagt Frimmersdorf, "sollen ermutigt werden, Selbstvertrauen und Eigenverantwortlichkeit zu erwerben, aber auch Schwäche und Hilfsbe-dürftigkeit einzugestehen". Zum anderen hält er es für sinnvoll, Jungen und Mädchen zeitwei-se getrennt zu unterrichten, etwa im Computerkurs. Er verweist auch auf die Laborschule in Bielefeld, die gute Erfahrungen mit einer getrennten "Mädchenkonferenz" und einer "Jungen-konferenz" gemacht hat; in der Laborschule gibt es zudem einen "Haushalt(s)paß" auch für Jungen: Dieses Workshop-Angebot umfaßt Alltagsfähigkeiten vom Kochen über die Wäsche-pflege bis hin zur Kindererbetreuung. Gewonnen ist, da sind sich alle einig, schon viel, wenn ein Bewußtsein für das Problem entsteht“

DIE ZEIT; Wissen 37/2001;Mädchen in der Schulbank; von Sabine Etzold:
„Der Mythos: Mädchen werden in unserem Bildungssystem benachteiligt. Schuld daran ist vor allem die Koedukation, also der aus dem Streben nach Gleichberechtigung entstandene gemeinsame Unterricht von Jungen und Mädchen. In gemischten Klassen dominieren die Knaben. Sie sind vorlaut, lenken die Aufmerksamkeit der Lehrer auf sich und profitieren von dieser pädagogischen Zuwendung. Durch getrenntgeschlechtlichen Unterricht wenigstens in Naturwissenschaft und Informatik muss die Gleichbehandlung der Mädchen gesichert wer-den.
Die Wirklichkeit: Mädchen sind eindeutig die Gewinner des Schulsystems. Wesentlich mehr Mädchen als Jungen gehen aufs Gymnasium. Im Moment sind sie bundesweit mit knapp 200 000 im Vorsprung, bei steigender Tendenz. Mädchen sind eben einfach schlauer, könnte man meinen. Und das trifft zum Teil auch zu. Sie sind eindeutig besser in allen Fächern, die mit Sprachen zu tun haben; in einem Schulsystem wie dem unseren, das traditionell stark geistes- und sprachwissenschaftlich geprägt ist, bringt das Vorteile. Vielleicht verlieren die Mädchen ihren Vorsprung, wenn - wie im Moment der Trend - Mathematik, Naturwissen-schaft und Technik im Unterricht an Bedeutung gewinnen. In diesen Fächern legen sie näm-lich weniger Interesse und Leistung an den Tag und hinken den Jungen hinterher.
Der wahre Grund aber, weshalb Mädchen an den Gymnasien zahlreicher vertreten sind: Sie werden von ihren Lehrern bevorzugt. Wenn es um die für die Schullaufbahn entscheidende Empfehlung für den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium geht, werden deutlich mehr Mädchen vorgeschlagen. Das sagt jedenfalls eine Langzeitstudie, die Rainer H. Leh-mann von der Berliner Humboldt-Universität im Auftrag der Stadt Hamburg durchgeführt hat. Bereits bei diesem entscheidenden Übergang werden die Mädchen also bevorzugt. Und diese Bevorzugung kann "allenfalls teilweise durch ein höheres Leistungsniveau begründet werden". Warum die Lehrer die Mädchen bevorzugen, darüber stellt die Studie nur vorsichti-ge Vermutungen an. Möglicherweise sei eine "schulkonformere Einstellung" der Mädchen daran beteiligt; mit anderen Worten: Mädchen sind braver als Jungen, sie passen sich besser an und machen ihren Lehrern weniger Schwierigkeiten. Was, wenn es denn stimmt, Stoff zum Nachdenken über die Aussagekraft von Schulnoten liefert.
Eine andere Untersuchung hat inzwischen ergeben, dass nicht etwa Mädchen, sondern Jun-gen von den geschlechtergemischten Klassen benachteiligt werden. Eine in der Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie Nr. 2/2000 erschienene Studie be-legt, dass Jungen in Jungenschulen mehr lernen und sich dort auch wohler fühlen als in ge-mischten Schulen. So empfinden sie im gemischten Unterricht höheren Leistungsdruck und glauben, weniger Mitspracherecht zu haben.“

Karin Jäckel schreibt dazu:

„Ergänzend dazu ließe ich eine im Dezember 1999 vorgestellte Studie der Tübinger Pädagogen Gunter Neubauer und Reinhard Winter anführen, in welcher festgestellt wurde, dass Jungen von Erwachsenen grundsätzlich kritisch und eher negativ als „Macho“, „Gockel“ oder „Cowboy“ wahrgenommen werden. So wurde behauptet, Jungen seinen emotional inkompetetent, kommunikationsunfähig und bewältigungs-schwach. Stets wollten sie angeblich sie Stärksten, Schönsten und Größten sein. Die Jungen selbst hielten sich für unauffällig, kompetent und bewältigungsstark. Mit dem Wunsch, „normal“, stark und gut aussehend zu sein, verbanden sie vor allem das Bedürfnis, nicht aus dem Rahmen zu fallen oder sich von der Gruppe abzugrenzen.

Parteilichkeit der Beziehung zwischen Frauen und Mädchen lässt sich ebenso zwi-schen Frauen und Jungen in allen erzieherischen Bereichen beobachten. Besonders deutlich wird dies an Grundschulen und während der ersten Klasse der weiterführen-den Schulen, in denen Mädchen wegen ihrer „süßen“ Art und natürlichen Vorlieben für Konzentrationsspiele klar bevorzugt werden.“ (Karin Jäckel: Deutschland frisst seine Kinder, rororo 2000, S.50f.)

Die Fakten sprechen für sich. Nochmals: Laut PISA-Studie stellen die schwachen Leistungen der Jungen eine ernste bildungspolitische Herausforderung dar.

Wie stellt sich Deutschland dieser Herausforderung?

Das Bundesminsiterium für Bildung und Forschung stellte einen 32-seitigen Bericht „OECD-Veröffentlichung „Bildung auf einen Blick“ – Wesentliche Aussagen der OECD zur Ausgabe 2002“ unter http://www.bmbf.de/pub/20021029_EAG_Langfassung.pdf ins Internet, das den nied-rigen Frauenanteil in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, die Defizite der Schü-lerinnen bei Computerfertigkeiten, die Defizite der beruflichen Weiterbildung der Frauen auf meherern Seiten in diesem bericht eingeht. Nicht eine einzige Seite, nicht ein einziger Satz, nicht ein einziges Wort wird jedoch für die erheblichen Lese-defizite der Jungs oder die schlechteren Schulabschlüsse in diesem Bericht verwen-det.

So sieht sie aus, die Geschlechtergerechtigkeit für Jungs in der Bildungspolitik in Deutschland im Jahr 2003.

Gruß

Bruno

Bildungspolitik allgemein und der Jungen-Aspekt im besonderen

Lars, Tuesday, 08.07.2003, 17:13 (vor 8247 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Bildungspolitik und Jungen ist ein Kernthema! von Bruno am 08. Juli 2003 12:05:47:

Ich stimme Dir, in dem was Du über die Benachteiligung von Jungen an der Schule schreibst, voll und ganz zu. Aber das ist doch ein ganz anderer Aspekt, als der, um den es in Odins Posting ging:

- bei Odins Statement ging es gegen die als lasch angesehene "Kuscheleckenpädagogik" und den allgemeinen (also nicht nur den jungenspezifischen) Leistungsabfall. Der Geschlechtsbezug war aus seiner Sicht in der Abkehr von "männlichen Werten" wie Leistung und Disziplin gegeben.

- in Deinem Posting liegt der Geschlechtsbezug in dem relativen Leistungsabfall der Jungen gegenüber den Mädchen. Und als Grund gilt hier nicht die "Kuscheleckenpädagogik" - um die geht es in dem Zusammenhang ja gar nicht -, sondern der heutige Mangel an positiven männlichen Vorbildern, der LehrER-Mangel an den Schulen, die jahrzehntelange dogmatische Focussierung auf "die diskriminierten Mädchen" und die Bevorzugung der Mädchen aufgrund ihrer niedlicheren und konfliktscheueren Art.

Wie gesagt, den Thesen in Deinem Posting, bzw. den zitierten Presse-Artikeln stimme ich voll und ganz zu; gegen Odins These von der verderblichen "Kuscheleckenpädagogik" habe ich aber meine Einwände:

- Erstens: Der Eindruck eines Leistungabfalls an den Gymnasien rührt in erster Linie daher, daß diese heute einen völlig anderen, wesentlich schwierigeren Auftrag zu bewältigen haben als damals: Früher sollten sie nur dafür sorgen, daß aus den Söhnen und Töchtern der sehr kleinen Bildungselite die nächste wiederum sehr kleine Bildungselite wird. Heute sieht die Lage so aus, daß die moderne Wirtschaft immer mehr Akademiker und immer weniger Industriearbeiter braucht. Dementsprechend sind die Gymnasien von seiten der Politik und der Öffentlichkeit vor die Aufgabe gestellt, immer mehr potentielle Akademiker für die "postindustrielle" "Wissensgesellschaft" hervorzubringen und dementsprechend sind sie viel mehr als früher auch mit Kindern aus bildungsferneren Familien konfrontiert. Es geht heute also darum, "Masse" UND "Klasse" unter einen Hut zu bringen.

- Zweitens: Mehr Leistungsdruck würde kaum zu mehr Leistung führen, sondern nur zu mehr vorzeitigen Schulabgängern, was konservativen Bildungspolitern dann ideologogische Genugtuung bereiten mag, aber das oben beschriebene Problem, Masse und Klasse zusammenzubringen, nicht lösen würde (das vielgelobte restriktive bayrische Abitur hat dazu geführt, daß Bayern seinen eigenen Abiturientenbedarf nicht decken kann!)

- Drittens: Lernen sollte in der Tat Spaß machen, denn es nimmt einen großen Teil der Lebenszeit in Anspruch. Und wir waren doch auch alle froh, nicht mehr durch die "Pauk"-Schule unserer Elern und Großeltern gehen zu müssen. Also sollten wir diese "Särge der Jugendzeit" nun doch nicht unseren Kindern an den Hals wünschen.

Re: Bildungspolitik allgemein und der Jungen-Aspekt im besonderen

Manfred, Tuesday, 08.07.2003, 19:04 (vor 8247 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Bildungspolitik allgemein und der Jungen-Aspekt im besonderen von Lars am 08. Juli 2003 14:13:26:

...Heute sieht die Lage so aus, daß die moderne Wirtschaft immer mehr Akademiker und immer weniger Industriearbeiter braucht.

Ich weiß nicht ob diese wirklich von der Wirtschaft gebraucht werden. Vielmehr scheint es mir so zu sein, als sei es zu einer arroganten Sitte verkommen, den interessierten Haupt- oder Realschüler mit dem herz am richtigen Fleck links liegen zu lassen, solange man auch jemand mit "Abi" haben kann. Egal wie geeignet dieser dann ist. Personalchefs denken oft auch nur darüber nach wie sie vorm Chef gut dastehen, nicht was wirklich dem Unternehmen dient.
Und "da" sind sie nun mal, die Abiturienten. Seit die Linke unter der SPD sich damals aufgemacht hat die Bildungsschranken für weniger begüterte abzubauen (lobenswerter Ansatz eigentlich) ist es nunmal so, daß "Abi machen" der Normalfall ist. Weniger zu "haben" war einst der Normalfall, man lernte redlich seinen Beruf und war zufrieden. Heute neigen wir dazu in den "Nicht-Abiturienten" bereits die Verlierer auszumachen. Schülern wird suggeriert, sie hätten ein quasi ein "Recht" auf das Abi, nicht allzu oft schwänzen sei dafür ausreichend.
Da ist gesellschaftspolitisch eine ungemeine Schieflage entstanden.
Für mich liegt darin die Wurzel des Übels.
Bildung (vor allem die vorgetäuschte "Ein"bildung) schickt sich an, zu einem der letzten verbliebenen Statussymbole zu degenerieren.

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Bildungspolitik allgemein und der Jungen-Aspekt im besonderen

Jolanda, Tuesday, 08.07.2003, 20:19 (vor 8247 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Bildungspolitik allgemein und der Jungen-Aspekt im besonderen von Manfred am 08. Juli 2003 16:04:47:

Lieber Manfred

Das hat allerdings viel Wahres, ja das hat es!

Es grüsst dich
Jolanda

Re: Bildungspolitik allgemein und der Jungen-Aspekt im besonderen

Bruno, Wednesday, 09.07.2003, 14:44 (vor 8246 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Bildungspolitik allgemein und der Jungen-Aspekt im besonderen von Lars am 08. Juli 2003 14:13:26:

Hallo Lars,

Ich stimme Dir, in dem was Du über die Benachteiligung von Jungen an der Schule schreibst, voll und ganz zu. Aber das ist doch ein ganz anderer Aspekt, als der, um den es in Odins Posting ging:
- bei Odins Statement ging es gegen die als lasch angesehene "Kuscheleckenpädagogik" und den allgemeinen (also nicht nur den jungenspezifischen) Leistungsabfall. Der Geschlechtsbezug war aus seiner Sicht in der Abkehr von "männlichen Werten" wie Leistung und Disziplin gegeben.

...Entschuldigung. Da hab ich in der Hast offensichtlich nicht richtig hingeschaut. Aber ich denke, die Infos sind trotzdem nicht schlecht. Nichts für ungut.

Gruß

Bruno

Re: Bildungspolitik und Jungen ist ein Kernthema!

Odin, Tuesday, 08.07.2003, 18:06 (vor 8247 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Bildungspolitik und Jungen ist ein Kernthema! von Bruno am 08. Juli 2003 12:05:47:

Die Fakten sprechen für sich. Nochmals: Laut PISA-Studie stellen die schwachen Leistungen der Jungen eine ernste bildungspolitische Herausforderung dar.
Wie stellt sich Deutschland dieser Herausforderung?
Das Bundesminsiterium für Bildung und Forschung stellte einen 32-seitigen Bericht „OECD-Veröffentlichung „Bildung auf einen Blick“ – Wesentliche Aussagen der OECD zur Ausgabe 2002“ unter http://www.bmbf.de/pub/20021029_EAG_Langfassung.pdf ins Internet, das den nied-rigen Frauenanteil in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, die Defizite der Schü-lerinnen bei Computerfertigkeiten, die Defizite der beruflichen Weiterbildung der Frauen auf meherern Seiten in diesem bericht eingeht. Nicht eine einzige Seite, nicht ein einziger Satz, nicht ein einziges Wort wird jedoch für die erheblichen Lese-defizite der Jungs oder die schlechteren Schulabschlüsse in diesem Bericht verwen-det.
So sieht sie aus, die Geschlechtergerechtigkeit für Jungs in der Bildungspolitik in Deutschland im Jahr 2003.
Gruß
Bruno

Danke! Das muß man sich nochmal durchlesen!

Re: Rettet unsere Kinder

Pedro, Wednesday, 09.07.2003, 00:09 (vor 8247 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Rettet unsere Kinder von Odin am 07. Juli 2003 10:10:19:

Hallo Odin,

obwohl ich die starke Tendenz verspüre Deinem Beitrag zuzustimmen, löst er bei mir doch eine gewisse Ambivalenz aus.

Völlig einig sind wir - und das dürfte sogar für die absolute Mehrheit unserer männlichen wie weiblichen Zeitgenossen gelten - in der Beurteilung des schulischen "outputs" (wenngleich mir die Vokabel "Schrott" zu sehr personalisiert erscheint). Die PISA-Studie hat schließlich nur Erfahrungen bestätigt, die jeder schon seit mindestens zwei Jahrzehnten selbst machen konnte.

Die (Hinter-) Gründe dafür sind schnell ausgemacht:

In den 60er Jahren wurde eine große Bildungsoffensive gestartet, deren Ziel der leichtere Zugang breiterer Bevölkerungsschichten zu mehr und besserem Wissen sein sollte. Um diese Initiative zum Erfolg zu führen, wurde nun allerdings nicht etwa die Qualität der Ausbildung entscheidend verbessert, sondern es verringerten sich die Anforderungen an das Erreichen vorgegebener Ziele. Die lerntheoretische Erkenntnis einer signifikanten Steigerung des Lernerfolgs durch entsprechend gesetzte Anreize verkam zum banalen Slogan "Lernen soll Spaß machen". Dies ging Hand in Hand mit der Entwicklung zur Spaßgesellschaft.

Die Einsicht, unterschiedliche Begabungspotentiale von Menschen stärker berücksichtigen zu sollen, nahm in der Praxis einen ähnlich unheilvollen Verlauf. Dem prinzipiell richtigen Ansatz individuelle Begabungen zu fördern, stand die Forderung nach Erhaltung eines Mindeststandards in den Kernkompetenzen nicht nachdrücklich genug gegenüber. Das Erreichen eines solchen Mindeststandards hätte auch dann gelten müssen, wenn er nicht mehr mit Hilfe des Spaßfaktors zu erzielen gewesen wäre.

Weichgespülte Gehirne haben verkannt, daß Kinder - im Unterschied zu Kuscheltieren und Barbiepuppen - irgendwann auch den Anforderungen ihrer Umwelt genügen und darauf vorbereitet werden müssen. Die Notwendigkeit von Grenzsetzungen als wesentlicher Faktor einer ungestörten Entwicklung ist in Psychologie und Pädagogik zwar anerkannt, die von dort propagierten "kindgerechten" Lösungen sind für normal beschaffene (und gehetzte) Eltern und Erzieher jedoch nicht praxistauglich.

Auch die Inflationierung des Gewaltbegriffes - ich rede hier nicht der Prügelstrafe das Wort! - hat einen bedeutsamen Beitrag zur Verunsicherung geleistet und damit nur erreicht, daß Erziehungsverantwortung einerseits oft nur noch im Sinne mißbilligender Blicke wahrgenommen wird, andererseits die Zahl der Fälle wächst, in denen angespannte Situationen sich explosionsartig entladen. Dabei darf nicht vergessen werden, daß die Verwissenschaftlichung und Verrechtlichung zwischenmenschlicher Beziehungen eine wesentliche Grundlage aus dem Auge verloren hat - den Menschen. Dieser Mensch ist ein Tier - in einem beschreibenden, nicht abwertenden Sinne gemeint - und unterliegt damit biologischen Grundlagen und Determinanten (die vielgeschmähte Aggessivität z. B. ist biologisch angelegt und ein unverzichtbares Mittel im Überlebenskampf der Arten). Es ist einfach nur arrogant die Natur zu vernachlässigen.

Ob eine Änderung der von Dir angesprochenen Problematik nun allerdings in der Rückbesinnung auf herkömmliche Vorstellungen von Familie zu erwarten sein kann, darf bezweifelt werden (wobei mir persönlich diese Vorstellung an sich nicht unsympathisch wäre). Sicher ist es aber nicht hilfreich, die Forderung in (zu) einfache Parolen zu kleiden (wenn ich auch annehme, Deine Absicht richtig zu verstehen). Leicht widerlegbare Aussagen bergen nun einmal die Gefahr widerlegt zu werden.

Die Realität der Aussenwelt in die Familie reinzubringen.....<

Du kannst hier ja nur die Realität der Berufswelt meinen - dann aber wirkt eine solche Aussage in Zeiten, in denen die Mehrheit der Frauen eine - wie immer geartete - Berufstätigkeit ausüben, unfreiwillig komisch.

Halt und Struktur zu geben.....<

.....das Kind anzuspornen und nicht zu jedem Scheiß "oh das ist aber toll" zu sagen, sondern "versuch mal obs besser geht". Ein enttäuschtes Kind auch mal zu ertragen, weil es sich sonst nicht vermehrt anstrengt.<

Es deckt sich durchaus mit meinen Beobachtungen und Erfahrungen, daß dieses Verhalten eher von Männern als Frauen gezeigt wird. Männer mögen also in aller Regel etwas konsequenter sein, es spricht indes nichts dafür, daß Frauen dieser Aufgabe grundsätzlich nicht ebenso gerecht werden könnten - was sie, zugegeben, vielfach nicht tun.

Die Erkenntnis, daß Väter gerade auch wegen ihrer männlichen Andersartigkeit wichtig sind, sollte sich zwar bald auch in einfachst strukturierten feministischen Denkapparaten durchsetzen - liegen all dem aber auch "männliche Werte" zugrunde?

Grüße, Pedro

Re: Rettet unsere Kinder

Odin, Wednesday, 09.07.2003, 14:46 (vor 8246 Tagen) @ Pedro

Als Antwort auf: Re: Rettet unsere Kinder von Pedro am 08. Juli 2003 21:09:01:

Hallo Pedro,

In den 60er Jahren wurde eine große Bildungsoffensive gestartet, deren Ziel der leichtere Zugang breiterer Bevölkerungsschichten zu mehr und besserem Wissen sein sollte. Um diese Initiative zum Erfolg zu führen, wurde nun allerdings nicht etwa die Qualität der Ausbildung entscheidend verbessert, sondern es verringerten sich die Anforderungen an das Erreichen vorgegebener Ziele. Die lerntheoretische Erkenntnis einer signifikanten Steigerung des Lernerfolgs durch entsprechend gesetzte Anreize verkam zum banalen Slogan "Lernen soll Spaß machen". Dies ging Hand in Hand mit der Entwicklung zur Spaßgesellschaft.

Nichts dagegen WENN Lernen Spaß macht, aber es MUSS nicht unbedingt. Natürlich soll man beim Vermitteln des Lernstoffes darauf achten, damit das Wissen auch kindgerecht weitergegeben wird.
Aber Kinder sollen auch auf die Realität "draussen" vorbereitet werden und da ist es nunmal Schnurz, ob dir heute die Arbeit Spaß macht, Du mußt hin sonst verlierst Du Deinen Job.
Und auf diese Realität sind unsere Kinder oft nicht vorbereitet und diese Realität haben früher immer Männer vermittelt und diese fehlen heute oft. Frauen können sie dagegen nicht vermitteln (ich schreibe hier sehr pauschal, weiß aber sehr wohl von Ausnahmen auf beiden Seiten, wie ich in einem anderen Posting in diesem Threat schon geschrieben habe - der Einfachheit halber bleib ich aber dabei), weil sie auch eher zum Rückzug in den häuslichen Bereich tendieren, wenn es im Beruf mal kriselt (Beispiele kennt jeder sicherlich zuhauf in seinem Bekanntenkreis oder aus seinem Job)

Weichgespülte Gehirne haben verkannt, daß Kinder - im Unterschied zu Kuscheltieren und Barbiepuppen - irgendwann auch den Anforderungen ihrer Umwelt genügen und darauf vorbereitet werden müssen.

Eben! Kindheit wird da zusehr zum Schonraum (der er schon sein muß, aber mit Grenzen). Wo Erziehung nicht auf das spätere Leben vorbereitet, hat sie versagt. Frauen vermitteln diesen (wichtigen!) Schonraum, Männer vermitteln die Realität "draussen".
Ich habe mal ein kurzes Interview mit einem ca. 10jährigen Mädchen gesehen. Die war total happy, weil sie auf einem Kinderfest war. Kindsein sei total toll, meinte sie (soweit, so gut) und sie möchte ÜBERHAUPT NICHT ERWACHSEN WERDEN! Und ab da wirds kritisch!
Kannst Du dich noch an Deine Kindheit erinnern, wie sehr du über jeden Zentimeter erfreut warst, den Du gewachsen bist? Jedes Jahr, das du älter wurdest hattest Du mehr Rechte, nach denen du dich gesehnt hast. Heute haben die Kinder anscheinend schon alle Rechte und es kommen nur noch Plichten hinzu. Danach sehnt sich natürlich niemand! Und das ist falsch und muß korrigiert werden. Als Ergebnis haben wir heute schon junge Erwachsene, die nie Erwachsen wurden, teilweise bis ins hohe Alter im Hotel Mama wohnen und nur nach Fun schreien.

Die Realität der Aussenwelt in die Familie reinzubringen.....<

Du kannst hier ja nur die Realität der Berufswelt meinen - dann aber wirkt eine solche Aussage in Zeiten, in denen die Mehrheit der Frauen eine - wie immer geartete - Berufstätigkeit ausüben, unfreiwillig komisch.

Nein, meinte ich nicht! Frauen, Mütter sind mehr für die Vermittlung der Werte von Geborgenheit, Schutz, Versorgung.... zuständig. Männer für die Vermittlung von Struktur, Realität, Leistung, Ehrgeiz...
Das ist in unseren Köpfen seit Jahrmillionen festgelegt und sind Archetypen, die Du nicht einfach so vernachlässigen kannst. Hier versucht der Feminismus die Natur zu vergewaltigen, nur weil es politisch so gewollt ist. Das MUSS scheitern! Genauso scheitern wie der pädagogische Versuch, ein Mädchen solange vor den Bagger zu setzen, bis es aus lauter Verzweiflung auch damit spielt und einem Jungen die Puppe fast um die Ohren zu hauen, damit er blos zur Befriedigung der Erzieherin sich damit beschäftigt.
Bestimmte Dinge sind evolutionspsychologisch festgelegt, sehr viele auch genetisch. Da können Feministen krakelen, wie sie wollen. Sie können halt nicht im stehen pinkeln! Da nutzt nicht mal eine Quote (Verzweiflung) oder ein Beschluss des Frauentags.

Exzellent! (n/t)

Jörg, Wednesday, 09.07.2003, 14:51 (vor 8246 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Rettet unsere Kinder von Odin am 09. Juli 2003 11:46:12:

Re: Rettet unsere Kinder

Manfred, Wednesday, 09.07.2003, 15:00 (vor 8246 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Rettet unsere Kinder von Odin am 09. Juli 2003 11:46:12:

Danke für diesen Beitrag. Ich hätte das genauso schreiben wollen, ja müssen weil es mir auf der Zunge brennt. aber das ist mühsam und ich weiß nicht ob ich es so prägnant hätte formulieren können. Daher stimme ich einfach nur zu!

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Rettet unsere Kinder

Jolanda, Wednesday, 09.07.2003, 19:40 (vor 8246 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Rettet unsere Kinder von Odin am 09. Juli 2003 11:46:12:

Hallo Odin

Du sprichst mir aus dem Herzen. Wenn die männlichen Bezugspersonen fehlen, wenn Frau zuviel alleinigen Einfluss hat auf die Kinder, dann fehlen diesen ganz wichtige Aspekte in ihrer Kindheit.

Ich glaube auch, dass diese Glorifizierung der Frau vor allem auch den Kindern schadet. Mädchen werden überheblich und hochnäsig und Jungs unsicher und frustriert.

Kein Mensch hat Anspruch auf "Vergötterung" nur weil er ein bestimmtes Geschlecht hat und alleine dieser Anspruch gibt mir grausam zu denken und ich finde ihn im Ansatz echt krankhaft.

Wir brauchen unbedingt wieder mehr männlichen Einfluss, ansonsten sehe ich echt schwarz für die nächsten Generationen.

Es grüsst dich
Jolanda


powered by my little forum